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Nr. 24 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefleitt

Samstag. 15. Oktober 1927

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Oberhessen.

L'nrbirde Wirftew

r f 11 a fl haben sich etwa 70 Weiter anflc- Da» dir »jährige Turnier verspricht in

li|d)cn ÄirdjenDorftanbee Dor etwa

litt Altbürgermeifler W o rf einen Schlaganfall, von dem er sich aber wieder erholte Am vor gen Sam»» tag wurde er bei der Feldarbeit, die er di» In seine letzten Tage versah, erneut von einem Schlug- an fall betroffen, der nach saft achttägigem Kranken­lager nun zum Tode führte. Hltbürgermeifter W n if war während de» Kriege» 187071 ZU den toulkn einberufen worden, nahm aber am Feldzug selbst nicht teil. Mit dem verstorbenen verliert unsere

Unb auf ei-anal, im Uliraga'5-c.n. fängt sie an zu rufen n>ic eine Mut er, die ihr erwachen­des Kind zu GcburtS:aAslichter^ ruft Unb dann e 2Ute; summt

seinen einzelnen Konkurrenzen sehr interessani zu werden. Der Weiteroerefn ist m t der Herrichtung de» an der Staatsbahn gelegenen Turnierge­ländes eifrig beschäftigt

st Au- her nördlichen Wetterau. 14. Oft. 3n den letzten Tagen versuchen Auf­käufer von Altertümern in den Hör' em

Gewerbeschule Nidda.

Da» kommende Winterfeme st er der Ge­werbeschule Nidda nimmt, wie au» dem heu­tigen Inserat zu ersehen ist, am 31. d M. seinen Anfang. Handwerkerlehrlingen und -Junggesellen bietet sich hier wieder eine günstige Gelegenheit zur Aneignung guter theoretischer Fachkenntnisse, w»!che in Verbindung mit einer guten praktischen flusbü-

Hochzeit unter Birnbäumen und Herbstsonne.

Don Mar Jungnickel.

Da sieht, in einen Thüringrr Dori, eine kleine, demütge. alte Kirch:. Don D inranken umwuchert, von kletternden Birnbäumen um­zogen. Dies? gerk. fromme Ä rt>2 erlieft faft unter dem Legen von Sonne. Ob'! und Bienen- 'innmen. Alle ihre Fensierau^m sind Mättem.r» oorrr.cn. Ach ja. sie isi so fllu J.l ch mibe.

Wir können dies nicht für richtig halten, veil .> noch zu sehr im te man in Deutsch-

JäHlgen. »nNl4> teerten die logenanntm eber»eugun?sverbrecher die biäberger. Festungsg'' rr.genen belobet* Der- wahrt und behaubelr. Die 2taftaltcn »erben

®ief>en.

Wer kümmerte sich ehemals viel um Strafvollzug? Wer nicht bestraft wurde, die Strafe der andern wohl al» verdien:.

Der Entwurf eines Strafvoüzugsgesetzes. Don Geh. Iustizrat Dr. W. IHltterma er tx 6. Professor der Aechte an der Universität

so himmelsvvll. Und ein Wtrt. das Aurh einmal fn^te. als sie 2I:hm las Franz Schubert saft aus bem Feldrain, schrieb ti in fein Aotiz- buch. grrss einen Kornhrlm unb tafttcre eS m

bert auch mehr die Mitarbeit des von befonberrn .Fürsorgern unb

die einzelnen Fachrichtungen weltestgedende Berück- sichrigung, indem verwandle Berufe zu Fachadlei- langen zufammengefatzt sind E» brftrben Abtei- lur.gcn für Baugewerbe, Maschinenschlosser und Elektroinstallateure. Mobeischreiner, sowie für

00 Klein-Linden, 14. Oktober. Die meinderatSsitzung ivm Donnerstagabend

auf dem Thor und lauschen und wart n. Und Frauen kommen aus der Küche, streichen sich, im Gehen, die Schürze zurecht und lassen sich von der allen Kirche die Serie feig erbeben machen.

Und da kommt sie schon. B uer.^ Klara mit ihrem Mann. ®ine junge, seid ge Draut Und ihr Mann ein sorichr. brauner Do rarbeite' auS der grohen Zementsabrik, die Hinterm D.rfe schuslct und rumort Und der graue Pct'i-r spricht schöne Worte, die gar nicht nach Studi.-r- licht unb Predigt siube r echen A in. in d eser kleinen Predigt rinnt rt wie fr.füxÄ Brunnen- toa fer. brennt es wie Weihnacht-lichter Minche Worte finb so selig bunt, als ob man durch aüe Kirchensens'.er sieht.

Unb Dauer- Klara weint Ihre Tranen rinnen in den Aosensirauh. bei sie in der Hard hält. Die Frauen in der Kirche fühlen jenen Tag wieder, wo sie auch einmal w.e in Dosen sianden. Unb die Kinder freuen sich über das

die letzte Herbsibläue: ,Wv du h^ngrbst da will ich auch hingehen." Ja, die alte Kirche s ngt es wie von einem goldenen Altarblatt her­unter.

Und wie sie ruft unb singt unb summ! da laufen von der Dorigasse, die Kinder In Holz­pantoffeln über die ausgetretene. heil.gr Schwelle. Manche Kinder Huben sogar noch die

Falt der Beratung des Gemeindevoran- chlage- für das Rechnungsjahr 1927. Gin UdterfAu'j ix>n 19 206.35 Ml au» dem Aech- nungsjahr 1926 wird ins neue Jahr übernom­men. Die Rubrik .Gebäude'' soll e ne G,nnahme von 207 Mk. erzielen, hie Ausgabe beläuft sich auf 3040 TU. D e Einnahme aus den Ge- meinbegnmbftü'en isi m,t 3112,70 Mk. und die QIu^tqoc mit 450 Mk. angesetzt Die S nnahmen und Ausgaben für Wangen betragen je 30Mk. Für die Unterhaltung öffentlicher Brunnen sind 200 Mk. vorgesehen. Die Ziffern für 6;e All­gemeine Verwaltung betragen in G.nnahnre 437,33 Mk unb in Aus^.'.be 11 4« Mk. Dazu isi zu bemerken, dasi die Vergütung des Bürger­meisters durch den Gemeinderat von Gruppe 8 nach 6. diejenige de- Gemeinderechners von Gruppe 6 nach 5 herabgesetzt wurde, entgegen den Richtlinien de- Kreisamt-, das bis zur Neugestaltung der Gemeindebeamtengrhälter die alte Regelung beibehalten haben wollte. Ob die Maßnahme des GemeinderatS ange ichts der all­gemeinen Teuerung die Zustimmung de- KreiS- arnlS findet, bleibt abzuwarten. Da- Kapitel .Oeffentliche Sicherheit" erscheint in Ausgabe mit einem Betrag von 2721 Mk. Darm ent­halten isi die Dergütung für die Stelle eines Aachtwächter-, die noch im Laufe dieses Jahres zur Besetzung ausgeschrieben werden, soll. Für die öffentliche Gesundheitspflege werden 2725 Mk. ausgeworlen. das sind 2000 Mk. mehr als im Doigahre. Diese 2000 Mk. sollen für die St­richt ung einer Badegelegenhe.t in den Doran­schlag ausgenommen werden. 3m Interesse der allgemeinen Gesundheilspslege isi dieser Beschluss s<chr zu begrüben. Die Kosten des Feuerlösch­wesens finb, einschl ehlich 400 Mk. für Teu- anschiflung von Schlauchmaterial, insgesamt mit 740 Mk. angeW. Die Armenpflege erfordert einen Kvstenausivand von 2000 Mk. 3n der Äubrik . Schul ei:" erscheinen in Gimrahme 1528 Mark, die als WvhnungSmiete für die Dienst­wohnungen der Lehrer eingeben, die Au-gaben betragen 7060 Mk. Für kirchliche Zwecke sind 5299.43 Mk. vorgesehen, die zum weitaus größten Teil dazu verwendet werden sollen, die gegen­wärtig rn>r genommene Renovierung unserer Kirche durch zuführen. Für Demeindefriedhöse sieht einer Einnahme auS Srbbegräbnissen mit 120 Mk. eine Ausgabe von 460 Mk. gegenüber. Für Stvahenpflege. «inschkiessl ch der Strassen- brieuchtungs kosten, werden 4350 Mk. durch die Gemeinde aufgebracht. Die Rubrik .Landwirt­schaftliche Zwecke" erscheint in Sitmahme mit 752 Mk. und in Ausgabe mit 3474 Mk. Das Ort -bürgerwesen verlangt keine Demerndezu- schüfse. da sich die Betrüge für ömnabme und Ausgabe mit je 2167,62 Mk. decken. Während

ist. gmtz vorsichtig die Treppe hinauf.----

Aun jubelt und summt unb singt die greife, treue Kirche wieder Drauhen steh' di Senne wie ein gvldener Wächter Eine 2kmc füllt dumpf in das Gras, ein Avfci raschelt hcac- meber. Die letzten Blumen leucht zn noch wie Hochzeitei Sternchen. Der Lehrer titzt am F.nsier und klebt seinem Zungen einen Drachen.--

Da führt sie fort, Bauers Klara mit ihrem Mann. Ich lehne am ©artmyaun, schwenke meinen Hut und rufe: .Pi?i Glück! Diel ®^!* Unb wie ich meinen Hut schwenke, da seh? ich. wie er ganz umwickelt und umlunkü ist von AKweiberiommett üben.

unb Halt, überein. Die höchste Geschwindigkeit wird in freien Blocks zugelassen, bie mittlere Geschwindigkeit zwilchen dem geschlossenen Dor» fignal und dem Dremsvunkt vor dem Halt- fignal und die mebere Geschwindigkeit zwischen diesem Bremspunkt unb bem HalrsiTnal selbst, ferner In besetzten Blockstrecken Sollte sich ein auf .Frei" sichende- Signal nad> bem Ueber- fähren schliessen selbstoerftänd.ich ausgenom- men den üblichen Fall zum Zweck der Zua- deckung. so wird die Lokomotive bavon benach­richtigt. Andererseits: Wtrd etn geschlossenes Totlijnal mit der vorschriftsmähigen, mittleren Geschwindigkeit überfahren, geht es danach aber in die Frc stellung. weil das folgende Haupt- fignal inzwischen auf .frei umgesiellt wurde, so wirb dem Lokomotivführer ebenfalls davon Mitteilung gemacht.

Dieses System bet Dauerüberwachung erhöht die Betriebs'.cherheit ausserordentlich unb ge­stattet eine dichtere Zugfolge. Es stellt ein Drn- deglied zwischen der selbsttätigen Blocksignali- ficrung und den selbsttätigen Cuftbrudbremlcn des Zuges dar. Solange em Zugführer die je­weils durch l4e 6trcdcnfignale bclanntgegebcnen Geschwindigkeiten einhält, tritt die selbsttätige Bremseinrichtung nicht m Tätigkeit. Wird je­doch aus irgend einem Grunde, j. B. weil der Zugführer nicht im vollen Besitz seiner Kräfte ist. die jeweils ^idä'hgt Geschwindigkeit über­schritten so setzt nach einer kurzen Zeit die selbsttätige Bremse ein, di« den Zug auf bie vorgefchmeben« Gefchwindigkrit benn-i erbringt, oder ihn qang anbält Da bei werd jedoch die Breme nicht wieder selbsttätig gelüftet; das kann erst durch den Zugführer geschehen und auch nur in der jeweils zulässigen Grenze. Das Shstem arbeitet mit f»genanntcm ArbeUsstrvm. b. h so lange der Strom flieht, isi dre richtige Signal Übertragung gcwähricistet. Siebt er aus irgend einem Grunde aus. z. D. weil die Strom­quelle versagt, fo wird der Zug selbsttätig an* gehalten, damit Unfälle txr.nk.xn werden.

5Xc Erfahrungen, die die amerikanische Ge­sellschaft mit der neuen Anordnung gesammelt hat, werden als <ebr günstig bezeichnet, was nach der ganzen Art des Svsie-ns auch kaum anders zu erwarten ist. 3n deutschen Zeitungen waD

bürger so au erringen, dah er 27 Jahre lang bn» Bürgermeisteramt bekleidete Ferner war der Heim­gegangene lange Jahrzehnte Mitglied de» evange-

also viel mehr verschiedenen Zwecken dienen, unb die Länder werden sich zu threr Schassung vere.ragen dtl 'en. Zu allem kommen wohl '.och die hn Enttvuri mcht genannten lieber» gangsheime für entlassene G.'angen«. Damit ist nun eine rndividuelle Behandlung erst ermög­licht. Dor allen kann bann bei den noch besse- rungssährgen Gefangenen alles getan werden, um sie für di« Ordnung zu retten. Aach der Gr» fahrung kann da nid mehr erreicht werden, als man srnchrr glaubte.

Aaturllch stellt dies« Aufgab« an di« Beamten die erheblichsten Anforderungen, k« Ausgabe wird immer schwerer, aber aut) schöner: f^ foc-

bung btuif Nicht mehr zu entb#hrcn sind, um sich im Äirtfd>aft»Uben behaupten zu r.nnen Sein jung<r Handwerker sollte sich riese Gelegenhe:! <-J- gehen Iv'sen, gumal da» te«m<<t<r In d»e geschäst». ftiBe Zeit ter L ntermonaU fallt. Der Besut, de» Winie ikm.jter» einer Gewerdrichule befreit von dem Besuch der gewerblichen ForwUdungefchule In dem daraufsvlgenben rommc Diese Bestimmung dürfte besonder» für die Saisongewerbe (Tlaurer, Zonmerer, Letstbmder» mit ein Grund dafür sein, ihre Cebthnge der ®emerbe|*uV zuzufuhren, weit dadurch d>e Sommermonate vollständig für die prak­tische 6u»biibung zur Verfügung bleiben Die Schule ttermirtell ihren Schülern insbesondere die theoretschen Äenntnihe, de ein Handwerktmeister bet der Führung seine» Geschäfte» heute unbedingt haben must Bei der Unterr.chtserteilung eifahrm

Bestraften al- schlechte Menschen an. HLch-ten- bemitleidete er fic. Heute denken wir anbers die vielen Hu^X^ttau'eTrd«. ja Millionen, die be. uns jährlich von irgendc.ner Strafe betrossm werden, deren Arbeitskraft m den Strafanstalten vielfach verlöret ' 'i. di? durch den vtrafooll- zua fogat geschädigt werden können, brschä'tigen unser Denken, ja unser Gewissen stündckz. So ist es in der ganzen Welt, und so hat In den letzten Zahrzehnten hn Strafvollzug ein« fast erstaun­liche Gntwicklung überall e:nae<etzt. in d r sich die Kulturwelt verbunden fützlt. Dabci sp len wir Deutsche fein« ganz Heine Bolle in oieser Weltbewegung!

Der Strafvollzug ist und Hcibt bei uns Sache der Länder. Daher isi es noch recht schieden: aber die G.nheitlichkott w.rd erstrebt und immer mehr verwirklicht, denn ohne gleich­artigen Straf Vollzug haben wir ke.n gleich­artiges Straf recht im Reich. Deshalb fuchee schon 1879 das Deich durch ein Gesetz grdstere Ginheitllchkeit wenigstens für die Freiheitsstrafen herzuftellen: Finanzerwägung.-n liehen das schei­tern. 1897 beschlvh der Bundesrat Grundsätze für den Dollzug der Freiheitsstrafen, die wenig­stens für einige Auherlichkeiten eine Gleichartig­keit Herstellen sollten. 8rft 1923 griffen t).e neuen Grundsätze des AeichSrats mit 233 Paragraphen energischer In den Dollzug der Fre:heit»strasen ein und stellten ein überaus wichtigrs. fort­schrittliches System auch für die innere Einw.r- kung auf di« Gefanaenen auf. Unb jetzt liegt endlich ein grosies Wark dem Aeichstag vor: der am 9. September d. 3. ihm übergebene großzügige TnNnurf eines Strafvollzugs- g e s e tz e s mit 330 Paragraphen.

Hier werden nicht nur alle Strafen, also auch die Todesstrafe, die Geldstrafe, alle Olebcnftrafen geregelt, sondern auch die bessern -en und sichern­den jlläfinabirAn die da« neue Strafrecht nclvn die Strafen stellt. Damit ist die einhe:ll:che Gniwicssung grurrdsätzlich bei uns getoübrlciftet Unb vor allem damit ist anerfannt. dah der zu Bestrafende dem strafenden Staat gegenüber eine Aecht stellung einnimmt, die gesetzlich genau zu umschreiben unb dann auch zu gewähr­leisten isi. ein Gedanke, der früher überhaupt nicht gekannt wurde, und den erstmals der Frank­furter Professor Freudenthal fast zum Erstaunen der Juristen aufstellte, obwohl er doch ettoas Selbstverständlich.'s Wn sollte Der Entwurf ist also die wichtigste Grgüntzung des Strafgesetz­entwurfs.

Am Dollzuge der Todesstrafe ist r.ichts geändert: es bleibt t4e Enthauptung im um- fcUoffenen Aauin. 20at natürlich fällt das weg. wenn die To^sstrafe wie in Deutsch Oesierreich wegfällt. Der Dollzug der Geldstrafen ist schon durch Gesetze und Dervränungen von 1921 bis 1924 neu geregelt: davon ist nur d-e Tilgung durch frei« Arbeit al» unprakt.sch we^tgelassen. Die Entwicklung geht auch h er auf Schommg des Verurteilten, t-anllt ihn bi« Strafe nicht übet ihren Zweck schädigt: umgekehrt wll man aber auch die Geldstrafe ergiebiger machen.

Die wichrigsien Bestimmungen aber sind die über die Frei bei tsstras «n. M.t zwingen­der Notwendigkeit hat hier die Praxis allmäh­lich schon die Strafe völlig verändert unb sie zu einer ganz irüchttrn gebaren Matzregel gestal­lt um den Bestraften zu einem geset,mähtgen, arbeitsamen Leben zu bringen und ihn vor Rückfall zu bewahren. Daher muh zuerst die Individualität des Gefangenen crforfchl werden unb das entwickelt sich immer mehr zu einem sorgfältig ausgesialteten Deriabren. Da­nach richtet sich die Behandlung. Die © fangenen werden in verschiedene Anstalten vertellt: für junge Leute unter 25 Iahren. für erstmals Be­strafte für Geisteskranke unb mxnXrtr>crt.ac Ver­brecher unb für Tuberkulöse. Daneben stachen die besonderen Anstalten für bie gefährlichen Kran-

Dersahren «ntschlosfen hat. fo gibt es der Kosten wegen kein zurück mehr, auch wenn nun nach­träglich erkennt, dah man nicht da- beste gewählt haben sollte.

Da sich nach den neuesten Aachrichten in Ame­rika die bauemix Zugüberwachung bewährt, so darf die Aeichsbahn unter keinen ümftänben auch dieses Verfahren ungeprüft lassen, denn feine Vorteile gegenüber den jetzt im Derfuch be­findlichen Verfahren finb auherordenrlich grotz. ja, man kann sagen, dah es bie Aufgabe der .,ug- berinfluffung durch die Signale überhaupt erst in » ufrieben stellender Dris« löst, da eS genau das veraniaht, waS der Führer selbst hm müht«.

Q Hattenrod, 14. Oft. Gestern abend v e r- Sa r b unser Altbürgenneister Konrad !R o rf im Her von über 77 Zähren. Der Verewigte war feiner Zeit infolge von Parteizwiftigkeiten durch die Behörde zum Bürgermeister unsere» Orte» ernannt worden Er wußte sich da» vertrauen seiner Mit-

Selbsttätige Zugsteuerung.

Don Aichard Wald.

Vachdruck verboten I

frine der brennendsten Fragen Im S.scnbahn- wesen ist di« selbsttätige Steuenrng. d H. di« Beeinflussung des Zuges in ^ptzanirgkett von der Stellung der Signale auf der Strecke. Jn zahlreichen Ländern, auch in Deutschland, werden seit einiger Zett Versus-? rmt allen mogi.chen Systemen gemacht, di« gröhtenlcils davon aus­gehen, dah der Zug zum Halten gebracht oder sein« Geschwindigkeit iwninbert werden soll, wenn sich das überfahrene Signal n.cht m der Freistellung befunden en Anordnungen

haftet aber der grohe Dachtcll M*

Beeinflussung nur an bclammten ^ssiEllcn erfolgt, der Zug jedoch zwischen lolchen'^g. punkten nicht gesteuert werden kann. Ghne Be­einflussung des Zuges zwi'chen dem Vor- ui^ Hauptsignal an jedem beliebten Punkt und zu Über beliebigen Zeit ist aber mcht nur er- coünscht, sondern mit Rücksicht baraur unbedingt notwendig, dah ein auf .frei" stehendes Srgnal nach dem lieberfahren aus ;rgcn> eifern ©runb in Sperrlage gehen kann, so dasi Xe Dachncht den Zug nicht mehr «rreichr. H.er.mrch konn-m unter Umftänben schwere llnglüäsfäll« ennuixn. Das Bestreben geht daher dahin, ben Zug dauernd unter Üeberwachung zu haben.

Aun kommt aus Amerika die 2lachricht. dah die Reading Aallroad in einem Abschnitt ver­suchsweise ein neues Zugüberwaarungssystem cni- geführt hat, das die auch in Deutschland gestellten Forderungen erfüllt. Seine wesentlichen Kenn­zeichen finb folgende: Unter Benutzung des Schienenstranges raird einer InduktionLsoule auf dem Zuge ständig ein Wechselstrom zu^c^ührt. der von den e.nwinen Signalen gesteuert w rd. Auf der Lokomotive befindet sich eine 2n;eige- vorrichtung für drei Höchstgeschwindigkeiten, nämlich hohe Geschwindigkeü (35 Mellen in der Stunde), mittlere Geschwindigk^t i40 Meilen in der Stünde) und niedere Geschwitidigkeit >25 Mellen in der Stunde.

Diese Signale frimmtn mit drn^^rci möglichen Signalen auf der Strecke, freie Fahrt, Vorsicht

Gemeinde einen Mann, der sich um do» Genuin- wohl sehr verdient gemacht hat und sich Infolge­dessen allgemeiner Hochachtung erfreute. 3n wei­teren Kreisen hatte er sich durch sein rechtschaffene» und freundliche» Wesen viele Freunde erworben.

X!X (Brünberg, 14. Oft. Zum 2 Reit» und Fahrwettbewerb am zweiten Wal»

mit Zeit auf Grund von Versuchen bei der Reichsbahn, die keine dauernde Urbcr- wachung der Zuggeschwindlgkcit gewährleisten, auf möglichst baldige Ginführung der selbst­tätigen Zugüberwachung gedrängt.

Deitzbinber und Maler. Die Schule ih dadurch in der Lage, ihren Schülern tnrerhall' der einzelnen Fachgebiete eine gründliche Fachau*hilduna zu ver- Mitteln Zeitgemahe und wirtschaflliche fionftruf- tionen, sowie gute formale Gestaltungen finden da­bei besondere Beachtung.

bte Be- und Gntwässerun^-sanlagen di« flhccK.-nbe 750 Vll. losten sind für öap.al.vri che ung durch dr« Gerne.-che 3552.69 Mk. au^ubr ngri. An Är.^g»- un aüganetner 2voh:fa.>:t-pflege txt- bei-. 5X> Ml i\'tuu*gab!. $he Wolinungs'.uriorgO stell: an bi ^nonMaffc le ne Anforderungen I'iehr. da sich ä nnahrnc und Ausgabe mit ft 4164 T.3 ausglei.vn. An ©teuer.: unb Abgaben, emschl.etzl ch der betrüg-, zu den eigene-: Um­lagen. werden 35D0 Tif. benötigt. Aur in S.n- nähme tritt die Xubr.f .©onberheuern auf. die auch die Dergmügun^s- und Hunlesieuer ent­hält: sie sieht für d e Gemeind^ckasse den Beirag

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meinde abzul.Zern den JSnele au» den ?'.c.chs- heuern werden aus 13 841 JHf. in G.nnabne veranlchlag: An Schulde .. .gui),: fte ' \ V;; Vor­anschlag 4165 Mk. für bie mit 15 Prr^ent auf- gewerteten Paptermarsschulden der dir in. nbe. Rund 22 000 Mk. der d.e W ibmtn ul'er- Ite gvnbcn Ausgaben sollen durch Gerne, d. 'N- lagen gedeckt werden, jedoch sind v.-n d 'm wieder 700) Mk. «inzufetzen für e.lassenr Um­lagen. einschlietzl.ch der zu erfassenden Lo-.d r- steuem. Die Beratung des Vo.anschlags n chm nxbrwe Stunden in An pruch.

Heuchelheim 15 Ort Der S allen- bau bei der gegenwärtig im ä^ange befinbli n Hei»chelheimer Quellensafsung w rd ncht in>n einer Wetzlarer Firma. fonb.-m von dem Baugeschäft H. L. Menz in D.llcnburg a *- geführt.

Lang-Göns, 15. Oft Zu der ge - r jen Meldung über die morgen bevor 'eh nde Bei- geordneten-Stichwabl unb b.e T! a ch - folge des neu gewählten Beigeordneten im ü'k- mcinberat ist l'en4>. igenb lestzustellen, das» im Falle der Wahi be» Gemeinderat S Zaber nicht der Händler Kari Aühl. sondern der Weitzbinder- meister August Hock der Aachsolger Za. .rs im Gcmeinderat Irin toirb.

* Garbenteich. 14. Oll Zu ben d. »- jährigen örnlesegen an Hackfrüchten sei au» un­serer Gemeinde berichtet, das» b.r ßanbir rt ;"Xr b». Weigel III. eine Dickwur- im Gew'.i> von 2 5 Pfund heimbringen konnte.

* Birl 1 ar. 14 Oft Dieser Tage nahm der feit 38 Zähren hier anälHge Lehrer Sutznev Abichied von h.er, um feinen Ruhesitz in W cs- La^m zu nehmen. Lehrer Vuhner war ein be­liebter, tüchtiger Beamter AuS seiner Schule sind hielt tüchtige Schüler hervorgegang .i b.e ben Qiainen Sustner nie vergessen w rben. S! S bat er baa Wohl bet ®enetnbe im Auge gehabt. So ries er d»e Spar- und DarlefWskasse ins Veben. auch war er der Urheber unlerer Weisser- Icitung. Die O^e.neinbe wüntcht der scheid, nd.m Lehrersamilie das beste Wohl rg-hen.

auf diesem Gebiete die Dinge Werden finb. ^ebenfalls sollte land fein selbsttätiges Zugbeeinflussung-verfahr en einsühren, das bie aenanntenSeb.ngungen nicht erfüllt, denn bie Einführung kostet Millionen unb aber Millionen, und wenn man sich für ein

Bei allem Ernst sucht der moderne Strafvollzug ben Gefangenen men chi ch zu b handeln: er wlll bei jedem den Grund feinrr 3bimmg vorn rech­ten Weg beheben. 9r will ihn n.cht nieder­drücken fonbem stärken. Dazu muh auch die rechte Omöirtung auf das Gemüt dien-m: es wird Mufck gepf.cgt: ja den Gefangenen wird durch Turnen unb Sport unb Blumenpflege Freude ge­macht. Der Zwang der .Freiheitsberaubung blecht doch noch e.n ganz erhebliches HebelI 3ebc Ar­beit soll cmicher sch fein; daher muh fie der freien Arbeit gleichen unb ben Entlassenen be­fähigen. dah er sich mit ihr fein Brot verd-.ene. Damit der Gefangene nicht die Verbindung mit der Welt verliere, wetten Zeitungen gehalten, leihst Vorträge veranstaltet. Unb endlich sollen die Gesangenen zur Selbstverantwort- l i ch k e i t geführt werden. Dem bient der viel­besprochen« sogenannte Stufenvollzug, das Aufrücken in drei Stu, en mit immer gröberer Freiheit und die vorzeitige Entlassung zur Probe. Dabei sind Aubenkolonien zu gemeinnützi­gen Arbeiten von besonderer Bedeutung

So ist der ganze Strafvollzug eine ungeheuer schwierige Ausgabe der Pädago-ack geworden, di« ein besonders feine- psychologisches Verständnis, ein vich-Ginfühlen in die Seele eines ^llenschen erfordert. An ihn reiht sich bann bi« ® n t lasse nenfürsorge. die der Entwurf al- einc nortDcntige Ergänzung der Strafe auch In den Grundzügen regelt, an der der Staat uni» die freie Gesellschaft Anteil haben, die wir unÄ auf« allerentschiedentHe angelegen sein lassen müssen: fast alle Entlassenen srnd zu schwach, um sich allein weiterzuhelsen: daher sind sie gefährdet und fo wieder eine Gefahr für uns. Aber schließ­lich gibt es Menschen, bie sich offenbar in da- freie Leben nicht recht einfügen tonnen, grohe Kinder und Gefährilche, die wir dauernd fest- halten und bewachen müssen Das sehen wir ja alle schon längst ein: aber unser heutiges Aecht ermöglicht es noch nicht. Dah solche S i - cherungsverwahrung nicht xur Hölle werde, dah ihre Insassen immer wieder alS Menschen iix-nschlich behandelt werden, ist ein« letzte wichtige Vorsorge des Entwurf-

MIeS das hat sich schon grundsätzlich so ent­wickelt: es aud uibauen, ist unsere Ausgabe, die uns von der Entwicklung aufgezwungen wird Wer freilich an Prügel und Dunkelarrest als beste Strasarten glaubt, schüttelt den Kopf unb meint da würden die Menschen mm Verbrechen begehen, um all dieser Wohltaten teilhaftig zu tr-erben. Da« ist Torheit! Wie an die Beamten, so stellt der neuzeitige Strafvollzug an beit Ge­fangenen viel gröbere Anforderungen als der alte und wird also strenger. Dah er nicht nur .nenlchlicher, sondern auch erfolgreicher w.rd. da­für haben wir schon genügend Srfahrung. Und alles das isi der Grundgehalt des neuen Gntwuris. der bamit nur das Ergebnis langer praktischer Erfahrung darstellt.