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16. Fortsetzung.
Nachdruck verboten.
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Färberei
Laden; Marktplatz 8
Telephon Nr 1459.
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hören Sie mir zu! Das Pflügen interessiert die Stadtleute nicht: zugegeben! Die großen Gutsbesitzer sind keine Volksmasse: auch kommen sie nicht in die Stadt. Sie haben kein Geld mehr wie vor fünf Jahren. Wir müssen es anders angreifen. Wenn Sie damit einverstanden sind, lasse ich heute abend in alle Zeitungen eine Anzeige einrücken. Ich habe sie schon im Entwurf in der Tasche. Hören Sie! Passen Sie auf, Delano!"
Er zog einen Bogen Papier aus der Brusttasche, auf dem in viel korrigierter Schrift folgendes zu lesen war:
„Fangen Sie nicht auch an, die Flügel hängen zu lassen!" mahnte Lawrence. „Das tut unser (9i schäftsführer schon hinreichend für uns alle. Aber
wer sah als ertotefen cm. txxfi sie einen ruhig zur Arbeit gehenden allen Manu grundlos roh miß. handelt hatten.
Im Dezember 1926 war es in einem Alsfelder (5af£ zwischen zwei Gästen zu einer Auseinandersetzung gekommen, die zu Tätlichkeiten führte. L,as Amtsgericht Alsfeld Halle den einen Gast Wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Strafkammer sprach ihn frei, sie für nicht einwandfrei festgeslellt erachtete, daß er zuerst geschlagen hatte.
Geld und Erfahrung
Novelle von Max Eyth.
Turnen, Sport und Spiel.
Wirtschaft.
Erhöhung des Zinsfußes der Reichsanreihe 1927.
Seit Begebung der Reichsanleihe im Februar 1927 haben sich die Verhältnisse am deutschen Kapitalmarkt grundlegend verändert. Läh- rend in früherer Zeit die Anleihen des Reiches un wesentlichen stabile Kurse hatten, ist unter dem Einfluß der steigenden Kapitalver'nappung m den letzten Monaten, wie bei fast allen festverzinslichen Papieren, so auch bei der neuen Reichsanleihe ein verhältnismäßig starker und anhaltender Kursrückgang eingetreten. Von diesem werden insbesondere auch die Kreise betroffen, die die Anleche zur festen Anlag? erworben und dementsprechend eine Sperrverpflichtung übernommen haben. Sie sind, soweit sie Bi- lanzen aufzustellen haben, zur Verbuchung erheblicher Verluste gezwungen. Eine günstigere Gestaltung der Anleiheverzinsung ist daher geboten. Sie etwa durch Aufhebung des Steuerabzugs vom Kapitalertrag durchzuführen, ersc'n'n sowohl aus politischen Gründen als auch deshalb nicht angängig, weil eine solche Maßnahme in ihrer finanziellen Auswirkung für die Anleihebesitzer keine ausreichende Verbesserung der Rente brmgen würde. Angesichts dieser Verhältnisse hat sich der Retchsminister der Finanzen entschlossen, den Zinsfuß der jetzt mit 5 Prozent ausgestat- teten Reichsanleihe von 1927 mit Wirkung vvm 1. August 1927 ab auf 6 Prozent zu erhöhen, und zwar bts zum 31. Juli 1934, also bis SU dem Zeitpunkt, in dem die erste Auslosung der Reichsanleihe stattsindet. Der erste Zinsschein der mit dem erhöhten Betrage zur Auszahlung kommt, wird am 1, Februar 1928 fällig. Der Tilgungsplan bleibt unverändert, d. h. die Riia-, Zahlung der Anleihe erfolgt nach vorang.-aan- gener jährlicher Auslosung innerhalb 25 Jahren xn der Zeit von 1935 bis 1959 zum Nennwerte, ile&er die technische Durchführung ergeht weiter» Bekanntmachung.
Von den Schlachtviehmärkten.
An den Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hielten sich die Zufuhreix ungefähr auf der Höhe der Vorwoche, mit Ausnahme voir Schafen, bei denen der Auftrieb trotz der gut verlaufenen vorwöchigen Märkte um ca. 2000 Stück auf 13 237 zurückgegangen ist, so daß es icheint, daß es an ausreichenden schlachtreif ml Bestäixden dieser Gattung mangelt. Das Geschäft gestaltete sich trotz des sommerlich warmen Welters vielfach lebhafter als in der Vorwoche. Das gilt namentlich für Kälber, aber auch für Schweine. 3n Süddeutschland wurde die reichlichere Beschickung auch durch den bevorstehenden Feiertag veranlaßt. Der Export hielt sich weiterhin zurück, ebenso erlegten sich die übrigen Aufkäufer Reserve auf. Rinder formten die letzten Preisnotierungen behaupten. Rur Bullen Waren knapp und vermochten Preiserhöhungen durchzusehen. Der Kälbermarkt brachte die Vorräte meist glatt unter. Bei Schweinen setzte sich die für diese Saison bezeichnende Preiserhöhung um 2 bis 8 Pf. weiter fort. Besonders magere Tiere waren knapp. Fette Ware blieb dagegen nach wie vor vernachlässigt. Es wurden in Pfennig per Pfund Lebendgewicht notiert:
Strafkammer Gießen.
Gießen, 12. Aug. Em Kohlenhändler aus Bad-Rauheim hatte in 5 Fällen seinen Kunden zu wenig Kohlen geliefert. Das Amtsgericht hatte ihn wegen Betrugs zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Strafkammer erkannte mit Rücksicht auf seine seitherige älnbestraftheit wegen Betrugsversuchs in 5 Fällen auf fünfmal 100 Mk. Geldstrafe: vollendeter Be- trug kam um deswillen nicht in Frage, weil die Kunden das Fehlgewicht alsbald entdeckt und nicht bezahlt hatten.
Der Arbeiter Karl I. und der Friseur Hermann K. von Gießen waren von dem Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu je drei Wochen Gefängnis verurteilt worben. Ihre Berufung wurde verworfen. Auch die Strafkam-
immer verlorene Arbeit unserer farbigen Mitbürger zu schaffen bestimmt ist, zieht täglich Tausende von Schaulustigen nach dem Ausstellungspark der Landwirtschaftsgesellfchaft von Louisiana. Die Prüfungskommission dieses wahrhaft patriotischen Vereins, bestehend aus den Herren Lawrence — hier folgten zehn weitere, mir völlig unbekannte Namen — hat dem riesigen Kulturinstrument einstimmig den ausgesetzten Ehrenpreis von siebenhundertund- sünfzig Dollar zuerkannt. Wenn in Indien der Elefant am Pfluge des Rajahs Wunder der Kraft und Klugheit verrichtet, so arbeitet in unserem erleuchteteren Lande die elefantine Kraft des Dampfes an der neu erstehenden Wohlfahrt unseres zu Boden getretenen Südens. Ein Volk, das im Handumdrehen den Pflug mit dem Schwert zu vertauschen weiß, wie unser wackerer Longstreet so wahr bemerkte, kann nicht untergehen."
„Wenn ich nur wüßte, wo ich die siebenhundertundfünfzig Dollar auftreiben sollte, mit denen mir das verehrliche Komitee seit acht Tagen in den Ohren liegt", brummte der Geschäftsführer.
„Deshalb kommen wir zu Ihnen, Herr Eyth", sagte Lawrence mit wachsendem Frohsinn. „Die Elefantenidee hat gezündet: ich weiß es von verschiedenen Seiten. Wenn Sie uns ein wenig die Hand bieten, so wird sich alles zum Besten wenden."
„Aber was kann ich mehr tun, als Ihren Park vierzehn Zoll tief aufreiben?" fragte ich, ziemlich ratlos um mich blickend. „Wenn dies Ihren ruhmbedeckten Süden nicht interessiert, so blrtbt mir schließlich nichts anderes übrig, als ihn seinem Schicksal zu überlassen."
Die 2 ch w i m m e i st e r s cha f t e n wurden gleichfalls am Sonntag fortgesetzt und brachten folgende E r g e b n i s s e: In der 4mal 100-Meter-Frei- stilstaffel siegte der Turnverein Offenbach in 4:58,2. Mehrkampfe für Aeliere: 1. Bitsch (Frankfurt a.M.) 951 Punkte. Tauchen: 1. Neumann (Elbing) 41A Meter in 48 Sek. Frauenschwimmen: 4mal 50 Mo'er Freistil: 1. Stuttgarter T. B. 2:50,2 (Jtet.j. Mehrkämpfe: Frau Pits ch (V.S.L.58 Charlotten- bur^ 120 Punkte. In der Wasserballvorrunde siegte die Dresdner Turncrschaft gegen den Mto. Stuttgart mit 7:3 und der S. A. Uergingen über die Berliner Turnerschaft mit 7:3.
Verbandsspiele im Mainbezirk.
Der dritte Sonntag der Fußballverbandsspiele der Gruppe Main brachte eine Heber» raschung, da Rotweiß Frankfurt in Hanau gegen Viktoria 94 1:2 verlor. Auch der glatte Sieg der Offenbacher Kickers war nicht ganz erwartet. Germania 1894 Frankfurt gegen Viktoria Aschaffenburg brachte mit 2 :3 das vorausgesagte ganz knappe Ergebnis zu Gunsten der Bayern. Eintracht Fransurt erfocht wiederum einen hohen Sieg, diesmal mit 6 : 1 Toren gegen Hanau 1860 in Hanau. Auch Union Riederrad enttäuschte nicht unb schlug Fechenheim 03 auswärts mit 4 :2 Treffern. Der Mainmeister, Fußballsportverein Frankfurt weilte zum
„Sie sehen, welches Interesse die Bevölkerung an unserem Pfluge nimmt", antwortete ich, auf die zwei Jungen weisend, die wirklich eine lose Mutter gefunden hatten und emsig an der Arbeit waren. „Heute vormittag mar auch ein alter Herr hier, der sich ernstlich nach der Leistungsfähigkeit der Maschinen erkundigte. Er brauche eine billige Lokomobile zum Wasserpumpen, erzählte er mir."
„Der Kassierer behauptet, er müsse am Ostende des Platzes über den Parkzaun gestiegen sein", bemerkte Delano, die zwei Bürschchen mit finsteren Blicken messend. „Das kann so nicht fortgehen, Herr Lawrence. Wir müssen den Zaun am Ostende reparieren lassen. Wenn nur Geld in der Kasse wäre? Guter Gott, wenn nur etwas Geld In der Kasse wäre!"
„Man wird doch deshalb den Mut nicht sinken lassen!" rief Lawrence, ohne den Geschäftsführer zu beachten. „Zweifellos haben wir den richtigen Weg noch nicht gefunden, das gesamte Interesse des Südens auf unsere Sache zu lenken, Herr Eyth. Dis ..Crescent City News' fahren allerdings fort. Ihnen Opposition zu machen. Das ist gut; das regt an."
Er holle das widerwärtige Blatt aus der Tasche.
„Mir scheint es eher abzuschrecken", meinte ich. Der Lump van Redakteur schrieb gestern wieder ein paar Zeilen über den plumpen englischen Dampf- (cfanten, der in blinder Arbeitswut unseren schönen Ausstellungspark aufwühle."
„Sehr gut! Sehr gut!" rief Lawrence. „Sehen Sie, Herr Eyth, Sie verstehen unsere Sprack/e noch - icht völlig. Das ist ja verzeihlich: aber Sie sollten mit sich selber etwas Geduld haben. Wir müssen ••en Mann bezahlen, wenn er verspricht, kräftiger zu himpfen. Hören Sie einmal, was der „Picgyune" •cute früh sagt. Es gefällt Ihnen vielleicht besser: ■aber es ist nicht halb so wirksam."
Er zog eine zweite Zeitung hervor, setzte sich auf den Pflug und las mit pathetischem Feuer:
„Der glänzende Erfolg der großen englischen Erfindung, die uns einen Ersatz für die wohl für
einer weit größeren Zufchauermenge als am Vortage statt. Die gebotenen Leistungen standen wieder aus hoher S.use, wurden doch in fast allen Wettbewerben die bestehenden Höchstleistungen zum Teil rech: beträchtlich überboten. 17 Läufer starteten zum
0 ? 1 u u f- N"ch den ersten fünf Runden im Stadion hatte der Favorit Tietz die Führung, bei 15 Km. rückte Schumann (Friedrichsberg) auf, passierte die Spitzengruppe und beendete das schwere Rennen unangefochten mit fünf Minuten Vorsprung in 2.42:15,6 vor T i e tz (Friesen-Berlin) und M e i s- ler (GutsMuths-Berlin). lieber die kurze Strecke bci den Bahnwettbewerben bestätigt- über 100 Meter Lammers (Oldenburg) seine gute Form. Er siegte in der neuen Bestzeit 10,5 Sek. vor Becker (Stendal) und B e ck (e-chweinfurl). Heber 1500 Meter fügte Wichmann (Karlshorst) seinem Siege vom Vortage einen neuen in der Bestzeit von 4:06,8 hinzu. Kapp und liebe belegten die nächsten Platze. In den Meisterschaften über 400 und 110 Meter Hürden gab es knappe Entscheidungen. Banz (Staffel) wurde über 400 Meter von Heymann (Leipzig) in 51 um Handbreite bezwungen. Das Hürdenlaufen wurde von Dahns (Osnabrück) in neuer Bestzeit von 15,8 vor (Taft er (Lichterfelde) und Schlie (Kiel) gewonnen.
Auch die Frauen standen am zweiten Tage nicht zurück. Frl. Junker (Kassel) brachte in 100 Meter eine neue Bestzeit von 12,2 Sek., sehr stark bedrängt von der Hamburgerin H o l d m a n u. In der 4mal 100-Meter-Staffel war die Mannschaft des Hamburger Turnbundes von 1862 siegreich.
Die Ergebnisse toaren: Marathonlauf über 42,2 Km.: 1. S ch u m a n n (Friedrichsberg) 2.42:15,6. 100 Meter: 1. Lammers (Oldenburg) 10,5 Sek. (Rekord). 400 Meter: 1. Heymann (Leipzig) 15,37 (Rekord). 110 Meter Hürden: 1. Dahns (Osnabrück) 15,8 (Rekord). 4mal 100-Meter Staffel: Berliner Turngesellfchaft 43,6 Sek. 3mal 1000-Meter- Staffel: l.Karlshorster Tv. 8:02,8. Schlagball (Weitwerfen): Wentzel (Tschernitz) 64,80 Meter. Hoch- fprung. 1. Haa k (Göppingen) 1,82 Meter. Kugelstoßen (beidarmig): 1. Hehler (Fürth) 24,12 Meter. Speerwerfen (beibamxig): 1. Stoscheck (Breslau) 93,55 Meter). Diskuswerfen (bestarmig): 1. Ling- nau (Dortmund) 39,91 Meter. Frauen: 100 Meter: 1. Frl. Junker (Kassel) 12,2 Sek. (Rekord). Speerwerfen : 1. Schumann (Essen) 37,11 Meter. 4mal 100-Mcter-Staffel: Hamburger T. B. 1862 51,2 Sek.
3d) suchte mich zu fassen und ruhig zu sprechen.
„Ich kann doch ganz unmöglich meinen Dampf- pstug zu einem solchen Karnevalsstreich, zu einer so verrückten Barnurniade hergeben/'
„Ich bitte Sie! Bornum ist einer der geachtet- ften Bürger unserer großen Republik. Ein Charak- ter! Ein Charakter, Herr Eyth! Er hat kleiner am gefangen als Sie und hat heute das größte Museum der Welt. Er ist Millionen wert, Millionen, hat schon drei Kirchen gebaut, ist dreifacher Kirchen- ältester in seinen eigenen Gotteshäusern und kann sich den Degen umschnallen, den Napoleon bei Waterloo verlor, wenn es ihm beliebt. Ich bitte Sie, warum denn nicht?"
„Meine Dampspflugmaschinen — Wettrennen!" nef ich mit neu erwachendem Entsetzen. „Die plumpen englischen Dampfelefanten, wie die „Crescent City News" sagen! Sie laufen ja keine vier Meilen in der Stunde, beim besten Witten."
„Das ist ja eben das Pikante! Ein Elefantenwettrennen, ein Dampfmammutwettrennen! Nichts von Ihren windigen Vollblutskniffen der Alten Welt; Feind brutale Tierquälerei Ihrer barbarischen Vergangenheit — das ganze elegant, human, würdig — Zukunftsmusik! Der „Picayune" wird jubeln; der „Crescent City News"-Nedakteur wird sich die Haare ausreißen. Die ganze Stadt wird auf unserer Seite fein. Und diese Reklame! Diese Reklame! Bedenken Sie doch!"
„Dor der ganzen Welt werden wir dastehen wie blamierte Hanswurste", sagte ich düster, denn ich fühlte, daß etwas in mir nachgab, daß eine Feder meines Innersten brechen wollte, die ich bis jetzt für stahlhart gehalten hatte. Lawrence merkte es ebenfalls, setzte sich wieder auf den Pflug, von dem er in der Hitze des Gefechts aufgesprungen war, und fuhr ruhiger und eindringlich fort:
„Sie verstehen dieses Land nicht. Sie können den mächtigen Strom des Fortschritts nicht fassen, der uns über solch kleinliche Bedenken roegträgt und größer gemacht hat als alle anderen Nationen des Erdballs. Aber Sie müssen einsehen, was ich Ihnen hier biete. Jetzt sitzen Sie da vor zwei kleinen Jungen, die Sie auslachen. In ein paar Tagen haben Sie fünfzigtausend Menschen hier, die Sie anstaunen."
__________________(Fortsetzung folgt.)
„Große Sensation! Wettrennen der zwei Dampf- elefanten John Bull und Jonathan: John Bull, geritten von dem berühmten englischen Dampfelefantenjockei Mtster Jem Parker; Jonathan von dem amerikanischen Gentlemanreiter Mister Eleazar Stone. An die aesamte Bevölkerung, Damen und Herren, groß und klein, alt und jung der Staaten Louisiana, Alabama, Mississippi und Texas! Nachdem die berühmten Dampfelefanten John Bull und fein Bruder Jonathan während der vergangenen Woche in gewaltiger Arbeit den Urgrund des Mississippitales aufgewühlt haben, beabsichtigen diese gewandten und zu heiterem Spiel geneigten Tierchen ihre angeborene Munterkeit in einem kleinen Wettlauf zum Ausdruck zu bringen, der auf der Rennbahn des Parks der Landwirtschaftsgesellschaft von Louisiana am Donnerstag, dem 4. März, nachmittags fünf Uhr, stattfinden wird. Besondere Anziehung wird das Rennen dadurch ausüben, daß der Elefant Jonathan von dem amerikanischen Amateur Mister Stone, John Bull dagegen von dem berühmten englischen Berufsjockei Parker gesteuert werden wird. Es sollen bereits beträchtliche Wetten auf den Erfolg des einen oder anderen der kühnen Reiter angeboten und angenommen worden sein. Herr Stone stammt aus einer alten Familie Vir- giniens und wird die Ehre des neuen Kontinents aufrechtzuerhalten wissen, während Parker vor einigen Tagen aus England eintraf, so daß ihm die ganze Geschicklichkeit und Erfahrung der älteren Kulturwelt zur Verfügung steht.
„Achtung, Bürger von Louisiana, Alabama, Texas und Mississippi, Achtung! — Der Riefenmammutwettkampf zweier Welten, in Arbeit unb Sport! Amerika gegen England! England gegen Amerika! Wer wird der Sieger bleiben? Parkkassenöffnung um zwei Uhr. Eintritt einen Dollar. Tribünenkarten drei Dollar."
Lawrence sah sich um, als habe er zu eigener Verwunderung das Ei des Kolumbus auf den Kopf gestellt; die trüben Augen des Geschäftsführers blitzten, eine hektische Röte war in seine gelben Wartgen gestiegen. Mir standen die Haare zu Berge.
„Das ist ja aber rein unmöglich, mein lieber Herr Lawrence", rief ich, nach Luft schnappend.
„Unmöglich?" schrie Lawrence stürmisch. „Unmöglich! Mein bester Gedanke seit dreißig Jahren! Aber warum denn, mein lieber Herr Eyth?"
Pokalendspiel in Stuttgart, deshalb war D.f.R. Offenbach spielfrei.
Sp.-Dg. Fürth süddeutscher Pokalsieger.
Am Sonntag fand in Stuttgart vor etwa 10 000 Zuschauern das Endspiel um den süddeutschen Fußballpokal zwischen Spvg. Fürth und Fußball-Sportverein Frankfurt statt. Trotz häufiger Feldüberlegenheit der Frankfurter konnten die Fürther bis zur Pause bereits mit 2:0 in Führung gehen und siegten schließlich mit 3:0.
1. F. L. Nürnberg - Hamburger SLadLemannschasl 3:0.
3m Rahmen der Hamburger Turn- und Sportwoche fand am Samstag vor etwa acht- bis zehntausend Zuschauexm das FußbaUfpiel des deutschen Meisters 1. F. C. Nürnberg gegen eine Hamburger Städtemannschaft statt, die ohne Spieler des H. S. V. allerdings nicht gerade die stärkste Hamburger Vertretung darsteUte. Sie zeigte aber während des Spiels recht gute Leistungen; demgegenüber ließen die "Nürnberger anfangs ein durchschlagskräftiges Spiel vermissen. Da auch die Hamburger Torchancen nicht ausnuhen tonnten, verlief die erste Halbzeit torlos. Bei einem Zusammenprall noch kurz vor dem Wechsel zwischen dem herauslau- senden Stuhlfauth und dem Hamburger Meyer ll erlitt dieser einen Beinbruch, auch Stuhlfauth war bis zur Pause kampfunfähig. Rach Wiederbeginn gelangen den Rürn- bergern dann drei Tore — durch einen Durch» bvuch des linken Flügels das erste, durch Wieder das zweite, durch Kopfball von Hochgesang das fcxitte.
MafserbakZspiel um die deutsche Meisterschaft, wasserfreunde Hannover — Sparta Köln 7:2 (3:2).
Das am Sonntag in Köln ausgetragene Wasserballs piel um die Deutsche Meisterschaft zwischen Wasserfreunde Hannover und Sparta Köln verlief von Anfang bis Ende spannend. Hannover hat verdient gewonnen, da Sparta immer eine Klein igfeit später am Ball nmr, und das Stellungsspiel der Wasserfreunde viel ausgeprägter war.
Neus FLugrekorde.
Wie aus Friedrichshafen gemeldet wird, stellte dieser Tage das Dornier-Flugzeug, Type Merkur, auf Schwimmern mit BMW.-6-Motor drei weitere Rekorde auf. Die Gesamtstrecke mit 500 Kilogramm Nutzlast betrug 2100 Kilometer (alter Rekord 1702,8 Kilometer). Das Flugzeug erreichte mit 500 Kilogramm Rutzlast über 2000 Kilomeier eine Stundengeschwindigkeit von 172,05 Kilometer, ohne Ruhlast über 2000 Kilometer einen Stundendurchschnitt von ebenfalls 172,05 Kilometer. Das Flugzeug wurde von den Piloten Wagner und Fath geführt.
Der We|| zor Hygiene •■■■■■■ und Sauberkeit führt eigentlich zwangsläufig zur chemischen Reinigung Ihrer Garderobe und aller Gegenstände, mit denen Sie täglich in Berührung kommen. Nicht nur Schmutz, Flecken und Krankheitskeime werden aus Ihrer Kleidung, Ihren Decken, Kissen, Teppichen, Vorhängen, Handschuhen usw. beseitigt, die meisten Dinge werden auch wieder wie neu. Auch das Auffärben und Plissieren aller Arten Stoffe wird von uns in der bekannten erstklassigen Weise ausgeführt.
Meisterschaften der Deutschen Lurnerschast.
Reue Höchstleistungen an beiden Tagen.
In den frühen Morgenstunden des Samstags begannen im Deutschen Stadion in Berlin bereits die Vorkämpfe zu den volkstümlichen Meisterschaften der Deutschen Turnerschast. Das unbeständige Wetter — bald Regen, bald Sonnenschein — hatte nur etwa 3000 Zuschauer zu den Kämpfen angelockt. Die Leistungssteigerung der D. T.-Kämpfer spiegelte in den verschiedenen neuen Höch st lei st ungen wider. Von dem außerordentlichen Aufschwung, den die Leichtathletik im Turnerlager genommen hat, sprechen am besten die ausgezeichneten Zeiten, lieber 20u-Meter erreichte Lammers (Oldenburg) im Zwischenlauf die Re- ordzeit Körnigs von 21,4 Sek. Im Endlauf siegte der Oldenburger in 22 Sek. sicher vor Becker (Stendal). Im 800-Meter-Lauf stellte Wichmann (Karlshorst) mit 1:56,6 einen neuen Tumerrekord auf. Weitere Rekorde gab es im Kugelschocken durch Hense (Hagen) mit 21,52 Meter und im 4X400- Meter-Staffellaufen durch die B erliner Turnerschaft mit 3:36,5. Das 10 000-Meter-Laufen wurde im Endspurt von Krake (Apolda) über Held ^Hürden) gewonnen. Die Entscheidung im 400= Meter-Laufen dürfte zwischen Danz (Kassel), der seinen Vorlauf in 51 Sekunden gewann, Bräunig (Dresden) und Schlie (Kiel) liegen.
Bei den Frauen gab es bereits im Hoch - fprungkampf eine neue D. T. ° Höchstleistung durch Frl. Nette (Düsseldorf), die 1,53 Meter übersprang. Im Vierkampf siegte Frl. Junkers (Kassel) überlegen mit der höchsten bisher erreichten Punktzahl. Im Schlagballwerfen verteidigte Frl. Schumann (Essen) ihren Titel erfolgreich. In der 4X100-Meker-Staffel startet die Mannschaft des Hamburger Turnerbundes von 1862, die bereits vor wenigen Tagen mit 50,8 Sek. eine neue Höchstleistung schuf, als Favorit.
Die Ergebnisse waren: 200-Meter: 1. Lammers (Oldenburg) 22 Sek., 2. Becker (Friesen- Stendal) 22,2 Sek., 3. Gärtner (TSV. Schöneberg). — 800-Meter: 1. Wichmann (Karlshorster Tv.) 1:56,6 (Rekord), 2. Winkler (Karlshorst) 1:59,1, 3. Vach (Barmer To.) 2:01. — 10 000-Meter: 1. Krake (Tv. Apolda) 33:22,4, 2. Held (Tv. Hürden) 33:47,2, 3. Richter (Tv. Maßen). — Kugel - schocken: 1. Hense (A. Tv. Hagen) 21,52 Meter (Rekord), 2. Wittig (Tv. Freystadt) 20,87, 3. Krieger IM. Tv. Regensburg) 20,82. — 4X4 0 0 - Meter- Staffel: 1. Berliner Turnerschaft 3:26,5 (Rekord), 2. Barmer Tv. 3:31,4, 3. VfL. Polizei Dresden 3:33,6. — Frauen, Schlagballwerfen: 1. Schumann (Schwarz-Weiß Essen) 72,46 Meter, ,2. Greth <M. Tv. Süderstadt), 72,25 Meter, 3. Millrath (Südende) 67,09 Meter. — Kugel st oßen: 1. Lagersen (Berl. T.) 10,66 Meter, 2. Gollmitz (Niederlehme) 10,30 Meter, 3. Dulfer (T. Ges. Kassel).
Auch bei den gleichzeitig abgehaltenen S ch w i m m M e i st e r s ch a f t e n im Schwimmbecken des Stadions wurde eine neue Höchstleistung im 200-Meter-Lagenschwimmen durch Bart (Weißenfels) mit 3:03 erzielt. Die Ergebnisse waren: 4X1 00-Met er-Brust staffel: 1. Turn-Ges. Darmstadt 6:06,2, 2. Tgmde. Kassel 6:20,6, 3. Mtv. Stuttgart 6:21,4. — 10 0-Meter-Seits-
schwimmen: 1. Viertier (Eintracht Leipzig) 1:17,8, 2. Fuchs (To. Offenbach) 1:18,9, 3. Quast (Polizei (Osnabrück) 1:20,6. — 5 0 - Meter -
Streckentauchen: 1. Epfey (Jferlohn) 39,4 Sek., 2. Schäfer (Tv. Freiberg) 49,6. — 2 0 0 = SUI e = t e r - L a g e n f ch w i nx m e n: 1. Bart (Tv. Weißen- icle) 3:03 (Rekord), 2. Speck (Kölner Tv.) 3:06,7, 3. Kuhlmann (Neptun Dortmund) 3:17,6. — Frauen, 3 4 - M e t e r - S t r e ck e n t a n ch e n: 1. Frl. Hauck (Tv. Gießen) 37,2 Sek. — 4X50- Meter-Lagenstaffel: 1. Tgmde. Stuttgart 3:12.
Der zweite Tag der Meisterschaften fand vor


