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Hl 268 Zweite; Blatt Snehener Anzeiger tSeneral-Anjeiger für Gderheflenl Dienstag, 15. November |92Z

Beamtenschaft und Denoaltungsreform.

Dem Professor LH. L Zfchuck«.

Der Au« nach cuter butchgrcifcnden Okr- toahunatrrlom «rfchaili )<ti. Im öukmmenbarg mit bet Ausprachc über die CB e ( o l b NR a » ' rtlorm idonber* laut und eindringlich.

Benrfeiw und Unberufen«. Lachocrftänbigc und solch, beten Kennte's um btt XAttfllett bet Ber- Ballend tu fetr.ee UM e fachlich getrübt ,h. lalfen bieten Aul ertönen. Für alle ober, di« in den EHor elr.lt ün bi en. so Berlbttbene# sie sich <onH auch unter'Berwaltunairetonn* vorsteUen 6eoi bas eine 1e| bie Bcatn. e^'cholt ist Gegner der Verwaltungsresorml Dtt'e Ansicht tft ober burch- oue irrig

Allerdings t| die Beamtenschaft »eflrer einer ^Bertvaltungsreform". die die einzig mögliche Lösung in der Wiederholung bet schematisch« n V«tlonofobbout des Jahres 1923 sieht (M gibt aber auch wohl nut ganz Wenige. völlig Unbelebrjare. die trog bet abloluttn Mtsierlolgc die der bamatige Personalabbau gezctt gl bat noch immer her Meinung sind, mit einer Wieder­holung jener Wafinahme lei das Problem Bet- »alhmoirdorm lösbar Vielmehr wird jeder, bet die Folgen jener Maßnahme kennt, ein neues tperi ment vieler Art unbedingt a b l e b n e n.

in* Derwaltungsreform die wirsiam sein soll, muh vielmehr organisch gestaltet werden Dazu zunächst notwendig, daß sie gründlich vorbereitet, daß sie in ihren Folgen bis in« einzelne im voraus überlegt wirb Wird obe< fo an das Problem berangegongen. so wirb Vie Beamtenschaft licher nicht Gegner wird sie viel­mehr zur Mitarbeit durchaus bereit sein Und sie wird auch dabei überhaupt kaum entbehrt werden können, denn wer vermöchte be let als der Beamte selbst ru erkennen, wo vereinsacht, wo gebessert werben kann. Was wir bisher, in wenigen Jahren, aus bleiern Gebiete bereits ge­leistet haben - erinnert let hier nur an die Xril- Reformen bei der Reichsbahn. der Poft, der preußischen Justizverwaltung - ist alles i n engster Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Veamtenschast er­reicht worden Das Gereichte stellt aber eben nur Leilrc ormen dar ist mehr eine Betriebs- und Bureauresorm (bk zwar auch ein we'entlicher Teil der Berwaltungsreiorm isti, beim eine große Verwaltuna«relorm im eigentlichen Ciimc.

Eine solche must bei Parlament und Aegie- rung beginnen. Indem dies« beiden Faktoren sich Befchränkuna auferlegen in ihrer gefetz- geveriIchen TDlrnamfeil. Denn wir heute ein Mehr an Beamten imd Behörden gegenüber der früheren Zeil haben. Io liegt das im wesent­lichen an der nicht gerade müßigen Tätigkeit Don Parlament und Regierung. Denn wir besip elswe k fehl durch das Gesetz über Ar­beit sver mitIlung und Arbeitslosen­versicherung einen großen neuen Dertoal- tungsapparat aufzlehen. o)er wenn man die Provinz Schlesien m zwei Provinzen Ober- und Aiederfchiesien teilt und sür jede eine Aeihe neuer Behörden schafft oder wenn man das ganze Reich mit besonderen Arbeitsgerich­ten und vandesarbettsgerichten über­zieht. so maa das politisch durchaus gerechtfertigt sein, das Ergebnis aller solcher Maßnahmen, die Zunahme des Beamt enkörpers. darf aber bann nicht der Beamtenschaft in b e Schuhe geschoben und zur Begründung der Aotwenbig- feit eines neuen Beamtenabbaus verwandt war­ben. Unb man mutz sich auch klar darüber sein, baß alle solche Maßnahmen dem Ziele .Det- wGltungsresorm' zuwiderlauken. Aich« anders ist es mit den Bestrebungen auf Zu­sammenlegung mehrerer, an sich zusammen­gehöriger Ministerien, die wiederum aus politischen Gründen nämlich um die Regierung»- Parteien möglichst ihrer Stärke entsprechend im Kabinet: zur Geltung bringen zu Birnen, immer wieder fchr-.tem.

Unb nicht anders ist es endlich auch mit dem starren Festhalten neiner unb kl -infter Cänbcr an ihrer Eigenstaatlichkeit unb dem dar­aus bedingten übermäßigen Behördenorganismus

®tr brauchen uns nur einmal zu vergegenwärti­gen. daß es (oubet Preußen nur ein deutichts Land, nämlich Bayern, gibt, das in Irm-t Situr ohne t zahl die Utnwvhnerzad'. der größten peeußi'chen Provinz, der Aheinprovlmz übertnMt. nur zwei. Bayern und Sachsen, bte an öintrc)r'ir*übl größer sind als der Regie- rungsbezirk Süllelberl ober der Aegie- rungsdezirk Arnsberg, unb daß fünf deut chc Länder Lippe. Mbed. Mecklenburg-Strei.tz. Da> bed und Schaumburg-Lippe, eine geringere Ginwvhnet^ahl haben als der kleinste Peru- ßisch« Aeg crungsbezirk. Stralsund Auch dies gehört zwei'eilos zu dem Kapitel .Derwal- lungst.'orm Denn man muß bfVrfrv daß leibst Länder kleinsten Ausmaßes mit noch nicht einer holden Million Einwohnern an dem Sori- bestand der überl leien en drei Instanzen. Mini- steilum. Aegierung unb Kreis« lest halten.

Gerade bie Bramtenlchaft ober empfindet am schwersten die UmftänbNchkii unb Ünnötigßett ch den Leer­laus der Verwaltung, der sich daraus ergibt, unb würde es sicher begrüßen, wenn hier einmal ernstlich zugrpackr unb vereinfacht, gebessert würbe. Dir triften ober flnbrnerteit» auch nie seh, gerade andere Kreise jeder Bereinsachusg lr.beripoecheo. Denn irgendwo zwei kleine Amis- ger-.cher zu'ammengriegt. zwei Kreise mitein­ander vereinigt werden sollen, dann sträubt sich n.ch« die Beamtenschaft, oi ei mehr sind os gerade W nschastskreite. bte Widerspruch erbeten, weil sie ün Falk der Verwirklichung eines solchen Planes v e llricht weitere Wege zu der einen oder anderen Tienflftellr au cf egen müssen So muß weiter der Verwalt ung»appa tat zerfplütert bleiben. Doppelarbelr an Dielen Stellen ge'e/tet werden, wo bi« Beamtenschaft ein« Ver­einfachung längst als iwtwenbig aix-rkennt

Die Veamtenschast weih allerdings genau, baß die führenden Kreise der.niaxih heute durchaus mit Ihr In dem Gedanken übernnflbn- men, daß eine Derwaltung«r form erfolge ich nur dann fein kann, wenn der Gesetzgeber sich rhe Besä* uk*r'c.it unb wenn die

Aeform durchaus planmäßig und or­ganisch burd'druhrt wird Das hat tnc Wirt­schaft selbst ja bei sich schon durchaus als richtig anerkannt Unb wie in bet Wirtschaft die V.r- cinsachungsmaßnahmen auch durchweg in enger Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern ein- unb burchgesühn worden find, so wirb auch in Reich Staat unb Gemeinde eine wirkliche, organische Verwaltung« reform nicht gegen, sondern nur mit der Beamtenschaft burchgführt wer­den können, die dazu durchaus bereit ist.

Gog und Magog.

Londoner Brief unseres W. v. K.-Mitarbeiters lAachbruck. auch mit Quellenangabe, verbotens) London, 13. Aovember 1027.

i>cr bunte Maskenzug. beschlossen von bet vergoldeten Staatskutfche des neuen Lord-Mayors von London beten Harne Sir Charles Baiho

. nglischen Tradition entsprechend, in dem alljährlich am 0. Aovember ftatlsindenben Bankett in bcr Guild Hall unb der ebenfalls trabülonSfejjeiligten Red« des Premierministers ausgeklungen. D»e politische getarnte diplomatische Korps war anwe'enb. dar- unter auch der deutsche Votfcha t t St Hamer, gegen war, kurzum jebennann von Bebeutung war in bem eindrucksvollen Feftsaal, bcr über­schattet ist von den beiden ricligen holzgcfchnih­ren Gestalten be« Gog und Magog. den Sinn­bildern der Stadt London.

Witt ma i die Bedeutung der diesjährigen Reden abfchätzen. dann ist es zweckmäßig, den Blick zutickzulvenben auf das Vorjahr Damals fehlte wie wir schon tagten, der deutsche Bot- schaster. Damals lag örglanb noch im Schatten der K oh l e n k r i s t s. Der Konflikt in 6 h i n a war auf 'einem Höhepunkt die Lage in Indien besorgnirerlegcnd. In Deutschland herrschte tiefste Enttäuschung über die nicht erfüllten Er­wartungen von Locarno Ttvtzbem war der Grundton der vorjährigen Rede Baldwins auf

Opsirnismu» gegründet und vergleiche-. »ir l*c te^tge rednerische Darbietung.n hnben wer den gletch en Grunbron. unb wenn wer. wie es sich «rnpt.ehlt an dielen 2Su*bru«f der englischen H: f. maigvn den Maß tah deutscher Skepsis anlegen so läßt sich nicht betitelten, baß aller SchL^rz- leheret zum Trotz die englische Pvttt.k bei weitem die erfolgreichste in Europa gewesen Ist

3n t.'chen Ärefen betrachtet man zwei Hinwege der Baldw.n-Aede als defonbers be- merkenswert. bas verschleierte Angebot an Rntzlanb und her Wink in der R.chf-ng aus rtiee östliche Verstand guna. wo bcr Deutsche unwillkürlich unb u ahrich« mich mit Rache, an ben beu:'ch-v o 1 niIche ' Gegensatz denkt. Fast sieht es au« als wäre es w eder her deutsche Außenminister, dem b c Krone des Verdienstes für bleie internationale Bei st ändigungsarheit lockend vor Augen gehalten wird. 3m ve.gange- nen Jahre sprach Brldwin nur ganz allgemein von bcr osteuropäischen Problematik Desmal wirb er. wie auch vor kurzem sem Außenminister, sehr viel präzise: Gog und Magog Haden bei t iefen Worten des englischen Prem ermmisters keine Miene verzogxm. aber bie Festvc sammlung ouit!ierte m t stürmUchem Beifall. Alles hx allem, bic Rebe Baldw'.ns war bas übltche ScuertixTf. mit bem man bei so sestl chen Gelegen HZ t en aufwanet. Immerhin hat es die englische Wirk­licher-1 zweckmäß g erleuchtet

Äb»r wir müssen weiter auibolen. um das von Baldwin gesiisienti ch verdunkelte Grundpro- b I c m bcr engli-chen Politik em:ui zu verbeut- llchco Gerade in diesen Zagen tft In Gestalt des abessinische n Konlliktes nicht so sehr das eng'isch-a'>efsin <4x D.tßältn.s als die cnglisch-ametifanischen De ic 'ungen. Ul ferner mit bem Faschistendcsuch ,n 5 inner bas Mittelmeer-Problem aufgetauchc. unb hier siegen zweifelsohne bie eigentlichen

I G. White Lnginccrinn Corporation ol New York an ben Blauen Ru Ist, waS man so sagt, rin Test-Casc. cm PrüsstZ.i für bic englifch-amerika- niichen Beziehungen Die Herrschaft über ben Ail bcbeutet für den cngli chen Imperialismus bic HrrrlHcrsi über ,kntrula'ri.ra Aich« die Trup­pen in 2Icgt)bteii oder ün Sudan, nicht bie Ver­trüge mit ben ägyptischen Regierungen sind bas Sunbamcnt ber englischen Oberherrschast im Vanbc bcr Pharaonen, sondern bie Hsrrfch^Zt über das schlammsührcnte, fruchtbar machende Wasser bcsRtlS. Staut man nämlich dieses Wasser in DaNperoen aus, dann setzt es sosoN seinen durch tie Strömung schwebend erhaltenen Schlamm ab Den Aegyp^ttrn im Alldelta kommt es aber nicht auf das Wasser, sondern auf den Schlamm an. Ohne ihn würden sie verhungern.

Run will, wie gesagt, die a«nannte amerika­nische Gesellschaft im Einverständnis mit der abessinischen Regierung angeblich den Vlauen Rtl regulieren. Das »st. wie man sieht, ein Vor­stoß tn das Heez der englischen Machtstellung. GS ist ein« H«raussorderung. tibambcrlam crflätlc im Unterhaus, daß er von diesen D.ngcn keine Kenntnis habe. Man verläßt sich aus dneix engh'd>-aWhnt,dxm Vertrag aus dem Jahre 1902, wonach Strvmregxrlicrungsarbeiten am Blauen All nur nach vorhergehender Verständi­gung mit den Regierungen des Sudan und mit Groß-Britannien unternommen werden dürfen Der amcrxkanilchc, scheinbar nur privatw rtschafl- Uche Vorstotz ist also eine politische Hand­lung. Die .Times" hat beim auch die Gelegen­heit benuni. zu ber Frage in jener g spi.l: gsifch- mütigen Form S eilung zu nehmen, bic immer ein sicheres Anzeichen von dicker Lust zu lern Pflegt

Dies eine Beispiel möge aber genügen, um tle Verbissenheit bes Kampfes zwtöchen Irllar- unb Psunddiplomatie zu kcimzeichnen. Wenn wir jeß! ber Guild Hall-Rede des leitenden Ministers deS englilchcn Weltreiches zurückkehren und wenn vir die an den Eingang gestellten Aeußerungen zur russischen Frage unb zum Ost-Locarno mit bcr weltpolitischen Sonde prüfen, bann ergibt sich als Dnmdabsicht der engkischen Politik die Sicherung Europas vor amerikanischem Zugriss, indem man England zum Hüter der gegenwärtigen Oibrnmy macht England muß jedes Beftoeven zur Revision des Friedensvertrages als peinlich

empfinden. Dann siegen Konsiisismögl-chöntien Der engltiche Will« gum Frieden Ist, aui Europa bczogeix. nur en» Ausdruck des Willens zur Vkacht Der Hinweis aus dte .writübrung bcr Pol ttk von Locarno aus anderem Felde, näml.ch im Osten oter auf bem Balkan kann nux gehn:;ci werden al» Auslluß bet Adi ch!. btt pösittlchc SteLumz Englands zu unterbauen. W:e mm m Abcsiinten das Vordringen be» Dollars b-nberl. indem man au* bestehen* Pvlili'che ?Vrf. a je InnUx-iH. so W: <b< man auch in Guvopa bic ;n )<- ibe d;nm!anä<tK Kap.tal mache von politischen .4 i düngen abhängig ? machen Ma,x brauche h.cr nur auf da» arker-G lbert-Memoranduin hinzuacken. ba» elsgenhe:t gab. bxe Priorität bei Dav'cs- Le stungen vor allen anberen Derb ndilchseiten des Deutschen Ae.ches erneuI sestzußellen Da» läuft daraus hinaus, daß ber jew. i ch.- Pri - oatgläublger tn dem Genusic letie» Kapl- talz.n'cs von den Aauplreparollon»- gläubigem Frankreich und Jnglanb ab* hängig wird, baß sie sich aus >c, deutbhen Zahkungen erst nach Abzug der Z.n'an für die erfle Hypothek, näml.ch der Dau^-e-Last. be­friedigen kürfen.

Da» Programm Englands läßt sich unter bem S xchwvn bearrifen bie Geeinigten Staaten von Europa". Ratür.ch ist bas ein 0? trara mm he» Fnedcns. Aber bi. Vt Frie­den ist nichts anderes als bie p a x b r i t a n n ic a der Frieden England», nur denkbar unter ber Vvraus'ekiung be» Veracht es auf die Souveräni­tät brr anderen. Wie wnt die ilunzung Europas schon vorgeschlitten Ist. kann hier nicht unyriucht werden. Das wäre Aufgabe eines Historiker« Die enali'chc polltischc Progranunarik nrrmdbet bc'anntttch Richnirg gebende Stichworte. Si« ver­abscheut alle Formeln. Sie ist realistisch. Auch das Gc'chehen ui der Ho tut ist t>on der Vezeich- nunfl durch Worte nicht abhängig Erst bcr voll­zogenen Bildung geben wir einen Ra men.

Ob wir In -Vcr'ailles um unsere nationale Anbei* geprellten Deutschen gegen diese pozi- ftsti'che Machtpvlitik Englands etwas zu tun ver­mögen. steht hier nicht zur Erörterung, aber dringend nviw.ndia «st es. bas System der eng- li'chcn Lystemloliakeit. die Dleibeu.'igleit nicht-- fagenber engsischer Reden hin und wieder zu durchleuchten Gog und Magog werden sie uh» nxcht erflären Sie verharren in imposantem Schwe-igcn Vielleicht crschc-nci, si« aber dereinst aus h«r Flagge ber ^Geeinigten Staaten von Europa".

Obcrhcffcn.

Lichei- Äeobachtungen.

Es ist eben bie Zeit der Abcnbunterhaltuw- aen. Dabei wird neben Gutem auch manches ge­boten. was nicht gerade den besten Geschmack verrät. Ader selbst wenn an dem Geboten« durchweg nichts auszuseven wäre, dadurch, daß die Zahl ber Veranstaltungen von Jahr zu Jahr wächst, bekommt auch bet Anspruchvollste mit der Zeit des Guten zuviel. Vor einigen Jahrzehnte., war es anders bei uns. ba sang man ost ein andern« Lied, da war man vor allem sparsamer mit den Vcr- gnügungen unb mit bem Tauer verdienten Geld. Die Programme der damaligen Veranstah- hingen brachten neben dem üblichen Inhalt solcher 11 nt erhalt ungsabenbe manchmal auch etwas, was sich mit kommunalpolitischen Dingen tn humorvoller Weise befaßte beim bcr Humvr trifft ja auch bas Ziel, aoer er Ist schliefilich doch die mildeste Form der in 6f1cni* liehen Dingen nim einmal nottoeni Ipcn Är-ilt Lange Jahre hat man nichts dergleichen gehört, bi« es mir vor kurzem vergönnt war wieder einmal Zeuge einer b.Tartig -n Interessanten Be- aebenbdt zu fein. Der tüchtige V reinsvorstand ließ Ma» unb Mor>v aul ber Bühne ersch.incn, und bas Zwiegespräch, bas sie führten, war er­götzlich unb kbrrcid) zugleich

Mass: Hostes schunt gebier«, Moritz, die Sicher hun atoctl nur noCajch aan Fealdfchen

Moritz: Au, Äcrle. ba(a>» (i)t* sei. do gätotoc mr mtxm sreuh o<axhr. wo err hlegcht, im wann err die Lang-borlcr Strv<a)b enuusgiht, bann laufe mr In bie W i irrte .Aebbel ftrenze".

Konzert des Wendling-Quartetts.

Ein Konzert des Wendling-Ouar- t et t ist stet« ein musikalisches Ortigni» von hervorragenber Bedeutsamkeit, beim btefe Ver­einigung zeichnet sich gegenüber anderen Kon- RCTtguartcften durch einen stets sich gleicht»lei­den den Hvchftand aus. Alle Vorzüge eines outen Streichguanctles sind ihm eigen ein geschlosse­nes Zusammenspiel, das jeder tn.nmiid>-n Inbi- hibualifät Raum zur sreten Entfaltung bietet, feinsinnige Musikalität unb nicht zuletzt das Frei­sein von dem rigorosen Dominieren des Prxm- geigers.

Solch ein musikalischer Klangkörper erscheint bann auch berufen, sich für unbekannte und mobernc Werke cinzusetzen. Diesmal wurde ben Hörem bas Quartette cforico von Ottorino Re- f pi ghi als Rcuhcit bargeboten

Rripighi gehört -u den führenden Periönlich- tcilen ber neultalicnilchen Musik und kann g<c- radezu als bcr Repräsentant bcr neuen Richtung In Italien gelten. Von feinem Landsmann 6a- sella, dessen Concerto für Srrrichquarlett wir kincTyii durch das Xitar-Cuartctt zu hören Gcleaenheü halten, unterscheidet ihn sein aus­geprägter Sinn für das Melodisch« und Spar­samkeit in der Ausnünung citvemer Klangmittcl unb größere Durchsichtigkeit sowie Wohlklang des Satzes.

Es erfcheint. als wäre cs den Jlalicncrr.

er gelungen, nach all den *lmwä'.zünden die bic musikalische S-atzkunst in ben letzten Jahr­zehnten erfahren bat, ben Weg zu ben gegebenen Realitäten bes Kidinglichen zuruckzusinden. ohne etwas von ber persönlichen Rote einzubüßen. Die Melodik Rrip.ghis weist r.n ander?» Gesicht auf als bie f»genannte italienische Mciodie. b.c um bic 3 a brbundert wende wei e Masi en in ihren Bann zog. Vielmehr bat sie größere Verwandt- schasi zu ber Melodik zurückliegender Jahrhun­derte und geht auf die Bildungen zurück, d-.e gerade in melobilcher Hinficht in sich rin be- Mmmtcs festes Gcprüge auf bic Bldun- gen bes gregorianischen Chorals.

Damit aber erklärt sich bic vvlalifche Wurzel 6w Thementnldung. anders rils ezfocbec eine so

scharfe Themenprriilicrung tn der Verarbeitung eine Vorherrschen des liixearm S ilos.

Die Geftal.ungskraf: drängt bei Respighi zur inneren Grichlolscnhcit des Gisamicrsibnisios. tnc Gliederung des S-rrichquarictts in verfch»c- bene traditionelle Sätze ist bei ihm äußerlich aus gehoben, innerlich aber kommt baS vorlie­gende Werk durch die GcgenlLtzsichlctt bcr ge­danklichen Entwicklung t*r Grundform des Streichquartetts sehr nahe, nur daß da« ganze Derk durch das durchgehende Haupt:hema ein festes innerliches Gepräge erhält

Das Aauptthcma weist in seiner sirchenwn* arsigen Fassung tdorisch» auf bie Gregorianik hin, unb in |einem weiteren Verlauf zeigt die Themar*, k durch ihre Melis men und bic stellen- ww.se rczttarivilchc An de» Motivischen Ve- ziehung zu bcr obengenannten Quelle aus 3n- fprechcnb ber uriprünasichen Einsttmmigkw.t tes grcgow.ansichen S Horms nützt R^pighi akzen- nr.crlc Ihr.kmoOHrfungcn au» unb stellt gern das Harmonische in Wechselwirkung mr! dem Linearen wie im .Lento" Religiöse Stimmungen prägen sich dort wie auch im Allegro moderato und in bm orgelhasien Klärten des .Molto lento aus Da» Rhvthm.lche in fubCimiertcr Zw.nheit ist dem Jifoh-, ammato*- eigen, das m lernet ocbtärwjtm Faffung an die Stelle des tratittondlcn Scherzos tritt unb durch ein Zugaw abgefchtosicn wird. Selten gebräuchliche Takt- arten iV,-, «-Takkj verlieren ihr Ungewöhn­liches. da sie sich aus der organiichcn Struktur des Thematilchen ergeben

Die klanglichen Rcrzc und techcuschen Mög­lichkeiten der Streichtnstrumcnie stell! Aripzghi in ben Dienst bes mufikalllchrn Ausdruck« und vermag so icherraschendc Wirkungen xu erzielen.

Daß dieses Werk ko starken S Dßall fand, ist ein besonderes Verdienst des Dendlrng- Quattettcs. das all« heran tretenden eimncnicr, Schwierigkeiten mühelp« mwstettt und jeder eir - »einer. Feinheit eden'o nachg'.ng, wie es baS lriden'chaftüch« ünpulsive Aufwallen voll er- schöpsit

Mozarts Quartett in C-T*ur. eures bet 'ogen. Haydn-Quarrtttc hätte ün Progtannn kerne flccignctere Stelle sinder können als gerade rach diesern Werk, beim die Adag.o-Ginlw.tun^ der chr innewohnenden harmonischen Pro­

blematik trägt Züge, die übet Mozarts Zeit wert hinaus werfen und fast unfern Modernsten als Richtschnur bienen könnten. Das hier bet Genius erschaut hat. bas mußte bei den Zeit­genossen Anstoß als ^doch wohl zu stark ge- wützt' erregen unb unverstanden bleiben, na- mentl.ch m Hinficht auf die frei einteetenben Vorhaltsnoten mit ihren schneidenden Aalbton- disionanzen. Hier bewahrheitet sich allo bas Wort, daß bcr Genius weit seiner Zeit vvraus- rilt. nut mit dem älnterichiede. bah bet Mozart alles organisch emotional erwuchs, was m un­ktet Zett mehr durch Resiektion erarbeitet wird.

Eingclciiet wurde der Konzerrabend mu Brahms Streichguartctt tn < .-Moll, entern Werke das Brahms zusammen mit dem A-Moll- Quarten nach langem .Zögern her OeffentLchkert übergab, ein Beweis für Die säst übergroße ®e- w's senhas tigleit des Mw stets, der. wie er einmal seinem jugenbfccunbe Cranz anvertraute rund zwanzig vorhergehende Quartette vetnicheet hatte. Hebet dem Werk liegt rin Zug von Schwermut und Leidcnfchasisichre.t. in ber Xomanzc hat ge­fängliche. verhaltene Lyrik breiten 'Xaxxm. im dritten Satz ticht bas Trio ün sichten Gegensatz zu dem rahmenblldenden Allegrettsfatz. während sich bet letzte Satz zu starken Slcigcrutigcn erhöht.

Bei Brahms wie bei Mozart trat die gedie­gen« Schulung brr fon^ertgcbcnl-cn Dcrrinigurig hervor. Die klangliche tKflunq zeigt e bei Brahm» ein ganz anderes Bild als b«i Rripighi mit seinem Zug zum Orcheftralen. währerrb tnc Lyrik ensiprechend ben beiden alleren Werken, organischen perfsnlichen mnertn Ausdruck offen­barte und Mozarts Stil in ber luftigen, gra­ziösen Art Durchbildung sand, wie es diesem B!elfter cigentündid) zukommt.

Daß angesichts solcher Darbietungen das gany Haus voll Begeisterung war. erübrigt sich wohl ui 'egen. Ein |et<cr ging nut großem innersichen Gewinn nach Hause.o

Oannstädler Theater.

Das Hessische L a n des t hea t et hat in den letztm Woche- einen reichet gcgliedcrlcn Sp.elplan gezrigt a., vorher ist zrmächst eine Wiederholung von Schrekers Oper ,Di e

Gezeichneten" zu ^ru-ahnen. tn der Schreker dirigierte unb seine Galt.n Mat a bie Rolle ber Eat.ot!a fang Die Ausführung hinterließ starke Eindrücke, doch rin wirklich butchschiagendet Er­folg wat bcr Oper nicht be chieden. Achnlich war es mit Mussvrgskis .BorlS @ o b u - nvw". Die äußeren Bed-ngungen waren b-iT-iir cmnftig orchestrale Leitung. G.-fangskrästt und Regte waten vorzüglich, unb eine starke, wohl­verdiente Anerkrnnunti bes Publikum» war bas Ergebnis der Aufführung, bic sichtlich mit großer Liede vorbereitet war. Das Werk s löst indessen wirb sich fchwetlich bauernd im Sp^lplan be­haupten. Einer guten Aufführung von Lessing« .Rathan dem TB« i f e n" Mate rin btvi» mcligc» Gastspiel des hebräischen Äunülerü) alert .Habima" aus Moskau Was dieses bot. ist für unsere Theatcrkunst kaum von Bedeutung Die Vorstellungen fanden nur einen geringen Zuiptuch beim Publikum. Eine Komödte von Kun Götz, ,3 n g e b o r g**. wat stellenweife sehr unterhaltfarn. auf weite Strecken aber allzu ge­dehnt. um dauernd zu fesseln. Mit Wedekinds uf i T in der Inszenierung Leopold Ieß- nets gastierte ein Gnsrmble. desicn führende Kräfte Ferdinand Bonn und Mana Kvp- penhöser waven Der Wen dirie» Gastspiels gründete sich aus'chliEhsich aus di*? auhcrotdenl- lichen schauspielerischen Lwtiung.n smd

bie Sputen bes Mtcrs an Bonn« Acuß-tem wahtzunehmen. aber feine Sch^u'pirikunft erwies sich in der Rolle des Gesang «Pädagogen Reißner als eine hervorragende Menscchndarftellung. tnc ben Zuschauer unbeiing: in ihrem Dann zwingen mußte Auch Mario Koppenhöfer entsprach mil ihrem Aeuhetcn wohl nicht bem Bilde bet Klara Hühnenvadci, doch chtc Gestaltungskraft wirkte ticsetfchüttetnb. Bei allen Mitwir!enden prrt» ent die vorzüglich« Sptech'ur.st hervotg hcben zu w-r- dcn. Einen ungcLöhnlich starken Stsolg hefte eine Revue bie im ftäbtsichen Saalbau st itlfand Sie führt ben Titel .Danz Darmstabt spricht b q D o ne. Verfasset bes humstootten Testes tft Pros Dt. Eugen K ö f« r. und bie seht grsällige Musik stammte von bem wnhcün Ichcn Kompo­nist en 6icgfriä> May. M.tw tfenbe waten, außer ben Mi - -rrn bes Mozar o rnns Mi gNeber des LanbestyeatctS unb bes Frankfurter Op rn- bautet. E B.