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Nr. 88 Zweites Blatt Lietzener Anzeiger fSeneral-Anzelger für Gderhesienj öonncrsiag, H. April (927

bcutungepolitil der französischen Drüben! hing aufbringen muh. erst recht erkennen.

einen ®ott) in» Werk

die also Erweckte nahm mahl. ^Beider Sohn sei

Worin beruht aber gleich» stoischen diesem ttlen Märchen und der

gemein, daß sich eine Wandlung begibt; während indessen der griechische Mythos lyrisch-idyllisch erzählt, kann die Komödie ihren dramatischen Antrieb nur dadurch bekommen, dah die Wand- Menschen «durch einen

Auch die Preisbildungspolitik der französischen Gruoenverwaltung ist diktiert von dem Gedanken einer rigorosen Ausbeulung der wirtschaftlichen TTotlage. in der sich die übrige Saarindustrie befindet. Der Preis der Saar-

Paphos gtwc'enJ das Dritte des Der- dichterisch zarten, an­handfesteren Form der

für die Belastung des Deutschen Reiches pro Kopf der Bevölkerung 19 Wk. im Jahr an- sehen, so kann man die Höhe dieser Steuer­last. die die Saarbevölkerung infolge der Aus- 'fischen Drubenverwal»

Giehener Stadttheater

Vernarb Lhaw:Pygmalion ".

solche Deltbetrachtung des George Bernard Shaw paht endlich ausgezeichnet die Entwicklung einer andern Figur des Stückes, jenes WüÜkutschers nämlich, der Slizas Baker ist und auherdem ein naher Verwandter von Gerhart Hauptmanns prachtvollem Landstreicher Gau. Hier wird ein alkeS. menschlich und künstlerisch gleichmäßig wert­volles Mohv (das schon der Däne Holberg ein­führte) wieder ausgenommen: was geschieht, wenn ein armer und geringer Mensch unversehens reich und mächtig wird? An dieser Nebenfigur allein, wenn es sonst nicht empfunden würde, ist zu er­weisen. warum das Stück eint echte Komödie ist.

hing an einem lebendigen andern Menschen, nicht c. gesetzt wird. Das Londoner Blumenmädchen Sliza Doolrttle ist ebentoehr das ..Werf' des philo­logischen Professors Higgins, wie jene Plastik das Werk des sagenhaften Griechenmeisters war. Aber dort war die Liebe daS Erste ein erregendes Mo­ment; hier ist die Liebe das Letzte, ein Ausklang, deslen man nicht einmal ganz sicher ist. Shaw fängt das Motiv eigentlich da auf, wo der Mythos zu Ende ist. Die Sage hat darauf kommt es an - nur einen Menschen, ein Herz.

ein starkes Gefühl. Die Komödie verdoppelt dies alles; «natürlich spielen noch mehr Pcrlonen mit. ober das ist für das Pygmalion-Motiv zunächst unwesentlich.) Und da die Berdoppelung zu- gleich eine DegenüberftcUung in sich schließt. so trnrb das Ganze dramatisch möglich und szenisch brauchbar.

Für Shaw geht es ja nicht, oder doch we- nqzftcns nicht in erster Linie, um die Liebe, dazu sieht er die Welt viel zu ironisch und viel zu sehr als Sozialist; ihn beschäftigt wie vor­her etwa Wildenbruch (.Haubenlerche") und nachher etwa den Rusten Urwanzow (.Das Tierchen") vor allem der mögliche Ausgleich zwischen zwei sozial grundsätzlich getrennten Schichten. Dies ist an einem Einzellall zu prü­fen'. deshalb muh der Profestor aus dem Kind der 6trabe eine Dame der Gesellschaft machen. Sie bleiben sogar nachher zusammen. Lehrer unb Schüler, der Meister und sein Werl: aber der britische Sprachforscher ist doch kein griechischer Bildhauer: mit dem Gefühl, mit dem Herzen nut der Liebe geht Shaw sehr sparsam und vor­sichtig um; wenn dergleichen kommt, kommt es auf Umwegen.

Biel wichtiger sind ihm jedenfalls idenn kein Mensch kann aus seiner Hauk- die dankbaren Rebenmotive, die auch Dudenbruch und Ur- wanzow sich nicht entgehen liehen Shaa hat bei seiner Wandlung bte schönste Gelegenheit. um sich zu hauen das tut er überhaupt gern und aus eingeborenem Temperament. unb die beliebte und geräumige Zielscheibe ist von alterSher die sogenannte Gesellschaft. Und in

kohle steht Ira e.nnn halbe Jahr vierzig Pro­zent über dem Pre.S der Xuhrkohle Da es der Saar n^ustne nicht mbgliä ist. and.re Kohle zu Welnnarltvre len herancub.kommen, must He wohl oder übel de ver'.angtei imecrr.äS igeit Prc.'e der 'ran^ i chen Drubenrerwa.tung be- zahlen D.cle eigentüml chen Geichä urrattden tpedm er'i r.chk klar w.nn man et äfret. dast : c Saarloh e in 1 r a n 1 r . ch bebeu < ö n e- d r 4er ;. r aut iv.rd als im Sargcu.et dast insbesondere auch die französischen G« «U« schäften .m S-aarste.'ct 'elbst die Kohle erheblich . i. als ihre d

T eie <vstemaki che Benachteiligung der deutschen Industrie hat denn auch zur S.-'.ge dast die Arbetsmarktverhultnisf« im Saar- Sebiei heute denkbar schlecht hnb. obwohl die

!ruhen mit einer Förderung von Über 13 Mil­lionen Tonnen im Jahre 1926 die Erichen*- Produktion beinahe wieder erreicht haben

2loch e.ne andere Tatsache die schlaglicht­artig die wirkliche Lage an der Saar beleuchtet, bcrb.ent in weitesten Äre.kn bekannt zu »er­ben Französische Bergwertsfirmen In Loth­ringen haben 1923 - mit der Verwaltung der minct domaniales de b Sarre einen Ver­trag al'geschlossen. der von der franzö- »ischen Regierung und dem vollkommen unter 'ranzös.ichcn «Jintluh stehenden saarländischen Obcrbergami auch sanktioniert ist. nachd.-m die­sen franzö i'chen Gesell'chaften der Abbau ge­wisser saarländischer Kohle.iselder gestattet ist. Völlerr.chtl d) wäre nun die einzigste Möglich­keit. diese Felder abzubauen. wenn auf saarlän­dischem Gebiet ein Schacht niedergebracht würde, mit dem diese Kohle erschlossen würde. Tat­sächlich Haden aber die Franzosen von Ihren lothringischen Schächten aus Stollen in das Saargebiet getrieben und tauben nun im wahrsten S.nne de» Wortes die Kohle. Dieses jeder rechtlichen Grundlage entdehrende Vorgehen dcr Franzosen sollte der Reichsregierung die Möglichkeit geben, energisch beim Böllerbund zu protestieren und im Zusammenhang damit das nun schon seit Jahr und Tag von den Franzosen betriebene ?lu»bcutung»,aRem zu brandmarken, damit die Vl.ststände. die dem Lande unaeheure Summen kosten und der Bevölkerung große Lei­den bringen, abgestellt werden.

Als vor einer ansehnlichen Reihe von Zähren bu Komödie -Pygmalion" von G. Bernard Shaw in Deutschland auftauchte und an zahl­reichen Theatern Aufführunasserien erzielte, da begegnete dieses Stück des berühmten Iren bei etn<in nicht unbeträchtlichen Teile des deutschen Pullllums fassungslosem Staunen und mund- aufsperrendem Richt verstehen. Worüber denn alsbald, wie man sich schaudernd erinnert, schreck­liche Anekdoten die Runde machten; zum Stem­pel diese, dast einer, der offenbar auch nichts Genaues wusttc. vielmehr nur »anz von fetve etwas hatte läuten hören, in dunklem Wissens­drang von seiner Ehegtsponlin Belehrung heischte, was cs denn eigentlich mit diesem unheimlichen unta wildfremden Theaterstück aus sich habe und was dies denn um GottoLwillen sei: Pygmalion? Sprach die bessere Hälfte mistb.ll.gend und entrüstet über soviel Ignoranz: .Du bist aber auch ungebildet; das ist doch vas Vieh, das egal die Farbe verändert".

Fremdwörter sind Glückssache, und bie Der- Wechslung mit einem Chamäleon ist nicht geeignet, die Vorgänge auf der Bühne schlichtem Der- ständnis anzunähern. Indessen, die Zeit schritt- fort und wir mit ihr; wir lassen heute den Mund hübsch zu und raten keine Rätsel mehr, erinnern uns vielmehr lächelnd der entschwun­denen Schulzeit unb der seltsamen und wunder­lichen Dinge, von denen die klassische Mytho- logie der Rachwelt berichtet.

Den Kyprcr Pygmalion überkam das er­schütternde Erlern.» einer leidenschaftlichen und hoffnungslosen Liebe. was er sich aber im Acr- »en edtfrntc. war kein lebendiger Meiisch. son­dern ein kühles, totes Bildwerk; die elfenbe.r.emc Figur einer Aphrodite nach Ovid die Statue einet Jungfrau. die er selbst geschaffen halte Sin freundlicher Mythos erzählt nun, Aphrod.te. die sanfte ®ötiin der Liebend en, habe sich der verzweifelten Leidenschaft des Pygmalion er­barmt und der toten Plastik Leben verl.ehen;

der Schöpfer zum De-

he Gewerks chatte» treffen bw Verbindung non Politik und ßeäncrganKatio» lösen will bi einer 'og«ann:en Rcforrn von der Ne gewerkschatt- arbeitet behaupten dast lU ihnen ihr Rech: beschneide und ihnen den Kamp' um ihre Interessen schwerer mache S erlich wirb üler bei damit Lehaadel:» Problem eo *. G werksa.a't und Partc C.aai und orgaris er.ee Lohn- beetgung therretiich zu reden sein Dast das Kab nett jetzt darnu vorstöstt unb m d ef er Gr- famtlnk eine Kraftprobe heraussotdett. da» zeugt nicht gera.'e von weitem Blick, das stärkt m ihm wieder den Flügel, ter b:innen und brausten glaubt mit soge.iann:en Sckarfmacher- gelten die Sache vorwärts bringen zu können.

Schar' gegen 4$.na. scharf gegen Rußland, scharlgeaen die Arbeiter daheim, mit dem Mittel brt Macht -- das w.rd immer mehr hze Parole in diesem konservativen Kab.nett in dem Eham- bcria.n m der Autzenpolit.k deut, ch crlennbat unb Baldwin in bet Innenpolitik weniger deut­lich erkennbar den Kamps der gemäh igten und besonnenen Olemente dagegen führen. Dee ganze Lage aber drängt le.cht in e.nen Wahl­kampf hinein, der nut imperialistischen Schlag­worten gemacht werden soll und für den die Konservativen erwägen, durch Herabsetzung de» Dahlalters der Frauen mehrere M Uionen Stim­men neu zu schaffen und zugleich für >. > zu gc- Winnen. Da» aber Ist reine# Husar ncl und das konservative Kabinett ist in GefHr. eine Stöbe Lhance für den konservativen Gedanken nglands zu verspielen unb zugleich England selbst sehr au gefährden.

Sch'.ießlich: Ist denn das br.ttsche Königreich trotz seiner ungeheuren Reserven auf die Dauer einer A r b e i t s l o s i g l e i t gewach'en. die man zwar als chronisch hinnimmt. die aber deshalb doch nicht das Zeichen eines gesunden Körpers ist? Wie kann Sngland und Schottland die Spanne ausgleichen zwischen bem mangelnden Rahrungstaum auf dem eigenen Boden und der Bevölkerung aus tym, wenn die grosien Übersee.schen Hankelsbezichungen auf Imperia­listischer Grundlage in Frage gestellt werden und wenn eine so ungeheure Finanzlaft auf den Schultern der englischen Boi ^Wirtschaft ruht? Ist es in dieser Krise möglich, das weiter zu entwickeln, was am Schluß der Reichskonferenz für den Zusammenhang des ganzen Weltreiches und die Anteilnahme der Kolonien in ihm nicbergelcgt wurde?

Das meinen w r mit dem Worte, daß das Sr t> b l e m des englischen Weltreiches in vol- m Umfang gestellt sei. Ge fällt nicht heute oder morgen auseinander. Gewißlich nicht! Wer ba8 im Kriege glaubte, wo daS Problem noch stärker und gefäyri.chcr gestellt war. Hai sich ja sehr stark getäuscht Aber eS zw.ugt d.e englische Regierung zu einer Defensive und zu einet Zersplitterung der Kräfte. die im gan­zen den Ginsatz der englischen Macht In Sutopa unb in der Welt lähmt. Das ist da» Merk­würdige: ein Weltreich allergrößten UmfangeS. vielfach erinnernd an das alte Rom. gewiß von unendlichen Ätaftquellen und im ganzen stärkster wirtschaftlicher, militärischer, politischer Potenz, aber diesePotenz" wird durch die heutige große Krise von draußen und drinnen angegrif­fen. erschüttert oder iy Frage gestellt, und sie kann gar nicht, könnte auch von dem größten und energischsten Staatsmann Englands nicht al» fine Einheit eingesetzt werden, um an einer bestimmten Stelle der Welt nach England- Willen eine bestimmte Entscheidung zu erzwingen. So möge man die englische Politik betrachten für die Fragen, die uns am Hetzen liegen, wie die Räumung des Rheinland« unb die Revision des Dawcs-Plancs. und danach abmessen, was die deutsch« Außenpolitik von einem solchen Eng­land für sich reell erwarten und was ein solches England ihr bieten kann, wenn es scinerseits die deutsche Außcnpolltik für irgend etwa- gewin­nen wollt«!

China und das britische Reich.

Außenpolitische Umschau

Dem Prof Dr. Otto Hoetzsch. M d R

W«nn auch b.e Fernwitkungen des chinesi­schen Problems Europa nur intiekl en 1 i - «» ist unter den Sorgen der gro>n Polin! dock, das gewalt gste. das unberechenbarste Richt nur, well niemand we ft was aut dieser elementaren chinesischer. Haitrra becr<;urg schließlich wird, sondern weil m ihr zugleich der wladerausstci^ndi englisch-russisch« Ge-en- <a| gipfrit. well in ihr zugleich sozusag« das Problem bei englischen Welt­reiches überhaupt gestellt wird und w«U schließlich das ganze Verhältnis der Europäer, überhaupt der Weihen zu dem chinesischen Dolst vielleicht überhaupt zu allen Döllem. die <.d> vom Imperialismus und der alten Kolonialpol'ti! bedrückt fühlen, mindestens sehr stark berührr wird

Auf der einen Seite die Eroberung txr Schanghai und der Rankingzwischenfall. auf der an Deren der Dorstoß der Pekinger Regierung gegen die Russen - das zeigt, daß die Cni- Wickelung in Shina dem Höhepunkt der Kr-'c entgegen treibt. 3n jenen Vorgängen ringen die beiben Flügel der Kuomintangpartei rnttcuianber und verschärft sich die englische 'Politik gegen die SÜdreaierung Bei dem überraschenden Dorstoh in Detina aber stellt sich überhaupt die Frage, ob di« Fiktwn einet ch neschen Zentral regte- rung noch aus recht erhallen werden kann. Denn wer hat diese Verletzung der ®|l«rritt>riolität ftnger Zentralregierung unter Wellington Koo? durchgeführt? Di« Pelinger Poliz«i? Die Pe- Ober bi« nordchinesisch« Regierung, also Tfchang- solfn? Unb wer steht dahinter in dem Kon­flikt. der so mit Rußland geradezu absichtlich herausgeführt wird? Auch England? Oder auch Japan? Ober dieses allein?

So vereinfacht sich das chinesisch« Wirr- fak, aber mit dieser Deremsachung wächst gc- rabe bie Größe der Krise, die Gefahr her ganzen weltpolitischen Auseinandersetzung dort überhaupt. Deutschlands Stellung darin bleibt nach toi« vor klar unb eindeutig gegeben, aber was in der Theorie «in,ad) ist. kann In Der ?)razis schwer werden. 3m Süden kann eine remdenseindliche Dewegung auch di« Deutschen treffen und verletzen In Pclin.i wieder ist die Position des deutschen Gesandten Heckel unb schwierig. Sie erfordert ungewöhnliche Festigkeit und ungewöhnlichen Takt, wenn wirklich das diplomatifche Korps sich in dieser Auseinan­dersetzung nicht neutral verhält, sondern aus die Seite des Horben* tritt. Die Fiktion der Zentralreg erung ist damit zerrissen, aber dann hat das diplomatische KorpS in Peking, bat be­rühmte ..Gesand'chaltsv.ertel", das sowohl ein« gesichert« Wohnfiätt« innerhalb der Residenz Vie ein völlerrechtlicher Begriss ist, seine Effistenz- bered)tigung verloren Strikte Reutralt - t ä t Ist nach wie vor für Deutschland geboten und einzuhalten, unb von einet Anerkennung bet Südregierung, die die 5^ommunisten bei uns for­dern. kann natürlich heute noch gar tone Rede sein.

Uns aber Interessiert daran immer mehr Di« Rückwirkung aus England. England kämpft in Ghina um den allen europäischen Imperia­lismus und die Dorzugsstellung der Europäer und kämpst um ein« d«r wichtigsten und wertvoll­sten Stellen in seinem äleberseehandel. Ss fürch­tet bl« Rückwirkungen dieser chinesischen natio­nalen Dewegung aus Indien unb andere Teile seines Weltreiches. Ss hat keinen Bundes­genossen, nicht an Amerika, nicht an Ja­pan und auch nid>t an Frankreich. Ss kam in diesem Kamps auf eine reale Unterstützung von leiten seiner großen Kolonien nicht zählen. So ftcht es in einem schweren Kamps um seine Weltstellung überhaupt

Und dieser Kamps spicU sich ab bei starken sozialen Spannungen daheim und angesichts eines .Deslzits in dem eben eingebrachten Budget von 36 Millionen Psund. Roch mehr: di« HieDcr- lagc der Arbeiter im Bcrgarbeiterstreik will tat Kabinett au-nutzen In einem Gesetz, das

Französische Ausbeuter.

Al- die Franzosen nach dem Frieden von Dersaille- da- Saargebiet übernommen ha­ben. haben sie gehasst, auf dem Wege her ..fried- modernen Komödie? r' ichst ganz all-

waren stellenweise von fataler Wirklichkeits­nahe; sie brachte aber auch die viel schwereren Steigerungen, die die Entwicklung Der Rolle be­dingt. Sie gibt die Wandlung vorsichtig, por­tionsweise, 5ug um Zug; die einzige Möglich­keit. in den Schlußakten glaubhaft Oberwasser zu haben. Don ersreulicher Echtheit war ferner Gessers. zweite Hauptperfon und professoraler Higgins: er traf die nicht ganz leicht zusammen- zufeyende Mifchung der Wefenssarmen dieser von Shaw mit viel Pläsier aus die Bein« gebrachten, stockenglischen Erscheinung: sein gleid^am silben- stechendes. in wort geographischen Qf per t ment en schwelgendes Fachgelehnentum ebenso wie die erfrischenden Temper am ent sausbrüch« und

schrulligen Verstiegenheiten eines unliterarifchen Londermensihen. - Die dritte scharsbrlichtoe -Figur in der Komödie ist der Mullkuilcher. Goll spielte ihn mit dein wenigen Klassen- bewuhtsein eines auf Mittesstandsmoral und bmirgeoHm Lebensstil pseisenden Proletariers .

'päter als hilsslosen und trotz vielem Gelbe iorgenichweren unb unzusriebenen Emporkömm­ling. man sah auch seine Wandlung mit herz- hd^m MUge'-ihl sich vollenden. - Don den gutbdetiten C bargen leien nur noch Dolck (Pickering', Ward« (Frau Higains) unb 3üng- ling <Frau Pearc«) mit Anerkennung genannt.

Dci gutbeseyte Haus schien llch aue gezeichnet zu unterhalten. T^r- Tn.

Vortragsabend in Darmstadt.

Der Darmstädter Soumaliften- und Schriftsteller- oerein oeranftaltetr dieser laa« cm«n Vorlesung», odrnd. der rmem jungen hesfischen Dichter, und zwar Karl ftun Sagner aue G « eßrn . galt Dieser rezitierte größer« Teile aus feinem DramaDer Spielmann Gortes". Zur Ein'ührung hielt Tr E. E. Hoffmann emen Vortrog über Wagner, in bem er dessen Lebenstaus und feine früheren dichte­rischen Schöpfungen kurz skizzierte. DerSxiel- mann GoUes". der der neuen Dichtung den Titel gab. ist dir Tod. dessen Macht unlr Uebermlnbung den Inhalt des Dramas bildet. Des Werk wurde von der zahlreichen Zuhörerschofi m.t stchckicher Er­griffenheit c -'aenommen. (Es strahllr von dem Bert eine religiöse Weihe aus unb es erwies sich als recht geeignet für einen Vortrag in Ker Karwoche. Dem Dank der Versammlung qc6 der Vorsitzende des Str­ems, Geh Slot vrof. Dr. Berger, in höchst an- erkennenden Worten Ausdruck. E. B.

Aus der prooinzialhauplstadt.

Gießen, den 14 Apnl 1927.

Wichtig

für Wandergewerbetreibende.

Die Reich»gewerveordnung macht bekanntlich emen Unterschied zwischen flehendem Gewerö« und Wandergewerbe Rach Paragraphen 41 dis 42 b kann das stehende Gewerbe mnerhalb des Gemeinde bezirk« des Wohnorts oder der ge­werblichen Riederlasfung von einer festen Be­triebsfl alle aus oder als ambulantes Gewerbe QuÄflcübt worden, während das Wandergewerbe nach § 55 ohne Begründung emet gew«rhlid>en Riederlaff ang betrieoen wtrden bad In allen Fällen sind natürlich die 'm einzelnen erlassenen Gmlchränlungen und Dorfchrifrtn. wie Anzeigen. Konzessionen und Besähigungsnachweise. zu b«» achten. Die Ausübung des ambulanten Gewerbes kann nach lj 42 b der Reich^ewert^-ordnung von einer besonderen Erlaubnis abhängig gemacht werden, di« für Einheimisch« durch Gemrinde- beschluß mit Gen«hmigung der höheren Derwal- tungvbehörde. oder durch di« höhere Verwal- tungsbohörde nach Anhörung der Gemeinde­behörde eingesührl fein muh. während für Aus­länder d e Erlaubnis durch die höhere Derwak- tungsbchörde allem auszusprerhen Ul Eine Aus­nahme h ervon bilden für Ginaermifche nur die Erzougn ffc und Waren im tz 59 Zifter 1 und 2 und der Gewerbebetrieb mit Druckfchnftenvon Haus zu Haus". Druckschnsten fe l-ubietm auf öftentlichen Wegen" erfordert dagegen wteterum der Erlaubnis.

Es ist nun die Frage ausgeUiucht. ob auch bet Inhaber eines Wandergewerbe- fcheines zur Ausübung feines Gewerbes an

Die Aufführung war eine zugleich nachdenk­liche unb amüsante Sache; dies ist alles, was das Stück verlangt, mehr brauch« es nicht und bad es n-.cht haben, mit diesen beiden Eindrücken muß der angeregte Zuhörer cnlloHen werden; und soll- er etwa mehr belustig! als in Grübeln versunken nach Hause gehen sollt«, so tarni dies für d e In'zcnicrung nur Gutes bedeuten unb wird den Werl her Komödie nicht schmälern. Daß der alle Shaw auch mil diesem Werk, das unter sein« llcbenswürdigslcn Arbeiten gerechnet werden bad. noch em rundes Dutzend moderner Stückeschreiber leuhllich in den Sack steckt wird dem aufmerk­samen Be'ucher ohnehin nicht entgangen sein.

Icdensalls hatte bei Spielführer Dolck. gul daran getan, bie unbedeutenden Verzierungen unb Einkleidungen. Die Shaw angebracht Hal. nicht unnötig zu Blusf-Dcduchen aufzubausLhen; et ließ Die Sache selbst zu Worte kommen, ganz einfach, mil allem Scherz unb allem Ernst, der in der Komödie enthalten ist. Es gab allerlei gute Gruppen unb szenische Bilder gleich zuerst die Plahregenvedammlung aml Pauls-Portal, bann die zwei:« Begegnung im Dro^e^oren- lab mett die sehr lomilchc G«sellschafls<zene. der Schlußakt m t der Bedchiebung im inneren Gewicht bet handelnden Personen, lKleinigkeiten, das Zimmer bei Frau Higgins wirkt bei geöff­net en Gartentüren erheblich vorteilhafter; die Souffleuse war streckenweise zu laut)

Das aus der Golle ausgelesene Blum en- mäbchen. das tone Wandlung zur Lady unb zugleich bemerkenswerte menschlich.' Entdeckungen erlebt: Sliza Dvollttle war 2llir Kräh wer; sie mach: das sehr drollig. Die etwas mariner.

l.chen Durchdringung" dieses urdeudch« Gebiet für sch zu erobern. Dto< Ho.snung Hal sich in- zw.schen aber als r.n größer Trugschluß er- ».den. was heu e auch Dem fingeUeMtoien Ranonalißen m Frankreich einleuchtet Frank- re ch verleg: nun seine Takt! daraus in den Jahren. ;n denen es d.e Ausübung des Böller- dunk-Mandats m Saargebiet, all? bi» 1935 noch inne hat. mit M nein, d.e denen übelster Kolon-alpolitik gkiAen, aus d.esem deut Ten Lande betaue uwirllcha len. was mög.ich ß Frankre.ch hat durch den Friedensvertrag b.t ehemals preußischen und bayerischen Staats- gruben als schulden- und lastenfre.es Eigen- tum zum Entgelt hn bie zerstörten Gruben in Rordsrankre.ch erhalten Schon bei der Beur­teilung des Wertes dieser Gruben, der zur Er- technuna des Eteueranterles. den der französilche Staat als gröf ter Ar.e.tgeber im Saargebiei Haushalt der Saarreg.crung und zu den Gc- me.nde-Etats zu leist?« hat. notwendig war. wurde dieser Diel z u niedrig mir 34. Mil­lionen angfachen, während kurz« Zelt h.ntortzer der fransöHldH Staat bet der Berechnung des Gewinnes den Wert der übernommenen Gruben mit 400 Millionen angab. um die Derimsung mögl chst gering erscheinen zu lallen. Also eine regelrechte doppelte Buchlührung Während der Wert des eigenen "vermögens viel zu n e- brlg eingesetzt war. wurde dcr Wert des übri­gen steuerbaren Vermögens im Saargebiei mög­lichst hoch eingeschätzt. Die Franzosen über­nahmen einfach die entsprechende Derrnögens- reronschlagung aus dem Jahr« 1913 und l eßen dl« Inzwischen etngetreten« Verarmung der Be­völkerung. eine Folge der völligen Entwertung aller Reichs-. Staats- und Kvmmunalanlechrn. außer acht. Sie kamen so auf ein steuerbares T-rnSgen im Saargebiet von 1 Milliarde Gold- mad

2luf Grund dieser Zahlen hätte der fran­zösische Staat etwa «in Drittel der gesam­ten Steuerlasten des Saargebietes übernehmen müssen Da dieses Ergebnis Frankreich aber n.cht befragte, verfiel es auf den ungeheuren, volkswirtschaftlich in keiner We se haltbaren und dem Artikel 13 des Saarftatuls. der ausdrücklich nur den steuerbaren Besitz zur Errechnung und Verteilung der Steuerlasten zugrund« legt, hohn- sprechenden Ausweg, den Wert der Arbeits­kraft im Saargebiet mit über 800 Millionen in Rechnung zu Lasten des Saargebietes zu setzen, während gleichzeitig die Arbe.tslraft aus Den Saorgruben keinerlei Bewertung erfuhr Durch diese rigorosen Maßnahmen hat es der Iran- zösllche Staat verstanden, den Anteil der vaar- gruben an dem Desamtsteueraufkommen auf fünf­zehn Prozent heradzudrücken Das Unge- yeuerlichste ist aber nun. dah di« französisch« Bcrgwerksverwaltung diesen viel zu niedrig bemeflenen Steueranteil nicht einmal be­zahlt. Das bat selbst der französisch« Abge­ordnete S h a r l o t vor einiger Zeit in der Kam­mer zugegcben. indem er sagte, daß die Drüben- Verwaltung zu dem Gesamthaushalt des Saar- gcbictes 8,3 Prozent beigetragen hab«. Frank­reich treibt also im Saargebiei eint Steuer­hinterziehung übelster Art Das prak­tische Ergebnis für bi« Saarbevölkerung Ist, um daS Butaet nur einigermaßen im Gleichgewicht zu halten, eine Au-nutzung seiner Steuerlraft wie man sie in gleichem AuSmah wohl in to- nern zweiten Kulturland« bat. Das völkerbür.d- lerisch« Saavgeblet, das Den Belaftungen der Reparationen nicht unterliegt, erhebt heute von seinen Bewohnern jährlich auf den Kops gerechnet 37 Goldmark Steuer Wenn man bedenkt, daß die In diesen Dingen sicherlich unparteiischen DaweSplan-Sachvedtändigen als äußerste Grenz«