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Das Studium der Druckabweichungen
Versammlung. — Palast-Lichtspiele: „Die Mila hn Tiergarten". — Astvria-Lichtspiele: „Die Abenteuer als Miss allo Dill".
sollten die kostenlose Beratung des Gas werks in Anspruch nehmenl — Sie würden dann sehen, wie leicht ihnen ihre Mühen abgenommen werden
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Berliner Börse.
Berlin, 15. Juli. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Frühverkeh r ist das Geschäft sehr- ruhig, die Lendens aber besonders gegen die sehr matte Frankfurter Abendbörse etwas erholt, vor allem Schiffahrtsaktien aus neue Freigabehosfnungen. Farben taxiert^man auf 308.
Autounglück bei Wiesbaden.
WSR. Wiesbaden, 14. Juli. 3n den gestrigen Abendstunden ereignete sich auf der Landstraße zwischen Grbenheim und Hattersheim am sogenannten Wandersmann wiederum ein schweres Autounglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein aus dem Taunus gekommenes Auto der Elektrizitätsgesellschaft C. Buchner rn Wiesbaden geriet aus bisher noch unbekannter Ursache plötzlich ins Schleudern und überschlug sich. Die beiden Insassen, der Techniker Bremser, Dater von vier Kindern, und ein Dr. D u h m e aus Wiesbaden, wurden herausgeschleudert und so schwer verletzt, daß der Tod fast auf der Stelle eintrat. Der Wagenlenker wurde leicht verletzt. Der Wagen wurde völlig zertrümmert und muhte abgeschleppt werden.
eine Meihe bevorstehender heiterer Wochen er* fcofft Gerade die Doraussage von Niederschlägen unterliegt besondever Unsicherheit, namentlich für ein größeres Gebiet; wissen wir doch, daß manchmal über eine Gegend heftige Regenfälle nieder- gehen, während in der nächsten Nachbarschaft fein Tropfen Regen fällt. Eine Wettervoraussage auf lange Sicht ist vorerst noch immer unmöglich, wohl aber ist es (nach Untersuchungen von Prof. Gevvgii) möglich, den Sem* peraturcharafter einer Jahves zeit auf mehrere Monate im voraus anzugeben, da z. B. die Wintertemperatur Westeuropas mit der Stärke des Monsunregens in Indien in einem Zusammenhang steht, während wiederum für die Gestaltung der Sommertemperatur in Westeuropa die Luftdruckverhältnisse in Argentinien während der vorausgegangenen Monate Dezember unZ> Februar von Einfluß sind. Einem höheren Luftdruck in Argentinien während der an- gebenen Monate entspricht ein wärmerer Sommer in Mitteleuropa.
Mr der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 15. Juli 1927.
Sommerliche Tage.
Don Dr. Paul M. Holz.
Der bisherige Verlauf des diesjährigen Sommers hat denen recht gegeben, die schon vor Monaten als fein besonderes Kennzeichen .Viel Regen" nannten. Der Juni war überaus «ich an Niederschlägen und, abgesehen von einigen warmen Tagen, äußerst kühl. Der Juli brachte zwar eine stärkere Erwärmung, aber er war unbeständig, sehr zum Leidwesen derer, die bereits in der Sommerfrische sind oder vor der Serienreife stehen. Wir haben vereinzelt heiße Tage gehabt^aber eine eigentliche Hitzeperiode haben wir in diesem Jahr noch nicht erlebt. Auch vor zwei Jahren (1925) trat die große Hitze erst in der zweiten Iulihälfte em (am 21. Juli) und brachte in verschiedenen Gegenden Deutschlands Temperaturen von 30 bis 35 Grad Celsius im Schatten. Solche hohen Temperaturen gehören freilich zu den Seltenheiten und die Aufzeichnungen aus den letzten 50 Iah- r:n zeigen, daß ähnlich hohe Temperaturen (nämlich 35 Grad) nur in sechs Jahren gemessen wurden, und zwar 1881, 1892, 1893, 1894, 1911 und 1921. In Berlin wurden sogar schon einmal (am 20. Juli 1865 in den Mittagsstunden) 37 Grad festgestelft, eine Rekordtemperatur, die seitdem in der Reichs Hauptstadt nicht wieder erreicht worden ist. Auch die Jahre 1918, 1919, 1922 und 1923 brachten sommerliche Temperaturen, die an 35 Grad nahe her ankamen. Es ist vielleicht nicht uninteressant, wenn hierbei erwähnt wird, daß an solchen heißen Tagen in Berlin der Verbrauch an Wasser auf 500 000 Kubikmeter steigt, während er bei normaler Sommertemperatur nur etwa 300 000 Kubikmeter täglich beträgt.
Die Anfragen an die Wetterwarten, die von den verschiedensten Seiten gerade während der Reisezeit gestellt werden, wollen in der Regel nur eine Antwort darauf, ob es regnen wird oder nicht. Der Landwirt, der sehr häufig auf Regen wartet, verspricht sich von der Antwort etwas anderes als der Serienreifenbe, der von der Wetterwarte die Nachricht über
Lu.iozean der Erde und ihre Auswirkungen ist cir? besonders interessante Aufgabe, cm der die r, eteorokogische Wissenschaft seit Jahren ar- E itet. Es besteht also die Möglichkeit, daß eS einmal gelingen wird, auf längere Zeit berech- rete Wettervorhersagen zu machen. Aus diesen Prognosen wird dann jeder seinen Vorteil ziehen, Landmann, dir Volkswirtschaft und nicht zu.etzt der Ferienveisende.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag: Verein Rudersport: 9 Uhr. Bootshaus, Monats-
•• Pers onalie. In den Ruhestand tritt am 1. August d. I. auf Grund des Gesetzes über die Erreichung der Altersgrenze der Oberrechnungsrat bei der Hessischen Hauptstaatskasse Heinrich K o ch in Darmstadt.
L. U. Don der Landesuniversität. Am Sonntag, 17. Juli, vormittags 11.15 Uhr, findet in der Reuen Aula ein Univerfi- täts-Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Die Predigt wird Professor D. Dr. Hans S chmi dt halten.
•* Schulferien! Heute beginnen die großen Sommerferien. Morgen ist der erste Ferientag. Für vier Wochen winkt dem Schulvölkchen die goldene Freiheit. Di er lange Wochen köstlicher Ungebundenheit, die ganz der körperlichen Erholung und geistigen Auffrischung gewidmet sein sollen. Rehmen wir es als ein gutes Dorzeichen für die kommende Ferienzeit, daß heute morgen der Himmel blau ist, und die Sonne freundlich und warm auf uns herunterlacht! Möge das so bleiben, wir haben es alle nach den bisher wenig schönen Tagen des heurigen Sommers redlich verdient. Wir wünschen allen, für die heute die schönste Zeit des Jahres beginnt, eine recht gute Erholung und hoffen, in vier Wochen recht viele von ihnen mit sonnengebräunten Gesichtern ind blanken Augen Heimkehr en zu sehen.
" Die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Iugendherbergenverban- des hielt am Mittwoch abend im Singsaal der Oberrealschule ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Rach Eröffnung und kurzer Begrüßung durch den Dorsitzenden, Beigeordneten Dr. Frey, erstattete der Geschäftsführer der Ortsgruppe, Dr. Flörke, den Jahresbericht, aus dem zu entnehmen war, daß die Zahl der Mitglieder 186 und 32 körperschaftliche (im Dorjahr 205 und 26) beträgt. Die Zahl der Uebernachtungen betrug im letzten Geschäftsjahr in der Jugendherberge Gießen 1303 (im Dorjahr 972), in der Jugendherberge auf dem Hoherodskopf 1029 (im Dorjahr 930). An Zuschüssen wurden der Ortsgruppe von der Stadt Gießen 400 Mk., von der Provinz Oberhessen 200 Ml. und von dem hessischen Staat 1500 Mk. gewährt. Die Kasse wies am Schlüsse des Rechnungsjahres einen Barbestand von 902.78 Mk. auf, der aber inzwischen für Arbeiten in der Jugenoherberge Hoherodskopf Verwendung fand. Für das laufende Jahr ist die Zuführung von elektrischem Licht in diese Herberge geplant. Der seitherige engere Vorstand wurde durch die Reuwahl von Lehrerin Fräulein Hotz ergänzt. Der erweiterte Vorstand, der je"t 12 Personen umfaßt, wurde durch Reuwahl einer Dame und eines Herrn vergrößert. Rach der Prüfung der Rechnung hielt Dr. Flörke einen Lichtbildervortrag über die oberhessischen Jugendherbergen. Die gezeigten Lichtbilder, die von dem Redner selbst a.i Ort und Stelle ausgenommen worden sind, zeigten Lichtbilder der Herbergen vom Hoherodskopf, von Gießen, Gedern, Schlitz, Alsfeld, Butzbach und Büdingen. Der Vorsitzende sprach unter dem Beifall dec Zuhörer dem Vortragenden herzlichen Dank aus und wünschte der guten Sache im Interesse unserer Jugend ein weiteres Blühen und Gedeihen.
WSR. Monats- und Zeitkarten werden billiger. Ab 1. September 1927 werden, wie die Deutsche Reichseisenbahngesellschaft mitteilt, ergänzende Bestimmungen über die von der Reichsbahn im Personenverkehr verkauften Monatskarten für mehrere Wege in Kraft treten. Die Reichsbahn berechnet diese Zeitkarten für mehrere Wahlwege bekanntlich nicht einfach nach dem längsten Wege, sondern erhebt außerdem einen Zuschlag. Dom 1. Sep-
8chn«id«r, M» BertHbtgtmg führt Nechtsanwaii Dr. Meuser. /
•• Fundsachen. DaS Hessische Polizeiami teilt mit: Wir machen darauf aufmerksam, daß im vergangenen Jahre und auch dieses Jahr eine große Anzahl von Brillen, Portemonnaies, Stöcken, Schirmen, Handtaschen, Handletterwagen und sonstigen Gegenständen als gefunden abgeliefert, aber nicht ab geholt worden ist. Die Interessenten werden daher gebeten, zwecks Abholung der Gegenstände auf dem Fundbureau, Weidengasse 5, Zimmer 3 vorzusprechen.
•* Zur Richtigstellung. Der Rame des um das Fest des Alicefrauendereins in der Volkshalle sehr verdienten Kunstgewerblers ist in unserem Bericht vom 13. Juli durch einen Druckfehler unrichtig wiedergegeben; es handelt sich um Herrn H. Küchel (nicht Kückel), einen Sohn unserer Stadt.
Erst hier tarn Krag auf den Gedanken, daß der Gelehrte jemand auf einer der ZiegHeien besuchen wollte.
War d'Albert nun der Anführer der Bande, was lag bann näher als die Vermutung, daß er nach dem Coup der Polizei einige seiner Anhänger in der Ziegelei versteckt hatte! Hier trieb er sich des Nachts ja soviel Gesindel herum, Müßiggänger von allen Sorten, Männer und Frauen der oerschie- densten Altersstufen, Leute ohne Obdach, die sich für die Nacht auf den großen Ziegelöfen wärmten. In dieser Hefe konnten ein paar Menschen leicht ver- schwingen. _
Krag ließ fein Auto an der Ecke halten. Zusammen mit Jens stieg er aus und näherte sich den glühenden Augen des anderen Waaens. Dieser blieb stehen, vom Dunkel umhüllt. Als Krag mit seinem Begleiter daran vorbeikam, hörte er, wie jetnanb, der neben dem Automobil stand, fluchte und schimpfte. Am Ton konnte er erkennen, daß es eine echte Christianiaer Stimme war. Krag ging an den Wagen heran. Der Chauffeur stand neben der offenen Tür und wetterte und schalt.
„Was ist denn los?" fragte der Detektiv.
„Er is wie weggeblasen, der Halunke!" schrie der Chauffeur. „Da hab' ich ihn wieder hierher bis ans Ende der Welt gefahren, und nu is er durchgebrannt. Ich hab' ihn ja schon mal gefahren, aber da is er mir doch nich ausgekniffen."
„Haben Sie eine Laterne?"
Der Chauffeur hatte keine.
Da leuchtete Krag mit seiner eigenen Taschenlaterne in das Auto hinein. Der helle Schein beleuchtete jeden Winkel.
Auf dem Sitz lag der große Mantel des Gelehrten. Darauf lagen zwei Zchnkronenscheine.
Begierig griff der Chauffeur nach dem Mantel und dem Gelbe. Er war auf einmal vollkommen befriedigt.
„Er ist doch ein Gentleman", sagte er. „Wie gesagt,, ich habe ihn schon mal gefahren. Ich weiß, wie er’s yaoen will. Ich soll gewiß den Mantel ins Hotel zurückbringen."
„Wie oft haben Sie ihn schon gefahren?"
,/Einmal, öfter nicht."
Der Chauffeur schloß die Tür und traf Anstalten, roieber ab zu fahren
(Fortsetzung folgt)
In strahlendster Laune entstieg Jens seiner Kellnertracht und schlüpfte in einen Kittel, den Krag ihm verschafft hatte. Als die beiden Männer zusam- menftanben und ihr Aussehen oorm Spiegel musterten, konnten sie leicht für einen Arbeiter mit seinem Sohne gelten.
Jens umschlich die Tür des gelehrten Herrn d'Albert. Von Zeit zu Zeit überbrachte er Meldungen an Krag. Der Gelehrte rumorte in seinem Zimmer mit Koffern und Stiefeln. Offenbar war er im Begriff, sich umzukleiden.
Zwei Minuten vor zwölf hielt Herrn d AlArts geschlossenes Automobil vor dcm Hotel. Auch Krag hatte telephonisch ein Auwmobil bestellt, das auf der anderen Seite der Sttaße zwischen den dort stationierten Droschken warten joUte.
Punkt zwölf Uhr verließen Krag und sein Gehilfe durch eine Hintertür das Hotel und nahmen im Automobil Platz. Durch das Wagenfenster konnten sie schnell feststellen, wenn der Gelehrte sein Auto bestieg. Kaum waren fünf Minuten vergangen, als der Portier einen Herrn herausließ, der mit einem langen Mantel und einer Reisemütze bekleidet war. Er war es. Der Chauffeur hatte offenbar schon seine Befehle, denn er fuhr ohne weiteres davon. Krag gab seinem eigenen Chauffeur die notwendigen Anweisungen, und dieser folgte d'Alberts Wagen in ziemlich weitem Abstand, da Krag fürchtete, von dem Gelehrten bemerkt zu werden. Aber es war jetzt so wenig Verkehr auf den Straßen, daß es Krags Chauffeur dennoch nicht schwer fiel, zu folgen. Fünf Sekunden später als der erste Wagen bog der zweite um die Ecke.
Krag hatte erwartet, daß d'Albert in seiner merkwürdigen Verkleidung nicht durch die beste Gegend der Stadt, sondern zum Hafen hinunterfahren werde. Aber d'Albert tat keines von beiden.
Er fuhr durch den dichtesten Stadtteil nach Osten hin. Hier in den östlichen Grenzbezirken herrschte vollkommene Stille und Finsternis. Die kleinen Holzhäuser und die drohenden großen Mietskasernen lagen mit erloschenen Augen ba. Jtein Laut war zu hören außer dem Schurren der Automobilreifen auf dem steinigen Weg; und kein Menich war zu sehen. „ .
Schließlich hielt das Auw am Ende einer Straße, die auf die großen Ziegeleigrundstücke mündete. _____
tember b. I. ab wird dieser Zuschlag. ofrne Rücksicht auf die Zahl der Wahlwege, allgemein auf 10 Proz. des Unterschieds zwischen dem längsten Weg und der Gesamtlänge aller Wege festgesetzt; jedoch darf der Zuschlag 20 Proz. der Grundentfernung, d. h. des längsten Weges, nicht überschreiten. Gleichzeitig werden die Preise auf Gnffernungen von 51 bis 94 Kilometer staffelförmig um 0,5 v.H. je Kilometer gesenkt. Außer den Monatskarten mit Wahlwegen werden auch die übrigen Zeitkarten, wie z. B. Schülermonatskarten, Arbrilerwochenkarten usw. entsprechend herabgesetzt werden. Die Reichsbahn hofft, durch die jetzige Ermäßigung den auf Kleinbahnen und Kraftwagen abgewanderten Reiseverkehr, namentlich den Berufsverkehr, zurückzugewinnen und weitere Abwanderung zu verhüten.
** Dom Ertrinken gerettet Beim Baden in der freien Lcchn geriet dieser Tage eine Frau auf eine abschüssige Stelle, wo zuvor ausgebaggert worden war, und verschwand plötzlich in den Fluten. Durch Hilferufe aufmerksam gemacht, kam der Student Willy Lieb au von Gießen ihr zu Hilfe und rettete sie mit eigener Lebensgefahr vor dem ©rtrinfen. Liebau hat bereits drei Menschen das Leben gerettet.
* Der Bauersche Gesangverein Gießen ist, wie uns mitgeteilt wird, von der Kurverwaltung in Bad-Rauheim eingeladen worden, mit dem Kurorchester zwei Konzerte zu veranstalten. Die Konzerte finden am Sonntag, 17. Juli, nachmittags 4 Llhr und abends 8 llhr mit jeweils vollständig neuem Programm statt. Der Besuch der Konzerte kann empfohlen werden.
' Gemeindefeier der Markusge- m ein de. Am nächsten Sonntagnachmittag wird die Markusgemeinde wieder mit der Kinderkirche zusammen ihre Gemeindefeier auf der Hardt halten. Wie in früheren Jahren ist auch diesmal ein reiches Programm vorgesehen: Ansprachen unb musikalische Darbietungen, Reigen und sonstige Spiele, auch Wettspiele. Jedermann ist herzlich eingeladen. (Siehe heutige Anzeige!)
" Landwirtschaftliche Landesausstellung Darmstadt 1 9 2 7. Die Dorbereitungen für die große landwirtschaftliche Landesausstellung schreiten rüstig fort. Die Anmeldungen gehen erfreulicherweise sehr gut ein. Es ist mit einer hervorragenden Ausstellung aus dem Gesamtgebiet der Landwirtschaft und allen Industrie- und Gewerbezweigen, die mit ihr in Verbindung stehen, zu rechnen. Don besonderem Umfange wird die Tierausstellung werden. Es werden zur Ausstellung gelangen zirka 450 Stück Rindvieh, 200 Pferde, 250 Schweine, 350 Ziegen, außerdem Schafe. Auch wird das Geflügel, Dienen und Kaninchen in umfangreicher Zahl von Einzelnummern vertreten fein.
** Zum Marburger Universitäts- jubiläum. In letzter Zeit konnte man in der Presse wiederholt lesen, daß die Unterbringung der Gäste beim Marburger Unioersitatsjubiläum (29. Juli bis 1. August) Schwierigkeiten bereitet. Demgegenüber sei festgestellt, daß noch reichlich Zimmer zu mäßigen Preisen durch den Marburger Verkehrsverein zu haben sind. (Dergleiche morgige Anzeige.)
•• D i e Jahresversammlung des Vereins gegen den Al ko Holismus wird voraussichtlich im September in Dresden stattfinden. Den Gegenstand der Hauptversamm- lung wird die Frau in ihren Beziehungen zur Alkoholfrage und alkoholgegnerischen Arbeit bilden unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Alkoholfrage auf dem Lande. Mit der Tagung wird wieder eine Trinkerfürsorgekonferenz und die Jahresversammlung des Trinkerheilstätten- vereins verbunden sein.
** Oberhessisches Schwurgericht. Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen wirb am Montag nächster Woche unter bem Vorsitz des Land- gerichtsrats Hirsch eine Sitzung abhalten. Astge- klagt ist Andreas Reul von Lauterbach wegen Meineids. Die Anklage vertritt Staatsanwalt
Rundfunk-Programm.
Samstag, 16.3ulL
15.30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. - 16.30 bis 17.45 Uhr: Wunschnachmittag. — 17.4 bis 18.05 Uhr: Die Lesestunde. — 18.15 bi. 18.45 Uhr: Der Briefkasten. — 18.45 bis 19.1 Uhr: Kraftfahrzeugwesen und Kraftfahrzeugbc steuerung, Vortrag von Dr. Köbner. — 19.13 bis 19.45 Uhr: Junge Arbeiterdichtung, Vorttv? von Alsred Auerbach. — 19.45 bis 20.15 Uhr: Stilwandlungen in der Mimik der Bühne, Vortrag von Alfted Auerbach. — 20.15 bis 21.15 Uhr: Klavierkonzert Michael Zadora. — 21.15 bis 22.15 Uhr: Das sorbisch-wendische Lied. — Anschließend Tanzprograorm.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Gemeinden.
3fr. Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). SamStag,den 16. Juli 1927. Vorabd. 7.45, morg. 8.30, Predigt, abds. 8.45 u. 9.25. Gottesdienst der tsr. Religionsgesellschast.
Sabbatfeier, den 16. Juli 1927. Freitag abend 7.45, Samstag Dorrn. 8.00, nachm. 4.30, Sabbatausgang 9.25. Wochengottesdienst: morgens 6.15, abds. 7.15.
Ergraut Ihr Haar frühzeitig ? Dann tun Sie gut, es hygienisch zu behandeln, d. h. es öfters mit einer Lösung von 10 Gramm Lavareu- salz tn 250 Gramm Wasser zu waschen. Die durch diese Behandlung erzielten Erfolge werden Ste sehr zufrtedenstellen. 6522A
Roman von Sven Elve st ad.
Copyright bei Georg Müller, München.
31 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Er hatte in bas Hotel einen von seinen Leuten als Kellner eingeschmuggelt, seinen alten Diener Jens, der jetzt als jüngster Eleve in der Krvminialabteilrmg tätig war. Dieser Mann, der ihm treu ergeben war, erstattete ihm fast stündlich Bericht darüber, was ber Franzose unternahm. Und da Jens von früher wußte, baß fein Herr felbft auf die unbedeutendsten Mitteilungen Wert leate, jo erfuhr Krag, wann Herr d'Albert zu frühstücken geruhte, wann er sein Mittagsschläfchen hielt, wann er ausging, wie er gekleidet war, ob er einen Wagen benutzte ober zu Fuß ging und so weiter und so weiter.
Man versteht, bah Asbjörn Krag bei alledem Grund zur Ungeduld hatte. Eine Stunde verging nach ber anderen, die Tage verstrichen, und noch immer ereignete fick nichts. Seine lUeube roar daher außerordentlich, als ihm Jens ttckttch an jenem Samstag die Mitteilung überbrachte, baß aus einem sehr untergeordneten Kaushause m der Großen Sttaße ein ansehnliches Paket an Hern d'Albert angekommen sei.
Es ist notwendig, zu bemerken, daß Herr d'Albert während der ganzen Zeit im Hotel tfran= Misch gesprochen hatte und sich auch nicht barem sand, in einer anderen Sprache angeredet zu LT-.ben.
Nach allem zu urteilen, mußte d'Albert seine Einkäufe in dem erwähnten Geschäft selbst gemacht h-ben. Krag schickte Jens aus, um Näheres zu er- j.ihren. Jens kam nach einer halben Stunde atemlos zurück. Zunächst hatte er gefragt, ob die Sachen an den französischen Herrn hn Viktoria-Hotel abgesandt seien. Als Jens von dem „ftanzösifchen Herrn sprach, schien der Geschäftsinhaber ared)t erstaunt. Aber er gab zu, daß verschiedene Waren an einen Herrn Albert ins Viktoria-Hotel aeschickt worden seien. Wer diese Waren gekauft habe, fragte Jens. Nun beschrieb der Kaufmann Herrn d'Albert so genau, baß kein Zweifel darüber herrschen konnte, daß er selbst die Sachen gekauft hatte.
Aber d'Albert hatte bei dieser Gelegenheit nicht I Französisch gesprochen, sondern Norwegisch, obendrein reinen, unverfälschten Christianiaer Dialekt. Der Geschäftsführer war keinen Augenblick im Zweifel darüber gewesen, bah ber Herr Norweger sei. ... .
Das war eine wertvolle Mitteilung für Krag.
Jetzt konnte er auf ber Aktivaseite buchen:
Herr d'Albert, ber sich bisher für einen Franzosen ausgegeben hatte und nichts von einer anderen Sprache hatte wissen wollen, sprach ausgezeichnet Norwegisch mit ausgeprägtem Christianiaer Dialekt.
Noch verblüffender aber war die Mitteilung des Jens, was für Sachen Herr d'Albert in dem recht primitiven Geschäft gekauft hatte.
Jens hatte alles aufgeschrieben, und die e Liste sah so aus: ein Paar große ©eemannsftiefel, ein Paar weiße Wollstrümpse, ein Paar blaue Leinenhosen, eine isländische Wolljacke, die im Fenster gelegen hatte und die daher schmutzig war (halber Preis), ein schottisches Halstuch, eine brauntarierte Mütze. , ..,
Als»Asbjörn Krag bisse Mütze >ah, war er sich sofort klar darüber, daß Herr d'Albert eine Verkleidung bebabfichtige. Wahrscheinlich wollte er zu den Schiffsanlegeplätzen. Waren ihm die Augen dafür aufgegangen, daß er ausspioniert worden war, und wollte er versuchen, als Seemann verkleidet, an Bord eines Schiffe? zu entkommen?
Den Polizeibeamten erschien dies letztere wenig wahrscheinlich. Vieles sprach dafür, daß andere Dinge im Gange waren.
Es war jetzt zehn Uhr fünfzehn Minuten abends, und Herr d'Albert war noch nicht nach Haufe gekommen. Aber der stets diensteifrige und allgegenwärtige Jens hatte in der Portierloge gehört, der Herr habe Anweisung gegeben, daß um ^mkt zwölf Uhr ein geschlossenes Automobil norm Hotel hatten solle.
Es war ein nebliger, regnenscher und sehr dunkler Abend. m e, ..
Asbjörn Krag legte eine Verkleidung an, die mit derjenige übereinstimmte, in der Herr d'Albert offenbar am heutigen 21benb erscheinen wollte. Krag hatte stets einen Handkoffer bei sich, der verschiedene Kleidungsstücke enthielt, so daß er jederzeit sein Aeußeres schnell verändern konnte.


