Nr. Il Drittes Blatt
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Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)
Wirtschaft.
Der reulsch-^ranzöfi;che Äaiivsrtrag.
Das deutsche Kali SynDikat übergibt der OeffcntLichkeit den am 29. Dezember in Paris unterzeichneten Vertrag zwischen dec d e u t- fchen und der sranzösiichen Kaliindustrie. Dem Vertrage entnehmen wir u. a. sol- gendes:
Zur den Fall, daß der Verkauf von 340 OCO Tonnen Kali im Laufe des fünften Jahres nicht erreicht wird, wird vereinbart, daß unter allen älmständcn vom Anfang des sechsten wahres ab die Quantitäten, welche über den höchsten Jahresumsatz^ der fünf ersten Jahre hinausgehen, im Verhältnis 50 zu 50 geteilt werden. Veide Parteien sind verpflichtet, per 10., 20. und ultimo jeden Mona's die genauen Ziffern über die Aufträge. Verladungen und Verschiffungen aufzugeben. Vor Schluß des Dünge- bzw. Dor- rechnungsjahrcs soll auf jeden 'Fall ein voller Ausgleich der Deteiligungszissern erreicht werden. Wenn derselbe infolge höherer Gewalt nicht möglich ist. so erfolgt der Ausgleich entweder durch Rachlieferung oder dadurch, daß die in Vorsprung gekommene Partei an die im Defizit gebliebene Partei eine Vergütung von 15 Proz. Brutto des Erlööpreises in den in Betracht kommenden Ländern zahlt. Es wird eine Kontrollkommission ernannt, welche die Richtigkeit der von beiden Ländern gemachten Angaben ge- gebenensalls zu prüfen hat. Da die Zusammenarbeit den Zweck hat. den Kaliabsah nach den Dedürfnisscn der einzelnen Länder zu entwickeln, Ersparnisse in den Geschäftskosten herbeizuführen und eine unnötige Verteuerung des Kalis für den Verbraucher zu vermeiden, fo soll das vorgesehene Dertellungsverbältnis (70:30 bzw. 50:50) in keiner Weile ausschlicßcn, das; die beiden Parteien die Tonnage von Land zu Land nach einem besonderen älcbereinkomm-m aus'auschen. wenn dies vom vrakti'chen Gesichtspunkt ans ratsam erscheint. Für Differenzen soll die Arbitrage etnrm Sck i dsgerfcht übertragen werden. Bei festgestel^en Verfehlungen werden Bußen bis zum fünffachen Betrage des Objektes und im Wiederholungsfälle innerhalb eines Jahre- bis zum 1 Cf ackert Wert de§ Objektes, für welche die Arbitrage anzurufen ist. der Gegenpartei zuge^prochen Der Dewrag wird auf die Dauer von ?<n tV^ren abgeschlossen, berechnet trm 1. Tlai 1°26 mit der Maßgabe, daß er zu Ende des 7. Jahres nach b-'rav.fge- gangener einjähriger Kündizuna aufgelöst werden kann. Wenn der Vertrag nicht aufgelöst wird, bleibt er bis zum 1 > Jahre in Kraft und verlängert sich bei einjähriger Kündigungsfrist stillschweigend von fünf zu fünf Jahren.
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• Reue Verhandlungen der I. G. Farbenindustrie mit den Rheinstahl- Großaktionären? Wie der DHD. erfährt, hat die I. G. Farbenindi'.strie bzw. ihr nahestehende Kreise die Verhandlungen mit den ©roRaftinrär-n bei Rheinstahl zwecks Erwerb dieses Ak's-mpaketes wieder ernsthaft aufce.xom- men. Es handelt sich um den Besitz der sogen. Arenberg-Gruppe. die unter Führung des Auf- sichtsrats"vrsi''enden von Rheinstahl, Bergas^cs'or Krawehl. steht. Diese Gruppe dürste mehr als 25 Vrozent des Aktienkapitals von Rheinstahl besitzen, könnte also die endgültige Angliederung der Rhinischen Stahlwerke an die I. G. Farbenindu'trie mit sicherer Sperrminorität verhindern. Angesicht; der aussichtsreichen Versuche der Ruhrkohl nindustrie auf kohlechemischem Gebiet scheint die I. G. Farbenindustrie auf eine baldige Angliederung von Rheinstahl, die nach ihren bisherigen Verlautbarungen erst für spätere Gelegenheit vorgesehen war. Wert ?u legen, um nach erfolgter Fusion als direkter Vertreter in den Verbänden eine sichere Beobachtung ihrer Bestrebungen gewährleistet zu sehen. Aus diesen Gründen Dürfte die I. G. Farbenindustrie bzw. die ihr nahestehenden Kreise neben den bekannten Dörsenläusen in Rheinstahlaktien nunmehr alle Mittel auftoenben. um das erwähnte Minori- tätspaket in ihre Hände zu bringen.
"Verkauf einer Kruppschen Hütte. Zwischen der Friede. Krupp A. G. und der Stadl Reuwied schweben Verhandlungen über den Verkauf der der Firma Friedr. Krupp A. G. gehörenden Hermannsh'lte in Reuwied, die seit Mitte 1925 stilliegt. Wie der WTB.-Handelsdienst weiter erfährt, ist der Verkaufsvertrag unterzeichnet worden und bedarf nur noch der Genehmigung der Behörden. Der Verkaufspreis beträgt 200 C00 Mk. Das Gelände ist 83 Morgen groß. Die Stadt Reuwied will das neuerworbene Gelände für industrielle Zwecke benutzen, und zwar für die chemische Industrie.
Frankjur. ->dc.
Frankfurt, 14. Jan. Tendenz: Rach lebhaftem Beginn wieder ruhig. — An der Effektenbörse blieb zunächst die we.tere Verzögerung der englischen Diskontennäßigung ohne Einfluß, da die ©runbftimmung wieder durchaus s e st lag. Immerhin wurden Tausch-Operationen vorgenommen, besonders in den bisher bevorzugten Bank- und Montanwerten. Gesucht blieben vor allem I. G. Farben, Elektro- und Schissahrtsaltien sowie variable Werte. Rach der Einführung von Kleyer als Terminpapier machte sich eine starke Rachsrage von nominell rund 100 000 Mark geltend, wodurch das Papier um 3 Prozent anziehen konnte. Auch die übrigen Autoaktien konnten sich befe'ligen. Dan C hernie- werten zogen I G. Farben um 2 Prozent an. Elektroaktien lagen freundlich, wem 'ich auch die Besserungen in engen Grenzen hielten. Siemenswerte plus 1,5, Lahmeyer plus 1.25 Proz. Bankaktien überwiegend schwächer. Barmer Bankverein minus 3 Prozent. Am Montan- markt verloren die Werte der Rhein-Elbe- Gruppe 1,5 Prozent, dagegen bleiben reine Koh- lenererte sehr gut behauptet, da im englischen Kohlenbergbau erneut Strei. ge ahr besteht. Kali- aklirn weiter anziehend. Bauaktien lagen sehr fest. Maschi en "erte nur knapp behauptet. Die Rentenmärkte lacen sehr ruhig und ohne nennenswerte Kursre'änfe ungen Der Geldmarkt ist weiter sehr flü'fig, die Sätze waren kaum verändert. Im Devisenverkehr konnte sich die R:ichsmark gegen Kabel auf 4,2135 und gegen London auf 20.4475 befestigen. Paris stellte sich gegen das Pfund auf 122,10; gegen dir Marl auf 110,75. London- Kabel 4,8535.
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Devisenmarkt Berlin—Franksurt a. TL Teleara vh11 che Auszahlung
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Berliner Börse.
Berlin, 14. Jan. Während die Börsenspekulation nur zögernd neue Deckungen vornahm, setzten sich die Käufe des Publikums in recht bedeutendem Umfange fort: Die Banken- kundschaft bevorzugte Einheits - und festverzinsliche Werte, deren Tendenz sich wieder f e st gestaltete. In Termin- und variablen Werten beschränkte sich das Interesse auf Einzelpapiere. E l e k t r o a k t i en wurden stärker beachtet und gingen höher. Kaliaktien start anziehend. Mon tanwerte lagen überwiegend recht freundlich. Zrllstoffaktien bröckelten dagegen weiter ab. Eine günstige Aufnahme fand der Beschluß der Banken. bJm Mediotermin keine Kürzung der Reportgelder vorzunehmen und den Satz aus 7 bis 7' 2 Proz. herabzumindern. Am Geldmarkt hielt die Flüssigkeit unverändert an. Tagesgeld 3 bis 41Proz., Monatsgeld 51 ? his 7 Proz. Warenwechsel zu 45 . Proz. und Privatdiskonten zu 41 . Proz. rege gesucht, ohne daß nennenswertes Material herauskam. Im Devisenverkehr zog die Reichsmark in Reaktion aus die letzten Rückschläge etwas an und befestigte sich auf 4,2135 bis 4.2140 gegen Kabel. Das englische Pfund blieb weiter stabil mit 4 8535. Die übrigen Valuten zeigten keine erheblichen Veränderungen.
Aranksurtcr Getreidebörse.
Frankfurt, 14. Jan. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 29.25. Roggen (inl.) 25 bis 25.25. Sommergerste (für Brauzwecke» 25,53 bis 27, Hafer (inl.) 20,25 bis 20.75, Mais (gelb) 19,
Weizenmehl (inl., Spezial 0) 40.50 bis 41. Roggenmehl 36.50 bis 37. Weizenkleie 12,53 bis 12.75. Roggenkleie 12,75 bis 13. — Tendenz: Stetig, Futtermittel fest.
Krankenkassen und Arzhonorare.
WSR. Frankfurt a. TL, 13. Jan. Der Landesverband Hesse,, und Hessen- Rassau des Hauptverbandes Deutscher Krankenkassen, dem cu?;er einigen Heueren Kassen sämtliche Or viranlenlassen des Freistaates Hessen und der Provinz Hessen- Rassau angeboren, ha t: seine Arbeitge. er» und Arbcitnehmeroertreter zu ei e Versammlung nach Frankfurt a. TL cingeiaden, um neben andere., u ichtigen, die Kranlenversicherung betret enden Fragen zu dem Erlaß des preußischen Wohlfahrtsmi nisters Stellung zu nehmen, durch den das Arzthonorar um 25 Prozent erhöht uird. Der Geschäfts stih re r deS Landesverbandes, Knoblauch»Darin ladt, gab ein Bild von der Entwicklung der Arztfrage. Er wies darauf hin, daß ein großer Teil der Krankenkassen durch die Erhöhung der Arzthonorare gezwungen werde, die Beiträge zu erhöhen. Dadurch werde das Bestreben der Vorstände der Krankenkassen, einen 'Beitrags- abüau vorzunehmen, verhindert. Im Jahre 1924 seien für den Bereich des Landesverbandes an Arzthonorar 8 411 000 Mark audge eben worden, im Jahre 1925 10 810 000 Mark, also ein Mehr von 28 Prozent. Dabei sei schon jetzt sestzustellen, daß für bas Jahr 1926 die Aufgaben für ärztliche Behandlung sich weiterhin gesteigert hät.en. So beispielsweise Lei der All- gemeinen Or skranlenlane F.an.surt a. M um zirka 12 bis 15 Prozent, so daß sicher im gegenwärtigen Augenblick der schweren Wirt- schaftslri e es nicht notwendig gewesen sei, zu alledem iwch einmal eine Erhöhung um 25 Prozent eintreten zu lassen. Der Redner gab bann von einer ganzen Anzahl hessischer und Hesten- Rassauischer Kassen ge a_eJ Ma e.ia!, a ;ö dem hervorging, daß die Ausgab.'n für ärztliche Behandlung hoher waren als die Ausgaben für Krankengeld an die Mitglieder. Das sei ein Zustand, der dem Zwecke der Krankenversicherung zu. verlaufe, Denn schließlich fei die Krankenversicherung doch für die Mitglieder da und nicht nur für die Aerzte. Es müsse gesordert werden, daß die Verord >ung, durch die den Kassen eine 2eproz-mtige Mehrausgabe zugemutet würde, wenigstens so lange a’tfge.obe.i werde, bis Maßnahmen festgelegt seien, durch die die Kassen vor ruinösen Ausgaben deoahrt bleiben. Die Versammlung nahm schließlich eine Entschließung einstimmig an, in der aufs lebhabte,le bedauert wird, daß der preußische Minister für VoLswohlsahrt sich herbeigelassen hat, den 20prozentigen Abschlag von den Mindestsätzen der preußischen Gebührenordnung für Aerzte mit Wirkung vom 1. Januar 1927 aufzuheben. Zu dieser Maßnahme läge schon um deswillen kein Anlaß vor, als allgemein bekannt fei, daß die Einnahmen der Aerzte in den lebten Jahren sich Derart gesteigert hätten, das t on einer Totlage nicht die Rede sein könne. Speziell im Bezirk Hessen undHes- sen-Rassau häuen üch die ärztlichen Honorare vom Jahre 1924 auf 1925 um 28 Prozent erhöht, eine weitere Erhöhung sei nach den bis letzt festgestellten Ergeb st. en für das Jahr 1926 als sicher anzunehmen. D.e Kassenve.treter lehnten schließlich jede Verantwortung dafür ab, wenn Beitragserhöhungen vorgenommen werden müssen und richten Die dringende Bitte an den preußischen Wohlfahrtsminister, seine Verordnung üi.'Der zurückzuz.e'en. Ferner wurde Der Vorstand des Landesverbandes beauftragt, sowohl bei Der hessischen Regierung, wie aud) bei den Regierungspräsidenten in Wesbade i und Kassel vorstellig zu werden, um ihre Mitwirkung im obigen Sinne zu erhalten.
Buntes Allerlei.
Shaw als Büfjnenfigur.
Shaw und Hall Gaine werden unter ihren eigenen Tarnen auf der Bühne in einem Stück vorgeführt, das demnächst in London gegeben wird. Das Stück, das den Titel „Sein wilder Hafer" hat, stammt aus Dem Französischen, wo Drei berühmte französische Dichter namentlich eingesührt wurden. 11m diese nun durch englische zu ersetzen, hat man sich an Shaw und Hall Gaine gewandt mit der Bitte, ihre Tarnen und Persönlichkeiten Dafür herzugeben. Shaw gab Die Erlaubnis in einem feiner witzigen Briefe, in Dem er schreibt: „Die Sache geht eigentlich den Lord-Kanzler an. Er verbietet gelegentlich die Darstellung wirklicher Persönlichkeiten auf der Bühne, wenn es sich nicht Dabei um solche Leute handelt, die der Lord-Kanzler als Richtse ansieht. Vielleicht bin ich einer von diesen, und in einem solchen Falle haben Sie nichts zu fürchten. Meine Maske ist schon oft auf der Vühne nachgeahmt worden, und ich habe niemals temperamentvolle Künstler daran gehindert, mit diesem Witz auf das Lachen des Publikums zu spekulieren. Ich würde niemals daran denken, einzugreifen, wenn nicht dieser Spaß in der unpassendsten Weise verwendet würde. Sie dürfen versichert sein, daß ich den Scherz nicht übel nehme, wenn er gut gespielt wird."
6h „Tomrnobfer“.
Der „Schlüsselroman", der un‘er durchsichtiger Tlaäle bestimmte Persönlichkeiten darstellt, wird gegenwärtig besonders in England gepflegt, und die Dabei erfolgten Bloßstellungen bekannter Tiänner haben zu einem heftigen FelDzug gegen diese Art Der Dichtung geführt. Aber nicht nur Die Berühmtheiten haben sich zu beklagen, sondern auch ganz gewöhnliche Leute, Die der Beobachtungsgabe ihrer schriftstellernden Freunde zum Opfer fallen. Solche „Romanopfer" gibt es ja auch bei uns. Denn Der Dichter mnß nun einmal nach MoDellen schaffen, und das ist für die Modelle nicht immer angenehm. Deshalb wird man die bewegliche Klage begreifen, Die ein solches Romanopfer in einem Londoner Blatt anstimmt. „Ich erscheine als lächerlich: Figur in einem Roman, der vor einigen Jahren veröffentlicht wurde. Ratürlich n cht unter meinem wirklichen Tarnen, aber Die meisten Freunde des Dichters, Die mich kennen, haben mich sofort in der Romanfigur erkannt. Es war nicht seine Absicht, mich lächerlich zu machen. Aber unglückl cherweise verführt meine Persönlichkeit leicht zur Karikatur,
Sreitag, 14. Januar 1921
und mein Freund ließ sich diese Möglichkeiten in seiner Darstellung nicht entgehen. Er übertrieb meine Geistesabwesenheit, meine unpraktische Lebensführung, meine mannigfachen Seltsamkeiten, die aus einem scheuen Wesen entspr eßen, und erzählte ausführlich die vielen humoristischen Hindernisse, die ein Mann wie ich auf seinem Lebensweg finbet. Alle meine Freunde schüttelten sich über das Buch und sagten, da träte ich Drin, „wie ich leibte und lebte". Mich hat das verletzt. Zum erstenmal wurde mir klar, wie .schrullig" ich andern Leuten erleb.inen muß: das machte mich noch unsicherer und scheuer in jeder Gesellschaft. Außerdem bemerke ich. daß der Eharalter in Dem Buch meine eigene Persönlichleit bei meinen Freunden ausgelöscht hat, die in mir nur noch den Mann im Roman sehen und nicht mehr mich selbst. Die Leute betrachten m ch unbewußt mit einem leisen Lächeln, und in ihre Freundlichkeit m scht sich ein Ten von Geringschätzung. Mein Fall ist Der von vielen Hunder.en, die das zweifelhaf'e Glück haben, m.t Romanschreibern bekannt zu fein. Wir sind DaS Rohmaterial für ihre Arbeiten. Aber während sie das Urheberrecht an ihren Werken haben, haben wir nicht das dlrheberrecht an unferm Wesen."
Gepanzerte Pferde beim Etterkampf.
Die Resormbestrebungen, die den s-anischen Rationalsport, Den Slicrlamps, „menschlicher" gestalten wollen, haben jetzt endlich zu einem greifbaren Ergebnis geführt. D:r spanische TL.n.ftcr des Innern, General Martinez Ani.w. hat einen Wettbewerb ausgeschrieben für Den g cijnetften Schuhpanzer, mit Dem Die Pierde beim St erkämpf ausgerüstet werden tonnen. Wird ein solcher Panzer gesunden und bewährt er sich, Dann soll das Anlegen dieser S hutzvorrichtung bei allen Stierkämpfen zur Psliast gemacht werden. Es wäre sehr zu wünschen, daß man auf diese Weise die Leiden der armen Titre verringerte. Die berittenen Pikadore haben bekanntlich die Ausgabe. Den Stier durch Lanzenstiche zu schwächen und ihn für die Krönung des Kampfes Die Erlegung durch den „CfoaDa", reif zu machen. Die Lanze hat an Der Spitze eine Vorrichtung, durch die Le nur einen Zoll tief in Den Racken des Tieres eindringen kann. Der Stier muß mindestens drei solcher Lanzenstiche in die Halsmu.keln empfangen. Zu diesem Zweäe wird er auf Den Pilador gehetzt, der auf einem Klepper, dem die Augen verbunden sind, des Ansturms harrt. D.r gefchi t? Pikador bringt seinen Stich an, bevor Die Horner des Stieres das Pferd berühren. Aber Die Vikadore. schwere Männer in sehr gewichtigen Kostümen. Die meist auf elenden Tieren sitzen, sehen sich nicht re.n Der Gefahr etnes Falles aus, indem sie Ich rasch vorwärts beugen, sondern opfern lieber ihr Tier und stechen erst zu. wenn der arme Gaul bereits mit Dem Horn des Tieres Bekanntschaft gemacht hat Würden Die Perde nun durch einen Sicherheitspanzer geschützt werden, D.r Brust, Flanken und Bauch bedeckt, und Der nicht zu schwer ist, um Die Tiere an der Bewegung zu hindern, so würde dadurch dem Sticriampf viel von seiner Scheußlichkeit genommen. Cs würden dann weniger Pferde geopfert werfen: die Veranstalter wären in der Lage, besser? und kräftigere Tiere zu laufen, und Die Pckadore würden ihre Pferde nicht so roh behandeln. Jetzt kommt es oft vor, daß man Die Tiere auf unmenschliche Weise blenDet, daß man ihnen Die Ohren mit Sand vollstopst, shwerverwundete Tiere, Die vom Stier au,geschlitzt sind, rasch zusammennäht und wieder in Die Arena treibt. Man beabsichtigt, einen besonderen Aufseher in Den Ställen Der (Stierarenen anzustellen, der Darauf achtet, daß solche Grausamkeiten nicht mehr vorkommen. Die Sticrkämp'er erllären, daß sie diese Reform durchaus billigen. Die eigentliche treibende Kraft aber ist Die sehr einflußreiche TZaDriDer Gesellschaft zum S u.j Der Tiere und Pflanzen, Die zwar nur 203 Mitglieder hat, Deren Komitee aber hervorragende Mitglieder Der Gesellschaft bilden.
Lebte Nachrichten.
Die Gewerkschaslsführer bei (Turnus.
Ju dem Empfang der Gewerk'chastsführer durch den RcichSwirt.cha tsminis.er Dr. Cnrtius wird noch ergänzend milgeteUt, daß auch die Herren Otto und B a 11 r u s ch von den christlichen Gerrerkschas.en und Brot vom Deutfchnatioralen Handlungsgebllfen-Verband eine Unterredung mit Dem Minister hallen, in dem sie ei.-.e Löfung folgender sozial und wirtfchastspolitischer Fra- gen als besonders dringlich hmstellten: Sozialpolitisch: Eine tragbare Zwischenlösung auf dem Gebiete der Arre tszeitsrage bis zum Inkrafttreten^ des Arbeitsschutzgefehrs. Dabei wurde ausdrück.ich hervorgetzoben, daß Der zurzeit vorliegende Entwurf Di.«es Gesetzes Die Ge- werkschas.en kci eswegs be riebi ,e. Ferner wäre eine gute Regelung Der Frage Der Sonntagsruhe, Der Arb.ilslofenverfccherung und Des Be- russausbildur.gsgefeyes nolwendig. — Wirtschaftspolitisch: Baldige pari äiische Ausgestaltung Der öffentlich-rechtlichen Wi.tfchafts- lammem, beschleunigte Durchführung des Ar- b.iisbeschai.ungsprogramms, to.rliame Maßnahmen auf Dem Gebiete Der Kartell- unD Preis« poillik und Die alsbaldige Fertigstellung e'.i.es auf längere Sicht berechneten Wohnungsbaupro- gramms.
Ein Auio verbrannt.
Gestern, Donnerstag, vormittag g?g?n 11 Uhr ist auf Der Landstraße zwischen Hausen und Gießen in Der Rähe des Forsthau'es unterhalb vom Schiffenberg das auf Der Fahrt von ®rü- ningen nach Gießen befindliche Personenauto des Maschinen-Grohhändlers und Generalcer- treters Wilhelm Gotthardt aus Dielkirchen (Kr Limburg) bis auf die Eisenteile völlig verbrannt. Das Plnglück wird von dem Chauffeur auf Heißlaufen des Motors zurückgeführt, wodurch der unmi tefbar über Dem Motor befindliche B e n z i n b e hä l t e r ex- bloDicrte und Die Flammen im 5janD- umDrehen Den ganzen Wagen erlassen konnten. Die Insassen. Der Chauffeur Heinrich HirschselD aus Dillhausen bei Wellburg und ein in Der Dortigen Gegend wohnend-r Dreschmaschinenbcsitzer, konnten sich nur mit größter Mühe aus Dem Wagen retten. Ihr? Versuche. Den BranD Durch Aufwerfen von Erde zu ersticken, waren vergeblich.


