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die Arbeitslosigkeit als solche zu bekämpfen. Man sollte sich überhaupt mehr als bisher daran ge- tDÖfjncn, IlnterslühungSmaßnahmen nicht als eine Bekäntpsung der Arbeitslosigkeit zu betrachten. Bekämpft wird jede Arbeitslosigkeit nur durch Arbeitsbeschaffung. Der neue Gesetz­entwurf soll aber an Stelle der bisherigen lieber* gangsbestimmungen klare Verhältnisse schaffen. Dabei wird im einzelnen über vieles gestritten werden. Die Grundlage selbst dürfte aber im allgemeinen anerkannt werden.

Der litauische Gefahrenherd.

Don unserem memelländischen Mitarbeiter.

Tilsit. Januar 1927.

Die starke Gärung, in der sich seit dem Abschluß des Weltkrieges und der durch die Fr^densvecträge bedingten Neuordnung der Dinge der Osten befindet, hat durch den Staatsstreich in Litauen neuen Ausdruck gesunden. Die Gründe für die Umwälzung waren innerpoli'.ischer Natur und in der Hauptsache beki'.gt durch die ungünstige Wirtschaftslage und di» schwierigen Finanzverhältntsse. in benen_ sich wie die meisten der von Nußland losgelösten Oststaaten auch Litauen befindet. Ob und in- wiewetl als außenpolitisches Moment der Ver­trag mit der Sowjetregierung, den die nach den letz:en litauischen Wahlen zur Herrschaft ge- long e >m Oktober vorigen Jahres

abgeschlossen halte und der innenpolitisch eine reger: CC i.kett der Kommunisten auslöste, bei dem Umsturz, durch den sich die litauische Rechtslrcise in den Besitz der Macht setzten, eine Nolle gespielt hat. läßt sich schwer ab» schätzen. Ebensowenig läßt es sich Voraussagen, ob i i? yurch die Umwälzung geschaffenen Ver­hältnisse, die ihren Ausdruck fanden in der Wahl Professor S m e t o n a s zum Staats­präsidenten, gewissermaßen als Legalisierung des Staatsstreiches, und in der Bildung des Ka­binetts Woldemaras, von Bestand sein wer­den. Jedenfalls ist die Lage von einer Stabilisie­rung noch weit entfernt und das um so mehr, als sich das Kabinett auf eine feste Parlament tarische Mehrheit nicht stützen kann und. auf Kompromisse angewiesen ist.

Mil einem fest umri»nen Programm über die von ihr zu versolgende Politik ist die neue Ne­gierung bisher nicht hervorgetreten, doch ließen ©rtiärungen des Ministerpräsidenten Woldema­ras erkennen, daß in außenpolitischer Bezi.hung eine Kursänderung nicht geplant sci Das bedeutete auf der einen Seite Beibe­haltung der antipolnischen Einstellung, solange die W i l n a f r a g e nicht im litauischen Sinne gelöst sei, auf dec anderen Seite Aufrechterhal­tung des Vertrages mit der Sowjetregierung und Pflege freundschaftlicher Beziehungen zu Moskau. Gegenüber Memel wollte die neue Negierung ihre Politik auf eine größere gegensei.ige Verständigung stützen. Und was die D^iehungen zu Deutschland anbelangte, so konnte man nach dem, was der Ministerpräsi­dent und Außenminister Woldemaras am 20. Dezember in Kowno den Vertretern der Presse gegenüber eröffnete, darauf schließen, daß die Staatsumwälzung dieser nur förderlich sein würde, zumal auch der Staatspräsident Emetona sich zur Zeit der deutschen Okkupation während des Krieges zum mindesten nicht deutschfeindlich und auch später als Negierungskommissar in Memel 1 für die Wünsche der Bevölkerung ein gewisses y Verständnis gezeigt hatte.

Wenn es aber je einer Negierung gelungen ist, sich zwischen alle überhaupt nur vor­handenen Stühle zu setzen, so ist dies in der kurzen Zeit seiner Amtsführung dem Kabinett Woldemaras gelungen, lind damit gewinnt die Staatsumwälzung in Litauen erhöhte außenpoli­tische Bedeutung. Kaum war die neue Negierung Gebildet, da sollte die Ausweisung von rei reichsdeutschen Nedakteuren auS Memel und Hehdekrug erfolgen. Konnte man zuerst annehmen, daß es sich nur um eine Eigenmächtigkeit des Kriegskommandeurs im Memelgebiete handelte, so wurde diese Erwar­tung getäuscht durch die reichlich naive Erklä­rung des zu Jnformationszwecken nach Memel gekommenen Ministerpräsidenten, daß die Aus­weisungen nur »lokalen Charakter" trü­gen und die amtlichen Beziehungen zu Deutsch­land nicht berührten. Und das, obwohl Herr

OerFroschmitderMaske

Roman von Edgar Wallace.

44. Fortsetzung. Nachdruck verboten

Offenbar ein Frosch!" sagte Elk und war außer sich vor Freude zu hören, daß eine Photographie des Mannes existiere, die ihren Ursprung in einem weitschweifigen und harmlosen Sßijj, dessen Objekt die Köchin war, gesunden hatte. Der Spaß hatte darin bestanden, daß man Im Arbeitskorbe der Köchin eine Photographie des häßlichen Mannes ouffinden sollte, zu welchem Zwecke der jüngste Lakai eine Momentaufnahme gemacht hatte.

Kennen Sie ihn?" fragte Dick, indem er das Bild betrachtete.

Elk nickte.Er ist schon durch meine Hände ge­fangen und ich glaube nicht, daß es mir schwer allen wird, mich seiner zu erinnern, obgleich mir ür den Moment sein Name entfallen ist."

Die Nachforschungen im Statistikbureau offen­barten bald die Identität des Flüchilings, und es erschien eine Vergrößerung des Bildes, der Name des Dieners, die Namen, die er früher getragen hatte und die allgemeine Charakteristika in allen Abendblättern. Einer der Diener gab an, den Schuß gehört zu haben. Aber er war der Meinung ge­wesen, es sei nur eine Türe zuaeschlagen worden, ein verzeihlicher Irrtum,, denn Herr Maitland be­sah die Gewohnheit, alle Türen schmetternd zuzu- schlaaen.

Maitland war ein ganz richtiggehender Frosch", berichtete Elk, nachdem er den Leichnam hatte in die Totenhalle überführen lassen.Auf dem linken Handgelenk ist er wunderschön dekoriert, der Frosch sitzt ordnungsgemäß ein bißchen schief. Nebenbei ge­jagt, ist das einer der Punkte, den Sie mir nie auf­geklärt haben, Kapitän Gordon. Warum es schick ist, aus dem linken Handgelenk tätowiert zu sein, das kann ich noch verstehen, aber warum der Frosch nicht gerade tätowiert wird, das wird mir nie klar werden."

Der vermißte Lakai hotte am Nachmittag ein Telegramm erhalten. Man entsann sich dessen erst, nuchdcm Elk in die Polhcidirektion zurückgckchrt war. Ein Telephonanruf beim Dezirkspostamt brachte eine Kopie der Drahtnachricht. Sie lautete

Woldemaras wissen mußte, daß gerade die Memelfrage bei den deutsch-litauischen Beziehun­gen die ausschlaggebende Nolle spielt. Auf bie deutscherseits erhobenen Vorstellungen ist b:e Ausweisung dann bisher nicht erfolgt, aber auch formell nicht zurückgenommen worden. Daß die vorläufig verhinderte Ausweisung der deutschen Nedakleure nichts anderes bezweckte als die völ­lige Mundtotmachung der deutschen Presse im Memellande, da es memelländische Journalisten sonst nicht gibt und neuen reichsdeutschen Jour­nalisten selbstverständlich die Einreiseerlaubnis nicht erteilt werden würde, ist ohne weiteres klar.

Aber auch im übrigen zeigt dir neue Ne­gierung, daß sie genau wie die bisherige sich über die dem Memellande durch die Memel» konoen ton üe;b rieften Arche hinaegzusetzen und die von jeher verfolgte Bedrückungs- und Ent- nationalisierungspolitll fortzusetzen gewillt ist. Zunächst ist der bisherige Gouverneur des Memelgebietes Schalkaukas, der als Ver­treter dec gestürzten Kownoer Negierung seine Demission eingereicht hatte, auf seinem Posten belassen worden. Schalkaukas aber war es. der den Memelländern das vom memelländischen Landtage gestürzte Landesdirektorium Falk auf­zwingen wollte. Die Ablehnung dieses Direkto­riums. in dem u. a. der Großlitauer Borchert saß. durch den Landtag, in dem bekanntlich von 29 Abgeordneten die deutschgesinnten Parteien 27 Sitze inne hatten, hat den Gouverneur aber nicht gehindert, das Memelland erneut und in noch verstärktem Maße herauszusordern. indem er ohne Fühlungnahme mit den Landtagsparteien den Großlitauer Schwellnus zum Präsiden­ten des Landesdirektoriums ernannte. Wenn Schwellnus seinerseits wieder zwei Großlitauer. den abgelehnten Borchert und einen anderen Großlitauer zu seinen Mitarbeitern bestellt hat, so ist das eine unerhörte Provokation durch die litauische Negierung, die damit zeigt, daß fte es zu einem Einvernehmen mit dem Memelland nicht kommen lassen will und ihre Litauisierungs- bestrebungen in dem zu 99 v. H deutschen Memel- gebiet fortzuseyen beabsichtigt. Selbstverständlich wird der memeliändische Landtag diesen neuen An­griff gegen das Memelstatut und die verbrieften Rechte der Memelländer zurückweisen und das Landesdirektorium Schwellnus ebenfalls ablehnen. Allem Anschein nach arbeitet man in Kowno auf eine Auflösung des Landtages und auf Neuwahlen unter dem Druck des Kriegs­rechtes. der die Presse knebelt und alle bürger­lichen Gerechtsame aufhebt. hin.

Ihren Zweck allerdings wird die Kownoer Regierung nicht erreichen, denn je starker ihr rechtswidriger Druck sich geltend machen wird, desto mehr wird der Widerstand des Memellandes gegen die Bedrückungspolitik wachsen, lind schließlich ist die Hoffnung auch nicht ganz unberechtigt, daß der Völkerbund, dem ja jetzt auch Deutschland angehor! und der über die Innehaltung der Memelkonvention zu wachen hat, noch ein Wörtchen mitspricht. Daß vom Deutschen Reich mit Litauen keinerlei politische und wirtschaftliche Verhandlungen geführt wer­den, solange nicht die Ausweisungen offiziell zurückgenommen und darüber hinaus die uner­hörte Bedrückungspolitik gegenüber dem Memel­lande eine Qlenberung erfährt, ist selbstverständlich.

Wie mit dem Deutschen Reich, so hat sich die Regierung Woldemaras auch zu S o w j e t r u ß- land in scharfen Gegensatz gesetzt. Die litauische Regierung, die, wie es an sich ihr gutes Recht ist, gegen die Kommunisten im eigenen Lande mit aller Schärfe vorgeht, hat vier Kommunisten erschießen lassen, was in Moskau natürlich einen Sturm der Entrüstung beroorgerufen und zu der Ankündigung der Möglichkeit einer Kurs­änderung Anlaß gegeben hat, dahingehend, daß man Litauen zugunsten einer Annäherung an Polen fallen lassen könnte. So hat Kowno den Draht sowohl nach Berlin wie nach Moskau reißen lassen, obwohl jede litauische Regierung, die nicht durch einen Ausgleich mit Polen eine völlige Schwenkung ihrer Außenpolitik beabsich­tigt, wofür im Augenblick noch keine Anzeichen vorliegen, zwangsläufig auf gute Beziehungen zu Deutschland und Rußland Wert legen müßte. Polen andererseits aber hat noch keineswegs seine Absichten auf Litauen aufgegeben. Unter Umständen kann also die Staatsumwälzung in Litauen mit all ihren Auswirkungen zu schwer­wiegenden Komplikationen und einer Aufpollung des gesamten Ostproblems führen.

Oberhessen.

Lanvtrcis Gictzcn.

X Klein-Linden, 18. Jan. Am Sonntag hielt der hiesige K r ie g e r oe r e i n leine dies­jährige Hauptversammlung ab. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß die Tätig­keit des Vorstandes im abgelaufenen Jahre recht befriedigende Ergebnisse gezeuigt hat. In den Vorstand gewählt wurden Polizerdiener Kam. Jung als 2. Vorsitzender, Kam. Fischer als Schriftführer und die Kam. PH. Jung und L. Viehmann als Beisitzer. Im Lause des Winters soll noch eine Veranstaltung mit Licht- bildervorträgen stattfinden.

I! ®aubringen, 18. Jan. Am Samstag hielt der Gesangverein Saubringen seine Jahresschluß-Versammlung ab. Der seitherige Vorstand (I.Vors. Wilh. Roth, Schrists. Karl G r ö l z. Rechner H. L a t s ch) wurde wiedergewählt. Die Rechnungsablage ergab trotz der starken Ausgaben im letzten Jahre einen Ueberschuh. Um die allgemeine große Fest­seuche" nicht allzu stark zu fördern, wird sich der Verein zukünftig an Festlichkeiten nur solcher Ver­eine beteiligen, die ihn bei fernem letztjährigen Feste unterstützten. Ein öffeniliches Konzert, das nächsten Monat stattfindet, soll die Winter­arbeit des Vereins zeigen.

i Allendorf a. d. Lda., 18. Jan. In der Gastwirtschaft zum Bahnhof dahier fand am Sonn­tag eine D ir i g e nten-Ta g ung des Lumdatal-Sängerbundes" unter Vor­sitz von Lehrer Eberle, 2rei8,_ statt, die in Ausführung der Beschlüsse des Sängertages die Aufgabe hatte, die Chöre für das im Juli in Geilshausen stattfindende Bundeswer­tungssingen zu bestimmen. Nachdem die Ge­sichtspunkte festgelegt waren, unter deren Be­rücksichtigung die Auswahl geschehen sollte, be­stimmte die Versammlung einstimmig als Pflicht­chor: »Mei Lieb, das ist ein Röselern" von I. Eberle und als Massenchor: »Mein Vaterland" von C. A. Mangold, einem in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Darmstadt führende^, jetzt unverdienterweise leider fast vergessenen, Komponisten. Ferner soll jeder Bundesverein den »Deutschen Sängergruß" von Methfessel einüben. Die Bestimmung des Kritikers für das Wertungs- fingen soll dem Gesamtvorstand überlassen werden. Damit das Proben des Massenchores am Fest­tag selber nicht zu lange aufhält, sollen mehrere benachbarte Vereine an vorher bestimmten Tagen zu gemeinsamem Proben unter Leitung von Lehrer Eberle zusammenkommen.

Londorf, 18. Jan. Der hiesige Turn­verein hielt am Samstag feine Jahres- h au ptverfammlung ab. Auch das ver­flossene Jahr brachte dem Verein bei Turnfesten wertvolle Siege. Bei der Vorstandswahl wurde Georg B e r l in zum Rechner, Heinrich Schäfer zum Zeugwart und H. Becker und Wilhelm Haffeibach zu Kontrolleuren ge­wählt; die übrigen Vorstandsmitglieder blieben im Besitze ihrer Aemter. Einstimmig wurde be­schlossen, mit der Gemeindeverwaltung zwecks Schaffung eines Sportplatzes in Der- binining zu treten.

v. Londorf, 18. Jan. Am Sonntag abend hielt Herr Heine von derLigazumSchuhe der deutschen Kultur hier einen durch zahlreiche Lichtbilder erläuterten interessanten Vortrag überDie Siedelungsmöglichkeiten in Rußland für Deutschland". Nach dem Vortrag erfreute der Redner das dankbare Publikum durch einige Lieder zur Balalaika.

Hs. Burkhardsfelden, 18. Jan. Nach­dem unsere Pfennigsparkaffe 1923 der Inflation zum Opfer gefallen war, wurde sie im Januar 1925 in Anlehnung an die Bezirks- fparkasse neu ins Leben gerufen. Der Versuch ist in glänzender Weise gelüdt. Vorige Ostern konnten an die Konfirmanden bereits 310 Mk. ausbezahlt werden. Zur Zeit weist das gemein­same Sparlassenheft 2100 Mk. auf. so daß durch die außerordentlich rege Spartätigkeit von nur zwei Klassen in zwet Jahren über 2400 Mark zufammengekommen sind. Für unser lleines Dors gewiß ein erfreuliches Ergebnis.

ch ©rüningen, 18. Jan. Die Unternehmer die Au tost recke H o l z h e i mG eßen ha­ben, da die bisher benutzten Auto-Omnibuise we­gen öfterer Reparaturen den Betrieb nicht be­wältigen konnten, einen neuen Wagen an- geschafft, der von der Firma Benz geliefert

sehr einfach:Schluß machen und verschwinden!" waren die drei Worte ihres Inhalts. Die Botschaft trug keine Unterschrift. Sie war um zwei Uhr beim Tempelpostamt eingereicht worden, und der Mörder hatte keine Zeit verloren, seine Instruktionen aus» zuführen.

Maitlands Bureau war in Händen der Polizei und eine systematische Untersuchung der Dokumente und Bucher war im Gange.

Um sieben Uhr abends begab sich Elk nach Fitz- roy Square, und Johnson öffnete ihm mit erstaun­ter Miene die Türe. Elk sah den Gang mit Möbeln und Packkisten angefüUt und erinnerte sich, daß Johnson ihn am frühen Morgen von seinem bevor­stehenden Umzua unterrichtet hatte.

Sie sind schon gepackt?"

Johnson nickte.Ich gehe sehr ungern von hier fort," sagte er.Aber es ist hier leider viel zu teuer für mich. Es scheint, als ob ich nie eine andere Stellung bekommen sollte und ich möchte dieser Möglichkeit vernünftig ins Gesicht sehen. Wenn ich in Balham wohne, kann ich recht bequem leben und ich habe nicht viel kostspielige Liebhabereien."

Und wenn Sie sie haben, so können sie ihnen jetzt nach Belieben frönen", sagte Elk.Wir haben das Testament des Alten gesunden. Er hat Ihnen alles vermacht."

Johnson riß Mund und Augen auf.Machen Sie einen Witz?" fragte er.

,Lch mar noch nie in meinem Leben fo ernst. Der Alte hat Ihnen alles, bis auf den letzten Pennn vermacht. Hier ist eine Testamentsabfchrift. Jcy dachte mir, daß Sie sie gerne sehen würden."

Er öffnete seine Brieftasche, zog ein Papier her­aus und Johnson las:

,£d), Ezra Maitland wohnhaft in Eldor- ftreet Nr. 193, Grafschaft Middlesex, erkläre dies als meinen letzten Willen und verfüge formell, daß alle anberen Testamente und Kodizille zugun­sten dieses hier für ungültig erklärt werden. Ich vermache meinen ganzen beweglichen und unbe­weglichen Besitz, alle Ländereien, Häuser, Urkunden, Anteile an Aktiengesellschaften jeglicher Art, alle Anwartschaften, allen Schmuck, Autos, Wogen, also meine ganze gesamte Habe ausschließlich Philipp Johnson, liitzroy Square Nr. 471, Beamten in London. Ich erkläre, daß er der einzige ehrliche Mensch ist, den ich je in meinem langen, f ummer-

vollen Leben angetroffen habe und ich weise ihn an, sich mit der unermüdlichsten Sorgfalt der Vernichtung der Organisation zu widmen, die als jene der Frösche bekannt ist und die vicrundzwan- zig Jahre lang große Summen von mir erpreßt hat."

Es war In einer Johnson vertrauten Handschrift unterzeichnet und von zwei Zeugen kontrajigniert. deren Namen er kannte. Johnson setzte sich nieder und schwieg eine lange Zeit hindurch.

Ich habe in den Adendblätern von dem Mord gelesen," sagte er nach einer kleinen Weile. ,Lch bin auch zum Hause hingeganaen, aber die Polizisten haben mich an Sie gewiesen und ich wußte, daß Sie viel zu beschäftigt seien, als daß ich Sie hätte stören mögen. Wie ist er getötet worden?"

Erschossen!" sagte Elk.

.Haben Sie den Mann gefangen?'

Wir werden ihn wohl morgen früh haben," saate Elk mit Uebcrzeugung. .Jetzt, da Balder sitzt, gibt es ja niemanden, der die Frösche warnt, wenn wir ihnen nachstellen." »

Es ist wirklich schrecklich," sagte Johnson nach einer Pause.Aber das hier," und er sah das Pa­pier an,hat mir den Rest gegeben. Ich weiß nicht, was ich sagen soll,? Hätte er es doch nicht getan", seufzte Johnson mit Ausdruck. .Ich hasse so groß- Verantwortung. Mein Temperament ist nicht danach angetan, daß ich so große Geschäfte zu führen ver­möchte. Nein, ich wollte wirklich, er hätte es nicht getan."

Nun? Wie hat er es auf genommen?" fragte Dick, als Elk zurückkehrte.

Er ist absolut kopfscheu geworden." sagte Elk.

Armer Teufel! Er hat mir geradezu leid getan und ich hätte in meinem Leben nicht geglaubt, daß mir einer leid tun könnte, der zu so einem Haufen Geldes gekommen ist. Er war gerade im Begriff, m die billigere Wohnung umzuziehen, als ich ankam. Er wird wohl nicht in das Palais des Prinzen von Eaur übersiedeln.---Aber die Veränderung

in Johnsons Lebensführung mag wohl auch eine solche für Ran Bennett zur Folge haben, Haden Sie das bedacht. Herr Hauptmann?^

,Ja, ich habe an diese Möglichkeit schon gedacht," sagte Dick kurz.

Am Nachmittage hatte Dick eine Unterredung mit dem Chef der Staatsanwaltschaft, die auf Balder

wurde. Der Wagen enthält 35 Sitzplätze. Man Darf annehmen, daß nunmehr eine befriedigende Bewältigung der Derkehrsansprüche möglich ist.

bs. S t e i n h e i m b. Hungen, 18. Jan. Seit einiger Zeit treibt ein Baumf reble« in hiestger Gegend sein Wesen. Nachdem in der Kirmesnacht vier wüchs.ge, der Gemeinde ge­hörige Stämmchen an dem Feldwege nach Ober» Widdersheim abgeln.ckt wurden, ereignete sich bald darauf ein weiterer Rohe.tsakt, indem an der Unter-Widdersheimer Straße drei Apfel­bäumchen rundum engefebrüten und entrindet tourten. Eifrige Nachforschungen seitens der Polizeibehörden führten zu keinem Resultat. Vor einiger Zeit wurde eine im vergangenen Herbst eingerichtete Daumanlage von acht Ztoetschen- bäumen von einem Wüstling heimgefucht. der gewaltsam fünf Stück die Kronen abbrach. ES wäre höchste Zeit, daß dem Täter das Handwerk gelegt wird. In der letzten Gemeinderats­sitzung wurde die Besoldung der Ge­meindebeamten behandelte -Schon Ende September des Vorjahres waren entsprechende Beschlüsse gefaßt worden, gegen die aber von den Beamten Widerspruch erhoben wurde. Man einigte s i ch nun auf folgende Gehälter: Bürgermeister 1200 Mk., seither 1670 Mk., Ge­meinderechner 1000 Mk., seither 13£0 Mk., Pvli- zeidiener 570 Mk. gegen 624 Mk. und Feldschütz 930 Mk. gegen seither 1680 Mk. Bürgermeister und Rechner erhalten dazu noch den Ersatz der Portokosten. Diese Abmachungen entsprechen einer Gehaltskürzung von 12 bis 34 Proz. und treten ab 1. Januar 1927 in Kraft. Die Erbauung einer W a f f e r l e i t u n g mit Kanali­sation kommt nun bestimmt in diesem Jahre zur Ausführung. Pläne und Voranschlag sind in Ausarbeitung. Sobald die Berechnungen vor­liegen, wird entschieden, ob man ein eigene» Pumpwerk errichtet, oder Anschluß an das Prv- vinzialwasserwerk nimmt

Kreis Friedberg.

4 Bad-Nauheirn, 18. Jan. Eine grö­ßere öffentliche Pestalozzi-Feier be­reitet der hiesige Dildungsverein für den 17. Febr. vor. Die Ausgestaltung der BortragS- folge haben die Schulen übernommen.

Kreis Büdingen.

bS. Nidda, 18. Jan. Die neue Stark­stromfernleitung auf Detonmasten Wöl­fersheimHäuserho sWasserwerk Inheiden mit Abzweigung nach hier wird in den ersten Tagen unter Strom gesetzt. Die Spannung beträgt 20 000 Bolt: sie kann jedoch auf 60 000 Bolt gesteigert werden.

Unter-Schmitten, 18. Jan. Der Land­wirt Dietrich Georg hier vertauschte seine H o s r e i t e gegen dieicnige des Metzgermeisters Müller dahier und erhalt außerdem noch 3500 Mark bar. Auch hat der neue Besitzer alle Kosten des Tausches zu tragen. Müller beabsichtigt in dem neu erworbenen Haus sein Geschäft zu vergrößern, wozu die Hofreite recht geeignet erscheint. Früher bestand darin eine Gastwirtschaft und Spezerei- Handlung.

le. Bleichenbach, 18. Jan. Unsere am 18. Mai 1925 gegründete Schulsparkasse, die an den hiesigen Raiffeisenverein angeschloffen ist. zeigte auch im abgelaufenen Jahre eine erfreu­liche Entwicklung. Sie geht bei annähernd 70 Sparern mit einem Guthabenfaldo von 722 Mk. in das neue Geschäftsjahr. Auch die Spar­tätigkeit der Erwachsenen ist bei dem Verein reger geworden. Wenn auch die Gesamt­summe der Einlagen von rund 10 000 Mk. nicht gewachsen ist, so verteilt sie sich in 1926 doch auf eine größere Zahl von Mitgliedern als 1925. Der hiesige Gesangveretn, der seit eini­gen Wochen unter der Leitung deS Lehrers ©inner steht, bot am Sonntag unserer öin- wohnerfchaft einen wohlgelungenen Unterhal- tungsabend. Don den gesanglichen Darbie­tungen waren es besonders die Volkslieder, die außerordentlichen Beifall fanden und deren freundliche Aufnahme auf das eigentliche Arbeits­feld der ländlichen Gesangvereine hinweist.

Aus dem Niddatal, 18. Jan. Die Grippeerkrankungen sind in den Dörfern desTales in der Z u n a h m e begriffen. In der Hauptsache sind es Kinder, vereinzelt auch gan e Familien, die daran niederliegen. Die Krankheit verläuft gutartig, fo daß in den meisten Fällen kaum ärztlicher Beistand notig wird.

Bezug hatte. Der Chef stimmte seinen eigenen Be­fürchtungen bei.

Ich sehe keine Möglichkeit, wie wir «in auf Mord lautendes Urteil erzielen sollen," saate er. Obgleich es so klar wie das Tageslicht ist, daß er Mills vergiftet hat und für das Bombenattentai ver­antwortlich ist. Aber man kann jemanden nicht auf bloßen Verdacht hin hangen. Sogar dann nicht, wenn' der Verdacht nicht den geringsten Zweifel übrig läßt. Wie meinen Sie wohl, hat er Mills um­gebracht?"

Mills war erkältet," sagte Dick.Er hat schon den ganzen Weg im Auto gehustet und Balder ge­beten, das Fenster zu schließen. Balder hat das Fenster geschlossen und dem Manne eine Blausäure­tablette zugesteckt, indem er vorgab, daß es ein Mittel gegen Erkältung wäre Er war durchaus natürlich für Mills, die Pastille zu nehmen. Ich bin ganz sicher, daß es sich so abgespielt hat. Wir haben Balders Haus in Slough durchsucht und ein Dupli­kat des Schlüsselbundes gefunben, darunter auch einen Schlüssel zu Elks Safe. Balder kam zeitig am Morgen her und legte die Bombe, da er wohl wußte, daß Elk die Taschen nochmals öffnen würde."

Und bann hat er Hagn zur Flucht verholsen," nickte der Staatsanwalt.

Und das wer noch viel einfacher," erklärte Dick. Ich vermute, daß der Inspektor, den man um halb drei Uhr hinausgehen gesehen hat, Hagn war. Als Balder in die Zelle ein««lassen wurde, hatte er unter Seinen Kleidern die Jnwektorsuniform getragen und lütte die nötigen Handschellen und Nachschlüssel mit ir ist ja nicht untersucht worden. Und dafür bin ich ebenso verantwortlich wie Elk. Die Hauptgefahr, in der wir schwebten, bestand in Balders Intimität mit uns und der Möglichkeit, dem Frosch sofort jebe Be­wegung. die wir machten, mitzuteilen.

Sein Name ist Kramer. Er ist gebürtiger Litauer. Er wurde aus Deutschland im Alter von achtzehn Jahren reoolutionärer Umtriebe wegen ausgewiesen, zwei Jahre später kam er nach England, wo er eine Stellung bei der Polizei zu erhallen wußte. Dann er mit den Fröschen in Kontakt kam, weiß ich nicht. Aber es ist durch Beweise erhärtet worden, daß der Mann in verschiedene ungesetzliche Operationen ver­wickelt war. Ich fürchte, daß es ungeheuer schwer halten wird, ihn des Mordes zu überführe»."

(Fortsetzung folgt)