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Aus der Provinzialhauptfiadi.

t«6«n, bm 13 ^rinnbrr 1827.

Der Wald lommt in die (^todt.

«den komm, er in bte Stobt. Ober Ml«: d« ift |<t,on bd. brr »alb. 3n brn Stroben baben fub bi« Männer aiilgeftrilf. br «awbLume feil- bieten jum ilhiiftseft. Urb nun »erben di« Väter ober Muller mit ihnen verhandeln unb «inen Tn um erwrben. ihn Irgendwo zu fyni\t oefberarn. bl» ber L<eih 'uch:?iaa nabe«ru/l unb bot freundlich« Trun brr Sonne -m Zimmer aut genommen unb 8<* |d)m: 11 »erben wirb zur Freude brr Steinen unb ^Vrrn nun e» tteffchürfenb untersuchen unb fest' liTÜen lolll«. marum gerade In Deutfchland der «Bdfbboum zum noiwenbigen Beffanbteil bet dhrlst- frtet bfh rt. wenn man borlegen fallt«, wie et tcwunf. bafc bat gefällige (Brün ber Radeln unb i i, bunter schmuck auf alt und jung bte aroht Wirkung outübt, Festfreude zu geben, toi« raum ,in« andere Gelegenheit jo innig 3rauben zu ver L r.ben weist, da stünde man wohl vor einer un« erjülibiren Ausgabe. Äon wird von dem Zauder biefer Dinge, bi« Leustertichkeiten scheinen, gefangen genommen. nb weist sich felbft über da» Warum Feine '.techenfchaft ju geben Man denkt zuruck an bie eigene Ambergen unb erhält bort ebensowenig Huf. feÜust über die Grunde der Wirkung. Et waren weniger die ^eichenkr. die man erwartete, et war auch nicht der bunte schmuck am Baum unb fchllestitkh war et auch der Baum felbft nicht, wat km Feste feinen tiefen Onbali gab Richt einet ober» ander« für fich allein war et. sondern oflet zusammen Erst durch die Vereinigung det weihnachtlichen Kleid«, ber Natur, der kurzen Tage unb der langen. bämnwrbunflen Hbenbe. ber Wochen b«t Erwarlent unb Sofien«, ober auch ber heimlichen Vorbereitungen mit dem Wunsche, Freude zu be­reiten. die eigene Stimmung bet vortaget mit [einer verhaltenen Sprache, dost man wie aus Zehen durch ihn ging, um seinen Zauber nicht zu brechen, der freundliche Abend selbst, in dem kein Mistklang stand in dem aber viele MSrchengefiaiten lebendig würben, der Morgen bann mit feiner Be­scherung unter dem festlichen Licht« der Kerzen am schwankenden Tannenrele bat allet wirkte zusam­men. um In unt jene Stimmung zu erzeugen, bl« un» beule noch und immer wieder ein schonet Fest bereitet Lat Leut«, di« nur zu gerne mit Füsten treten, wat andern wert und Heb Ift. immer auch «eben mögen, bat festlich« W«ihnacht«n werden sie nicht |o leicht zerstören können, wenn sie auch manch« böse coot zu streuen verstehen Und wenn et ihnen gelänge, bie Menschen würben gewist da« durch nicht« gewinnen, aber recht Bedeutsame» ver­lieren Verlieren, wat ihnen nicht so leicht durch andere» erseht werden kann.

Man kann zum Wald gehen, wenn ber Sommer lockt und man In seinem grünen Dom Ruh« und stille Freud« sinden soll. Um so geäster wirb die Freude sein, wenn zu einer Zeit, da wir weniger leicht zum Wald gehen können, der Wald zu unt kommt. Er soll unt willkommen Rin! 6-r.

Die neue Sprungscbanze auf dem Hoherodskopf.

Vem eri-Älub ®leben Ist es ge­lungen. auf bcm Hohervdskopf ein« neu« S prungf chanz« zu erbauen. Sie liegt un- riltterbar neben ber alten Schanze nördlich des .Klubhauses, hineinaeschoben In den Rand des Oberwaldes Die alte Scharr-«, die im übrigen bestehen bleibt, entlprichr nicht mehr den An- forberungen moderner Cr-runatcdynir Die An- l -.ufdahn Ist viel pi kurz und flach, der Aus- fpruna nicht steil genug.

Gin geeigneter Strilhang fand fich uranitlel» bar neben der alten Schrnze. »r war seither lietoalbet. Odersorstmeister Dr. *3aaber vom Smt Schotten kam weitaebend entgegen. Der wurde vom Waide freigelegt. Der Dau beginnen. Um diesen haben sich vor allem verdient gemacht Tteg.-'Baurat Mangold und Otto Schnickmann. Der legiere hat ein Mo­dell der Schanze (1: SO) angefertigt, das zur Zeit im Schaufenster des Spotgeschäfts Äubneauf dem Seltersweg aus steht und reges 3nt ereil« des Publikums erweckt. Dort liegt zugleich eint Profilzeichnung der Schanz« aus. die noch beutlicher als das Modell Ne Steile der Anlauf­bahn und des Hanges erkennen läßt. 2Lut dieser Zeichnung (tchwarze und rote Otnle) ist zugleich 8M «rieben, dast im weienllichen an Grdarbeiten nur das W»gnehm«n von Grd» und Seit- massen In »rag« kam. Das war erheblich billiger als das Hinaus schal 1 en von SrdmaNen, wozu man genötigt gewesen wäre, wenn man den alten Sprunghügel sportgerecht bitte aumbauen und bort die unumgLng.ich notwendige Steile hält« erreichen wollen. Gs hätte dies etwa daS Doppelte von dem gekostet, was für die neue Schanze auszuwenden war.

Die bet zahlreichen modernen Sprunaschan- wn so z. D bei ber bekannten Rauchlochs chanze in Wlnterberg. besteht die Anlaufbahn in einem Holzgerüst Dieses ist an feiner höchsten Stell« « Meter hoch, kann aber später noch erhöht werden. Länge und Stelle der Anlaufbahn sind fLr die Weit« der Sprünge von erheblicher B>

beuhmg Die gesamte Anlaufbahn ist 33 Meter lang mit 20 Grad 'Xeigung bie Auf'prungbahn 30 Meter lang gilt einer Äeigung von 33 Grad. Sie geht über In den unbetoalbeten UVtbang, der nach Dreungeshaln hlnabführt. Der Auslauf ist somit gut Gs befteht weithin kein H ndemis für die nach dem Auskommen in Schußfahrt abfahrenden Springer.

Die getarnte ßage bet Schanz« Ist ideal. Der Mick von oben Ins well« Land bezaubernd Ichön Ohne lieber:reibung kann «an lagen, die Schanz« hegt an der schneesichersten Stell« dcs gesamten HellcniLndes. Der Wald schätzt sie nach Osten und Süden den ganzen Xaa über gegen die Sonne. Man wird al'o au! Der Schanz« genau di« gute Schneebescho'fenhelt und erfreulich« Schneedauerhastigleit b^ben wie Im übrigen Cbertoalb. Auch find infolge der schützten Lage unliebsam« Schneeverwehungen nicht zu er- toarien.

Der Schanzenbau bedeutet einen neuen Auftakt für den ob et bef | if <b< r. Ski­sport. Gr war nur möglich durch das opfer­willige Eingreifen weiter Äreife. Ohne linier- stühung k<s engeren Ausschusses für Leibesübun­gen der UniDetitlät Giehen und deffen Dorfitzen­den Profellor Dr. Ruhn hätte der Dau in diefem 3abr noch nicht in Angriif genommen werden können. Ader auch andere Stellen, wie der Rektor der Landesuntoe.fität. die b-'flfch: Znitralite l« für Iugendp lege und die b Nische Schutzpolizei, sowie eine Reihe von Pr vatper- Ionen haben dem Merk Unterstützung ange­deihen taHen. Der Schutzpolizei, die In ber Aähe des Hohervdskoples eine eigrcke te hat. wird die Schan«« zur sportlichen Denützung zur Ver­fügung gctteUt. Dor allem wird eine rege sport­lich, Beteiligung der Giehener vtudentek,schalt erwanel. 3n dieser wird zur Zeit von Cport- arxt Dr. Helh eine Sportmannschaft oufgeffcedL

Hoffentlich hat auch ÖL Petrus bald ein Ginlehen und spendet Schnee. Da jetzt der Fruhzug um 5jl Ubr vormittags auch Sonn­tag« nach Schotten fährt, wird es weiten Streifen, au<b folchen, die nicht VN laufen, möglich Jein, an einem Xaa zum Hoberodskops zu gelangen, um fich dort daran zu erfr«uen. wie sich uniert 3ugenb ertüchtigt auf dem stolzesten ®cbict ixt weihen Kunst, im Sprunglauf. Dr.

(Stctzcncr roochcnmarktpreise.

G, kosteten auf dem heutigen Wochenmarkle: Butter (%$funb) 2 bi» 2,10 Mk, Matte 30 bi» 35 BL Käs« 0,60 bl» 1,40 Mk., Wirfing 15 bi» 20 Bf-, Weihkraut 8 bi» 12, Rotkraut 15 bl» 20, geibe Küben 10 bl» 15, rote Rüben 10 bi» 15, optnat 30 bi» 35, Unterkohlrabi 8 bi» 10, Grünkohl 20 bl» 25, Rosenkohl 40 bi» 50, Feldsalat 0,80 bi» 1,20 Mk.. Tomaten 1 Mk., Zwiebeln 15 bi» 20 Pf., Meerrettich 40 bl» bO Bf, Schwarzwurzeln 40 bl» 60, Kartoffeln 4,5 bl» 5, «epfel 10 bi» 15, Birnen 10 bl» 15, junge Mhne 0,90 bl» 1 ML Suppenhühner 1 bi» 1,10, Luden 60 bl» 70 BL Gänse 0.90 bi» 1,10 Mk., Eier (Stück) 19 bi» 20 BL Blumenkohl 0,60 bi» 1,30 Mk., Salat 40, Endivien 10 bl» 25 BL Lauch 5 bl» 10. Bettlch 10 bl» 15, Sellerie 10 bi» 40 BI vornokizen.

Tage.kalender für Di en»tag Stadttheater 7.15 Uhr,Die Efarda»fürstin' (Ende nach 10 Uhr) Lichtspielhaus, BahnhosstrahcDa» edle Blut'. Astoria-Lichtspiele Diebstahl'.

Vberhessischer Geschi«yt»oerein. Hm Donnerttag, 15. Dezember, spricht Brofeflor Dr. h. c Ernst Reeb, Direktor de» Hltertum»- mu|eum» unb der Gemäldegalerie In Mainz, über den Mainzer Dom, seine vaugeschichte unb Bauschäben. Der Vortragende ist durch seine bedeutsamen Arbeiten über die Mainzer Kunst- denkmöier, ln»be|onbere über den Dom, eine bekannte Bersonllchkeit. Die Lichtbilder, die er zur Erläuterung seine» Vorträge» bringen wird, beruhen zumeist aus eignen Husnaymen. Da Brosessor Dr. 911 e b noch am Abend Gießen wieder verlosten muh. beginnt ber Vortrag pünktlich um 20 Uhr. (Wir verweisen aus die Anzeige ImGleh Vnz." vorn 6am»tag)

Der d hör ber Rotenburger Schü - («rlnnrn wirb am nächsten Freitagabend oorou»- sichtlich in ber Stabtkirche singen Naher«, Im gest­rigen Anzeigenteil

- Gin« öffentliche Vtadtv«rvrd- nctenftbung wird am nächsten Donnerstag, nachmittags 5 Ubr beginnend, im Ctabtoerorb- neten-Sitzungssaal«. Stadthaus Dergstrah«. statt- finden. Aul ber Xagcsordnung stehen u. a. fol­gende wichtige Vorlagen^ Auswertuna der An­leihen alten Besitzes der Stadt Giehrn. Rück­kauf von Schuldver'chreibungen von Anleihe­gläubigern der Stadt Giehen. Gerneind«hi«rsteuer. Dtnterbeih.lf« an Zürlorge-Gmpsänger Erwerhs- lo<e und andere Bedürftige.

''Slrahenfperrenln Giehen. Wegen Vornahme von Hausanfchluharbeiten sind folgend« Strohn bi» auf weitere» für jeden Fährverkehr gesperrt worden Goeibestrahe zwischen Südaniaae und Löberstrahe. bie Georg Philipp SaU-Strahe zwischen RoHeraDee unb Sicher -iroh,

D i e Viehzählung In Giehen am 1. Dezember ermittelte solgenbe Biehbeslänbe: Bserde 4U8 (am 1. Dezember vorigen Jahr«» 449), Rinder 259 (22SV*afr 12 (15). Schweine 874 (706), Zt«- gen 293 (366). Keslügel 8449 (8895>. Bienenllöck,

M (irr. Dongn Zehre "Ich, ge-ätztt) Huf dem zur Stabt Gtrhe« gehöng«« S ch I f f« n tz » r g »urd«n «nnittHt BI erbe 4 (4) Rinder 14 (14). Schwe ne 35 (27), Ziegen 9 (8). Gesiugei 95 (99)

" Ausdreiiung Der a u l und Klauen! euch«. Lachd.-« In den letzten Wochen tne Maul- und K!aaenl«uchc in verichiedenen Orten des Krell es McNxrg fetgrteUi wveden war. har he nunmehr auch wieder auf den Krms Gickxn ubergrgrifL-n. Gestern wurde P« amts- ärz.lich in U t pH« In Drei Gehöft«» festgc'.ll ! Die S.cbbehänDc Dirk« Gehöfte und der benach- barcn Grundstücke wurden sofort einer SDuv- impung unterzogen, um das wettere 2^sor»rten der Seuche nach Mögllchl«! au verhütcn. 3edoch wurde ooriorg.ich auch Or.s'perre oeichängr

Zur Einweihung der lanbtDirt- jchastiichen Znstitufräume ber Uni­versität 3n Liganzung unsere» gestrigen Be- richte» Uber den Reftatt am 6am»toavrrmii:ag jri nort) mitpeteilt, dah Defonomierat Hoffmann von Hof Güll al» Eiertreter de» Iboiftanbe* der Deut- fch«n Landw>Nfchaft»geskllschaft fprach, ntthrend Dl- retror Seren» für den Zndustri,verband für Pf^anzenlchutzmittel (Die»daden) gratuliert«.

Z u r Richtigstellung In imferer Somrtag du »gäbe brachten wir einen Bericht de» WSR.-Rochrichtenoureau» au» Dannftabt. In dein von einer Verurteilung be» Spezereiwarenhänbler» Weiber aus Offenbart) wegen ipHrtMog» yi |ert>« Jahren Zuchthaus berichiel wurde. Diefe Meldung bet Rachricdtenbureau» ift unzutreffend. Richtig ift cieimehr, bah ber obengenannte Spezerrlworen- Händler unb Haarbefiyer Weiber von einem labialen Mieter, bem wleberholt vordeftraften Ar­beiter 21 hier au» Offenbart), nach einem Miet» streit erfchosf « n wurde Die obengenannte Hobe 3ud)lhau»flraf« für dm Totschlag wurde gegen den Arbeiter Adler au»gesprochen

Obcrhesslscher Kun st verein B«, drr am 12. Dezrmdcr ftattgebabten 3ahr«s- Drrlosuna wurden unter die Mitglieder acht Anrcchtschrlne unb 32 im Laus« des 3ahres an- gekaust« Kunstgegenftänbe verlost. Anteil­schein« cnlhcltn aus Garl Vchunck (150 Mk ). 3rau L Bramm (100 Mk). Dcb«imcrat Olt (50 Wk). Reg -Baurat Psasf (50 Mk ). Rektor Reul (25 Mk). Landgorichisdireltor Gramer (25 Mk.). Oberst Äleinban, (25 Mk). Sri. L. Schreiber (25 Mk.). Äunflgegenftänbe ge­wannen. Tvilb Xribu». 3ngenieur 6 Peter. Landgerichtsdirektor Praetorius. Sabritanl Hem­pel, Gebetmeral Bantzer-Marburg^ He.nrtch Hochstätter. Univ.-Professor Dr. Roloss. Dr. air. dent. Hoddes. Ferdinand Krämer. Fabri­kant Dreber-Dutzbach, Stabt Dieben (aus 2Dum­mem). Frau Dentist Draes. AmtsgcrichtSrat Dros. Reallebrrr Hebermcbl. Dr. Me«smann. Debeimerot Fromme. SL Mrede. Fabrikant Rell. Dr Moritz Wccrlb. Dr. Meyerbosfer. Prosefsor Dr. Dundel. Kaufmann Heilbronner. Baurat Meyer. Zahnarzt Buchinger. Ludwta Rvfenthal, Fräulein Müibcrger. Kaufmann Karl Horn Heinrich Driefch, Pfarrer Decker. Frau Draf Witwe. Oberlanbesgerichtsrat Küchlcr-Darnlltadt. Die Gewinne können während ber brionntge- gebencn Ausftellungsz«li«n Im Ausstellungsraum des Kunstvereins gegen Rücknahme ber Scheine in Empfang genommen, die Anrechtich«tne be­reits zu Ankäufen in der derzeitigen Weihnachts- Ausstellung: .Künstlerhtls« 192F ver- wendet werden.

Deutf chnatlonaler Handlungs­gehilfe n - B e r b a n b. Die hiesige Orts­gruppe des Deutfchnalionalen Handlungsgehilfen- Derbandes veranstalteie im Rahmen ihrer dies­jährigen Dorlragsreih« einen Heileren Pet«r- Rosegger - Abend. Der Ortsgruppe gebührt Dank dafür, dah sie es unternimmt, auf vielem Weg die Werk« unterer deutschen Dichter einem Örten Kreis zugänglich zu machen: besonderer gebührt ihr. day fit gerade den viel ver­ehrten steirischen Boiksbichier Peter Rosegger zu Wort kommen lieb, denn er, der Mann aus dem Dolle, der ®aU> bauernbub, versteht es wie selten ein anderer, zu unserem Herzen au sprechen Mag es bi« ernste oder die h«H«r« Seite seines We'ens fein, bi« fich uns osten bart, immer bat et unS etwas zu tagen. Wan hatte Heiteres aus den Werken Rofeggers zum QBortrap vor- gefeben und batte einen lehr guten Griff ge­tan. dah man als Dort ragenden den ehemaligen Hostchaufpieler 3uIiuS Will. Dresden, ver- pfllchteie. der sich seiner Aufgabe durchaus ge­tragen zeigte »S ist nicht aarv, leicht. Peter Rofegger zu interpretieren. Dazu gehört nicht bloß eine gute DortragSkunst im allacmctnen. tondern auch eine vollkommen« Beherrfchuna der steierifchen Mundart Der Dorttagend« bcfitzt biete Voraussetzungen eines guten Rosegger- 3nterpr«t«n in hohem Mah«. «t bat neben einer klarer., starken, lehr modulattonssähigen Stimme, die mühelos den Raum beherrscht, ausgepräg­tes Mienenspiel und di« Fähigkeit bie Pointe schart herauSzuorbeiten. Die steter.sche Mund- art ist ihm vollkommen geläufig. Aach einem kurzen Svngehen aus den Werdegang des Dichters wühle der Dortragende schon mit den ersten Hummern seines reichen Programms den Kontakt zwischen sich und feiner lehr zahlreichen Zu­hörerschaft herzustellen. Gs ist unmöglich, zu sagen, welches Dortragsstück am besten gelun­gen war und welche, den meisten Beifall erntete

Alle Stücke wurde» tu gleich «sprechender Well« dorgetragen unb fanden «dr dankbare Zuhörer. 3m 5lug« verging die Zett Den zweiten Xell leitete der Vortragende durch et»« Zugabe ein. Gr trug zunächst Gedichte von Dr. K St leier vor Darauf fo'.gtc in tiegrei «nber Weife ber Trrttag von Ot^eyeriDer Orglet von St Thomas einem S ück ern «n 3nhal:s. da» m die Re b< der heueren Sachen ewgeflochten war Auch bi« übrigen Hummern des zweiten leih» gefiele gut Sehr starker Bei all banfle dem Dorna ferchen am Schluffe für den anregen­den unb genubn -. en Abenb Als Zugal-e brachte der Sjn'ticr noch eine heitere G.fchichte von Ludwig Thoma.

Vortragsabend der Volksboch- kchule über Menschenkenntnis 3m bichbefetzlen Singsaal der Oberrealfchul« sprach cm Samstagabend Johannes Reumann über Schillers . Verbrecher aus verlorener Ghr«- im Sichte moderner Seelenkunde Dem Vortrag war die Rezitation der Schtllertchen 2ioveUe ooraangegangen, so dah die Ruslübrungen des Redners m geflciaerttr menschlicher Anteilnahme der Zuhörer fruchtbaren Boden finden konnten Reumann wollte im Hinblick aul die In der Rovelle sich oisenbarende ©celenfenntnl» sein Reserat eher . Die moderne Se.lenkunde im Lichte ter 3 tut! on des Ttchtcrs Schiller ubertchrteben Wilsen, seelische Delunddelt hat zur Voraus­setzung die Ruh« eines in anerkannter Leistung begründeten Leibstwertaesübis. Reurosen toi« Derbrechcrtum wurzeln In einer gedrückten Kind- Xltspofilion. de «in Minderwertigkeitsgefühl et- cuflt Sch rechet ist tt-r.

»erwerlig (^ehre von der Bedeutung der örgan» mmbcrtoertiglcit). wird von den Kameraden reichlich veifpottet unb vom anderen Geschlecht abgelehnt. Da ihm ein verstehender Berater unb Freund fehlt, verfolgt er das Ziel -Ghre" (Achtung. (Geltung) zu gewinnen auf einem Ab­weg Gr wird al» Kna.e Führer einer Dort- Hand« (Herrsckrfucht. . Ueberkvmpenfallon" bei Minderwerllgkeitsgesühls) und. kaum erwachfen. befchafst et fich bie Mittel zum Liebeskauf durch Wildern Ülnpüdagoaifche Reaftlon der Defell- chaft, die dem cntloffencn Sträfling leben Ver­trauens Vorschub verweigert. Ibn auSstöstt. treibt ibn nach katastrophal (Mord) ausgehender Gpoche der Vereinsamung In die .Demelnfchast' det Räuberbande, wo er .brüderliche Ausnahme'. Vertrauen. GHr« zu sinden vermeint Diesen 3rrtum erkennt er bald, um nochmals den ver­geblichen. von den Dehötden lanorierten Versuch zu machen, zu einem Geben der Oübnt In die menschliche Gcfellschast zurückzukehren Gndiich veranlaht ihn die Achtung, mit der ibn ein er­grauter Mann behandelt, zu einem freiwilligen Geständnis. Eindringlich war datgellellt wor­den. wie unter dem Druck der Zielsetzung de» Geltungsbedürfnisses zwangsmäblg der Weg des Verbrechens befchruten und zu Ende verfolgt wurde, nachdem die bürgerliche Ordnung gegen­über dem Versuch des Sttällings. aus normalem Weg zum Selvstwertgesühl »u kommen, sich Hils- los erwiesen halte. I > I

* Gemelndeabend der Matthäus- firmelnde, ötnen äufjerft lehrreichen, boch- nlereWanlen Vortrag bot am letzten Gemeinde­abend der MatthäuSgemeinde. der von der CHI ärmer- und Frauenveveiniaung und den beiden 3ugendverelnigungcn veranstaltet ward. Pastor Rambaud. der bekannte Vorkämpfer der .Gvangelisch-chrifUlchen Glnhett". der über das Thema sprach: .Glne Liebe, die fich nicht ver­bittern labt". Rach Worten herzlicher Degru- hung durch Lehrer Wehr Helm gab der Red­ner des Abend« feiner Freude darüber Ausdruck, dah er nach 22 3aKren, wo er auf Gtnladung von Kirchen rat D. Schlosser hier sprach, wieder den Gemeinden Giehens das Svangelium ber Liebe bringen könne. Furchtbare, schier unüber­windliche H'ndernilf« unb Klüfte liegen zw schen bcm beul leben und dem Vaterland d.-s Redners, ber ein Sübfranzose ist, insbesondere nach dem schweren Weltkrieg unb der RachkliegSzeit, die nur Vitterkelt und Hah aus lösten. Die .Gvan- gelisch-chrisilich« Ginheii" arbc tel seil 8 3ahten an der Ueberbrüdung dieser Gegensätze, für fle bandelt es sich keineswegs um etne Vertuschung Der nationalen Derfchiedenk iten. vielmehr um «in Heraus beben aus der Sphäre deS Halses in die chrimicher Feindesl eve, ganz praktifch betättgt; diese Bewegung hat schon In ihren fl groben Zufammennmsten teils auf deutfchem, teils auf französischem Boden mancherlei fchone Grtolg« erzielt, die man vor wenigen 3abren noch für völlig ausgeschlossen gehalten hätte. Ramentlich auf dem Gebiete der Seriforge und da wieder der für die F.-emdenlegionär« find Erfolge erreicht worden. Ne Ne Bewegung keineswegs als graue Theorie hinzustrilen ge­eignet find, sondern bie Ne Möglichkeit prak­tischer Durchführung gegenteiligen Decstänbmlles ber Gegner klar vor Augen fuhren Briefe unb eine Reihe von anderen Belegen der Wirtlich­keit konnten di« Ausführungen des Redners unterstützen, der zum Schluh Ne Dertammluna yum gemeinsamen Bekenntnis auffordert« durch das Singen des Liedes .3ch bete an Ne Macht der Liebe". Der Dortihende dankte In bewegten Worten für den Vortrag.

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