rungen gegen Diebstahl seiner Kostbarkeiten trifft er nicht. „(Sin Dieb", sagte er zu einem Besucher, .würde leichter Abnehmer für die Mona Lisa oder den Kohinor finden als für eine meiner Seltenheiten, denn jeder Händler im Lande wüßte, daß sie aus meiner Kollektion stammt".
Turgenjews Jägerlatein.
Die neuen russischen Literaturforschungen erschließen immer neue Quellen, aus denen man unerschöpfliche, bisher vollständig unbekannte Einzelheiten aus dem Leben großer russischer Dichter und Schriftsteller erfährt. Eine literarische Zeitschrift bereitet die Veröffentlichung des Tagebuchs der Frau Panaewa vor, deren Mann in den 70er Jahren Redakteur der literarischen Revue „Sovre- mennik" war. Im Hause Panaewas in Petersburg verkehrten alle literarische Größen-Leo und Alexis Tolstoi, Turgenjew, Dostojewsky waren dort häufige Gäste. Wir entnahmen dem noch nicht veröffentlichten Tagebuch einige überaus charakteristische Mitteilungen über den großen Romanschriftsteller Turgenjew, der Deutschland so sehr liebte, daß er den größten Teil seines Lebens in Baden-Baden verbrachte und seine Romane oft in deutschen Städten spielen lieh.
„Ich lernte Turgenjew im Jahre 1842 kennen," berichtete Frau Panaewa, „da er damals den Sommer in Pavlovfi (einem an die Zarenresidenz Zarskoje Selo anschließenden Sommerort in der Rähe von Petersburg) verbrachte. Jeden Tag erschien er zur Musik, ein Monokel im Auge, und sah stolz auf alle herab. Er kam öfters nach dem Konzert zu mir zum Tee. Turgenjew erzählte mir eines Tages, wie das Schiff, auf dem er zum ersten Male eine Auslandsreise machte, kurz vor Stettin niederbrannte. Er benahm sich, nach seinen Worten, als Held; beruhigte die weinenden Frauen und verlieh als letzter Paffagier das brennende Schiff. Ich hatte von dieser Katastrophe bereits von einem Bekannten gehört, der auch dabei war und u. a. mir von einem jungen Mann erzählt hatte, der vom Kapitän einen strengen Verweis erhielt dafür, daß er, alle Frauen und Kinder zurückdrängend, als erster das Rettungsboot besteigen wollte und dabei kläglich auf Französisch ausrief: „Mein Gott! So jung fein und schon sterben I" Eines Tages zeigte ich diesem Bekannten, den ich zufällig beim Konzert wiedertraf, den jungen Schriftsteller. „Das ist ja der junge Mann, der nicht sterben wollte!" Ich wollte ihm nicht glauben, er schwor mir aber, daß er Turgenjew genau wieder erkannt habe-besonders sei ihm damals seine hohe Fistelstimme aufgefallen. Später hatte ich noch einmal Gelegenheit mich zu überzeugen, dah Turgenjews Jägerlatein eine feste Angewohnheit von ihm war. Eines Abends fuhr ein Wagen in unsere Gesellschaft, die eben dabei war, das Kurhaus zu verlassen, hinein. Alle kamen mit einem leichten Schrecken davon. Am nächsten Tage erzählte mir Turgenjew, dah er am Vorabend einer Dame das Leben gerettet habe, indem erste, die unter die Pferde geraten war, im letzten Augenblick herausrih. Als ich Turgenjew sagte: „Schämen Sie sich, so aufzuschneiden, ich war ja dabei!" erwiderte er lächelnd: „Ich muß doch die Damen irgendwie unterhalten!".. Seitdem glaubte ich ihm kein Wort mehr. Der bekannte Kritiker Bjelinski pflegte Turgenjew zu tadeln: „Wann werden sie aufhören zu schwindeln! Es ist eine Schande, als kluger und intelligenter Mensch so zu lügen!" Turgenjew erzählte in den aristokratischen Salons, daß er für seine Werke kein Honorar verlange, da er sich schämen müßte, ein bezahlter Schriftsteller zu sein- Als das Bjelinski zu Ohren kam, war er schrecklich empört. „Sie halten es also für eine Schande zu bekennen, daß Ihre Kopfarbeit bezahlt wird," schrie er Turgenjew in einer Gesellschaft wütend an. „Ich erröte vor Scham für Sie!" Turgenjew wurde verlegen und gab Bjelinski das Wort, niemals mehr zu lügen. Ob er es gehalten hat, weiß ich allerdings nicht."
Wirtschaft.
* Konferenz des Reichs arbeits- ministers mit der eisenschaffenden I n d u st r i e. Im Reichsarbeitsministerium begann unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns die angekündigte Besprechung mit den Vertretern der deutschen eisenschaffenden Industrie über die Frage der achtstündigen Arbeitszeit, deren Wiedereinführung in der Großindustrie ein Gutachten des Reichswirtschaftsrates angeregt hat. Die Konferenz Dürfte längere Zeit in Anspruch nehmen.
* Die deutsch-französischen Han- Delsvertragsverhandlungen. Die vom „Petit Parisien" verbreitete Rachricht, es sei bereits bei den deutsch-französischen Handelsver- tragsverhandlungen zu einem Ergebnis gekommen, muh als verfrüht bezeichnet werden. Die Verhandlungen werden aktiv fortgesetzt und es besteht die Hoffnung, dah sie recht bald zu einem
Ergebnis führen können. Jedoch ist es unmöglich vorauszusagen, an welchem Tage das Abkommen unterzeichnet werden kann.
• I. -G. -Farbenindustrie Frankfurt a. M. Wie man von zuständiger Seite erfährt, sind große Projekte von Belang in letzter Zeit nicht zum Abschluß gebracht worden. Die Jnteressengemeinschaftsverhandlungen mit dem englischen Chemietrusl, die schon früher eine offiziöse Betätigung fanden, würden den gewünschten Fortgang nehmen, doch bedürfe es zu ihrem endgültigen Abschluß noch mehrfachen, die verschiedenen Gebiete umfassenden Besprechungen. Desgleichen seien die Verhandlungen über Grün- dilng einer Kunstseidefabrik in Rußland noch nicht abgeschlossen worden. Was die anläßlich der Börsenbewegung wieder aufgetauchten Gerüchte über einen Umtausch von Rheinstahl- in Farbenaktien betrifft, wird erklärt, daß diesbezügliche Verhandlungen im Augenblick nicht aktuell seien.
* Vom Diamante uhandel. Dem Tele- graaf zufolge wird die kürzlich in Amsterdam gebildete internationale Kommission für den Diamantenhandel in Antwerpen zu einer ersten Besprechung zusammentreten. Die Kommission wird vorläufig aus je 6 Vertretern der Amsterdamer und der Antwerpener Diamantenindustrieverbände bestehen.
Frankfurter Börse.
(Eigener Drahtbericht deS „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt a. M., 14. Juli. Tendenz: schwächer. — Rachdem noch im Dormittags- verkehr namentlich für Montanwerte feste Kurse genannt worden waren — Mannesmann: mit 206 Prozent — erfuhr die Tendenz zu Beginn des offiziellen Verkehrs eine merkliche A b s ch w ä ch u n g bei etwas ruhigerem Geschäft. Das Privatpublicum scheint sich wieder reservierter zu verhalten, vor allem drückten aber die schon gestern abend bemerkbaren Gewinnsicherungen der Spekulation auf das Kursniveau. Auch soll von Großbankseite viel Material an- geboten worden sein, wofür sich der Markt nicht aufnahmefähig erwies, zumal das Kommunique des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht über die Reuyorker Besprechungen verstimmte, indem er vor allem Anleiheverhandlungen dementierte. Am schärfsten in Mitleidenschaft gezogen wurden Elektropapiere, die gegen die gestrige Abendbörse bis zu 1 Prozent verloren. Siemenswerte waren in erster Linie Angeboten. Im allgemeinen betrugen die Rückgänge 1 bis 3 Prozent. Relativ gut gehalten blieben Z e l l st o f f w e r t e. Stärker abgeschwächt waren Deutsche Erdöl. Renten ohne Geschäft bei abbröckelnden Kursen. Im Dörsenverlaufe zeigte die Tendenz zunächst Reigung zum weiteren Rachgeben, doch konnten sich später die Kurse aus Deckungskäuse wieder etwas erholen. Ra- mentlich Elektropapiere konnten ihre anffing- lichen Kursverluste fast ausgleichen. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld zu 7 Prozent stark gesucht.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^
Berlin, 14. Juli. Rachdem die Kurse schon im Dormittagsverkehr eine uneinheitlich ck Tendenz gezeigt hatten, und man ein gewisses Entlastungsbedürfnis der Spekulation feststellen konnte, zeigte sich zum offiziellen Beginn, daß die nur in geringem Matze vorliegenden Publikum-Orders nicht ausreichten, um ein Abflauen de r Kurse zu verhindern. Bei uneinheitlicher Kursentwickelung waren besonders die lehttägigen Favoriten stärker gedrückt und bis 7Prozent s ch w ä ch e r. Der Geldmarkt zeigte keine Erleichterung. Tagesgeld 7 bis 8 Prozent. Monatsgeld 8 bis 9 Prozent. Geld soll international gleichsalls recht angespannt sein; England hat seinen Diskont jedoch heute unverändert gelassen. Heimische Anleihen und fremde Renten ruhig und kaum verändert. Im Verlaufe hielt die Abgabeneigung der Börse an. Die Kurse gaben zumeist 1 bis 2 Prozent nach. Stärker gedrückt waren Spritwerte um 3 bis 4 Prozent, ferner Ilse minus 3 Prozent. Dagegen konnten sich Harpener, Bemberg und Charlottenburger Wasser um 1 bis 2 Prozent erholen. Deutsche Waffen, die ziemlich fest mit 91 einsehten, gaben im Verlaufe wieder 2,5 Prozent ihres Gewinnes her.
«yviinfvimer
(Eigener Drahtbericht des „Gteßener Anzeigers".)
Frankfurt a. M., 14. Juli. Ausland- getrciöe liegt etwas fester. Mais erhöhte seinen Preis gegen gestern. Der Streik bei den Mann- henner Mühlen wirkte sich zwar auf Mehl nicht aus, dagegen auf Kleie. Die amtliche Rotie-- rung für Weizenkleie ist dementsprechend er- höht worden. Futtermehle sind weiter gut ge
fragt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 31, nom.; Roggen, inländischer, 27.50, nom.; Hafer inländischer, 26; Hafer, ausländischer, 23.50 bis 26; Mais, (gelb), 18.75 bis 19; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 40.50 bis 41; Aoggen- mefji *37.75 bis 38; Weizenkleie 13; Roggenkleie 14 bis 14.25 Mark. Tendenz: stetig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Juli. Auftrieb: 718 Kälber, 131 Schafe, 466 Schweine. Cs kosteten beste Mast- und Saugkälber 74 bis 79, mittlere Mask- und Saugkälber 68 bis 73, geringe Kälber 58 bis 67; Mastlämmer und jüngere Masthäm- mel, Weidemast 48 bis 50, Stallmast 40 bis 47, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 32 bis 38 Pf. das Pfund. Marktverlauf: Bei ruhigem Geschäft ausverkauft. Schweine wurden infolge des geringen Auftriebes nicht notiert.
Berliner Produktenbörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 14. Juli. Der Witterungsumschlag brachte eine Befestigung der Tendenz, ohne dah das Geschäft wesentlich lebhafter wurde. Die ausländischen Weiz-en-Osferten lauten zumeist höher. Llmsätze kamen genau so wenig tote am Vortage zustande. Die ztoeithändigen Forderungen für Westenroggen sind verschiedentlich entgegeittom- mender, so dah es auch vereinzelt zu Abschlüssen kam. Reues inländisches Brotgetreide ist ziemlich spärlich angeboten, das Geschäft kommt nur langsam in Gang. Die im Ausland zu erzielenden Preise sind mit den Inlandsforderungen schwer in Einklang zu bringen. Am Lieferungsmarkte zeigte sich für Juliweizen starke Deckungsfrage, während Iuliroggen einen leichten Rückgang zu verzeichnen hatte. Die Herbstsichten waren für beide Brotgetreidearten befestigt. Mehl blieb weiter geschäftslos, die Marftlage hat sich nicht wesentlich verändert. In Reugerste fanden verschiedentlich Umsätze statt.
Büchertisch.
— Friedrich Griese: Wittoogel. Eine Erzählung. Mit einem Nachwort von Hans Knudsen. 80 S. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 6751. - Die Menschen, die der norddeutsche Dichter Friedrich Griese darstellt, sind von einer schwerblütigen, verträumten Art, die an die Gestalten Jens Peter Jacobsens erinnert. Stets sind sie mit der Natur, mit der Einsamkeit ihres weiten Landes zu einer seltsamen Einheit verschmolzen; die menschlichen Seelen spiegeln gleichsam die rauschenden Kornfelder, die knorrigen Wälder und tiefen Seen. — In der vorliegenden Erzählung wird die Entwicklung einer eigenartigen nordisch-herben Frauengestalt von der Mädchenzeit bis zum einsamen Tode geschildert. Geschlagene und Sehnsüchtige, Triebgequälte und Erlöste, Starke und Unterliegende sind mit ihrem Schicksal verwoben, das über die Wirklichkeit der Er- fd)einungen hinaus auf eine höhere, übergeordnete Welt bezogen ist. 276
— Einen Abriß der hessischen Geschichte gibt Professor W. M. Becker vom Darmstädter Realgymnasium als Anhang zu Pinnows Lehrbuch der Geschichte In kurzer, prägnanter Bearbeitung. (Verlag B. G. Teubner, Leipzig.) 180
— Marga Passon : „M i ch a e l, der Abenteure r". Verlag Ullstein, Berlin. — Michael Borodin ist, im wirklilyen Leben, der geniale Organisator der chinesischen Revolution, der Asien in Bewegung und Aufruhr brachte. Nicht zufällig trägt der Held dieses Romans den gleichen Namen. „Borodin, der Abenteurer" ist vom gleichen Format, ein Mann, dem Europa zu klein ist, der zur vollen Entwicklung seiner Kraft die ungeheuren Maße Asiens braucht. Bezwingend, überwältigend bricht er ein in das dumpfe Elend des sibirischen Rußlands. Und was er erlebt, ist ein Heldenschicksal, das mit reicher Phantasie und einer Kraft, die dem großen Vorwurf ebenbürtig ist, gestaltet wurde. 379
— Calderon, eine Auswahl deutscher llebertragungen. (Phaidon-Derlag in Wien VI. Preis für beide Bände Halblieder 26 Mk.) — Calderon war den Romantikern der größte aller Dichter. Sie stellten ihn sogar über Shakespeare, da dieser, wie sie meinten, nur die Leidenschaften und Schicksale zeige, Auf gang und Untergang, Gesetz, Schuld und Sühne; Calderon aber mit religiösem Ernst auch den Sinn des Ganzen und die Erlösung, den göttlichen Blick undWillen über dem irdischen Treiben. In jener Zeit schien es, daß Calderon deutsches Sprach- und Literaturgut werden solle, wie es Shakespeare, Cervantes und Homer wirklich geworden sind. A. W. Schlegel, Gries, Eichendorf und andere bemühen sich als Liebersetzer um ihn, das Wiener Theater (aus geschichtlichen Gründen dem Barock und dem Geiste Spaniens nie fremd gesinnt)
brachte seine Hauptwerke zu lebendiger Wirkung. Das spanische Drama begann seine wieder- erwachte Lebenskraft im Werke der Zeitgenossen zu zeigen, am schönsten in der Dichtung Grillparzers. Doch die deutsche Literatur toanbte sich dann anderen Zielen zu, und die Herrschaft des Raturalismus entfremdete uns Calderon sehr. Unfere Zeit aber ist willig dem Religiösen, dem Ethischen, den dichterischen Visionen und Formen zugewandt, und so ist jetzt die Aufnahmefähigkeit für Calderons ewige Schöpfungen wieder gegeben. Schon fühlen sich die größeren deutschen Bühnen gezwungen, ihn öfter aufzuführen. Reue Bearbeitungen, von Hof- mannsthal und anderen, erscheinen. Die Dichtung der Gegenwart, müde der Formlosigkeit, aber nicht des Ethischen und Geistigen, sucht Anschluß an sormhaste Dichtung der Vergangenheit, der die realistische Rachbildung nur Mittel, nicht Zweck ist, die von den übersinnlichen Leidenschaften des Menschen handelt, vom Sinn und von der Erlösung spricht, — und so muffen wir notwendig zu Calderon kommen. Die Ausgabe des Phaidon-Verlags erscheint im rechten Augenblick und wird Freunde finden. In zwei luxuriös gebrucften und ebenso gebundenen Bänden bringt sie die Hauptwerke Calderons, in Llebersetzungen seiner klassischen Zeit in Deutschland. Als Vorlagen wurden meist die Erstausgaben verwendet; einzelne Stellen wurden sprachlich erneuert. Die Uebertragungen sind zum Teil wörtlich und in den Formen des Originals, zum Teil freier; aber immer getreu dem Geiste des spanischen Dichters und dem der deutschen Sprache. 145
— Rapp, Prof. Dr. Adolf, Die deutsche Monarchie. Eine geschichtliche Betrachtung. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer L Mann). Pädagogisches Magazin, Heft 1129. 36 Setten. Preis 0,80. 353
— Schum acher, Professor Dr. D., Der Staat des deutschen Ordens in Preußen und seine Bedeutung für das gesamte Deutschland. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer & Mann). Pädagogisches Magazin, Heft 1136. 24 Seiten. Preis 0,55 Mark. 353
— Merk, Professor Dr. Walther, Der germanische Staat. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer & Mann). Pädagogisches Magazin, Heft 1151. 60 Seiten. Preis 1,40Mk.— Der Verfasser zeigt mit großem Geschick den Aufbau des altgermanischen Staates, die Beschaffenheit der Staatsgewalt und ihrer Träger und stellt in vortrefflicher Weise als Eigenart des altgermanischen Gemeinwesens heraus seine „volkstümliche Grundlage". Es wird dann die weitere Entwicklung im Mittelalter zum Stam- messtaat und Grohreich, in dem das beutfd; ? Volk zu einer Einheit zusammengefaßt und bi: Grundlage für unser heutiges staatliches und völkisches Leben gelegt wurde, behandelt. 353
— Schwarz, Professor D. Dr. Herrmann, Ernst Moritz Arndt, ein Führer zum Deutschtum Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer L Mann). Pädagogisches Magazin, Heft 1131. 84 Seiten. Preis 1,75 Mark. — All das Treffliche, das Arndt mit feinem visionären Mick für unser volkheittiches Leben auch uns Heufigen noch zu künden hat, ist iji der vorliegenden Schrift äicherst geschickt zusammengestellt zu einer Ericheit, so daß ein geschlossenes und zusammenfassendes Dttd, sowohl von der Persönlich- kett Amdts als auch von seiner Gedankenwelt entsteht. 353
— Adalbert von Chamisso, Gedichte. Herausgegeben von Dr. Ilse Ruland. Mit vier Bildtasän. Klein-Oktav. 236 Seiten. Verlag Strecker und Schröder, Stuttgart. In Dal- lonleinen 3.50 Mark, Halbleder 5.50 Mark. — Die Auswahl begleitet den Dichter in seinem Liebes- und Familienglück, seiner Anteilnahme an fremden Schicksalen und seiner Stellung zum Zeitgeschehen bis zum tiefen Emst seines Lebensabends. Die Auswahl bemüht sich, das Lebenskräftigste aus der Dichtung Chamisios ans Licht zu stellen, wobei die Gedichte den Vorzug erhielten, die, ohne der Erläuterung zu bedürfen, an sich selbst klar verständlich sind, und bei denen auch die sprachliche und künstlerische Fomrung voll geglückt scheint. Der vorliegende Band steht den früheren Ausgaben der Sammlung „Klassische Lyrik" an geschmackvoller Ausstattung in nichts nach und kann allen Freunden Chamisso'scher Lyrik wärmstens empfohlen werden.
349
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Ievisesmarkt Derkm—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Berlin. 13 Ault.
Geld
Brief
Fran;ösische Violen......
Holländische Noten......
16,54
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168,36
169,04
Italienische Steten......
22,97
23,07
Norwegische Noten......
168,68
109,02 59.57 260.5
Deutsch-Oesterr.,Lioo Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
69.33
258.5
112,47
112,93
Schweizer Noten.......
81,16
81,Ä 71,40
Spanische Noten.......
71,60
Tschechoslowakische Noten . .
Ungarische Noten.......
17,45
17,51
73,17
73,47
13. Juli.
14. JllN.
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
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Ämst.-Rotr
168,65
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58,56
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Christiania •
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Kopenhagen
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Stockholm .
112,72
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Budapest. .
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Bulgarien
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Danzig. . .
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Konstantin.
2,155
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Cairo . . .
20.98
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20.99
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angesührten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 6 Prozent
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluh- fiurs
-Uhr- Kurs
Schluh- Kurs
Anfang Kurs
Datum:
13. 7.
14. 7.
13.7.
14. 7.
E’/o Dt Reichsanlcihe v. 1927 Dt Anl Ablös Schuld mit
87.75
86.9
87.9
Auslol-Rechten.....
DesHl. ohne AuSlos.-Rechten
298
_
298
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18,4
18,25
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7% Franst. Hyp.-B!. Go'dps
unkündbar bis )932 ...
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AEG abg Borkricgs-Ob-
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ugationen, rückzahlbar 1932
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4°/0 Ungarische Staats. 6.1910
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14,5
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17
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Hamburg-Amerika Paket. .6
148,5
147,5
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Liamb-Südam Dampssch. .8
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235
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Hansa Dampfschiss ... .6
Norddeutscher Lloyd .... 6
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Barm r Bankverein . io
158.5
157.25
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157
Berliner Handelsgcsellsch. 12 Commerz- und Prtvat-Bk. H
188.5
254
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Darmst. u. Nationalbank. 12
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247
Deutsche Bank......10
171
171
170,5
170,25
DiSkonto-Gcsellschaft Ant. 10
167.5
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Dresdner Bank.....10
Mitteldeutsche Creditbank . 9
177.5
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Frankfurt a.M.
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Lbcrschles. Eiscnb. Bedarf 0
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175 5
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Bereinigte Stahlw. f. >/, I 3
Ctaüt Minen......1 sh
143.75
142.75
178
143,25
Kali Aschersleben ... . . io
KaliWesteregeln . . . . 10
186
193,5
183
193
3. ,4 185,5 192.5
247
182.25
Kaliwerk Salzdetfurth . . 12
I. G- Farben-Jndustrie. 10
Dhnamit Nobel.....0
312,5
311
309,5
151.25
313
Scheideanstall........8
219,5
217
Goldschmidt.........5
RütgerSwcrke........0
Metallgcsellichaff.....10
148
109
140
107,5
190
141.75
107.5
139,75
108
Frankfurt a M
Berlin
Schluh Kurs
1-Uhr- Kurs
Schlutz- Kurs
Anfang Kurs
Datum:
13. 7.
14. 7.
13. 7.
14. 7.
Philipp Holzmann . . . .
12
207.75
207
207,5
206
Heidelberger'Cement . .
8
160,5
162
Cement Karlstadt.....
. 8
190
Wavß & Freitag......
10
173,13
173
—
—
Schultheis Patzenhofer. .
15
—
—
452
449
Ostwerke....... . .
12
—
_
433
—
Ver. Glanzstoff......
15
—
—
733
730
Bemberg..........
Zellstoff Waldhof.....
8
—
_
590
12
330
330
329
331
Zellstoff Aschaffenbura . .
10
215,75
216,5
214.75
Charlottenburger Waffer.
7
—
163
162,5
Tessaucr Gas . ......
8
—
_
215,5
215
Daimler Motoren.....
134
133
134
104
133,5
102,13
Demag ..........
0
Adlerwerke Kleher.....
0
125,25
125
126,5
125,5
Ludw- Loeice .......
1,
294
131,5
291
Rat. Automobil......
6
_
_
Orcnstein L Koppel. . . .
■1
—
—
139
141,5
Linke Hofmann . . . . .
0
—
—
Leonhard Tietz .......
6
_
173
Bamaa-Meguin......
Franks. Maschinen . . . .
0
47.5
_
_
0
80
—
83
Gritzner ..........
7
-
_
Hehliaenstaedt .......
0
6
24
Junghans ........
Lcchwerke..........
124.5
_
124
_
8
—
Mainkraftwcrke......
8
131
—
—
_
Miag............
Nckarsulmer........
10
145,25
146
145
_
8
125.9-
126
126
Peters Union ......
8
125 5
126
Gebr. Roeder.......
10
_
Voigt & Haeffner.....
Südd. Zucker.......
6 0
137,5
154
137,5 151
133,5
156,5
—
Banknoten.
Berlin, 13 Juli.
I Geld
Brie,
Amerikanische Noten. . .
I 4,194
4.214
belgische Noten ......
Dänische Noten......
•
58,68
112,37
58,92
112,83
Englische Noten......
20,41
20.49
I
L


