.uer Hnterfti^ung der wirklichen 3uft4nbe des SaaraeßieteS yi keinem anderen Urteil gelangen kann. Snc Saardeteganon richtet« an Dr. Stretemann ine 'Bitte, biete Note dem Völker- bunt) zugänglich zn machen.
Der warschauer Attentatrprozeh.
2er Angeklagte Mowerba zu lebenslänglichem ,Zuchthaus Derart eilt
Warschau. 15. 3unL (TBolff.) Heute vormittag wurde im Warschauer Amtsgericht bw außerordentliche GerichtSverhand lung gegen den Mörder des Lowjetgesandten OBoifou? Boris Ä o to e r b a . eröffnet. Kuf bte Krage des Dor» sitzenden, ob der Angeklagte sich schuldig betermi, gab Motoerba die Ermordung Wolkows zu. bestritt aber gleichtzettig feine schuld Aul bw weitere Frage des Rorsitzenber! ob er bereit sei. über die Lat näher- Angaben zu machen, fcfcilberte Äotoetha den Verlaus des Worbes wie solgt Als ich ben Vahnhos betrat, sah ich Woikow mit einem anderen unbekannten Herrn stehen 34) zog ben Revolver und feuerte auf ihn Woikow drehte sich um und begann auf mich zu schieben Dann feuerte ich alle meine 'Patronen ab Woikow feuerte noch immer auf mich. Darauf lief ich ungefähr zehn Schritte zurück Die Schüsse Woikows hörten auf. Dann blieb ich stehen und hob die Hände tn die Höhe Ich hatte Woikow getötet für all das waS die Bolschewisten in Ttuftlanb getan haben
Als der bolschewlftische Umsturz erfolgte, war •f) Schüler des Realgymnasiums tn Samara Vort war ich Augenzeuge der Terrorakte. 3m Jahre 1919 bin ich nach Polen gekommen 3n Wilna geriet ich tn eine kommunistische Umgebung und lernte da die negative Seite der bolschewistischen Ideologie kennen In dieser Zeit entstand in mir die Absicht, den Mampf gegen den Volschewismus zu beginnen. Im vorigen Iahre wollte ich zu diesem Zweck nach Rußland auf illegalem Wege zurück. Da dies nicht gelang, sah ich mich gezwungen, einen legalen Pah ei azur-eichen. Als mir dieser nicht ausgestellt wurde, beschloß ich zum Zeichen de» Protestes den Gesandten Woikow zu töten. Ich bedauere sehr, diese Tat in Polen begangen }u haben. Denn ich wollte Polen das ich als meine zweite Heimat betrachte, nicht in Verlegenheit bangen. Weiner politischen Gesinnung nach bin ich kein Monarchist, sondern Demokrat. Ich ziehe jedoch in Rußland j e de andere StaatSsorm dem Volfchewuimus vor. Ich habe Woikow nicht als Sowjetgesandten ermordet, sondern als Vertreter der Komintern.
K owerdas Vater erflärte in seiner Aussage. dah er nach dem Weltkriege von der bolschewistischen Regierung mobilisiert wurde und in den Reihen der Voten Armee gegen Polen kämpste. Aach dem Aigaer Frie- den hat er sich a u f illegalem 3) c q c nach Polen begeben, wo sich seine Familie befand. Früher habe er zur russischen f o^ial revolutionären Partei gehöri und dann sei er auch einige Zell Mitarbeiter von Voris 6a tot n rotn gewesen. - Andere Zeugen, wie der Vektor des Rigaer Gymnasiums, welches Ko- Werda besuchte, und der Redakteur der toeih- russlschen Zeitung, an welcher Mowerda mit- gearbettet hat, stellten dem Angellagten den besten Leumund aus
Der Staatsanwalt begründete tn seiner Anklagerede, weshalb die Angelegenheit vor das Standgericht gehöre, und vertrat den Standpuickt. dah der Mord an Woikow als die Tat eines einzelnen zu betrachten sei. der sich weder von irgendwelchen Organisationen, noch von sonstigen Qxfllettumftänben leiten liest. Die Frage des Gtrafmastes ü brr lief) der Staatsanwalt der Sn t scheid urig des Gerichts. Der An- qellagte wurde daraus zu schwerem Gefängnis ohne Fristangabe verurteilt und jeglicher Bürgerrechte für verlustig erklärt. Gleichzeitig hat daS Gericht beschlossen, sich an den Staatspräsidenten mit der Ditte zu wenden, dast dem Verurteilten diese Strafe in eine 15jährige schwere Gefängnis st rase verwandelt werde.
Der wert der roten Armee.
Das Nrieil tteneral Hosfmannd.
DaS ..Reue Wiener Iournal" bringt ein Interview mit General Hvssmann, dem bekannten militärischen Vertreter Deutschlands bei den Friedensverhandlungen von Brest Litowfk. Gr lagt:
Das alte kaiserlich russische Heer hatte 85 000 Offiziere, wovon etwa ein Drittel in die Rode Armee geprestt wurde Der Wert dieses zahlen- mästig ganz geringfügigen Offizierkorps ist für den Ernstfall zweifelhaft. Dah aus den Reihen der Anhänger deS roten Systems wirlliche Führer und Lehrer her Armee herangebildet fein sollen, ist ausgeschlossen Die rote Armee dürfte nicht einmal Kompagnlechefs besitzen
Der Stand her Bewaffnung unb AuS- rüftung Ist bei jenen 60 000 besonders ausgebildeten Mannschaften, die man gemeinhin Tscheka- Truppen nennt, gut. Ihre Tätigkeit besteht aber nur in Örefutionen gegen streikende Arbeiter und gegen unbewaffnete Dauern zwecks Ge- treidebeschlagnadme Zu ihnen gehören Ole bekannten Wo lauer Paradetruppen Der gesamte Rest her roten Armee ist aber nach allen vorliegenden Berichten außerordentlich schlecht ausgerüstet und bewaffnet. Darüber hinaus steht die allgemeine Zuverlässigkeit her roten Armee derart im Zweifel. ?ah ben Soldaten ntel- iad) nach den Dtenststunden die Waffen weggenommen werden müssen Ob Vudjenny. der rote Murat, fähig ist. auch nur eine Kavallerie- dtvislon zu fuhren, bleibt abzuwarten ebenso, ob da- rote Russland auch nur einen Offizier beit hi der eine Infanteriedivision im Gefecht zu lellcn imstande ist von der Krieg'uhrung im «rohen ganz zu schweigen.
Auf den i intuun. bafi unter solchen Umstanden unglanb ein miluurstche, umgreifen doch sehr leicht sein müßte, erwiderte der General IVan müsse die Weile deo Raume» bedenken, die starke Truppen- verbände erfordere. Davon abgesehen wäre aber eine Furcht vor dem weiten Raume völlig verfehlt. (Gegenüber Napoleon» Zelten gebe e» jetzt Visenbahn. Fl»gzeu,i. Auto. Telegraph. Telephon. Dagegen fei bei einem mit Waffengewalt gegen die Vol'chewifien geführten Feldfuge zt' deruck'ichkigcn. das, irgendein Rückschlag überhaupt nicht eintreten dürfe, der Stotz müsse in einem einzigen Stotze di» Moskau buertiflejuhrt werden Daher fei von vornherein stärkster Kräfteeinsatz nötig. Zudem seien auch gani umfaffenbe Vorbereitungen notig, um den Befrei
ungskrieg gegen die Dolichewrften für den ru''fischen Bauern und Arbeiter sofort in greifbare Vorteile unb (Entfaltungen umzumünzen.
Verhandlungen zwischen Nord- und Südchina.
Schanghai. 15 3uni Reuter) Aach einer Meldung ans amtlichen j apa n 'chen 51 retten sind die Verhandlungen zwischen Tfchang - k a i f ch e k unb Tschangtfolin und Ienh- sischan dem. Gouverneur von Schon«' tm F^rt- lchreiten begriffen unb eine (Sinigung scheint möglich IedenfallS hat T'chcrngtsolm dem früheren japanrschen Äriegtmtrifter General Iannrafcht mllgeteilt obwohl er epe dtnfaung für notwendig ansehe könne er sich nicht bereit erklären, hie nationalistikche Flagge zu histnn ober feiner Armee eine neue Bezeichnung als Tell her natonalistischen unb revvlutrvnären Trut>- pen zu geben ^llchtsbestowernger fei die Mögi'ch- kell zur Behandlung anderer Fragen durchaus gegeben Der Gedankenaustausch wird durch Vermittlung Ienhfinlchans f o r t ge setzt.
Eingreifen der Großmächte im Balkankonflikt.
Conboa, 16 Juni. (dB. Tunffprud).) Der oiplomatild)«- Korrespondent de» „dalli) Telegraph" fchreibk. er höre, dost die Regierungen (Drotjbriton- nicns, Frankreichs und Jfallen» wiederum ihre <Se- sandten in Bclgrab und Tirana angewiesen haben, die beiden beteiligten Länder aufjusordern. ihre kleinlichen TNeinungsoerschledenhciten onverzüglich auf dem Dege eine» diplomatischen Kompromisse» in erledigen. Da» stom- promitz würde darin bcilchcn. -ast Jugoslawien die scharfe Note seine» Geschäftsträger» znrückziebe. und dotz Albanien gleichzeitig baraui verzichte, die ver Haftung und Gesangenhaltung de» Dragoman» der jugoslawischen Gesandtschaft in Tirana al» berechtigt anznsehen
Die Desotdungsresorm.
Verl in. 16. 3uni. Prcv -Tel.) Vachdem die Deamtenoerbänd« fämtl.dben Frakrionen des Reichstages rhre Forderung nach einer Möglichst umgeh r.?en Zwischenlösung der 'Beamten- regierung den Verrretem der Beamten mit» geteilt, tast sie bereit sei. noch im Laufe diese r Woche eine Besprechung mit den Spitzen verbänden anyiberaumen um hie Wunsche bet Beamtenschaft entgegenzunch- men. Gestern abend hielten alle Beamten ver- bänbe interne Beratungen ab. rm bie Wünsche zu formulieren. Rach einer Meldung der.Boss. Ztg- soll bie endgültige Vure gelang am 1 Oktober erfolgen Da«- Matz her Aufbesfemng stehe noch nicht fest TIm rechne edoch mit einer Erhöhung von zehn bis fünf- zehn Prozent De Vorlage Dtrh. wie das Blatt weitet berichtet, dem Reichstag erst nach seinem Wiederzulammentrttt im Herbst, wahr- fcheinlich Anfang Veventber. zugehen. Die ge* feylcchen Bestimmung fallen bann eüdtoir* (enbe Kraft ab I Oktober erhalten.
Beamtenheimftätten.
Berlin. 15 3tmi. sVDZ.) 3m Reichsrags- auSfchuh für Beamtei-.ange!eqenhrtten wurde in zweiter Lesung der Gesetzentwurf übet die A b - ttetur. a von Beamte n bt) ü gen zum Heimstättenbau angeremmen, wobei bie Beschlüsse erster Lesung betätig’ wurden. Fetner landen öntlcbliefnmgen Annechme die her. Bau- ibarorganifationen zur Pflicht machen, jedem Bru- 'vater vor Ablchlun des Sparvertrages eine rich- .tge Belehrung zu unterbreiten, bie dem Sparer völligen Aufschluß über bie finanziellen Auswirkungen geben toll Ländern. Gemeinden und 5törvertcha'ten des öffentlichen Rechtes fall ein gleiches Vorgehen, tote das Gesetz es für das Reich vorsieht, zugunsten ihrer Beamten empfohlen werden.
ver Kampf um die Portoerhöhung.
Ein sozialistischer Antrag auf Zurückziehung der Portoerhöhung wird im Reichstag mit 175 gegen 171 Stimmen angenommen.
Berlin, 15. 3unt sVDZ) Aus der Ta- gcSorbnung stehen eine demokratisch: Interpellation unb ein kommunistischer Antrag, bie sich gegen hie geplante Portoerhöhung richten, au fier dem ein aus dem gleichen Anlaß gegen den Postminifter Dr. Schätzl gerichtetes Mißtrauensvotum
Abg. Totaler (Äomm.) begründet den kommunistischen Antrag Der Minister und fein Vorgänger hätten die Roichspoft als eine Kulturanstalt bezeichnet. Minister Dr. Schätzl wolle jetzt mit seiner Portoerhöhung aus der Poft eine Profitanftalt machen. Er hole aus den Beamten daS Letzte heraus, trotz ihrer elenden Besoldung. Der Plan einer SOprvzentigen Porto - erhöhung rechtfertige das stärkste Mi fitrauen gegen den Minister
Aba. Dr. Raschig (Dem.) weift darauf hin. dah der Reichstag in Fragen der Portv- erhöhung nicht zuständig sei. Die Frage schneide aber so tief in daS Wirtschaftsleben ein. dah an einem Votum des Reichstages auch der Postmini- fter und der Verwaltungsrat nicht Vorbeigehen könnten. DaS englische Porto sei nicht höhet als das deutsche, da eS für einen Brief von 30 Dr. unb für bie ganze Welt gelte. In den Vereinigten Staaten kostet her Brief nur 8,4 Pfennig, obwohl dort die Löhne und Preise viel höhet feien als bei uns Kein Mensch könne sich votstellen, welche Folgen die Porto- erhöhung haben könne. ES sei unverständlich, dah der Minister eine Auslanbanleihe nicht aufnehmen wolle. DaS AuSlondkapital fände auch so seinen Weg nach Deutschland. Im gegenwärtigen Moment sei jedenfalls eine Portoerhöhung nicht erforderlich
Abg Taubadel (So,).) erklärt, her Vet- waltungSrat der Reichspost sollte sich hüten, gegen den Willen gtoher ReichStogsvarteien die neue schwere Belastung vorzunehmen. Eine Rot- Wendigkeit für bie starke Erhöhung sei nicht zu erkennen. Auch bie Erhöhung derBe - amtengehälter dürfe nicht auf dem Wege über eine solche Verteuerung der Gebühren erfolgen. Wenn man den Weg bet Auslanbsanleihe geye und bie vorhandenen Reserven heranziehe, wäre eine Erhöhung der Gehälter schon ab I. April d. I. rückwirkend durchzusühren Der wesentliche Grund für die Gebührenordnung fei zweifellos, dah man das Loch im Reich-- fädel stopfen wolle. baS durch die Finanz- mihwirtfchaft unter Führung der Dcutschnatio- nalen entstanden fei Diesen Weg könne bie Sozialdemokratie nicht mitgehen.
Reichspostminister Dr. Schätz!:
Ich habe im Reichstag die Finanzlage der Reichspost wiederholt als gesund, a Der g e - spannt dargestellt. Ich habe im AuSschuh auch aefagt. dah nur durch Erhöhung der Einnahmen die schwierige Lage behoben werden könne Mit einer blohen Anlelhepolittk komme man nicht weiter. Im Plenum habe ich auch gesagt, wir müßten es der Zeit überlassen, ob eine Gebühre,terhöhuiia notwendig fei. Ich habe auch darauf hingewiesen. dah bas 3c&n - psennigporto dem jetzigen Geldwert nicht mehr entspricht und nur einen Wer: von 5 bis 6 Pfennig darstellt, der den von der Post ausgewairdten Äoftcn kaum entspricht. Die Finanzlage der Poft hat sich inzwischen ver- schärft. Eine AuSlandanleihe halte ich wegen der Gefahr der Ueberfrcmbunq des Reichs- vermögens für national bedecrllich Durw die Berbefserungen anderer Art erwachsen der Potz Mehrausgaben von 270 Mclllonen Mark Dazu kommen durch die ärhöhunq der Beamtenbetelbung. deren (tellpunkt noch offen ist. die aber voraussichtlich noch in diesem Iahre in Aussicht genommen iU (Rufe links .Voraussichtlich!" > IbO Millionen Mehrausgaben im ganzen allo 430 Millionen. Durch die Gebühren- erhöhung in der vorn Verwaltunasrat gemilderten Form werden nur 200 Millionen Mehr- einnahmen erzielt, so dah noch 230 Millionen durch andere Mahnahmen gedeckt werden müssen. Wenn die Post nach der Ötabilifierunj bet dem Zehnpfenn.gporto blleb. so hat he damit wesentlich zur Sicherung der Währung belgetragcn w^für hr le der niemals Anerkennung gezollt roorN x ist D e<e Entlastung der Wirtschaft hat die Arnchspotz m
die unzünftige Finanzlage hineingebracht. Es wäre ein bitteres Unrecht, wenn die deutsche Wirtschaft der Re.ch3pvft einen Vorwurf aus der Portoerhöhung machen wollte. Das Gespenst der Insfation braucht wegen der Erhöhung nicht heraufbeschworeix zu werden. Die Veichsvost hat ihre Ausgaben nach Möglichkeit eingeschränkt, sie hat im Personalabbau mit 25 Prozent die Höchstleistung unter allen Verwaltungen erreicht. 3d> kann auch versichern, dah wir ben ernsten Willen haben, eine Reform der Fernsprechgebühren im Sinne einer Entlastung der Wenig- fprccher durchzuführen. Das Reichspostfinanzaetetz schreibt den Weg vor. auf dem die Erhöhung vorzunehmen ift; das Ministerium hat sich durchaus an das Postfinanzgesetz gehalten.
Abg. Leicht lBayr. Vp.) gibt für sämtliche Regierungsparteien eine Erklärung ab, in der betont wird, dah nach dem VeichSpostfinanzaesetz derVeichStag für Fragen der Portoerhöhung n •. <b t nt ft a n b t c, rum würden die Regierungsparteien die gestellten Anträae ablehnen. obwohl sie nicht die schwere Belastung verkennen. die der Wirtschaft durch bie Portv- erbohunq cugefugt wird. Im übrigen hegen bie Regierungsparteien die Erwartung, bah baldigst eine Reform der Fernsprechgebühren mit einer Entlastung der Wenigsprecher burchgeführt wird.
Abg. Mollath lWirtsch. Dgg.' bedauert die kurze Erklärung her R gierungsparteien So leicht könne man über die Sache nicht hintoeg- gehen. Die Portverhehung wirke auf einen groben Teil der Wirtschaft geradezu katastrophal. Biele wichtige Fachzeitungen des Handwerks würden bet der PorwerhcHung ihr Erscheinen einftclltn müssen. Die Wirtschaftliche Vereinigung werde der Vorlage des Postmimfie- riums nicht zustimmen. Bezetchneyd sei es. bah die Organe der Bayrischen Vollspartei sich in schärllter Weise gegen die geplante Portoerhöhung wenden. Der deutsche Mittelstand fei nicht in der Loge, die neuen schweren Lasten zu tragen.
Abg Dtetr ch - Franken lÄat.-Soz.f weist darauf hin. bah Organe her Regierungsparteien sich gegen die Erhöhung her Portogebühren wenden. während jetzt biete Parteien dem Minister Gefo'.gschaft leisteten. Der Redner lehnt die Gebührenerhöhung ab. Die Vationalsozialisten würden ihre Stellung gegenüber bem Mifitrauens- antrag davon abhängig machen, ob tatsächlich auch die Post in den Dienst des Dawes- planeS gestellt werden solle und wenn darin der Grand für die Portovrhöhungen liege.
ReichSpoftminister Dr. Schätzl beantwortet die «yrage des Adg Dietrich .Don einem Plane, die Reichs post auch für die Reparationsleistungen heranzuziehen, ift weder mir noch irgendeinem anderen Mitgliede des Kabinetts etwas bekannt. Es besteht auch auf Reglern naS feite keine derartige Ablicht."
Damit schlieht dte Aussprache Rach einem Lchluhwvrt des Adg Tor gier lÄomm । wird im Hammelsprung der sozialdenrokratische Antrag auf Zurückziehung der Portverhöhungsvvrlage mit 175 gegen 171 Stimmen angenommen. Dav Ergebnis der Abstimmung wird von den Opposiiwnvparieten mit lebhaften Kundgebungen begrübt In her bann folqenben na- memlichen Abstimmung über den kommunistischen Mifitrauensantrag gegen den Reich«post- Minister stimmen für den Antrag nur die Äom- munisten Der Mitztrauensantrag wird mit 327 gegen 35 Stimmen bet drei Enthaltungen a b - gelehnt Das Haus vertagt sich auf Freitag
Wird bas Porto doch erhöht?
Die ^age nach hnn ablehnenden Veschluft detz ^cirfioiüflco.
Berlin 16 Ium iPriv -TelI Dv 2n- na-me des fonialdenwlratilchen Antrages auf Zurückziehung der Porroerhöhungsvorlage löste im Reichstag g roste Uebtrrafdtung aite Die unerwartete Annahme war nur dadurch möglich. bah die Abgeordneten her Regierungsparteien nicht vollzählig zur Stelle waren Dian glaubt nachdem nunmehr die Reichsre , erung die Portoerhöhung«- Vorlage -urückziehen must bie Er-öhung auf andere Weife durchsetzen zu können, zumal nach dem Re.chSpoftsinanzgetetz der Reichstag leine Einwirkung auf die Post
bat. Der Re ch-voftunuister hat :n feiner Rede ;m Re.chvkag schon durchdi..ken La'<en. hast er nicht geneigt sei dem Wunfche des 2ve-.chstatzes Si ent<7reche». Es w.rd em harter Äatnpf in erwaltungvrat ter Post entstehen Sollte der Berwallungsrat d.e Vortage ablehnen, so hat der Re-.chsvoftminiAer immer noch d.e Mögllch- l t. bie Zustimmung des Kabinetts e-nzuhoten. dre i» d rtern Falle sicher ear.lt tr.rfl. Wern die Vortage über die Portoerhöhui^g in Ärart tritt wird noch immer die Möglichkeit bestehen, hast der ReichSrat tnnerhalö dreier Monate defchleht gegen die Portoerböh'.-na Einspruch ;u erheben. Bei der augenblickllchen Zusammenletzuna dieser Xörrertchatt dürfte aber exn deineni' r rechender Antrag kaum Annahme stnden.
Aus dem Finanzausschuß.
Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags beriet tn der Mittwoch-S vung eine Eingabe des Vorstandes der h-.-'llschen Staats- s ö r ft e r auf Gleichstellung mit glatocvtfcaen Beamten im Reich und tn Preuhmi. De Otn- gäbe wurde der Regierung als Material über- triefen. — Eine wettere ä.ngabe des Bert>indes der oberen Vermertungsbeantten Herr die Anwärter de« mittleren Vermessungsdienstes wurde durch die Vegierungv^intwort für crlebiqt erklärt. — Ferner lag bem Ausschuß der Entwurf eines Gesetzes zur Iknberung des AussührungsgrtetzeS «am Finanzaus- gleichaefetz vor Der Entwurf bestimmt im wesentlichen dast die hessischen Best önnungen des Aussührunasgesetzes den Mtimrr; urigen des neuen Provisor.Ichen Fnan > ausgletchgesetzes. das bis zmn I April 1929 Gültigkeit hoben soll, angepaßt wird. Im allgemeinen wurde das Gesetz nach dem Wortlaut des Regierungsentwurfes anaenxxmnm. nur der ? 9. der das Reche auf Erhebung einer Viertzeuer durch die Gern«nden und Ärrtfe regeln soll, wurde nut einem Zu'atz vmmen. der feftlegt. dast in denj-
mcinben, die von der Ermächtigung, eine Biersteuer zu erheben, keinen -»der mir mäßigen Gebrauch machen, der Kreis den vollen bun. ben am Höchstsatz fehlenden Zuschlag erheben kann. — Ein Antrag Dr Vlüller. Gebühren für dir st a a 11ichen Fähren nicht mehr yi erheben, wurde aus vertchiedenen Gründen abgelehnt.
Ein Antrag Widmann und Genossen, bi e Wärter her ftaallidjen Pflegeanstal- len nach zehn jähriger Dienstzeit in ein Beamten- ocrhältni» ju überfuhren, wurde zurückgezogen und ein Regierungvoorschfaa dafür anarnommen. wo- nach in Äapitrl 42 de» Etaat-rvoranschlags eingefüat wird Die Res- Difaung In
Anspruch, da» männliche Pflegepersonal, somett es an dem Unterrid)! für Krankenpslege teilgenommen und eine Abschlußprüfung adgrlegt hat. und da, sonstige Personal nach zehnjähr-grr Anftaltetätigkert und nach Pollrnduntz dr» 3". öfben»tahre» plan- mäßig aiuuftdlen. Sie nimmt ferner die Ermächtigung in Anspruch, für den Fall, daß der zur Zett gültige Tarifvertrag geändert würde unb hierdurch höhere Löhne zu bezahlen sind, die Rredike hierfür au Überschreiten. — Ein Antrag Dr. Werner, betr. notwendige Ersparung» mahn ahmen im Staalehauehalt, desien Ziffer I bereit» im Gesetzgebung»au»s«bust angenommen worden ist (HeradsfNung der Landtag »Mandate von 70 auf 5^). will in Ziffer 2 die Vereinfachung der Slafltilri- tung unter Anlehnung an frühere verhältnifse. ir Ziffer 3 eine Herabsetzung der Minifterbe;uq, und in Ziffer 4 eine Neuregelung der Ministerriche- gehalte in Anlehnung an da» preußische Minister- pensionsg,fetz vom 13. Juni 1924. Di, Zistern 2. 3 und 4 de, Antrag» wurden abgelehnt. Urb er da» Ministerpension-g. «etz wurde eine Vortage der Ne- giening angekundi st. — S» wurde hierauf die ge- Ichä'i5ordnunasmätzige Frage gestellt ob da, Ge - werbe st euerge setz noch in diesem Iahre erledigt werden sali, e, wurde die Ansicht ctehrten, daß die Vorteile nicht die ungeheure Arbeit, die bte Finanzämter durch da» Gesetz haben wurden, recht- fertigten. Durch Abstimmung wurde festgestellt, daß die Mehrheit sich dahin entschied, dast die vorlaae nicht mehr verabschiedet werden soll. — Nächste Sitzung am Dienstag.
Abg. Glaser und Gen. haben im Canbtag fol- amben Antrag eingebracht Die Lanbwtrtfchast 6at im Vertrauen auf bie von her ReichSregie- nmg wieberholt versprochene Erhöhung beS Zuckerzvlls ihren Zuckerrübenbau gegenüber bem Vorjahre vermehrt. Die Zollerhöhimg ift jedoch bis beute noch nicht burtbortübrt. He erscheint jedoch zum Zweck einer hinreichenden Bezahlung für die im Zuckerrübenbau geleistete Arbeit bringend erfordert ich Wir beantragen habet Der Lanbtag wolle befchliesten. bie Regierung wirb ertucht. auf bie Reichsregierung etn- zuwirken. bah bie geplante Erhöhung des Zucßrr- zolls unverzüglich in Kraft gesetzt wirb.
Aus aller Wett.
Nachforschungen nach Nungesser.
Quebec. 10. 3uni < DTB - Die Vach- forschungen nach den beiden «purlos vertchwun- henen franvofildxn TranscttlanhffIirgrm Vun- geller unb Eoli werden tn Kanada mit grobem Eifer fortgesetzt Dis Gebiet, wo Licht- flgnale gesichtet wurden, ift schwer zugänglich. Daher können authentt'4x Rachrichten kaum vor mehreren Tagen su erwarten Mn E« ift eine Expedition von 50 Mann tulammengefteflt worden, die heute St. Gennam verfallen hat. Ein Trupp Indianer soll sich gegenwärr.g auf bem Wege von dem Gebiet, wo bie Vidx- ,eichen beobachtet wurden, nach bes.edeilen Ge- genden befinden, und eS wird für möglich gehalten. dast die Flieger von jenen begleitet fein werden und auf den Rat her Indianer die Lichrraketm obf hoffen. Die Regierung Den Quebec hat zur Unterstützung der Effpedikion ein Waf«erllug,zeug ausgrtandt
Ackord Im Dawertae).
9n Barcelona hat der Tänzer Eharle, Nicota» einen Tanzrekord au*iteilen wollen Nachdem er 240 Stunden «tany hatte, mußte er nbbrrchen. wH he Vehörden hm die Fortsetzung oeiboten h?ben.
Wettervoraussage.
Zunächst wolkig mit Aufheiterung und trocken, später bei werterem Temperaturanstieg 'Beträte fura*-. mbme und Ucbergang zu vereinzelten Regenfällen.
Ditier ungsauSs.chkenfür Samte tag: Bei wechselnder Bctvöllu: a und warmem Wetter ift m.t ftnchwe-sen Vegensällen zu rechnen.


