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baren Dilnaftage bi« Bert «fort-, Handels- unb Konsulat-Beziehungen zu regeln. Zwar war bas öraebnli negafin, immerhin liegt nunmehr ein Präzekknzfall vor. der betret ft, fraß Bethand- lungen sozusagen abseits bet Dlnaftage sur Litauen nicht tabu find. Aus biefes also P'nch-- logilch schon vor bereitete Gleis verbucht nun die englische Diplomatie Litauen zu schieben, eine 'Btmubivtfl. btt nicht unbedingt aussichtslos aber immerhin bem Pflügen auf nrinübetldlem 2Wer vergleichbar ift

In liefe durch längere Seilräume behut­sam fortgefübrte bchlomatt che Arbeit hat nun bi« ® eg enteile, Sowjet rußlanb mehrfach Vorstoß« unternommen Suchen bie West macht? bte OEDilna- frage narkotisch au behandeln und auszuschalten, so zog der russisch-litauische 'Beitrag vom Ot- tober 1926 fie absichtlich ans Zagelliajt. Indem Ausland seine alte jjuerfznnung Wilna» an L'ilauen seerltch erneuert«, tc'ebte es Litauens Hossnung und feinen Antagonismus gegen Polen. Aehnlich demonftraliv« Absichten bewieS die «ll- fertige B«fannkab« des er ft teilweise paraph.er- ten Aichtangriis«Vertrags der leit Beginn des lausenden Jahres m.k ßetllanb verhandelt wurde Dies lab sogar nach einem wahren Dammbruch In der von England gefronten Ein­deichung der russischen Flut aus Sh« man die­ses Ereignis srrilto bewerten kann, wird man noch abwarten müssen Hat sich doch mehr als einmal gezeigt, daß die Bätertgienmg zwar eine demonstrative Wirkung sehr geschickt vorzu- b«reiten und wie ein Feuerwerk, die Zuschauer blendend, abzubrennen verstand^ bei aller Rüb- rigkelt und Wachsamkeit der Moskauer Poli­tik sehlte es aber dann an der praktischen po­litischen Auswertung Denn die Moskauer Po­litik zeigt alsbald ihre schwächste Seite, wenn sie einem Kontrahenten nun auch «Noas P o - f i t i v e s bieten soll.

Immerhin wird man feftftellen müssen, dah auch dieic russische Tendenz, den absperrenden norbsüdlichen Staatengürtel in der Ostwestrich- tung zur Ostfee zu durchschneiden, einer der be­ständigen Faktoren Vvrderofteur. pa» ist unb sein muh. Jen« Halbheit und. man mSch'e lagen, Uufollbitat der gegenwärtigen DrenzstaatenPoli­tik Moskau«, die wir oben erwähnten, Dürft« denn auch mehr der fowsetiftischen Eigen-. art des gegenwärtigen Moskauer Regimes an- hängen, ah» dah fie dem großen. zukunftSiräch- tigen Hinterlande der Baltenftaaien etwa natur­gemäß und angemessen wär« Selbst polnische Beurteiler sehen dieses au Zeiten ein; so schrieb »B der Senator Koskvwskl dieser Tage im .Kurjer Darszawlki": .Rußland« jahrhunderte­alter Drang zum Bäeftmeer ist natür.ich und unaushaltsam. Die polnisch« Balten ftaalenpolltil ist aus dem Irrwege, wenn sie diesem natür­lichen Streben in den Weg treten will." 2roh solcher Warnungen im eigenen Lager aber ist da« Barrieren- und Stacheldrahtzaun-Ideal noch immer für Polens Politik an Rußlands Westgrenze maßgeblich In Wechselwirkung mit den schwachen Regierungen der baltischen Klein­staaten entstehen bann eben jene labilen Ver­hältnisse, wie wir sie gegenwärtig erleben; mal ein Vordringen der neuerlich von England be- £ifügten polnischen Versuche, bei den Rachbam tren Fuß zu fassen, mal ein Dreinfahren

sowj et russischen Gegners, der diese Gespinste zerreißt oder verwirrt. Sv wirken sich gewisse dauernde und größer bemessene Kräfte aus einem Äleinftaateßterrain mit feinen wechselnden unb begrenzten Lokalkonjunkturen au«. Bis bie Zeit gereift ist - unb fl« reift unaufhaltsam heran wo sich dieser diplomaßsch? Kleinkriea erschöpft, unb dann diejenige Entscheidung gesucht wird, bi« nicht ausbleiben kann.

bie deutsch-polnischen fianöelsoertragsvtrtyanölungen. Eigener Drahtberlchl bteGießener Anzeigers".

Berlin. 13. April. Der Warschauer Ver- tretet de« Pariser Blattes .Ercelslor" hatte mit bem polnischen Außenminister Zaleski über den gegenwärtigen Stank» der deutsch-polnischen Beziehungen eine Unterredung, in deren Ver­laus Zalelki auch aus bie deutsch-polnischen Wirt- fchast-verbanblungen zu sprechen kam unb sich sehr pessimistisch über bie Aussichten auf eine Einigung äußerte. Die Schuld trage natürlich Deutschland, da« der polnischen Aussuhr von Holz und Kohle, Vieh unb Getreide Widerstand entgcgenfetK Hierzu ist zu bemerfen, baß «6 sich vorläufig bei den deutsch-polnischen Win- fchaltsverhandlungeii nicht um Ivlltarissragen handelt, sondern um die Regelung de« Bieber- lassungsrechtes. Erst wenn hier eine Eini­gung erzielt ist. können bte Verhandlungen über Me Tarifabreben beginnen. Es lag also für Herrn Zalriki gar feine Veranlassung vor. sich mit Schwierigkeiten bei Verhandlungen zu be- schältiaen, bie noch gar nicht In ein aku­te« Otablum getreten lind. Wenn von polnischer Seit« jeht schon mit solchen Schwie­rigkeiten gerechnet wird, so ist da« kein Zei­chen von gutem Willen, bem bereit« lange genug zum Schaben beider Leite andauernden deutsch-poinischen Handelskrieg ein Ende zu be­reiten. Es ist einer der sattsam bekannten pol­nischen Versuche. Deutschland bi« Schuld in bie Schuh« zu schieben, unb diesmal sogar für den Ausgang von Verhandlungen, bi« überhaupt noch nüch« begonnen haben.

Polen gegen den Film Land unterm Kreuz".

Berlin, 12. April. (Prio -Tel. d. G. A.) Di« Ausführung bet deutschen Schlesien-Filmes ..Üanb unterm Kreuz" ist nicht, wie aus polnischer Quelle gemeldet wurde. Gegenstand einer polnischen Pro Icftn»!t an d gervese!,. sondern der polnisch« Gesandte in Berlin hat die Frage mündlich de der deutschen Regierunzr zur Sprache gebracht. Es liegt aber durchaus im Be­reiche Oer Möglichkeit baß die Polen doch noch «ine Protestnote an Deutschland adsenden. so wenig sie auch dazu berechtigt sind. vor allem haben fie nicht das geringste moralisch« Recht, sich zu en:rüsten, nachdem sie bei jeder paßenden Gelegenheit ihren Ehauvinismus. insbesondere ihrer Deutschfeindlich feit die Zügel schießen lasten Gerade f,yt laufen unbeanstandet in Warschau der antideutsch« Hetz- filmDie große Parade" unb der berüchtigte Lüdanetz-Film .Die vier apokalyptischen Kelter' wurde vor nicht langer Heu unter stürmischen Kund- gebungen gegen Deutschland ausgestihrt

Hochspannung in China.

In Edina herrscht jetzt «in he ttofes Durch- einanbet. ba* durch bi« Dlberiprechenben Rach­richten vom Kriegsschauplatz nur noch vergrößert wirb. Es ist im Augenblick ziemlich schwer, sich ein klares Vilb von bet tatsächlichen Lage §u machen. Wie es tonnt, läßt bas Kr.egsaluck ber Kanton eien merklich nach, die sich emp tnb- liche Rieberlagen zuqe zogen haben foltert Tfchangkeifchek. ber Führer bet Sabtruppen bagegen scheint schon unter ber Hand mit fernem ®egn<-r Ts changtsolin in bet Bekämpfung bei Bolschewismus völlig einig zu fetn, was aus feinem scharfen. Vorgehen gegenüber ben chinefiichen Kommunisten erfichtl.ch ist. Daneben läuft bic Spannung zwischen Moskau unb bet notbchlnefUchen Regierung, bie sich jetzt foweit ausgewachsen hat. baß bi« beider! e.tigen d^plo- mattfchen Vertreter abberufen worben linb. Rußlanb verhält sich zwar ausfallend zurück­haltend. «in Zeichen bafür baß bie Russen es vorläufig auf ernste Auseinanberfetzunoen nicht ankommen (affen wollen. Wahrscheinlich finb fic mit ihren militätischen Vorbereitungen noch nicht fertig von benen wieder viel geschrieben unb gesprochen wirb. Aber auch Tokio fängt an. In bie Entwicklung einzuareifen Die Japaner rech­nen antocinenb mit einem kriegerischen Austrag bet Meinungtzverfchiedenhetten zwischen Peking unb Moskau unb fürchten um ißre 3nirttffen um Rorbchlna. Sie haben betulich zu etfennen gegeben, baß sie ihtetfeits eine Mobilifa- t t o n Dorbcmten. um im gegebenen Augenblick auf dem chinesischen Zeftlanbe in Aktion treten zu können. Die nächsten Wochen versprechen also noch weitere Ueberrafchungen Im fernen Osten.

Neue Unruhen in Schanghai.

Schanghai, 12. April. (Agentur Havas.) Gestern abenb wurde bet führet b«r Gewerk- schäften festgenommen und vor ein Kriegs­gericht gebracht Er soll eingestanden Haden, von den Kommunisten bezahlt worden au fein, um den Führer bes rechten Flügels bet Kuomin­tang-Partei zu ermorden. Der Verhaftete hat einen Beseh! über bie Entwaffnung ber Gewerk­schaften unterzeichnen muffen. Um 4 Uhr früh hat eine Abteilung von 10 000 Qlntilommuniften ben von ben Gewerkfchaften besetzten Südbahnhof angegriffen Rach einstündigem Gefecht haben sie da- Gebiet räumen muffen. Die Verluste der Kommunisten sollen bedeutend sein Man rechnet mit einem Uebergreifen der antidolschewistifchen Aktion auch auf andere Vorstädte.

Die Anhänger Tfchongkaischeks veranstalteten heute morgen umfangreiche Haussuchungen in den Dureauräumen bet Roten Ardeitet-Ver- bänbe in ben Vororten Schanghai«. Bei Zu­sammenstößen zwilchen Polizei unb Mitgliedern der Arbeiterverbänbe wurden 15 Arbeiter getötet unb 7 verwunbet, 600 würben ent­waffnet unb festgenommen. Aehnlich« Haussuchun­gen würben in Hankau vorgenommen, wo

auch zahlreiche Personen enrtoa fnet unb ver­haftet wurden.

Wegeri einer Massenversammlung am West­tor der Eingeborenenstadt am heutigen Rach- mittag in bet gegen bi« Haussuchungen von heute früh Protest erhoben wurde, wurden beson- bere Vorsichtsmaßnahmen in ben Srembennieberlaffungen aetrofsen Di« achelbrahtverhaue würben zum Lchu)« gegen anen möglichen Ueberfall geschloßen. Die Demon­stranten bildeten einen Zug unb bewegten sich zum chinesischen militätischen Hauptquartier. wo sie bie Rückgabe ber beschlagnahmten Waffen forderten. Rachdem b<e Truppen einige Schliffe abgefeuert hatten wurde bie Menge zer­streut.

Der Seeleuteverbanb hat ben Streik erklärt, während bet Allgemeine Arbeitetverbanb einen Generalstreik als Protest argen bis Haus­suchungen plant. Infolg. bet pcU« früh vor- genommenen verhastuna der Führer wird diese Bewegung jedoch wahrscheinlich zusammenbrech.m.

Tschangkaischck wirb morgen in Ronking bie Hauptfühtet b«S rechten Flügels ber Kuomin- lungpartei oztfammcln Es ist wahrscheinlich, baß ber offizielle Bruch mit bem extremen linken Flügel ber Änontinkma in Hankau et folgen wirb auf bet Grunblage Annahme ber Rote bet Großmächte unb Reaktion gegen bte Einmischung Sowjet-Rußlanbs

Die Nordtruppen bedrohen Nanking

London, 13. April. (X21.) Aus Schanghai wird gemeldet: Die Rordlruppeu unter Uchangtso- IIn konnten ihre bisherigen Erfolge etrotilrrn. Sie überfchritten den yangtse'luß an oerfchiedeueu Stel­len. Der frühere Kommandant von Schanghai. Ci- pauischang, ein Unterführet bet Tlorötruppen, fiber- ichritt den unteren Bangtfe bei langtfchang, 60 Am. nordl. von Schanghai. General Ischangtschungtschang bat Pvckau beseht, ohne widerstand zu sioden. Seine Flugzevae bombardierten gestern 71 a n fing. General Suntschuangsang st eßt gegenüber Ischiangkiang auf ber Rordfelke des Flusses.

Japan mobilisiert.

L o n b o n, 12. April. (WTB ) Der Sonber- berichterstatter beS »Daily Telegraph'' melbet au« Schanghai, bie Haltung bet Japaner be­anspruche bas stärkste unteren«, ba alle Anzeichen aus eine allgemeine Mobilisierung b«s japanischen Heeres hinwiesen. Der Be­richterstatter fragt, ob man eine offene Kriegs­erklärung gegen Rußlanb erwarten müsse, ober ob die Mobilisierung für örtlich« Operationen bestimmt fei. Die japanischen Einwohner in Han- fau sandten eine Rote an ihre Regierung unb forbetlen, baß eine E?pedition»streitmacht sosort abgrichtckt werbe, um bas ihnen Augefügte Unrecht zu sühnen. Der Korrespondent schließt, die aller­nächste Zeit werbe Ereignisse von großer Bebrü­tung im fernen Osten sehen.

Die Cuftabrüftung.

Deutschlands Vinivände bleiben in Gens unbeachtet.

Gens, 11 April. (TU.) In der heutigen Rachmil lagSsitzung ber Vorbereitenden Ab- rüstungSlommifsion wurde eine Reihe von t«4>- nischen Fragen ber Luftabrüstung beßan- belt. Währenb bet Debatte übet die zivile Cuft- fchiffahtt erklärte Graf Bernstorfs, bie deutsche Delegation lehne grundsätzlich jede Verbindung zwischen ber militärischen unb zivilen Luft schtf sah rt ab. Fetner würbe bie Frage ber Beschränkung der Mannschaftsbe stände in bet Lustschissahrt behandelt. Eine Einigung konnte jeboch nicht er­zielt toetben. Des oeutschc Antrag aus Ein­beziehung der ausgebildeten Reserven in bte MannschaskSbestände blieb unbeachtet Gin wei­terer beutscher Antrag aus Einbeziehung bes Kriegsmaterials in der Lustschisfahrt in bie allgemeine Rüstungsbeschränkung blieb glrich- snlls unberücksichtigt. Eine Einigung konnte nur über bie Einbeziehung ber Seeslugzüge auf Flug- zeugmuttetschissen erzielt werben. Morgen unb übermorgen wird bie In bem französischen Kon- venlionscntwuts übet bte Veschtänlung bet ßuft- tüstungen vorgesehene Kontrolle bet zi­vilen Luits chiffahrt im Zusammenhang mit ber allgemeinen Rüstungskontrolle behan- belt werben

Ein Ehrenschutzgeletz.

Eigener Drohtdericht des ..Gießener Anzeigers^.

Berlin, 13. April. Es liegt auf der Hand, daß der Ausgang de» Stre|eniannproz«ssr» (vgl. un­ser, gestrig« Zeitung tschau) in Berliner politisch«« Kreisen oielsach erörtert wird. Die man über da» Urteil denkt, da» ist in der Prell« eigentlich ziemlich naturgetreu zum Ausdruck gekommen man ver­zeichnet di« Höh« der Strafe als da«, was erwartet wurde, wenn vielleicht vorher auch eine Freiheits­strafe als das Wahrfcheinlich« angesehen worden ist. Alles in allein wird mit den Prozeßkoflen immer­hin «in« erkleckliche Summe von mindestens 3^000 Mark herauskommen.

Aber über ben reinen Fall hinaus spreit in den Erörterungen politischer Kreise auch bie arunbsätz- Uch- Frage eine Rolle, daß ,« an Lächerl.chkeit arenzt. in Plauen L P. Weltpolitik <u machen. Dazu kommt noch, daß solch« Prozess« bi« 3nt«r- elfen des D«ut|ch«n Reiches auf das emp'indl'chst« schädigen können. Man wird auch «irrem Minister nicht verargen können, werin derarng, Dinge rucht ohne Einfluß aus fein seelisch,« Gl,'chgewicht Mei- d«n. zumal er sein« Wernen ja schließlich für w i ch- tiger, #ufgab,n braucht ab bi« B biliauno an ein«m ine Ukrloh ausg«weiteten zu pedvnltdxn Zwecken aulfl««oaenen Prozeß

E« ist deehald oersiöndlrch bah man jetzt ben Gedanken erwogt, wie man gle ch,eilig die Remlich- keil unser,» polinschen Leben» wahren und Pro «er,. Überspannungen vorbeugen kann. So viel wir diI- en. w,rd da» Projekt eine» Ehren chutza«. t b e erwogen, und wenn e» auch noch im aller- eriten Anfongrsradium steckt fo glauben wir doch Grund au der Annahme zu haben, boß schon bott "ach WiederzusammentriN be« Reichstages ein per- lamentanscher t'orltoß in dieser Richruna erfolae« wird Non denkt ftch die Keatist.rung osienbar Io | daß Pro,,' , ®w der Plauener au* Grand eines I Gesetzes des erwähnen flr- >?nn in /Munh vor I «inen «enchestzas Ismen, tze, au» ben bedi en

Richtern besteht und in der Reichsbauptstadt oder in Leipzig tagen mürbe. 3n der tat kann man wohl lagen, daß di« Notwendigkeit für eine solch« Regelung oorllegt. Wenn ber Plauener Prozeß, wie e» der Fall ist, das bewiesen hat, jo hat er schon allein darum gewiß einen Zweck gehabt.

Der Stand

der Erwerbslosigkeit.

Berlin, 12. ttpril. (WTB) Die Zahl der Hauptunterjtützungsempfönger In der Erwerbslosen- fnrsorge zeigt auch in der zweiten Märzhalste einen erstaunlichen weiteren Rückgang, unb zwar um AHV00, gleich 31,2 Prozent. Die Zahl der männlichen Hauptunlerstützungsempsönger ist in der Zeil vom 15. Warz bi« zum 1. April 1927 von 1 222 000 auf 946 000 zurückgegangen, di« Zahl der weiblichen von 214 000 aus 165 000, die Gesamtzahl von 1 436 000 auf 1 131 000. Die Zahl der Zuschlag»- empfänger hat sich von 1 664 000 auf 1 297 00h ver­mindert Der Gesamtrückgang In ber Zahl ber Hauptunterstützungoempfänger im Monat März be­trägt 535 000 (1 696 OM Hauptunterstütziingremp- fängt r am 1. Mürz 1927 gegenüber 1 131000 am 1. April 1927) lieber die Jm|enfürforge liegt eine neuere Zahl nicht vor, da dies« mir in ber Mitte jedes Monats festgestellt wird.

Neuer Schiedsspruch für die Iigarrenindustrie. Berlin, 13. April. (Wolff.) Rachbern der Reichsarbeitsminister es abgelehnt hatte, bem Anträge ber Xaoafarbeitcroerbänbc auf B« r binblichkeitserklärung pes Schieds­spruches vom 25. März stattzuaeben, wurde gestern ein neuer Schiedsspruch gefällt, der Den Arbeitern eine Zulage von etwa 7*, Pro­zent zugesteht. Di« Lohnerdöhung de4 ersten Schiedsspruches belief sich auf 10 Prozent Wirb der neue Schiedsspruch vorn den Tabakarbcitern abgelehnt. lo würde am Samstag die von den Arbeitgebern angedrvhte Au-fpercung beginnen

Aus dem Finanzausschuh des Hejsischen Cnnötags.

D a r m ft a b t, 12. April Der Finanzausschuß be» Hessischen Landtag« fepte seine Beratungen bei Kap. 57 (Lolksschulen, de» Stoalsooronschlag» fort, wobei «s zu einer längeren Aussprache über bie Fortbildungsschule und den Abbau von Vebrtr» stellen kam. E» liegen mehrere Anträge zu diesem Kapitel vor. Die weiblichen Adg,ordnet.n Balser Heräu-. Birnbaum und Hattem.ir beantragen, die bisher geübte Fünfteluna bei der Anstellung der Lehrerinnen an den Volksschulen auszuheben und eine stärkere Heranziehung weiblicher Lehrkräfte an den gemilchten Ähulen. Der vor- tohrig, Beschluß, jebe zweite Lehrerftelle unbesetzt zu lasten, veranlaßi« die folgenden 3r»räge Emen Antrag Dr Keller-Dingeldey, die Vesihluste de« Landta« vom 27. Man. denen zufolge jede zweite volkeschuUebrerftellc und jede zweite Studienrat* stelle unbesetzt bleiben muß. werden mit Wirkung vom 1. April 1927 außer Krall pefent Dagegen Hot ba» Landesamt für do» Bildungrwelen In ifbem einiePoQ,. In dem ein stelleninhaber ausfcheidel. orgfdlng zu prüfen, ob «ine t&eberbetaung ber Stell« unbedingt notwendig dt oder ob diele in Anbetro^t der Fino».,looe be« Staate« vottäufig offen M«tb«n kann unb da' demgemäß z, oerfatz- ren. Die Wbg. Storck unb Kaul wollen in einem An trag ben Beschluß geftneßen hoben, baß jede zweite

frei werdende Lehnerffell, unbesetzt bleibt. In rin em Antrag ber Kommunisten soll bie Regien»« er- macht,gi werben, sämtlich« außer Dienst brimollche Lehrer sofort wieder m den Schuldienst zu übernetz» men. Ein Antrag Dr. bruchigen,-^.rer will Me Stellen der Stadtschulrate (9 an der Zahy auf ben Inhaber gefetzt willen Die Stadt, mögen, wenn ste Schulräte anslellen. dieie feldst bezahfen. Rektor ft eilen lallen nur do i-.:,ben wo nn Rektor mehr ob 12 Lehrern vorstehl Die Gemei» den sollen bie Äqften der Reklorstrllen tragen. Z> Titel S des Kapitels liegt rin Antrag Storck u. Gen. vor. bvt Kosten sur nebenamtlichen Unter« richt an Fortdildungs|chulen von 200 000 auf yN)(M» Vk. zu erhöhen. Abstimmung-, ßabei noch nicht ftattgtiutorn. do erst die Fraktionen |u den Anträgen Stellung nehmen sollen.

Zu Kapitel > (SchuI -Turn - unb Sport- wesen) lag «in Antrag Dr Kell er-Dingeibey van Dir beontrogen. der Landtag wolle beschließen, daß unverzüglich die feit Fahren verwaiste Stelle de, ehemaligen Lande,turninipektor« wieder besetzt wird, damit für di« Au»bUbm»g von Iure- lcbr«m unb für bie Beratung der mit der körper­lichen Ertüchtigung der Jugend betrauten Lehr- periontn ein« houptomtlich verwalket« Stell« zur Verfügung steht. Auf die Beibehaltung de« alten Titel, und di«, früher« Abgrenzung der fl ml »befug- niste legen wir weniger Den al» oul bi« B«f«tzung d«, Amte» mit einer durch Dorbitbung und Tüchtig, teil geeigneten Persönlichkeit. Der Antrag mürbe abgelehnt und ba, Kapitel an|rnommen Der Ausschuß wird am Mittwoch seine Beratungen ab- brechen und sie unmittelbar nach Ostern wieder auf­nehmen.

Kunst und Wissenschaft.

Ein neuer C ei irr be» Frankfurter Blbliolb<frori<ea>

Wie aus zuverläffiaer Quell« gem«lb«t wirb, ist zum Leiter bes Blbltothekwefens der Stabt Franksurt a. M. bet seitherig« Direktor b«r Staats- und Univ«rfltätsbidl^tb«k hi Breslan, Dr. Oehler, ernannt toerben.

D«ut ch« Uraufiübrun i eln-s itallenifch« MuKfe bramaS le Mainz

Am Mainzer Stabttbearer gelangte bi riet Tage bte breiafllge musikalische IragobitBe- mea und Julia" von Ricardo Zonbonal zur trnitschen Mrauffäßrung Der Komponist, etn Schüler Mascagnis, wurde damit überhaupt zum ersten Male einem deutschen Pub.i'urn vvrge.ellt, während er sich in feinem Vaterland« bereits feit Jahren eines geachteten Ramens erfreut Öein« Musik knüpft an den Berdischen Othello Stil an unb ist in ber gesanglichen Linienftztz» rung unb harmonischen Struktur stark von Puccini beeinflußt; wohingegen bk Qrchester- mufik eine veügehende Abbängigse.k rw? Richartz Strauß erkennen läßt. D e an selbständigen mu- fikalischen öinlällen nicht sonderlich ergiebige ober mit großer handwerklicher Routine unb sicherem Blick für dramatische TBirlungen gear­beitet« Op«r sanb bank ber ausgezeichneten, w, ®r-«ralmufifMr«:tor Brei lad) geleit« en Wie­dergabe eine sehr wohlwollend« Aufnahme

Reichskanzler Dr. Marz auf der Bonner Beethoven seiet

An bem deutschen allgemeinen BeethovensgL dos vom 23. bl» 30. Mai in brr GrbartstzM Bonn stattfinbet, wirb auch Reichskonzltr D r. Matj und ein Vertretet btt österre.chl- fchrn Regierung teilnehmen Auch bos gefan-.it diplvmatifche Korps Ist von bet Stabt Bonn eingetaben worben Die Vertreter Oester­reichs, Italiens. Polen», Ehlle». Griechenlands unb bet Türkei haben bereits fest zugelagt. Die Vertretet bet Schweiz und Spaniens haix» ihr öttoeinen in Ausficht gestellt Bei dem Festakte in bet Beethovenhalle am 23. Mai wird Dr. Marr fprechen.

Aus nfier Welt.

Der Oflrruriflub be, Reich,prästbentt».

Relchsprüflbent von Hinbenburg ist kn Hannover e.ngetroffen, um dort feinen Oster- urlaub zu verbringen. Zu feinem ömpfang bat­ten sich bie Spitzen ber 7khörkxn auf dem Bahn­hof ringefurben. Reichskanzler Dr. Mark Ist mit feiner Familie in einem badischen Kur­ort cingetroffen, wo er den Ofterurlaub pes» leben wird

Staalifrfretdr v Kühlmann ans dem weg« der Genesung.

Da» Befinden d«, Staatssekretär» a D o Kühl­mann, der. wie erinnerlich, vor drei Dochen eine» schweren UivoU erlitt, hat sich In den lefikn logrt wrientlich gebelfert, so baß mit feiner baldigen Ens loffung au» der Klinik gerechnet werden kann.

Acht Fischer ertrunken

Bei Bisvaer in den Lofoten Ift rin fttto futter untergegangen. Acht Mann ber Besotznnß kamen ums Leben, drei wurden gerettet.

126 Opfer riet« Wirbelsturme,

Ruch einer telephonisch au, 9t o <f 6 p r I » (Itfa,) ringriro°fenro Melduna wurden heut« noch! 126 Personen durch einen Wirdelstuom getötet.

Bon drein dvrchgehenden (dripann <e lobt gtlchfeist.

In Schwedr a. d. Ober glnatn bk dr«. Pftttz» eine» Ackerwagen» durch Der Dl il.-.h-.r - ,i wa Dagen. blieb mit den Fußen an der «k:gtnbtidM bangen und wurde zu lob« g«schiriß Auch dtt Kutschet wurde schwer verletzt.

Bon einem Winbmüblenllttgri getötet

2n Pölitz (Bom-nern) mürbe rin zrotiemhaS' icbriflf* 9 nd von einem Dlnb^üh:,-'st>.,' rrioßl und getötet.

Iobe»|pre*g an, dem Jlug^wg.

ttm Dienstag fefuite ein französisches »illiar- 1 -ükufl über dem beietzwn Gtbiei. al» rin Sen !l oJ e r b r o n b entstand Ein mitfabrenber flfaM djulfr ।prang In ber Verwirrung über bw Dow» tcrunfl In einer Hohe von Meter über Bor» "d btted zerschmettert am Beben liege» Dem be» Flugzeuges gelang es Inbe,. »s» Apparat durch Qkitflug zu Boden zu bringen, w* bei bi, Moschm« zertrümm,ri wurde. Er ourN bewußtlos, aber sonst unoertekt von einem Pasi«» ten au» ben Trümmern befreit

Bon einem Baum flau erschlagen

In Möllerst et ten wurden ber frühere Bte» geratetßct Kuhniet unb eint Magd von rint® rollenden Baumstamm fo schwer am Kopfe xxt* le?t. baß die Schädel deck tert kümmert wurde. Beide wurden auf der Stelle getötet.