Nr. V4 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessens
Dienstag, |Z. Mai 1921
Die staatenlose Frau.
Durch Nt Iage«$eihmgen ging kürzlich riet *Xmui. durch DU S*r.!< Kretfe aut bi# j«Nr Kul- tum ftohnlprechente ateUang brr
laalrfllMrn grau odmft tmnbm Unb itr-ir fciMe ein teul»d>c« Mädchen einen Xaba(«ftänblrr au* 'JJflb-jnft-in In "Bettln geb«miet unb e-Jt mit i|rm jKiisn in feine Heimat brai OOnbilanb, en brr Oftgrvni« wi Asghamstan öewjen. Dnhlcnb in tei't ’<b irlbhdr.btj unb d-! ’c.nr „genen Ortete unb eilten J* «rgab « ch bah brr •bemann in einem unter beuttcher Leitung hrhendm Rmnlmhau» in Kabul ft art» unb bet F-.über beb Bertiorbrnm feil nun rrb:r<$thlx InipeÄchr an St .u unb Ätnber gehellt haben T-rnn nach alnNUrm Recht — M crtu$r bie guu rrft )riM — wbre tue unb bie Kinbet mM •rbrr tfttr« Manne«, fonbem zur •rbmaHr ai’.'nj He grau fiele danach brm »ruber bei T<rt erben en »u Aul ihre Weigerung. brn e J«g.r zu heiraten fall er fron feinem A<cht«
i gegen MM* g«i 0« al* öflamn zu vertäuten Di# beul’d* Oe- C dttchast habe bann au« Aeichsmitteln btr Frau au* brr •rbma’fe v.mnf p-f j?-
!>r Geschich'e V ji 'all unglaublich 3ebcn» falls aber ift damit bie breite Ort<<r.tl <ftf. l auf ci - l#br wichtiges Problem wnferrr 3eit. bie worben bat bie
noch feinen Weg zu einer einheitlichen unb gerechte > Ldiung gefunden Os brauchte eigentlich *ir nicht auf bie furchtbare Grtch.chi« ber afgfta- Milche" firuu die gewift brtnnter« frafl ift hingewiefen werben 3n nachher Aähe im be- lebten Gebiet, baden wir viele <Sdlk von ftaalen- lafen .Sraum, btt durch Artrat mit Amerikanern Arr teuilch. t!.»>!*dnl><bnnafn! verloren haben 3 m allgemeinen erwirbt nämlich bie Frau durch Heirat die €liiat*anflrbbriffttif te* Mannes Oie reeller! aber glcichzeitia Nr deutlche ötaat*- nngehörgkeit und unterfteh! nunmehr den Ge- sehen te# Staates dem brr Mann angehort Tue beftimmt aber da* Aecht der Bcrfintaicn Ciaaten von Nordamerika also ba* bes dlx- uuxnvr* bah bie Ohrt rau nicht allein burch tnc Ghefchltehuug btt Staaisangeftörigkeit des •bemann* erwirbt. fnnbeni erft bann, wenn fic wenigsten* lech* Monate In Amerika gelebt bat. Unb hierdurch wurden unzählige Frauen Radien« lo* Durch ihre Heirat verloren sie ihre bisherige brufiibe Staat*angehörigkett, erwarben aber von Anfa ig nicht bas jmenfan.ldx Bürgerrecht denn da* von Imenlantm beitete ®tbTef gilt nicht al* amerUanil<bv* Sehr viele Soldaten ver- Ivvachen zwar beim Abzug Ihre Frauen nach Amerika nachfvmmeii zu lallen, haben es aber •.ift nie geta Anderen fehlte da* Grib zur Ucbervetfe für ihre teutfchen Frauen unb Kinder Bedeutung bat dies delanders für da* •beicht! düng* rocht TD ollen itt * B gegen ihren
-inirrtkamlchrn Mann der mchts mehr von fich ftt-rm läfti. aul Scheidung Nagen Io fragt es 'ich. m b welchem Aecht und vor weichem Gericht die Scheiduna der Ob-* »erlaitdt werden kann Zudem lebt In den m ei ft en F Illen bi# Frau flnanMcfl derart schiech« da dah Ne |ich fernen Aechts» entMit nehmen kann Dann ift es nxUer |ebr fraglich, rb fit un Armenrecht Nagen ober im Armeirecht einen Aechtsanwalt zugewiesrn er ballen.
Zu brn Staaten, die eine solche Aegelung Wie bte Btreiiügltn Staaten von Nordamerika buben, gehören weiter Argentinien. Brasilien, -hfl« u -ch Auhiand. Dagegen haben Oesterreich, t < Schweiz. Norwegen unb Dänemark eine jedenfalls bdkrt Lösung Hier tritt brr »erfüll der brutschen Staatsangehörigkeit erft ein. wenn btr
Staaisangehdrtgtrtt bei bemanne* eT»o<t>cn ifL Die beiden lr*tgenaiurten Staaten. Aoev> >- unb Dänemart. gehen roch einen Schein weiter Orft bann oerliea tue Angehörige ihres Lande* bie einen Ausländer gebetrutei hat. Ihre Staats- angehorigke t torrm tie ihren 25obn'iii m ihrem Hei Mailand auf gibt Aber auch bwfc Argei ung ift als nicht twi Wommen glücklich ansu' 3n Belgien ift es möglich haft bte 'Belgierin. Me mit einem AuslLnbrr etiw Ohe eingcht. inner- halb von 6 Monaten erfläim kann, ob Iw die brtgilch# Staalsangeftöngörtl behalten will oder n.cht. Außerdem gib« r* mrbme Länder, in denen eine •hrtch-idung überhaupt nicht möglich ist, weil da* Orte* eine beramge Bdttmmung nich« kennt, fo m Jlalien unb in Spanien
3* gibt, wie eben ausgefühn unzählige Frauen beutfchrr AdAammung. die burch ihre
Heirat ihre deutsche Staatsangehöetgftrit verloren unb eine neu. mdx jetwrnn haben. Sollte es hier wirtlich nich- möglich fein. bte*c b#bau#Tn*epenen Frauen in ihre deutlche Staatsangehörigkeit znrückMführrn? Zwar belebt heute nrch feine gesetzliche Arge!ung unb H wtb Aufgabe brr .rraumorqar.iknitwiri m besonderen lein, sich dirte* Trnblo* tatkräftigst anzunehmen. Denn tchlirtilich ift bw Frau doch auch beute, troe ihrer Heirat, eine Deuttche geblieben, bie ge-wungenrrmaften ihre Staatsangehörigkeit verloren bat Unb wenn wir beule so gern da* Dort von brr .Boiksgemr n'te.'i' anwenden, so sollte es nomrbmfte Pflicht de* Staates fein, birte staatenlosen .Frauen wieder ganz und freudig in bie Bvllsgrmeinschrtt zuruckzufuhren
•. Birkenholz
Geschichten aus aller Welt.
(Uad>örurf. auch mit Quellenangabe, oerboietu
Wer zahlt den Flirt?
(a) Veugort.
IHan weih, bah bie Aorderung nach qlricbrn Krdjten noch lange nicht da« Sefennlm-> zu >1 eichen Dflichten bedeutet. (I* ift im (Begenteil meist 'n, dafz bie ei'ngften Verfechter de* gleichen Rechte» für alle auch die geschicktesten Drückeberger vor den gleichen f'slichien für alle find. Angesicht- dreier unleugbaren und durch die tfrfabtnnq de» täglichen Leden» immer bewiesenen loHathe «vor e» also schon ein etuef bemerten»wen#n Opfer- und Befenncnnute». wenn sich einige Frauenvereme Keuporf» und öbtfago» zu einer Propaganda entschlos sen. die nicht mehr und nicht weniger bezweckte al» die gteichmaftige und gerechte Berieslung der — ff oft en de» Aendezoou* auf beide sich tiefieniffii Teile. Die Barnen meinten, dah man die ffonsequenzen au» der Tatsache der heute längst
n iftleichbrrrchii-i.ma ' schlechter ziehen müsse, unb bah man Sckiluf, zu machen habe mit dem unwürdigen Zustand der Bezahlung non Raffer, Rüchen unb Lchiagsahne durch den Ratxilwr Mono Bezahl für dich f e I b ft — weg mit der i ilteten Freihaltung
Doch diese Bewegung sollte nicht unwrderspro- chen bleiben. Mit echt amerikanischem cdjoimg laten sich hundert Cbifagoer Mädchen zusammen, um eine geharnischte (Hegenerflärung lo**ulaffen. eie erklärten zunächst, die Damen der Vereine feien gor mcht zuständig, sie wären o i e I z u alt und nur sie. bie hundert neuesten (ffnfogocr Mädchen, konnten den Flirt und die Verteilung seiner Moffen beurteilen. bie hätten genug zu bezahlen für Rieider, etrümpfe. Lchuhe und Bubifopssrisur. Der Mann solle für Torte und Schlagsahne blechen, da» gehöre sich so — sie machten sich schön, bo» sei i h r Beitrag zum Aendezoou*.
Die Männerwelt von Aeuyork und Cdikago — grofzzugig. wie sie nun einmal ist — griff weder pro noch kontra in diesen Streit ein. Die innere Unruhe Hieb auf die weibliche Partei beschränkt unb e» kann nnt Vergnügen unb Genugtuung feftgefteUt werden, dasz — soweit bekannt — kein einziger Flirt unter dem Finanzproblem gelitten hat.
Die Schmuggler-Versicherung.
(g) Kopenhagen.
Tempo, Tempo — Fortschritt. Fortschritt ba» ist die Parole auf allen Gebieten, eie gilt nicht nur de» Lebens, icnbcm auch für die im Schatten, bei der Verbrecherwelt. Dänemark bat so seine Erfahrungen mit einer 6pe- yalfatcgorir non Dunkelmärinern. nämlich mit den tepritfdpnugglern. kürzlich erst wurde eine grosse
e prüfchmuggeifache abgeidjtoffen. m bte an hundert Vertonen verwickel, waren. Tex dänischen Regierung ist die völlige flufhärung nicht ganz aelungen. Aber die dänische Presse, die |a immer ein besondere» 3mereffe an allem Pikanten hat. nahm sich ber Sache nut mehr Ifrfoig an. Sie hat leftgefteUr bah bie .yentralc be» unheiligen bewerbe» leltfome: weise in dem Ort nomen» Heiligenbasen in ber Rieier Bucht liegt. Dort Hai sich em wahre» Sprithandel»,enirum von dänische,!, lchwedischen und sinnlonbuchen Schmugglern rtabheri. in wel chem genau wie in her ioliden Geschäsi»welt ge- marktet wird. Für gewöhnlich erledigen sich die ®e
Kredit — aber kreditwiirdig ist nicht der bemittelte sondern der inständige" Schmuggler. Der einzige Unterschied ber i>andel»zpitrale der Sprit Irtimuggler gegenüber denen der soliden Rauft eilte ist der suhl bar höhere ’Reirfgrromn. kaum rin Schmuggler arbeitet unter 12—l'NXI Prozeni Ver- dienst 3m übrigen aber gibt es sogar höchst solide Be r s i ch e r u n g* g e f e 11 s cha s t e n . bei denen der in» lliigeroifli- jährende Schmuggler nerilable Versicherungen auf seinen Epni aufnebmen kann, fticht Wmb und Wetter find für die Höhe der Policen au»fchlaggebeiid. sondern der Aus und da» Bnsehen der Polizei bet, Bestimmungslande Die dänische Presse muhte die für ihr Ikiterlanö und seine Hüter der Ordnung wenig fchmeichelhaste Tai fache feftftellen. dah bie 'Aisikopgäm e für Schmus geilabungen iwch Dänemark ziemlich niedrig >ii. und bah sie fogar kürzlich um 10 Prozent herab gesetzt wurde. Von Helligenhasen aus wird nicht nur Dänemark beglückt, sondern auch Finnland. Schweden. bie baltischen S lau len und talroeife 'lorwegen. Da» Völkchen ber mit dem mob< rnen (seschäft»leben so vertrauten Freibeuter schafft allein nach Finnland fäbrlid) 100000 Liter 6pnl mit einem (Rr winn non 5 Millionen »tonen im Jahr Da» ift. beiläufig bemerkt, fo etwa bie gefamtc mlänbische Iahre»probuktion Dänemarks, ba» doch weder ganz noch teilweise trockengelegt ist.
Die Karsreitagseier.
< f) Konten.
C* gibt eine alle Kcgcnbe. die besagt, test Huh- nereicr, bie am Karfreitag gelegt wurden, sich ein ganze* Jahr s r i s ch e r h a 11 e n Dah dieses mcht nur eine Legende i<t, bat Dr. C. (F. Shelly aus Hertiord durch Versuche beroiefen. (Fmrm Be richterstatter der „Dailg Mail" erzählte er darüber folgende-. 3d) habe fefigeft.li: bah nicht nur Rar- freitag*eier, fonbem auch solche, bie on anderen lagen gelegt wurden, sich Irisch erhalten, und zwar zwanzig 3ahre lang. 3ch besitze einige Eier, die ich schmi seit zwanzig Fahren aufbewahre, allerdings find sie jetzt schon so ausgetrorfnet.
dos iw »lumpen nritrannten Schwefel» gleiche Irvtzdem sind sie zur K a b r u r. g immer noch geeignet — Dr Shekln «ügte hinzu tetz sihon n der liegende au»hrücklich daraus hingen- e'eii wird, bah hif 4irr. um fff snzch zu erhalten, absoluk sauber sein mu<Wn Da» wäre Sr beawrtei iverteste Rat. ber gegeben werden tonne, sagte ?r Shelly, denn beschmutzie Eier. d,< man mealegt werden ralch von Bakterien zerstört Die Gier fort.- sälti* zu säubern, ist da» ganze Gkbtimni». um «e für Daher oho, »oniermenirg fnfch z. rrbaltr: Dr cheUo pflegt seine Gift In einem tsapr’.irf.-'n auszubewahren, ber in einem 3«mmer heb! ba Sommer von Sonnenlicht uberfl’Uel ist — z-» iü nich« festzustellen ob te» Interview c.m 1. Tip: .< (lüttgefunben hat. unb ihr Bf richte rstaüei b •’ a.iti mch! den Gindruck datz Herr Shelle etnv: i h,r.e di. w' feine Ansicht von der (Rwriffobarfe-: fllfet Eier ja doch hätte beeinflußen können
Viertausend Prozent Verdienst.
(ff von den
Parlamentarier flehen allgemein vor allem aber
in dem Kufe, vom nu: Hidxn Leben und feinen pr mm offen Grforberniften nicht viel zu versieben. Ob- mit Bechf ober fälfchlicherweife wollen wir bem Urteil derer ubeilasfrn deren beteufriiche Psticht e» ift. fich mit Politik bei «triftigen zu müßen. Unb diese Partamenia! r Imd bann mir vor ben ffops geschl. gen. wenn sich ihnen te» wirkliche Leben plc[Uidi einmal in seiner nacktesten (Beflalt präsentier! Diese Erfahrung machte 'neben der seh« ehrenwerte €ir Dilfted eugben. Abgeordneter be» englisihen Unterbauie» fnr ben »reis Hartlepool
Hartlepool ist ba» Zentrum fine» Qlebielr». te» stch au- fchliesilich vom Fischfang ernähr 3m Halen von Hartlepool kommen z. P. fast a<r henng-jtonge an. die tem Verbrauche be» englischen Volke» dienen. Sir WHfrrt) engten der partomm- tansche Vertreter biefe» geiegneten Aafengetnefc sasi nun kürzlich e,ne^ ‘IRargen-, nach norm sehr umsangrerchen Bankett in her norherge^nmene: Aach«, in einem Londoner Reftaurani unb bestell le sich in G rinnerund an ein oolketumliche» Aezepi argen ben ihn beherrschenden diiftanb zwei laure Hering e Al» man ihm huitecher d,. Rechnung bafür uberreichtf, ennogliihle ihm eine ganz kurze rechnerische Uebcrtegung — ba er ja ben Hrfteh.,ng*prfi»” eine» ixring* au» sriyfm Wahl kreise (anntf —, sejtzustrtlen. datz der '.fffßuurutrur an | e be m Mering oiertaufenb Prozent (Be ro i nn emheirnste
listfich in brr nächsten Sitzung de» Unierteufe» legte 5ir Wilsred Sugden em en stommenben Prrneit gegen bwfe ..unveschämte Kuabfutung der Beoa - fenmg durch den dtDildxnhanbd* ein. Eine ut- kennsti'S die bei ihm ,edoch reichlich spat gekanunen Ift. denn er vertritt seinen Mermgefnri» Hartlepoo! Id>on feil über 15 Jahren sin Pariomeni Atei thi leicht batte er vorher in London noch nie foldi dringende» Bedürstü» noch rtnwn — Rat« rtruhfturf empfunden.
Rundfunk-Programm.
Mittwoch. IS. Mai
15.30 bi* 16.00: Die Stunde ber Jugend lb.30 bte 17 45 Konzert des Hauöorchrstvr 17.45 bis 18.05: Die Bucher stunde 18.15 bi* 183? Uehertragung von .ffasirt: .Hau* unb harten 18 30 bi» 1» 30: Torlcfung ber Dichtertn Wxe Berend au* ihrem humoristischen Avman T»a* verbrannte Bett" 16.30 bis 20 00 .Die Arbeit*- weise ter Funkwacht" 20 bis 20 15 Senckenberg- viertel stund» .Ti erleben »m Frühjahr". Vortrag von Dr. Sittig. 2015 bis 21 15 Klamer-Zkom- Vvsirions-Abend von Xfbor Hortanvl 21 15: lieber!raguna au» Mannheim: AeurvmanlLche Kammermusik.
Rundgang durch die MagdedurgerTheaterausstellung
Magdeburg seither betannt berubm! unb usivrisch getporten durch sein prachtteiles Dvm- bault-crt mit Rapellenkt in., unb Bischers
kmmderg,scher (Drabplastik. durch öltr non (Due- nckes Hakbku,)e(o. al* .un<etr* ^^ertflptt* Kan*- hrt" unb tröntge* Bollwerk gegen Wallenstein* unb fUlb» Stuv.nsahnen, später al* nüchterner Fnbustrteplad durch Zuckerrüben unb Oiknguß großem nieten gelangt, wirt» künftig einem uufit Ramm, ein neue* Beiwort, fine neue teruhmfteit aulzuweilen haben Magdeburg die Stab« ter grvsien deutschen Tbeaterau*stellung eom Jahre 1927
Hfimgekelui non ber 04be. an wenig raube Loch, aber überfrachtet mit Erlebtem unb (be- ’ebenem. hält man zögernd inne, bte Feder fpitz unb eifrig ins schwarze rintenlah zu tauchen — nan muß sich lammein. um nich« 'chon in brn «rften «oonzig Fairn vom Ueberraaß stofflicher Fülle erbrudi und hrtllos nettrirrt zu axrben. Do loO man Mifaitgen was norbringen. was nihäblrt unb wao zu schildern nerfuchrn? Mas st w-chlttg. wonach wirt» zuerst au fragm sein, ieiche Au'mhui.g von dVqcn<tanten. Dingen Hamen und Biltetn bat Sinn, welche ermüte! unb langweilt? The Aufiridiung. ba* begreift uan schon nach anem ersten Bunbgang. wirb sich hirz zu fasten haben folkbc BoiIstänbigkeikswut I 4 are hier netleM:. einen Ort an für eigenes Auf- ehmen kann kein Berich« geben
.Zweierlei scheinl un* aber, txitn man das Fanze tecte* nrrzwa.gte. rrcitläufige, in Mo- hrtci mübffitgÄer Arte t au* allen Ecken des 5aifi(<n*te* • kjf juunrngetraame (Danze ins Auge at*t. rre*cnlh4> zu Ian und loil terav*geM) di ivetdfn
Ibeülerau»(teUungm bat e» scheu in früheren X tren gt xten. in Wien unb in Berlin, was aber Ner nun entstand, ift in Umfang und Anlage etwas « nz Aeue* und Erstmalige». Aicht nur m feiner 'richopüi.den Aelfeittgkeit. sondern vor allem auch *nm. teh t* sich wie m einer der zahlreichen ft eben beton! werden konnte, hier nicht um eine . pa- iwrenc* sondern um eine lebendige Ausstellung ♦anbei’ UUroih gehör: viele», sehr viele» durchaus Hm» Mu'eam. m die (Baien«, ins cbeaterwifier cha-:
•ihr td germanische Seminar. Aber ebenfomele» ist Vbcnbig unb unmittelbar gcgenurirtigfKr Wirtlich Vit entnommen unb bargrtteat alt unoerfkubte» ^«teuftütf. Beispiel unb Lusdruckt'onn unterer <3fit.
Magdeburg Hal früher 'chon eine Keibe von Au-. tHungen ins Leben genren: ibrr man ist tert jeit« r nur mit solchen yeronfialiunpen beroorgetreltn. •ie cinigennahen zu dem Stufe pnruhi'cher ?'.üchtem ^rit ftimmicn. in den die Stadt, wie in einer Tisch- srde erwähnt wurde, feit langem unb weithin ge-
kommen ßt. Datz man nun — nach der ganz wirt- schafllich gobarhfen Miarna" (19tl) und nach einer nahel legen ben. gleichsam bodenstandig-mihlfchen 3urferau*fteUung — den Mut aufbringt unb bie ideelle Zuversicht eine Theateruu»ftellung zu machen, .uauogerechnet in Magdeburg", wie man «elbltironßd) tagte, an so ganz unwirkliche, „unn ütze", rein geistige Dinge, mit denen fein Veschösi zu machen ist. eine solch, Fülle von mühsamster Arbeit und mutencUen Opsern wendet, te» scheint un» gerate teuhgenkige» herzlich zu begrüben.
Und e* ift doch em (ü cf drift tebei, ein sehr gute* sogar. Von dieser Ausstellung wird eine gewalnge Derberoirhing au »geben, weil über Magdeburg* Mauern weit über die preuh'srhen unb deutschen Erenzp adle hinari». hier ift eint glanzende und mächtige »unbgebung raarbgeralen ein zuvertich«- liche» unb zukunst»frohe» Bekenntni* zum deutschen Theater — m einer Zeit in ter helft- beutsche Theater schnxr genug um feinen Bestand, um seine wirstchastliche Existenz unb seine innere (Bettung gegen zahllo«e Aole Hemmungen unb misiliche Zeil läufte zu kämpfen bat. Unb auch darin, glauben wir. ist die grojze. nicht in Ziffern und Formeln zu faßende Bedeutung der Magdeburger Schau vor allem zu fachen.
Ja unb jetzt stehen wir vor ter großen unb allerersten Frage, die e» hier zu beantworten gilt: wa» ist tenn nun auf ter lonterbaren Etbinfel eigentlich zu sehen? Die einfachste, kürzeste und er- schopsenbite Amwort hätte zu kwten Alle» Alle», was mir irgendwie, nur im geringsten mit tem Theater zu tun bat ober sinnvoll mit Tbm in Serbin- teng gebrach! werden kann.
Wanderer, kommst du nach Magdeburg, du finteff horten alle», wa» heute und ehernal» tem riesigen Zaubertrei» unterton war. ist und immer lein e rb.
n<nter Blick umfatzt Jahrhundert« drei Säle durch- schreitest du still, und Fernste» und Nächste*. Frühest«: und (Gegenwärtige», Heilige* und Profanes breitet sich m gelaßener Folg« vor dir au«; du wandelst mit bebäd’fgrr Schnell«' — mte’ien tem« Nktzhaut sich Ipiegtlt in wuchtigen Kitter- rüftungfn unb blanken Schwertern, indes dem Auge fich fängt in bohl gnnienten Marten, über Puppen bmgleifef. über peridjirfiene Seite ftreubelt — vom Himmel durch bie Wrtt zur nofle*. durch all« Höben all« Alterungen, olle Wunder all« Frömmigkeit. alle Erschütterung und alle» (Rdätbter. bo» da au »gebt vom Zauberwort
In bi« griechisch«, ionnenbrt'trabüf. tiefbimmfl- blau überspann!« Arena blickst du. o Länderer, wo bas grotz« gewaltige Schick ol ter attischen Irogötrr ten Menfchen zualeich trbeb und eermalmte — und
HM btr Io» Borweltungeheuer te» Drathens grünlich *abr.eflrtfd>enb entere.— ten Siegfried im Uruxub «richlug unb Paul ■ iier im Sibriungmnlm. Auf tem Balkon ter 6t»fe’peore- bübne kimnst du fitzen im (Blobetbeatrr unb ten
Nüpelspätzen te* „Sommern ach! »träume»' zu- sfhauen oder bem Hexenspuk im Macbeth', in fromme Rirchcn schaust du hinein, zierlich gebaute, wo da» Sonnenlicht durch gemalte Fenster bunt bte Szene uberflieht. imb wo zur Zeu Luther» Han» Sach» unb Nosenplüi in ter Kegenbogenroei» unb «n Meisterton di« Nürnberger ergötzten, ten originalen Theaterzettel zur unvergesilichen Räuberpre- miere kannst bn säuberlich unter (Bla» beounbern. unb den Arlecchino der Commedtu dell'arte findest du als graziöses Meißner Porzellanpuppchen neben ter Nymphendurger (Tolombine; w.llst du ober etwa wißen, wie e* um Goethe» Lauchftabtec Theater in- „Schwimmwagen' ber Wagners«hen !stheimochter (ein grausame» Fuhrwerk ist das. wie aus einer mirtelalter1id)en Folterkammer» — fo hast du hier alle» hubfch bequem zusammen.
ilnh wenn du tech nur ein paar Häuser werter begibst, unb wenn dir die Augen noch nicht übergegangcn find vom IDunhem und Starren unb Staunen, dann stehst bu. unversehenF vor einer langen Aeihe fein erleuchteter Guckkästen. bu drückst aul einen Knopf, bift Zuschauer. Aegisieur und Maschinenmeister in einer Perlon cm Brummen hebt an. das dir mdjt geheuer vortovnn! und vor dir frei ft alsbald gehortam «ne Deine Drehbühne, auf ter fich die allerneueste unb allerfchwierigste Szenengestaltung von 3efmcr ober Meiche« ober Piscalm entpuppt Ganz weit tn bie Kulisse, kannst bu schauen. Ober möchtest du lieber wissen, was «n Aormalvertrag für Schautpieler ist, welche festen Gekeye das unscheinbare Amt der Soufsleusc befttmmen ober wie man den Donner rollen läßt, wie man Aegen macht, oder Dind ober Schnee ' Bitte näherzu- treten hier gibt es fcine Geheimnisse (tz* tnb-b btr alles freundlich gezeigt, und trenn der Petrue dabei vor Aeid vergeh« Warst du an der Front hast bu in (eitenen Auhetoaen — ein feldgraues Theater gesehen, in Lille ober Brüttel ober EharlevMe ober Marschau? Hier siehst bu es wieder, ist alle* btr Aachwelt erhalten kuni einer schönen unb stattlichen Aüstung. deren sich feine 3ung*rau unb fern Götz au schämen brauch*«, unb die dabei oh ewcgeo Theater' aus lauter Rvittervenbüchken zusainmengriötet und gehämmert ift.
Dies mein Leser ift nur emr ganz kleine Andeutung, ein Etwas, ein Ungefähr, ein kümmerliches Rrstprödchrn von bem. was men hier sieht unb ein tchüch-erner Berfuch tnc ftreng.' Pubickumssragc zu beantworten: Gib Bericht was dort geboten wirt»!
<£* muh nun aber niemand denken es ginge auf bet Magdeburg er Zauhmafel fo hinierbunl. regellos unb simwerwirrend zu. wie es nach unserem f«n<chmeck«r'.'ck>m Rüchtmzellrt ichrtnen krtrnle. O non. < 3ur. w.r sagten es schor - enn wir den Ehrg«z hätten, r-öüständig zu fein, dann sähen Dir übermorgen noch mit ber Feder in der Hand unb grübelten bumpf. was wir
möchten vergessen haben- Bein ftrciige Ordnung waltet historischer Aufbau unb Uebcr- ttchrl'chkeik. Soweit bc-rgleichen überhaupt übersichtlich fein fann; ber Laie unb j*beut« rhvmbbng wirb erst ein wenig fdsioinblig werten unb viel Seit brauchen, ber Kenner aber, ber Thcater- freunb, ber fündige Theten er .vom Bau wirt» entzückt unb Iriver Hand da» geistige Band um die nur scheinbar verwirrende Biclsäli igk.it ter Teile in feiner Hand, vor seinen Augen zu scksiingen wissen. Unb fo manches was auch Ihm zuvor lot unb Haft, nur gedacht unb gewußt unb erlernt war wirt» in hmfeüiber Ledenbig- feit, Aähe unb leicht zu beulender Greifbarkeit verwandelt unb neugeboren werben
Die innere Anordnung des Stoffes gliedert sich zwanglos in ben architrtiomfchen Ttaftmen be» Ganzen ein; unschwer sind bie groften Haupt- gruppen zu übersehen eine .Hall« ber Dissen- IdKiit' gibt es beten hdtoriidx Abteilung eine •yrh».igtflf Gnttoicklungstelhe von ter Anille M» »ur Moderne hortubn. dem teutschen Theater ter Gegenwart widmet sich die bühnenbilbnerilche 2U- leilung, die dritte Untergruppe fammdt anschaulich die vieisältigen Beziehungen be» Theater« zur allgemeinen Kultur unterer Zeit: hier hnbet man etwa reichhallige« Matena! über bie Arbeit ber Bük- nengenollenschall. brr Bolls- bühnen verbände, ber Musiker- unb SckDuspielrt- orflantfationen unb manche« anbete noch
(tme sehr tnlcr«Honte vornehmlich techm- 'chen Problemen grDibnwte .Beriuchebühne" leitet über zur „Halle brr 3nbußric". Hier lieftt man, wa« über -rboateixwdb«ttfhir. über ba« Aue- stattungswrtrn über Muli? unb Betruchtung lehensweri ift; wo« ba« Zbtaier nul dem Bund- fünf und mit dem Film verbindet: ftwr tut man einen tiekn Blick hinter bei Borhang auf brn Schnürboden, in bi« Brrknhtna fttnr*n io« Aeich be« Tftratenncthcr« unb Kulissen schieb««
Unb eine RunftHalle gibt e«, mit Bildern von Anion Graff tn« zum (teprrtltomämu«. von Karl Maria von Weber unb Beethoven bi« zu Mvissi unb Kortner unb Krauß, ter Tftinng unb ber Bureur .. Unb eine 'chw'm mente Bühne ift da eine Brandschutzhalle ein gtoftcr TWrgnü- aurgeparf mit Alr-^ dorf unb Hippodrom und Tanzpasirft unb Achterbahn genug, genug genug
ten Halbkugel« unb den Zuckcerute z« Dombau und ber Ehronik be« Dveihigsähr - gen Kriege» hat sich die gute unb feste Stad' Magdeburg «an neue« CtnnbiU» iftre» Werbenr unb Wrirr» und W:rken« geschaffen: den grün unb rot beflaggten Turm auf ber Lidin Irl; ber wird dauern unb dastehen aU ein ttrinner-ng»« mal. wenn die Hallen ber groften Schau ’jr.gft auägnäunU unb mit anderen und rützlichercr: Dmgen auf« neue beschickt unb gefüllt sein wer- her Dr. Th.


