Turnen, Sport und Spiel
auf die Bedeutung des Eiweihfutters für die Milchbildung hingewiesen. Ein entsprechender Gehalt an Mineralstoffen (Kalk, Phosphorsaure und Kochsalz) dürfe im Futter nicht fehlen. Die amerikanischen Wahlen von Milchleistungen konnten auch bei uns durch richtige Wartung erzielt werden. Die Höchstleistungen könnten ohne Schaden auf 30 Liter am Tag gebracht werden. 1600 Liter Milch seien die jährliche Durchschnittsleistung einer Kuh in Deutschland; die Tagesleistung müsse etwa 16 Liter täglich betragen, wenn eine Kuh rentabel sein soll. Generaldirektor Dr. Hamann knüpfte an den Dortrag die Warnung an die Kleinbauern, nicht zu viele Kühe zu halten, da sie dann schlecht gefuttert werden. So lange nicht bessere Preise für Bullen angelegt und bessere Tiere erworben würden, werde es nicht besser mit der Rindviehzucht werden. — Auch dieser Vortrag fand lebhaften Beifall.
Verein für Grünlandwirtschast.
- Darmstadt, 13. Januar.
Heute nachmittag fand unter dem Vorsih des OberamtmannS G ü n g e r i ch - Hof Engelhard die Tagung des Vereins zurFörderung der Grünlandwirtschast in Hessen statt.
Administrator Siebold vom Hofgut Altenberg hielt einen Vortrag über das Thema „R e u- zeitlicher Diesen-, Weiden- und Ackerbau". Beim Wiesenbau muß, wie der Redner betonte, die Entwässerung allen anderen Maßnahmen vorangehen. MooS läßt sich mechanisch nicht dauernd aus den Wiesen entfernen;
hessische Lau-Wirtschaftliche Woche. (Von unserer Darmstädter Redattion.)
'■ Darmstadt. 13. San.
Der heutige dritte Tag der Hessischen Land- wirtschastlichen Woche begann mit einer Ansprache des Präsidenten Hensel, der seiner Freude über den guten Besuch der Veranstaltung Ausdruck gab.
Den ersten Vortrag hielt Dr. Kurt R i t l e r, Privatdozent an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin, über
„Wirtschaftspolitik und Lage der Landwirtschaft". '»Der Redner erklärte u. a.: Sn den letzten Mo» y-naten ist ein gewisser Optimismus dem frühe*
• i:en Pessimismus gewichen. Die Waggongestel- r (ung bei der Eisenbahn und die Ziffern der Arbeitslosen, die man eigentlich als höher annehmen müßte, sind Anzeichen einer Besserung der deutschen Wirtschaftslage. Die Gründe der Besserung sind nach htm Institut für Konjunkturforschung beim Reichsamt des Innern auf die Zunahme der deutschen Ausfuhr zurückzuführen; wie lange jedoch dieser Zustand an-- dauert, läßt sich nicht seststellen. Sn erster Linie ist es der englische Bergardeiterstreck, der den deutschen KvhleNmarkt belebte. Da der englische Kohlenarbetterstreil auch aus die englische Industrie hemmend wirttc, war die deutsche Industrie imstande, sich manches Absatzgebiet im
GMichten von der Löwenjagd.
> 'e Löwen und Tiger, denen früher die unbe* wasfnelen und ziemlich hilslvsan Eingeborenen von Afrika und Indien zur leichten Beute wurden, haben in den starl bewaffneten Europäern einen furchtbaren Gegner gesunden, auf den sie sich erst einstellen müssen. Sie tun dies aber in zunehmendem Maße und werden immer kühner und gefährlicher, wie ein englischer Großwiidjäger, der Admiral <£. M. Beadnell, in einer interessanten Erzählung seiner Iagderlednisse hervorhebt. Die Raubtiere vollbringen nach feiner Darstellung jetzt Taten, die man ihnen früher nicht zutrauen konnte. „Kürzlich wurde ein Tiger, auf den ein hoher Preis qesetzt war, In Indien erschossen und damit dem Lande eine wahre Plage genommen. Die Bestie war im ganzen Land bekannt, weil sie eine merk- wüidige Halsmähne trug; sie war aus der Gefangen- schalt entwichen und hatte eine geradezu teuflische Schlauheit und Unerschrockenheit. Dieser Tiger griff z. B. einen Ochsenwagen im Hellen Tageslicht auf der offenen Landstraße an. während der erschrockene Treiber stoh. Er drang in Dörfer ein und trug Kinder unter den Augen der Eltern fort. Groß war er in überraschenden Angriffen, und Jahre hindurch entging er allen Fallen und allen Jägern. Aber schließlich wurde er doch umzingelt und mußte daran glauben. Als die Eisenbahn von Mombasa nach den großen mittelasrikanischen Seen gebaut wurde, wüteten die Löwen unter den Arbeitern und Beamten. Zwei Beamte pflegten im Gebiete des Alhi-Fiusscs aus Kissen in einem Blockhaus zu schlafen. Mitten in der Rächt erwachte der eine, fand die Türe offen und feinen Freund fort. Als er hinausging, hörte er das Knirschen von Knochen. Der Löwe war bei der MahlzeitI Bor einigen Jahren war ich in demselben Gebiet auf der Groh- Wildjagd, und als ich mich durch eine Wirrnis von Felsen und Dickicht durcharbeitete, land ich kaum drei Kilometer von der Gifenbahnstrecke entfernt einen Haufen gebleichter und zermalmter Skelette. Zwischen den Knochen von Antilopen und Gazellen befanden sich die Ueberreste von zwei, vielleicht drei Menschen. Als ich eines Rachts mit meinen 20 Dakikuju.Regern am Lagerfeuer an den Ufern des Athi faß, da erzählten sich die Leute, die mit ihren. settglänzenden dunklen Körpern und den leuchtend weißen, gefeilten Zähnen mit den rot gefärbten Haaren einen romantischen Anblick boten, allerlei lustige Geschichten, und als sie einmal besonders hell auflachten, da lieh ichmir die Geschickte
Ausdauer und bei geselligen Reisen stete ßilfsbe reitschaft, Kameradschaftlichkeit und Unterordnung zum Wohle der Allgemeinheit. Der Kanusahrer vollbringt seine Höchstleistungen im Kampf mit den Elementen draußen auf freier Wasserbahn, auf dem Meere, auf weiten Seen, auf gefahrvollen Wilkp flössen, wo ihm zwischen Fels und Wirbel kein menschlicher Blick folgt, kein Mund anerkennend zv° ruft und keine Hand Beifall winkt. — So kommt es, daß diese Taten für die Werbung fast zwecklos und unbrauchbar sind, wenn sie nicht durch Schrift und Bild der Oeffentlichkeik vor Augen ge führt werden — aber er leistet damit seinem eige- nen Ich zweifellos hohe Dienste!
Zween Herrn dient ja der Kanusport: Dem Körper und dem Gemüt. Auf Wettfahrten, deren wochenlange harte Hebung vorangeht, werden die Kräfte aneinander gemessen, auf gemütvoller Was- ferreife erfrischen sich die Sinne an den Wundern der Natur, die Der Kanumann in ihrer ganzen Verschwiegenheit, in ihrer heimlichsten Poesie schauen darf. Was dem Landwanderer ewig ver schlossen bleibt, das unberührte Leben und Weben an stillen Waldbächen, die seltsame Verträumtheit der weiten niederdeutschen Sumpsaebiete, machtvolle Bilder an den Ufern unserer reißenden Bergflüsse — alles das öffnet sich dem recht empfindenden Gemüt des Kanufahrers! Die Schönheit unserer großen Ströme, des Rheins, der Donau, der Elbe und aller ihrer malerischen Zuflüsse kann er in weit höherem Maße genießen, als der Reisende, den eilige Dampfer und schnelle Züge viel zu rasch ar all der Pracht oorbeiführen; wo ihn ein Bild fesselt, schlägt er fein Zelt auf, wo ihn ein Ziel im Binnen lande lockt, legt er sein Boot einem freundlichen Bauern in die Scheuer und wandert bann auf Schusters Rappen — so weit er will — abseits in die Berge, nach Burgruinen und Kapellen, ihm ist sogar das Meer geöffnet, denn fein leichtes flaches Boot kann an jeder Küste landen, ihm sind selbst kleine Bäche Wanderstraßen, wo sich die Welt von ganz neuen Gesichtspunkten erschließt und viel unbekannte Schönheit zeigt, die sich dem Land wanderer niemals bietet.
Völlig unabhängig ist der Kanumann von ge bahnten Menschenwegen, von bezahlter Unterfunfl, Verpflegung und vom Kursbuch, keine lärmende Gesellschaft stört ihn, wenn er abseits der hastenden Welt Ruhe sucht, sein Tag nimmt — so er will — kein Ende: Nachtfahrten auf einsamem, schweigen- dem Fluß gehören zum schönsten, was das Kanu bieten kann: ihn hindert auch kein stürmisches
ilnb Moebius, der schlaue Gauner und geniale Geschäftsmann schlüpft in die Chamäleon-Haut des besseren Herrn, monopolisiert ihn und schlägt Reichtümer aus dein. Liebesbedürfnis alter Mädchen und Frauen. Ihm gegenüber tritt der Com- pah-Kompler, vertreten zunächst durch Compah- Vater, einen Mann der neuen Sachlichkeit, dessen Trusts den Weltball umspannen; für ihn sind Ehe und Firmengründung eins. Lia Compaß ist die rechte Tochter ihres Vaters, sie sucht durch Heiratsannonce einen besseren Herrn zum ©alten. Harry Compaß, der Sohn, frech, schnoddrig und gerissen, erwählt zum Schluß Liane, das Zimmermädchen, zur Lebensgefährtin. Schließlich kommt in der FamilieMutterComPah, dieFrau, dieHemmun- gen und Gefühle statt Sachlichkeit mit sich herum- schleppt. Die Grundidee ist ganz gut, aber nicht ausreichend, mitunter nimmt das Ganze einen sprühenden Anlauf, man ist gespannt, der Witz ist ftachlich und kitzelt die Gegenwart, dann wieder wird der Ton flach, und allzu oberflächliches Theater verdirbt Pointen. Verschiedene Moebius- Szenen hatten geistigen Schwung, leider wird der Schluß hilflos. Sansibar liegt weit, aber die Lösung in der Verehelichung des MoebiuS mit Lia und Versetzung alS Generaldirektor dec Com- paß-Wcrke nach Sansibar lag zu nahe, als daß sie hätte umgangen werden können. Der Schluß vereint zwei Liebespaare; ein wenig bürgerlich. Herr Hasenelever! — Weicherts Regie durchwirbelte mit tausend Einfällen das Spiel. Lautsprecher, Bildtexte, Grammophon, Jazz, Trom- pete, Klavier, Schreibmaschinengeklapper und Menschengeschrei wurde zur Etzenenfassung und begleitete die Drehungen der Buhne; Stimmung, großes Theater! Das Publikum war sofort im Bann, aber mitunter überklang die Zwischenmusik das Rezitativ der Szene. Trotzdem — die Aus- führung war gut. machte den Abend interessant und bunt. Ludwig Sieverts Bühnenbilder waren voll überlegenen Humors. Ben Spaniers Compaß hatte nicht immer die überzeugende Schärfe der von ihm verlangten Sachlichkeit, O d e m a r, als Sohn vollkommen im Sinne der Rolle, Lilli Ser at (als Gast) zu schwankend in der Charakterisierung der Tochter «der Dichter macht e8 ihr auch nicht leicht). Als großzügiger Gauner Franz Schneider voller Intensität, famos in Episoden Einzi g. Sievert und Ettel. Das Publikum begeisterte sich von Szene zu Szene stärker, Hasenelever und Weichert konnten dankend den Beifall Quittieren.
L. W
5trinbberg als Schveibkünstler.
Die Handschriften Strindbergs, die aus feinem Aachlaß in das Nordische Museum zu Stockholm gekommen sind, bieten einen eigenartigen und für die Schasfensweise des Dichters höchst bezeichnenden Anblick. Sie zeigen dieses Universal» genie auch als Schreibkünstler. ,In einem der Schränke dcS Slrindtarg-Nachlasses" so berichtet Dr. Ernst Harms, ..befinden sich noch gegen 1003 Blatt schwersten Büttenpapiers, auf das der Dichter seine Manuskripte zu schreiben pflegte. Hier ist auch noch Strindbergs Schreibtisch im Zustande des Todestages erhalten. Auf ihm liegen neben Schreib- und Maluteniilr^n. Chemikalien und Reminiszenzen des alchimistifck!-mystifchcn Ge^
Ausland zu erobern Es besteht aber kein Zweifel, daß die englische Industrie den Kampf um die Weltmärkte bald wieder aufnehmen toirö. Man rechnet damit, daß die günstige Lage, die durch die englischen Verhältnisse geschaffen wurde, bis März, höchstens bis Mai anbauett. Dann wirb wieder das Arbeitslvsenprvblem in den Vordergrund öffentlicher Erörterungen treten. Viele sind es. die arbeiten wollen, aber keine Arbeit finden. Es muh eine produktive Er- werbslosenfürsorge geben; mit der Unterstützung muh eine Arbeitsleistung verbunden sein, schon damit nicht weite Devvlkerungskreise demoralisiert werden. Man muh das Problem der Erwerbslosensürsorge mit der allgemeinen Wirtschaftslage in Verbindung bringen.
Der Redner legte sodann das System des deutschen Haushaltsplanes dar und übte daran im einzelnen Kritik; ebenso verfuhr er mit dem Dawes*Abkommen und mit den Reparationszahlungen. Besonders in der Landwirtschaft muh man Interesse dafür haben, wie die Geldmittel des Reiches verwandt werden. Hunderte von Millionen sind vom Staate verwandt worden, um Konzerne zu unterstützen. Diese Summen sind der Landwirtschaft entzogen worden. Es kommt bald eine Zeit, in der das Reich der Wirtschaft keine Geldmittel mehr zuführen kann. Darum muh die Landwirtschaft sehr vorsichtig sem. Wir haben mit einer Zeit zu rechnen, die große Sparsamkeit erheischt. Rotwendig ist eine Herabsetzung der Dawes-Lasten. Dadurch iönncn Handels- und Finanzpolitik für und günstiger werden. Im Ausland ist Stimmung vorhanden, die Reparationsforderungen herabzusetzen, notwendig ist aber, daß die Deutschen in dieser Frage einig sind. Reparationen zahlen heißt aus dem Ausfuhrüberschuß bezahlen, um diesen zu erreichen, müssen Zugeständnisse in Handelsverträgen gemacht werden. Diese werden aus Kosten der Landwirtschast gemacht. Das französische Zol - Provisorium wird auf Kosten der Landwirtschaft verlängert werden; auch andere Schädigungen werden folgen. Wir haben nur dem Namen nach Schutzzölle; die Industriezölle sind stark erhöht, die Agrarzölle herabgesetzt; sie erreichen kaum die Dorkricgszölle. Es wäre schon viel erreicht, wenn Agrarzölle erlangt werden könnten, die die Wirkung der Industriezölle eliminieren. In der Wirtschaft sind große Wandlungen vor sich gegangen; die Industrie hat sich schon längst aus die Produktion für den Markt eingestellt, für die Verbesserung der Betriebe und der Produktion. In der Landwirtschaft hat diese Entwickelung später eingesetzt. Der schwerste Schaden für die deutsche Landwirtschaft ist, daß sie sich nach dem Krieg wegen der Zwangswirtschaft nicht gleich auf den Absatz, aus die Wünsche der Kunden, einstellen konnte. Zusammenarbeit der deutschen Landwirte ist notwendig, um eine Besserung der Verhältnisse für die deutsche Landwirtschaft heybeizuführen. — Dem Vortrag folgte eine Aussprache mit Beantwortung von Fragen.
Den zweiten Vortrag sollte Prof. Dr. Zorn, Direktor des Instituts für Tierzuchtlehre an der Universität Breslau, über
„Aörderungsmahnhmen der Rindvieh zücht unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen
Verhältnisse"
halten. Der Redner tonnte aber wegen eines Unfalles nicht anwesend sein. Da er jedoch das Manuskript seines Vortrages eingeschickt hatte, so verlas Generaldirektor Dr. Hamann den Vortrag. Als Förderungsmaßnahmcn für Milchleistung, Fleischleistung und Arbeitsleistung wird darin besonders auf Züchtung, Aufzucht, Fütterung und Pflege verwiesen und Einzelheiten aus diesen Gebieten besprochen. Es nütze z. D. nichts, ein Tier noch so gut zu füttern und zu halten, wenn die Erbanlagen für die Milchleistungen nicht gut find. Wichtig waren die Erbanlagen sowohl des Mutter- wie des Vatertieces. Die Rassen- frage sei besonders wichtig, und die Einfuhr einer f rem Len Rasse fei eingehend zu prüfen. Rur gut gehaltene Kälber tonnten gute Zuchttiere abgetan. Ausführlich wurde der Typ einer Wirtschasts- tuh beschrieben. In einer entsprechenden Fütterung des Milchviehes liege heutzutage dec Erfolg der ganzen Zucht. Es wurde eine Reihe von Maßnahmen hervorgehvben zur Fütterung des RiiidviehS, und Anweisungen über Zusammensetzung de» FutterS gegeben. Nachdrücklich wurde
«isterien verlangten und außerdem noch ein« Koalition mit den Deutschnationalen ablehnten, die, um endlich erste tragfähige Regierung AU ermöglichen, sich bereit erklärt hatten, mit den Att- fozialisten an einem Kabinett teilzunehmen uno dabei den Altsozialisten den Ministerpräsidenten- posten einzuräumen. Das haben die Altsozialisten mit Rücksicht auf ihre Partei ab lehnen zu müssen geglaubt, vielleicht hat auch die Berliner Zentrale dabei ein Wort mitgcsprochen, Die gegen jede Koalition mit den Deutschnationalen ist und daher gegen dieses weitgehende Entgegenkommen der Deutschnationalen war.
Die neue Regierung verfügt nun im Landtag im ganzen über 35 Sitze, wahrend d»e Links- sozialisten und die Kommunisten 45 Sitze inne haben. Die ersten Abstimmungen im Landtag bei der Ministerpräsidentenwahl haben den Altsozra- listen praktisch vor Augen geführt in welche Situation sie die alte Koalition durch ihr unge- schicktcs Verhalten hineinmanövriert haben, -vn der ersten Abstimmung, in der sich die Deutfch- nationalcn der Stimme enthielten, wurde Der linkssozialistische Abgeordnete Fleiß ner allerdings nicht mit absoluter Mehrheit zum Minister Präsidenten gewählt, so daß tatsächlich, wenn die Deutschnationalen bei ihrem Verhalten beharrten, in Sachsen ein Linkstabinett zustande gekommen wäre und die von dem Ka
binett geleistete Aufbauarbeit vergeblich gewesen ^^WaS eine solche Lösung der Krise für das Land Ku bedeuten gehabt hätte, daraus braucht nicht besonders hingewiesen zu werden die -taten der roten Regierung sind noch zu lehr in aller Erinnerung und auch in ihren Auswirtungim noch nicht restlos beseitigt. Lind eine neue Auf- kösuna des Landtages — den Gedanken daran hatte die falsche Taktik der Altsozialisten tatsächlich in den Vordergrund geschoben — hatte die Lage nur noch mehr verwirrt, da anzunehmen ist, daß eine neue Wahl die alte Sozialdemokratie völlig aufgerieben hätte. Schon solche Erwägungen hätten die Altsozialisten ermutigen sollen entgegen dem Wink von Berlin, eine Koalition mit den Deutschnationalen einzugehen, dann wäre eine Regierung vorhanden gewesen, die dem Linksansturm entschieden Widerstand hatte entgegensetzen können. So ist nur eine halbe Lösung zustande gekommen. Der Scherbenhausen ist nur notdürftig zusammengekittet unD kann jederzeit wieder zerfallen, wenn die Deutschnationalen nicht mehr gewillt sind, lediglich Hilssstel- lung zu leisten, und den D a n k dafür fordern, daß sie die Regierung ermöglichten. Dann werden sich auck die Altsozialisten überlegen müsse-,i, ob sie das Wohl des Landes höher stellen wollen als die Vorschriften der Berliner Parteizentrale.
inS Englische übersehen. Cs war ein unfehlbares Rezept, um auch Den hungrigsten Löwen zu erschrek- hm, „Alles, was man zu tun hat,' sagten die Wakikuju, „besteht darin, dem Löwen den Rücken zuzuwenden, den Kopf durch die Beine zu stecken, ihn starr anzusehen und direkt auf ihn zuzugehen." Obgleich ich dieses Mittel nie erprobt habe, so gelang es mir doch einmal, einige Löwen zu eischrecken. ES war etwa 10 km von Nairobi, alS ich einen stattlichen Rhinozcrosbullen erlegt hatte und zum Lager zurückging, Plötzlich sah ich, nicht mehr alS 1520 m von mir entfernl, 4 mächtige Löwen im Sonnenlicht stehen. Ich streckte die Hand hinter mich und fehlte meinem Träger in Suaheli zu: ..Gewehr! Gewehr!" Da ick keine Antwort erhielt, sah ich mich um und bemerkte zu meinem Entsetzen, daß der Boy geflohen war. Ich suchte mich nun vor den Löwen zu drücken, aber sie tarnen immer näher. Da blieb ich denn stehen und dachte nach, unbfie taten desgleichen. Die Lage war unangenehm. Die Tiere wurden unruhig und zeigten durch die Bewegungen ihrer Schwänze und die Stellungen ihrer Ohren, daß sie allerlei Im Schilde führten. Die ungereimtesten Gedanken schossen mir durch den Kopf. Ich hatte eine Vision von einem Hund, der die Zahne fletscht und durch einen offenen, leicht bewegten Schirm vertrieben wird. DaS war mein Fingerzeig. So ruhig wie Ich tonnte — Denn ich zitterte vor Angst -- nahm ich das Futteral meines Krimstechers von der Schulter, packte die Enden des Riemens und wirbelte das Futteral durch die Luft, wobei ich ein Derfeikecgeheui ausstieß. Aber noch bevor ich mein eigenartiges Geschoß schleudern konnte, halten alle vier mit einem dumpfen Gebrüll Kehrt gemacht, und weg waren sie. .
der Boden muß deshalb mit Kall entsäuert werden. Eine sachgemäße Kompostierung ist für einen neuzeitlichen Wiesenbau unerläßlich; alle drei bis vier Jahre muß eine Wiese neu gedüngt werden, und zwar nach Dem ersten Schnitt. Am notwendigsten ist Stickstoffdüngung, denn sie bewirkt die Eiweißbildung in der Pflanze. Weiter besprach der Redner verschiedene Düngungsfragen und meinte noch, daß der erste Schnitt in Deutschland im Durchschnitt 14 Tage früher stattfinden könne; namentlich wäre das möglich, wenn nut Stickstoff gedüngt worden ist. Bei der Weide muß im Sommer vor der Stickstoffdüngung gewarnt werden, weil die Frehlust der Tiere darunter leidet. Den Wiesen» und Futterpslanzey sind die besten Wachstumsbedingungen zu geben. Die Auswahl der Gräser ist am besten Sachkennern der Grünlandwirtschaft zu überlassen. Bei Erörterung von Fragen des Futtecanbaues besprach der Redner hauptsächlich den Rotllee und die Luzerne. Sn seinen Schlußworten machte er auf die bisherigen Erfolge dec Gcünlandbewe- gung aufmerksam und forderte die A^wcfentan auf. sich die neuesten Erfahrungen 8U eigen zu machen.
Dem mit starkem Beifall ausgenommen^ Vortrag folgte ein lebhafter Meinungsaustauich. An den Redner wurden zahlreiche Anfragen gestellt. worauf dieser Auskunft erteilte.
Im zweiten Teile der Tagung wurden em Grünland-Film und ein Silo - Fil m gezeigt, die bei der Versammlung großes Interesse fanden.
Vom Kanusport.
Der Sport, wie er heute betrieben wird, ist meist Körperübung in der Natur, ahne bewußten Genuß ihrer Schönheit und Reize. Die Natur wurde lediglich Betätigungsfeld und Mittel zum Zweck. Die anderen aber, die nur um der Natur willen ins Freie hinausgingen, hören sich nicht gerne „Sportler" nennen: Sport und Naturgenuß sind also scheinbar zwei Dinge, die nicht harmonieren!
So stand es bi$ vor einigen Jahren — der Wanderer war dem Sportsmann fremd, man hatte feine gemeinsamen Berührungen. Erst das Kanu schuf hierin eine Acnderung; cs hat die Interessen beider Gruppen verknotet, gab dem Sportler Gelegenheit zu reicher körperlicher Betätigung und führte gleichzeitig dcn Wanderer auf neue, bisher unbegangene Wege, die schöner, ruhevoller und anregender sind als alles, was ihm das trockene Land bisher bot. Diese Doppelstellung zwischen reiner Leivesübuna rmd Naturerlcben, diese Bindung der körperlichen Betätigung mit Gemütswerten ist auch die Ursache für die überraschend schnelle Ausbreitung des Kanusportes in unserem Vaterlande!
Vom Ruderer anfangs aofallend kritisiert, vom Segler ob der Kleinheit seines Schiffleins mitleidig belächelt, hat sich der Kanusport heute Überall durchgesetzt und in De 'tschlands Sportkreisen eine wichtige Stellung errungen. Jene, Die den „Paddler" einst belächelten und ihn nicht als voll anerkannten, hatten Des Wesen der Sache noch nicht erfaßt, denn Kanufahrt ist ein Sport, wie er anregender und großartiger gar nicht gedacht werden kann. Allerdings, der Paddler lebt mehr im Verborgenen, er ist nicht so öffentlich wie die Ruderer, deren schnelle Boote vor den Ufern unserer Wasserstädte üben, er wirkt auch auf Wanderfahrten nicht so sehr durch eindrucksvolle Exaktheit, wie die Besatzung eines Vierers oder Achters, deren Anblick besticht; und auf der weiten Fläche einer belebten Segelbahu fällt sein Heines Kanu selbstverständlich nicht so itart ins Auge, wie eine große Jacht, die mit dreißig oder fünfzig Quadratmeter weißer Leinwand am Mast pfeilschnell durchs Wasser eilt. Der Kanumann ist eben einsamer und in weit böserem Maße aus sich felbft angewiesen, als seine Vettern vom Rc.llsitz und Peitschenmast!
Schon die kleinste Wasserreise stellt ernste Anforderungen: Geschicklichkeit. Orientierungsver
mögen, schnelle Entschtußfähigkeit. Wagemut und Besonnenheit in heiklen Lagen, dazu je nach Art und Länge der Fahrt ein gutes Teil körperlicher
donkenkceiscs, auch Buchbinder-Handwerkszeuge, mit denen er feine Manuskripte selbst hergestellt und ausgeschmückt hat." Wie so viele Dichter belaß Strlndberg auch eine malerische Begabung und ließ seine Phantasie beim Niederlchreiben seiner Werte in Bilder auSströnien. Die er Dann selbständig als Maler und Zeichner gestaltete. Daneben verwandte er auf die Herstellung seiner Manuskripte große Aufmecksamkelt und machte sie dadurch zu bibliographischen Merlwürdigkeiten ersten Ranges. Selbst In der Zelt der größten wirtschaftlichen Rot schrieb er auf echtes Bütten und zeigte sich als ein kunstvoller Schönschreiber, der jede Seite mit buntem T^trand versah und seine Manuskripte mit Initialen und Vignetten verzierte. Die selbstverfertigten Einbände entsprechen in ihrer Form und Ausgestaltung dem Inhalt des Wertes. Die Anregung zu dieser Ausgestaltung seiner Handschriften, die an die Arbeiten mittelalterlicher Mönche gemahnen. verdankte ex wohl seiner Tätigkeit als Bibliothekar, wahrend der er viel mit mittelalterlichen Handschriften zu tun hatte. Er sammelte fo bedeutende schriftkunmiche Kenntnisse, die er für die wundervollen Schönschristen seiner Manuskripte ausnutzte So ist z. B. das Spiel „Mittsommer" aus blaß- grünes Papier geschrieben, und der in dorten Farben gehaltene Umschlag versucht auch schon äußerlich den lyrischen Dust dieser Komödie auS- zudrücken. Die Handschrift des Marchenfpiels „Abu Casems Pantoffeln" Kt ganz in der Art orientalischer Manuskripte gehalten: die persischen Schriftzeichen sind mühevoll in Gold, die andere Ziecschrist ist mit bunter Tusche gemalt. Die Titelblätter sind alle farbig ausgefuhrt und z. T. mit sehr bezeichnenden, Schmuck versehen. Die Freude am bildtünstlerischen Gestalten vereinte sich hier mit dem Drang, seinen Schöpfungen auch ein entsprechendes äußeres Gewand zu verleihen. und schuf so einzigartige Werke der Handschriftenkunst
Frankfurter Theater.
Die erste Uraufführung 1£27 im Schau- spielhaus ist- „Ein besserer Herr" von Walter Hasenelever. Rach langem Schweigen redet der Dichter wieder auf dem Forum der Buhne, diesmal ist es ein zweiteiliges Lustspiel, das ec dem Publitum mitzuteilen ha'.. Glosse auf Zeit, Menschen. Lebens- und Arbci.stempo will das Lustspiel geben. Dieser ..bessere Herr" ist die Mensck gewordene Phrase aller Heiratsannoncen


