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Nr. 91 Zweiter Biart

Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)

Mittwoch, 20. April 192t

3 Pierpont Morgan.

Gedenkbiatt zu feinen 93. ®<6urt«4age Don Vrofr«er Dr Suam Dolde

C2U*»rud »ertöten <

Ceti jeher bringt fr.e 0<f1erthd>led de« dürften im TUv<b< ves 'BtrtlcbcftAldxni ein briortbere* 3 nie re« le entgegen denn jrter machte erfahren wie hohen fiel gemachr um hrrn gewoIngen Retü m au erocrten. und w^ Der- teerten sie iftnf Saft ausnahmslos !rnd bi» Lebensgrich ch: ' bider Männer ebenso angehend wie vvrtüdl.ch denn Ne Haden mr.ften» von her au« gebt ent unb ihren Aufstieg in ber be- fcheidensten Lebenslage begonnen: Rnckesetter. Harriman. ®oulb. Dandertilt. ttameg.e, Obtlon. Dux John Pierpont Morgan, der au Ottern neunzig Jahre alt würbe, entflammte bereits einer reichert, angesehenen Familie, b.e sich leit Jahrzehnten an allen hdlurellen unb philan- thrvpilchen Dettrrtungen im Staate Connecticut beteiligte

Morgan» Vorfahren hatten lich 163o im Staate Mofsachufetts nlebergelaNen. Sein Grvsi- Vater. 3 0 I c p h Morgan, war unter Washing­ton Soldat getevkn und hatte sich nach ber lln« abb&ngigleit»erllunmg ui dem damaligen Dorfe Hartsorb - ber heutigen Hauptstadt des Staates Öiaifcticut angdtebdl. Hier betrieb er ein «bebitionsaefchält das ihn au etnem wohl- habenden Manne machte Als die Anlage einer Silenbahn feine O.ntünfte au schmälern dwhte. errichtete er In Hartford em Hotel, bas Ctth» Hotel, unb betriligie sich an einer großen Der- sicherungsg.'eUlchait Mit bem von Joseph Mor- yn ererbten Vermögen konnte bellen Sohn uni ul Spencer Morgan (1813 1890). ein Bankhaus e recht en. das um 1840 in mqfte ®e- M)äh»!>crbtnbung zu der Firma George Peabody in London trat

Inzwischen hatte sich 3. S. Morgan mit einer Vastortrchtcr tK-rmättU. Der aus bider flbe her- vorgegangene Sohn 3ohn Pierpont verlebte die ersten 3ugenbiabrc in Hartford Als die Familie nach Boston übediebelte. brxcg ber Knabe die dortige Englische Hochschule. Dach der Ab- fchluttprulung (1853) hielt er sich seines un- günfttflcn Gefundheitszuftandes teeren - ein Jahr lang Tn Fayal sAzoren), ein teeiteres 3ahr in 3let>et) (Schweiz' auf. um bann zwei Jahre lang an ber Universität ® öttinae n Vorlesungen au hören Die Erinnerung an die fröhliche Stu­dentenzeit in Göttingen war ihm zeitlebens fo angenehm, bafi er sich spöter öfter das Ver­gnügen bereitete, seine ehemaligen Kommilitonen nach Amerika einzuladen unb gastlich bei sich aufzunehmen Auch ber Erfolg seines Studiums war erfreulich, legte ihm boch sein Mathematik- Professor nahe, sich an ber Göttinger Universität als Privalktezcnt zu habilitieren!

Allein die akademische Laufbahn war nicht nach feinem Gefchmack. um fo weniger, als bie Srabitlonen feines Hauses sein Eintreten und erblciben im väterlichen Berus erforbertm. Privates Studium volkswirtschaftlicher und Han- delspelitifcher Art. vor allem aber praktische Tätigkeit bei ber Firma Duncan. Sherman 8 So.. Vcuyork. lieferten ihm bas hierzu notwendige Aüttzeug. Mit 23 Jahren war er bereits Ver­treter ber Finna George Peabody 8 Co., London. 1864 Mitglied der jleunorfer Firma Dabnev. Morgan 8 Eo.. später Dretel. Morgan L So., der auch sein Vater als Teilhaber angehörte. Aach bellen Ausscheiden und nach dem Tode des älteren Shefs wurde Pierpont der alleinige 3n- Haber ber Firma, die er nunmehr in .3 P Morgan' umtaufte. Aebenbei blieb er Aufsichtsrat der Londoner Firma 3. S. Morgan unb Teil­haber bei Drercl 8 So. in Philadelphia.

Wahrend der Vater da» Londoner Hau» leitete, schritt Pierpont in Neuyork von ttrfolg zu Erfolg. Die Bereinigten Staaten wurden Ende der siebziger Jahre mit einem Retz von Eisenbahnen umzogen, deren Besitzer, Privatleute au» ihrem Unternehmen die grötztmögltchsten Vorteile au erzielen suchten. Pierpont Morgan billigte den Staatsbürgern, al» den werterjeugenben Faktoren, da» Recht auf unbedingte Kontrolle der öffentlichen Verkehrsmittel und Betriebe zu ein bi» babin unerhörtes Beginnen! vermöge feine» riesigen Be- jitze» an Aktien der betreffenden EisenbahngcieU- schalten sicherte er sich einen bestimmenden tfmfluh

auf die Grichättssützrung der Reayorker Central-, sowie bee .

leitete er bie Sanierung von ®eu J denen

ach drohte Ai, .

Lahre U$78 eine ungeheure Hnletbe 2umahm be- I Morgan an bc--

oorragendem Motze Sei allen seinen von einem starken Willen and zielbewutzter Unternehmung»-

kam e» ihm keineswei !» in erster Vinte daraus an. grotze Summen ;u verdienen, sondern sich Rüh­rung unb Einftutz zu sichern, um den Aktionären eine mehr oder minder bleibende imd gesicherte Nückpabe de» von ihnen investierten Kapual» zu gewährleisten.

3m 3ahre 1901 organistertc Morgan den amerilanifchen S t a h ! t r u ft . dem sich Carnegie unb andere bereits bestehende Konzerne an* schloffen Den Wert der von den konkurrierenden Firmen eingelegten Kapitalien schätzte hte Orif ent- lichkeit um ein Drittcl höher ein als diese tat­sächlich betrugen, so bafi die Beteiligung durch den Ankauf von Aktien als Entnahme eines .Diskonts auf die Zukunft" galt! 3n demselben 3ahre brachte Morgan die englische Kriegsanleihe (50 Millionen Dollars) in Amerika unter, tm Jahre 1924 bie gesamte japanische Gewitz. dieser ebenso belonner.e wie geschickte Börsenmagnat erlebte gelegeiulich auch Rückschläge, so als er 1903 seine Kräfte unb 60 Millionen Dollars für ben Zusammenschluß bet gesamter, trans­atlantischen Schisfahrtslinien einsetzte. Die ge­plante Vertrustung siel freilich mit einer schweren wirtschaftlichen Krifis in Amerika zufammen Da­gegen zeitigte der 3u!ammenf<b:uh der gesamten amerikanischen Zabrikatton landwirtschaftlicher Maschinen einen glänzenden Erfolg.

Minder glückliche Kollegen und böswillige Beider verdächtigten diesen zwar kalt rechnenden, aber im Grunde seines Herzen» unladefhaft red­lichen. gütigen FinanVönig er suche ben gesamten öcibmaril mongolisch zu beherrschen und ge- denle sich an die Spitze eines Dankentrusts zu stellen. Da erklärte er. man könne zwar das Veriehrswelen vertrusten, aber niemals da» Geld oder den Kredit' wenn er,auch den Zusammen- schlatz und Intercsscnverba'nd zu sördern luche. Io sei er dennoch niemals ein Gegner des Irrten Wettbewerbs

Wie die amerikanischen Milliardäre ihren Reichtum ausnahmslos der Allgemeinheit nutzbar machen, so rief auch Pierpont Morgan eine Un­zahl wohltätiger unb kultureller Stiftungen ins n. Sein Vater hatte einst d.

Hartford gegründet, bas Trinity College unb das gen bedacht unb bas Metropolitan Kunst- mufeum mit kostbaren Gemälden ausgestattel. Pierpont. der Lohn, machte den Krankenhäufem. Kirchen, der Handelsschule zu Aeuyork sowie der Vale-älniversität ansehnliche Zuwendungen Aoch größer aber finb bie Wohltaten, die er in der Stille austeilte Daß er eine Million Dollars ohne irgendwelche andere Sicherheit als auf Grund festen Vertrauens auf die Ehrenhaftig­keit des Entleihers verborgte, war keine Sellen- heil! Seine Bildergalerie, die er mit QHc.fter- werken der italienischen, holländischen, spanischen unb beutfchen Maler au6ftattete. machte er jedem Zdunftbeslifsenen zugänglich Dagegen entzog er hinabdn, feine Handfchrckten- unb Tafenanim- lung ben Blicken Reugieriger

Aus seiner letzten Ouropareife. welcher fein am 31. März 1913 in Rom erfolgter Tob ein vor­zeitiges Ende bereitete, liest er einen Bries Martin Luthers durch einen Agenten erwerben, der ihm für das Autograph 100 003 Mark abnahm (tatsächlicher Wert 5003 Mark). Morgan schenkte diesen Bries dem deutschen Kaiser, mit dem er bei den Segelregatten während der Kieler Woche wiederholt gufammentraf; Wilhelm II. stiftete ihn dem Dom zu Werirturg. Morgan war ein be- Sh ft er ter Freund be» Segelns. Jahrelang war er ommodvre be» berühmten Reuyvrker Iacht- flub» er liest sich selber ein paar Damps- unb Segeijachten bauen, beten eine, bie .Columbia", bei einer anglo-amerikanifchen Wettfahrt den Amerrkapokal gewann.

Obwohl kcins der Wohltätigleitsinstitute. bie Pierpont Morgan ins Leben rief, feinen Ramen trägt, fo hat doch keiner feiner gleichfalls mit Milliarden gefegneten Landsleute lich einer fo

Märtyrer der Liebe.

Boman von 3. Schneide'-Förstl.

62 Fonsetzung Nachdruck verboten

Ich wollte aber doch zu Han» Jörg, da» heitzt xu Doktor Hilbertt." sagte sie ärgerlich, al» er zu ihr in ben Wagen stieg.

.Komm ein andermal. Du hast alle Tage Zeit. Er kann so viel Besuch noch nicht brauchen. Deine Blumen gebe ich ab. Du brmgst ihm ein andermal wieder welche."

Sie rückte kooffchuttclnd etwa» von ihm weg. Da» hätten sie beide für ein Ehepaar abgegeben. Sie wurden immer unb ewig aneinander zu kniieln gehabt haben, f.eine» hätte seine Ansicht oufgegeben. Gut wäre da» nicht abgelaufcn. Da» wurde Trüm­mer gegeben haben . . Unb doch, sie mutzte ibn immer wieder liebhaben. Obwohl sich schon lange kein Begehren mehr in ihre Liebe mengte

Glaubst du. datz deine Frau etroa> dagegen bat. wenn ich dich küsie?" fragte sie unvermittelt.

Er sah sie oerblum an.Nella. Kella, führe mutz nicht in 2,'er'uchung. Du hättest für die Coa getaugt.

Ehe sie sich'» versah, hatte er beide riönde um ihr Gesicht gelegt und sie ein paaromal ans die widerstrebenden Lippen gekützt.

..Befriedigt.' - - .'richt'' - macht, er er­staunt. ..Genugsam itn Küsten bist du nie gerne en.

.Lch habe doch nicht gesagt, datz du mich k>men foDfT. herrschte sie ihn zornig an.

Tann habe ich dich fc.bd) veritanden.

Ach du--" meinte sie ach'elzuckend.

Trotzdem gingen sie ein:: »<6T'.3 den idimakn Kiesweg 3um DVktorhauje bmaut Elisabeth batte den Dogen vor dem Tor halten gehört unb fern ihnen entgegen. Nicht mehr eilig ro-c trüber cber ein seliges, verträumtes Lächeln um den Mund. Nella setzte sich ohne Z.eren mit an ben ^ruhttucks- tisch und erzählle von ihrer Reife, wo sie gewesen seien-- _

3»ei Tage am Achemee und eine etunbe au dem Gotthard und eine halbe Woche in Norwegen^ spottete Weidmann. .Lange hältst du e» an einem Plane nie aus."

Hanna vergatz adzujerotcren. sie horch.e belustigt auf dar Darigeiccht. das zwischen Neichmann unb

der blonden yrau hin und her blitzte. Nella gab die )')iebe kunstgerecht zurück. Al» Neichmann srug. ob er ihren Nrieroewagen haben könne, bi» der seine von der Reparatur zurück sei. verneinte sie ganz entschieden. Da, er denn dachte. Lolch ein unhöf­licher Mensch, wie er wäre. Sie erzählte, wie lange er sie im Krankenhause habe warten lassen, und den Empfang, den er ihr bereit« habe.Und bann will er meinen Wagen", schlotz sie.Wohl zur Beloh­nung."

Reichmann lerne seine Tasse und beugte sich zu seiner ^rau hinüber.Slisabelh würdest du er­lauben datz b:e Nella mich kützt?"

Genvitz'" E» kam ohne jede» Uebertegen. Mit aller Liebe gesprochen.

..Na also--* (fr stand auf unb trat neben

den stubl der Iugendgeliebten. ..Du tzast gehört! Also bitte, küsse mich, unb bann leihe mir deinen Wagen."

eie iah ihn schweigend an. . Du bist ein guter Mensch aber beme ^rau ist noch bester. Du taruift über Chauffeur und Blagen verfügen, solange du sie brauchst."

Lchon eine Ltunde später traf beide» an. Die gnäbiqe Frau habe befohlen, datz er bleibe, solange der Herr oanitätsra: keinen Criatz habe", meldete der junge Wann. Neichmann wühle, datz er ein zu- verlässiger Fahrer war. Cr war Nella von Herzen dankbar. Sie batte d?ch ein gute» Herz, unb der innerste 9cm ihres We'ens war edel. Sr brauchte nicht zu bereuen, sie einmal geliebt zu haben.

Für mer Uhr nachmittags hatte er Hans Jörg den Besuch Elisabeths gemeldet. Sw sollte nicht lange bleiben, trug er aur. ehe er feine Besuche bei ben Patienten der Stadt anlrat. Hans Jörg fühlte sich ipjr wohl, aber das Sprechen fei immer noch eine Anstrengung für ihn.

eie versprach alles wenn sie ihn nur sehen dürste Diese acht Tage, die er mm im Krankenhause lag, ia nahe und doch nicht erreidjbc. hatten ihre Schniuch: nach ihm ins sieberhasie ceüeigert. Sic konnte ihre Erregung nicht mehr verbergen. Aber Neichmann hatte keine Zeil, es $u sehen

.Linder einer Mutter waren sie' Es vergmg ke-.ne Nacht, datz sie nicht ftunbenlara mit wachen Augen lag und nur immer die'es em 7 dachte Km der ein unb derselben Mutter, unb daher tarn aud) der Gleichllang ihrer Seelen unb datz sie sich stets

allgemeinen Anerkennung, ja Bewunderung rr- Irrat. wie Morgan Mit Recht kennzeichn.cie ihn die Harvart-^mveriität bei der Urtervrichung des »uristi'chen Ehrrndoktortiploens als ben .auf bas Wohl der Aligemetnhctt dedachsen Bürger Schirmherrn von Literatur unb Kunst unb Fürsten in Reiche der Welkte,rifchall der burt feine Gefchicklichke,! Weisheit unb Enttchlvf'enhe.t in Zeiten wtrtfchaftllcher Bedrängnis |te-nmal eine nationale Defahr unb Finanzkriie überoanb*.

Vogelschutz

im Frühling und Sommer.

.Gedenket der hungernden Vögel im Winter". I» kann man bet einbrechendem Winter überall lesen 3n weiten Kreisen der Bevölkerung ift deshalb auch bie irrige Ansicht verbreitet, dast man seiner Pssich, gegenüber den befiederten Freunden der Menschheit Genüge getan hätte, wenn man ihnen Im Winter ab unb zu etwas Futter hinltreute. Dem Ift durchaus nicht so. iperude in ben warmen 3ahre» .eiten bietet sich reichlich Gelegenheit, die Verbrettung unb Ver­mehrung der Vc-gel. insbesondere der nützlichen Singvögel, zu sördern unb sie vor Nachstellungen aller Art zu schühen.

Eine der wichrigtten Fragen des Vogellchutzes unb geradezu eine Lebensfrage für unsere be­fiederten Sänger ift die Schaffung reichlicher R i st g e I e g e nfte i t en. 3n der heutigen Zeit macht sich in mancher Hinsicht eine öde Gleich­macherei bemerkbar, bie satt alle Rücksichten, ganz besonders die aus die Singvögel, außer acht faßt. Wir denken dabei besonders an die Feld­bereinigungen. Es sind Fälle genug bekannt, wo in manchen Gemarkungen sämtliche Hecken, die bekanntlich Lieblingsausenthalte der Singvögel sind, schonungslos beseitigt wurden. Die Folgen stellten sich halb ein. D'.e nützlichen 3nsektenvcr- lilger verschwanden, und die Folge tear. datz gar mancher ObftZüchter nicht mehr Herr über die lästigen Obftbaumfdnbc wurde Wie ganz anders ift es in Gegenden mit reichlich Hecken und Gebüsch! Welch' ein Vergnügen ist cd für den Haturlreunb, im Mai, trenn alles grünt und blüht, durch bie heckenreiche Landschaft zu wandern und dem vieltaufendftimmigen Gesang der befiederten Sänger zu lauschen! Gebe Stille herrscht dagegen in den vvgelarmen Gebieten. Insektenplagen treten deshalb auch in einer vogelreichen Gegend nicht auf. Schon längs! hat men erkannt, datz ein lohnender Obstbau ohne Unterstützung durch die Singvögel unmöglich ist. Man hat deshalb in Gegenden, wo es an natür­lichen Ri st platzen fehlt, VogelfchuhgehSkze angelegt. Als solche sind auch die Gebüsche unb niedrigen Gehölze in ben Parks unb Gärten her Städte aiizufehen. In dieser Hinsicht mühte aber noch weit mehr geschehen. Und das ist nur der Fall, wenn Landwirtschaft. Obft- und Garten­bau weit mehr als seither für den Vogelschutz interessiert werden. Der Forstmann hat schon längst die Bedeutung der Singvögel für den Wald erkannt Sr wäre ohne ihre Mithilfe macht­los im Kampf gegen die gefährlichen Wald- vcrderver. Durch Aufhängen von Ristkäften. durch weitgehende Schonung unb Pflege unterstützt und fördert er die Singvögel in seinem Revier

Sin weiteres Kapitel ift der Schutz der hei­mischen Dogelwelt insbesondere der Singvögel vor Rachstellungen aller Art. Der gc- sährlichste Feind der desiederten Sänger ist die Hauskatze. Welches Unbeil wird gerade im Frühling durch diese gesährliche Räuberin an der Vogel brüt angerichtet! Wildernde Katzen sireisen in Feld und Wald umher, nicht etwa um Maule zu fangen, sondern nur Jagd zu machen aus alle Arten von Vögeln Es ift deshalb die Pslicht der Jäger, jede wildernde Katze scho­nungslos abzuschietzen Dadurch leisten sie dem

. y wertvolle Dienste. Alle Be'itzer von Hauskatzen mögen, wenn sie ein klein wenig Interesse an der Erhaltung der heimischen Dvael- well haben, etwa» acht auf ihre Katzen haben unb solche, die sich nur dem Vogelfänge widme», töten, ehe sie grotzen Schaden anrichten. Andere Feinde der Singvögel, wie Sperber, Habicht u. a. m. müssen durch Abschiehcn in mätzigen Grenzen gehalten werden, ohne jedoch der Aus­rottung anbeimAufaUcii, was natürlich den Be­strebungen dos Vogelschutzes zuwiderliefe.

zueinander hingezogen fühlten, datz sie sogar da» gleiche dachten, datz sie beide ba»felbe Fuhlen und Wollen an den Tag legten. Sie fühlte, datz nicht» Hätzliche» in ihr aufkeimte gegen bie Frau, die an ihm Mutterstelle vertreten hatte. Sie hatte ihn ge­bebt. verwöhnt, umsorgt, sonnig und froh, alle» Glücke» voll war seine Jugend gewesen.

E» dünkte sie nut einem Male doch unsagbar schwer, datz sie nicht beide Arme um ihn legen, ihn kusten durste, datz er eine Fremde in ihr sah wie bisher nicht wutzte. datz das gleiche Blut in ihren Adern lief wie in den feinen

Aber sie wollte alles so halten, wie sie es der allen Dame versprochen hatte. Ihr Leben war auch so reich genug auch wenn dieser Teil de» Glucke» noch darin fehlte, Frau Hilde Nts Da fein aber wurde ohne alle Sonne werden, wenn Han» Jorg sich nicht mehr al» ihr Äinb suhlte.

Hilbertt schlief, al» sie bei ihm ein trat. Sie war in ihrer (Erregung ein halbe Stunde zu früh gekom­men. Die alle Tarne, sagte man ihr, fei für einige Augenblicke in ben (Harten gegangen.

War da» ein Grichenk be» Himmels' Diese Mi­nuten be» Alleinsein» mit dem schlafenden Bruder. Sie beugte sich über ihn, immer näher senkte sich ihr Gesicht auf ba» seine. Nun war ihrer beider Stern nur noch einer. Ihre Wange streifte seine blatte, fühle. Und nun legte sich ihr Mund wie ein Hauch auf Hilbertt» Lippen Blieb daraus liegen, weil er fern Glied bewegte, keine Muskel rührte

(fr hatte erst geglaubt, es sei die Mutter, al» die Türe sich so lene öffnete und jemand sich über ihn neigte, (fr wutzte, wie selig sie war. wenn er sich gehtnb schlief. Ader an dem stufte fühlte er. datz es nicht die Mutter fein konnte, datz die Liebkosung von (Eliiabetb kam (Fr durfte um keinen Prei» der Welt die äugen oftnen Sie würde vergehen vor Scham. Und sie wurde nie wieder unbefangen (ein können ihm gegenüber.

Dann fühlte er seine Hände von einer r*rn- den gritreidxl:. und an eine weiche, warme Wange gepreht. Und wieder diese» Lippenpaar, das sich darau'drückte.

Hatte sie io ''ehr um 'ein Leden gebangt, datz sie dies nun alle» tat. im Uebermatz der Freude, datz rr gerettet war *

Er hatte d r Äugen noch immer oeichloftrn und fühlte doch, wie sie. ohne feine Hände loszulaffen.

Schl.mme Feinde unterer«l können mit- unter uch «nbeautttchttgt herumstreifende Kin­der werden Die Sucht. Vvgclgefter auszu­heben ist unter ihnen seit i*rtreitet Man teilte es nicht für !iögltch halten datz dieses liebt! nvch von Erwachlcncn geduldet oder gar unterstütz: tetr.* Ader es ist leibet fr Gewöhnlich Wirt mit Spatzennestern begonnen. Welche Freude bereitet es den dösen Buden wenn sie ein solches Rest auiacplünbert haben unb bk nackten kleinen 1 *>. zu Tode gequält oder aufs Pflaster geteerten bähen! Dutten nicht diele garft.gcii Itcrguäkr dermaleinst auch Menschen- auäler werden! Gar mancher Lehrer kann ein Liebchen über die Zerstörung von Vogel­nestern durch Kinder Hngru Richt oft genug Rinn deshalb unere Jugend durch ihre Lehrer unb Erzieher davor gewarnt teerten, sich an Doge nestern zu vergreifen Ganz einerlei ift es ob e» sich habet um nützliche oder um schädliche Vögel handelt, denn her jugendliche Vogelletnd weist keinen Unter!4) eb zwischen .nütz­lich- urhIchädlich" zu machen

R^cht minder erbeblich ift der Schaben, ber durch W affen aller 3 r t brionber» Flohen« Tefchtngs. Luftgewehre usw In ber Hand Jugendlicher an unteren Vögeln angerichßet trirh Wahllos wird aus alle Sorten von Vögeln Ivsgeknallt. Abgesehen von dem Unheil, das durch den Mitzbrauch der Waffen In ber Hand von Kindern angcncbiet wird, ist es ein Ver­brechen an unterer Vvgelwclt. derariige Spiele- rnen nur 5um Zeitvertreib zu dulden

Eine Unsitte, Me ebenfalls beträchtliche,' Schaben tut, ist da» Eiersammeln Wenn cs zu wiflenschaftlichen Zwecken gefch'.eht, so ist wohl nichts dagegen einzuteenden. Aus blätter Sammelwut betrieben, ift das dinlammcln von Vogeleicrn aber zu verurteilen. Hier sei beson­ders an den Ribto erinnert, der infolge ber flachstellungen nach Ktbitzeiern auf dem Aus­sterbeetat steht

In manchen Gegenden wird der Vogel­sang noch lebhaft betrieben. Das ist schon aus Gründen des Tierfchutzes zu verurteilen, denn teiericl Roheit unb Tierquälerei Halen b.e armen Singvögel dabei auszuhallen Da Dogelschutz- gcletz von 1908 verbietet zudem jede An des Fangens von Döaeln nrit Leim, mit Schlingen, mit Reven. Fallkäsigen. Schlag- und Zugnetzen. sowie das Abfchietzen bei Rächt

Soll untere Vogelwell erhalten unb die Ver­breitung ber nütz ichen S'-ngve-cl gefördert, sol­len selten gewordene Vögel vor dem Ausfterben bewahrt werden, bann müllen bie weitesten Greife unsere- Volkes für ben Schuh unserer Vögel interessiert werden Tier- unb Vvgelschuhverrine haben in dieser Hinsicht schon wahrhaft Gutes und Schönes geleistet. Sine dankenswerte Ausgabe wäre es besonders für alle Arten von Schulen, für Volksbildung-- Obst- Gartenbau- und andere Vereine, alle Kräste zum Schutze der Vogelwelt auf ben Plan zu rufen!

Rundfunk-Programm.

Donnerstag. 21 April.

1.30 bis 2.30 Uhr Ucbcriragung von Kassel. Wlltagskonzert ber Kasseler Hauskapelle: Sere­naden und Barcarolen. 4.30 bis 5 45: Konzert des ^Hausorchefters Reue Operetten. 5 45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.45 bis 7 15: .Da« Sechs- tagewcrk der LchLpsung", Vortrag von P. Wtlh. Bönncr S 3. 7.15 bis 7 45 .Ucber da» Tragische^. Vortrag von Pros. Dr. Ma» Defsoir-Verlin. 8.15 dis 9.15: ilebertraflung von Kassel: Elfe Hessen- auer spricht aus modernen Dichtungen unter Mitwirkung des Äammcrtnoe vom Staatsthcater Kassel 9.15 bis 10.15: Klassische Anei, An- schliesiend bis 12.30: Tan.zprogramm.

Die Beste!

cor bem Bette m bie Knie sank. Unb bann etwa» Feuchte». Stühle», ba» über seine Finger riefelte.

Da schlug er bie Augen auf unb |ap gerade Elisabeths bunllcn Kops an feiner Decke liegen unb 1»atz cm lautlole» Schluchzen sie schüttelte.

Elisabeth--liebe Elisabeth."

Sie fuhr empor. Da» ganze Gesicht von Tranen überströmt. Suchte nach Worten unb fanb keine, al» mir den Namen: .»an» Jörg--Han» Sorg."

Nicht wahr, man mutz Mitteib haben mit mir", hals er ihr über ihr tödliches Seriegenfein hinweg. . tseorg hat mich zufammengestückett wie eine Gür turpuppe. Aber e» funktioniert alle» tabeUo» (fr hob beide Arme mic zur Tobe unb zog ihre Hände mit hinauf unb bann an seine LippenHaben Sie Dank. Elisabeth - tausendfachen Dank."

Sie erschrak, (fr sollte noch nicht Diel sprechen, hatte ihr Mann getagt, unb nun hatte er Immer ge­redet

..Nicht mehr, Han» Jorg nicht mehr," beide Hande drückte sie gegen semen Mund. ..Georg hat verboten, datz du--datz Sie so otef sprechen."

Er nickte unb »atz, w,e sie nach dem Tische ging unb eine Fülle roter Kosen in die Bose steckte, die sie von bem kleinen Waschü ch genommen hatte.

nn trafen sich ihre Blicke wieder. Aber in denen (Ehiafcetb» war keine Verlegenheit mehr, nur un verhohlene Zuneigung. Sie ging wieder nach feinem Bet', und ftreitle ihm bie Decke glatt, hob seinen Kops etn>3» und richtete bie Kissen bequem. Ob e» so gut fei? Er burite nutzt sprechen, nur nickten.

Frau Hilden mar eritount, als sie vom Garten fterauffam unb E 'sadeltz ihrem Han» oorlefend traf. Hiicertt froa^ sich Woher kommt ba»? Mutter ift sonst beinahe verschlossen gegen Fremde, unb er konnte sich nie erinnern, datz sie eine Freundin be- <eflen rber ihre Lieb« rasch verschenkt hatte Unb nun kützte sie Elisabeth aui bie Augen unb auf ®jnb urb Langen und hiell deren Gesicht eine Weile zwi'chea chren schnürten Händen. Unb bie bei- den nannten sich Du. Seine stolze Mutter unb bie schüchterne, bescheidene Elisabeth. Mein Sind unb Mi."er Hilber!: hörte er fayen. los konnte nur ein >o fe n'uhsiges Le'en wir (slifsbeth Neichmann zu­wege bringen.

(Fortsetzung folgt.)