Nr. 246 Drittes Statt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstaa 20. Moder mz
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Turner-Tagung in Gießen.
-D— QettenDe Ctdlen te» Zurngaue» ^dkn, P. X„ waren am Sam»1ag und öctnuog in (> i«t> e n retfainmef!. um die Arbeit des neuen Tnrnjahre» aul-unehmen, das schon fernem Höhepuntt. d.m 14. Deutschen Zürntdt in «Mn, $u»u hieben begmnf Unter den turne- nkt*i ZVron*t jaungen im Gau stehl an erster dielte daS 5 5. Gauturnfest an «cm' * 3uli; -S Wird in Verbindung mit dem Sonder voiks- lumm und Spielen von der alten Turnerstadt Suyda <ch deren turnerische Tradition bald an di« hundert 3afree geht au höchster Derdetraft aus gestaltet werden Jn den -Bewirten muffen die WttUer-GerätewettlLmpf« bi» IHitie Mär, und die volkstümlichen Wettkämpfe bi» □Rille Juni beendet sein. Der 2üigufi Dringt dann das Gauwettschwimmen und da» G a u - f rauenturnen, während btt ®au tu erfahrt diesmal wogsLllk Der
Turn-Autzschuß, der unter Leitung de» ®auobcrtumnxirle* ÜBil» Mm Will (Diestens in erster Ükntc für die technisch« Führung und QhifbÜbung der Hesfen- tumer tn Stadt und Land verantwortlich ist, legte beratend und übend die Drund'age zu den i.-m menten Ausgaben. 0» gehören ihm an die leitenden Turnwarte der fe.chk Daudezirstr und Me Fachworte für da» Männer- und Frauen, turnen. Schwimmen, Fechten und Spielen Die Stellen de» Gaujugendwarte» und de» (Bau- warte» für turnerisch« DersteSleben find *ur Jett nicht beseht. <U hat sich herauSgestcllt, bah di« Hebungen für die Schüler-Abteilung einer besonderen Auswahl und Pflege bebürfen; deshalb soll für Schülerturnwarte und 'Borturner eine Oauvorturnerstunde eingefübrt werden, die zum erstenmal Mitte Rovemocr ftatlllnbet. Dabei werden der (Dau- oberturmrjrt. der Gaus rauen tumtoart Rudosi Paul (Diesten) und der auf diesem Gebiete besonder» ersahtene Leiter der ‘Zurngcmeinbc Friedberg Studienrat Tdie roll, di« turne- risch« Anleitung geben, wahrend Df. mcd. Fritz Koch (Tibbaj die Frage vom ärztlichen Stand- inmlt au» behandeln wird. Schüler und Schülerinnen unter 12 Jahren satten zu IBett- sümpfen überhaupt nicht zugelassen werden. Bei dem Musterri egenturnen, da» vvr nunmehr 50 Iahren Don der Vorturner- schast de» Turn- und Sportverein» Marburg eingei'chrt wurde und sich al» wesentlicher Bestandteil bei allen grüneren Veranstaltungen in der Deutschen Turnerschait eingebürgert hat, hat sich im Laufe der Zeit da» Ziel de» Wettbewerb» iKrfdX'bcn Gipfelleistungen in Verbindung mit ftarfem llcberw'cgcn von Kürübungen nrfymeii beinahe da» Gepräge von Sondervor- fübrungm beim Schauturnen an, und unter den Geraten wird dasjenige immer wieder beibehalten, da» den besten Drsolg verspricht. So treten die Barrenriegen weit zahlreicher auf al» Me am Pferd oder gar am 'Red. und andere UebungSgebiet« sind nur vereinzelt zu sehen. Dadurch aber kommt die Melsei streit der turnerischen Ausbildung nicht genügend zur Auswir- fnng. obwohl die ZunwrDramg ausdrücklich Vvv- fchrxibt, bah Die Vereine mit dem Stoff ihrer Musterriegen wechseln sollen', andererseits wird die mögliche und durchaus notwendige Zahl der Musterri egen im ganzen nicht erreicht Gewiß spielt dabei auch die Geldfrage eine gewisse Roste insofern, als e» für die dem jeweiligen Festvrt entlegeneren Vereine schwerer wird, die au einer Biege nötig« x^ahl von Turnern schadlos zu halten; auch ist die 2Lu»flathing mit Geräten und di« AuSübunaSniöglichkeit nicht bei allen Ber einen gleich Aber eine wesentliche Förderung ist tr»nal!edem zu erwarten, trenn in den Händen fähiger und verontwortungSbewuhter Kampfrichter da» ursprüngliche Wesen und die Eigenart d«S Musterriegen- turnenS wieder mehr in den Vordergrund der Wertung gestellt wird. Danach liegt der in der Ober-, Mittel- ober Untcrftufc und auf Schwerpunkt darin, bah ein Ginblick in die Arbeitsweise bei der Heranbildung der Masse der 'Zumer eine» Vereins gegeben wird, und zwar unter 'Berücksichtigung der besonderen V.Thült- nisse diese» Berrin» und der Kräste, btt er den verschiedenen llcbimg»gebiefcn Im Augen-
LlmErsolgundÄebe.
Roman von Robert Misch
Copyright by kart Btmfer Berlin SW 62.
21 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Sie setzte sich an den reizenden kleinen Flügel, der im Wohnzimmer stand, und sang ihm die jlrie des Pagen aus dem »Figaro" vor. ,Hhr, die Ihr Triebe des Herzens nicht kennt." ...
Ihre Stimme (lang weich und mild durch den Raum. Anita lauschte atemlos im Redenzimmer.
Er küßte sie aus die Stirn:
„Bravo — man merkt gar nichts mehr von Ermüdung. Cs wäre schade, wenn du sie nicht wei- (erhüben würdest Bei der Adolfini in Mailand würde sie auch großer werden. 3ieOeid)t machst do nod)_ÄarrtcTe."
Sie schloß das Klavier. Eine Falte de» Unmut» lag auf ihrer Stirn
..Manchmal glaube ich nicht daran. Ich und meine Stimme sind nicht robust genug für die Bühne."
„So bliebe immer noch der Konzertsaal "
- Da» lockt mich nicht sehr. Ueberhaupi — du sagst e» ja selbst — sollte man die Kunst nicht zum Privatvergnügen ausüben, nicht als Beruf — für Geld.*
„3a, wenn man*» hat! Meist haben es nur die Dilettanten." — Er lachte spotti'ch: „Richte dich übrigens nur nach meinen Taten, nicht nach meinen Worten! Ich gab’ was drum, wenn ich morgen den König in der „Glutin von Toledo" oder den Petrucchio spielen könnte, die ich gerade studiere. — ,^u neuen Toten lockt ein neuer Tag". — Und er griff schnell nach seinem Buch. — Entschuldig«, mir ist da plötzlich was eingefallen."
DJjne sich weiter nach tbr umzusehen, lief er barhäuptig in den Garten hinaus, in eine kleine Laube, die unter immergrünem Laub dach «chattig lockte, wo er jetzt zuweilen las und arbeitete
„II pranzo, signora", meldete Anita und öffnete die Tür zum 6flimmer.
,4>er y)err studiert — stören Sie ihn nicht und stellen Sie ihm den Fisch marm!*
Wirf auf zubringe, vermag. Denn so brr Matz- ftab nkbt von au'.en, w e bei dem ^inzelwett- tumtr, frnbrm von innen her an die reweisige Leistung gelegt wird, bann tommm b e tüd> t.gen, strebsamen Verein»turnwar «. Me Uebung»- sreubiglet ihrer Turnerschar und bte Mann e- falngte.' unb Abwechslung der CtotffnHI« wieder wr Geltung. Damit oder werden die wesentlichen Grundlagen für den Bestand eine# Verein» unb der tiefere ö.nn der Leibesübungen überhaupt g?pflegt unb letzten Endes auch der Mutter- boten gesthafsen, au» dem heraus sich der her- ötTragmte Gin;r.w:ttu.-ner entwickeln lann. Jin erfreuliche» Zeichen für da» Anwachsen der Spielbewegung im Dau tommt dadurch zum Ausdruck, bah nunmehr auch di« Dahl rc-n Spielwarten in den Bewirten not wend, z geworden ist. 3m ganzen ge<ef,en. scheint die Entwicklung dahin zu gehen, bah der ÜeitungS- kdrper brr Bezirke sich allmählich auSwächft; auf dem Gebiet de» VolkSturnen» liegen
>.e Dinge ebenso, unb da» diesjährige Frauen- turnen tu -i.rchhain batte mit über 3CC Z ummnnm ein'n Umfan i erreicht, wie er ntxh rwr gar nicht langer 3«it bet den Gaufesten üblich war. In der antchliestenben Hebung*- lunbe de» um-Austchutt« zu der auch M« Breiten VezirkOturnwaNe lugcwgcn und vvti- •ablij erschienen tr.iren, wurden die Arbei'»- grline für die Sezi rtsvvrtu merstunden erschlvf» fen. die brtdeit» im Laufe te» Winter» die VerNnSn'rnwarle mehrmals versammeln unb so den U<t*ung»üoff an die Turner Heranbringe * werden. Jin U«bung#p;an mit Oroffglietenr-.j unb Zeiteinteilung wurde gedruckt ben nachgevrte neten ©Mlen von dem Gcunbrriurntoar: zugr- ftrllt, ft» bah unter seinrr Leitung und Aufsicht auch im kvmmrnden Zumstchr der Gau Hessen bei seinen eignen Veranstaltung^ sowohl, wie auch bei allen Wettkämpfen über Me Gau- arenzen hinaus seine geachtet? Stellung behaupten wird, wie sie it a. durch Me großen Or-
Buntes Allerlei.
wie man ein Schiss verhastel.
Die I'orltellung ist felrfam. daß man ein Schiff verhaften ISnnte wie einen Menschen. Aber eine «olche Verhaftung kommt vor, wenn man daS Fahrzeug auch freii.ch nicht mit Handschellen fesseln unb auf die Pol zei schleppen kamt. Jedoch gibt «S auch Gefün.Tnisse für Schilfe, denn manche großen Häsen haben «in besondere- Dock, in dem verhaftete Schiffe feftgemad)! und in sicherm Dewahrfam gehalten werden bi» der Eigentümer s.« auSlcnen kann. 3m allgemeinen jedoch geht e» bei der ..Bekhafiung" e.nc.. Schifte» nicht so au. Der Poli^elbeanue kommt an Bord, weift dem xapitän fein n Verhaftung»!e?hl vvr unb nagelt da» Dofumeit an ben Mast Da» Schiff ist bann ein k? angener und darf sich nicht irrtbr d-.; < dem 5 \n fortl'egeben. 0tcd) häufiger vollc-^ht sich srcilich die Beschlagnahme eines SchsfeS durch einen Gläubig^ in der Weife, bah einfach die Vesiyerrech:« an dem Fahrzeug \o lange au» ihn übertragen werden, bi» der Schuldner feinen Verpflichtungen nach- gctommen ist. Weig.ri sich ein Kapit orbnunqcn der Polizei beamten zu gehorchen, gibt er Bvllk-ampf, um da» freie Meer zu gewinnen unb sich bem Arm des Gesetzes zu entziehen, bann kann der Beamte sofort die Hafenpolizei zu seiner Hilfe herbeiru'en. In Lngland finb solche Verhaftungen besonders häufig, denn nach englischem Gesetz hat jeder, der irgendwelche Dienste auf dem Schiff derrichtet hat, da» Recht, die Bezahlung von dem Besitzer zu fordern unb sich, fall» er nicht befriedigt wirb, direkt an daS Schiff zu halten. Wer also eine Forderung an ben iligcntümer besitzt, kann Instrumente. Sepel. Aufrüstung, gegenstände aller Art be'd.b vinai)- men, unb wenn di« Forderung groß genug ist, daS ganz« Schiss für sich in Anspruch nehmen. . 86 kommt nicht selten vor, bah ein Schiss, bas bi« ziemlich hohen BenutzungSkosten des Dock» in einem Hasen nicht bezahlt, angehalten wird, wenn eS auSsahren toitl, und nun al» Gefangener in dem Dock verbleibt. Auch wegen einer allzu großen Ladung, die bi« Vorschriften überschreitet, ober wegen Betrügereien bei der Versicherung werben Schisse verhaftet. Ein Fahrzeug, das auf hoher See irgendein Verbrechen begeht, indem e» ein andere» Schiff beschädigt, wird sofort bei der Seepvlizei gemeldet und kann überall da nach englischem GZ.ch verh >o e»
sich auf eine Entfernung von 5 Kilometer einem Hasen de» englischen Weltreiche» nähert.
Großwflbjagb mit Maschinengewehren.
Di« neuen Iagdgesetze, die jetzt in Oftafrita in Kraft getreten lind, bedrohen jeden Vimrod, der in diesem DrohwildparadieS unerlaubte Methoden der Tötung anwendet, mit schweren ©trafen. Aber aus den merkwürdigen Iagdformen, bi« unter Strafe gestellt werden, erkennt man, wie furchtbar gewiffe Vimrode in der letzten Zeit gebairft haben Ieder Groß Wildjäger in Uganda, her die Antilope, die er an brr Küste de» Virto- ria Ayanza ausgespürt hat, in da» Wisser treibt unb dann mit einem Motorboot verfolgt imb erlegt, wird mit 100 Pfund Geldstrafe oder sechs Monaten Gefängnis ober auch beiden Strafen be-
Mit einem bitteren Geschmack auf ben Sippen setzte sie sich an den Tisch. Sie fühlte, bah bie Buhne ftärter war als sie, unb baß sie in diesem Stampf unterliegen wurde
Ern zweite» Palet mit Briefen, Büchern, Zei- tungen kam aus Wien. Der Agent bot ihm eine Tournee für Ende August bis Ende September durch die großen österreichisch-böhmischen Kurorte an, der sich eine hoUandische Gastipielfahrl mit einem deutschen Ensemble anschlicßen sollte
Er erzählte es Isa lachend, als sei er frft ent- schloffen, dieses Anerbieten abzulehnen. An einem nervösen Unterton der Stimme, unb da er immer wieder auf die günstigen Bedingungen zurückkam, merkte sie seine Unentichlossenheit:
Donnerwetter — in Holland könnte ich mit der Garantie und dem Anteil ein Aermögen verdienen .. und schließlich,konnte ich es verlängern, wenn ich auf die Wiener Gage verzichte."
„Warum nimmst du es bann nicht an?" fragte sie sanft, nach einer kleinen Dause, in der er stumm, mit gerunzelter Stirn im Zimmer herumwanbrfle.
Er dsickte verwundert auf:
„Das ist doch ausgeichlosien — schon deinetwegen!"
„Auf.mich brauchst du keine Rücksicht zu nehmen, Joseph "
„Unsinn!" erwidert« er leicht erstaunt „Degen des bißchen Mammons unter en herrlichen Aufenthalt aufgeben!"
„Run, Piel Geld verdienen ist nett — Ich wünschte, ich könnte es so leicht wie du. — Uebr gens warft du noch niemals tn Holland. Dein internationaler Ruhm würde sich dadurch —*
„Tas sieht ja aus, als möchtest du mich los- werden, Madonna?" unterbrach er sie gereizt.
„Ich möchte nur nicht, daß du es später de- dauerst."
Sie wunderte sich selbst, bah sie alles so ruhig besprechen konnte, während ihr rterz blutete Als ahne er etwas davon, blickte er sie lange an unb zog sie sanft an sich, mtt einem'Suß, der fie beben machte
„Meine schöne Madonna — ich bin lehr glücklich hier. Ich werbe dem fler! morgen odschrechen. — Io — wenn du mich begleiten könntest!" ...
JZhi weist, daß das nicht gebt Ich wäre bann für bi« Theaterwelt und olles, was chr nahe steht.
legt. Betreibt er biete Art be» 3agerai mehrere Blalc. so steigt Me Deldstra>« auf 230 Pfund unb die Grtängniestrafe auf 18 Monate. D.e Verfolgung von WUb in /traftu>ivxn ist überhaupt verboten, unb damit wtrt> endlich einem beliebten .Spiel' «in Ziel gesetzt, Antilopen, Zebra». Büffel. Giraffen und ander« Ziere zu Hunderf.m nlederzun.etzefn ftold« Iagderpediiionen tn Kraftwagen, bie mit Drahtverhauen gegen jeden Angriff gesichert wurden, waren eht beliebter Sport in Uganda und zur (Jrlegung der Zlenc bediente man sich schnell feuernder Mafchinen- gewehre, die auf den, Kraftwagen eingebaut waren. Auf diese Wei^e formte solch ein .Vimrod" mit größter Bequemlichkeit unb ohne jede Gefahr eine riesige Jagdbeute nach Hause bringen, denn ba» Wild in diesen ®ebl:ten wirb durch da» Heraiinahen eine» Kraftwagen» iwch nicht beunruhigt. sondern umgibt ihn neugierig ht großem Bogen. Di« Ziere, die ba» .metallene Ahino- zerr»" anstaunen, kSnnen also der Reihe nach niebergemäht werden. Die neuen Iag^esetze verbieten auch bie Verwendung von örplolion»- geschrsien und von künstlichem Licht bei rer Jagd Manche Jäger in Hganba hatten sich mit Äugeln ausgerüstet, die wie Bomben ober Granaten explodierten, wenn sie trafen Alm ganz sicher zu geben, bedienten sie sich außerdem bei der Iagd auf Löwen, Leoparden und andere gesährüa-e Bestien bei Aacht de» Blitzlicht». Sicher geborgen auf einem Baum ober hinter einem Dickicht verbarrikadiert, warteten fir auf ihren Löwen, brannten bann ba» Blitzlicht ab. blendeten damit bie Ziere unb schossen sie ab.
Das verschluckt« stuckucksrt.
Der Kuckuck hat durch seine merftrmrbig« Gewohnheit, sich seiner 3ungen zu entledigen unb sie anderen in» Heft z i sch.eben, unter ben Vogelstrnnern eine seit lang.an behandelte Streitfrage aufgeworfen Aachdem bereit» früher durch eine Filmaufnahme feftgeftettt war. daß der Äuckuck erst ba» Di legt und e< bann blif^ schnell in ba» fremde 2lest bringt, ist jetzt von einem englischen Ormthologen eine neue überraschende Beobachtung gemacht worben. Mn bekannter Vogelkenner. Pery F. Buntxrrb. bat in der Britischen orntthologischen GeseNlchaft fchoto- graphifche Aufnahmen vorgelegt, die er am 28. Iuni um 5 Uhr 50 Min. nachmittag» gemacht hat. Sr beobachtete, wie ein Kuckuck fein Ei tn ba» Nest eine» Rotkehlchen» legte, imb zwar durch blitzschneiieS Aus,stoßen au» seinem Schnabel: er muh ba» Ei vorher verschluckt unb bann wieder von sich gegeben haben Der ganz« Vorgang vollzog sich innerhalb von 8 Sekunden, während welcher Zeil der Kuckuck, nachdem er sein Si ausgestoßen hatte, zugleich eins der Rot- kehlchen-Dier mit bem Schnabel fort nahm. Bütthard hatte sich ein Versteck hergenchtet. ba» nur 8 Fuß von bem Nest be» Rotkehlchens entfernt war. unb beobachtete von dort au» zusammen mit einem anderen Omühologen, George 3. Scholey. Man behauptet, bah der Bau be» Schnabels unb Schlund« be» Kuckuck» besonders dazu geeignet ist. seine Eier zu verschlucken und dann wieder herauSzuflohen.
nicht mehr di« Sängerin Isa Mengers, sondern nur noch bie Geliebte Joseph Lenzen»."
„Wäre da» so schlimm, kleine PhiUstertn?"
„’&enn ich dir an Ruhm und Rang ebenbürtig wäre — nein. Jetzt wurde e» mich erniedrigen und am Aufstieg hindern."
„Wie ehrgeizig meine Madonna ist! — Bah, im Grund« lohnt der Preis nicht den Einsatz. Rur die Liede ist das Leben. Und schließlich- — er lachte spöttisch — „liebt jeder im andern nur sich selbst, (fin ftranjofe nannte es: Vt^oUme » deux. — Ja, wir Menschen sind drollige Zweibeiner." ...
In den nächsten Tagen kühlte sich die Lust ab. Die Brise wehte — der Himmel bezog sich. Sie fuhren wieder, zur größten Freude Giooannis, zum Fischfang hinaus: und Lenz gab sich diesem Sport vergnügen mit einem Liier hin, als gäbe c» da draußen kein Theater und feine lockend« Welt. Jia war wieder glücklich.
Einige Tage spater, beim Morgenkaffee — Gio- rannl hatte fjerafe den „Caiarelio", das Genuaiche Blatt, das sie abonniert hatten, oon der Post im Dorfe gebracht — schrie Len; erstaunt auf: „Die Düse spielt ja in Genua?! ... Ich muß das übersehen haßen. Dollen wir für einige Tage hin- fahren?"
„34 nicht! Es werden dich die Reporter überfallen: cs werden Notizen erscheinen ... man würde uns schließlich auch hier auffpuren."
„Du konntest ja nach mir fahren — in einem anderen Hotel abfleigen "
..Rein! — Ich habe sie m Berlin gesehen Aber du kannst ja auf einige Tage htnübcrgehen. Die Abwechslung wird dir gut tun."
Und ba er widersprach, redete fle ihm eifrig «. SI? werde derweil fleißig studieren. Scysiestttch entschloß er fich.
„ober nur, well do es wünschest."
,^ch wünsch« es, west mein großer Junge mal wieder «in Vergnügen, eine kleine Zerstreuung haben muß in diesem (Einerlei."
„Run, wenn du durchaus willst! sie spiest übrigens Rollen, in denen ich si« noch nicht kenne — die Cleopatra und ein neues, modernes Drama."
Am Nachmittag fuhr er mit einem kleinen Köfferchen, das Giovanni trug, zur Station. Bon der Veranda aus winkte sie ihm mit dem Taschentuch nach. Roch einmal grüßte er mtt seinem Stroh.
folge beim Rretsf.ft in Darmstadt wiederum wetchin rrfnrwtxir geworden rst
Diese titt'fTyvgung kam brttnb.T» zum Aa»- druck bei der
^rrjammluiifl der VcrciNtzvorfitzcndcii bie am Sonntag im Las- Letb tjg!e. Ginleitend atb. 4Nr der erste Gauvertr.ter Arthur Pfeiff er (Wetzlar» de» Zage», an dem i*rr 75 Jahren zu Fleoburg an der llnftrut Friedrich Vuttrig 3abn a.'iotbm ist, der gr?fk* B?lf»- erzieher. besten babndrew nd r 3.nfluh auf Ne Ontwiiflunfl unb Pflege ber XJ<nb.**ubunacn auch toett über untere Tagt hinan» noch l-d.-nd.g fort- wirten wird Richt Ctcijerung der Ansprüche, fonbrrn Rückkehr mtt Din'achheit de» Lcben-ge- nuste» macht unsere Jugend -risch unb froh, man (oHte ihr die paar 3uu<a2i ahr - lasten unb ihr gesunde» Stesben, besicr Menschen zu werden, nach jeder Richtung tailräftig förNrra. aber man svttte sie nicht al# Dellverbes'erer zu Ausgaben und Arbeitsgebieten miiberanAuhcn. bie tfr noch fern liegen unb o<t Gegenstand lchartftrn v.'lni- schen unb Wirtschaf licher, .stampfe» der Parteien sind Unser« Iugenb soll ferner bte T. u r n I a cb c 3abn» al» e ne Angeiegenh-it b-4 gesamten Volke» im Sinne der Volksgemeinschaft erleben; trenn e» auch ersrTu'.ich tft, das, allüberall geturnt wird, so sollte doch ter Tum- hoben bi« uugenb in ireitem Ausmusi zusain - men führ en. nicht aber ein Mittel fein, um si« in get renn len Lagern zusamme.tzuhilim Tiner lebhaften Auetproche solcher unb ähnlicher Dcdan!engän<.e ah« si« der I ahn geben t ag auslöft«. folgte «ine Erörterung betrieb»- Wirtschaftlicher Fragen, die insbesondere dem r.euen Gaure lvner D Oerttl (71t?- derwöllstabt) Oe!«qet.bvlt gaben, belefircnb unb ausklärend über tk reibungslo'e stafsenführung im Verein unb Gau zu wirken Bedeutsame Kapitel bildeleir bie Beitrag - nickständ?. die Unfall- unb Haftpslich srageir, die Sondergebäude- struer für Tunchallen. bie Beftanb»nhelning tn den Vereinen zu Beginn be» neuen Iatzre». bte Bewahrung der wirtschaftlichen UnabbänfllgMt der Verein« unb über geordnet en Verbände von fremden Delkgebern, die AngliVerung von örtlichen Rachfeiern mancherlei Art an turnerische Veranstaltungen, der Schutz bei Ausfuhr ing*>- rechi» bei Theater und Mulik u. ä
Gegen 2ft<nb erst konnte der Oaurertreter die Versammlung schließen bie in Anl»«trachr ihrer reichhaltigen unb wichtiarn Besprechungen noch besser hätte beschickt sein dürfen.
Kirche und (Schule.
Dekanatsiag in Nidda.
♦ Ridda, 19. Oft Gestern fand hier Im ©aale der Kleinkinderschul«. unter Leitung von Dekan Scriba, Gfchelsdors. ter De kau at 6- tag be» Dekanat» Bibba statt Pfarrer Sandmann (Gettenau) eröffnete bie Zaaur.g durch eine Andacht. Rach Worten der Begrünung erstattete Dekan Scriba den Bericht de» Dekan at»au»fchusse» für Me Iahre 1925 unb 1926. Au» Ihm wäre zu erwähnen dis Ruhest and» Verletzung de» Pfarrer» Strack InSchzell, Me Versetzung her Pfarrer Strack von Wallernhaufen noch Pfungstadt und .storall von Dauern heim nach Reckarfleinach. 'Besetzt tourten Me Plarvri Wallernhausen mit Pfarrer Rau daselbst unb Gchyett mit Pfarrer Siebeck au» Merlau. Reue Glocken bekamen Leibhecken und Lichel-dorf, elektrische stirchenbeßeuchtung Ranstadt imb Blofeld. Der Dekanat»er;iehung»verZn verlor seinen langjährigen gewistenhasten Ge- ld>äft»fubrcT Pfarrer Baumann (Schwickartshausen). bet au» Gesundheitsrücksichten fein Amt nietet legen mutzt« Sein Rachsolgcr wurde Pfarrer Laub zu Ridda. Da^ Dc-lanat zählt in 20 Pfarreien mif 3- \ n tn JQ25 1Q22ö.
in 1926 : 20 245 evangei lch« Einwohner. Bon tet Landeskirche getrennt lebten 1926 34 Personen Au» der katholischen Kirche trat eine Person zur evangelischen Kirche über. Austritte aus bei- cvang Kirche waren 13 zu verzeichnen Der Kirchenbeluch unb Me Beteiligung am bril gc-n Abendmahl haben sich auf ter alten Hohe gehalten. Der Bericht beklagt lebhaft Me geringe Rücksichtnahme der Sportbewegung auf Me gotle»dienstlichen Zeiten, unb die Zunahme be» Wirt»hausbesuche« brr Iugendlichen, befonter«
Hut zurück — bann verschwand bas Wägelchen an einer Biegung bes Wege».
Sic setzt« sich auf bte Deranba Die Sonne strahlt« — Lammerwolkchen, Denen fle nachstarrte, zogen über ben azurblauen Himmel. Die erste Trennung — die erste Trennung! Unb er hatte lachenb von ihr Abschieb genommen — er konnte lachen. Rein, fie wollte nicht meinen. Sie griff nach einer italienischen Zeitung — aber ihre Gebanken irrten ab.
«Die erste Trennung — die erste Trennung!" ...
Sie las: „Domenica — Eleonore Düse — Antonias et Cleopatra“ — eine groß«, schwarz ringe- rahmte Anzeige. —
Die erste Trennung? — Und er lachte beim Ab- schiebnehmen. In diesem Augenblick haßte sie bos Theater — bie Düse ...
Dos Abendessen rührte sie kaum an; unb Anita hatte doch 'o im prachtvolles „pollo" gebraten — unb ..Risotto a la Milanese“.
„Warum ißt bie Signora nicht? Der Herr kommt boch in brel, vier Tagen wieder .. ."
Sie ging früh zu Bett unb schlief mit chllsc einer AbalinpastiUe «in. D" Sonne glitt schon durch die Vorhänge, als sie aufwacht« — Pochte es nicht an ihrem Zimmer, rote manchmal am frühen Morgen? Dar cr boch zurückgekeyrt^
Aber nur Giovannis Stimme fragte sie mtt leisem Schmeichelton, ob die Signora nicht zum Segeln unb Fischen mit hinaus fahren walle. Sie lehnte ab. Auch im Boot wäre er unsichtbar mtt- gefahren.
Wie leer bas Haus war — wie leer! vom Garten, wo sie sich zu schaffen machte, hörte ske Anita ein italienisches Liedchen trällern.
Sie wollte auch singen. Ihre Kunst, die fie so lange vernachlässigt, würde sie oon allen Gedanken ablenken. Sie übte leite Skalen und Läufe, bann ichlug fie eine ihrer Opernpartien auf: aber bie Stimme klang dumpf unb matt. Sie fühlte (Sr- mÜbung in der stehle . . Auch ein beutfches Buch, ein Rovellendand eines bekannten Autors, lenkte fie nicht ab, machte sie noch trauriger: eine Jugendliebe — 5»ei junge Leute, die die BerhSltniste au* einander brachten. Und fie brach pldtzsich te Tränen aus, bie ihr Erleichterung schafften.
(Fortsetzung folgt)


