1ZZ. Jahrgang
ZZr. 268 drltes Blatt
Dienstag, 15. November (92Z
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Drvck iw* Berief: Brflbndft Uitotrtttts-Bi*- nö SfetilHidtrd K tteft In Gletze«. Sdfrtfflettwug 116 6tWftiWffe: S^nltre^e 7.
^eichsdeuffcher Besuch in Wien
ltei<6eifan$(er Dr. Marx und Reichsaußenminister Dr. Stresemann als Gäste der österreichischen Bundesregierung in Wien
•nt TvorfrütKinflstaflt 1924, an denen mir ersten Maie hier begrüben dursten. Do»
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Der Wahlsonntag im Reich
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vor W Mrr, und weih irrn* mx, um sie « m und trugl'Vn
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3uttäntc7: durch unser Dvlk
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Parteiführer ün bürgerlichen Lager Nachdenken und zu grösserer Tältflfdt onftwmtn.
Hoffentlich erschrickt er nicht noch nachträglich beim Anblick de» Dtedus
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2 Wrtd»e*ar1i ■■» » Reich» psenrig ftr Träche»
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Co sind vir zu Ihnen g !o—r-.cn aU treuer Freund -um treuen Freunde. Gewth. Oit haben manches gemeinsam zu regeln, manche Frage zu klären, auch manche Schtoierigkrtt au» dem Dege -u räumen. Aber das. was vir bei unserem ersten Be'uch wollten, gilt auch für unkt diesjähriges Hierein. CS 1 r vollen die Freundschaft auch äusserlich betonen und sie durch un er Wiedersehen bekräftige». Wir ho len daher, dass Ck. rcrehrrer Herr Bundes la nzler. uni auch bald dir Shre c.nes Ctaarsbduches in Berlin schenkrn und Eie Verden sicher lein, dass Sie b<i uns eine Aufnahme finden, die Sie nicht fühlen läßt, dah Sie außerhalb Ihres Landes
Dien. 14. Aov (DTB) Bundes Präsident 'S r. Haini! ch hat dem Reichskanzler Dr. Marx unb dem deut'chen Gesandten in Dien, Grasen Lerchenfeld, das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande, dem Staatssekretär Dr Pünder da- Grosse Ghren- zeichen am Bande, dem Bkinifteriald rcklor Dr.
©er Wahlausgang in Hessen.
Im Echo der heffifchrn Presst
D.e hessische Press« beurteilt den Ausgang der Dahlen je nach der Partei rich'.u.ig des Blattes. Allgemein wird je'-Wb t-ie schwache Wahlbeteiligung hervorgehvben D24 rv.k4pa.tei- liche .Darmstädter Tag blatt konstatiert eine starke Berschiebung des pv'.i.'i'chen Schtter-
niple», do» un» entgegen- reunöe, wenden wir unsere
Peet» ftr I em Hs he ftr Inituew 27 w.m Brrilr >rthä> B. re»»4rt» 10 Wet*«p1n"i$. ftr K«- »lflrree<ng«n o»e 70 " m Drtth 35 Re ch»p'rn«nq. TlMPerhtnh JO’ »ehe
Chettebatzte», Dr Friede vtlh Lange Berantwerilich ftr Volnih
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Ligen dorthin, wohin, wer noch Verantwortung für viele tragt, stet» hinzublicken hat. nach vor- wart» in die Zu tuns t. Denken wir daran.
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Zechltn dos Große Ghrenzeichen mit dem Stern, dem Aegierungsrat D a l t e r. dem Qe- gationsrat Aedl Hammer und ben Äonful Bernhard das Große Silbern» Ghrenvichen für Berdienkte um die Republik Oesterreich oer- ltehen.
Der Andreas »Hofer «Bund an den deutschen Reichskanzler
Dien, 14. aioo. (XU.) Die die Karre-
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Sowetag» axfc 3<terlöse.
Beilagen •tr{j«ac! 3«»ttMnH5na
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Dr Jt. Wilh Lange, ftr IVraileto* Dr fi Ihyrwt, ftr Ben »beigen Teil strnft DlRWicheiA. ftr Bf* In-
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schen Reiche», londern die e» insbesondere den beiden deutschen Männern, die heute unsere Gäste sind, entgegenbringt. 3n dieser Stunde denke ich zuruck an jenen 6ommmag 1V22, da ich jum erslenmat al» Bundeskanzler ui Deutschland» Keich»reoteruno nach Berlin kam. fctnfm wir zu-
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Der tret er der in- und ausländischen Presse gefunden batten.
Deflerrtidntoe Sheungen für die deutschen Gäste.
Imt ost genug gesagt, das» Herr Seipel ein heimlicher (Hegner de» Ansckstusse» wäre. Da» ist er heute Ut mehr Auch er ist fehl davon überzeugt, dost utfchosterreich sich nur oo11 entwickeln
flehentliche Bitte im 'Hamen unserer Der- gewaltigtenvüdtirolcrBräder. ober auch Im Hamen aller Südtiroler, die in anderen Ländern leben: Helft mit allen zu Gebote fte- benden Mitteln, um der barbarischen Behandlung unserer Südtiroler Brüder Ginhalt zu tun."
weilen. Unb so erhebe ich denn mein Glas auf bte dfterretchifch-deutsche Freundschaft und trinke ouf das Dvhl des Herrn Bundespräsidenten, des Herrn Bundeskanzlers. auf das Dvhl der ftfterr. vt>> ’tn n Regierung und auf das Dvhl des dsterreichifchen Dolles
An das Abendessen schloss sich ein 8mf- fang, zu dem sich Mitglieder des diplomatischen Korps. zahlreich« national- und Bundesräte. Me leitenden Funktionäre der Zentralstellen, viele Persönlichkeiten aus den Ä teilen der Dirt- 'chast. der Wt'ienfchaft und der Kunst, sowie bte
daran, den Dingen, fo wie sie wirklich sind, nüchtern in» Auge zu schauen und sich danach ein- zu richten. Neben diesem Symptom ist auffallend die erschreckend graste W n h l m ü d i g k e l t. 2n Hessen haben nur etwa 50 bi» 52 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, auch in Rostock war bte Beteiligung geringer, in Warnemünde ungefähr gleichbleibend, dafür in Danzig allerding» mit R3 gegen 81 Prozent im Jahre 1Ü23 um eine Kleinigkeit höher.
Diel stärkere Veränderungen al» in Hessen ergeben sich in der Bremer Bürgerschaft. Hier vettierl die Tinheitsliste der bürgerlichen Parteien 5 von 40 Mandaten, die Demokraten 2 von 14. unoer ändert bleiben Zentrum mit 2, Bodenreiormer mit einem Sist. 6g gewinnen jedoch die Sozialdemokraten 5 gegenüber bisher 46, die Kommunisten 1 aepen bieher 9 und die ftausbefiher 1 regen bisher 8 Mandate. Do» sieht auf ben enkn Buck nicht rief ander» au» al» bisher. Die Verluste der Einheitsliste. Deutschnationale. Deutsche Dolkspartei und Bölkische werden durch die Gewinne der Hou»be- ststrr etwa» gemilbert. die Verluste brr Demokraten erscheinen in dem sozialdemokratischen Zuwachs — indessen bringt es eine vollkommene Umwälzung mit stch. dast die Sozialdemokraten und Kommun i ft e n zufommen mit 60 Mandaten genau bic Hälfte he» Haufe» besetzen, wöh- renb Re bisher mit 46 plu» 9 gleich 55 einer Mehr beit von 64 Bürgerlichen gegenüber^anben. Damit tritt ein Verhöltnl» wieder in Kraft, ba» im Jahre 1919 zu einer Zusammensetzung de» Senat» aus 9 Bürgerlichen unb 9 Sozialisten geführt hotte, mit einem lo^ialdernokraoschen BGroerm-Hlrr an her Spitze, während feit 1920 ununterbrochen ein bürgerlicher Senat gegen eine sozialistische Opposition regierte.
In Danzig ist vor allen Dinvmr her Sieg des Deutschtums erfreulich Die ohnehin belanglose Polen-Partei wird statt mit 5 nur mit 2 oder 3 Vertretern wiederk^hrcn, Verluste erleiden writer die Deutlchna'. onale Voltsvartei vor all^n mit 25 gezen 33. die Deuttchto-iale mit einem gegen Z. die Kommunisten mit 8 gegen 11 Sitzen Die neu auftreten- den Parteieni Äattonalllbernle Bürgerchan-i »*- torimt 5. die Dirtfchaftslist« einen und ke.« Deutfchliberale PaNei 4. ferner eine bürgerllche Arbeitsgemeinschaft 2 unb eine Danziger Haus- be^rNer-Partri einen Sih. D ? Mieter- und Gläu- biger-Porlei erhält 3 statt einen das Zentrum 18 statt 15. die Fischer-Partei wie b:s^er r.nen und die Sn« i albemo brat en 42 statt 30 Siften. Dafür verfcheoinden einige früher? Svlitter-Par- teien. die damals 11 Mandate ha tm.
Im ganzen betrachtet ergibt sich allo in Danzig wie m Bremen ein ftarfer Zuwachs der Sozialisten unb überall ein erheblicher Aückgana der Deutschnalionalen bei fast völligem DerfchwiTtden der VdB'chen und einiger enherer Splitter daneben ist ein Ansteigen der uTwvl'tischen DirtfchaftSgruppen unter verschiedenen Bezeichnungen festzust llen.
Denn man nun versuch', den gingen auf den Grund zu gehen, unb dieses für die bürgerlichen Parteien rech: untrerrul’ufx Ergebnis zu erklären, fo stv^t man namentlich auf züxi Momente. Tas eine ist daS oft unb viel beklagte liebel derParteizersplitterungim
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Der ,'.chk! bic der Reich»fonzter und der Ketch»outzenmlnlfter noch Wien unternommen Haden, ift mtf ängstlicher Betonung von vorn- herein Kber politische Obarahrr. oder, sagen wir oorslwt'ger. teder aktuelle Anlotz odgesprochen worden. iw wurde aulgezogen al» bk Erwiderung de» Besuche», den der Bundeskanzler Bamek im Der- Jingenen 2ahre der deutschen Negierung In Serri abgeflottft hotte Da» ist eine vielleicht übertriebene Rücksichtnahme auf Pariser Stimmungen und Berftirnnvangen. Schließlich wird Jo viel gereift im Europa brr Nachkriegszeit, bah nicht ein- zufehen ift. we»hald nicht auch der deutsck>e Reiche- lantier in Begleitung de» Ausienminifter» in Defter- reich einen treun.'inachbarlichen Besuch machen sollte. Denn wenn auch die Pariser Bertrdge aegtn die Tkerinigung der beiden claalen die denkbar größten Htndernisie ausgenchtet Haden. Io konnten sie nun doch einmal nicht verhindern, dast die Deutsch- Sstereicher sich al» Deutsche fühlen und Mi ble • u 11 u r a e m e i n | dja f l nun einmal vorhanden >|t. ö» wird |o für immer ein Schlag in» Gesicht jeglicher Gerechtigkeit bleiben, dost dieselbe Entente, die unter der Parole de» Selbst- bestimmung»rechte5 der Völker den Ärteg führte, gerade den Deutschen da» Recht aus die cclbft- beftlmmung »dsprach und den An-chl.isi Defter.etd)» an da» Deutsche Reich geradezu verbot. Auf die Dauer freilich wird sich Blut doch al» dicker erwel- len ah feldsi die Tinte, mit der die Fnedensoer- träge geschrieben find. E» kann nur eine Frage der Zeit fein, bi» auch diese» Unrecht von VersinUe» »wieder gut aemacht" ift Diesen Zeitpunkt mit e» abzuwarten. Und der ehrliche Dille dazu Ist setzt a -* beiden Seiten vorhanden.
De»halb ist der Empfand- der den deutschen Staatsmännern in Dien zuteil wird, auch über- ralchend herzlich. Sie sind nur der Form nach (Bdfle. der Gesinnung nach heimatberechtigte Bru- bet E» ist so auch unverkennbar, dah in Defter- reich der Anschlutzgedanke durch die Zeit nicht an Stärke verliert, sondern im Gegenteil gewinnt. Man
bürgerlichen Lager. Das soll man dazu sagen, wenn in einem Gebilde, wie D a n z i a. das von der polnischen Flut umbtanbet ist n i ept weniger al« 21 Parteien auf der Bill>- slüche erschienen sind? Dort haben sogar die Mschrr eigene Randidaten au'geftellt. nützt aar nich:s. dah man immer wieder laute SHcae- lieber 3ertmiac über den Hang der deutschen Bürger zur Sigenbrbbelei unb zur Parteispiit- tcrung anstimmt, denn diese Rlagen haben längst ihre Dirfung verloren, wie der Auögang d-'igt. Hier must das Hebel bet der Wurzel angelaf t werden, indem durch eine gründliche Aenderung des Wahlrechts den SplttterpaNeten der Boden entzogen wird. Hof- fentltch werden setzt wenigstens diesenigen, Me in den Parteiorgan Nation en da« grobe Dort führen und sich als die bcati po^nd-ntcs Heber- fühlen, andern Sinnes werben und ein'ehen, dast es so nicht weiter geht. Unter jetziges Wahlsystem. daS dem sranzbsifchen nachneiulVi ist. patzt nun einmal nicht für deutsche B.-rhültniffe. 3e früher hier Wandel geschaffen wirb, desto bester ist eS
DaS zweite Moment liegt offenbar in der allgemeinen Unzufriedenheit, die sich auf bk Unfruchtbarkeit unserer zahllosen Parlamente und des parlamentarischen Lebens überhaupt erstreckt. Hinzu kommt zweifellos auch in weiten Ärdfen des deutschen Dolles eine gewisse Sorge und Furcht, btip das Aiichsschulgefetz einen reaktionären An- sil. h bekommen U-nnte. Gerade hier liegt zweifellos eine ernste Warnung und TTiubuung für diejenigen, die in erster Lime berufen sind. Hüter der liberalen Tradition zu sein.
Die jüngsten Wahlen haben Ihre große Bedeutung darin, dah man in ihnen Dorzt-chen der immer näher rückenden Aeichstugsvahle.i au erblicken hat. Wir sind ja leibet eben tn- svlge unseres mangelhaften DahlfysternS auf solche Dahlereignis le zur Beurteilung bet Srim- mung im Dolke angewiesen, ft>dl wir keine Aachwahlen haben. He ein dcu:lLhercs Bild von der Stimmung m verschiedenen Vanceiteilen geben. SS kann nicht bestritten werben. Latz bet allen solchen Dahlen lokale Rücksichten sehr stark mitsprechen und das allgemeine Bild cuüflennafjen zu trüben geeignet sind. Ab« trotzdem ergibt sich aus allen D^h:err.tzhnistcn der jüngsten Zeit die G^wlsiheit. oast eine starke Strömung der lckn»usricdenhe'.t mit der. ;e*Qcn
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Wegstück, ba» unser Volk in Deutschland unb bi Deflerreid) in diesen Äahven zurückgelegt Hal. war ooll von Widrigkeiten unb Mühen ohne Zahl. Aber e» war ein Weg nach auimärt». Wer daran zweifelt, der nehme da» nächstbeste Zeitung»dlatt au» dem Jahre 1922 oder auch noch 1924 zur Hand.
ge-.o.ches nach der Mitte hin Dir stets die Auffastung vertreten, batz ger- einem so firnen Lande tote Hessen nur ei« Regierung, in der alle Rrei«e des Bottes tm>
Wer die politische Entwicklung und Stimmungszeichen im deutschen Vaterlande wahrend der sunasten Zelt aufmerksam verfolgt hat. wird von dem Ausgang der Dahlen in Helfen und Bremen und Danzig nicht allzu sehr überrascht worden sein. Man konnte förmlich fühlen, dah ein starker Ruck int», um einmal diesen Au»druck zu ge-
welche ungeheuere Arbeit noch zu leisten Ift, damit wa» erreicht wurde, nicht morgen wieder verloren gehe, damit diese» Erbteil denen, die nach un» kommen werden, al» Garten, nicht al» Wüste binterlasien werde. Sind wir. ist die Welt für diese Riesenarbeit schon ganz gut ausgerüstet?
mit dem Vlrigrwicht de» starren Lgoi»mu» oder oar eine» politischen Zynivmu» Im Rucksack werden wir nicht die steilen Höhen erfllmmen. von denen au» der Weg In die sonnigen Täler de» Frieden» der Gesittung und de» Recht» frei liegt. Sittliche Werte müssen wieder da» Ziel und der Grund aller Dolitik werden, nicht mehr blotz ein gefällige» Mäntelchen sein.
Dir wollen damit nicht über andere urteilen. Wir müssen anerkennen, dast die besonders harte Zeit, die sich für uns an daS Kriegsende fchlvst. es uns erleichtert hat. Urfenntnlflc za gewinnen und auszusprechen, die anderwärts von den Fanfaren de» Sieges übert 6nt wurden. Aber schllestllch werden sich alle dazu bekennen. Solange nicht die Aücksicht auf das aanze und das Dertrauen In den Bachbarn die Grundlage der europäischen Politll find, gibt es keinen gesicherten Frieden, leine Abrüstung, keine Wirtfchaftserhvlung. keinen wahren Fortschritt der Kultur in Gurvpa. Wir können diesen Wahrheiten rafchi zur allgemeinen Änerkeniung nerhel'en. wenn wir immer wieder ein vorbehaltloses Bekenntnis au dieser Pollttk des prakti'chen Idealismus oblegen. Der ist berufener, wer geeigneter. Führer «u fein In diesem Kreuzzug al» Sie. meine lieben Gäste, die Sie gemeinsam mit den hervorragendsten BIännem der anderen Böller in London unb in Locarno die Saal der Dersöbnung auS streut en. Dast wir in naher Zukunft das grvhe vrntefest des wirklichen europäischen Friedens feiern mögen. daS ist unser innigster Wunsch Der BundeSkan.^er schloß, indem er auf deS Do bl de» Reichspräsidenten. deS AeichSkanzlers und des Rri-SauhenministrrS und auf da» Blühen und Gedeihen des Deutschen Bolles trank.
Reichskanzler Dr. Marx
ertmberte hierauf u. a. G» ist für unS eine groste. aufrichtige Freude, uns toLeber in Wien zu Br.<- fen. Mit dieser Freude paart sich der von Herzen kommende Dank für die soeben gehörten Begrüßung-toorte und den warmen, liebenswürdigen Empfang durch den Herrn Bundespräsidenten und die österreichische Regierung, der durch die uns tief bewegende Anteilnahme aller Kreise der Bevölterung unseren Besuch zu einem uns unvergeßlich bleibenden GveigniS machte.
Die S.c hochverehrter Herr Bundeskanzler, mit vollem Aecht auoh-brten. umschkost die verflossene Zeit seit unterem amtlichen Besuch Iahre voil schtverer Sorge, unabiaNiger Arbeit für unsere Staaten. Zeiten aber auch physischen unb feelt'chen Leiden» für das österreichische Volk unb für un». In dieser Zeit sind manche Fortschritte schneller enielt worden als wir zu hoffen wagten. Manches Ziel, da» leichter zu erreichen schien, ist noch turnet m weite Ferne gerückt. ‘2ber bei allem Wechsel blieb die Zuneigung und dasDer stehen «vischen Ihnen unb un». zwischen Oesterreich und Deutlchlartzd.
Zwischen unseren Herzen, nuferer Freundschaft gibt e» feinen Irennungostrich. Wie kSnntc e» auch ander» fein? 0 e m e I n f a m ist unsere Sprache, gemeinsam ist unsere Kultur, gemeinem auch der Leben «weg. ben wir zu wan btrn haben. Au» dieser verbunbenheit ergibt sich die Frcunbschast zwischen un», oen der wir fühlen, bah sie un» alle immer weiter und
ichem«, «■4<i*er5?M*in rm htfelg, Mtxrr» »«»alt. Iertzspr»ch»ulchlsfs»r Bl. M -ab 112.
Amchrtft ftr Dr.ht.ach- richte» »Uzetger 4letze«.
p^schecklmtt. greeftiri »st» 11«M.
-Bunde» Paier Innerkosler, anlätzlich des Diener Aufenthalt» de» Aeichs- kanzler» unb des Aeichsausienminister» an diese einen offenen Dries gerichtet, der in folgendem Hilferuf ausllinat: „Dir richten an d.e hohen Aepr^Ventanten des grosten deutschen Bolle» ble
treten sind, eine Regierung auf breitester Grundlage den befomreien Griordev- n'fsen voll Aechrnmg tragen tert Das vorliegende Dahl-r^eb?.-^ beweist, bah bie<e Oe- fcan!eTMänge auch bei ber Dkechrheit der yefli- schen Wähler vorhettben < nb. 4s eröffnet neue Möglichkeiten, und fo können bte he-i'chen
Um vom 13. Aovember 1927 nrio?.Qrr«>r.te Öen Aust ift bilden zu einer innerpolitilchen Beruhigung, zu dem A A»
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QBeg jur t® Sienht w it unb fir Ihk, t bei Bndte?. llfstht bn tiefe M bd Iritowr bis zur legier chlm uab hlch n Seins HL ff i wahm Aut- biefc Lchali j bte Mv-.chr» ht-oirig neu- i'oi Deck mfr burdi die zahl- un denen tue
kann im Rahmen de» Deutschen Reiches. Vielleicht mag die Revolte, ble vor wenigen Monaten Drfierrtld) nahe an ben Ranb eine» blutigen Bruderkriege» führte, da» ibnge baui beige- ttagen haben <kr kn zwar ben Ansturm der kommunistischen Sozialdemokraten niedergerungen, aber er hat doch erkennen müssen, dast da» Problem Deutscho sl erreich» wirtschaftlich au » ch leib ft bereu» gor nicht z u lösen ift.
Io hast heute eine geschloßene Einheitosront der An- 'chiustfrennde in Destrrreich und in Deutschland vor- l"nden ift Da» wird auch setzt wieder zum Au»druck kommen. Unb der Gtebanle. aus den oerschiedensien (»wbirien eine Angleichung vorzuberetten. ge- roinnt immer mehr an Boden. Der erste versuch wird beim Stras recht gemacht, andere werden folgen. BI» eine» Tage», trotz de Widerstreben» der 7 ichechen und ran »ölen. Deiitschösterreich doch in d.w Deutsche Reich btnrinroäiMt und bann der gross- d.utsche fflebanfe allen Widersprüchen zum Trotz sich durchgefetzt hat.
Tnnksprülfie auf die deuisch- österreichische Zreundschast.
Wien, 14 Aov i£1L) De Ankunft des deutlchen Aeichokanzltr.» Dr. Dor, und de» Reichsauhenministers Dr. St res e mann in Wien erfolgte heute um 9 45 ilbr auf dem Dest- bahndof Der deursch« Gesandte Graf Cer- chenfeld. war dem AeichSkenzler und hem Aeichsauhenminifter bis St.Pdlten entgegenge- lobren, wo er die Herren begrützte und mu ihnen bi» Wie. zurück uhr QL.| dem Destbahnhof hatten sich Bundeskanzler Dr. Seipel in BegleiruN', der Sektion»che<s Peter und I u n k a r und tti Vorstandes des Bundeepreffe- diensses. Gefand:en Ludwig, ferner Poli^ei- oräfident Schober cm Vertreter der Oenctol- direkrion der bsiereeich schen Bundesbahnen und das gesamte Perlcmai her deutschen Gesandtschaft ei-.- furchen DieB'gruhung durch k<n Bundeskanzler war übera..» herzlich. Dr. Warr und Dr Stresemann blie?cn mit dem Dunt<skanz'.er einige IRmuitn im Gespräch und begrützten dann die anderen zu ihrem Empfang Geschienenen. Dann fuhren beide in Begleitung de» deutschen Gesandten in daS Ge- sandtschastsged-äude. Im Ca.Jc deS Vormittags fteittettn sie dem Bundeskanzler Dr. Seipe'. und dem Bundespräsidenten Dr. Hoinisch Besuche ab. 5» sand ein Früh tuck im Deinen Rreife beim Bundesprä^denxn statt. 21m Äach- nittaa erwiderte Bundeskanz.er Dr. Seipel den Defuch des ReichSkantzier» und deö Aubemnin.- iet» auf der deutschen Gesandt'chaft. 2lm Abend ^and ein Diner beim Bundeskanzler statt, bei dem
Bundeskanzler Dr. Seipel
r'.gcnben Trinfipnidt ausbradjte: , D>r freuen uns wn Herzen, Sie wieder in unserer Sitte zu sehen. Sir hoffen, dass et un» gelingen möge. Sie m tnc- rii Tagen ein wenig fühlen zu iasicn. wie gross >i e freundschaskltche Hochschätzung, oie lebendig die Spmpatb<e nt. ine Deiterreich nicht Ho6 ben politischen Führern des grossen Deut-
brauchen, in der Lust log, und er Ist auch nicht au»- geHieben. E» wurde nicht» törichter unb nicht» verkehrter sein, al» sich hierüber mit einigen billigen hintorgzutrSften. wie e» in manchen
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