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Montag, 19. September ivz<

IZl. Jahrgang

Ur. 219 Erstes Blau

Freiheit einzurieten.

zunehmen, die ihnen das verblendete Deutschland hingeworfen habe. Arn 10. Februar 191Z sei Die California" torpediert worden, wobei drei ame­rikanische Kinder ums Leben gekommen seien. Gleichzeitig habe das Hohenzvllernreich in Mexiko üble Intrigen gegen die Vereinigten Staaten anzuzetteln gesucht. Das sei zu viel gewesen. Weil Deutschland das Völkerrecht bei der Führung des U-Doolkrieges verletzt habe, Hütten die Vereinigten Staaten sich auf die Seite der einen Partei gestellt. Sie hätten triefen schweren Entschluß gewiß nicht gefaßt, wenn sie nicht England, Frankreich, Belgien. Italien und die anderen Alliierten als die Vertei­diger einer gerechten Sache angesehen unt> wenn sie es nicht für ihre Pflicht gehalten hätten, an ihrer Seite für das Heil der

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Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THtzriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein; für den An­zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen.

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DramatischeRatssitzung in Genf

Stresemann an der Seite Ungarns int Streit um die rumänische Agrarreform.

Genf, 17. Sept. (Sil.) Die öffentliche Sitzung des Dölkerbundsrates, auf deren Tages­ordnung als erster Punkt der ungarisch-rumäni­sche Streitfall steht, begann mit der Verlesung des Berichtes des für diese Frage eingesetzten Dreier-Komitees (England, Japan und Chile) durch den Berichterstatter,

Außenminister Chamberlain.

Der Bericht stellt nach eingehender Darstellung der historischen Entwicklung des Konfliktes fol­gende Bechtsgrundsätze zu seiner Beilegung fest: Schaffung einer Agrar-Reform, die nicht im Gegensatz zu den Bestimmungen des Frie- derrsVertrages stehe. Shi der Behandlung der Ungarn und Rumänen bei der Durchführung der Agrar-Reform dürfe keinerlei Un­gleichheit bestehen. Das Ratskomitee schlägt vor, Rumänien zur Ernennung eines Er­satzrichters für den aus dem gemischten Schiedsgerichtshof zurückgezogenen Richter aufzu­fordern. Die beiden Parteien sollen sich auf die allgemeinen Rechtsgrundsätze des Gutachtens einigen. Im Fa^le einer Ablehnung durch Ungarn soll Rumänien von der Ernennung eines Ersah- richters für den gemischten ungarisch-rumänischen Schiedsgerichtshof ab sehen. Im Falle einer Ablehnung durch Rumänien^ soll der Rat die Maßnahmen ergreifen, die für das Infunktion - treten des gemischten Schiedsgerichtshofes not- wendig sind.

Rach einer kurzen Geschäftsordnungsdebatte, die die verschiedenarttgsten Auffassungen der Ratsmitglieder scharf zu Tage treten ließ, legte der 82jährige erste ungarische Delegierte,

Graf Apponyi,

in einstündiger formvollendeter Rede den Stand­punkt der ungarischen Regierung dar. Er er­klärte. daß er die Vorschläge des Ratskomitees nicht annehmen könne. Ungarn fordere lediglich, daß die Streitfälle durch den im Vertrag von Trianon geschaffenen ungarisch-rumänischen Schiedsgerichtshvf entschieden würden. Rachdrück- lich wies Graf Apponyi darauf hin. daß es sich in dem Streitfall um die rein prinzipielle Frage der Anerkennung des Schiedsgerichtsgedankeiis handele. Der Hauptgrundsatz des Völkerbundes sei die Schiedsgerichtsbarkeit; die Friedensver­träge hätten den Schiedsgerichtsgedanken als Grundlage ihrer rechtlichen Bestimmungen. Die Vorschläge des Ratskomitees, die eine Ein- schränkung der rechtlichen Souveränität der Schiedsgerichtsbarkeit bedeuteten, seien eine ernste Gefahr für den Völkerbund. Das Vertrauen sei allgemein nicht so gefestigt, wie man es im Völkerbundsrat annehme. Eine Besprechung der Grundsätze der Schiedsgerichtsbarkeit durch den Rat würde in der öffentlichen Meinung das Vertrauen zum Völkerbund aufs ernsteste ge­fährden. Der Rat habe eine politische Autorität, das Gericht jedoch eine rechtliche und hierdurch auch eine moralische Autorität, die zu verletzen der Rat nicht befugt sei. Die ungarische Regie­rung müsse es ferner ablehnen, dem Rat ein Recht zur Interpretatton der Friedensverttäge zuzu gestehen.

Der rumänische Auhenminister Tilulescu

erklärte, die Agrarreform in Rumänien sei eine polittsche Maßnahme, von deren Durchführung und Aufrechterhaltung der soziale Frieden in Rumänien abhänge. Jede Maßnahme, die Dte Agrarreform in Frage stelle, oder deren 'Shirq)* führung abändere, würde eine Gefährdung des sozialen Friedens in Rumänien bedeuten. Rur durch die Agrarreform sei es Rumänien möglich gewesen, Osteuropa vor dem Bolschewismus zu retten. Der Rat könne auf Grund des Artikels 11 des Dölkerbundspaktes alle Maßnahmen treffen, die zur Aufrechterhaltung des Friedens.not­wendig feien. Ungarn solle sich der Entscheidung des Rates fügen.

Außenminister Chamberlain erklärte, die Entscheidung sei für das Rats­komitee die gewesen, ob hier eine Überschreitung der Befugnis des gemischten Schiedsgerichtshofes vorgelegen habe. Dieser sei nach Auffassung des Komitees kompetent lediglich für eine Reche fest­umgrenzter Fragen, jedoch nicht für die Fragen, die die Souveränität eines Landes be­rührten. Die Anrufung des Haager Schiedsge­richtshofes, wie dies von Ungarn verlangt werde, sei infolge der Oppofitton Rumäniens nicht mög­lich Chamberlain betonte, daß durch die Zurück­ziehung des rumänischen Schiedsrichters der gemischte Schiedsgerlchtshof außer Funkt i o n getreten sei. Das Ratskomitee sei zu der Auf­fassung gelangt, daß der gemischte Schiedsge­richtshvf sich ausschließlich mit der Frage zu befassen habe, ob den ungarischen Optanten eine andere Behandlung bei der Durchführung der Agrarreform zuteil geworden sei, als den rumä­nischen Staatsangehörigen. Es müsse jetzt ge­prüft werden, welches die richtige Interpreta. tion der Desttmmungen des Vertrages von Tria­non sei. Die ungarischen Optanten könnten seiner Auffassung nach keine bevorzugte Behandlung gegenüber den rumänischen Staatsangehörigen und den Ausländern fordern.

Der deutsche Aufoenmmifter Dr. Stresemann

erklärte, er könne sich den vom Ratskomrtee vor- gelegten Empfehlungen nicht in allen Punkten anschließen. Graf Apponyis Ausführungen hätten auf ihn einen starken Eindruck gemacht. Dr. Stresemarm wandte sich gegen den Vorschlag des Ratskomitees, die Ernennung der Ersah- schiedsrichter für den gemischten Schiedsgerichts- Hof von der Zustimmung Ungarns zu dem Vor­schlag des Komitees abhängig zu machen. Hierin liege eine gefährliche Verquickung von Politik und Recht. Der Völkerbunds­rat könne wohl grundsätzlich seine Auffassung in einem Konflikt zum Ausdruck bringen, er könne aber nicht seine Rechtsauffassung den Par­teien aufzwingen. Dr. Stresemann machte dagegen den Vorschag, den Streitfall zunächst zur Herbei­führung eines rechtlichen Gutachtens dem Haager Schiedsgerichtshvf zu über­weisen, falls der Vorschlag des Ratskomitees von beiden Parteien nicht freiwillig angenom­men werden sollte. Wenn der Gedanke der Le­bensinteressen der einzelnen Staaten im Widerstreit mit dem Gedanken der Schieds­gerichtsbarkeit gebracht werde, könne der Gedanke der unbedingten Schiedsgerichtsbarkeit ernsthaft gefährdet werden. Er müsse in seiner großen Bedeutung herabgedrückt^ werden. Der rumänisch-ungarische Konflikt berühre un­mittelbar diesen Gedanken. Darin liege die außer­ordentliche Tragweite und Verantwortung bei der Entscheidung -des Rates. Beide streitenden Parteien mühten sich der authentischen Aus­legung, die vom Internationalen Schiedsgerichts- Hof als rechtliches Gutachten einzuholen wäre, anschließen. Zur Unterrichtung des Völkerbunds-

I rates müsse das letztmögliche getan werden. Mit der Entscheidung des Rates im ungarisch-rumä­nischen Konflikt ständen das Ansehen und die Bedeutung des Völkerbundes in engem Zu­sammenhang.

Der Bölkerbundsrat wird am Montag die Be­handlung des ungarisch-rumänischen Streitfalles fortsetzen. Man rechnet allgemein damit, daß als vorläufige Lösung der Völkerbundsrat ein Rechtsgutachten des Haager Schieds­gerichtshofes einholen wird, und daß dann die endgültige Klärung des Streitfalles auf einer der nächsten Ratstagungen erfolgt. Die ungarische Dele­gation lehnt nach wie vor die Annahme des Gut­achtens des Ratskomitees ab und verlangt Entschei­dung des Streitfalles durch den gemischten ungarisch- rumänischen Schiedsgerichtshof oder Herbeiführung zunächst eines Rechtsgutachtens des Haager Schieds­gerichtshofes.

steller die Grundlage des Versailler Vertrages bildet und ohne die der Vertrag keine moralische Berechtigung habe: Deutschlands Verantwortung am Weltkriege." Eine Sonnlagsreöe poincares.

Amerikas Eintritt in den Weltkrieg.

Paris, 18. Sept. (WTD.) Auf einem von der französischen Regierung zu Ehren der ameri­kanischen Legion gegebenen Bankett schilderte Ministerpräsident Poincare die Gründe der Vereinigten Staaten, schließlich in den Krieg einzugreifen. Es sei wahrscheinlich, daß sie sich abseits gehalten hätten, wenn sie nicht die Rot­wendigkeit empfunden hätten, eine Reihe be­leidigender Herausforderungen an-

viele Hunderte von Fahnen der Der- \ bände und die Chargierten der Universität- ' nigsberg und der Technischen Hochschule in Dan- , zig aufgestellt, ein Bild von wunderbarer Schon- . $ eit, von dem der Reichspräsident tief ergriffen war. Wuchtige Posaunenklänge begrüßten den Reichspräsidenten. Dieser legte svdann an dem in der Mitte des Ehrenhofes errichteten Altar einen goldenen Kranz zu Ehren der Gefallenen mit einem stillen Gebet nieder. Zahlreiche wettere Kränze bedeckten schnell den ganzen Altar. Rach Gesangsvorträgen begab sich der Reichspräsident mit seiner Begleitung in den sogenannten Zah­nen türm, wo er sich in das Goldene Buch eintrug. Ein Rundgang durch die ganze Denk- malsanlage machte den Beschluß der Feier un Ehrenhof. Inzwischen hatten sich die Verbände auf der Straße nach Hohenstein zum Vorbei­marsch vor dem Reichspräsidenten und den Heer­führern geordnet. Auch hier bot sich den nach Zehntausenden zählenden Zuschauern ein farben­prächtiges Bild. Der Vorbeimarsch mit llingen- dem Spiel nahm über zwei Stunden in An­spruch. Rach seiner Beendigung begab sich der Reichspräsident im Kraftwagen nach Allenstem. Am Abend erfolgte eine festliche Beleuchtung des Denkmals, verbunden mit Zapfenstreich.

Das Echo der hindenburgrede.

Französische Blätterstimmen.

Paris, 19. Sept. (WTB. Funkspruch.) Mit der Rede des Reichspräsidenten in Tannenberg beschäftigen sich bis jetzt nur wenige Blätter. Der sozialisttschePeuple hält Die gestrige Feier auf Fort Douaurnont, wo ein Denk­mal für das Massengrab der dort beigesehten alliierten Soldaten eingeweiht wurde, der Feier von Tannenberg gegenüber und erklärt: Marschall P 6 t a i n habe von der Verteidigung eines Ideals der Zivllisatton durch die Intellektuellen gesprochen. Hindenburg habe erklärt, daß Deutsa)- land für den Krieg nicht verantwortlich sei. Die ganze nattonalistische Presse in Frankreich werde hefttg protestieren und daran erinnern, daß Deutschland allein den Krieg gewollt habe und der einzig Verantwortllche vor der Geschichte sei, und dergleichen mehr.Wir," so fährt das Blatt fort,sind der Ansicht, daß diese politisch-mili­tärischen Kundgebungen, acht Jahre nach dem Waffenstillstand, mehr als überflüssig sind. Es ist überhaupt hier wie in Deutschland anderes zu sagen und zu tun. Der Geist von Verdun und der Geist von Tannenberg können nicht ohne Gefahr in den beiden Ländern kulttviert werden. Es wäre besser, den Geist des Völkerbundes zu entwickeln, sich entschlossen der Zukunft, der Wiederversöhnung und dem Frieden zuzuwenden, anstatt in großen Debatten kriegerische Erinne­rungen wachzurufen, die nur den Haß erwecken.' Figaro" schreibt:Den Versailler Vertrag zunichte zu machen und die Debatte über die Kriegsveranlwortlichkeit wieder aufzurollen, so schlägt der Reichspräsidentfeierlich" vor. Die Stuiide ist glücklicherweise noch nicht gekommen, in diesem Punkte nachz'.. «>en. Vielleicht war es gut, daß die Feier von Tannenberg uns erneut d i e wahre Sprache Deutschlands zu Gehör gebracht hat."

Die englische Presse.

London, 19. Sept. (WTB. Funkspruch) Die Berliner Korrespondenten der Londoner Blätter berichten ausführlich über die Sannen* bergfeier und die Rede des Reichspräsi­denten von Hindenburg. Der Berliner Korrespondent desDaily Telegraph" bezeichnet die Rede des deutschen Reichspräsidenten als eine Erklärung, die Deutschland von der Anschuldi­gung befreien soll, den Weltkrieg verursacht und ihn entgegen den Regeln zivilisierter Voller ge­führt zu haben. Die Worte des Reichspräsidenten könnten auch auf gefaßt werden als Antwort auf gewisse neuerliche Kundgebun­gen in Frankreich und Belgien und als eine Ergänzung zu Streseinanns Rede in Genf.Daily Mail" sagt:Wenn die natio­nalistischen Redner in Deutschland gegen die Behauptung protestieren, daß Deutschland allein" für den Krieg verantwortlich gewesen sei, so wird man bemerken, daß Reichspräsident von Hindenburg noch einen Schritt wei­tergeht." Der Berliner Korrespondent der Daily Chronicle" schreibt:Deutschland hat in der Person seines Staatsoberhaup­tes öffentlich und nachdrücklich jede Verantwortung für den Ausbruch des Weltkrieges bestritten und eine Herausforderung an die Welt erlassen, um sie dazu zu bringen, die Angelegenheit einem un­parteiischen G ericht shvs zu unterbrei­ten." Der Korrespondent sagt Wetter:Abgesehen von dem Rachdruck der Worte des Reichspräsi- ' denten seien Begleitumstände vorhanden, die zu ; der Annahme rechtfertigten, daß die Regierung Marx den gegenwärtigen Augenblick gewählt i habe, um das strittig zu machen, was nach I Ansicht deutschnattonaler Politiker und Schrift-

Hohenstein, 18. Sept. Zur Einwechung ' des Tannenberg-Rationaldenkmals hatte sich auf I dem li/2 Kilometer von Hohenstein entfernten Denkmalsplatz eine vieltausendköpfige Menge em­pfunden. In langer Front waren Die null- torischen Verbände und Vereine, die zahlreichen Mittämpser der Schlacht bei Sonnenberg aus Ostpreußen und aus dem ganzen Reiche ausge­stellt. Etwa um ID/2 Uhr erschien der Herr Reichspräsident, der Uniform des Gene- Vllfeldmarschalls trug, von seinem Staatssekretär Dr. Meißner und seinem Adjutanten, Maior v. Hindenburg, begleitet. Als Vertreter der Reichsregierung erschienen der Reichskanzler Dr. Marr sowie die Reichsminister Dr. Gehler und Dr. v. K e u d e l l. Die preußische Regierung war durch den Innenminister G rzes ins k 1 so­wie den Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen Siehr vertreten. Von Generalen D?r alten Armee waren u. a. Ludendorff, M a ck e n - fen Francois und Morgen anwesend. Die Reichswehr war verrieten. durch den Be­fehlshaber des Gruppenkommandos 1 D. Tschischwih, den Befehlshaber des Wehr­kreises I Generalleutna nt v. C ß b e ck , und zahl­reiche höhere Offiziere. Am Rordzugang des Denkmalsplahes begrüßte der Vorsitzende des Tannenberg-Rattonaldenkmalvereins, General­major a. D. Kahns, den Herrn Reichspräsi­denten mit einer Ansprache, in der er ihn Will­kommen hieß und erklärte: Wie Tannenberg 1914 dank dem überragenden, verantwortungsfreudi- pn Führerwillen, dank glühender Vaterlands liebe und Heimatliebe, dank Der über alles Lob erhabenen Heldentaten Der Mitkämpfer emst Die Befreiung Ostpreußens aus bitterster ^iegs- not bedeutete, so soll der heutige Tag nut Gottes Hilfe befreiende Schicksalswende für Deutschland werden und den Geist von Tannenberg 1914 im deutschen Volle wieder wecken und wach erhalten in allen Zeiten.

Der Reichspräsident

erwiderte hierauf mit Worten des Dankes für den willkommengruh und fuhr dann mit er­hobener Stimme fort:Das Tannenberg-Ratio­naldenkmal gilt in erster Linie dem Gedächtnis derer, die für die Befreiung der Heimat gefallen sind. Ihr Andenken, aber auch die Ehre meiner noch lebenden Kameraden verpflichtet mich da­zu, in dieser Stunde und an dieser Stätte feier- lichst zu erklären: Die Anklage, daß De u l s ch l a n d schuld sei an diesem größten aller Kriege, weisen wir. das deutsche vokk in allen seinen Schichten, einmütig zurück. Richt Reid, haß oder Eroberungslust gaben uns die Waffen in die Hand. Der Krieg war uns vielmehr das äußerste, mit schweren Opfern des ganzen Volkes verbundene Mittel der Selbst­behauptung einer Welt von Feinden gegen­über. R e i n e n h e r ; e n s sind wir zur Ver­teidigung des Vaterlandes ausgezogen, und mit reinen händen'hal das deutsche Heer das Schwert geführt. Deutschland ist jederzeit bereit, dieses vor unparteilichen Richtern nachzuweisen 1

Der Reichspräsident gab soDann Dem Wunsche Ausdruck, Daß an Diesem Erinnerungsmai stets innerer HaDer zerschellen möge, und schritt nach Oeffnung Der Pforte zum Vattonal- Dcntmal Die Ehrenkompagnie ab, begrünte Die erschienenen Ehrengäste und fuhr Dann im 2Sagen Die lange Front Der kameradschaftlichen Vereine und Der Mittampfer der Schlacht bei Tannenberg ob. Die Abfahrt der Front Dauerte ettoa ein* undeinehalbe ©tunDe. Inzwischen hatten sich die Fahnen der ehemaligen Regimenter und Die Ehrengäste um die Rednerkanzel postiert. Rach- Dem der Reichspräsident mit seinen Begleitern in den Kreis getreten war, folgte, eingebettet durch einen Choral, Der Feldgottesdienst, Den Der evangelische und der katholische Feld­geistliche abhielten. Flieger umkreisten den Denk- malsplatz. Mit Gebet und Dem letzten Vers desniederländischen Dankgebets" schloß Der weihevolle Gottesdienst. Reichspräsident v. Hindenburg trat Dann an Die Redner- kanzel heran, von der aus Regierungsbaumeister Krüger, dessen preisgekrönter Denkmalsentwurf zur Ausführung gelangte, an alle feine Mit­arbeiter herzliche Worte des Dankes richtete, und Den goldenen Schlüssel zum Tore des Denk­mals dem Vorsitzenden des Denkmalausschusses, Generalmajor a. D. Kahns, übergab. Dieser ließ mit einer kurzen Ansprache Den Schlüssel Dem ReichspräsiDenten überreichen. Auf die An­sprache erwiderte Der Reichspräsident mtt fol­genden Worten:

Möge der Geist von Tannenberg durch dieses Denkmal der Rachwelk erhallen bleiben!

Der Zug mit Dem Reichspräsidenten an Der Spitze, bewegte sich nunmehr zu Dem Rordtor Des Denkmals, Das Der Reichspräsident öffnete. Durch die gewaltigen eichenen Türen durch­schritten Der Reichspräsident und Die Ehrengäste Dad Tor und gelangten in Daß Innere des Ehrenhofes. Hier hatten sich terraffcnformig

Die Einweihung des Tannenberg-National-venlmals.

Der Reichspräsident von Hindenburg weist die Anlage von Deutschlands Schuld am Kriege zurück.

GictzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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