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Ingo

Jin Mayen-

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Die Steuervereinheitlichung. Reichsfinanzminister Dr. Köhler über den neuen Gesetzentwurf.

Köln, 18. Sept. (WLB.) Del der Jahres- Versammlung der Kommunalpolitischen Bereini­gung der Deutschen Zentrumspartei hielt der Reichsfinanzminister Dr. Köhler eine Rede Über das ThemaReichs- und Gemeindesinanzen und die geplante Rahmengesctzgebung des Reichs." Rach einem Lleberblick über die Entwicklung des Steuerrcchts erklärte er u. a.: Im Interesse der gesamten Wirtschaft müsse das Real steuer­recht vereinheitlicht und übersichtlicher werden. Das Wesentliche aus dem Entwurf über die G e w e r b e st e u e r sei die Bestimmung einer einheitlichen Meßzahl für die Steuerbemessung und her Grundsatz, daß vor allem der Ge­werbeertrag maßgebend sein soll. Bon einer sofortigen allgemeinen Senkung der Real- steuern um 20 Proz. könne niemals die Rede sein. Das Ziel der Reichsregierung sei jedoch, in absehbarer Zeit eine allmähliche und beträcht­liche Senkung zu erreichen. Die Besoldungs­reform des Reichs solle auch den Ländern und Gemeinden im Rahmen der Anpassung an d.e Berhältnisse maßgebend sein. Die Beamtende» fc>ldungsreform sei eine notwendige und soziale Reform. Besonders verwahrte sich der Minister gegen die Bestrebungen, die Besserung, die die Deamtengehaltserhöhung bringt. durchPreis- erhöhung auf dem Dedarfsmarkt wie­der wcttzumachen. Die Reichsregierung werde dies unter keinen Umständen zulassen. Der Minister verwahrte sich ferner gegen den ihm gegenüber erhobenen Borwurf des Llni- tarismus und die ihm anläßlich des Steuervev- einheitlichungsgesehes zugeschriebene Absicht, die Selbstverwaltung der Gemeinden zu zerschlagen. Durch Den Gesetzentwurf sei ein wichtiger Fort­schritt auf dem Wege der Vereinheitlichung der Steuergesetzgebung gemacht. Die bewegliche Ge­staltung der Sinnahmemöglichkelten der Länder und Gemeinden sei bewußt eingeleitet und fort­geführt. Solange er Minister sei, arbeite er an der Vereinfachung und Vereinheitlichung des deutschen Steuerwesens und damit auch an der großen Reform der öffentlichen Ver­waltung.

Bayern unö Reich.

Reden im Bayerischen Bauernverein.

Tuntenhausen, 18. Sept. (WTB.) In Tuntenhausen wurde heute die Herbsttagung des bayerischen patriotischen Bauernvereins abgehalten. Dr. H o r l a ch e r (Bayer. 23p.) wies auf die Bedeu­tung der Weltanschauung im Rahmen der allge­meinen Politik hin und erklärte in diesem Zu­sammenhang, daß das christliche Volk die Auslassun­gen des ehemaligen Reichskanzlers Dr. Wirth auf das tiefste bedauere. Dann behandelte der Redner hauotsächlich wirtschaftliche Fragen und wandte sich bei Besprechung der Steuerfragen im Interesse der Aufrechterhaltung der Selbständigkeit Bayerns entschieden gegen das Reichsrahmen« g e f e tz. Die Bayerische Bolkspartei erachte zwar eine ErhöhungderBeamtengehälterfür notwendig, fordere aber gleichzeitig, daß das Reich den Ländern für die ihnen erwachsenden Mehraus­gaben eine finanzielle Beihilfe gewähre. Ministerpräsident Dr. Held führte u. a. aus, daß nicht nur in Berlin, sondern auch in Bayern Leute seien, die das Heil für das ganze deutsche Volk im Unitarismus, im Einheitsreich sehen, ohne Rücksicht auf die einzelnen Stämme. Wir wol­le aber unsere Selbständigkeit bewah­ren, nicht um das Reich dadurch zu schwächen, sondern weil wir die Ueberzeugung haben, daß die Kraft des deutschen Volkes in der Mannigfaltigkeit der Stammeseigentümlichkeiten liegt, deren Kräfte geschichtlich geworden und bis auf den heutigen Tag geblieben sind. Geheimrat Dr. Heim nahm aleichfalls gegen die Zentralisierungs- und Unitari« sierungs-Tcndenzen entschieden Stellung. Der Ent­wurf des Steuervereinheitlichungsgefetzes bedeute die völlige Mediatisierung der Länder.

Die Rrchrentschädigungen.

Bericht des Untersuchungsausschusses.

Berlin. 18. Sept. (Wolff.) DerReichs- tagsuntersuchungs ausschuß für die Ruhrentschädigungen legt jetzt einen aus­führlichen schriftlichen Bericht vor. Das Votum des Ausschusses lautet folgendermaßen:

1. Die Entschädigungszahlungen des Reiches an den Bergbau des besetzten Gebietes beruhen auf dem Schriftwechsel zwischen dem Reichskanzler Dr. Stresemann und Hugo Stinnes vom Jahre 1923.

2. Da Ausgaben des Reiches nur auf Grund von Reichsgesehen oder des Etats geleistet wer­den dürfen, liegt unabhängig davon, ob eine pri­vatrechtliche Bindung vorliegt, in der ohne Wissen des Reichstages Dor genommenen Zahlung eine objektive Verletzung des Etats ° rechtes des Reichstages vor.

3. Doppelzahlungen an den Ruhr- kohlenbergbau sind nicht erfolgt, dagegen sind äleber Zahlungen in erheblichem Umfange an8 der AuSgeltung der Kohlenlieferungen, aus der Kohlensteuer, aus Zinsen usw. erfolgt. Der Ausschuß hält daran fest, daß Ueberzahlungen stattgefunden haben, deren Höhe heute mangels genauer Unterlagen nicht mehr festgestellt wer­den kann.

4. Es ist sestgestellt worden, daß die An­sprüche derjenigen Geschädigten, mit denen ein Sonder abkommen getroffen war, auf Grund dieses Abkonnnens wesentlich günstiger be­handelt wurden, als die Ansprüche der Ruhr- besetzungs-Geschädigten.

5. Unbestritten ist, daß eine ausreichende Ab­geltung des der Arbeiter- und Ange­stelltenschaft sowie dem erwerbstäti­gen Mittelstände des Ruhrgebietes duich passiven Widerstand und seine Auswirkung zu- gefügten Schaden bis heute zum Teil noch nicht erfolgt ist. Der Ausschuß stellt fest, daß es erwünscht ist, die der Großindustrie des befehlen Gebiet s gewährte Begünstigung durch ausreichende Entschädigung der ge­schädigten Arbeiter und Angestellten sowie des Mittelstandes auszugleichen.

Richter und Besoldungsreform.

Berlin, 17. Sept. Wie der preußische Richterverein mitteilt, hat der Deutsche Richter- bund auf seiner außerordentlichen Tagung in Karlsruhe die folgende Entschließung gefaßt:

Rach der bisherigen Entwicklung der Be- soldungresorrn droht der Stellung der Rechts­pflege im Staate die große Gefahr, daß 61 c

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Das französische Kabinett ist nun also doch zu der besseren Einsicht gekommen, daß Frank­reich durch einen Bruch mit Sowjet-Rußland nichts gewinnen kann. Man hat sich darauf ge­einigt, öffentlich festzustellen, daß gegenwärtig keine Gründe vorliegen, die 'diplomatischen Be­ziehungen zu lösen. Diese Wendung der Dinge wird allgemein als ein Sieg Briands hin- gestellt, der extra zu dieser Kabinetlssihung aus Genf herbeigeeilt war. Darüber läßt sich aber ftreiten. Cs wird behauptet, daß die Schulden­verhandlungen keineswegs ungültig stän­den und daß Sowjet-Rußland ein recht vorteil­haftes Angebot gemacht haben soll. Das könnte sehr gut den Finanzminister P oinc a ver­anlaßt haben, dem Drängen der ausgesprochenen Feinde Rußlands im Kabinett nicht nachzugeben und sich aus reinen finanzpolitischen Gründen auf Driands Seite zu sch'agen. Aber das bedeutet noch keineswegs, daß nun Ra­kowski bleibt. Sicherlich wird der Außen­minister das Zugeständnis haben machen müssen, der Moskauer Regierung nahezulegen, ihi-en Botschafter zu veranlassen, daß er um seine Versetzung einkommt. Gerade die Tatsache, daß

Der Rakowskikonflikt

Der französische Ministerrat wünscht keinen Bruch mit Rußland.

Sicherheit und Abrüstung

Frankreichs Spiel im Genfer Abrüstungsausschuß.

man mit Sowjet-Rußland nicht brechen will, macht es auch verständlich, weswegen in dem amtlichen Kommunique Rakows kl über­haupt nicht erwähnt wird. Das Kabinett hat sich unseres Erachtens also nicht von Ge­fühlsmomenten leiten lassen, ist aber dabei sicher­lich mehr dem Finanzminister als dem Außen­minister gefolgt.

Richter in ihrem Rang hinter an­dere Beamte zurückgeseht werden. Eine Minderbewertung des Richterstanbes kann aber fein Staat mit geordnetem Rechtsleben ertragen. Völlig unvereinbar aber mit der Stellung der Rechtspflege im Staate würde es fein, wenn die Richter gerade deshalb zurückgeseht würden, weil ihre Beschäftigung infolge ihrer staats­rechtlichen Form anders geregelt ist als die Be­schäftigung der übrigen Beamten."

Schade, daß wir nicht auch einen Fall Paul- Boncour haben! Der Mann ist wirklich fabelhaft! Unter seiner Visitenkarte als Sozialist macht er eine nationalistische Politik, die es ihm ermöglicht, Hand in Hand mit Poincarö zu arbeiten und üclbewußt jede Aktion, die in der Richtung zur Abrüstung geht, zu sabotieren; wobei er aber immer eine feierliche Verbeugung vor dem Prinzip der Abrüstung macht und dabei, weil er nebenbei immer noch mit seiner sozialistischen roten, Blume im Knopfloch kokettieren kann, bei den Gutgläubigen Resonanz findet. Die taktische Geschicklichkeit, womit er auch jetzt wieder die Abrüstung, die für Frankreich in ein gefährliches Gebiet kam, abzuschieben sucht, ist in der Tat anerkennenswert, wenn wir uns auch nicht denken können, daß er auf die Dauer damit Erfolg hat. Denn dazu find doch eigentlich seine Mittel zu plump. Frankreich arbeitet ja seit Jahren mit dem gleichen Rezept in der Rheinlandräumung wie in der Abrüstung. Es hat, sobald die Räumung des besetz­ten Gebietes in Frage kam, Immer abwechselnd da­mit jongliert, daß Öle Besetzung notwendig sei, um Frankreichs Sicherheit aber Frankreichs f l - nanzielle Ansprüche zu garantieren. Und die französische Politik war dabei so aalglatt, daß es uns bisher nicht gelang, sie eindeutig darauf sestzulegen, welche Ziele sie tatsächlich mit der Besetzung ver­folgt.

In der Abrüstung geht es genau so. Auch hier wird älrsache und Wirkung je nach Bedürfnis immer wieder verschoben. Rach dem Versailler Vertrag ist es sonnenklar, daß die erzwungene Abrüstung Deutschlands erfolgt ist, um die Sicherheit Frankreichs zu garantieren und daß die Abrüstung der Siegerstaaten fol­gen muß, sobald Deutschlands Abrüstung voll­endet ist. Zu allem älebersluß hat Clemen - c e a u in einem Brief, an den die Franzosen! heute nicht gerne erinnert fein wollen, die Kette dieser Zusammenhänge noch einmal ausdrück­lich bestätigt. Poincors hat allerdings das Seinige getan, um diese Logik nicht anzu» erkennen. Er hat immer wieder behauptet, daß die deutsche Abrüstung noch nicht vollendet sei und daß Frankreich, ebenso wie sein Bundesgenosse, weiterhin von Deutschland bedroht sei. Rachdern aber die Botschafterkonferenz und der Völkerbund Tatsache der Durchführung der deutschen Ent­waffnung anerkannt haben, zieht dieses Argu­ment nicht mehr. Dafür ist dann von Herrn Paul-Boncour die neue Formel gefunden worden, daß trotz der Abrüstung Deutschlands die Sicherheit Europas noch nicht hinreichend bewährleistet sei, daß aber diese Sicherheit er fl geschaffen werden müsse, bevor die anderen abrüsten unb daß sie geradezu diesen Augenblick herbeisehnen, um ihre Rüstungslast loszuwerden. Daß, um gerade Frankreich über den Versailler Vertrag hinaus noch das Gefühl der Sicheicheit zu geben, die Lvcarnv-Ab- tommen geschlossen worden sind und daß damit auch die weitgehendsten Ansprüche Frank­reichs eigentlich befriedigt sein müssen, kann Herr Paul-Doncour nicht leugnen. Aber da ist ja der Osten noch da, da ist noch Polen, das mit seinen sämtlichen Rachbarn auf dem geistigen Kriegsfuß steht, da ist die Tschecho­slowakei, die sich von Ungarn und viel­leicht auch von Deutschland bedroht fühlt. Also, so folgert dieser französischeRational- sviza-st", müssen zunächst noch weitere Sicherheiten geschaffen werden, ehe von der Abrüstung gesprochen werden kann.

Schritt weiter zu gehen. Damit war eigentlich das Spiel zu Ende. Selbst Paul-Boncoirr mußte anerkennen, daß er sich festgefahren hatte und im Grunde keine Möglichkeit mehr bestand, die Abrüstung binauszuschleben. Er suche nach neuen Losungen, hat er vor einigen Tagen versichert, und mit dieser Lösung ist er jetzt hervorgetreten. Seine Resolution ist ein beachtliches Machwerk. Sie wirft alles, was an unklaren Ideen bei den Polen, den Holländern und den Engländern vor­handen ist. in einen großen Topf und macht daraus eine Speise, die nicht nur England, son­dern auch den Heinen Staaten schmackhaft fein soll. Der Schaum, den et darüber gießt, ver­hindert offenbar bisher die anderen Staaten zu sehen, worauf er abzielt. Kommt er mit feinem Vorschlag durch, bann ergibt sich bas gro­teske Bilb, baß Frankreich, bas Volk in Waffen, das feine Mobllisalionsmöglichkeiten bis zum letzten durchgeführt hat, mit Zustimmung des Völkerbundes feine Abrüstung ins Unendliche hinausfchiebt. Unter der angeblich friedens- sicheren Autorität des Völkerbundes würden wir bann also erleben, baß bas waffenlose Deutsch- lanb nach wie vor von überrüsteten Staaten umgeben ist, daß dabei doch immer noch Deutsch­land als Friedensstörer gilt, während nach dem Wortlaut und nach dem Sinn des Versailler Diktats Deutschland einen berechtigten An­spruch darauf hat, jetzt auch die Abrüstung der anderen zu verlangen. Die deutsche Delega­tion muß dieser Unehrlichkeit mit aller Rück­sichtslosigkeit entgegentreten. Sie muß dafür sor­gen Gras Bernstorfs hat die ersten Anfänge ja bereits in sehr dankenswerter Weise gemacht, baß der Rebel von Phrasen, der um bie Abrüstung künstlich erzeugt worben ist, sich zerstreut unb bas Problem auf bie kurze, gemein­verständliche Formel gebracht wird: daß bie Sicherheit nicht eine Voraussetzung ber Abrüstung, sondern deren Folge ist. Anders herum gesehen, daß bie Abrüstung nicht durch den Frieden erzwungen werden kann, son­dern, daß der Friede nur die Folge ber Abrüstung ist. Wenn man sich das einmal klar macht, bann bricht bas ganze halsbrecherische System der Franzosen in sich zusammen. Unb man sollte doch sagen, daß im Völkerbunb noch genügen!) gefunber Menschenverstand vorhanden ist. um mit den dialektischen Akrobatenkunst­stücken Paul-Doncours fertig zu werden.

Der Abrüstungsausschuh jrirr;

Genf, 17. Sept, (WB.) Der Abrüstungs­ausschuß der Völkerbundsversammlung schloß heute die allgemeine Aussprache über bie ver­schiedenen vorliegenden Anträge. Der Vorschlag R a n s e n s über ein allgemeines Schiedsabkom- men wurde an den RechtSausschuh der Versamm­lung verwiesen. Der Entschließungsentwurf Paul-Doncours und ber holländische Antrag werden in einem am Montag zu bil­denden Unterausschuß weiter beraten. Der pol­nische Antrag soll dagegen nur in einer Vollsitzung des Ausschusses erörtert werden.

Herr Chamberlain hat, allerdings englischenStandpmckt aus, dieseArgumentation a lö­ge lehnt. Er hat daran festgehalten, daß der Völkerbundspakt und die Locarno-Verträge zu­sammen alle berechtigten Wünsche erfüllen und daß England nicht daran denkt, noch einen

Aus aller Well.

Neuer Weltrekord Dr. Peltzers.

Paris, 18. Sept. (WB.) Bei den inter­nationalen Leichtathletikwettkämpfen im olym­pischen Stadion bei Colombes siegte im 1 0 0 0* Meter-Hauptlaufen Dr. Pelher in ber neuen Weitrekordszeit von 2,25A©ef. mit einem Meter Vorsprung vor dem Franzosen Martin.

Lin neue» Seebeben an ber Krimküste.

Ein neues Seebeben ist an ber öübfüfte der Krim ausgebrochen. Ueber 40 Fischerboote sink) umgekommen. Außerdem sind zwei Han­delsschiffe auf id> er Fährt nach Odessa unb De- bastopel untergegangen. Die Menschenopfer wer­den mit 200 beziffert. Der Vorsitzende des Rates der Volkskomissare hat an bie Bevölkerung einen Ausruf erlassen, der bie Bevölkerung zur Wäh­rung ber Ruhe auffordert unb ihnen die Hilfe bet Regierung verspricht. Die russischen Ma­növer ber Schwarzmeerflotte werben trotz des Erdbebens fortgesetzt. Heute haben auch Erd­stöße in ber Äcihe von Odessa unb Charkow ftattgefunben.

Feuersbrunst durch eine Höllenmaschine.

In G y e v g y e l i an der Strecke Risch- Saloniki explodierte im Hotel Reu-Delgrab eine Höllenmaschine. Die Wirkung der Explosion war fürchterlich. Binnen weniger Minuten stand das Hotel I n Flammen. Die Bombensplitter t ö ° t c t c n siebenPersonen: viele wurden mehr ober minder schwer verletzt. Ehe noch bie städti­sche Feuerwehr am Brandplah eintrat, hatten bie Flammen auch bie beiben benachbarten Hotels Saloniki unb Kronprinz ergriffen. Um Mitter­nacht stauben noch alle drei Hotels in Flammen. Man glaubt, daß es sich um einen politischen Racheakt handelt.

Schweres Autounglück.

Auf bet Fahrt von Diessen am Ammersee nach München, fuhr ein mit 4 Personen be­setztes Auto infolge Versagens der Steuerung gegen einen Baum. Die Insassen (unb zwar ber Wagenbesitzer, sein 17jähriger Sohn, seine Schwiegermutter unb seine Richte! wurden aus dem Wagen geschleudert unb sämtlich schwer verletzt. Sie wurden in die chi­rurgische Klinik nach München gebracht. Auf dem Transport ist ber 17jährige Sohn bereits ge­storben.

1 a r i 9, 17. Sept, (wolsf.) heute vormittag hat cmbouillet unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik ein 2TI i n i ff e r r a f ftattgefunben. Wie das amtliche Kommunique besagt, wurde beschlossen, nicht auf den Vorschlag des von der Sowjetregierung formulierten Richteinmischungspaktes zu antworten, da die Sowjetregierung in dieser Hin­sicht bereits am 29. Oktober 1924 eine unbe­dingte und absolute Verpflichtung übernommen hatte, deren Einhaltung die fran­zösische Regierung zu überwachen sich Vorbehalte. Der THinlfferrat war andererseits der Ansicht, daß in keiner Weise gegenwärtig ein Ab­bruch der diplomatischen vezie Hun­gen gerechtfertigt ist und hat den russischen Vorschlag eines Richtangrifsspaktes zurück- g eft e t U, der der poltlt Frankreichs wie auch dein Sicherheilsbedürfnis feiner Allilerlen im Offen ent­spricht. Der Rlinifferraf hat infolgedessen den Außenminister beauftragt, diese Verhandlungen fortzusehen.

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(Eigenartige Auswirkung eines Anfounfalles.

Der Bürgermeister von Ratibor, Ellendt, verlor bei der Rückfahrt vom Oberfchlesifchen Städtetag Im Dorf Krawarn bei der Abwehr eines ihn belästigenden den Infektes die Herrschaft über den von ihm ge­steuerten Kraftwagen, der in den Straßengraben fuhr und sich überschlug. Der Bürgermeister und sein Chauffeur wurden herausgeschleu- d e r t und kamen unter den Wagen zu liegen. Beide erlitten nur leichte Verletzungen. Dem Bürgermeister schlang sich aber seine goldene Uhrkette um den Hals, und ehe Hilfe kam, crfHdte er.

Schwere Unglücksfälle bei einem Motorradrennen.

Im Verlaufe des vom Bremer Motorrad- llubs am Sonntag bei Wildeshausen abgehaltencn Rennen um den Preis der Hansestädte ereigneten sich, da die Straßen infolge anhaltenden Regens stark verschlammt waren, mehrere älnglücks- fälle. Der Bremer Fahrer Osten stürzte und verstarb an den Folgen eines Schädelbruches. Auch Dr. Hops- Bremen stürzte, wurde über­fahren und erlitt einen Armbruch. Von H o l - len-Bremen erlitt durch Sturz ernsthafte Kopf­verletzungen. Ein am Rennen unbeteiligter Mo­torradfahrer, M i t to o 11 e n aus Bremen, fuhr gegen einen Baum und blieb mit einem Knöchel- bruch liegen.

Schweres Flugzeugunglück in Amerika.

In Plainfield (Reu Verseh) verunglückte ein Flugzeug mit zehn Passagieren, von Denen nach dem Absturz acht schwer verletzt aus den Trümmern herausgezogen wurden. Von die­sen acht sind schon nach türzer Frist fünf gestorben. Cs besteht auch wegen Der übrigen Verunglückten noch ernste Besorgnis. Das ver­unglückte Flugzeug ist eine Fokkermaschine, die eine Reihe kurzer Flüge mit je acht Passagieren machte. Beim fünften Fluge befanden sich zehn Passagiere an Bord. Das Flugzeug erhob sich zwar vom Boden, aber der Motor setzte aus und der Apparat stürzte ab und wurde zer­trümmert.

3n die Schere gestürzt.

Einem seltenen Unfall fiel in Beuthen ein fünfjähriges Mädchest zum Opfer. Es stand mit einer Schere in Der Hand auf der Fußbank, verlor plötzlich Das Gleichgewicht unb fiel so unlücklich zu Boden, baß ihm bie Schere in bie Schläfe drang. Das Kind war sofort tot. ,

3m Paddelboot über den Kanal.

Zwei junge Leute, ein Schweizer namen. Wehlie und ein Oesterreicher namens Walte Klausmeher, starteten bei Boulogne-sur-mer in einem Kautschukboöt von fünf Meter Länge, um Den Kanal zu durchqueren. Sie beabsichtigten in sechs bis sieben Stunden Fahrt in London zu sein. Durch starken Wind wurde das Boot je­doch in Richtung Weft-Süd-West abgetrieben so daß die beiden Studenten abends nach acht­stündiger Fahrt in der St. Margueritbucht zwi­schen Deal und Dover landeten. Sie beabsichti­gen, wenn möglich, die Reise nach London bei günstigem Wetter in ihrem Boot fortzufetzen

Reiche Diebesbeute.

Sonntag nachmittag wurde in B e r 1 i n ein Ein bruch in ein Iuwelengeschäft in der Fried­richstraße verübt. Die Diebe drangen zuerst in ein benachbartes Lotterieeinnehmergeschäft ein, durch brachen bie Wanb unb gelangten so in bas Gold- Warengeschäft. Sie haben für etwa 150 000 Mark Brillanten, Uhren unb Golbwaren gestohlen.

Fraulein, bitte Tokio?

Anläßlich der kürzlichen radiotelephonischen llebermitilung Berl in Buenos-Aires hat Graf Arco angekünbigt, daß wir in absehbarer Zeit um bie Gesamterbe sprechen könnten. Graf Arco hat weiter erklärt, daß voraussichtlich noch in diesem Jahre drahtlose Telephonversuche Berlin- Tokio stattfinden werden. Wie dasBerl. T." er­fährt, werden jetzt bald die angekündigten Telephon­versuche zwischen der japanischen unb beutschen Hauptstadt mittels Kurzwellensenber stattfinben.

Die Wetterlage.

Sonntaq, den. Sept. 2 7

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* Schnee & Sraupem MeDei K Gewitter.(§)wmd$tiiie. Kh sehr leichter Ost massiger Sufl$oowe$i q jtormsener «ordwesl Cie Pfeile flieoen mit dem winde Pie do den Stationen stehenden Zah­len gehen die Temperatur an. Die Urnen verbinden Orte mit gleichem ut Aeeresmveau umgerechneten Luftdruck

ALeLtervorautzsage.

Die Randstörungen des skandinavischen Tiefs sind weiterhin bestimmend für unsere Wetterlage, älnter Westluftströmung bleibt das unfreundliche, kühle und auch regnerische Welter fortbestehen.

Wettervoraussage: Wolkig mit zettweisem Aufklaren, kühl, vereinzelte Rieders<ÄÄge, um West drehende Winde.

Witterungsaussichten für Mittwoch: Roch keine wesentliche Aenderung.

Lufttemperaturen am 18. September: mittags 11 Grab Celsius, abends 9,4 Grab Celsius, am 19. September: morgens: 9,6 Grad Celsius. Erd- temeperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 18. Sep. temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 18. Scp- ber: morgens 11,7 Grad Celsius. Maximum 13,2 Grab Celsius, Minimum 8,2 Grab Celsius. Nie­derschläge 3,4 Millimeter. Sonnenscheindauer: eine Viertelstunde.