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Obftversteigerung.

Mittwoch, den 21. September 1927, vor­mittags von 8% Ahr ab, soll das der Ge­meinde Annerod gehörige Obst, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen, ver­steigert werden.

Zusammenkunft bei der Kirche.

Annerod, am 17. September 1927.

Hessische Bürgermeisterei Annerod.

Horn._________8441D

Obstversteigernng.

Donnerstag, den 22. September, nach- mi(lc.j6 von 1 Uhr ab, soll sämtliches Ge- meindeobst, bestehend aus Aepfeln, Bir­nen und Zwetschen, versteigert werden.

Die Versteigerung beginnt an der Straße nach Muschenheim. 8469V

Birklar, den 18. September 1927.

Hessische Bürgermeisterei Birklar.

__________ Müller.___________

Obftversteigerung Winnerod

Dienstag, den 20. Scvt. d. I., wird das zu dein Hosgut Winnerod gehörige Obst, benehend auS einer groiren Anzahl Aepfeln und Birnen, öffentlich meistbie­tend versteigen.

Zusammenkunft vormittag» V' ,,Uhr auf der Kreisttrane Reiskirchen-Winnerod oberhalb der Seippschen Ziegelei.

Die Mntsverwaltuna 8447V_______des HvsgntcS Winnerod

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Moll, Gerichtsvollzieher k. A., 'N Gießen, Iheringstraße 7.

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Eamenhaus

Heinrich Hahn

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gieß en, den 19. September 1927.

Die Kraftfahrzeuge in Hessen am 1. Juli.

Aach einer Veröffentlichung im September- Pest der Mitteilungen der Hess. Zentralstelle für Vie Landesstatistik wurden am 1. Juli 1927 in Hessen 5815 (1926 = 4841) Krafträder, ohne Kleinkrafträder. 5088 (1926 - 3336) Per­sonenkraftwagen und 1905 (1926 = 1756) Lastkraftwagen gezählt. Davon befanden sich an Krafträdern, ohne Kleinkrafträder, 2946 in e arknburg, 1431 in Oberhesfen. 1438 in Rheinhessen: Personenkraftwagen 2143 in Starkenburg, 1134 in Obcrhessen, 1811 in Rheinhessen: Laftlrastwagen 788 in Starkenburg, 292 in Oberhesfen, 825 in Rheinhessen.

3m einzelnen verteilen sich diese Ziffern auf die Kreise wie folgt: Krafträder, ohne Kleinlrafträdcr, Oberhesfen: Gießen 457, Alsfeld 142. Büdingen 182, Friedberg 360. Lauterbach 158, Schotten 132; Starkenburg: Darmstadt 734, Bensheim 263. Dieburg 199, Erbach 189. Groß-Gerau 500, Heppenheim 222, Ofienbach 839; Rheinhessen: Mainz 560. Alzey 135, Bingen 167, Oppenheim 164, Worms 412. Personenkraftwagen in Ober- hessen: Gießen 513, AlSscld 92, Büdingen 98, Friedberg 294, Lauterbach 80. Scholten 57: Starkenburg: Darmstadt 833, Bensheim 201. Dieburg 110. Erbach 108, Groß-Gerau 243, Heppenheim 109, Offenbach 539; Rh einh es­sen: Mainz 857, Alzey 169, Bingen 194, Oppen­heim 143, Worms 448. Lastkraftwagen in Oberhessen: Gießen 113, Alsfeld 12, Bü­dingen 17, Friedberg 118, Lauterbach 22, Schotten 10; Starkenburg: Darmstadt 295, Bensheim 65, Dieburg 52, Erbach 47, Groß-Gerau 116, Heppenheim 34, Offenbach 179; Rheinh es - fen: Mainz 455, Alzey 55, Dingen 99, Oppen­heim 57, Worms 159.

Von der Manöoertätigkeit unserer Garnison.

Wie man uns vom Truppenübungsplatz Mün­singen mitteilt, begannen nach recht anstrengender Ausbildungstätigkeit innerhalb der kleinen Ver­bände bis zum Regiment am vorigen Donners­tag die dreitägigen Hebungen der gesamten 5. Division unter dem Befehlshaber General R e i- n i d e. Die Hebungen erstreckten sich nur auf den Bereich des Truppenübungsplatzes Mün­singen und dauerten vom frühen Morgen bis in die späten Rachmittagsstunden. Die Hebungen am zweiten und dritten Tage leitete der Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos II. General der Infanterie Reinhardt. Bis Frei­tag einschließlich war die Truppe von gutem Wetter begünstigt, während der Hebungen am

SamStag regnete es in Strömen. Am Freitag fand ein großer Zapfenstreich mit Serenade der gesamten vereinigten Musikkorps der 5. Division statt, der bei allen Teilnehmern und Zuschauern einen tiefen Eindruck hinterlieh. Zum Schluß der Divisions-Manöver fand am Samstagnachmittag nach der großen Schlußbesprechung eine Parade der gesamten 5. Division vor dem Oberbefehls­haber statt, der unter vielen Zuschauern auch der württembergische Staatspräsi­dent beiwohnte.

Ab heute, Montag, beginnt der Ab­transport der Truppen in ihre Garni­sonen bzw. bei den Verbänden, die am großen Manöver teilnehmen, die Umleitung nach We st - falen. Unser Bataillon wird in der Rächt vom Montag zum Dienstag, in dem 18 Kilometer von Münsingen entfernten Urach verladen und trifft Mittwoch. 21. 9., 8.20 Uhr in Pader­born ein. Das Bataillon bezieht hier für einige Sage Unterkunft in der Kaserne des 13. Regts. Die übrigen Teile des Regiments, sowie die ge­samten an dem Manöver teilnehmenden Kaval­lerie-Verbände kommen in den Lagern rings um die Senne unter. Am 22. und 23. 9. nimmt das 1 5. 3ns.-Regt. an den Manövern der ß. Kavallerie-Division teil, und zwar als motorisiertes Regiment. Am 24. September erfolgt Kraftttagentransport in das Manöver­gelände zwecks Teilnahme an den Manövern des Gruppen-Kommandos 2. Für die Rächte vom 26. zum 27. und 27. zum 23. September sind Bi­waks vorgesehen. Am 29. September wird das Bataillon in Kassel, mit Teilen in Warburg zum Abtransport in die Garnison verladen.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Gießener Freiwillige Feuerwehr: 8.30 Uhr, Haupt­übung. Freiwillige Gailsche Feuerwehr: Schluß- Übung. Lichtspielhaus . ... . .Gräfin

Plättmamsell". Astoria Lichtspiele:Liebesnächte am Nil".

BlindenkonzertinGießen. Morgen, Dienstag, abend, veranstaltet der erblindete Flöten­virtuos Rudolf Thies in der Aula des Real­gymnasiums ein Konzert, auf das hier besonders hingewiesen sei. Der Künstler hat kürzlich in Darm­stadt in der Otto-Berndt Halle mit großem Erfolge konzertiert. Man beachte die heutige Anzeige.

** Der Gießener L ese h al I e v e r ein im 3ahre 192 6. 3n den Mitteilungen der Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik (September-Heft) werden über die Entwicklung des Gießener Lesehallevereins im 3ahix 1923 folgende Angaben gemacht: Bestand etwa 7000 Bände. Zugang 1926 etwa 200 Bände. Aus- geliehen 14 138 Bände, davon: Erzählungen 8817 Bände, Zeitschriften: 1167 Bände. 3ugen' schr ften 955 Bände, Literaturgeschichte 64 Bände. Verse und Dramen 170 Bände, Länder und Völker 776 Bände, Kulturgeschichte 201 Bände, Geschichte

und Biographie 743 Bände, Kunstgeschichte 90 Bände, Ratur und Technik 472 Bände, Meer und See 85 Bände, HauS und Land 97 Bände, Gesundheitslehre 50 Bände, Religion und Philo­sophie 233 Bände, Staatswissenschast 74 Bände, Sprachwissenschaft 32 Bände, Fremdsprachliches 112 Bände. Rach auswärts verliehen 133 Bände. 3n der 1927 wieder eröffneten Lesehalle liegen 30 Zeitungen und 15 Zeitschriften aus.

** Der Hessische undHessen-Nassau­isch e LandesverbandreisenderSchau- steller und Händler veranstaltet am 10.Ok- tober in Gießen seine Bannerweihe. Das Danner, das im Schuhhaus Metropol ausgestellt ist, wurde von der Bonner Fahnenfabrik geliefert.

* Auftrieb a u f dem heutigen Frank­furter Schlachtvieh markt: 390 Ochsen, 112 Bullen, 93 Kühe, 421 Färsen, 374 Kälber, 129 Schafe und 5282 Schweine.

Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt.

Schwere Eifenbahnunfülle in Oberhesfen.

Zwei MännerzwifchenGriinbcrg und Gicficn totgcfahrcn.

: Linden st ruth, 18. Sept. 3n der vergange­nen Rächt ereignete sich auf dem Bahnkörper zwischen hier und Saasen ein schwerer Un­glück s s a l l. Als heute morgen gegen fünf Uhr ein Bahnbeamter von Saasen den Bahnkörper nach hier entlangging, um bei dem Bahnübergang fetneu Dienst anzutreten, sand er etwa in der Witte zwi­schen Saasen und hier auf dem Bahnkörper zwei männliche Leichen. Wie sich bald hcraussiellte, waren es der 56 Jahre alte Weißbinder Weih, und der 21jährige ledige Weißbinder Schäfer, beide von hier. Die männer waren am Abend vorher von Göbelnrod gekommen. 3n Saasen machten sie eine kurze Pause und marschierten dann den Bahnkörper entlang, wahrscheinlich auf den Schienen, nach Lindenstrülh weiter. Bei dem starken W e st w l n d konnten sie wahrscheinlich den im Rücken von Grünberg herannahenden, gegen halb zehn Uhr sälligen Pecsonenzug n i ch t hören und wurden beide von der Maschine gefaßt und getötet. Der eine trug eine Verletzung am klopf, der andere eine solche im Rückgrat davon. Schäfer scheint nicht gleich lot gewesen zu fein, denn er ist noch vom Bahnkörper bis zum Graben gekrochen, heute mittag weilte das Gericht an Ort und Stelle, um den Sachverhalt aufzunehmen.

Ein Fuhrwerk bei Wölfersheim überfahren

* Wölfersheim, 19. Sept. (Eigener Draht­bericht) Am Samstagabend gegen 20 Uhr wurde das Fuhrwerk des Landwirts Rückeis aus Wölfersheim an einem unbesetzten Feldweg-Ueber- gang Über den Bahnkörper der Strecke Fried­berg-Hungen bei Wölsersbeim von dem Abendzuge überfahren. Dem Vernehmen nach soll das Pferd gescheut haben und vor die Lo­

komotive gesprungen sein. Der Wagen, aus dem sich R ü ck e i s mit seiner Frau und einem Enkel befand, wurde oollständia zertrümmert und alle drei Insassen schwer verletzt. Die verunglückten wurden dem Friedberger Kran­kenhaus zugeführt, wo das Kind bereits gehör- ben ist. Das Pferd blieb unverletzt.

Kunst und Wissenschaft.

Geheimrat Max von Gruber f.

München, 17. Sept. (Wolff.) Geheimrat Prof. Dr. Max von Gruber, der berühmte Hygieniker und derzeitige Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, ist gestern in Berchtesgaden plötz­lich an einem Herzschlag g e st o r b e n. ch

Max von Gruber ist am 6. Juli 1853 in Wien geboren. Er studierte in seiner Vaterstadt, ferner in München und Leipzig Medizin, wurde 1875 Assi­stent am ersten chemischen Universitätsinstitut und beschäftigte sich 1879 bis 1882 in München als Schüler Max von Pettenkofers, dessen Lehr­stuhl er bis jetzt einnahm, mit hygienischen, vhysiolo- gischen und bakteriologischen Studien. In Wien habi­litierte er sich danach für Hygiene und arbeitete im Physiologischen Institut in Leipzig unter Ludwig. 1884 kam Gruber als außerordentlicher Professor nach Graz. 1887 wurde er in derselben Eigenschaft nach Wien berufen und wurde dort 1892 ordent licher Professor. Als Nachsolger Hans Buchners ging er 1902 als ordentlicher Professor nach Mün­chen. Gruber, der auch Mitglied des Reichsgesund­heitsrats ist, hat sich bekannt gemacht durch die von ihm im Jahre 1896 entdeckte Agglutination (Ver­klebung) der Bakterien durch das Blutserum von Tieren, die mit diesen Bakterien immunisiert worden sind. Diese Reaktion wird zur Diagnose besonders des Typhus benutzt und heißt Gruber-Widalsche- Reaktion, da Widal sie zuerst am Krankenbett verwertet hat. Außer bakteriologischen Forschungen hat Gruber wichtige Arbetten über die physikalisch- chemischen Vorgänge bet der Desinfektion mit Wasser­dampf geliefert. Segensvoll waren auch die For­schungen Grubers über die Filtration des Wassers in Asbestfiltern, über die hygienische Prüfung des Wassers und über Wasserversorgung für große und kleine Gemeinden. Häufig wurden von dem Ge­lehrten Gutachten über die Wasserversorgung ein­zelner Gemeinden eingezogen. In letzter Zeit wandte er sich besonders der Rassenhygiene zu, über die er für die Internationale Hygiene-Ausstellung in Dres­den einen Katalog herausgab, der durch seine Ta­bellen über Vererbung und Fortpflanzung großen wissenschaftlichen Wert besitzt. Ein ähnliches Thema wird auch behandelt in dem WerkeFührt die Hygiene zur Entartung der Rasse?" Außerdem schrieb erDie Hygiene des Geschlechtslebens" und Die Prostitution vom Standpunkte der Sozial­hygiene". Im Jahre 1923 wurde er zum Präsi­denten der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt.

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