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de-Kreife«Vübtngenvo«ri Mai 1927 in Sachen: Entschädigun g für an 3 euchen gefall enc XI «re; hter: Antrag des Georg Kröll M »u Heegheim. Dir Seuche war cm 19. Mir, 1927. 1.45 Uhr nachm^tta^. b« der Bürgermeisterei anoemeldet worden; da« A.nd verendete am 20. Mär, 1927. oormttlag- 830 Uhr. Da es innerhalb 24 Stunden nach brand' bung der Seuche eingegangen war. lehrtte der Minister de« Innern die Entschädigung ab. Hier­gegen versolgle Kröll Klage an den Kreisaus- schuh mit dem Antrag auf Gewährung der Ont- schädigung. Der Kreisauskchuß de« Kve.se« Vu- dingen sprach ihm für ein an Maul-und Klaue,., scuch« verendetes Aind ölt gesetzliche Entschädi­gung zu. Gegen diese« Urtell verfolgte der Mi­nister de« Innern Berufung. Da« BerusungS- gericht gab der Derufuna statt, hob da« erstin­stanzliche Urteil auf und wie« den GntschLdr- gungsanspruch ab. Mit den Kosten des Der- fahren« wurde der Kläger und Berufungsbe­klagte bei'stet.

Klag, de« Be- irkssörsorgeverband« der Staut Giehtn gegen den Bezirks- fürsorgeverband de« KreiseS Schot­ten wegen Ersatzes von Unterstühungskoslen für Milli Knauh au« Gehen. Der Klage wurde inso­weit stattgegeben, al« der Beklagt« verurteilt wurde 1. dem Kläger 1639.61 W. Pflegekosten zu erstatten und 2. das Kind Milli Knauh in eigene Fürsorge zu nehmen. Der Anspruch des Klägers aus Zahlung eines Zuschlages von 2? Prozent des gesamten Aufwands zur Deckung der erhöhten Derwaltungskosten wurde zurück- gewiesen. Die Kosten des Derfährens hat m.t vierfünftel der DeNagte und mit einfunftd der Kläger zu tragen.

Oberhessen,

tnnblreie «letzen

X ft 111 n ß I n b e n, 18. Oft. Die Renovie - rungearbelten in unserer Kirche sind jetzt so­weit vorgeschritten, baß die feierliche Einweihung am Sonntag, 30. Oktober, stattjinben wirb. Seit langen Jahren findet an diesem Sonntage dos alljährliche Kirchweihfest statt. Die Obst- unb Rar- toffelcrnte ist hier zum grüßten Teil geborgen. Die Preise betragen für Aepfel 8 bis 10 Mark für den Zentner, bei Kartoffeln (Industrie") bewegt sich ber Preis zwischen 4 unb 4,80 Mark für ben Zentner frei Keller.

X Allenbors (Lahn). 18. DM. Durch weit blickenbe Einwohner würben in früheren Jahren durchweg viele edle Sorten Ob ft In hiesiger Gemarkung angepflanzt, die den Grundstücksbesitzern eine ansehnliche Einnahme bringen. Soweit ber Ab­satz nicht am Platze erfolgt, werben die Aepfel auf dem Bahnhof nach dem Sieg- unb Ruhrgebiet oer- fruchtet. Seither wurden bei ber Lieferung an ben Eilenbahnwagen gezahlt: für gewöhnliche Sorten s 'Ulf., mittlere Sorten 9 Mk., für Tafelobst 10 Mk. für ben Zentner. In letzter Zeit wird von auswär­tigen Händlern für gute« Tafelobst 14 Mark für ben Zentner geboten, wobei allerdings handels­übliche Verpackung In Körbe unb Kisten einschließlich Transport zum Bahnhof einbegriffen Ist.

Bg. Grvhen-Buseck. 18. Oft. Einet» empfindlichen Verlust erlitt ein hiesiaer Gastwirt. Beim Verladen von Obst am Bahnhof mürbe sein Pferd von dem eines anderen FuhrwrriS so heftig gegen den Oberl chenkel eine« DorderbnneS geschlagen, daß cS beim Abführen nach einer kurzen Strecke zusam- menbrach. Aach Besichtigung durch einen Xkrunt wurde das offenbar große Schmerzen auShalleirde Tier an Ort und Stelle ge­schlachtet. Der Besitzer de« Pferdes ist nicht versichert, doch dürfte der Schaden durch die Hostpsii chtvers i eßeruna deS anderen Pferbe» vesitzers gedeckt werden.

st- Hungen. 18. Oft. Der hiesige Turn­verein (D. T.) veranstaltete sein diesjähriges Abturnen in der Turnhalle und auf dem neuen Marktplatz. GS wurden recht beachtens­werte Leistungen sowohl im Geräte-, als auch im volkstümlichen Turnen geboten, die beweisen, biß die Leitung deS Vereins in guten fänden ist Da« Ergebnis war folgendes: Aktiv: Wanderpreis Kurt Katz 168 Pmrkte: Paul Aeuter 158 P. 1. Pr.: Wilhelm Brandeichurger 2. Pr.: Wilhelm Hofmann 3. Pr. Iugend- turner: Heinrich Schlößinger 186 P. 1. Pr.: Wilhelm Gerhard 2 Pr.: Kari Lutz 3. Pr. Schüler: Karl Schäfer 106 P. 1. Pr.: Grnft

Wokf 2. Pr : Sri- Emmerich 3. Pr.: Ernst Hof- mann 4. Pr.. Heinz Hömmg 5. Pr. T u r ne - rinnen. Mar.^ervreis Marte Liese 181 P., Leni Schmidt 178 P. 1. Pr.. Sessc OppeTchemter und 21nneliefe Dirlamm 2 Pr.: Mw Schaler 3. Pr. iurne c innen »Un ter Uufe: Arma Schmalz 145 P. 1. Pr.: Margrct ®eren£xrt 2. Pr.: Slfe Schneider 3. Pr. Schülerinnen: Lotte Schäfer »3 P 1 Pr.: ßicfet Schäfer 2. Pr : Gertrud Aieger 3. Pr Vier kämpf der Aktiven: Cieger Kurt Katz 27 Punkte Vierkampf der Turnerinnen: ctegerm Oeni Schmidt und Sessi Oppcnfcimer 56 P. Sieger im 200-Met e r - We t t la u s war Kari Brose, der dazu 26» , Sekunden brauchte.

T Obbornhofen, 18. O.t Auf der Bahnstation Obbornhosen-DellerSheim herrscht gegenwärtig ein außerordentlich reger Derkehr, wie er noch niemals seit Bestehen der Bahnlinie Hunger. Frietberg zu finden war. 3nnerßärb der letzten drei Wochen wurden 50 Bahnwa gen Obst oerlaren. la« sind über 1000 Zentner, die in den Ortschaflm Bel­lersheim. Obbornhofen und zum Teil in Mohn- hach und ältphe geerntet wurden. Hinzu kommen noch 24 Waggon- Frühobst aus den glei­chen Gemeinden. Außerdem kommen täglich für unsere Verhältnisse große Mengen Stück­gut, hauptsächlich Körbe mit Obst zum Ver­sand: es ist die« Tafelobst, das von den Ob ft» erzeugern unmittelbar an städtische Verbraucher geliefert wird. Die Verfrachtung von mir etwa 25 Bahnwagen Kartoffeln ist im Ver­gleiche zu früheren Jahren gering, was darauf zurückzusühren ist, daß hier die Ernte früh be­gann und biS zur Haupternte»eit fast fein Handel in Kartoffeln war. Große Mengen tourben von den Erzeugern eingekellert. In den letzten Tagen hat die Zu ck er r ü be ne r n t e begonnen und damit aus hiesigem Bahnhof die Vorladung durch die beiden Hauptgüter au Obbornhofen und Bel­lersheim an die ZuckerfabrikWetterau" in Friedberg ihren Anfang genommen. Die Rüben sind sehr gut entwickelt und durch das trockene Detter der letzten Wochen fast schmuhfrei.

Mrcid Friedberg.

4 Bad-Aauheim, 18. Ott. Einen treff­lichen Ueberblicf über die Dielsertigveit des alt­bekannten hiesigen Obstbaues bot die Ob ft* auSstellung, die der hiesige Obst- unb Gcrr- tenbautxcrein dieser Tage veranstaltete. Man war erstaunt über die große Zahl der edlen Sorten und auch über die nur selten erreichte Schönheit der einzelnen Früchte Die Ausstel­lung gab neue Anreize zur Beschäftigung mit ixt volkswirtschastlich jo bei eut tarnen Obstoaum- zucht. Auch unser Aachbarort Ober-Mör­len hatte gleichzeitig eine Obstschau, die einen entzückenden Anblick gewährte und aus der Umgebung stör kbesucht war. Daß Kceis» Mreftor Gebhard (Friebarrg) die Veranstal­tung mit seinem Besuch beehrte, zeigt, welche Wichtigkeit man behördlicherseits dem Obst- und Gartenbau als einem der wertvollsten Zweige unserer heimischen Volkswirtschaft beimißt. Durch KreiSobstbauinfpektor Den 1 s<y und Obstbau­techniker Bi 1 la sch (Friedberg) sand eine Wer­tung der etwa 600 zur Schau gestellten Aus- stelLngsnummern statt.

5 Ober-Mörlen, 18. Oft. Auf eine 25iährlg« ununterbrochen« Tätig­keit als aktiver Turner kann der im ganzen Gau Hessen bekannte Oberturntixirt des hiesigen Turnvereins, Anton Feuerstein, zurückblicken. Der Jubilar ist einer der besten und angesehensten ©erätetumer des Gaues, wes­halb er heute noch öfters zu bedeutsamen turne­rischen Werbeverunstaltungen Im © a u g e b i e t herangezogen wird. Bei Turnfesten stand er iarmer in den Aeihen der ersten Sieger, auch bei den letzten Kreisturnfesten in Gießen unb Darm­stadt. Der hiesige Turnverein ehrte den vorblld- lich treuen Vorturner und 3ugenbfüßcrr durch Ernennung zum Ehrenmitglied.

Kreis Büdingen.

* Vidda, 18. Oft. Der Ob st handel ver­sucht bei dem ft ar Zen Angebot an Tafelobst möglichst geschlossene Sendungen einer hochwertigen Sorte zusammenzustcllen. Da nur vereinzelte Obstzüchter unserer ©egend an genaue Sortierung gewöhnt sind und seither ihr Tafelobst meist unvollkommen sortiert absetzten, gibt es auf den Derladebahnhöfen mancherlei Verwirrung. Dem heimischen Obstzüchter kommt

nunmehr die Slnftcht. daß fein seitherige« Be­streben, möglichst viele Sorten anzubauen, ein Fehler war. der günstigen Verkauf sehr er- schwer'. Besonder« gesucht sind Schöner von Bos- loop, Goldparmäne. LaTtdSberaer Aenetle und Botet S.serapfel. Der heimische Obstbau wird nach den Erfahrungen dieses Herbstes nicht um­hin können, bei Veuanvllan'/angen und ilm- veredlungen die Bedürfnisse deS deutschen Obft- Marktes zu berücksichtigen und nur stark begehrte Sorten anzubauen.

_T Aidda. 18. Oft Als ein in einer anderen Hosreite beschäftigter Mann dem Hof­hund e.nen Sack wegnehmen wollt«, den dieser als weiche Unterlage benutzte, fiel ihn daS dar­über erboste Tier an und brachte ihm ge­fährliche Bisse an beiden Armen bet Am schlimmsten waren die Verletzungen an der einen Hand, die den Sack aus nehmen wollte.

Unter-6d)mitten, 18. Oft Die vermal- tung der Proolnzialstraßen geht mit der Absicht um, alle in diesem Jahre neugewalzten Straßen zuteeren. In nächster Woche soll die Neuchaussie- rung von hier noch Kohden und noch Ober- Schmitten in Angrisf genommen werden. Ge­waschener Basallgrus aus dem Westerwald, der be­reite- angefahren, findet dabei Verwendung.

Z, Blofeld, 18. Oft Bei Ausschach­tungsarbeiten eines Neubaues wurden hier in etwa zwei Meter Tiefe gut erhaltene Teile eines Mammut st vhzahnes gesunden.

/ Ortenberg. 17. Oft. Der Obst - und Gartenbauverein für den Kreis Büdingen veranstaltet in Gemeinschaft mit der Ortsgruppe Ortenberg gelegentlich beä Kal­ten Markte- von Sonntag, 30. Oktober, bis Donnerstag, 3. November, in den Schulsälen von Ortenberg eine BezirkSvbstauSstellung für die Gemeinden Bergheim, Dodenhausen, Sckartsborn, Effolderbach. Hirzenhain, Cißbet». Orten berg, Usenborn, Selter- und Wippenbach. Die Ausstellung soll den Zweck haben, bte Obst­züchter mit den heutigen Erfordernissen des Han­dels befannt zu machen und in geeigneter Weise auf die damit verbundene ilrnftelhmg in der Obsterzeugung hinzulenken. Das Programm ist deshalb auch nach den für den Obstanbau und Obsthandel gültigen Grundsätzen auf gestellt Die Ausstellung dient daher nicht mir den Zwecken der Belehrung, sondern hat auch vom rein torrt- schaftlichcn Standpunkt au- betrachtet eine be­sondere Bedeutung. Es sind fünf Aufgaben ge­stellt: 1. In einer SonderauSstellung sollen die Sorten: Boskvop. Goldparmäne, Holländerre­nette. Baumann, BlenHeim und Harbertsrenette in jc einer Einheitsliste und eine dieser Sorten in einer Vollkiste in 1. Sortierung vorgeführt werden. 2. Die drei Hauptsorten: Doskoop Gold­parmäne und Jakob Lebe! (gelber Mecklenourger) und als Aeserve Holländerrenette (Aambour pa- peleu) je fünf Pfund ebenfalls in erster Sor­tierung. 3. Weitere Hauptforten Aepfel, und zwar: Adersleber Ealvill, Chcnnpagnerrenette, BlenSheirn, graue französische Aenette und Har­berts je fünf Pfund in erster Sortierung. 4. Hauptbirnsorten, und Atoar: Gellerts Butter­birne, Gräfin von Pari« und Pastorenbirn« je fünf Pfund in erster Sortierung. 5. Unbekannte Aepfel und Dirnsorten, beste Lokalsorten, je ?ehn Früchte. SS darf natürlich nur felbstge- züLtete«, nicht etwa gesteigertes oder gekauftes Obst zur Ausstellung kommen. Die Anmeldungen müssen biS spätestens zum 20. Oktober bet den Obmännern der einzelnen Gemeinden erfolgen. Die Leitung der Ausstellung hat Obstbau direkt or Metternich- Büdingen übernommen, dem ein Ortsausschuß auS verschiedenen Herrn aut Verfügung steht Erfahrene Preisrichter werden ihres Amte« walten.

Kreis Schotte«.

ch Dom Vogelsberg, 18. Oft. Der Obst' fegen der Wet ter au beginnt sich jetzt in breiterem Maße im Vogelsberg auszuwirken. In den lleinsten Dörfern des Gebirges kann man jetzt gutes Tafelobst vor der Haustüre laufen. Händler aus günstigeren Obstgegenden fahren schon um Mitternacht zu Hause weg und sind in den ersten Morgenstunden oben Im Gebirge, um dort ihre Ware, wirllich edle Aepfel- und Bimensorten, an den Mann zu bringen. Der Preis bleibt mit 12 bis 13 Mark immer noch nichtig. wenn man bedenkt, daß weder für den Versand dcc leeren und der vollen Obstkörbe Unkosten entstehen und man auch sonst leint Unkosten und keine Mühe hat Auch die Dahn

spürt den großen ObfrDerfanft. ber tn den

Tagen eingtiegt hat. Der Ab.mdzug von fite* heim nach Lauterbach erleidet unterwegs, be­sonders aus den höheren Stationen, durch da« Ausladen von Unmengen von Obst körben regel­mäßig Verzögerungen, so daß er erheblich ver­spätet erst an seinem "Bestimmungsort cnttrifH,

Kreis Alsfeld.

OO ftirtorf, 18. Oft. f)eute morgen oer- schied plötzlich unb unerwartet in Lehrbach ter seit Jahresfrist neugewählte Bürgermeister Heinrich 5 t r o b an einem Herzschlag. Sein Hinjcheiden wird hier allgemein bedauert. Seine tn heutiger Zeck seUenen guten Eigenschaften Treue, Lufrichtigkeich Bescheidenheit, uni) oerzeihende« Wesen sichern ihm ein ehrende« Andenken.

V. Grebenau 18. Oft. Zur Zeit werd«, auf Burg H«rzber g äl mb au arbeiten vor genommen. Der Torturm wird ausgebaut. Er soll zur Försterwohnung eingerichtet werden. D.« dadurch freiwerdende Wohnung Un Haupd» bau wird von einem Glied der Familie vo« Dörnberg, die togentümerin de« Herzberg ist, bezogen werden. ES ist dieS Landrat a D. Freiherr v. Dörnberg io DerSseld (Ahönj. Der Betrieb der Wirtschaft wird bo» dunh tn keiner Weife gestört werden. Die dur­stigen und hungrigen Wanderer werden, wie seither, hier eine gastliche Stätte finden.

Kreis Lauterdach.

P. Schlitz. 18. Oft. Da tne Stadtverwal­tung den Dau einer Klärbeckenanlage plcurt, unternahm unter Führung von Bürger- nwiftet Dr Aiepoth und unter sachoersrän- diger Leitung von Baural Grünewald (Gießen) eine GemeinderatSkommifsiv» eine Atoeitägige Informationsreise, welche fk nach Butzbach. Bad-Aauhezm, Friedberg, Bad- Hombura, Socen i. Taunus und schließlich noch In verschiedene Städte am Rhein führte, um die dortigen Klärbeckenanlogen einer Besichtigung zu unterziehen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

0 Au« dem Kreise Wetzlar, 18 Oft. Di« Zahl der Erwerbslosen kn Bezlrkü des Arbeitsnachweise« Wetzlar hat im Laust des Monats September (eine wesentliche Atndtrung erfahren. Während zu Begii« de« Vlonats in der allgemeinen Erwerb-loseo- fütforge 211 Hauptunte i stützungsempfänger mit 135 Frauen und 239 Kindern als Zuschlag«- ernpfänger vorhanden waren, betrug die Zahl der Erwerbslosen zu Anfang des Monat« Ok­tober 218 Hauptunlerstützuirgsempfänirer mit 140 Frauen und 252 Kindern. Bon diesen 3athen entfallen auf die Stadt Wetzlar 155 Haupt-

unterstühUTigSempfänoer mit 99 Frauen und 173 Krtrdern, auf die Landgemeinden de« Kreist«

60 Hauptunterstühungsempsänger mit 40 Frauen und 75 Kiirdern, und auf die zu dem Arbeit», nachweisbcztrk gehörigen Gemeinden de« Kreise« Biedenkopf drei Hauptuitierstützuitzroempsän- ger mit 1 Frau und 4 Kindern. Die Zahl oer au« der allgemeinen Erwerbs losen fürs org» beschästtgten 2otstand«arbeiter betrug Ansang Oktober 24 ge^ütvr 31 au Beginn bei MomatS September. In der Krifensür- svrge ist die Zahl der Unterstühui^vempfänger etwa« zurückgegairgen. Wäfweno hier zu 'Be­ginn des MonatS September 117 Hauptun'er- stützungSempsänger mit 89 Frauen und 133 Kin­dern unterstützt wurden, betrug die Zahl der Erwerbslosen Anfang Oktober 94 Hauptuntev« stutzungSempfänger mit 71 Frauen und 125 Kin­dern. Diese Zahlen verteilen sich wie folgt: Stadt Wetzlar 55 Hauptunter stü pungüe.np'är«r mit 39 Fraueri und 64 Kindern, Land^emei iden l<4 KreiseS 38 Hauptunterstützurgseinpsänger mit 32 Frauen und 61 Kindern und Biedenkopffche Gemeinden 1 Hauptunterstützungsempfänger ohr« Familienangehörige. AuS der Krisenfür­sorge wurden Anfang Oktober 29 Vor­stands a r be i t e r beschäftigt gegenüber 33 zu Beginn deS MonatS September

3 Groß-Rechtenbach, 18. Oft Die An­lage einer Iungoiehweide für die hiesige Gemeinde bildete ber Gegenstand eine» dieser Tage stattgehabten Verhandlungstermin«, der unter dem Vorsitz des Kulturamtsvorsteher^. Regierungsrat Daubenspeck, Wetzlar, ftattfanb. Die Verhand­lungen führten zu dem Ergebnis, daß ein Antrag

llmErfolgundÄebe.

Roman von Robert Misch

Copyright by Carl Bunter. Berlin SW 62.

20 Fortlegung. Nachdruck verboten

'Nach ihrer Rückkehr gab es dasPranzo', meist aus fetbsigefangenen Fischen. asineUo ober d'oro bestehend, dazu eine Minestra, Risotto und Früchte, nebst rotem Landwein, ben ber Dorfwirt lieferte. Dann hielten sie unter bem Zclibach ber Terrasse Stesla beim c»f< nero, mit beutschen unb italienischen Zeitungen unb Büchern, über benen sie an beißen Tagen oft entschlummerten Gegen Abend, wenn es kühler wurde, streiften si. in die Berge, bis sie da» spät eingenommene Mahl helmlorfte, da» Amta stets da» Je diner* nannte. Wenn e» Mondschein gab, ruderten sie wohl auch noch einmal In die Bucht hinaus

An Regen- oder stürmischen Abenden vertiefte sich Isa unter feiner Anleitung in die Geheimnisse ber Italienischen Grammatik, blc sie Ipielcnb be- uhiltigle. Unb ba sie Anita ba» Französische verbot, lernte sie allmählich burch bie|e unb Giovanni, ber nur feine Muttersprache kannte, ganz hübsch schwatzen.

Du Hast Sprachtalent. Madonna, unb es wird bir für beine Studien nützlich sein", meinte Lenz. wäre überhaupt kein übler Gedanke, wenn du bis bohln wirb sich ja beine Stimme erholt hoben nächsten Herbst ober Winter in Mailanb bei der berühmten Lehrerin Adolftni ftubterft. um den letzten Schliss zu bekommen Ich zahle es, unb dein Kommerzienrat wirb auch beisteuern, wenn du ihm ba» klar machst."

Ein roütenber Schmerz, der e* wie mit eiserner Klammer zusommenzvg, zuckte burch Ihr Herz. Mit eineni mühsam gequälten Lächeln fragte sie:

Unb bu?"

-- wein Gott ich flitze bann alle paar

Wocheo nad) Mailand hinunter Ueberßaupt höbe id) schon an ein italienilches Gastspiel gedacht unb gestern ist mir Ggar der tolle Einsoll gekom men, ben Leuten den Hamlet unb ben Carlos

italienisch vorzuspielen. Das wäre eine Sensation. Was meinst bu9"

Hm ... wenn bu dir bas zutraust!" erwiberte Isa mit einem Achselzucken, schon halb versöhnt, baß er Ihre unb seine Zukunst zusammenbanb.

Da holte er ein kleines Büchlein, eine italienische Uebersetzung bcs,J)amfet" hervor unb remitierte ben großen MonologSein ober Nichtsein", benen er onbere Verse unb Szenen folgen ließ. Wie Musik flössen sie in ber meloblschen Sprache be» Lanbe» über seine Lippen.

Atemlos lauschten an ber Gangtür Anita unb Giovanni bem Künstler, unb leise flüsterte bie Italienerin ihrem Liebsten zu:E* un* graode artieta".

,Hn ber Tat erstaunlich!" rief Iso.Ällerbings kann ich nicht beurteilen, ob du es mit Akzent sprichst Man müßte Anita fragen."

Was kommt es barauf an! Ein Reiz mehr für bas italienische Publikum, bas es als eine Schmeichelei für feine Nationalität auffassen würbe."

Ganz Feuer unb Flamme, wie er oft für eine neue Ibee war, erörterte er bie Möglichkeiten eines wichen Gastspiel». Dann plötzlich Iprubelle e» aus ihm heraus, wie ein Bergstrom Steine unb Wasser- ma||en nach ber Schneeschmelze mit sich wälzend. Ganze Szenen au» bem Sarbanapal, bem Pnnzen von Homburg, bem Carlo».

Er reckte bie Arme hoch unb rief lachend, eine Grimasse schneidend

Basta Amen' Das verdammte Theater läßt feine Ruh' selbst hier!"

Wie ein verdurstender stürzte er ein Sla» Wein hinunter unb trat an» Fenster, burch bas, unter einem ftrablenben Türkenhaldmonb, bas Meer wogend und glitzernd schimmerte.

..Kommst du noch mit? Ich will zur Bucht."

Slf kannte ihn bi» In bie Falten feine» Inneren unb fühlte am Klang feiner Stimme, baß er jetzt am liebsten allein sein wollte.

..Nein ich bin müde, Guiseppe "

Er griff nach seinem Hut. brückte einen flüch­tigen Kutz aus Ihre Stirn unb stürmte nach einem Ablchlebsgrutz hinau».

. Leg dich nieder, wenn ich 'päter komme!"

Sie lag lange wachend In ihrem Bett end­lich schlief sie ein. Spät in der Nacht wachte sie

wieder auf sie hörte Ihn in» Haus, In sein Zimmer treten.

Eine lähmende Hitze brach herein, die nur des Morgens unb Abcnbs ber Meerwinb kühlte. Die 'Angelfahrten mußten auf eine frühere Stunbe ver­legt werben. Zuweilen fuhren sie In ber Nacht hin­aus einige Male mit ber ganzen Fifcherflotte auf den Tunfifchfang, ber yrit bem Dreizack bei Jackellicht betrieben würbe.

Eines Tage» kam auch ein ganzes Paket Briefe unb Drucksachen an, burch Vermittlung seines Wie­ner Agenten. Er schloß sich in seinemStubio" ein, unb sie hörte ihn ruhelo» auf unb abgehen. Plötzlich war er oerschwunben sie hatte ihn im Halbschlaf (benn bie H tze machte auch sie faul unb mübe) nicht weggehen hören. Erst zum Abend- eßen kam er wieder

Unangenehme Nachrichten, Guiseppe?"

Nein, nicht» von Bedeutung!"

Er schweigsam und trank mehr Wein al« sonst. Dann taute er langsam auf.

Man zerbricht sich den ftopf, wo ich stecke."

Wer?"

..Agenten, ein Impresario, der mir ein ameri­kanische» Gastspiel anbletet übrlaen» fabelhafte Bedingungen, meine Freunde und Kollegen

Nun willst du da« Gastspiel annehmen?"

Er lachte nervö»

Ich bin doch in Dien gebunden."

Oh, man würde dich beurlauben."

vielleicht! ... Aber e» wäre eine Hetze, die mir die Nerven ruinieren würde. Geld kann ich auch in Deutschland verdienen. Italien das ist etwa» anderes Diese Leute hier sind \a selbst geborene Schauspieler jeder Stratzenhändier, selbst unsere Fischer hier sind Mimiker. Aber diese kaltschnäuzi- gen Dollarmenschen was wissen bte von unseren .Massikern! Und die Wenigsten können Deutsch bis auf die paar Deutschen Es würde olelleicht ein Mißerfolg."

,.E» leben Millionen Deutsche in Amerika."

Willst du mich hinüberschlcken. Madonna?" Ob. Guiseppe!* ..

Sie umarmte ihn zärtlich

Aber sie loh doch mit bem Instinkt be» Weide» unb bem ge schärst en Auge der Liebe bie Unruhe, die burch sein Wesen zitterte. Auch bas Meer unb

ber Fischfang schienen ihm nicht mehr ba» alte Ver­gnügen zu machen er schützte oft Mübigkeit do^ blieb liegen.

Schließlich bin Ich kein Fischer. Aus bie Dauer wird da» langweilig."

.Langweilst du dich, mein Freund?"

Wo denkst du hin in deiner Gegenwart!"

Er kühtc ihr galant die Hand Aber om Ende bin ich Schauspieler, wenn ich zuweilen auch den Beruf hasse und verfluche. Die Saison kommt lan* sam näher . . ich muß studieren ... man hat mir neue Rollen geschickt'

Er schloß sich jetzt jeden Morgen und Abend hi feinem kleinen Zimmer ein. S.e hörte ihn rezitieren, uweilen in ben oerschiebensten Tempi, Betonungen unb Stimmlogen. Zuweilen machte er auch Sprach ubungen wie ein Schüler. (Einmal schaute sie neu- qierig er machte nach lautem Sprechen eine T-Ju|e burch da» Schlüsselloch. Er stand vor dem Spiegel in der Ecke unb machte mimische Stubien, wahrenb er ganz lelse sprach, wie ein Filmscha» fpieler bet ber Aufnahme

Unb einige Male bot er sie, ihm zu soufflieren ober bie Geocnrolle zu lesen, mos sie mit Her-» kiopsen tot. Aber er lobte sie

Du haft wirklich Talent ober es ist noch oer- puppl. Später werbe ich bir einmal Unterricht geben.

Eine Blutwclle schätz Ihr zum Herzen er sprach von einer gemeinschaftlichen Zukunft. Sine tiefe Freude umfaßte sie ganz. Mit jedem Ta« liebte sie ihn mehr. Zuweilen hatte sie schon in Gedanken mit ihrer eigenen künstlerischen Zukunft ibgeschlosien, um sich ihm ganz widmen w können. Unb eine» Tagcc .. Wer weiß, oh auw nicht er daran dachte, diese Liebe zu leg timieten vor ber Welt Mit bem Instinkt und der Klugheit des Wei- '-es hütete sie sich wohl, diesem geheimsten Gedan- len ihrer Seele Worte »u verleihen. Sie mar auch zu stolz und sich ihre» Werte« wohl bewußt ... er iollte um sie werben.

Uebrigens warum singst du gar nicht mehr? Probiere doch, wie e« mit deiner Stimme stehl!"

,0h ganz gut! Ich habe In deiner Abwesenheit schon E alen geübt. Ich möchte mich nur nicht er» müden."

(Fortsetzung folgt)