Aus der Welt des Films.
Den Hur
Gießener Lichtspielhaus
Die OKonumcniafität dieses Werler, feine amerikanischen Ausmaße werden am besten durch ein paar Zahlen erläutert: es wirkten mit: 150 000 Men'chen, zwei Drittel von ihnen allein beim Wagenrcnnen in Antiochia, das schon un. Urbild des Films, dem berühmten 'S Oman von Lewis dBa L ia c c , in leuchtenden Farben auS.- führlich geschildert wird. Die Herstellung kostete 4 Millionen Dollar. 4 Kilometer mifot der ser» tige Streifen. Aus 22000 Kilo Mcssmg und Eisenblech wurden cOOO Vömerrüstungsn gehänv- mert. 100 Kriegsschiffe fchlugen die .oeeschlacht. 12 Wagenlenker, 48 Pferde: ein neuer Traber- rekord über eine Drittä englische Meile. 3T-': Sekunden
Dem (Sanken, von Liblo mit einer rr- staunlichen Grohzügigksit und Energie inszeniert, liegt ein glücklicher Gedanke zugrunde. Die filmung des sehr umküuglich-en Vo>rnrns stelll zugleich eine Vereinfachung, Verdeutlichung-Und Konzentration des großen, tveltgeschichllichen Stosses dar. Die großen Linien der Zusammenhänge bleiben gewahrt oder werden doch angsdeulet. und der Phantasie des Ro».nanlekers kommen Bilder von außerordentlicher Lebendigkeit und Welträmnigkeft zu Hilfe, Szenen von eindringlicher Schönheit und vielfach verblüffender Wirl- lichkeitsnähc. Unb wenn der Film die Zuschauer wieder zu Lesern macht, von der flimmernden Leinwand zum Buch führt, oder zucück^ührt, dann hat er caisgezeichnet getoirü. «Dies gilt für jeden historischen Film, müßte zu seinen schönsten Ausgaben zahlen).
Die Handlung ist belannt, oder folTie be» toimt sein: jedenfalls ist eö nutzt möglich, und ist hier auch nicht der Vaum, darauf einzugehen. Von Lew's Wallace kann nicht gesprochen werben; von der Handlung des Films nur ein paar Worte. Anfang und Ende der Ehristusgeschichte geben öen zeitlichen Vahmeii, in dem das ahcntcucr- liche Leben des Juda Den Hur sich vollzieht' der Stern von Bethlehem und die Kreuze von * Golgatha sind die symbolistze^ Wegzeichen fein*-3 Daseins und deuten zugleich auf die innere Entwicklung tm Vornan. der die Anfänge des Christentums, Öen Anbruch einer neuen Zeit zu schildern unternimmt.
Man sieht Jerusalem, die hochgedaute 3labt; den Einzug der rönrischen Legionen, die Ge- saugennahme Den Hurs. bei eines Anschlags auf das Leben des Piviarators Gratus fälschlich beschuldigt wird. Man erlebt den furchtbaren Leidensweg des Gesungenen durch die Wüste, feine erste Begegnung mit dem Zimmermanns- sohn, das dumpfe Elend der Galeerens^avm: die erbitterte Wucht eines klassischen Flottenkampfes. Hur rettet den Admiral, der ihn. als Sohn und Erben annimmt Sn die Heimat zurückaekehrl, trifft der Erbe auf seinen alten Feind, den ■Römer Messala. der ihn auf die Galeere brachte und seine Mutter und Schwester in den Kerker. Sn jenem berühmten Wagenrennen in Antiochia erringt Suda Den Hur den Sieg and nimmt Rache an Messala. Er gewinnt die Draut. findet Mutter und Schwester wieder, die die Hand des Erlösers von furchtbarer Krankheit heilt.. .
Dies sind nur Umrisse. Entschiedene Höhepunkte bedeuten die Seeschlacht unö das Wag^nrennen. die technische Meisterwerke sind und uom Regisseur, wie alle Massenszenen, ooffenbet bewältigt wurden. Die schwachen Stellen des Films begründen sich im Hmeinspielen der Heilandsgeschichte in die Yand Jung; cs ist zuzugeben, daß die Regie in den ersten
• Märtyrer der Liebe.
Roman von I. Scknetder-Förstl.
(Nachdruck verboten.)
Es fehlte an allen Ecken und Enden! Nirgends reichte es; nicht hinten und nicht vorne! Es war cm Kreuz und sein Herrgott dran, der mühte sonst Rat'
Friedrich, der alle Diener des Baron Merten, seufzte ein paarmal hörbar auf. Tief! Aus innerstem Herzen! Wenn das die (9iiäbifle noch mit anieben müßte! Gottlob, daß sie so tief unten lag! Auch das Sterben hatte bin und wieder sein Gutes, man wichte nicht, was man allein artsfam! Kein roter Heller im ganzen 5)aus. Gestern nicht, heute nicht, und morgen noch viel weniger. Die Kühe im Guts hof standen auf b(antem Boden, die Streu, mit weither man ein ganzes Regiment Dragoner hätte ztidecken tonnen, mar schon verkauft, ehe sie noch von den Bäumen fiel. Die Bäume gehörten ohnedies sann und sonders den: Hüttenlvniq auf Regen bach, man l)utte weiter nichts davon, als dos bißchen Schatten im Sommer und den Jjaufeii Laub im Herbst, ilßenig genug! Die Pferde! Wer das noch Pferde nannte, alte Klepper, Schindmähren, wäre kein Jammer, wenn sie krepierten! Aber man brauchte sie. Die Milch war jeden Tag in die Stad: zu bringen. Dafür bekam man Geld. Jawohl! Aber das war nicht einmal jo viel, tnn dem Hünenkimm diesem Nenkell, den Fing zu bezahlen.
Friedrich nahm einige noch vorhandene Tafel lütbcr aiw dem Schrank und hielt sie gegen das Licht. Der Tausend! Jedes seine Flicke! Richt eins, das noch ganz war. Da konnte man wieder maiiöv ricrcn, wie mnn's am besten zu liegen brachte, daß man die Stellen, in welche die Daroncsse die Fleck gesetzt hatte, nicht allzusehr {ah.
Die Baronesse, die batte doch wenigstens ihren Doktor. Dieser Dottor !H<id)mann war der einzige Lichtblick in der ganzen Misere. Freilich, verstehen tat so ein Dok.or von der Landwirtschaft so viel, wie ein Nilpferd vom Tanzen. Der schnitt anderen Leu ten die Bäuche auf und klebte ihnen ein Pflaster auf die Rase, wenn sie sich gekeilt hatten, oder er verschrieb ein harmloftzs Pülverchen, wenn eine verrückte Gnädioe Migräne hatte. Aber sonst! — Herr ■Mn":." ■ -TOB-v. - „■ r-.ecj^T.'VkTrs
Teilen mir allem gebotenen Takr zu Werke gegangen ist; auch die Verwendung des Vorbildes alter Meister (Lianarbos „'Abendmahl") ist durchaus zu toben. Die G e.st a l r bleibt unsichtbar; sie kann nur in den andern gespiegelt werden. (Hab einige so geschaffene Bilder sind uns in bester Erinnerung.) Mer die eigentliche Passtonsgeichichte, Leidensnreg unb Kreuztragung, stellen Versuche dar, die man lieber vermieden gesehen batte. (Die Großaufnahme der Fußspur ist eine geschmacklichr Entgleisung. i Klarer Gewinn dieses Films sind dagegen eine Reihe prachtvoller Farbenphvtographien.
Bon Den Solodarstellern.- in der Hauptrolle Roman 9t o d a r r o , der etar der Metro-Goldwyn- Mayer, von dem man märchenhafte Anekdoten erzählt; eine sehr gut gewachsene Figur, ein fein geschnittener stopf, her Rasse verrät: em Mensch, der körperlich und geistig seiner schweren Rotte gewachsen ifL Sonst Bushmans Messala. May Mr' A v o y , ein ausgesprochen amerikanischer Filmtyp, als Escher. Betty B r v n s o n , eine lehr liebliche Madonna. Frank (Kurier, der römische Admiral. Cbrmel Myers, Messalas Geliebte. Und mancher andere. —r—
Die Kunft des Zilmtuffes.
„Sage mir, wie ein Filmschauspieler küßt, unb ich werde Dir sagen, was er wert ist." Dieses Wort ist eine der Weisheiten, die man in dem Silmborabo der Welt, in Hollywood, erkannt hat unb nach dem man Dort auch handelt. Der Kuß spielt ja bekanntlich im Film eine so wichtige Volle, daß es sich schon lohnt, sich mit seiner Technik eingehend zu beschäftigen. Der Filmstar lu'-ft nicht zu seinem Vergnügen, sondern küssen ist sein Dem:, unb eS muh daher diese sonst mehr natürlichen SrJlinhcn überlassene Hcurdlung mit höchster Vollendung ausgeführt ux-rden Aber ein Kuß lasst sich selbst bei dem smartesten amerikanischen Fftntpaar nicht auf rein geschäftlicher 'Basis geben, sondern es mischt sich eine unsachliche Stimmung hinein, unb man ist geneigt, auch beim Filimtch etwas Telnperament und Äeigung zu verlangen. Die Künstler des Fismftlstes werben geboren unb nicht erzogen, so wie es bei jeder echten Kunst der Fall ist; freilich genügt auch die beste Anlage nicht, sondern es ist ein langes ..Training" für die tadellose Verabreichung einer solchen Süßigkeit im Film notwendig. 3n einer amerikanischen FilmZeitschrifl machen verschiedene Filmdiven interessante Detenntnissr über ihre Kutzeriahrun- gern So behauvtet z.B. dic versührerische £armcf Myers, bah ihr Partner stets von ehrerbietiger Zurückhaltung und zarter 3ärtlid>feit beim Kuß sei, wenn sie eine blonde Perücke trägt. Wenn sie aber in ihrem natürlichen dunklen Haar spielt, dann sind die Küsse sehr Vie! feuriger und leidenschaftlicher Sie hat bereits von allen hervor- ragenben Liebhabern der amerikanischen Filmkunst den Lohn der Liebe auf Dic schwellenden Lippen empfangen, aber wlbst so stürmische Herzensbrecher, wie Dämon Vavarro und Lew Cody. verwandelten sich vor ihrer blonden Perücke in schüchterne Anbeter Don großer Wichtigkeit ift bei den Zilmlüsfen - so betraten uns die beteiligten Damen ob der Held im Privatleben verheiratet ist oder nicht. ^Verheiratete Männer sind im Film zurückhaltende Küsser". erklärt Paulina Starke. ,Sie legen nicht Herz und Seele in den Kuß. Der Sunggeselle tarni sich frei seinen Gefühlen hingeben, wenn der Hchepunkt der Kußszene herannaht; der Ehemann dagegen hat irgendwie dcps dunkle Gefühl, daß er seiner Frau untreu wird, wenn er die Hel-
Jesus! Die studierten Leute waren alle über einen Leisten geschlagen. Die kochten die Milch ab, ließen den Rahm überlaufen und aßen das Magere. '21 her es war doch gut, daß die Baronesse ihren Doktor hatte. Wenn sie dem seine Frau war, branchte sie wenigstens nicht über jeden Pfennig das Kreuz zu machen und konnte sich mittags und abends satt essen, ohne bei Metzger und Backer schuldig zu bleiben.
Bor der Ausfahrt ratterte ein Kraftwagen.
„Siehst du wohl, so gehl'»! Man soll den Teufel nicht an die Wand malen'" Friedrich schlüpfte eckig in feine Bedientenjvppe und haftete die Treppe hinab.
Ein Mann von tadellosem Wuchs, blau dis Äugen, blond das Haar, das scharfgeschnittene Gesicht tici- gebräunt und bartlos, kam ihm von unten entgegen.
„Tag, Friedrich! — Kann ich meine Braut für ein paar Minuten sprechen? — Ja?"
„Jawohl, Herr Doktor, die Baronesse ist hinten im Gemüsegarten, ich werde .
Und rurg war er!
Friedrich sah ihn, kopfschüttelnd nach. Hatte der wieder einmal Eile! Als ob die ganze Welt auf Stecknadeln säße und jeden Moment in die Höhe spränge. Wenn er nur diesen ^reulick)cn Hieb im Gesicht nicht gehabt batik' Per Baronesse gefiel er jcheinbuk. Was gefällt einem Mädchen nicht an einem Manne, wenn es ihn liebt? — Und wenn es ihn nicht liebt, dann kann er ein Erzengel fein, sie sieht dach einen Teufel in ihm. Ja, ja die Wei her! In diesem ’ßUntt waren sie alle gleich.
Reichtnann durchschritt unterdes den Park und Log rasch nach einer Dichtung ein. in welcher der Gemüsegarten angelegt war. Von dort klang eben eine weiche Mädchenstinune herüber, „eo, nun geh. Hanna' — Du sollst nicht so schwer tragen! Ich will c;. nicht! Nimm das »toch ans dem Korb! - Ich bringe es bann nach."
Eine mütterlich besorgte Stimme gab Antwort: , Laß das den Friedrich iiunbcn, kleine Liese, du könntest dir weh tun!"
Retchmanns Stirne legte sich in schwere Falten. „Lotterwirtschaft das!" «Da rackerte sich nun das arme Mädel halb zu Tod, für nichts und wieder nichts, und dieser Ludrian von einem Battr fand ci ranz in Dränung so. Er antrf das Geld auf di-
. — —U. A. . WW4W>-lU.-Kt«.OK. «u
dirr zu lerdensttza-ftlich küßt ..Keine txbau- spielerin," so gesteht Fräulein Starke weiter, „ift ganz unbeteiligt, nxmr sie küßt. Mag auch ter Kuß ein Stück imseres Tagewerks ' fein, so ist er doch e-wav anderes, al- wenn man nach seinem Frühstück läutet ober sich eine Zigarette ansteckt Sch verachte jeden Sterblichen, der den Kuß zu einer mechanischen Tätigkeit herab würdigt."
Die Mehrzahl der Ftknfchaafpielertnnen hält den „Äufr mit dem Herzen' für den wirkungsvollsten. Aber Claire Windsor, die sich bereits durch viele Meter Zelluloid durchgeküstt bat. erklärt: „Ein Filmkuh bedeutet mir nichts Sch glaube, wenn ich eine Liebesfzene mit einem zu spielen hätte. Den ich gründlich halse fo könnte ich ihn doch mit all der Gfttt fnfter. die meine Volle erfordert." Es gibt ntm unzähligeVüancen des Kusses, für die beim amerikanischen Film eine besondere Klassifizierung besteht. Der Kvtz beglückter Liebe am Schluß des Films wenn sie sich endlich gesunden haben, ist ein Kinderspiel gegen den „unerwünschten Kuß" der geraubt wird, ober gegen den ..gestohlenen Kuß" den sich die Heldin widerstrebend gefallen läßt. Dei solchen Aufgaben kann sich der Schauspieler al» „geborener Käfter' zeigen, und deshalb werden solche Szenen auch hauptsächlich bei Prüfungen von Filmschanfpielern verwend t
Wunderwerkzeuye.
Von Dr. Erich ® u 11 i n D.
Vor Dem Wunder mitten unter uns. in Der dichtesten Wirtlichkeit verblassen die Jenseits- wunder. Dies Snuetfie der Wirklichkeit ist noch gar nicht reait gelebt. Neue unendliche Horizonte sichtet diese moderne Vomcmtik. Eine solche Stätte in der Wirklichkeit unb Wunder eins geworden find: das Mebizivftch^Kinematogra- phische Hntoerjiiätdiirititu t. Eine Stätte strengster Wiftciifchastlichlert und geduldigster Forscher- arberi. Wir betreten den Raum, in dem chirurgische Cccralionen gefilmt werden. Die Schwierigkeit besteht hier Darin, Die Hauptbedingung eines solchen Vaumcs aufrecht zn erhalten, strenge Asepsis, bis auf das kleinste Bakterien- stäubchen. Aus einen Schalterknips senkt sich der Aufnahmeappnrat in Form eines Tubus surrend von der Decke herab. Sein kugelförmiges Ende mit der Linse wendet sich gehorsam, wie der Filmoperateur wünscht. Ein langes, seitliches Epiegelrohr ermöglicht ständig zu beobachten, was im Gesichtsfeld vorgeht unb ob das chirurgische Operationsfeld korrekt eingestellt bleibt.
Alle diese Teile können sterilisiert werden, und selbst die Schalter werden mit sterilisierten Hütchen bedeckt. Die mächtigen Lichtquellen stehen vorsichtigerweise außerhalb des Raumes und senden ihre Lichtgarben durch Fenster auf drehbare Spiegel, die den Operationstisch beleuchten. Hier werden Ausnahmen gemacht, die vor allem der Belehrung dienen. Jeder Studierende weih, wie schwer es ist, gründliche Eindrücke zu gewinnen, wenn die Aerzte, über das Operationsfeld gebeugt. Den Blick verdecken. 2(ber Der Tubus, mit seinem Film äuge, drängt sich leicht überall durch, besonders von oben her. Die Tätigkeit berühmter Chirurgen verfällt so nicht der Vergessenheit. Wie würden wir staunen, wenn wir das lebhafte Tun vergangener Zeiten unmittelbar lchanen könnten! Wir 'chen, wie sich die Messer bis an Gehirn und Herz vor- wagen. Wir sehen Die Behandlung von Kno- chenbrüchcn, Krebsoperationen. Vasenplastik, Augen- unb Zahnvperationen den Weg des
!■ —III IM M I II Will IW 1 >11.1 II—Hl I t—WITITMTIT^HTJ
Straße, unb bie Tochter konnte sehen, wie sie roieber eines hereinbrächte.
„Elisabeth'"
Das junge Mäbchen hob iiberrascht den Kopf von bem Beet, en wel i i eben Unkraut jätend kniete.
„Georg!"
Weinen, Lack-cn, Liebe, ichrantenlose Hingabe lag alles in bem Ton, in welchem ber Name gerufen war. Sie sprang auf unb hüpfte leichtfüßig auf den Kiesweg. Schmal unb schlunl wie ein Reh, große braune Augen in beni feinen Gesichtchen, das von ber Sonne zart gerötet war. Unter dem breitran- biflen Hui quoll eine Fülle bunileu Haares.
Dic Faßen auf Reichmanns Stirne waren ver- fchwunbsn. 2llle. — Er schloß sie in die Arme unb küßte sie leibenschafllich.
„Wenn bu meine Frau bist, wirst Du parieren müssen, bas Mächte ich bir schon im vornherein gefügt haben. Hier stundenlang in ber oonne knien unb Gras zu jäten, ift keine Arbeit für dich. Ich hatte bir hoch verboten, es -,u tun." Seine Hände legten sich um ihren Leib. .Unb das Mieder so eng'. Du wirst es weiter knöpfen, Elisabeth!"
Sie hatte ihr Gesicht gegen seine Brust gedrückt, er wußte nicht, ob sie überhaupt hörte, was er sprach.
Die Falten auf feiner Stirne erneuten sich.
„Wenn ich etwas verbiete, habe ich auch meinen Grund dafür und roüni'd)e, baß bu es respektierst", sagte er gereizt.
Sie zuckte zttsannnen. „Wer sollte es benn sonst tun, wenn nicht ich '" sprach sie, ohne ihn anzusehen.
Er seufzte auf, nahm ihr ben Strohhut ab unb strich über ihr flimmcmbcc Haar. Weich wie Selbe fühlte es sich an, unb bas Gesichtchen glühte wie Feuer.
„Ich habe mit bir zu fpredjen, Kinb! Haft bu Zelt für mich, ober geht bas hier vor ?" Mit einem ironischen Blick Deutete er nach ben Beeten.
Sic fühlte seine Gereiztheit. „Gewiß," sagte sie hastig, „habe ich Zeit! Immer, Georg' Wollen wir ins Haus? Ober nackt bem Park' — Vater kommt erst gegen Abenb."
Er zog ihren Arm burd) den seinen unb gmß mit ihr noch einer Bank, bie winbtzeschützt lag. Sie schien ihm erhitzt zu sein, unb er hatte Sorge, sie mochte sich oertuhseu. Sie empianb seine Besorgnis um
JB,G—i'./r»aeKweacrL'XA.aMMineai;e'eeMxn
Aternstromes und die Tätigkeit des (Murre Helfers
Em anderer Aaurn Dient Tierversuchen oder Versuchen an der menschlichen Leiche, also Dei Herstellung anatomischer Präparate ober gewisier Operationen zu Lehrzweckcn Ein besonderer Daum mit kostbaren Mikroskopen ist der Mikre Kinematographie gewidmet Die Filmkameras werden auch hier auf Schienen über die Mi krvskope gefahrcr! Die winzig seinen Vorgäng.- der Heilung, der Zellteilung das fcltfamc Gc scheh'en in den ..Kapillaren", in diesen unsäglich feinen Haarröhren, Die überall in der Lebe Welt eine bedeuteyde Rolle spielen wird nie. belauscht. Auch eine Einrichtung für Tricksißne zu Lehrzwecken ist vorhanden. Der größte Ramu ermöglicht, Betten mit den Pattcnlcn aufzustel- len und die Tuben mit den Fsimkaftetten Dar oben herüberzufahren. So ist man in Der Lage Vervenkrankheiten epileptische Anfälle festz.chc: ten und dann in Ruhe zp studieren, wie er während des Ablaufs einer Krise kaum mrgli ■ ist Sn diesem langen Saal werden auch Geh versuche von Kranken gemacht, die an aderte Bewegung»- t>t)er Vervenstörunaen^etLLn Wäh rend der Kranke die Möglichkeit hat, auszu- fchreiten. fährt die Kamera auf Schienen ncbci ihm her. Auf der andern Seite begfeitet ihi ein schwarzer Sanrtfdjirm. von Dem sich bei Körper dar abhebt. Aus diese Weife war et möglich, durch aufmerksames Studium der Fiftnc Diagnosen zu stellen. Die fönst unmöglich gc- wefen wären. Die diagnostische Verwendung des Films — eine große neue Aussicht.
Drei Ziele verfolgt das Snftitut: Lehrfilme Ausbildung einer neuen Technik der wisien schaftlichen LNnematographie: Forschung. Der Forschung dienen auch zwei wahrhafte Wunder Werkzeuge: dir Zeitlupe unb ihr Gegenstück ber Zeitraffer. Mele glauben, biefc Instrumente dienen spaßhaften Zwecken. Sie find aber fr gewaltige Hilfsmittel tote unsere Fernrohre unk Vkikrvsiope. Unter Auge nicht nur, sondern auch unsere geistige Auftlähmefähigkeit ist arg beschränkt. So tote in den Tiefen des Baum er die Ster neu toe [ten unb die winzigsten Welter sich verbergen» so schlummern unerkannte Welten auch in dem Geftige Der Zeit. Das gewöhn liche Kino läßt etwa ein Meter Filmband in etwa 21/» Sekunden an uns Dorübcrgletfcn. Sttov. 16 Aufnahmen in einer Sekunde sind das Vor malmah. Durch eine sinnvolle ilebertragung läßi die Zeitlupe ben Streifen rasen. Em hohci fingenber Ton verrät bas stürmische Tempo. Setz, machen totr in einer Sekunbe etwa 240 Qhi* nahmen. Die schnellsten Vorgänge toeriten Dura bies gewaltige Zeitmikrvskop so Derlanyfan: daß wir ihnen ihr Geheimnis entreißen lonnci- bas sich in ber Schnelligkeit leicht verstecke konnte. Denn wir können bies Band ja naä Belieben in langsamem Tempo beschauen
Vorgänge, bie langsam laufen, wie Wach sen unb Vergehen, Heilung von Geweben. t>v thologische Veränberungen, können wir nicht wahrnehmen, weil wir ja kein Vermögen Habei die seinen Tcränbcnmgen zu bemerken otei gar jede Phase in ber Erinnerung festzuhalten Der Zeitraffer macht nun automatisch, in immei gleichen Snlernallen. von Minuten ober gai Stunden, seine Ausnahme. 3n dieser so zusam- niengepreßten Zeit übersehen wir Vorgänge von Tagen, ja Monaten, fast in einem Blick Mau vermutet, daß alle lebenbigen Vorgänge von verborgenen Vhythmen burchwaltet finb. die uns nun sichtbar gemacht werden können.
ihre Gesundheit hin und wieder als Tyrannei. Aber sie war ihr auch ein Beweis (einer Liebe, unb darum trug sie alles — seine Mahnung wie feinen Tadel — ohne Widerrede. Ach, sie hatte nichts Kost bareres ab feine Liebe. Und wenn |ie hin und wie der glaubte. Das Leben, (o wie es war, nicht mehr ertragen zu tönen, sobald seine Arme sich um sic |drangen, ward alles licht und hell.
Er Drückte ihren Kopf gegen seine Schulter und nahm ihre Hände in di« (einen.
„Ich habe dir etwas zu sagen, Elijabech!" Fmgend sah sie zu ihm auf. „Ja, Liebster!" „Ich bin eingelaöen worden, an einer wissenschaftlichen Expedition teilzunehmen — Schlafkrank- heit betreffend — und habe angenommen!"
Er sprach ruhig, bestimmt. „Ich habe das so g« macht und du haft dich zu fügen."
„Und ich'?"
Ihre Hande waren plötzllch gaitz kalt, und dre Farbe auf ihren Wangen verblaßte. Doktor Reich mann sah auf ihren gesenkten Kops. Seine Stirn« war faltenlos und seine Augen blickten har und zwingend. ,
„In vierzehn Tagen wollen wir Hochzeft machen! In vier Wod>cn reift ich! Vierzehn Tage dürfen wir uns also gehören, bis ich wieder zurückkomme! Ich will did) als meine Frau zurücklasicn, nicht als Braut, dann ist das Warten nicht so schwer!"
Das Klare, Ruhige wich aus seinen Augen und wich einem Glitzern und Flimmern. Elisabeths Gc ficht lag von seinen Händen zurückgepreht dicht an seiner Brust zu ihm aufgehoben. Ihre Lippen brannten von den seinen, ihr Körper schmerzte, so preßte er sie an sich.
„Bitte!" stammelte sie leise. „Richt so — bitte!" „Fürchtest du mich'' — Fürchtest du mich, wenn ich so bin/"
„Ja!" hauchte sie.
Er lachte. Kraft- unb siegesbewußt hob er sie auf den Schoß. So zerbrechlich' Ein Hauch nur! Und er, der Riese! — Und sie sein Weib in vierzehn Tagen.
„Du sollst mich nicht fürchten, Elisabech", schmei chelke er. „Rur lieben! Hörst du wohl? Nur lieben' Zeig mir’s doch. Du sollst mir's zeigen, roie du mich liebst!"
Sie hob seine Hönde gegen ihre Brust unb küßte sie beibe. (Fortsetzung folgti
■^e
Ttefdse Abwechslungin der täglichen Suppe bieten MAGGFSuppeR-Wurfel
Viele Sorten, z.8. Eier-Nudeln. Reis. Blumenkohl .Ochsenschwanz.. Erbs. Gründern. Tomaten, Reis mit Tomaten usw


