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Donnerstag, H- Zuli (92r

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. (62 Zweites Blatt

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Veranstaltung.

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für Chor und Orchester gegenüber mit seiner Frische und seinem durchsichtige Stil, em ge­lungener Ausklang der

worden, so hätten nach den unzweideutigen Er­klärungen der Finanzminister der Länder die Vertreter der Länder im Reichs rat ihre Zustimmung versagt. Der Reichstag hätte dann die Möglichkeit gehabt, durch Aufbringung einer Zweidrittelmehrheit seinen Willen durch' zusetzen. Richt etwa den Willen auf Aus­zahlung, sondern bloß den Willen auf Herbei- ührung einer Regierungskrise, denn dah der Reichsfinanzminister einen solchen Beschluß des Reichstages nur mit seinem Rücktritt beantworten konnte, wird niemand zu bestreiten wagen. Dann hätten die Beamten statt der Ge­wißheit auf Auszahlungen zum I. Oktober nichts als die Sicherheit auf Vertagung auf un­bestimmte Zeit gehabt.

Daß sich die Kommunisten um die Wirkung chrer Agitationsanträge den Teufel scheren, weih jedermann. Niemand wird in den Verdacht kom­men wollen, diese Anträge ernst zu nehmen. Peinlicher ist das Verhalten der Sozial­demokraten. Von ihnen, die sich rühmen, diesen Staat geschaffen zu haben und deren Sprecher überall, wo sich die Partei in einer Regierung befindet, den Oppositionsparteien so gern die Pflicht zu staatserhaltender Mitarbeit predigen, muß man mehr Verantwortungsgefühl verlangen. Bei dem geschäftigen Bestreben, die jüngsten Deamtendemonstrationen parteipolitisch auszuschlachten, haben sie völlig vergessen, daß sozialdemokratische Reichskabinette Herzlich we­nig für die Beamten übrig hatten, und daß der erste Demonstrationszug von hungernden Beam­ten im Dezember 1919 vor das Reichskanzler- polais marschierte, in dem damals der Genosse Bauer residierte.

Deamtenfreundlichkeit wird man es auch nicht nennen können, tooä die sozialdemokratischen Redner im Haushaltsausschuß über die Beteili­gung der im Reichsdienst stehenden Arbeiter an der Besoldungserhöhung der Beamten zu sagen wußten. Ich habe oft zum Ausdruck ge­bracht, daß es nicht angeht, Bcamtengehalt und Arbeiterlvhn in eine feste Relation zu bringen. Das ist auch jetzt abzulehnen. Man kann aber an der Tatsache nicht vorbeikommen, daß das Reich (und ebenso natürlich Länder und Ge­meinden) seit langem den Arbeitern sehr viel mehr Lohn zu zahlen hat, als die Beamten Gehalt bekommen. 3n Berlin bekommt ein 24 Jahre alter Pvsthelser vom ersten. Tage seiner Tätigkeit an so viel wie ein bejahrter Postschaffner 12 Jahre nach seiner planmäßigen Anstellung. Soll nun die zur Verfügung stehende Summe wiederum zwischen Beamten und Ar­beitern geteilt werden? Diese kihliche Frage wird von den Sozialdemokraten bejaht. Sie wird von jedem rechtlich denkenden Arbeiter verneint wer­den. Sie wird manchen Beamten die Augen über die Deamtenfreuridlichkeil der Sozialdemo­kratie offnem

wird dadurch verzögert, aber rächt gefährdet. Der § 87 des Reichsversorgungsgesehes stellt überdies die Kriegsbeschädigten völlig sicher. Wenn das Reich Mittel für Desoldungsaufbesse- rungen zur Verfügung stellt, dann gehören davon in Auswirkung gesetzlicher Vorschriften 47 Prozent den Beamten um) 53 Prozent den Kriegsbeschä­digten und Kriegshinterbliebenen.

Die Regierungsvorlage soll nach dec Zu­sage des Reichsministers der Finanzen noch im

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t Dr. Temesvarh erwiesen, wie man selbst in einen: durch die Ver­hältnisse gegebenen Rahmen künstlerische Werte zu heben vermag, wenn eine geeignete Persönlichkeit die Führung übernimmt. in

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Rumänien und Deutschland

Aus den Memoiren Alexander Marghilomans.

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Juli fertig werden, und bei gutem Willen muß es dem ReichSrat gelingen, sie bis Mitte Sep­tember zu verabschieden. Dann kann der Haus­haltsausschuß des Reichstags im September ans Werk gehen. Je weniger in diesen! Ausschuß ge­redet und je mehr gearbeitet wird, je schneller kommen die Beamten aus der Zeit der am 1. Oktober beginnenden Abschlagszahlungen heraus und in den Besitz der vollen Gebührnis- erhohungen.

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können." ,

Dieser Antrag wurde «ach den unvermeid­lichen Agitationsreden angenommen. Gewiß ist damit nicht alles erreicht, was die Beamten­schaft mit gutem Recht erwarten konnte: näm­lich eine sofortige Hllfe. Andererseits wird jeder, der nicht geschmacklos genug ist, um aus der Enttäuschung der Beamten Vorteile für die Partei zu ziehen, zugeben müssen, dah nocf) Lage der Verhältnisse eine bessere Lösung nicht mög­lich war. Deutlich bringt die Erklärung zum Ausdruck, dah die Verantwortung für ine uter- zögerung in erster Linie die Regierungen der Länder zu tragen haben, just der Länder auch, in denen die im Reich so freigebigen Parteien m der Regierung sitzen.

Betrachten wir doch einmal me AussAten der Oppositionsanträge auf sofortige Auszahlun­gen mit Rückwirkung vom 1. Aprll an und an­deren schonen Dingen. Wären sie angenommen

Was die erforderlichen Mittel anbetrifft, so sind sie längst nicht so hoch wie das im Haus- Halls ausschuh ein Zentrumsredner behauptete. Die erforderlichen Mittel werden aufgebracht werden, ohne daß es notig ist, irgendwelche Steuern oder Abgaben zu erhöhen. Sie müssen aufgebracht werden, denn es ist nun einmal nicht zu bestreiten, dah nach den amtlichen Veröffentlichungen der Lebenshaltungsindex, der zur Zeit, der letzten Besvldungserhöhung auf 122 stand, jetzt auf 146 gestiegen ist. Die gesamte Oeffenllichkeit und nicht zuletzt die verantwortlichen Führer der Wirtschaft sind bereit, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Gute Leistungen sind nur bei ange­messener Zahlung zu erwarten, und der innere Markt kann nicht gesunden, wenn l1/. Millionen Beamten mit ihren Familien schlechte Käufer und noch schlechtere Zahler blei­ben. Die zu gewährende Aufbesserung muß auch durchgreifend sein. Sie muß auf Jahre hinaus ausreichen, damit die leidige Frage der Beamt en- befvldung endlich einmal aus der öffentlichen Diskussion verschwindet.

Die Regierungsparteien hatten die gute Ab­sicht, zugleich mit dem Besoldungsantrage für die Beamten, einen ähnlichen Antrag zugunsten der Kriegsopfer zur Verabschiedung zu bringen. Das wäre nur gegangen, wenn niemand Ein­spruch erhoben hätte, ilnb es fand sich ein kommunistischer Abgeordneter, der den traurigen Mut dazu hatte. Die Annahme des Antrages

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Politische Roten" betiteln sich die Memoiren Marghilomans. Es sind Tagesaufzeichnungen, im Strudel des täglichen Kampfes niedergeschrieben, deswegen aber gerade so wertvoll, weil sie rächt frisiert, zur Verteidigung der eigenen Politik zu­rechtgemacht sind und, die durch ihren ursprüng­lichen Charatter für die Geschichtsforschmrg beson­ders bedeutungsvoll werden.

Wer Marghiloman war, ist bekannt, rumäni­scher Politiker von großem Weitblick, 1913 an die Führerschaft der zweiten großen Partei, der Kon- servattven, gelangt. Deutschlands Freund in freudigen wie auch in bitteren Tagen, das er, der seine Studien in Frankreich absolviert und die französische Sprache wie eine zweite Mutter­sprache beherrschte, wegen seiner Leistungen an­fangs bewunderte, dann liebte....

Er weih aber immer das Interesse sei­nes Landes voranzustellen Gelegentlich des Kronrates vom August 1914 tritt er für die Reu- t r a l i t ä t Rumäniens ein, weil sie juristtsch möglich sei und auch den rumänischen Interessen, nachdem Italien abgesprungen war, am besten entspreche. Allerdings: er fordert vollkom­mene Reutralität, auch die indirekte Brgünstt- gung der Entente, wie sie der damalige Minister­präsident Dratianu übte (durch starke Vermin­derung der rumänischen Getreide- und Erdöl­ausfuhr nach Deutschland), verwirft er. Dem Kö­nig 'Ferdinand sagt er nur allzu ost, dah seine Regierung die versprochene Reutralität nicht nach beiden Seiten innehalte. Die Haltung Dratia- nus macht Marghiloman mißtrauisch und obgleich der damilige Ministerpräsident ihm. als dem Füh­rer derOpposition Seiner Majestät", auch in der Außenpolitik nichts zu verheimlichen vorgibt, ist Marghiloman davon nicht allzu überzeugt. Er fragt sich lange vor dem Kriegseintritt Rumä­niens, schon im Ollober 1914, ob C3; -ianu mchi schon vor dem Ausbruch des Wc.ttcieges, im Mai'1914 gelegentlich des Besuches des russischen Kaiserpaares in Constanza, einen geheimen Pakt mit Rußland, und somit mit der En­tente eingegangen ist. Die Gewißheit seines Verdachtes hat Marghiloman bis zu seinem Tode, soweit aus seinen Memoiren ersichtlich ist, nicht bekommen können. Kürzlich erst, gelegentlich eines Vortrages über dieRumänische Außen­politik bis zum Weltkriege", hat Dratianu diesen Geheimpall zugegeben Allerdings, meinte er, er sei mit Wissen König Carols ge­schlossen worden Was wir uns bis zur Ver­öffentlichung authentischer Dokumente zu bezwei­fln gestatten, da sonst die Haltung König Carols, der durch und durch deutschfühlend war, und sein» Hohenzollern- Abstammung nicht ver­leugnete, unverständlich wäre, hat er doch im Krvnrat vom August 1914 den Krieg an der Seite der Zentralmächte gefordert.

Trotzdem hat Marghiloman bis zum letzten Augenblick nichts unversucht gelassen, wenn schon nicht den Kriegseintritt Rumäniens an die Seite Deutschland zu bekommen, was infolge der inner- politischen Lage und der neuen Königin Maria, einer geborenen Engländerin, unmöglich gewesen wäre, so doch dessen für die Zentralmächte freund­schaftliche Reutralität zu sichern. Alm der Kriegspartei, die sich um Rikola Filip es cu und Take Jvnescu geschart hatte, den Wind aus den Segeln zu nehmen, verlangt er von Oesterreich-Ungarn Konzessionen in Siebenbürgen und in der Bukowina. Aus der Haltung des da­maligen österreichischen Gesandten, des Grafen C z e r n i n, darf geschlossen werden, daß Oester­reich gewillt war, Landkonzessionen im rumani-

Ricolo Piccini, den Gegner Glucks, der aber auf den jungen, alles in sich aufnehmenden Mo­zart sicherlich ebenso stark gewirkt hat und ihm innerlich ebenso fördernd gewesen ist wie Gluck. Dieser Entwicklungsreihe wurde denn mit zwei Mozart-Arien eine Fortführung gegeben. Wäh­rend die zurückliegenden Arien den Ausdruck eines in ihnen festgehallenen Grundaffelles dar­stellen. gleichsam aus einem bestimmten Punlle des Geschehens heraus sich stimmungstärkend ausbreiten, gewinnen Mozarts Arien durch die innere Weiterentwicklung im Individuum, und durch die daraus resultierenden Handlungen wer­den sie zum wirksamen Faktor des Dramatischen.

Die Mannigfalttgteit der einzelnen Arien! wurde im Vortrag durch Sängerindividualitäten! gehoben, die jeder nach eigner Art, dem Vortrag eine besondere Rote gaben.

Irmgard Heermann hat seit ihrem letzten Auftreten an Volumen der Stimme bedeutsam gewonnen. Ihrem Organ scheint die italienische Sprache besser zu liegen als die deutsche. Mit Domenico ScarlattisConsolati, wie auch mit R. PiccinisO notte" und PevgvlesisSe tu marni" erzielte sie starke Wirkungen.

Erich Meyer- Frankfurt besitzt eine sehr weiche Baritonstimme, die recht modulationsfähig ist und starke dramatische Kraft zu entfalten vermag. Sehr ausgeglichen und voll Intensität der Steigerung war sein Crescendo, ebenso egali­siert sein Decrescendo. Sehr geschickt verwandte er die mezza voce und ausgeprägt erklang die affektbetonte Koloratur. Beiden Sängern stand llniversitätsmusildirektor Dr. Temesvarh als berufener Begleiter zur Seite; in den getrage­nen Arien wußte er dem Instrument vrgelhast volle stimmungsgesättigte Klänge zu entlocken. In den Arien Piccinis und Pergolesis traf er stilsicher den Grundcharakter der Werke.

Im zweiten Teil des Programms, der völlig Mozart gewidmet war, bot Lic. I. F. Saun zwei Tenorarien. Herr Laun verfügt von Ratur aus über sehr beachtliche Stimmittel, und ver­steht sehr geschmackvoll und mit innerer Wärme zu singen, den Vortrag zum dramatisck-szenischen Erleben zu steigern und mit seinem Organ hel­dische Kraft zu entfalten, obwohl dieses von Hause aus lyrisch veranlagt ist. Es Ware schade,

Aonzert zum Vesten der Gießener Ztudentenhilse.

Auch wenn man von dem guten Zweck ab- sieht dem das Konzert am Dienstag gewrdmri war so konnte schon die Vortragsfolge für sich Höver in großer Zahl

Aus den Grundlagen, die der Musck im 17. und 18. Jahrhundert gegeben wurden der Höhepunkt des 19. Jahrhunderts erwachtem fStam nun unsere Zeit, die in der Kunst nod) immer in einer Amorientterung begriffen ist, Wieder die Führung sucht mit ruckliegenden Stil- evvchen so bedeutet das gleichzeitig em Zurück- Lehren zu Ausgangsquellen. Denn jene Zeit war nickt allein die Schöpferin von Formen, die maß- aebend wurden für folgende Jahrhunderte, son­dern sie sah im Gegensatz zu unserer formauf­lösenden. ja formzerirümmernden Gegenwart alles in der veredelnden Wirkung des Formalen. Das bedeutete aber für damalige Zeit ein Schönheits­ideal. Und so muhte diese Entwicklung unbedingt ihren Ausgang in dem Lande des Schönheits- kultus nehmen, in Italien. v ,

Während bei uns Deutschen Inhalt und Ausdruck höher geachtet wurden als die Form, trat bei den Romanen der Formsinn als trei­bende Gestaltungskrast hervor. Der schöne Ton wurde zu dem Material, aus dem die Form er­stand (belcanto). Der oberste Grundsatz der Form aber war die Klarheit im Harmonischen, wie auch im Melodischen. Formbeherrschung aber lieh das Virtuosentum hervorsprießen mit allen seinen späteren Auswüchsen im Opernhaften.

So räumte die Veranstaltung dem Sologesang ein breites Feld ein und andrerseits war es zu begrüßen, daß überall die Originalsprache, das Italienische, gewahrt blieb. Denn nur so konnten die Werke ihre ursprüngliche Formung erweisen. Zudem gewährte die Reichhaltigkeit des Ge­botenen eine Erkenntnis der im Stil ruhenden Probleme. In den Händelschen Arien die Abge- llärtheit und ideale Durchsichtigkeit mtt schärfster Prägnanz der Abformung, eine durchaus stac­kere, rein-niüsikalische Komponente atö bei bem Stil Domenico Scarlattis. Denn die Fortbildung der Arie durch Pergolesi und nicht zuletzt durch

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Der Finger.

Von Liesbet Dill.

Das Silber stimmt, Marie."

Kann ich dann gehen, Frau Gräfin?"

Ja, gehen Ste nur und seien Sie Punll elf bei Baron Oeste, um mich abzuholen. Vergessen Sie aber nicht wieder Ihre Schlüssel."

Rein. nein. Ich hab sie bei mir. Die alte Wirtschafterin nahm den Schal um und schlug die Tür hinter sich zu. Die Gräfin begann das Sil- ber fortzuräumen, das nach dem gestrigen Dmer noch auf den Tischen stand. Sie tat die Bestecke in das Safe, das in der Wand eingelassen war. Dann hing sie das Bild, eine sehr verdunkelte Copie eines Brueghel. das diesen Geheimschrank verbarg, in welchem sie Silber, Schmuck und Pa­piere aufzubewahren pflegte, wieder an seine Stelle und betrachtete die rotseidenen Vorhänge ihres kleinen Boudoirs, das di« Wohnung nach einer Seite abschloß. Die Vorhänge hingen immer noch schlief, obwohl ste der Tapezierer gestern erst aufgesteckt hatte.

Sie strich mit ihren fernen, ringgeschmückten Händen die Fallen des steifen Damast gerade. Ste war schon in Gesellschaftskleidung, denn sie hatte sich bei ihrem Freund Oeste für den Abend zum Bridge angesagt. Am Sonntagabend ging sie immer aus. Dieser Tag hatte etwas Unheimliches für sie, besonders gegen Abend, sie mochte Sonn­tag abends nicht allein bleiben in ihercko sttllen Wohnung. , . ,

Die Gräfin war eine reife, aber noch tefir mutige, schöne Frau von jener nordischen Raste, die nicht früh verblüht. Eie stellte fest, daß das neue Kleid aus erikaroter. weicher Seide mit dem roten Süllschal unter der matten Perlenkette sie I sehr gut kleidete.

schen Seil der Bukowina zu machen, daß aber alle diese Verhandlungen von der Budapester Politik des Grafen Tisza zum Scheitern gc^ bracht wurden. Graf Tisza widersetzt sich sowohl kleinen Grenz-Korrekturen, wie auch der Gewäh­rung größerer politischer Freiheiten an die Sieben­bürger Rumänen, das alles verschiebt er bisnach dem Krieg". Hier erleidet die deutsche Po­litik in Rumänien ihre erste große und tooljl auch entscheidende, allerdings nicht allein verschul­dete Schlappe, als die Reichsregierung auf die Intervention des deutschen Gesandten, Herrn von dem Dusche, mit ihren Demarchen in Budapest nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Marghiloman, der mit Recht gehofft hatte, durch die gewährten Konzessionen großen Eindruck auf die öffentliche Meinung zu machen, die von den erzählten Leiden der Siebenbürger Rumänen stark aufgepeitscht war und der zu jener Zeit die nicht zu unterschätzende Chance hatte, die Regierung Bratianu zu stürzen und selbst ei^e den Mittel­mächten freundliche Regierung zu bilden, stellt alle seine Bemühungen ein. In seinen Memoiren äußert er sich mit größter Bitterkeit über diesen ^D^^Rad des Geschickes, unaufhaltsam im Rollen, nimmt weiter seinen Lauf. Rumänien er» klärt am 14. August 1916 den Krieg. Im Kron- rat beschwört der König Marghiloman, in das damalige Kabinett einzutreten.Ich kann eine Kriegserklärung gegen Deutschland nicht unter­zeichnen", war Marghilomans Antwort. Der Kö­nig:Dann später". Marghiloman:Wenn cs schlecht gehen sollte, werde ich hier sein, um Ihnen zu helfen". Der König:Ich rechne auf Ihre Unterstützung". Marghiloman:An schwar­zen Sagen werden Sie mich sinden". Marghilo­man bat Wort gehalten. Als die rumänische Front Anfang 1918, infolge der Dolschewisterung Rußlands, gänzlich zusammenzubrechen drohte, übernahm er die Regierungsgewalt und schloß den Frieden von Bukarest, den besten Frieden, den die Zentralmächte Rumämen damals gewähren wollten. Dabei hat er, haupt­sächlich gegen Kühlmann, einen förmlichen Kampf zu führen gehabt, um die Krone für König Fer­dinand zu retten.... rr

Als später, tm Rovember 1918, der Waffen­stillst and auf der Westfront geschlossen wurde, wurde Marghiloman auf Wunsch der Enteiste tote ein Diener entlassen. Roch mehr: sanstllche Gesetze seiner Kammern verfielen gesetzwidriger­weife der Annullierung. Marghiloman und seine ehemaligen Minister erheben beim König Protest, sie, die Konservativen, erinnern an seinen Ver­fassungseid, der ihm »erbot, gesetzmäßig zu­stande gekommene Gesetze zu annullieren. Und in seinen Aufzeichnungen findet Marghiloman bittere Worte für diesen königlichen Dank ihm gegenüber, der die Krone iwch Anfang des Jahres geret­tet... Das Schicksal geht aber seinen Weg weiter. Marghiloman wird nunmehr von den Staatsge- schästen ferngehatten, er ist derVerräter", der mit Mackensen paktiert", derden schmählichen Frieden von Bukarest" unterzeichnet hatte.. König Ferdinand läßt dies alles zu, auch daß die Marghiloman-Partei, die konservative, gele­gentlich der Wahlen, durch die Verwaltung jeg­licher Propagandamöglichkeit beraubt, leer aus­geht. Rur bei schwierigen Situationen holl sich der König immer noch Rat bei Marghiloman. Manch­mal allerdings ganz geheim. Durch Mittels­männer. Der König war sein eigener (befangener.

3n die aktive Politik greift Marghiloman nicht mehr ein. 1924 erkrankte er an einer unheilbaren

Die Besoldungsreform.

Don Albrecht Morath, M.d.R.

In der Sitzung des Reichstages am 2. Juli gab der Vorsitzende der Fraktion der Deutschen Vollspartei für die eigene Fraktion und die Frak­tionen der Deutschnationalen Vollspartei, des Zentrums und der Bayerischen Dolkspartei fol­gende Erklärung ab:

Die Regierungsparteien sind sich darin einig, daß die drückende Rotlage der Be­amten eine möglichst schnelle Verab­schiedung der von der Regierung angekün­digten Vorlage zur Erhöhung der Be­amtenbesoldung verlangt. Sie fordern, daß diese Vorlage, die seit Erlaß des letzten Besoldungsgesetzes vom 1. April 1920 aufgeführ­ten Mängel abstellt und den Beamten aller Gruppen die Lebenshaltung ermöglicht, auf die ste nach Vorbildung, Verantwortung und Lei­stung Anspruch haben. Sie geben ferner der Er­wartung Ausdruck, daß die Länder und Ge­meinden sich dem Vorgehen des Reichs an- schließen. Sie verlangen, daß die den aktiven Beamten zu gewährenden Verbesserungen auch den Warte st andsbeamten und Ruhe­standsbeamten, sowie den Hinterblie­benen zukommen.

Rach den Erklärungen des Reichsministers der Finanzen, sowie der Finanzminister der Län­der und ihrer Regierungen, daß eine Möglich­keit zur Erhöhung der Deamtenbezüge vor dem 1. Oktober d. I. nicht besteht, haben sie sich, um die Einheitlichkeit der Besoldung unter den Beamten des Reichs, der Länder, der Ge­meinden und der Körperschaften des öffentlichen Rechts zu wahren, trotz schwerster Bedenken lei­der entschließen müssen, den dringenden Wunsch auf Auszahlungen vor dem 1. Oktober zurück­zustellen. Die Regierungsparteien verpflichten sich jedoch, dafür zu sorgen, daß die Reichs­beamten am 1. Oktober Abschlagszahlun­gen auf die kommende Besvldungserhöhung er­halten.

Zur Sicherstellung dieses Versprechens be­antragen die Regierungsparteien:

1. Die von der Reichsregierung beabsich­tigte Vorlage über die Reuregelung der Be­amtenbesoldung gilt, sobald sie dem Reichs­tage zugeht, als dem 5. Ausschuß (Reichs­haushalt) zusammen mit den übrigen zur Reu­regelung der Deamtenbezüge gestellten An­trägen und Entschließungen überwiesen.

2. Sollte die Vorlage vor dem 1. Oktober 1927 vom Reichstag nicht mehr verabschiedet werden können, so wird der zu 1. genannte Ausschuß vor dem 1. Oktober über eine Er - mächtigung an die Reichsregierung Beschluß fassen, in welcher Hohe Abschlags­zahlungen auf di« künftige Desoldungs- erhöhung zum 1. Oktober ausgezahlt werden können.

Die Regierungsparteien sind sich bewußt, dah sie den Beamten nach Lage der gegebenen Verhältnisse mit diesem Anträge am besten die­nen. Die richten an alle Parteien des Hauses die Bitte, dem Anträge zuzustimmen und knüpfen die Hoffnung daran, daß es den Beratungen des 5. Ausschusses gelingen möge, die Vorlage der Regierung in allerkürzester Frist zu Der- abschi^en, damit die Beamten möglichst bald in den Genuß der vollen Erhöhung kommen

wenn diese Stimmen nicht noch durch ein ein­gehendes Studium zum glockenhast strahlenden Erklingen in echtervoce di testa" geweitet würde.

Die Begleitung der Mozartacien führte Ernst Wolff, Frankfurt a. M., sehr geschickt durch.

Es ist mit Recht zu begrüßen, daß Mozarts A-Dur-Klaviersonctte in den letzen Jahren immer mehr den Konzertsaal wiedergewinnt; denn einmal birgt dieses Werk sowohl in der Variationenfolge als auch in den anderen Sätzen eine Fülle von mu­sikalische. Feinheiten, zum andern kann an ihr am besten ein Spieler erweisen, wie weit er in den Mozartschen Geist eingedrungen ist. Paula Seg­nete pianistische Fähigkeiten sind schon früher an dieser Stelle gewürdigt worden. Technische Bril­lanz wird bei ihr aur Selbstverständlichkeit, ihr jeu perlö vermag Mozartsche Passagen zur Stil­kunst zu erheben. Mit der Variationenfolge erwies ie hochmusikalische Durchgeistigung und starken per- önlichen Einschlag in der Phrasierung. Ebenso ver­land sie es, Mozartsche Kantilenen zu blühendem Leben au erwecken. Das Menuett packte ste recht energisch an, und mit sprühendem Vortrag führte sie dasalte turca" durch.

Das Collegium musicum der Universität führte den Abend mit dem ersten Sah aus dem 3. Brandenburgischen Konzert (0-Dur) von I. S. Bach ein. Man lernte hier einen Streicher klang- körper voll satter Fülle, rhythmischer Intensität und vornehmster Abtönung kennen. Die Crescendi entwickelten sich machtvoll, und bei aller Klanq- größe erstand alles in durchsichtiger Klarheit. Die führenden Jnstrumentalstimmen sielen sehr angenehm auf, und in den einzelnen Episoden war der Vortrag überaus fein nuanciert. Ein beredtes Zeugnis für das Durchsetzen der künst­lerischen Persönlichkeit Dr. Temesvarhs auch in diesem Kreise. Mit der Begleitung desAve verum" und desOffertorium" legte dieser Klangkörper weitere Proben seines Könnens ab.

MozartsAve verum" wurde zu einem großen inneren Erlebnis: aus dem Richts sich er­hebend, verllärt entschwindend, mit dramatischen Steigerungen und idealer Ausgeglichenheit des Chvrklanges. Diesem Werk aus dem letzten Lebensjahr beä Meisters stand am Schluß das Offertorium pro festo sancti Joannis Baptistae"

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