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Nr. HO viertes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, (8. Zuni (027

Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen

9m Faltboot am Ederlee.

Von Dr. Wilhelm Dobaege

Wan sieht sie jetzt öfters, im Süden Deusich- lands noch mehr als hier, di« Kanufahrer mit ihrem Faltboot. bas sie. verpackt auf einem kleinen zweiräbrtgen So ole wagen, »um Dahrchc> ziehen Sie haben es nicht so einfach ihr ®e- pöd im Zug >u verstauen Aber sie Wilsen, weshalb sie diese Mühen auf sich nehmen. D e der Puppe der Schmetterling, fo entschlüpft am Ufer dem grauen Hud^ad. der die Bootshaut birgt, und den Stabtaschen ein fchmuckes. schnuti- aes Boot, das leicht und sicher über die Dellen streicht. Eine neue Welt tut slch dem Äanu- fobrer auf. zumal dem. der sein Zelt bei sich führt. Das Dosier ,st lür «trüge Tage lerne Heimat. Des Abends schlügt er irgendwo wo es 'chön ist, fein Zelt auf und morgens geht die Fahri weiter. Dabei kann er es frch schon leisten, genügend Decken und Lebensmittel mit« > unehmerr. Denn sein treuer Freund, das Boot, trügt alles und 100 Pfund Gepäck merkt man nicht am Tiefgang.

So find denn auch an den letzten Psingsren einige Paddler der Paddlergilde Sitzen Aum Sdersce gezogen. Abfahrt hier 820 Uhr. An­kunft in Herzl>ausim am Gdersee 11.30 Uhr. «Sahrpreis 4. ÄL 2 SO Mk. im Vergleich au Münchener Ausllugsverhültnisien die übliche Bahnfahrt der Wochenendtour > Schon um 12 3? Uhr wiegt sich das erste Doot auf den Dellen. Dann wird im Ort. der unmrttelbar am See liegt, noch Prvvhmt und Dosier ausgenommen. 3m Takt der leichten Paddelshlögc geht es west- würt« den Dinoungen des Sees nach. Eigen­artigerweile ist es ein industrielles Unternehmen, dem man diese Vaturidtzlle zu danken hat. di« in Deutschland ihresgleichen sucht. Bald sind es steile Felswände, bald blumige Diesen, oft herrliche Buchenwälder, die das Dasicr um- ruhen. Man m6d>tc meinen, schon seit 3abr- hunderten läge der See fo da. Und doch sind es erst ctwas-über zwölf Jahre her. seit der See durch .'Menschenhand entstanden. Vur hier und da noch führen Dege und Straßen unmittel- .bar in den Lee. Sie deuten daraus hin. dah es nicht immer so gewesen ist wie jetzt, und dah früher etimuü da. wo jetzt Dosier und Wellen gehen. Dörfer mit blühenden Dorflinden ae- standen und fruchtbare Arckcr und Diesen be­baut worden sind. Entzückend lind die idyllischen Duchten denen das gestaute Dosier nochge-

gangen ist Ds in deren oerschtmegendste-. Teile I gleitet un'er Doot. Dir fahren über das Der- ' unken« Mel in die 3kIrr Ducht bis in den flachen Aleldach hinein, der sich durch e?ven lieb- ilchen W.efengrund windet. Drei Zeil hoben | wir Dir fahren zurück und immer weiter bis in die Ducht des kanseboches Dann suchen wir uns einen Platz zum Zetten Dald hier, bald don merken wir uns eine posiende Stell«. Schließlich 'chiagen wir unsere Zelte aus am DaldeSrond cuf einer onsteigrnden Diese (Die wir lpöter von Sportgenofsen hören, totH im 3uli der D -R. V. - Deutlcher Kanu-Verband gerade an bic<cr Stelle ein.- große Äanuftalüm auftun. wo die Padbler aus Äord und Süd. Ost und West ihre Zelte ousichlagen werden.) Ss wird obgelocht Aach dem Essen pläsichert man noch etwas im Lee oder wandert durch di« schweigenden Wälder den steilen Kong hinauf. Dann hüllt man sich im Zelt in die Decken und horcht vor dem vinschsosen noch einige Zeit tn die S.nsamlett Aur die Stimmen der Tiere blingen durch die Aacht. Dald quakt ein Frosch, halb schreit ein Vogel auf. Um di« M tlernacht nähern sich deutliche Schritte ur.krem Zelt. 0» ist Rehwild das auetritt, neugierig unsere Zeltr beäugt und dann zum See hitmnkrrzieht und dort schöpft.

Paddler sind Frühaufsteher. Schon um 4 Uhr in der Frühe bei den ersten Sonnenstrahlen wird's lebendig in den Zelten. Etwas kühl war- die Aacht. Sin lletner 5>auctlauf am Ufer entlang und der heihe Äalao erwärmt die Lebens­geister. Um 6.30 Uhr sitzt alles wieder tm Doot. Hinter der nächsten Landzunge liegt daS t>cr- funkene Dorf Dringhausen. Sine Insel mit altem Mauerwerk ragt in dessen Aähe au» dem Dosier. Sie ist bereits von zeltenden Paddlern besetzt, die dort genächtigt haben und jetzt im See baden. Paddler und zumal steche, die di« Flagge des D. Ä. D. führen, sind gleich gut Freund. Sin *29)01 schallt vorn Land zum Doot und zurück. Droben auf dem Dera liegt Aeubringhausen, in dem ein Teil der Bewohner des versunkenen Dorfes angesiedelt ist. Die aus einer Spiel- fclrachtel genommen, stehen die Vehöfte mit der Kirche im Moraenschein da. DaS Dors ist noch einem einhoitlichen Plan gebaut. Wir landen am Fust der Höhe. Einige wandern hinaus, um sich bei den Bewohnern Dosier. Brot. Sier und Butter zu holen.

Darm geht es weiter über die versunkene Dericherhütte in die Ducht 0i» zur Mündung

des Werbesiusies wo daS untcrgcgangene Aieder- werbe Io.; Am Ufer der Ducht zieht d.e Land- stvotze dahin. Auto auf Auto Motor- und Fahrräder, bekränzte Wagen und wandernde Trupps singender 3ugend ziehen durch den Pfir.gstmorgen. Man winkt uns zu. San Fremd­ling grüßt cuf Sekunden den 5rcmM,.ng D ' Freude am strahlenden Pfingstmorgen w.ll sich auch anderen mineilen. Wir freuen unS der Srüste ober auch der reinen Luft, d e wir nicht allzuweit von der reichlich stoudgeschwängerten Landstrahe atmen. Znzwitchen Hot fchvn mehr­fach die stolz« Veste Doldeck heTÜdergegrüstr. Wir nähern uns ihr. Der See wird breiter und breiter. Die nächste Ducht gibt den Blick frei nach der Sperrmauer. Sm kräftiger W.nd fest ein und mit ihm ein willkommener Wellen­schlag. Den ganzen Rcsi kes Aachmittogs treiben wir uns ixibMub und badend herum. Dann wird es trirbe. Wir suchen c.ncn aeschützten Zeltplatz Dem Abkochen folgt ein (Sang zur naben Sperrmauer Tic wuchtige Sc cnheit d.efes 2'!ensch«nwerk«s ist nicht weniger ergreifend wie die Werke der Tialur Am Abend ist der Set allenthalben umlagert von zeltenden Menschen. Lieder und x'-v'geigentöne Hingen über den See. Al» der letzte Ton verklingt, steht der Mond am Himmel Auch diese Aacht treibt sich wieder Rehwild in unserer Aähe herum. Mehrfach schollt der Schmällon eines Dockes bv.. bu' durch die Aacht. Sr entrüstet

sich über die Eindringlinge.

Andern Morgen Regen. Wir brechen die Zelte ab und bringen die Boote am steilen Hang zu Wafser. Dald regnet es in Strömen Dir be- schiiehen deshalb, nach Herzhausen zurückzu- fahren. Sin heftiger Gegenwind fetzt ein. Aber schön ist'S doch, opritzdecke und Windjacke ver- binden Monn und Doot zu einem wasserdichten Ganzen. 27 Kilometer Sabri liegen vor uns. Und trocken kommen wir in Herzhousen an. Die letzte Stunde bläst der Wind ohne Regen imb trocknet rasch die äuhere Aäsie. Der fennt den See vom Boot aus in dieser grauen Regen- ftimmuna? Auch sie hat ihre Reize. Und dann der Wellenschlag im öegentoinb. Dort, wo der Westwind ungehemmt einfetzt. haben wir Wellen bis zu einem halben Meter Höhe. Es gilt kräftige Paddelarbeit zu leisten. Welle aus Welle, schaumgekrönt. brandet heran und bricht sich am Bug deS Bootes. Ruhig und sicher schneidet daS Doot Welle für Welle an. selbst ein kleines Wunder der Technik, die unS diese einzig schönen

Stunden in der Ratur im. oaffi hat. cm Bild im De nen von dem. wre cs werden soll, wenn cinftmal* d.c Menschheit nicht mehr Sklavin, sondern restlos Herrin der Technik geworden tst.

Vier Wochen in Salzburg und Tirol.

Sin Rcifcvorjchlag.

1. Tag Jn München Rational-Museum. Hoswagenvurg. alte und neue Pinakothek, nach­mittags Ausflug nach Starnberg 2. Tag. Marimiliancum. Deutsches Museum, nachmittags Befuch des Zlanals - 3. Tag Bahnfahrt von München über Salzburg nach ) s ch l. I Tag: Von Zfchi mit Dahn über Altnang-Puchheim. Vöckladruch nach .Hammer, bann :tit Schiss auf dem Sanuncrfcc bis Unterach etwa 2 Stunden, hieraus elektrische Bahn bis See tMondsee> und Fahrt mit Dampfer auf hem Mondsee bis Plom» berg und mit Bahn bis S: «Bilgen. toeitcr mit Schiss auf dem Wolfgang-See d s St. W o l f - gang. 5. Tag: Zu Frist in etwa 3>. Stunden auf den-. Fran-<toses-Wca zur Schaftxrgfpitz« tauch mit Zahnradbahn» Zurück nach St Wolf­gang. per Schiff bis Strobl und weiter mit Dahn nach Ischl 6. Tag Von Ischl mit Dahn nach Ebensee. mit Sch.si nad) Omunben am Traunsee (etwa 1' Stunden > -* 7. Tag.

Von Ennunden mit Bahn nach Salzburg. Besichtigung der Stadt. Kathedrale. Schiost. Mozanl>aus und -muscum. Kapuzinersioster. Fvanz-Josefs-Park. nachmittags nach Heilbrunn, zum Mönchs- oder Kapuzinerberg. - 8 Tag: Bahn nach Hallein. Defichttgmig des Salzberg­werkes. weiter mit Bahn nach Rolling: zu Fust 3um Gollinger Wasscrsall und zu den Salzach- Oesen und durch den Pah Luegg nach Station Sulzau tetwa 2 Stunden . 'Bahn nach St. 2 v- bann in Pongau. 9. Tag Zu Fust über die Li echten st ein klamm nach Schwarzach St. Veil (etwa 2 Stunden», weiter mit der Tauernbahn nach Bad Gastein. 10. Tag Bahn nach Mall- nist, von hier nach Dahl folgende Bergtouren: Lonzahöhe (3 bis 4 Stunden) Geiselkops (5 biS 6 Stunden), zum Hannoverhaus (3 Stunden) und weiter In 2> _ Stunden zum Ankogel. zur Grau- leitenspitzet'Stunde), zur Hochalmspitze (7 bis 8 Stunden). 11. Tag: Bahnfahrt nach Spittal- Milstättersee und über Franzen-feste nach Bo­zen. 12. Tag: Vormittags Stadt, nachmitiags mit der Bahn nach Dirgl (schöner Blick auf den

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