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Nr. 189 Erstes Blatt
177. Jahrgang
Montag, 15. August <927
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Dessau. 14. Aug. (Dom Sonderberichterstatter des WTB.Bureaus.) Punkt 6 Uhr startete die Lotsen maschine G 31. Die ..Breme n" startete um 18.21* Uhr und war 18.22 Uhr in der Luft. Der Start ging glatt vonstatten und die Maschine verschwand schnell in westlicher Richtung über dem Walde. Die „Europa" setzte sich um 18.25 Uhr in Bewegung und erhob sich nach dreihig Sekunden glatt vom Erdboden. Eine Minute lang war die Maschine noch zu sehen, dann verschwand sie über dem westlichen Walde.
und einer der Propeller gebrochen.
Auf den Atlantik hinaus.
Berlin. 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Breme n“ Hal heule vormittag 7.05 Uhr
offene Meer erreicht.
Das Lotsenflugzeug G 31 in Bremen gelandet.
Bremen, 14. Aug. (WB.) Von der Deut-
Die englische Presse zum Transozeanflug.
London. 15. Aug. (W. T. B. Funkspruch.) Alle Blätter veröffentlichen an erster Stelle De- richte über den Start der beiden deut- chen Flugzeuge nach Amerika, von denen die „Europa" inzwischen notgelandet ist, und Bilder der Teilnehmer und Flugzeuge. Sie heben hervor, daß viel vom Wetter abhängen wird. Die Meldungen von gestern abend besagten, daß die Wetterbedingungen an der irischen Küste nicht günstig sind. Man berichtet aus Southampton, daß während
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
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Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Dießen.
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Dessau, 14. Aug. Der Sonderberichterstatter des Wolffbureaus hat einige Persönlichkeiten, die zum Ozeanflug in Beziehung stehen, gebeten, ihm ein Geleitwort zu diesem Unternehmen scher Flieger zur Verfügung zu stellen:
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des Fluges zahlreiche Schiffe aller Nationen im Atlantischen Ozean sein werden, aber nur das deutsche Schiff „Deutschland" des Norddeutschen Lloyd, das Southampton gestern verließ, werde die deutschen Flieger passieren sehen können.
NeuyorKer Pressestimmen.
Neuyork, 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach zahlreichen, hier eingetroffenen Meldungen bringt man dem deutschen Transozeanflug überall regstes Interesse entgegen. Man lobt die außerordentlich forgfältige CB o r- Bereitung des Fluges und mißt gerade diesem .Unternehmen erhöhte Bedeutung bei, da die glückliche Ankunft, mit der man bestimmt rechnet, die Transozeanflugfahrt auf dem Gebiete des Sportes in die Sphäre des regelmäßigen Luftverkehrs rücken werbe. „Tribun e“ berichtet ausführ'':') über die großartigen Fortschritte des deutschen Flugwesens. „W ashington-Star" weist die amerikanischen Fliegerkreise darauf hin, daß ihre Flüge ebenso ernsthaft vorbereitet werben müssen, wie der deutsche Transozeanflug. Der Flugwettbewerb San Francisco—Honolulu, der schon vor dem Start drei Todesfälle und mehrere schwere Stürze zu verzeichnen hatte, zeige, daß die Ausschreibung von Geldpreisen allein nicht genüge, um die Entwicklung der Flugschiffahrt zu fördern. Die Besatzungen der Ozeanflugzeuge an Nungessers Mutter.
Dessau, 14. Aug. (Bom Sonderberichterstatter des WTB.) Die Besatzungen der Ozeanflugzeuge „Breme n" und „Europa" haben bei ihrem Start an Frau Nungesser in Poris folgendes Telegramm gesandt: „Auf den Dahnen des „Weißen Vogels" gedenken wir der beiden Helden und grüßen in Ehrfurcht Nungessers Mutter. Köhl, Lvose, v. Hünefeld an Bord der „Bremen". Aisticz, Edzard, Knickerbocker an Bord der „Europa"."
Geleitworte zum Ozeanflug.
die W a f ch i ne beschädigt worden. Personen wurden nicht verletzt.
Bremen, 15. Aug. (WB.) Die R ü ck k e h r der „Europa" ist auf e r n ft e Motor st ör ungen zurückzusüh-.m, die sich nach etwa halbstündiger Fahrt über der orbfee plötzlich eingestellt hatten und die Flieger Risticz und Edzard nach vergeblichen Versuchen zur Behebung des Schadens zur Umkehr zwangen. Die Auffindung des Landungsplatzes in Bremen gestaltete sich ziemlich schwierig. Schließlich konnten aber die Flieger die Lichter des Landungsplatzes entdecken. Die Landung war trotz aller Vorsicht der Flieger ziem, lich hart, konnte aber ohne persönlichen Schaden der beiden Flieger und ihres Passagiers Knickerbocker durchgeführt werden. Das Fahrgestell wurde jedoch unter der starken Last beschädigt
Paul Lobe,
Präsident des Deutschen Reichstags:
Den heroischen Flug zu erwidern, der die tatkräftigen und mutigen Söhne der amerikanischen Nation zu uns brachte, ziehen Sie, tapfere Landsleute, auf den Riesenvögeln, deutscher Arbeit entsprossen, über das weite Meer. Millionen folgen klopfenden Herzens dem heldenhaften Wagnis, Millionen harren gespannten Sinnes jeder Nachricht, die Sie aus dem unendlichen Luftmeer senden, Millionen werden jubeln, wenn nach geglücktem Versuch ihr Flugzeug den amerikanischen Boden berührt. Und wenn in unseren Jubel sich der des Besuchslandes mischt, wie einst bei der Ankunft Eckeners in Neuyork, wie vor wenigen Wochen bei der Begrüßung der sieghaften Flieger Amerikas in unserem Lande, dann möge das Band des Frie- dens sich festigen, das die Völker der Erde umschließt, dann überbringen Sie der großen amerikanischen Republik die Grüße des deutschen Volkes.
Jacob Gould Ltzurmau.
Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin:
Den deutschen Ozeanfliegern die besten Wünsche für den Erfolg, von dem ich schon jetzt überzeugt bin!
Die Junkersflugzeuge haben ihre Vortresf- lichkeit gezeigt. Die Flieger Edzard, Nisztics, Loose und Köhl, die ich zu meiner Freude persönlich kennengelernt habe, sind prächtige Jungens und Meister der Flugkunst. Sie haben bereits Ehamberlins wundervollen Weltrekord geschlagen, indem sie sich 52 Stunden und 23 Minuten ununterbrochen in der Lust hielten.
Im Transozeanflug von Osten nach Westen, den _ sie jetzt unternehmen, ist die Aufgabegroßer als in der entgegengesetzten Dichtung. Mögen Wind und Wetter das Vorhaben begünstigen unö die Elemente ihm geneigt sein!
Wenn die deutschen Flieger den ersehnten Hafen in Amerika erreicht haben, werden sie einen großen und herzlichen Empfang finden. Sie werden amerikanische Gastfreundschaft erfahren und Zeugen sein amerikanischer Freundschaft für das deutsche Volk; amerikanischer Bewunderung für das erfolgreiche Abenteuer und besonders für Deutschlands erstaunliche Leistungen in der Wissenschaft und der Kunst der Luftfahrt. Der Empfang wird eine große Kundgebung dieser Empfindungen werden. Mir ist, als hörte ich schon den Freudenschrei der amerikanischen und der deutschen Adler in Neuyork.
Professor Junkers:
Unser ganzes politisches und soziales Leben ist so durch Gegensätze zerrissen, daß wir uns allenthalben geradezu nach einer E r - lösung sehnen. Dabei haben wir nun die merkwürdige Tatsache, daß in all diesem Streit
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durch einen englischen Piloten an dem Ozeanflug beteiligt werde — Deutschlands Flieger sind die einzigen, welche auf deutschen Apparaten aufgeftiegen und unterwegs sind. Auch die Nation, fere Erfolge sieht, wird es
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schen Lufthansa wird mitgeteilt: Die Begleitmaschine G. 31 ist 20.20 Uhr in Bremen gelandet.
Flug auf der nördlichen Route.
Dessau, 14. Aug. (Vom Sonderberichterstatter des Wolff-Büros.) Auf Grund der meteorologischen Verhältnisse ist im letzten Augenblick beschlossen worden, die ursprünglich vorgesehene südliche Noute über Holland auf* zugeben und dafür die nördliche Noute Über Bremen-Helgoland. die Nordküste von Schottland unZ) die Orkney-Inseln einzuschlagen. Auch über dem Atlantik wird die nördliche Noute beibehalten werden. Sie ist auch die kürzeste. Von den Orkney-Inseln wird in direkter Linie auf Cap Nace zugesteuert. Unter diesen Umstanden haben sich auch die Dispositionen für die Lotsenmaschine geändert. Da die G 31 eine Landmaschine ist und das Risiko eines weiten Ueberwasserfluges in keinem Verhältnis zu den Aufgaben des Flugzeuges steht, wird diese Maschine etwa bei Helgoland umkehren unZ> dann voraussichtlich in Hamburg oder Bremen landen.
Das Wetter über dem Atlantik.
Hamburg, 14. Aug. (WB.) Das Tiefdruckgebiet ist etwas nordostwärts gezogen. Sein Kern liegt jetzt auf 55 Grad Nordbreite und 7 Grad Westlänge. Unter seinem Einfluß herrschen über dem größten Teil Englands noch immer starke böige südwestliche Winde. In Schottland hingegen haben sich bereits Ostwinde eingestellt. In England und über dem westlichen Teil der Nordsee fällt Negen. Auf dem Ozean ist ein neues Tiefdruckgebiet auf 35 Grad Nordbreite und 45 Grad Westlänge erschienen, das aber zunächst keinen wesentlichen Einfluß auf die Witterung auf dem Ozean gewinnt.
Erne interne Abschiedsserer.
Dessau, 14. Aug. (Vom Sonerbericht- erftatter des WTB.) Kurz vor dem Start der O z e a n f I i e g e r hat im Verwaltungsgebäude der Junkerswerke noch eine interne Abschiedsfeier stattgefunden. Ministerialrat Brandenburg überbrachte dabei^ die Grüße des Reichsverkehrsmini sters unt> des Staatssekretärs Gutbrodt. Prof. Junkers führte aus, daß von den Junkerswerken alles getan worden «fei, was geschehen konnte; das übrige liege nun bei den Fliegern. Wir wünschen ihnen alles Gute! Namentlich unterstrich Prof. Junkers die Verdienstezdie sich Oberingenieur T h i e d e m a n n für die technischen Dorb^eitun- gen des Ozeanfluges erworben habe. Nach Mi- nifterialrat Brandenburg dankte Prof. Junkers für die freundlichen Wünsche und bat, an den Neichsverkehrsminister seinen Dank zu übermitteln. Schließlich übermittelte Postdirektor Kruse die besten Wünsche der Neichspost. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß alle Sendungen wohlbehalten ankommen. Uebrigens seien f ü r 7 4 000 Mark Sendungen befördert worden, und zwar habe die „Bremen" ca. 2000
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Die Junkersflieger sind gestern gegen Abend gestartet. Leider wurde die „Europa" wenige Stunden nach dem Abflug über der Nordsee von einem bedauerlichen Mißgeschick betroffen, das sie zur Umkehr und zur Landung bei Bremen zwang. Aber die Besatzung der „Bremen" fliegt weiter. Diese Männer dürften zur Stunde wohl über dem Ozean schweben. Sie fliegen nun auf dem gleichen Wege, auf welchem die Spuren Nungessers und Colis schrecken, den Lindbergh, Chambcrlin-Levine und Byrd in anderer Dichtung zurücklegten, der das Ziel vieler Wettbewerber ist; sie schweben auf der unsichtbaren Straße, auf welcher sich in Zukunft der Verkehr zwischen Europa und Amerika entwickeln soll. Diese neue Derkehrsstraße, ihre Tücken und Fährnisse auszukundschaften, die Fähigkeiten und Möglichkeiten ihrer Maschinen auf dieser fast unbekannten Strecke zu erproben, sind sie aufgestiegen — mit) die ganje Welt folgt ihrem kühnen Unternehmern Es ist wie in jenen Tagen, da Dr. Eckener seinen Zeppelin nach Amerika lenkte, und mit den gleichen Empfindungen, die uns Deutsche damals beseelten, als der Niesenleib des Luflkreuzers von Friedrichshafen aufstieg, gedenken wir in diesen Stunden der Piloten und ihrer Maschine.
Sie fliegen nun, jede Stunde bringt sie ihrem Ziele und der Vollendung einer weltgeschichtlichen Tat näher — wir aber können nichts weiter tun, als mit den herzlich ften Segenswünschen ihrer gedenken und warten. Wir wissen: mit uns wartet die Welt, teilnahmsvoll, gespannt, aber auch zum Teil eifersüchtig und neidisch. Mit uns warten die wenigen Freunde und die vielen Feinde, die Nationen, welche uns in Versailles einen Vertrag auf- gezwungen haben, durch den gerade unsere deutsche Luftfahrt schwer geknebelt werden sollte, und die jetzt erleben müssen, daß alle Paragraphen nichts gegen den Aufstiegwillen und die Tüchtigkeit einer Nation vermögen, mit uns wartet Frankreich, dessen Luftwesen nicht über krampfhafte Versuche einer Ozean- Überquerung hinausgekommen ist, mit uns England, das versucht hat, Lewine durch Geld und gute Worte zu veranlassen, einen Engländer zur Rückfahrt zu verpflichten, damit England wenigstens, wenn schon nicht durch eigene Maschinen, so doch wenigstens
uns nicht verübeln können, wenn wir uns dieser Umstände mit einigem Stolz erinnern.
Wir wollen nicht zu früh jubeln, denn noch ist nichts entschieden, immer noch rattern die Junkers- motore über dem Wasser, auf dessen Grunde irgendwo die Leichen von Nungesser und Coli ruhen, der ersten Pioniere, die dieses Unternehmen wagten und daran scheiterten. Unsere Gedanken aber kehren mit den wärmsten Wünschen zu den Männern der „Bremen" zurück. Mag ihr Flug verlaufen, wie er wolle — schon daß er mit deutschen Mitteln und Maschinen von Deutschen gewagt wurde, ist schön! Ein Abschiedswort der Piloten.
Dessau, 14. Aug. Die Piloten der beiden Ozeanflugzeuge übergaben dem Sonderberichterstatter des Wolffbureaus vor dem Start folgendes Ab- fchledswort:
„Wir haben die feste Zuversicht, daß wir es schaffen werden.
Edzard, Risztics, Köhl, Loose."
Die „Bremen" über Irland gesichtet. Berlin, 15. Aug. (WTB. Funkfpruch.) Rach einem Bericht, den die Deutsche Lufthansa heule früh erhalten hat, passierte die „Bremen" um 5.15 Uhr früh Kingstown bei Dublin.
Die „Bremen" hatte gestern abend um 19.13 Uhr in 100 Meter Flughöhe Braunschweig passiert, war 19.38 Uhr über Hannover geflogen und 21.15 Uhr über Norden (Ostfriesland) festgestellt worden. Nach Mitternacht wurde das Flugzeug über der Küste von Südengland gehört, um 1.40 Uhr stand es über Wakefield, nördlich von Manchester. Um 2.45 Uhr früh passierte es bei starkem Regen Fleetwood, 35 Kilometer nördlich von Liverpool.
Die „Europa" umgekehrt.
Hannover, 14. Aug. (WB.) Die Deutsche Lufthansa teilt uns mit: Die „Europa" ist um 23.01 Uhr bei Bremen gelandet. Bei der Landung ist
die Luftfahrt gewissermaßen eine Oase bildet. Vielleicht liegt das daran, daß jeder sie als seine eigene Sache ansieht und sich dementsprechend an ihr freut. Man spürt es in der Art, wie man begrüßt wird, wie Freundlichkeit und Herzlichkeit einem entgegengebracht werden, wenn man in der deutschen Luftfahrt steht. Aber das darf nicht überheblich machen; denn die Freude gilt nicht der Person, sondern der Sache, gilt der Luftfahrt selbst. Diese Gemeinsamkeit durch die Luftfahrt hat sich vielleicht hier bei uns in Dessau am sichtbarsten herausgebildet. Aber sie umfaßt im größeren Nahmen die ganze Nation. Wie die Gegensätze sich auf diese Weise bei uns gemildert haben, so hoffe ich, daß das Unternehmen unserer braven Ozeanflieger ein Scherflein dazu beitragen wird, sie auch über die Grenzen hinaus zu vermindern und die Freundschaft von Volk zu Volk zu vertiefen.
Ltto Merkel,
/ Direktor der Deutschen Lufthansa:
Herzen schlagen höher beim Gedanken an Eure Wikingfahrt, Ihr Führer der „Europa", „Bremen" und „Germania". Wünsche ohne Zahl begleiten Euch. Möge das unerforschte Luftmeer über dem Atlantik Euch so freundlich sein w.e Lindbergh, Chamberlin und Byrd. Selbst dann müßt Ihr einen Kampf überdauern, der Eure äußer st e Kraft beanspruchen wird. Führer, Mafchinen unb Motoren sind geprüft. Aber noch gibt es keine geprüften Pfadfinder durch das rastlose Hin und Her der Luftdrucke über der See. Euer erfolgreicher Flug wird ein weiterer Anreiz für uns sein, die wir einen regelmäßigen und sicheren Transozeanluftverkehr erstreben. Wir grüßen Euch als Verkörperung des Geistes, der immer strebend sich bemüht und dessen Losung heißt: Am Anfang war die Tat!
Geheimrat Stimming,
Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd:
Wohl jedes treuschlagende deutsche Herz ist beim Start der Tleberseeflugzeuge zum großen Flug über den Ozean bewegt. H e i ß e st e Wünsche für das Gelingen begleiten die Männer, die alles für die Erreichung dieses Zieles einzusehen bereit sind. Was in Menschenhand stand, ist zur Vorbereitung geschehen. Möge eine gnädige Hand über dem Unternehmen wallen und auch die Gefahrenmomente ausschalten, die von höheren Gewalten abhängen. Ohne diesen Einsatz find gerade in der Derkehrstechnik Fortschritte nicht zu erzielen. Dank gebührt denen, die selbstlos bereit sind, die Farben ihres Landes in einem Wett bewerb, wie dem des Ozeanflugs, zu vertreten. Schon der Einsatz ist in solchen Fällen ein Erfolg, weil er der Welt den ungebrochenen deutschen Willen beweist. Möge der Erfolg das Werk krönen!
Die Vorbereitungen in Amerika
M i t ch e l s i e l d b. N e u y o r k, 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) Sobald die Nachricht von dem Start der Iunkersstugzeuge bei dem hiesigen Flugplatz ein- getroffen war, hatte der Kommandant des Flugplatzes, Oberstleutnant F o u l o i s eine Besprechung mit dem deutschen Generalkonsul von Lewinski, worauf er mit den Vorbereitungen für den Empfang der Flieger begann. Um die ungeheure Menschenmenge, die sich voraussichtlich einfinden wird, um der Landung bei« xuwohnen, genügend in Schach halten zu können, forderte Oberstleutnant F o u l o i s sofort 500 Mann von den Armeeposten des Neuyorker Gebietes für den Flugplatz an, um die unter feinem Kommando stehenden 500 Mann Fliegertruppen zu verstärken. Die Soldaten werden von einer Abteilung Polizei unterstützt werden, die für die Aufrechterhaltung des Verkehrs in der Umgebung des Flugplatzes sorgen soll. Außer den helleuchtenden roten Scheinwerfern, die eine ständige Einrichtung des großen Flugplatzes bilden, beorderte er acht Scheinwerfer, die zum Abfuchen des Himmels nach Flugzeugen dienen, von dem benachbarten Fo^t. Diese werden nicht nur den Flugplatz selbst bei der Landung der deutschen Flugzeuge erhellen, sondern auch die weitere Umgebung des Platzes in einem Umfang von 10 Quadratmeilen. Foulois hat ein lebhaftes persönliches Interesse an dem Fluge wegen seiner Verbindungen, die er als Militärattache bei der deutschen Botschaft in Berlin von 1921/24 angeknüpst bat.
Die städtische Nundfunkstation in Neuyork bereitet mit der National Broadcasting Company mit einem Netzwerk an etwa 50 Funkstationen eine eigene Nachrichtenübermittlung über den Flug der deutschen Flieger vor. Sie wird sofort nach der Landung zunächst deutsch und dann englisch rundfurcken. Die Marine- Ration Barharbor (Maine) sendet für Deutschland und für die deutschen Flieger fortlaufend Wetterberichte aus.
An dem von dem städtischen Empfangskomitee zu Ehren der deutschen Flieger zu veranstaltenden F e st b a n k e t t im Astorhotel, welches vorläufig für den nächsten Donnerstag belegt worden ist, werden etwa 1000 Personen teilnehmen. Cs werden alle amerikanischen Ozearrflieger eingeladen werden. Desgleichen wird die deutsche Fliegerin Thea Nasche zugegen sein. Die Flieger werden von Vertretern der Stadt und der Dun*
Metzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
Drucf und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Buch- und Steindruckerei H. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulfttahe 7.
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Die Iunkersflieger nach Amerika gestartet
Europa notgelandet, Bremen fliegt weiter.
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