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Maingau.

WED. Frankfurt a. M. 18. März. Die I. -G. -Farbenindustrie hat vor einigen Tagen s.ch ein gröbere» Gelände an der Bürger- straßc Zwilchen der Guileutstraße und dem Main- kai. gesichert. auf dem die Gesellschaft ein Hoch­haus von 15 Stockwerken zu errichten gedenkt Die Baukosten werden mit ungefähr 9 Millionen veranschlagt. D-e Geseilfchaft beab­sichtigt, in dem Gebäude ihren gesamten kauf­männischen und technischen DerwaltungZapparat für dos ganze Reich unterzubringen. Bei der ausgezeichneten finanziellen Lage des Zarben- trusts ;fl als sicher anzunehmen, dab das 15- ftockwerkige Hochhaus auch unter Dach und Fach kommt und nicht - wie beimBogel-Hochhaus" in der Hohenzollernstraße vorzeitig einge­stellt werden must. Die Voruntersuchung gegen den Installateur und Fuhrunternehmer Johann Friedrich S ch u l t h e i st aus Wissels­heim weg?n Ermordung desIuwelicrs Grebenau ist nunmehr abgeschlossen. Es wurde seitens der Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn wegen Morde», Raubes und ver­botenen Waffenbesitzes erhöbet. Rechtsanwalt Zugehor wurde zum Offizialverteidiger deS Schultheist bestellt. -- Die in der Äannengießer- flraße tonhnenbe 64 Jahre alte Ehefrau Schil­ling versuchte, da sie ihre Schlüssel ver­gessen hatte, durch einen Luft schacht In ihre im dritten Stockwerk gelegene Wohnung z u Heftern. Dabei scheint die alle Frau einen Schwindelanfall erlitten zu haben und stürzte in den Hof hinab, wobei sie ein Glasdach durchschlug. Sie mustte mit schweren Schnittwunden und inneren Verletzungen im Krankenhaus eingeliefert werden, wo sie schwer darniederliegt. Man hosst jedoch, sie am Leben erhalten zu können. Gestern nachmittag stürzte an einem Hause in der Stallburgstraste der 61 Jahre alte Weißbinder Anton Bar- gon aus Dombach bei Äamöerg während der Arbeit von einem hohen Gerüst ab. Er erlitt infolge des Sturzes so schwere Verletzung gen. daß er sofort tot war Gestern nach­mittag wurde in einer Gartenkolonie zwi­schen dem Bahnhof Bonames und dem sogen. Hlmenrid ein männliches Skelett beim Graben in einer Tiefe von 40 bis 50 Zentimeter aufgefunden, das schon längere Zeit dort ge­legen haben muß.

Kreis IvulOo.

WSR Fulda, 18. Marz. Gestern nachmit­tag um i .4 Ußr rannte ein mit zwei Personen besetztes, von Kohlhaus kommendes Motorrad in der Frankfurter Straße gegen eine G ar- teneinfriedung. Dabei wurde der auf dem Soziussitz mitfahrende Rangierer Karl R o ß - seid gegen einen Detonpfosten geschleudert und erlitt einen schweren Schädelbruch, an dessen Folgen er aus dorn Transport zum Ätan- keichaus verstarb. Der Führer des Kraftrades,

etn hiesiger Lokomotivführer der fernen Führer­schein hatte, blieb unverlem

Frühlingsanfang.

Am 21. März, um 3 ilbr 59 Minuten nach­mittags, durchschreitet die Sonne in ihrer fcaan- baren Rordwänsbeweaung. die ja nur ein Spie­gelbild der wahren Erdbewegung ist. den Ac-gua- tor und tritt von der südlichen auf die nördliche HimmelShälfte über, um nun auf dieser, bis zum 22. Juni immer hoher steigend und dann w.cdrr absinkend, ein halbes Jahr lang, bis zum 24 September, zu verweilen. Am 2 1. IBär,, an dem also die Sonne über dem Aeguator se.ilrccht steht und für alle Orte auf der .Linie" mittags durch den Zenit gebt, sind auf der ganzen Erbe Tag und Rach: gleich lang, wir haben Aequinoktium. und der Frühling beginnt auf der nördlichen, der Herbst auf der südlichHalb­kugel der Erde.

Der Kalender verzeichnet an diesem Datum nach althergebrachlem Brauch den Liebertritt bei Sonne aus dem Tierkreis-Zeichen der Fische in das des Widders, obwohl der tatsächliche Stand der Sonne zu gleicher Zeit etwa 30 Bogengrade weiter westlich, nämlich im westlichen Teile des Sternbildes der Zische ist. Um einen solchen Delrag haben sich die beiden Schnittpunkte der Sonnenbahnebene Iber Ekliptik« mit der Ebene des Aequators seit der Zeit, als noch Tierkreis- Zeichen und Tierkreis-Sternbilder identisch waren, seit etwa 2000 Jahren, durch die Wirlung der allgemeinen Präzession, des Vorrückens der Stern­bilder parallel zur Ekliptik, bis jetzt bereits nach Westen verschoben. Man nennt die Schnittpunkte Frühlingspunkt und den ihm gegenüber­liegenden Herb st punkt! beide wandern in einem Jahre um 50> , Bogensekunden weiter und vollenden den ganzen Kreis in 25 800 Jahren, ein Zeitraum, den manplatonisches Jahr" ge­nannt hat. Wenn daher der Frühlingspuntt gegenwärtig in den Fischen liegt und um 350 vor Ehr. im Widder lag, so befand er sich um 1600 vor Ehr. im Walfisch und um 3250 v Ehr. im Stier.

Um die Zeit der Tag- und Rachlgleichen ist die scheinbare Bewegung der Sonne am größten, die Sonne steigt daher auch jetzt am schnellsten nordwärts, täglich dts zu 23.7 Bogenminuten, entsprechend 0,Z des Sonnenscheibendurchmessers die Mittagshöhe der Sonne über dem Horizont nimmt demgemäß sehr stark zu und beträgt am Frühlingsanfang im nördlichen Deutschland (Breite von 54 Grad) 36. im mittleren Deutsch­land (Breite von 51 Grad) 39 und im südlichen Deutschland (Breite von 48 Grad) 42 Dogengrade. Die Strahlen deS Lagesgestirns fallen bann alfo, namentlich im Süden, schon sehr steil ein. besitzen daher bereits eine stark wärmende Kraft, die die Pflanzenwelt mit Macht aus dem Boden hervor­lockt. Mit dem astronomischen zieht auch der klimatische und mit diesem wieder der phäno- logische Frühling ins Land, der Frühling des Sprossens und Blühens in der Ratur, der Lenz. Lenziamanoth, Lenzmonat, nannte darum Karl der Große in seinem, viele Jahrhundert« lang im Gebrauch gebliebenen deutschen Kalender, den März.

Strafkammer Gießen.

Gießen. 18 März. Sin Ehautteur aus Heldenbergen hatte sich von einem bärti­gen Kaufmann ein Fahrrad geliehen und dieses einem Gastwirt in Frankfurt a. M. verpfändet für ein Darlehen von 50 Mk Er war deshalb vom Am!r-gericht wegen Unterschlagung zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden. 3n der Berufungsinstanz wurde die Strafe auf 50 'M L herunter.cletzt. da der Angeklagte weg n Eigen- tümsvergehcnS noch nicht vorbestraft ist

3n Schotten hatte ein Anhänger der internationalen Bereinigung ernster Bibelforscher Schriften uertrieben. Dabei hatte er im Haufe eines Arztes au sdessen Frage, ob er eine Emp­fehlung vom Schottener Pfarramt habe, beleidi­gende Acußerungen über die Pfarrer gemacht, von denen er keine Empfehlung brauche. Ein Pfarrer aus Schotten stellte daraufhin Straf­antrag. der zur Bestrafung des .ernsten Bibel- forscherö" führte. Seine Berufung gegen diese Bestrafung (100 M k. Geldstrafe) wurde verworfen.

Degen Körperverletzung war ein Ober- aesreiter von 2. K. 15. Rgts zu 1 Wochen Gefängnis verurteilt worben. Er hatte in einer hiesigen Wirtschaft mit mehreren Gästen Streit bekommen und im Verlaufe desfelben drei Biergläser nach seinen Gegnern geworfen, von benen einer am Kopf verletzt wurde ferner hatte er sein Seitengewehr gezogen und einem Gast Stichwunden an der Olafe und der Stirn beigebracht. Seine 'Berufung, die «ine Herab­setzung der Strafe bezweckte, wurde mit Rück­sicht auf sein rohe- Verhalten zurückgewiesen.

Ein früherer Znsassc des Landeszuchthaufes Marienfchloß hatte schwere beleidigende Vor­würfe gegen einen dortigen Werkmeister erhoben. Diefer habe ihm u. a. eine Schere sowie iorte. Aepfel und belegte Brote zugesteckt, sich auch entgegen der Hausordnung bei ihm in der Zelle ausgehalten, über andere Beamte geschimpft, un- schickliche Redensarten geführt und alle» mit den Gefangenen durchgesprochen 3n der Haupt- Verhandlung vor dem Amtsgericht stellte sich heraus, daß sämtliche Behauptungen von dem Angeklagtenwider besseres Wissen" er­hoben waren, um dein Werkmeister eins auszu- wifchcn, eS wurde deshalb auf 3 Monate Gefängnis erkannt. Seine Berufung wurde zurückgewiesen.

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 18. März. Ein 26jähriger Sabril Arbeiter von Ober-Ohmen, der zu Besuch bei feinem Vater, einem Posthalter in Nieder-Genuin- den weilte, sah auf dem Schreibtisch seines Vaters einen irrtümlich dorthin gelangten, zur Weiterbe­förderung bestimmten eingeschriebenen Brief liegen und entwendete ihn. Der Brief enthielt einen für den Adressaten bestimmten Scheck über einen betracht lichen Geldbetrag auf die BezirkssparkasscMalhil- dcnstist" in Friedberg. Mit diesem Scheck ging er in ein hiesiges Aleidergeschäst, gab ihn für gekaufte Kleider in Zahlung und erhielt den Best heraus; auf die Rückseite der Urkunde setzte er den Namen des Empfängers, für den er sich ausgab. Seine An­

nahme. er werde nicht ermittelt werden, war Irig; er wurde nicht lange danach verhaftet und gestand angesichts der Beweise seine lat zu. Wegen Dieb st a h I s und schwerer Urkundenfälschung erbiat er eine Gesamtgefangnisstrafc von 6 Monaten

Ein dtgahriger Zigarrenhersicllcr von Watzen­born erhielt wegen Verfälschung einer öffentlichen Urkunde eine Gefängnis- ft r a f e von .3 Monate n. In einem von dem HanptzoUamt Gießen aufflcnommenen Bestandsver­zeichnis hatte er die Mengenangabe über den bei ihm feftp stellten Rodiabak von 54 Allogramm in 81 umgeändert. Ferner fehlten bei der Bestandsauf­nahme etwa 2" Ailogramm Nahtabak den er zu Zigarren verarbeitet, unversteuert verkauft hatte Biegen dieser Steuerhinterziehung erhielt der zum drittenmal rückfällige Angeklagte die gefetz liche M i n d e ft ft r a f < von 2861,60 M a r k. Schließlich wurde auf eine Ordnungsstrafe von 50 Mark erkannt, well der Angeklagte einem anderen als dem von ihm angemeldeten Raum lagerte.

Turnen, Sport und Spiel.

(Bau Hessen der D. T.

Gauoustvahlsplel Im Handball.

Dem Beispiel vieler Gaue untere» Mittel- rheinkreifeS folgenb, stellt nun auch der Gau Hessen eine Gaumannschaft für Handball zu­sammen. Der rührige Gaufpielwurt hat im Ver­ein mit dem GaufpielauSschuß die nottoenbigen Vorarbeiten geleistet und hat auS den ersten -Mannschaften der Handball spielenden Ikrrme zwei Mannschaften ausgewählt. Es entfenden zu der A- bzw. tt-Mannschaft Spieler: der Turn- und Sportverein Butzb<rch (Teilnehmer an der diesjährigen Derbandsrunde): der Turn- und Sportverein 1860 Marburg (der diesjährige Gau­meister des Hesfengaues): die beiden Vereine der Gießener Turnerfchaft tTurnverem 1846 und Vkäimer-Turnverein): der Turn- und Sportverein 1860 Bad-Rauheim Das AuSwahlspiel finbet auf dem Turn- und Spielplatz deS Münner- Tvrnvereins Gießen (Schifseuberger Tal) statt. Die Spielleitung liegt in Händen deS Turners A. Langsdorf, Bad-Rauheim. Es unterliegt Zw« M daß in diesem AuSwahlspiel ein Spiel von ganz besonderer Güte voraeführt werden wird. Einmal kommt die Spieltüchtigkeit der Ausgestellten zur Geltung und dann tritt auch die Spielerfahrung in Erscheinuitg. Gießens Handballfreunde nxrben Gelegenheit haben, ein Spiel zu sehen, das wert ist, angefeßen zu werden. (Siehe heutige Anzeige.)

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