Nr. |92 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Donnerstag, (8. August (927
Wivtfchaft.
Kon^unkturfragen.
In der Oeffentlichkeit wird gegenwärtig ein Konjunkturumschwung erörtert. Man hört jetzt zum ersten Male seit längerer -Zeit skeptische Aeufterungen, und es sind Zweifel aufgetaucht, ob die gegenwärtige günstige Lage der deutschen Wirtschaft von Dauer sein kann und einen ge- sunden inneren Aufbau aufzuweisen hat. Die verschiedenen, von amtlichen und privaten Stellen veröffentlichten Konjunkturberichte sprechen von gewissen Anzeichen einer Verlangsamung des wirtschaftlichen Aufschwungs. 3n der Oeffent-- lichteit werden an diese Feststellungen die verschiedensten Folgerungen geknüpft. Hierbei stehen sich zwei Anschauungen gegenüber, die eine, die davon ausgeht, daß die Kapitaldecke vor allem an Betriebskapital nicht ausreicht, die Konjunktur durchzuhalten, die andere, die in der stark gestiegenen Passivität der deutschen Handelsbilanz einen Beweis dafür sieht, daß der Jnlandkonjunktur keine entsprechende Aus- landlonjunktur zur Seite steht. Nun darf man eins nicht vergessen, daß eine steigende Jnland- tonjunktur, die sich in Deutschland in diesem Jahre in ziemlich scharfem Tempo eingestellt und erhöht hat, auch eine steigende Einfuhr bedingt, so daß bei nicht entsprechender Steigerung der Ausfuhr eine stärkere Passivität der Handelsbilanz die Folge sein muh. Es wäre mithin verfehlt, aus der Tatsache der gestiegenen Passivität des Außenhandels irgendwelche Rückschlüsse auf einen Konjunkturumschwung zu ziehen. Andrerseits wird die Sorge vor einem Üeber- schreiten des Scheitels der Konjunktur aus der Verlangsamung des Geschäftsganges in einer Anzahl von Industrien hergeleitet. Ob es sich hierbei wirklich um echte Anzeichen eines Konjunkturrückschritts handelt, ist für den Augenblick auch für den Fachmann schwer zu entscheiden. Man darf nicht vergessen, daß sich erfahrungsgemäß bei aufstrebender Wirtschaftsent- Wicklung die Bewegungen in den einzelnen Jn- dustriegruppen, bzw. -zweigen sehr oft überschneiden, und daß die Sonderbewegung eines einzelnen Industriezweiges durchaus nicht eine Grunderscheinung innerhalb der Gesamtwirtschaft zu sein braucht. Man muß ferner bedenken, daß für uns in Deutschland, solange wir nicht die normalen Verhältnisse der Friedensjahre mit ihren ruhigen Kapital- und Geldverhältnissen haben, die Periode kurzwelliger Wirtfchaftsschwaniungen noch nicht vorüber ist. Wenn nun aus der Textilindustrie und dem Baugekverbe Stockungen im Zahlungseingang gemeldet werden, so wird man diese Abschwächung der Konjunktur, die sich allerdings nur auf einen Teil dieser beiden Industriezweige beschränk', auf das Maß zuriickzuführen haben, das dieser Erscheinung innerhalb der Gesamtwirtschaft gebührt. Diese beiden Produktionsgruppen haben vor altem, was immer zu berücksichtigen bleibt, Saisvncharakter und sind somit an und für sich einem schnelleren Ablauf unterworfen, da sie normalerweise eine stärkere Amschlagtätigkeit eben durch ihren Saisoncharak- 1er entfalten. Die Textilindustrie scheint im großen und ganzen den Höhepunkt der Konjunktur überschritten zu haben. .Das geht vor allem daraus hervor, daß sich die sog. Lager- fd)eve, die das Verhältnis zwischen der unmittelbar für den Konsum und der auf Vorrat erzeugten Ware darstellt, zugunsten der Lagerhaltung geöffnet hat. Es wird sogar von sachverständiger Seite behauptet, daß die Händlerlager mit unverkaufter Ware überfüllt seien. Wie weit sich die Lagerschere in anderen großen Industriegruppen in dieser Beziehung geöffnet hat, darüber fehlen leider Angaben. Jedoch zeigt das Konjunkturbild noch viele Lichtseiten. Denn Industriezweige, die bis dahin von der Konjunktur weniger begünstigt waren, berichten über eine neuerliche Steigerung des Auftragseinganges. In der chemischen Industrie und bei den Maschinen- und Apparatebauanstalten hat sich das Kvnjunkturtempo nach oben noch nicht verlangsamt. Die Kunstseidenindustrie ist voll beschäftigt und auf ein volles Jahr so gut wie ausverkauft. Die Kapitalserhöhung der AEG. um 30 Millionen Mark wird ausdrücklich mit der Ausdehnung dec Geschäfte begründet, Elektrizität findet in Industrie und Hauswirtschaft mehr und mehr Verwendung. Immerhin soll man die kritischen Stimmen, die auf das Mißverhältnis zwischen Konjunktur und Lagerhaltung Hinweisen, nicht überhören. Daneben bleibt das Problem der nächsten Zukunft, wie Deutschland seine günstige Jnlandkonjunktur mich auf
den Export ausdehnen und dabei gleichzeitig das gegenwärtig erreichte Niveau der Inland- konju.lktur sich erhalten kann. Sollte tatsächlich ein Konjunkturumschwung für das Ende des Jahres bevorstehen, so gibt es immerhin genügend Möglichkeiten, gerade in Deutschland, um den Konjunkturübergang zu erleichtern, genau so wie die Ankurbelung der Wirtschaft nicht zuletzt auf diskontpolitische Maßnahmen zurückzuführen war.
* Geplante Steuerherabsetzung in den Vereinigten Staaten. Rach einer Meldung der Associated Preß aus Rapid City wurde in der Umgebung des Präsidenten erneut erklärt, es bestehe die Möglichkeit, daß bei der nächsten Tagung des Kongresses eine Herabsetzung der Steuern eintrete. Präsident Coo- l i d g e sei aber dabei der Ansicht, daß der Umfang der Steuerherabsetzung von der Höhe der Ausgaben abhänge, die der Kongreß beschließe.
* Das Ergebnis der Bankbesprechungen. In der am Mittwoch im Reichsbankdirektorium abgehaltenen Besprechung mit Vertretern der Berliner Danken fand ein Vorschlag, die im Bankgesetz § 21, Ziffer 3, letzter Absatz, geforderte Unterschrift einer Bankfirma bei Beleihungen von Reichsanleihen durch ein generelles Abkommen mit einem Bankenkonfor- tium zu erleichtern, die grundsätzliche Zustimmung der Anwesenden. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde über die Möglichkeit einer Ausgestaltung der Zweimonatsbilanzen gesprochen und zur Vorbereitung derselben die Bildung einer Kommission in Aussicht genommen.
* Monatsausweis der deutschen Rentenbank für Juli. Der Monatsausweis der deutschen Rentenbank weist bei einer unveränderten Belastung des Landwirtschaft zu- gunsten der Rentenbank mit 2 Milliarden Mark eine Verminderung der Darlehen an das Reich um 19418 059,39 Mk. auf 847 956 889,22 Mk. aus. Abzuwickelnde Wirtschaftskredite blieben mit 238 444 861 Mk. unverändert. Dagegen haben andere Debitoren um 12 840,54 Mk. sich auf 7 279 190,51 Mk., ferner Kasse, Giro, Postscheck und Bankguthaben um 934 163,93 Mk. auf 71 356 710,60 Mk. erhöht. Bankgebäude, Mobilien und Bureauutensilien sind unverändert bzw. nur unwesentlich höher. Die sonstigen Aktiven zeigen eine Abnahme um 27 885 Mk. auf 3 386 767,25 Mk. Don Passiven blieb das Grundkapital gleichfalls unverändert, während umlaufende Rentenbankfcheine sich um 19 418 060 Mark auf 1 044 246 412 Mk. ermäßigten.
* D i e deutsche Flagge im bremi« schon Seeschiffsverkehr. Der Anteil der deutschen Flagge erreichte im Juli mit 407 000 ART. 60 Pro;, des bremischen Seeschiffsverkehrs und übertraf somit den Monat Juni (56 Proz.), blieb aber immer noch hinter 1913 zurück. Die Anteile der britischen und nordamerikanischen Flagge gingen von 15 Proz. im Juni auf 14 bzw. von 13 auf 12 Proz. zurück.
* Vereinigte Glanz st off-Fabri ken A. G. Die aus der Londoner Presse in einen Teil der deutschen Zeitungen übergegangenen Meldungen von einer bevorstehenden neuen Kapitalserhöhung entsprechen, wie die Verwaltung der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken AG. in Elberfeld mitteilt, in keiner Weise den Tatsachen.
* Kabelwerke „Nassau" A.-G., Hai- ger. Die G. V. genehmigte den Verlustabschluß mit 261 903 RM. Zur Deckung des Verlustes wurde beschlossen,, das AK. im Verhältnis 11 :5 zusammenzulegen und die Ilmstellungsreserve her- ranzuziehen. Gleichzeitig wird wieder eine neue Reserve in Höhe von 50 629 RM. gebildet. Der Verlust sei in der eingetretenen Entwertung der Rohmaterialien zu Anfang 1926 begründet. Die im Vorjahre beschlossene Kapitalerhöhung ist zum Teil durchgeführt. Der in Aussicht genommene Zusammenschluß mit der westfälischen Kupfer- und Messingwerke QI.-®, in Lüdenscheid sei nicht zustande gekommen.
* Brown, Bvveri & (Sie. A. G. 14980400 Mark Aktien der Brown, Boveri Ql. G, Mannheim, die bisher nur im Freiverkehr gehandelt wurden, sind zur amtlichen Berliner Notiz zugelassen worden. Nach dem Zulassungsprospekt war die Gesellschaft ebenso wie ihre Tochter- unternehmungen im lausenden. Jahre bisher zu- friedenstelleiw beschäftigt. Es liege gegen die gleiche Zeit des Vorjahres ein etwa 90 Proz. höherer Auftragsbestand vor, so daß ncchezu für das ganze Geschäftsjahr eine ausreichende Beschäftigung gewährleistet sei. Soweit bisher zu Übersehen ist, kann für 1927 auf ein nicht ungünstigeres Ergebnis als im Vorjahre gerechnet werden (i. V. 8 Proz. Dividende auf 4,3 Mill. St. A. 6 Proz. auf 700 000 V. QI.).
* N och feine Dioidendenschätzungen bei Klöckner. Nach Erkundigungen bei der Verwaltung der Klöcknerwerke beruhen die Dividenden- schätzungen von 10 Proz. auf Kombinationen, die jeder Grundlage entbehren. Die umfangreichen Abschlußarbeiten für das am 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr sind noch nicht soweit gediehen, daß etwas Definitives über die Dividendeausschüttung gesagt werden kann.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 18. Aug. Tendenz: schwächer. Wie schon im gestrigen Abendverkehr erkenn, bar, hat eine gewisse Unsicherheit im Börsengeschäft Platz gegriffen, und die Tendenz schwächte sich a b. Der Abschluß des deutsch-französisch cn Handelsvertrages wurde kaum mehr beachtet, und auch der günstige Reichsbankausweis blieb ohne Wirkung. Auf der anderen Seite rechnet man wieder mit einer ungünstigen Außenhandelsbilanz für Juli, ferner find noch nicht alle Bedenken hinsichtlich der gestrigen Bankende- sprech ringen zerstreut. Man vermied daher allgemein neue Engagements, und die Umsatztätigkeit hielt sich in den engsten Grenzen. Bei Festsetzung der ersten Kurse ergaben sich im allgemeinen Verluste von 1 bis 2 Prozent. Stärker gedrückt und bis 3 Prozent schwächer lagen Gelsenkirchen, Harpener, Scheideanstalt, Metallbank, Siemens und Lahmeyer. J.-G.-Farben blieben zunächst gut behauptet. Die Rentenmärkte lagen vernachlässigt, deutsche Anleihen schwächer. Im weiteren Verlaufe litt die Börse stark unter der Geschäftslosigkeit. Die B a i s s e p a r t e i schritt zu Blankoabgaben, so daß die Kurse erneut um 1 bis 2 Prozent zurückgingen. Auch Farben büßten 2 Prozent ein. Am Geldmarkt hörte man für Tagesgeld einen Satz von 5,5 Prozent. Im Devisenverkehr notierten die Reichsmark gegen Kabel 4,2027, gegen London 20,44, Paris gegen London 124,02, Mailand 89,10, Madrid 28,75.
Berliner Börse.
Berlin, 18. Aug. An der heutigen Börse machte sich gegenüber den letzten Tagen eine große G e s ch a f t s st i l l e bemerkbar. Das Publikum legte große Zurückhaltung an den Tag, wodurch auch die Spekulation beeinflußt wurde. Wieder wirkten sich eine Reihe deprimierender Gerüchte aus, so soll die Außenhandelsbilanz für Juli, die er ft am 21. August bekanntgegeben wird, wieder seyr ungünstig sein, ferner diskutierte man über eine Diskonterhöhung. Später wurde jedoch bekannt, daß der Satz unverändert bleibt. Vor allem mahnt auch die zukünftige Entwicklung der Geldmarktlage zur Zurückhaltung (die Industrie ist mit großen Anforderungen hervorgetreten). Der Reichsbankausweis ist ziemlich günstig, blieb jedoch ohne Einfluß (Abnahme der Wechselbestände um 163 Millionen Mark und des Notenumlaufs um 177 Millionen Mark, Erhöhung der Gold- und Devisendeckung auf 55 Prozent). Tagesgeld stellte sich auf 4,5 vis 6 Prozent, Monatsgeld 7,75 bis 8 Prozent. Die Kursrückgänge an den Effektenmärkten betragen im Durchschnitt 1 bis 3 Proz. Kali- und Spritwerte, in denen ziemliches Material herauskam, bis zu 5 Prozent schwächer. Verhältnismäßig gut gehalten lagen einige Elektro- und Montanwerte, besonders Bergmann.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 18. Qlug. Die Stimmung war heute sehr fest. Das anhaltend schlechte Wetter ruft Beunruhigung hervor, da man befürchtet, daß der noch auf dem Halm stehende Weizen auswächst. Angebot in Weizen lag fast gar nicht vor, in Roggen nur sehr spärliches. Roggenmehl liegt insbesondere für später fest. Von rheinischen Mühlen wird für Lieferung August/September 34 Mk. gefordert. Die süddeutschen Mühlen haben ihre Weizenmehlprcife noch nicht erhöht. Roggenkleie ist gesucht. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 28 bis 28,25, Roggen, inländ. 23 bis 23,25, Sommergerste für Drau- zwecke 25 bis 27, Hafer, inländ. 21,50 bis 22,25, Hafer, aus änd. 23,50 bis 25, Mais, gelb 19,25, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39,75 bis 40,25, Roggenmehl 34,50 bis 35, Weizenkleie 13,25, Roggenkleie 13,50.
Frankfurter Echlachtvichmarkt.
Frankfurt a. M., 18. Aug. Austrieb: 80 Rinder, 941 Kälber, 324 Schafe, 545 Schweine. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 76 bis 81 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75, geringe Kälber 60 bis 69. — Schafe: Mastlärnmer und jüngere Masthämmel (Cßeibe- mast) 50 bis 54, mittlere Mastlärnmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 48, fleischiges Schafvieh 36 bis 41. — Schweine:
I Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 64 bis 66, vollfleischige Schweine von etwa 200 bis SCO Pfund Lebendgewicht 64 bis 66. von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 65 bis 66. fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 60 bis 63, Sauen 54 bis 58 Mk.
Marktverlauf: Kälber und Schafe rege und ausverkaust; Schweine schleppend und nahezu geräumt.
Berliner Produktenbörse.
"Berlin, 17. Qlug. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, mark. Sept. 274,25, Ort 273,50 bis 2(3. Dez. 274 bis 273,50 (matt); Roggen, märf. 221 bis 225, Sept. 234,50 bis 236. Oft. 233 bis 234,50, Dez. 234 bis 234,75 bis 234,25 (schwächer); Sommergerste 220 bis 265; Wintergerste und Futtergerste 202 bis 208 (still); Hafer, märk. Sept. 207 (ruhig); Mais, La Plata 192 bis 194; Raps 280 bis 285; für je 100 Kilo: Weizenmehl 35 bis 36,75 (ruhig); Roggenmehl 31,25 bis 32,75 (beh.); Weizenlleie 15 (fest); Roggenkleie 14,75 bis 15 (fest); Dikboriaerbsen 40 dis 48; kleine Erbsen 24 bis 27; Futtererösen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau 14,25 bis 15,75; Rapskuchen 14,80 bis 15; Leinkuchen 20,90 bis 21,20; Trockenschnihel 12,60 bis 13,10; Soyaschrot 19,50 bis 20,40; Kartoffelslocken 22 bis 23,50 Ml.
Letzte Nachrichten.
Ein deutsches 2lus!ieferungsgesetz.
Berlin, 18. Aug. (WTB.) Das Nachrichtenbureau des BDZ. teilt mit: Der Reichsjustiz- Minister Hal dem Reichstag den Entwurf eines deutschen Auslieferungsgesetzes überreicht. Die Reichsregierung bezeichnet es als in hohem Maße erwünscht, sich bei den Verhandlungen mit anderen Staaten über den Abschluß von Verträgen über die Auslieferung und die sonstige Rechtshilfe in Strafsachen auf einheitliche Richtlinien stützen zu können. Uedereinstimmend mit den Auslieferungsgesetzen anderer europäischer Staaten stellt sich aud) der vorliegende Gesetzentwurf vor allem zwei Aufgaben: Er will zunächst die Voraussetzungen festlegen, unter denen anderen Staaten Rechtshilfe in Strafsachen gewährt werden kann. Er will sodann das eigene W erfahre n bei der Prüfung der Rechtshilfeersuchen und der Leistung der Rechtshilfe regeln. § 7 des Gesetzes bestimmt, daß ein G e r i ch t s bebe s ch l u ß über die Zulässigkeit der. Auslieferung erforderlich ist, wenn sich der Verfolgte nicht mit der Auslieferung einverstanden erilärt hat. Die Leistung der Rechtshilfe ist unzulässig, wenn die Gegenseitigkeit nicht verbürgt ist. Der Entwurf ist wegen seines § 53 verfassungsändernd. Der Reichsrat hat der Verfassung.'! Gerung mit der oorgeschriebenen Stimmcnzahl ’iige» stimmt. Dieser Paragraph regelt die Bestimmungen für den Fall, daß eine ausländische Regierung für ein deutsches Strafverfahren Rechtshilfe leistet.
Ql ad) dem Wortlaut des Qlu3lieferung£gefetj- entwurfes ist die Auslieferung nur wegen einen Tat zulässig, die nach deutschem Recht ein Verbrechen ober Vergehen ist. Die Auslieferung ist nicht zulässig, wenn die Tat nach deutschem Recht nur nach den Militärstrafgesehen stra bar ist, oder nur mit einer Vermögens st rase geahndet wird. Die Auslieferung ist ferner nicht zulässig, wenn die Tat, die die Auslieferung veranlassen soll, eine pvlit ische ist oder mit einer politischen Tat derart in Zusammenhang steht, daß sie diese vorbcreiten, sichern, decken oder abwehren sollte, ferner nicht bei politischen Taten, wie strafbaren Angriffen, die sich unmittelbar gegen den Bestand oder die Sicherheit des Staates, gegen das Oberhaupt oder gegen ein Mitglied der Regierung des Staates als solches, gegen eine verfassungsmäßige Körperschaft, gegen die staatsbürgerlichen Rechte bei Wahlen oder Abstimmungen oder gegen die guten Beziehungen zum Auslande richten. Die Auslieferung ist jedoch in diesem Zusammenhänge zulässig, wenn die Tat unter Berücksichtigung aller Umstände besonders verwerflich erscheint.
Darmkatarrh,
Tausendfach bewahrte Wahrung bei:
Brechdurchfall, Diarrhöe,
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent.
Frankfurt« M
| Berlin
Schlich. Kurs
Kurs
Schluß Kurs
Anfang Kurs
Datum:
17. 8.
18. 8.
17. 8.
| 18. S.
5°/o Dk. Netchsanleihe v. 1927
«7,5
87.5
Tt. «ul Ablos. Schuld nut
Au-lol Rechten......
,r8.25
-8.5
58.1
58 3
®cüg[. ohne Auslos -Rechten
16,55
16 4
16.6
16 13
-'n ßrankf. Hvp.-Bk. Gowpf unkündbar bis 1932 ....
47»%' Rheinische Lvv -Dank Liqu -Go!dpf ....
A (£. (3 abg Borkricgs-Ob
ligationcn. rückzahlbar 193'
—1
_
4% Schweiz. Bundesb.-Anl.
—
_
4°/0 Oestereichische Goldrte. .
26.5
_
4.20% Oesicrr ich. Silberrte . 4'/0 Oesterreich, cinheftl. Rtc
—
—
4 §
—
_
4u/o Ungarische Koldrle . . .
24,5
_
24 5
4°/oU«gari!che Staat«. B 1910
22.5
-
22.65
4'/3% tzeSgl. von 1913 ....
4% Ungarische fironenrte . .
—
—
—
2,25
4% Türk. Zollanlcihe o 1911
4"/» Türk Bagdadbahn-Anl.
Serie I...........
4°/0 deügl. Serie II......
14 13
—
14
—
17
15
z
17,75
15
—
4°/0 Rumänen convert. Rtc
—
—
7,4
47,°/, Rumänen Goldanl. .
von 1913 ........ . .
17 25
-
17
Allg Deutsch: Eisenbahn .4'/-
—
—
92
91
Hamburg-Amerika Paket. .6 vamb.-Südam Tampssch • 8
—
155
155.75
233.5
156
2.2
Harisa Dampfschiff.....6
—
—
231
230.5
Rorddeutscher Lloyd ... 6
158,75
156,9
157.5
157 5
Allg. Deutsche Crcdltanst.. 10
—
—
150
149...
Barm r Bankverein ... 10
152
—W
152
Berliner Hande lögcsellsch. 12
Commerz- und Privat-Bk. 11
Darmst. u. Nationalbank. 12
185
256
182.75
257
184,5
238
182
43
e40
243.5
MU
Deutsche Bank.......10
167.5
166,5
167.75
166
Diskonto Gesellschaft Ant. 10
163
161.5
162.75
161
Dresdner Bank......10
172
171
172.25
171
Mitteldeutsche Creditbank . 9
—
258
259
258
Metallbau!..........8
152
*49
151
RcichSbgnk 11
175.5
176
175.9
Frankfurt a.M
Berlin
Schlich Kurs
| -Uhr- Kurs
S-yluh Kurs
Anfang Kurs
Datum:
17. 8.
| 18. 8.
17. 8.
| 18. 8.
A. E G.........
.7
192.25
191,25
192
1 191
Bergmann . . .....
.8
203.5
202.5
203,5
| 203,5
Elektr. Lieferungen . . .
10
199.76
197.5
Licht und Kraft.....
10
211
209 5
209
209,25
Felten .1- Guilleaume . . .
.6
146,5
146
145,75
145,65
Gcf. f. Elektr. lliucnt. .
10
—
265,25
Hamb. Elektr. Werke . .
10
—
169
16.
Ähcin. Elektr......
.8
175
174,5
175
174.25
Schief. Elektr. ......
lu
—
—
187
185,6
Schlickert ........
.7
218
212,25
213
214
Siemens k Halöke . . . .
16
302
300,25
302
301
Tramradio. ........
.8
-
-
138,5
139
Labmever & 60.......
.9
186 75
184
186,9
.83
BudernS . . . . . . .
. 0
119
118.26
118
118
Deutsche Erdöl......
.6
167
166
167
166, u
Essener Steinkohle . . . .
.8
—
—
1775
—
Gelsenkirchener . f. S
167.5
165
170
164.5
Harpener........
.8
U2.25
211,25
212
212.5
Hocsch Eiken........
.5
—
—
189.5
187
Hlle Bergbau ......
.8
280
—
272
filöcknerwerke .......
.5
168
168,5
169,25
168.75
fiöln-Neuessen .....
SV,
—
—
186.75
183,6
Mannesmann 4- Vt I
4
190,5
189
190,75
188.5
Mans'clder.........
. 7
138
137.25
137,13
136.75
Oberschles. Eiscnb. Bedarf 0
104
105.5
Oberschles. fiokSwerke . .
.0
—
—
107
107.2.
Phönix Berabau. f. Vr I
3
■ 22
121
121.5
120,75
Rheinische Braunkohlen .
10
269,5
269
263
268.r .
Rhcimiahl........
.0
217
416
215.5
216
Riebcck Montan......
.6
—
—
178,25
180.5
Vereinigte Stahlw. f. V. 9 3
>36
133.5
136
133
Otavi Minen......1
sh
37,5
—
85.4
Kali Aschersleben .....
10
189,5
185.5
189.25
184.5
fialiWesteregcln.....
10
201,5
195
199
194.5
Kaliwerk Salzdetfurth . .
12
256
257
252
9- G. skarden-Jndustrie.
Dynamit Nobel .....
10 .0
15,25
“15,25
315
153
315
Ccheidcanstalt.......
.8
225
223
Goldschmidt........
.5
142
140.5
139
RütgerSwcrke ......
.0
102
102.5
03,75
102,5
Mekallgesclllchaft.....
10
193 13
192
Frankfurt a.M
| Berlin
Schlur,-
1 l.Ubr.
Schluh-
Anfang
Kurs
| Kur,
Kur»
li-irc
Datum:
17.8.
18 8.
17.8.
| 18. 8.
Bviltvv Holzmann .... 12
208
208.5
208
1 208
Hcidelberqer Cement ... 8
154
153,5
Gement Karlstadt......8
100
-
Wayß & Freitag......16
>75 5
174,5
—
—
Schultheis Payenhofer. . 15
—
486
464
Ostwerke..........12
Ber. Glanzstoff......15
—
—
146
442
—
718
725
Bcmbcrg........ . s
—
—
.'72
—
Zcllsto > Waldbos.....12
152.5
351,5
353
353.5
Zellstoff Alchaffenbura . . 10
215
214
218
Charlottenburger Wasser. 7
166
155
cssaucr Gas......8
Daimler Motoren.....0
—
117.75
216
130
129,25
130
129.5
Demag . ..........
96,25
'.'6,5
Adlerwerke filetier. ... 0
123
121,5
112.5
121
Ludw. Loeire • . .... je
Rat. Automobil.......
—
-
297
—
128.25
127.5
Orcnstein ± fioppel . ... 4
—
146,25
145.25
Linke Hofmann......
—
—
—
Leonhard Tietz. .......
Bamag-Mcguin...... 0
—
—
155,25
154,5
51
—
51.5
—
Franks. Maschinen .... ö
76.5
—
78.5
—
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üevliacnstaedt ....... 0
118,75
—
_
25
—
ftungdans ..... g
Lcchwerke..... 8
Mainkraftwerke ...... s
118
—
117
—i
126
—
——
131
—
—
Miag..... 10
Rekarsulmer ........ x
142
140,5
_
118
118
117 65
_
Pelcrs Union ....... x
120
120
Gcbr. Roeder . ...... ic
141,5
Doigt k Hacffner ..... c
165,5
—
165,25
-
Eüdd. Zucker........
148.5 |
-
150
—
Banknoten.
Berlin. 17. August-
s WeiD
1 Brier
Amerikanische Roten.....
Belgische Noten......
Dänische Noten......
Englische Noten.......
I 4,185
68,46
112.27
20,392
I 4.205
58,70
112,73
20,472
Berlin. 17 Ana uff.
<Äeld
Brief
Hranzöinche Noten......
16,48
16.54
Holländische Noten......
IÜ8.01
168,69
rktalienische Noten......
22,94
23,04
Norwegische Noten.....
108,93
109,37
Deutsch ^ekterr., 5100 fironen
59.03
59,27
Rumänische Noten......
2,60
2,62
Schwedische Noten......
112,42
112,88
Schweizer Noten.......
80,84
81.16
Spanische Noten.......
79 58
70,86
Tschechoslowakische Noten . .
12.4'7
12.487
Ungarische Noten .....
73.18
73,48
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt
Telegraphische Auszahl
a. M.
0 n g.
17. August.
18. August.
Amtliche Noti.rung
<Vic(6 Brief
Amtliche Notierung ltzeld 1 Brief
Vlmu.f'Jiotr Bucn.-Aires Brss-Antw Ebriffiania fiopenbagru Stockbolm . HelsingforS. Italien. . . London. . . Neuyork . . Baris.... Srtnucii . . Spanien . . Japan . . . Rio de Jan. Wien in D-- De ft. abgest Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . Uruguay. . ttätro . . .
168,64 1.795 >4,47
10.1,19 112,55 112,75 10,585 22,895 -0,422
1.200 16.46
81,005 ?0,88 1,988 .4965
»9,16 12,447
7,395 73,37 »,0o7 10,70 81,40 1,111
5,514 4,198
4. 19«
20.945
168,61 1,799 »8,59
10 1,41 H2>77 112,97 10,605 22,935 20,462
4,208 16,60 01,165
71,02 1,992
9.4985
59,28 12,467
7,409 73,51 3,043 20,74 81,56 2,115 5,526 4,206 4.204
20,985
168,28 1,704 38,44
108,92 112,52 112,71 10,588 22,905 <0,417
4,1995 16,465 oü,97 71,00 1,990
0,4965
59,145 12,446
7,395 <3,33 3.037
20,716 81,37 2,098 5,515 4.196
4,211
20.945
168,62 1.798
18,56
109,14
112,74
112,93
10,608
22,945
20,467
4,2075
16,105 01,1.4 71.14
1.994
0,4985
69,265
12,466
7,409
73,47
3,043
20,7,5
81,53 2,102
6.526 4.'M 4,219
20,986


