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ben ÖMtbern zweckdienlichen, Nach Oafle der ZMnfle scheint es ater, daß ote Schwierigkeiten auf diesem Gebiete nicht mchr allzu

9teid)»reflt#ruRfl herbeizuführen. Mj« daß die demokratische Reichstaqsfraktton btt am Tage de» Wiederbeginns der Reichstagsoerhand- lungen eine Sitzung abhalten wird, gleichfalls eine allgemeine politische Aussprache fordern roirb.

Der deutschttschechische Handelsvertrag.

Sine Verhandlung-Pause.

^WaS die Positionen de- kommenden Handels- txrtraae* im Sinzelnen betrifft, so liegen zurzeit in Berlin noch keine näheren Emzelheiten vmc. Man kann aber innehmen, daß nach Rückkehr der deutschen Delegation Kenntnis gegeben to.ro darüber wie die Vereinbarungen bisher ae- troffen 'worden sind. Die Besprechungen der Vertreter verschiedener Gruppen der beidersertt- gen Industrien lind jedenfalls zufriedenstel­lend verlaufen, so daß eS wohl möglich sein w-.rd. fcte beiderseitigen Interessen einander anzu- gleichen. Selbstverstci lich handelt eS sich auch hierbei tote bei allen Handelsverträgen um eine außerordentlich schwierige Materie, die sich nicht ohne weitere- zu einer befriedigenden Lösung führen ließ der gute Wille der beiden Parteien, zu einem Abschluß zu kommen, dürste aber doch auch hier im wesentlichen dazu beigetragen haben, haß die Möglichkeit einer Lösung gefunden wer­den formte.

Line Flaggendebatle im Preußischen Landtag.

Berlin, 13. Oft. (Wolfsil Den Hauptpunkt der heutigen Beratung des Preußischen Landtag» bildete bk Flaggenverordnung der preußischen Swatsregierung, In bet den Gemeinden zur Pflicht geenacht wurde, am Derfaßungstage unter allen Umstanden auf den städtischen ©ebäuben die Rcichssla gge zu zeigen. Hiergegen hatte s. Zt. der Magistrat der Stabt Potsdam Klage beim Oberve rwaltungvgericht erhoben, da» den Erlaß der preußischen Regierung als rechtsun- w i r k s a m bezeichnete. Hierzu erklärte in der heu­tigen Besprechung der Innenminister Grzesnrski:

Die Staatsregierung befand sich nach diesem Ur­teil de» höchsten preußischen l^rnxiltungHgencht» in einer Zwangslage. Ss hat bei den Besprechungen tm Staat»minister>um immer Klarheit darüber ge­herrscht. daß die Rechtsgrundlage für solche Erlasse gegeben war. Die Staatsregierung bat nun die Sk- grün düng de« Urteil» des Oderverwattunasgerichts erst am 27. Juli bckominen. also mir 14 läge vor dem Verfassung.!, ge am 11. August. C» mußte mit der Möglichkeit gerechnet werben, daß eine ganze Reihe von kominmraloerwattungen, die bisher ge­flaggt hatten, nun nicht mehr flaggen würden. (Zu­ruf red)te: Da» wäre aber schrecklich gewesen'.). Richtige Politik muß oorbeuaenö lein. Auch dar Interesse der Autoritiri der Staatsregierung erfor- derte es. den einmal eingenommenen Standpunkt durchzuhalten und .zu versuchen, die fehlende Rechtrdasi» nachträglich zu schassen. Da der Landtag nicht versammelt und die Angelegncheit dringlich roar. ist mit Hilfe de» ständigen Ausschusses eine Notverordnung zustande ge- kommen.

Die Stadt Potsdam hat nun den S t a a t » g e richt » hos anaenifcn; wir werden abwarten, wie er entscheidet. Meines Erachten» liegt die Nach­prüfung der Voraussetzungen einer soich.m Nvtver orbnung dem Staatsgerichtchof gar n.cht ob von einem Eingriff in b i e S c I b ft o e t ro a I tung kann gar keine Rede sein. Ich bitte Sie jeden.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 14. Oft Wie bereit» gemeldet, fit» bie am 27. September in Prag auf genommenen Verhandlungen der Delegationen für bie beuW tschechoslowakischen Handelsoertragsverhanblungen zimächst abgeschlossen worden Dahn handelt e» sich allerdings noch nicht, wie vielfach in der Oef- femlichkeit angenommen wirb, um den endgül­tigen Abschluß der Verhandlungen, vielmehr nur um eine Etappe. Die Verhandlungen sollen nunmehr in Gens im Rahmen der Wirtschaft? konserenz fortgesetzt werben, wo sich in dieser Zeit Die Führer der beiderseitigen Delegationen befinden werden, und man hofft, daß es möglich stm roiro, zu Beginn de» Monat» November die Schluß­oerhandlungen in Prag au'mcfymen zu kön­nen, fo ist damit zu rechnen, daß es Ende de» Jah­re» ebenfalls zur Aufhebung des Visums kommen wirb. Dorausfetzring dazu ist natürlich, daß g »f r a ge in einer den bei- nlichen Weise geregelt wird.

Der Vater der Vrotkrarte.

3nm Tode Exzellenz Wcrmuihs.

(Eigener Drahtbericht de» ..Gießener Anzeigers"

Berlin, 14. Oh. AlS ein fast Vergessener ist in Berlin der frühere Reichsschatzseiretär und Berliner Oberbürgermeister Wermuth gestor­ben. Gr hat eS doch verdient, daß man sich ein­mal seiner noch kurz erinnert und der Verdienste «denkt, die er sich erworben hat. Gr hat sich seM vielleicht am besten charakterisiert, indem er seinen LebenSe rinne rungeir die UeberschriftG i n Beamtenleben" gab. Denn ein Beamter der alten preußischen Schule, allerdings tm besten Sinne, ist er gewesen: ein unermüdlicher Arbeiter, fleißig, gewissenhaft, der seine Untergebenen zur Verzweiflung brachte, wenn er regelmäßig um 8 Uhr morgens auf dem Bu­reau erschien und dann zu Haufe schon einige Stunden Aktenstudien hinter sich hatte. Dazu niedersSchstsche Zähigkeit und ein Quantum an Energie, daS man bei preußischen Ministern nicht häufig sand. Stein Wunder, daß er deshalb in Ungade entlassen wurde, weil er an dem Grundsatzkeine Ausgaben ohne Deckung" festhielt und die SrbschaftS- ft e u t r proklamierte, die in konservativen Krei­en unbeliebt war. Stein Wunder, daß er dann schleunigst, obwohl er politisch den Freikcmser- vativen zuzurechnen war, von den Freisinnigen Berlins al« Oberbürgermeister ge­wählt wurde. Gr hat in den Kriegsjahren an der Spitze der Stadt gestanden und die Brotkarte erfunden, et hat auch die Uebetleitung zu Groß -Be rlin noch miterlebt. Vach Der Revolution aber verlor er sein seelisches Vleichgewi-^t und ließ fxf) auf öfbetimenle mit den 11 nab rangigen ein. die ihm da« Vertrauen der bürgerlichen Parte.en koste­ten und ihn zuletzt zu einem unrühmlichen Ab­gang zwangen.

Die Abschnürung Elsaß-Lothringens.

Deutschen Schauspielern wird das Auftreten verboten. Eigene Drahtmeldung de»Gießener Anzeigers".

Berlin. 14. Okt. Die französische 2vegierung hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, nicht nur die Slsaß-Lothri.rger auf jede erdenkl.che Art zu verärgern, sondern auch diebefreite

Art zu verärgern, sondern auch tnebefreite Provinz" mit einer chinefischen Mauer zu umgeben. Schon bei den Handelsvertragsver­handlungen mußten wir feststellen, wir groß die Abneigung in Paris war, uns Im Elsaß das Recht einzuräumen, K o n s u l a t e zu unterhalten. Obwohl wir außerhalb des Versailler Vertrag?« noch einmal ausdrücklich auf Elsaß-Lothringen verzichtet haben, spielt die Angst vor uns bei den Franzosen nach wie vor eine große Rolle. Fast unmöglich ist es, eine Einreiseerlaub­nis nach dem elsässischen Teil Frankreichs zu erhalten. Wenn die Pariser Regierung eS durch­setzen könnte, dann würde sie auch jede Einfuhr von Büchern und Zeitschriften ver­bieten um die Elsässer dem deutschen Stultur- krels zu entziehen. Jetzt hat der Straßburger Präfekt deutschen Schauspielern daS Auftreten in der elsAsslschen Hauptstadt ver­boten damit aber gleichzeitig eine unfreuttd- liche Handlung dem Deutschen Reich gegenüber begangen daS noch niemals franzö! Ischen Künst­lern Gelehrten, Politikern oder Spor> Sleuten in ^Deutschland Llngelegenheiten und Schwierig­keiten bereitete. Wir bedauern das Vorgehen des Präfekten insofern, alS eS nicht geeignet ist. die Beziehungen zwischen den beiden Rcu^ao- ftaaten zu bessern. Sollte es deutschen Schau­spielern weiterhin verboten bleiben, im Elsaß aufzutreten, dann werden wir mrs zu über­legen haben, ob es nicht angebracht erscheint, Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

fall», der Rotoerordnung Ihre Zustimmung zu 0tb2Ibg. v. Binterfelbt (BdL) lehnt die Der- orbnung ab und beantragt llebermnking an den Derfassungsausschuß Auch der preußische Innen- mimfter habe nicht nadigcroiefen, baß und warum eine Etaatsnotw^ndigkei für Ne Jlotncrorbnung norm legen habe Die Rede des Sozialde mokraten Lei nert der der Ccrorönung zustimmt, (oft stur- mische Pro'testruse der Rechten aus als er erhärt, unter Echwarzwe.ßrot fei DeutMland zuiammenge- brachen und Rathenau und Erzberger ermordet worben. Auch der Zentrumsabgeordnete Berg- mann stimmt der Verordnung zu. Auch Schwarz- weißrot fei ehren, dem verfasfunasmatzigen Hoheits- Zeichen gebühre aber Achtung. Zu weiteren Lärm- Izenen komm, es, als der Adp v. Campe <Dp.) die Aeutzerungen Öeiherts zuruckweift. Die Rede des Ministers könne nicht zur Beruhigung beitra­gen Unter der herrschenden Unruhe des Hauses sind die folgenden Ausführungen des Ministerprast. benten Braun kaum verständlich und zu stürmi­schen Kundgebungen kommt es, als der Minister. Präsident erklärt, solange die verfassungsmäßigen Bestimmungen beständen, müsse jede Regierung und jede offizielle Körperschaft dafür Sorge tragen, daß die schwarzrotgoldene Flaage zur Geltung komme. W r können verlangen, baß auch bieieni- ben bie innerlich mit ihrer Auffassung zum allen Reich stehen, Verfassung und Gesetz achten. Die ganze Flaggenfrage sei nichts weiter, als cm Kampf zwischen dem alten und dem neuen Regime. Des- wegen, schloß der Min stcrpräsident, werden wir die Flagge der Republik besonders hochhalten und mit unnachsichtlicher Scharfe gegen diejenigen vor- gehen die sie angreifen. Rach weiterer Debatte wird die Derordnung dem Derfassungsausschuß über- wiesen.

Italiens Kamps gegen die deutsche Sprache

Die Vcrwclfchung LiidlirolS.

Innsbruck. 14. Okt. (TU.) Dcr Präfekt von Bozen hat eine Verfügung erlassen, durch die die letzten noch sichtbaren Aeu. erungen des deutschen Eprachgebrareches in Südtirol ver­boten werden. Ab 1. Oktober darf in den Volksschulen nur noch in italieni­scher Sprache unterrichtet werden.Sämt- liche Kundmachungen. Anzeigen. Schilder und Auffchristen müssen ausschließlich in der offiziellen Sprache abgefaßt sein. Diese Verordnung bezieht sich sogar auf ein- gravterte oder eingestickie Aufschriften auf Tischtüchern. Bestecken. Gläsern. Tas» sen und sonstigen Gebrauchsgegen­ständen in Restaurationen. C-afes und Gast­höfen. Wahrend jedoch die Frist für den Auf- brauch die'er Gegenstände bis zum 30. Rovemker 1929 läuft, ist die Frist für die Entfernung der deutschsprachigen Aufschriften bereits aus den 30. Rovember d. 3. angesetzt worden. Bon dieser Verordnung sind vorläufig nur sechs Gemeinden ausgenommen. 3n dem gan­zen übrigen Südtirol verschwindet aber nunmehr tedeS deutsche Wort aus den Straßen.

Italienische Ambitionen.

Roms Versuche die internationalen Einrichtungen auszuhößlen.

(Eigener Drahtbericht bceGießener Anzeigers'.)

Berlin. 14. Ott Bei bet Tagung des Der- walkungsratS des Iaternationalen Arbe.tsamls, die tm allgemeinen sehr rudig und sachlich ver­läuft btt sich eine Art von Zwischenfall ereignet der einen besonderen Beigeschmack bat. Der Ita­lien isckx Regierung-Vertreter G u i s e 11 e de MicheliS, der zugleich Präsident des befannten ^ternativnalen LandwirtschastsinstitutS in Rom ist, benachrichtigte den Verwalkungsrat von der Errichtung einer internationalen soz ia lpoli- t is che n Kommission für Landarbei- tc r f ragen bei diesem römischen Institut und f orderte daS Jnternationalc Arbeitsamt auf, sich bei dieser Kommission vertreten zu saften. DaS löste eine gewisse äleberrchchung auS, in­sofern, all bereits im vorigen 3 ab re eine ge­mischte Kommission auS Mitgliedern des Inter­nationa'.en Ardritsan.tS und de- römischen 3rt- stitutS für Lanktzvirtschaft für die Regelung der Landarbeiters ragen crri4>tet wurde Die Ge­rne rkschas tSvertreter auf der hiesigen Äcsiferr.v so Herrn arm Müller. Cfoufxnit und er engltt* * Pu'.rvn ro i d e r s p r a ch e n mit großer Helligkeit bvtem Italieni chen Antrag den I bc Micheus ' Tt verteidigte, und ncm-Men darauf, daß e8 sich hier um einen ilcbergrW

>S SsndwirtschaftSinstitutS in Rom in bie Stom- petenzen des Jnternarionalen Arbeitsamts han­dele und daß sich jedenfalls die Arbeitnehmer- organisationen nicht in der italienischen Kom- ml. on vertreten laffen würden. Der Zwischen­fall wurde zwar für den Augenblick durch eine Intervention deS geschickten Direktors. Albert Thomas, beige legt, der die Abstimmung über den Antrag deS italienischen Delegiertem, bis zur nächsten Verwaltungsratssitzung im Januar verschob, aber immerhin handelt es sich hier um einen charakteristischen Zwischenfall.

Denn fast genau bas gleiche, was sich hier im Rainen des Internationalen Arbeitsamts abspielte, hat sich mit Bezug auf daS Inter­nationale Institut für geistige Zu­sammenarbeit während der letzten Vöi icr- bundstagung in ©en* abgespielt. 3u den Kom­petenzen dieses Pariser ÄnstitutS gehört selbst­verständlich wie daS Buch- und ZeitungSwelen, die bildende Saunst und das Theater auch die Kinematographie. Aber Italien verlangte unter Angebot ein.r Kostenübernahme und einer größeren Stiftung von vornherein die Be­gründung eines eigenen Instituts für Kultur-Filmforschung, also gerade für jenen Zweck, der am meisten geeignet ist. bas Gebiet der geistigen Zusammenarbeit von der Filmseite her zu befruchten. Auch in Genf sand dieses scheinbar so generöse Angebot lebhaften, wenn auch in urbanen Formen gehaltenen Widerspruch und verfiel nach längeren Rede­kämpfen im Plenum und in den Kommissionen der Vertagung. Dabei wurde dem italienischen delegierten kein Hehl daraus gemacht, daß man die Abiicht einer Abziehung möglichst vieler Aufgabengebiete aus Genf und anderen Zentren nach Rom erkenne und als unfreundlichen Akt gegen die bestehenden internationalen Einrichtun­gen empfinde. Hier hat sich mm in Berlin auf einem anderen Gebiet, dem der sozialen Arbeit, ein zweiter Vorstoß Italien- in der glei-. chen Richtung vollzogen. Auch wenn beide Versuche zunächst feinen Erfolg hatten, sind sie interessant und bezeichnend genug für das Be­streben des Faszisinus, sich soviel als ohne auf* zufallen möglich, von Genf zu emanzipieren.

Der Rakowskikonflitt erledigt.

Die Sowjelregicrtmg beruft ihren Pariser Botschafter ab.

Moskau, 13. OH. (WTD.) 3n einer von Tschitscherin heute dem französischen Bot­schafter Her bette überreichten Rote werden die von Fcankreich für die Forderung nach Abbe­rufung Rakowsiis angeführten Gründe für i n feiner Weise stichhaltig erklärt. Tschi­tscherin und Litwinow hätten in Unterredungen mit dem französischen Botschafter darauf hinge­wiesen. daß die Abberufung Rafowskis. dessen Bemühungen die französisch-russische Konfe­renz die von ihr erzielten Ergebnisse in großem Maße verdanke, die Konferenz selbst moralisch schädigen müsse und objektiv nicht ohne über­aus ungünstige Rückwirkungen auf ihre fernere Arbeit bleiben könne, weshalb eS die Sowjetregierung ablehnt. auch nur im entferntesten irgendeine Verantwortung für die Abberufung Rakowsfts und deren etwaigen Folgen zu über­nehmen. Zieht man dabei in Betracht, daß die von bent sranzö'ischen Botschafter unternommenen Schritte zur Abberufung RakowskiS eingeleitet und begleitet wurden von einer ganz unerhörten Hetze gegen Rakowski, und von unzu­lässigen Beleidigungen gegen ihn von feiten einiger französischer Presseorgane, die lediglich aus offiziellen Quellen informiert werden konnten, so kann von irgendeiner höflichen Form, in die man angeblich die Forderung nach Abberufung Rakowskis Neiden wollte, keine Rede sein. Die Sotojetregierung stellt nicht in 2lbrede, daß die französische Regierung berech- t i gt ist, zu verlangen, daß der Botschafter eines Auslandstaates durch einen anderen Bot­schafter ersetzt werde. Sie kann die Tatsache einer derartigen Forderung seitens der französischen Regierurrg nicht unberücksichtigt lassen, trotz der Haltlosigkeit der Motive, die der ©otojetreglcrung bargelegt wurden. D.e Sowjetregierung sieht sich infolgedessen gezwun­gen, Rakowski von den Pflichten e.neS Botfchaf- terß in Frankreich zu entbinden und seinen Rachfolger zu ernennen, für den sie sich schon jetzt das QIg,.ement der französischen Regierung erbittet. Als Rachfolger Rakowskis ist vorge­sehen der derzeitige Sowi.ibotschafter in Tokio, Dowgalewfkh, der von Berus Elektroinge­nieur ist. Unter der zaristischen Regierung war er wegen feiner politischen Tätigkeit nach Sibi­rien ^portiert Worden, von too er 1908 flüch­tete. Rach der Revolution bekl idete er zunächst Öen Posten eines Volkskommissars für Post- toefen und wurde dann später Rachfolger Viktor Kopps als Botschafter der Sowjetunion in Japan.

Der Daroesplan für polen.

Tic Beigabe für die amerikanische Ltabilisiernngöanlcihe.

Berlin. 14. Olt. (WTD.) Polen hat mit der Llnterschrtft unter feine Anleihe eine A r t von DaweSplan anxnommen und sich zu einer genau geregelten Finanzwirtschait unter Kontrolle eines Vertrauensmannes bet imerikanischen und westeuropäi­schen Bauten verpflichtet, fo zu einet Reor­ganisierung feiner Staatsbahnen in der Form der Selbstverwaltung bzw in privaIwins-,öst­licher Form. Das polnische Steueriyftem muh gemäß den ..Ratschlägen" des amerikanischen FinauzkoutrvlleurS geändert werden. DaS Kapi­tal bet Bank von Polen soll auf 150 Millionen Floth erhöht werden. Daim müssen die Statuten bet Bank von Polen geändert werden, um die Wahl eines ametikanllchenBetaters zum Mitglied des Aufsichtsrats der BankvonPolen zu sichern Da« Anleihegelb wirb verwendet werden für die Erhöhung des Kapitals bet Bank von Polen, füt die Bildung einer Finanztesetve. füt den Auskauf ber DarlehnSkaf'enscheine. weiter kür die Tilgung ber schwebenden Schuld und bet Rest für Investitionen in Staatsbetrieben und in der Landwirtschaft.

Die Rachrtcht von dem günstigen Abschluß bet Anleihevethandlungen hat aus die hie'ige Börse sehr anregend gewirkt. Staatspapiere und Aktien haben reilwei'e bis au 15 Prozent ge­wonnen Die Aktien bet Bank von Polen erhöh­ten ftd) hn Ptivatverkehr auf 157. Drängender Rachfrage stand stet« nur geringe* Angebot gegenüber.

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Die strafrechtliche Vereinigung der Ber­liner Anwälte hat in einer Versammlung fast einmütig gegen die Todesstrafe Stel­lung genommen. Das Referat hatte SenatSpräsi- ben t § r e n m u t b.

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Kleine politische Nachrichten.

Reichskanzler Dr. Wat? hat an die Burschenschaft R ormannia in Leipzig ein Telegramm gerichtet, in dem et für die Einladung zur Feier bet 110. Wiederkehr bei Wattburgfestes dank. Wegen der Sonder- tagimg des Reichs ages sei eS w?der ihm noch eu-^m anderen Mitgliede des ReichStabinettS möglich, an ber Feiet teilzunehmen. 6r wünscht ber Deut'chen Burschenschaft schönsten Verlauf ber diesjährigen OubiläumÄtagung. ...

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RzeezposvoHta" stellt fett, daß Polen füt 100 nominelle Dollar Sk effektive erhalte, da. ab­gesehen von dem Emi'ionskuts von 92 noch eine Provision von 6 Prozent für die Banken in Reinting c zogen werden müsse. Diele ergeb« bann bem Plan zufolge eine Verzinsung von 9.049 Proz> .:. Auch der wirtschaftlich orientiert« y.uricr Po.'?i' be.echnet bie tatsächlichen Ko­st e n bet polnischen Anleihe auf S Prozent unb stellt fest baß ie höher fei als bet gtgentoärtigi Diskrn'fah ber Bank von Polen.

Xk'CttCVDU^tiUviOflC.

Cinc Ri^.ne tiefen Druckes erstreckt sich heute von Frankreich in nordöstlicher Richtung über Deutschland. Dänemark. Schweden, die Ostsee nach Finnland hin. 3n ihrem Bereich lassen sich meh­rere fiune flache Wirbel erkennen, di« zur Fort­dauer b«S wolkigen, nebligen TSktttri führen. Dabei kommt es wettethin, wenn auch nut ver­einzelt, zu geringen Riederschlägen. 3m Ver­laufe des morgigen TageS bürfte eS nachdem bie Südwestwinde nach Rotdwesten urngedreht haben, zeitweise zur Durchbrechung bet Wolken­decke kommen. Die Temperaturen erfahren zu­nächst wenig Veränderung.

Wettervoraussage für Samstag- Weist wol­kig Temperaturen vorerst wenig verändert und nur vereinzelt etwas Regrn.

Witterungsaus ichten für S-mntag Wechselnd wollig unb strichwe le Rietet agneigutup

Cuittempcraturen am 13. Oktober: mittags 1U ®rob Celsius, abends 6,8 Grad Celsius, am 14. Dtt: morgens 6 Grad Celsius Erdtemperaturen tn 10 Zentimeter liefe am 13 Oktober abends 8.0 Grad Celsius, am 14 Oktober: morgens 7,1 Grad Celsius- Marimum 11,6 Grad Celsius, Minimum minus 0,7 Grad Celsius. Sonntnscheindauer. fünf Stunden.

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Aus aller Welt.

D 1220 in Wilhelmshaven.

Das OzeanflugzcugD. 122Ö überflog Ihm- nerstag mittag kurz nach 12.30 Uhr die Iadcstädtr Wilhelmshaven und st ringen. Rach einem Schleifenflug landete bas Flugzeug an der Seeflicgerablaufftellc. Da aber heftiger Seegang herrschte, war es nicht möglich, an dieser Stelle das Flugzeug zu halten. Daraufhin wurde den Piloten ein günstiger Platz im Binnenhafen angewiesen. Di« Wilhelmshavener Schiffswerft und Mafchinenbau- anftalt, in deren Nähe das Flugzeug landete, hat eine Lichtleitung zum Liegeplatz legen lassen, damit die Reparatur während der Nacht ausgefnhrt wer­den kann Am Kühler ist ein geringfügiger Schaden entstanden, der dadurch behoben wird, daß man dem Kühler anstatt des Messing- einen Kupfer­boden gibt.

Vekord-Kürbisernle auf dem Hunsrück.

Der Hunsrück dürfte in diesem Jahr in bet KürbiSernre einen Rekord aufgestellt haben. So würbe auf einer Feldbesihung in Simmern e n Kürbis von 61 Pfund geerntet, in einem andern Dorfe sogar ein solcher von 84 Plund ®;cre beiben Fälle dürften zweisellotz zu ben Aus­nahmen gehören.

Belm Spiel auf der Straße getötet.

Das Spielen auf Der Straße bat in bem Kochern benachbarten Ernst ein Todesopfer ge­fordert. Ein 13 Zähre alter Istnrgb. ber sich mit anderen Kindern beim Ballfp'.elen bcrgrtflß.v. wurde von einem Kölner Auto erfaßt unb überfahren. Dabei evGtt ber Junge derart schwere Verletzungen, baß nach kurzer Feit ber Tob eint rat.

3m Pariser Theater .L'Aelier" trat Alcran- der Rloissi in ber Generalprobe vor gelabe- nem Publikum in der Titelrolle von Shake­speares .Hamlet" aus, der in deutscher Besetzung in deutscher Sprache ge­geben wurde. Mvisii erntete einen fast noch stärkeren Deik all alS bet seinem ersten AHtretM Tolstoi- .Lebender Leichnam".