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3an. Der Handar- den Rolls, und Jock- »emdrn Gedern, Ober., men wurde durch dos mMcstn einer Haupt« iehrerin übe*agen. Einrichtung von Koch, wchfenden weiblichen 3u« ben, sich eine gründliche zueignen.

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u|tn, 12.Jan. ZurSr> Ichgncitlchasten hat die der Stabt Dchlar eine u|t, die dort wegen An- .ritze entbehrlich geworden tzt nunmehr Mi Feuer- hende Feuerwehr ist eine ;ur Gründung einer frei« 1 bisher wenig vorhanden.

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t a. OH., 12. Jan- 21 b- ist in der ALHe deS be. Ulli, eine Ritte n Gewicht von llb Kilo, Gs handelt lich hierbei > getährlicheS Gilt.

12. M Gestern abend lenlistenlabeik H.S. er aus. Ein Laaerraum litten brannte vollständig oupljabrilgebäudc gerettet zach'chadcn, der Wonbe i Kric).ct wurde, ist dem Reejicherung gedeckt. Sie nicht bekannt.

Meit-TagW letihsfen.

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April 1926 wieder verhaftet, erklärte er, er werde nicht lange in Hast bleiben; aber erst am 4. August entkam er, als er ^urn Verhör geführt wurde. Während er im Korridor wartete, gelang es ihm, sich unter die Menge zu mischen und ungehindert hinauszuspazieren; einem Beamten, der ihn anhielt, sagte er. er sei.Polizeiinspektor. Am nächsten Tage entging er in Tours einem Polizeisergeanten, der ihm bereits Handschellen angelegt hatte, und am 20. August führte er einSri großen Iuwelenrinbruch in Chambery aus. Richt lange danach erschien er in Aix-les-Dains als Seeoffizier verkleidet, lebte in einem guten Hotel in Hülle und Fülle und verschwand mit einem Auto, nachdem er noch 2500 Franks dem Wäscher in der Garage gestohlen hatte. Schließ- lich wurde er in Lyon entdeckt, entkam noch ein­mal der Polizei in einer Droschke, wurde aber schließlich aus dem Lift seines Hotels heraus­geholt.

Line neue Art vorgeschichtlicher Denkmäler.

Unter den merkwürdigen Bauten, die die Menschen der Borzeit aufführten. ist bisher eine Gruppe wenig beachtet worden, die sich in reicher Ausbildung auf einer der Dalearen-3nseln, auf Minorka, befindet. Seitdem vor etwa 100 Jahren die Aufmerksamkeit zuerst auf diese phantastischen und merkwürdigen Denkmäler gelenkt wurde, hat man sich mit einer ungefähren Klassizifizierung begnügt und teilt diese vorgeschichtlichen Bauten Minorkas in drei Gruppen: 1. Ueberrefte großer Steinhaufen von kreisrunder, elliptischer oder quadratischer Form, die aus unzementierten mäch­tigen Steinen ausgelchichtet sind und Talajots genannt werden; 2. Monumente in der Form eines griechischen T. die sog. Taulas, bei denen ein gewaltiger Steinblock quer über einen ande­ren gelegt ist. und 3. die sog. .Raus oder Ravetas. lange, niedrige Hügel von Monolithen, die die Form eines umgedrehten Bootes haben. Die Lrkalforschung behauptete, daß die TalajotS hohl sind und wie die ähnlichen Ruraghen Sar­diniens Wohnungen der vorgeschichtlichen Ticn- schen darstellen. Der englische Prähistoriker Fre-

50 Jahre Giehener Rudergesellfchafl 1877.

Die diesmalige Tagung wies sowohl nach ihrer Zusammensetzung, als auch in löten Dorträgen die Verbindung der hessischen mit der rheinischen Kirche aus. Durch ihren Ge­neralsuperintendenten D. Älingemann, Kob­lenz. und den Präses der Provinzialshnod«, Superintendenten D. Wolff, Aachen, war die rheinische, durch ihren Prälaten D. Dr. Dich l. Darmstadt, und den Superintendenten der Pro­vinz Oberhessen. Ober.irchenrat Wagner. Gie­ßen. die hessische Kirche vertreten.

Die Tagung begann mit einem Gottes­dienst in der Kirche des Dorfes, der durch zwei Konzerte und zwei gut durchgeführte Chöre unter der Leitung des Lehrers A g e I, Duten­hofen, liturgisch bereichert, und zu dessen Ab­haltung Generalsuperintendent D. Klinge- mann gewonnen war. der auch selbst die ge­samte reichgestaltete Liturgie übernahm. Die Pre­digt. die an das Schr.stwort 3ohannes 1.43-^46 anae'chlo'sen war. behandelte das Thema3ehi6 und die Heimat" unter dem besonderen Zielpunkt: 3esus für unsere Heimat!

Aach diesem erhebenden Auftakt trat man ig die Berhaudlungen ein. Zunächst begrüßte Pfarrer M a h r. Gießen, der Leiter der Tagung uni) verdienstvolle Führer der b-eutfd>en Dorf- kirchenbewegung, der bemüht ist. die ganze Be­wegung aus dem engen Aahmen einer bloßen Angelegenheit für Dorfp'arrer hinaufzuerheben zur Betonung des naturhast-Echtvolkstümlichen, der alten Sitte und der Seele des deutschen Dorfs, einer Ausgabe, zu deren Lösung mit in erster Linie die Kirchen-Aeltesten berufen sind. Aach ihm gab Pfarrer 23 i er mann, Ebersgöns, der Dorfkirchensührer im Kreise Wetzlar, seiner Freude über das Zustandekommen einer solch großangelegten Tagung Ausdruck. Den beiden erwiderte zunächst D. Klingemann und nach ihm Prälat I). Ur. Diehl.

Der hessische Landcsjugendpfarrer lic. theol. d. d. A u, Darmstadt, hielt den ersten Dorlrag: «De r althessische Kirchenseniorat in seiner Berwandtschast mit dem rheinischen P r e S b y t e r a m t". Die erste hessische Kirchen.ordr.u-g von 1533 ist aufgebaut | auf Li? Kirche zücht, be i Dann, in dem Sinn der Erziehung des ein c.nen zur Kirche, eine große Ausgabe, die zu lösen dem Pfarrer allein nicht möglich ist; deshalb wird die Einrichtung des Aeltestenamts g? ordert. Die Ae'te'.en soll n be­sonders einige Männer sein, die .eine genaue Kenntnis der Ge.ne.nde und das Vertrauen all ihrer Glieder haben. Sie sind die Geh! len de^ Pfatters, die ihn nicht nur in allen äußeren Dingen, wie Ordnung im Gottesdienst, Ver­teilen der Almosen unter die Armen. Aussicht Über die Kommunilanten. über das Kirchengut usw., unterstützen, sondern honen ganz besonders auch dir Seelsorge obliegt: slr sollen den Ein­zelnen nachge'^en, dir nicht zur Kirche und zum Abendmahl lommen. die unchristlichen Lebens" wandel führen, dir Kirchenzucht ausüben, die Kinderlehre beaufsichtigen, bei Chezwisten ein- schrei en. die Schule mit überwachen usw.. kurz, die Senioren sind die Träger des gesamten christlichen Lebens und nicht der Geistlich« allein fonbern die Gemeinde steht im Mittelpunkt des kirchlichen Lesens. Der Brennpunkt der eigent­lichen Täiii.'eit der Senioren ist der Convent, in dem alles besprochen wird. Der Ertrag dieser Aeltesrenärde.t. der Mitarbeit der Laicn an der Seelsorge konnte nicht ausbleiben: durch die gewaltigen Stürme des 30sährig«n Krieges ward die Kirche hindurchgeceitet. Linser heu­tiger Kirchenvorstand ist ein Organ kirchlicher Selbstverwaltung, unsere Kirchenvorsteher aber müssen, ähnlich wie die rheinischen Presbyter, ganze Persönlichkeiten sein, die wie die air- hessischen Senioren das g famic Leben der Ge­meinde verantwortlich tragen und ihre Haupt­aufgabe in der Seelsorge erblicken.

Aach der Mi tagspause, in der die zahlreichen auswärtigen Teilnehmer Gaste der Famckien von Dutenhofen waren, denen dafür Dank gebührt, sprach Pfarrer H. M ü 11 e r - Diersfordt bei Wesel über .,d a s rheinischePresbyter- amt nach seiner Entstehung und Be­deutung" in unge.r.ein fesselnder Weise. 2st der hessische Ceniorat langsam in die porhandenen Gemeinden eingc ü.jrt worden, so ist das Pres­byteramt am Aiederrhein aus eigener Kraft im gewaltigen Kampf der jungen Kirche der Re- forma.ion erwachsen; die wenigen Evangelischen standen tm Kampf mit Aegierung und der Masse der Bevöllerung. ihre Aeltesten leiteten und führ­ten ihr Werk. Keine Gemeinde war ohne Pres­byter. 3n den Kirchenordnungen fand diese Rich- tung erst ihren Riederschlag. der Weseler Con­vent 1568 setzte das Presbyteramt ein, das ebenfalls in fleißiger Seelsorge, im Krankenbesuch, in der Aufsicht, Ermahnung und Kirchenzucht besteht. Auch das rheinische Presbhteramt greift in das gesamte Leben des einzelnen ein; wöchent­lich hatten die Presbyter ihre Zusammenkünfte. Wenn heule die rheinische Kirche als eine be­sonders lebendige Kirche angesehen werden muß, so ist das nicht zuletzt auf das Presbhteriat zurückzuführen. Wollen wir eine Missionskirche werden, dann brauchen wir die Presbyter und müssen dabei schauen auf die Alten.

2n der Aussprache überd i e Aufgaben des Dorfkirchenältesten-Amtes im heutiger Zeit" ergriff D. Wolff- Aachen mehrmals das Wort zu ausgezeichneten Aus­führungen. Aeben Theologen beteiligten sich auch eine ganze Aeihe von Aeltesten an der Debatte, die versch eie ne interessante Anregungen brachte. Um 5 Uhr konnte Pfarrer Mahr mit dem Ausdruck des Danks die Tagung schließen, die in Abschtedsgruh, Gebet und Segen des Orts­geistlichen. Pfarrer lic. theol. Iler-Duten­hofen auslief.

Schöffengericht Gießen.

** Gießen, 12. 3an. Der schon vielfach vor­bestrafte Handlungsgehilfe Gerhard Kreutz- mann von Schwann hatte Mtlte Aovember 1926 verschiedene Studentenverbindungen in Gießen dadurch um kleinere Geldbeträge betrogen bzw. zu betrügen versucht, daß er sich als em in Rot geratener Student aus Oesterreich aus­gab. dem es an dem nötigen Reisegeld fehle. Auch ließ er sich unter falschem Anmen tn das Ge­fangenenbuch dcS hiesigen Landgerichtsgefang- nisses eintragen. Strafe: 11 Monate Ge­fängnis.

Der ebenfalls vorbestrafte Dentist E r n ft Aeih aus Zürich hatte im April 1926 einen Wechsel gefälscht und an eine Frankfurter Firma begeben, um so in den Besitz einer Zimmerein­richtung zu gelangen. Mit den früher erkannlen Strafen wurde eine Gesamtstrafe von 9 Mo­naten 1 Woche Gefängnis gebildet.

Die Gießener Auder-Gesellschast 1 8 7 7 e. B. begeht am nächsten Sonntag. 16. 3a- nuar. die {Jeter ihres 50jährigen Be­stehens. Sie wurde am 20. Januar 1877 auf Anregung von Christoph Aübsamen ge­gründet. der als Turn- und Schwimmlehrer mit der Gießener Jugend in ständiger Füh.ung stand und sich größter Be.iebtheit bei btefor erfreute. Er war auch von 1877 bis Ende des 3ahreS 1880 erster Vorsitzender und verstand cs. gleichwie fein Amtsnachso'ger Heinrich Adami, der von 1881 bis 1835 erster Vorsitzender war, die junge Gesellschaft zu erhalten und hochzubrin­gen. Den Vorstand bei der Gründung bildeten, unter Hüb f amen® Vorsitz Curt v. M ü n - chow. Alfred B o ck, Ernst Balser, Albert Berger. Friedrich G r e g o r i und Ma? Hoch­st ä 11 e r. Aus dem von Aübsamen der Gesell­schaft zur Verfügung gestellten Bvotsvlah am Woog" wurde eine Dretterhalle errichtet, die zur Aufbewahrung der aus Frankfurt und Köln bezogenen Boote, sowie glcichzeit.g als Gar­derobe und Ausentha Uraum für die Ruderer diente. Bereits im Mai 1878 wurde eine vom Frankfurter Ruderverein reranfta.tete Aegatla mit dret Mannschaften beschickt, die, wie voraus- zufcfjcn war, in den schweren Booten und bei Der noch mangelnden Rudertechnik, einen Er­folg nicht erzielen konnten. 3m darauffolgen­den Fahre 1879 jedoch wurde auf der Regatta bet Franlsurter Ruder-GesellschaftGermania" von der Rkannschaft Rudolf Pascoe, Louis Petri, Karl P l i 11, Christian Reiber, Steuer: Fritz S ch a r m a n n, dcr erste Sieg er­rungen gegen den Mannheimer Ruder-Verein Amicltia". Ein vortreff.iches. in England er­bautes Vierer-Rennboot war von Vergwerls- besiher Fe r nie der Gesellschaft gestiflet wor­den und verhalf zu noch manch weiterem Erfolg.

3n den folgenden Fahren 188) bis 1833 war die Gesellschaft noch neunmal siegreich, von da ab trat ein längerer S.illstand ein, der erst im 3ahre 1883 sein Ende fand, in welchem der 3unior-S.uller Karl Krailing auf den Re­gatten in Fmnlfurt. Mannheim, Bad Eins und Gießen vier Siege im Einer errang. Erster Vor­sitzender. als Rachsolger von Heinrich Adami, war zu jener Zeit (1863 bis 1892) 3 e a n Kirch, unter dessen zi eibewußter und erfolg­reicher Leitung nöd) weitere 20 Siege in den 3ahren 1859 bis 1692 errungen wurden, darunter 1891 in Mainz die Rheinmeisterschaft durch Al­bert Rübsamen, ein Sohn von Christoph Aübsamen, und 1892 aus der Gießener Regatta der erste Achter-Sieg um den Großherzogs- Preis. Unter Kirchs Vorsitz wurde im 3ahre 1890 ein neues geräumiges Bootshaus erbaut, der Bootsbestand beträchtlich vergrößert und von 1892 ab die regelmäßige Abhaltung von Re­gatten in Gießen beschlossen. 3m Ausschuß des Deutschen Ruder-Verbandes war die Gießener Ruder-Gesellschast durch 3ean Kirch von 1882 ab bis zu seinein Tode im 3ahre 1907 vertreten; ihm war es auch zu verdanren, daß der Dritte ordentliche Deutsche Rudertag am 20. und 21. März 1887 in Gießen abgehalten wurde

Bei Kirchstr ft von der Geschafts- leihing im 3anuar 1893 wurde er zum Ehren­vorsitzenden ernannt und Christian Reiber zum 1. Vorsitzenden gewählt, dem Im 3ahre 1897 3 oseph Sauer und von 1893 bis 1900 Albert Scheel folgte. Während dieser acht 3ahre war die Gesellschaft insgesamt 27 mal siegreich. QRbert Rübsamen gewann 1893 auf der Mannheimer Regatta nochmals die Rheinmcisterschast, und auf der Hamburger Re­gatta 1894 sowie auf der Berliner Regatta 1900 jedesmal die Meisterschaft von Deutschland! Auf bet Gießener Regatta im 3ahre 1899 war auch zum ersten Male ein akademischer Vierer der Gesellschaft siegreich.

Rach der Amtsniederlegung Albert Scheels übernahm im 3ahre 1901 Adolf Kling- spor den Vorsitz bis zum 3ahre 1936, er wurde in den beiden folgenden 3ahren von Albert Scheel abgelost und übernahm den Vorsitz nochmals für das 3ahr 1909. Unter KlingsPers Leitung wurde im 3ahre 1902 am 19. 3anuat das 25jährige 3ubiläum der Gesellschaft ge­feiert, durch eine akademische Feier im Saale der Loge, mit nachfolgendem Ball in Steins Saalbaü. Der Sportbetrieb war zu jener Zeit, von 1901 bis 1903, nur wenig erfolgreich, nur im 3ahre 1902 auf der Emser Regatta war dem akademischen Vierer e'.n Sicg beschielen. 3n den folgenden 3ahren dagegen, von 1907 bis 1914

(Äricgäbeginn), wurden wiederum 23 S.ege er­rungen. von denen derjenige im Junior-Achter gegen den Mainzer Ruder-Verein auf der Straß­burger Regatta im Jahre 1910 erwähnens­wert ist.

Die Leitung der Gefchäste hatte nach Adolf KlingspotS Rücktritt für die 3ahre 1910 bis 1912 Freiherr v. Schenck au Schwein-berg über­nommen, dem von 1913 ab als 1. Vorsitzender Theodor Schwieder felgte, ein Mann, der in vorbildlicher Weise und mit stets offener Hand für daS Gedeihen her Gießener Auder- Gefellfchaft und für die Förderung deS Ruder­sports zu sorgen verstand. 3m zweiten Fahre seiner AmtStätigleit. im KriegSiahre 1914. halte die Gesellschaft bereits 10 Siege errungen, an denen eine junge hervorragende Kraft, der Skuller Karl 3 ö d t. nicht weniger als achtmal beteiligt war, als der Krieg ausbrach und die Mehrzahl der ausübenden Mitglieder zu den Fahnen ein» berufen wurde. Zwanzig von ihnen, darunter manch vielversprechender lieber Sportkamerad, starben für das Vaterlandl 3hr Andenken toirb in hohen Ehren gehalten! Während der KriegS- jafjrc, unter Schwieders Vorsitz, wurde daS Schülcrrudem eifrig betrieben und auf der Frank­furter Regatta im Kriegs ahre 1916 auch zwei schöne Siege im Schüler-Vierer errungen. Seit Kriegsende, von 1919 ab, ist die Gießener Ruder- Gesellschast prächtig aufaeblüht. Bis zum 3ahre 1921, unter Schwieders Vorsitz, wurden wiederum 31 zum Teil hervorragende Siege errungen. Karl 3 ob t siegte siebenmal im Ersten Einer, darunter der Alster-Pvlal in Hamburg 1919, der Preis von der -Gerbermühle in Frankfurt 1920 und im gleichen Jahre der Rhein-Pokal in Mainz. Der akademische Vierer war achtmal fi-greid), er holte sich zweimal den Kaiser-Preis auf den Mainzer Regatten 1S20 und 1921, sowie in letzterem Fahre auch den Großherzogs-Preis auf der Meister­schafts-Regatta in Mannheim. Drei Siege im Achter, elf Siege im Vierer und zwei S.ege Im Schüler-Vierer waren die weiteren Erfolge jener drei 3ahre.

Vom batauffclgenben 3ahre 1922 ab über­nahm Ernst Riemann dcn Vorfitz der Gesell­schaft, nachdem Theodor Echwieder mit Rücksicht aus seine bereits zehnjährige Amtstätigkeit eine Wiederwahl abgelehnt hatte. Unter dem Vorsitz von Ernst Riemann, dem Professor Geyer als zweiter Vorsitzender zur Seite steh», nahmen die sportlichen und gesellsdiaftlichen Erfolge der Gie­ßener Ruder-Gesellschaft einen weiteren bedeu­tenden Aufschwung. 3m ersten 3ahre von Rie­manns Amtstätigleit erfuhr das Bootshaus end­lich eine der Große und Bedeutung der Gesellschaft entsprechende Umgestaltung und Grwei erung. Ein großes und bleibendes Verdienst erwarb sich hier­bei das langjährige Mitglied Georg Mohr, der die vortrefflichen Baupläne lieferte und die Bauleitung übernahm. Die Einweihung des neuen Hauses sand am 9. 3uli 1922 statt. Die Mit- gliederzahl nahm derartig zu, daß Reuaufnahmen nur noch bann erfolgten, wenn es sich um solche Personen handelte, die für bie Ausübung des Rudersports in Frage kamen. Diese Maßnahme ist später wieder aufgehoben worden. Die sport­lichen Erfolge seit 1922 waren ganz hervorragende! Unter der großzügigen und zielbewuß'en Ge- schäftsleitung Ernst Riemanns wurden berciis fünfzig Siege errungen, an denen das eif­rigste und erfolgreichste Mitglied CurtGeorgi, teils im Einer, teils im Doppelzweier, Vierer und Achter nicht weniger als 35mal beteiligt war. Der akademische Vierer war siebenmal sieg­reich, außerdem verdienen der Sieg im Kaiser- Vierer aus der Regatta in Kassel 1926 und der Sieg im Städte-Achter Gießen-Wetzlar, der erst- maltg 1926 in Gießen ausgerudert wurde, be­sondere Erwähnung.

3etzl, am Ende des fünfztgsten Vereins­jahres, beträgt bie Mitglieberzcchl der Gießener Ruber-Gesellfchast 327; die Flotte umfaßt 25 Boote, und zwar 3 Achter, 7 Vierer, 3 Zweier. 2 Einer, 1 Motorboot sowie 9 Privatbvoie. Die Gesamtzahl her errungenen Siege beläuft sich aus 167. Diese Zahlen bieten ein erfreuliches Bild ersprießlicher sportlicher Tätigkeit während eines halben Jahrhunderts, und berechtigen zu der Hoffnung, daß die Gießener Ruder-Gesellschaft auch in den kommenden Fahren und 3ahrzehnten eine gedeihliche Weiterentwicklung nehmen wird, als ideale Pflcgstätte für Körper und Geist unserer 3ugenb durch ben als vorzüglickste Leibes­übung anerkannten schönen Rubersport!

Der Kaufmann Arthur Kühne aus Hem erst eben hatte im 3uli 1926 in einem Hotel in Bab-Rauheim eine Handtasche unb eine Platinkette gestohlen, nachbem er den Kleiber­schrank, in dem sich bie Kette befand, mit einem falschen Schlüssel geöffnet hatte. Mit Rücksicht auf seine Vorstrafen erhielt er 13ahr Gefängnis.

Anfangs Februar 1926 war in derOber­hessischen Volkszeitung" in Gießen eine Zuschrift veröffentlicht worden, in welcher der Bürgermeister 3öckel von Grünberg wegen einer in Lich in einer Versammlung des Bauernbundes gehaltenen Rede scharf angegriffen wurde. Heute kam es zwi­schen dem Beteiligten und dem ver­antwortlichen Redakteur Detters der vorae- nannten Zeitung zu einem Vergleich, in dem Der Redakteur Vetters dem Bürgermeister Södel eine Ehrenerklärung abgab und sich zur Tragung bet Kosten verpflichtete. Rach Zustimmung des Krcisamts soll bann her Straf­antrag zurückgenommen werden.

Buntes Allerlei.

Lin Meisler-Ausbrccher.

Ein 27jähriger Verbrecher, Georges Röme, der wegen feiner genialen Ausbrecherkünste rasch volkstümlich geworden ist. wirb jetzt in Lyon abgeurteilt. Er hat bisher bereits Gefängnis» strafen von im ganzen 72 Jahren er Hal. en. Seine Laufbahn begann er erst 1924 unb ist in ben letzten beiben Jahren in 19 Stäbtan in ganz Frankreich unb Algier tätig gewesen Einmal würbe er bei einer ßanbung in Marseille er­griffen, schlug aber ben Schutzmann niebet unb entkam. 3m Mai 1925 erkannte er auf dem Bahn­hof von Lyon bie Detektive, bie auf ihn lauerten, unb verfchwanb. Festgenommen, entkam er einen Monat später aus bem Gefängnis von Senlis unb brei Monate banach aus dem von (Säen. Aus dem Gefängnis von Le Ha?re brach er aus, indem er ein Loch in die Decke bohrte, an der Mauer emvorkletterte und über bas Dach entwischte. 3m

frerid Chambcrlin. btt seht bie vorgeschichtlichen Denkmäler MinorkaS genau untersucht unb in einem Register ausgenommen hat, kommt zu ganz anderen überraschenden Ergebnissen, über die tt in einem Aussatz der ,TimeS" berichtet. Er hat diese Bauten nach ihrer Form und dem Stande ihrer Erhaltung genau beschrieben unb habet gefunden, daß mehr alS die Hälfte der Tala- jots, bie er untersuchte, keinen Eingang unb auch keine 3nnentäume irgendwelcher Art haben, son­dern ganz massiv sind. .Da» Ergebnis meiner älnteriuchungcn." schreibt er. »war die Dntbek- hmg voll 186 TalajotS. von denen 107 sich In gutem Erhaltungszustände befinden. Richt mehr alS 32 dieser 107 hatten einen Eingang, durch den man in daS 3nnere einbringen konnte, nur drei wiesen 3nncnräume auf in der Art, die bisher als charakteristisch für diese Bauten beschrieben wurde, unb nur ein einzige» Talasot hatte mehr alS einen Raum. Aus diesem Grunde kann man keine Verwandt chast dieser Bauten mit den einzigen vorgeschichtlichen Monumenten annehmen, bie ihnen ähnlich sind, nämlich mit ben Ruraghen und den Steinhügeln Großbri­tanniens. Die TalajotS sind, soweit bekannt, ein­zigartige Denkmäler und stellen eine neue Art vorgeschichtlicher Bauten dar." Roch arößerc» Interesse dürfen die sog. TaulaS beanspruchen Chamberlin hat zu ben 13 bereits bekannten brei neue entdeckt; sie erreichen eine Höhe von mehr als 12 Fuß unb sinb von S.einrnauern In Hus- eisenscrm umgeben. 3m Durchmes'er sinb biete Hufeisen zwischen 30 unb 40 Fuß; die Mauern bestehen aus mächtigen Steinen, zwi'chen benen sich in regelmäßigen Abstänben Eingänge be- finben. Da die Taulas diese Mauern an Höhe weit überragen, so sinb sie auf viele Kilometer hin nach allen Richtungen sichtbar. Rur zwei biefer Denkmäler sinb weiter als 100 Fuß von einem Talajot entfernt; niemals beträgt die Ent­fernung mehr als KO Meter Rach der Ansicht des Verfassers, der andere englische Vrähistoriker beitreten, handelt es sich bei ben Talajots um Pyramiden, bie als ©tabmonumente errichtet wurden, unb bie Taulas sind die dazu gehörigen Altäre, bie zum Opfern und anderen Bestattung-- bräuchen bienten. Ausgrabungen, bie demnächst in bie Wege gelci'et werben sollen, dürsten wei­tere Aufk'ärung dieser b 8";er r it'elhaften Denk­mäler bringen. Klar ist man sich bereits übet über den Zweck der sog. Ravetas; sie sind Grä­ber in Schifssforrn. in denen sich elliptische Grab- kammern befinden. 16 die'er Bauten sinb noch in guter Erhaltung.Die Erbauer aller dieser Monumente waren zweifellos Höhlenmenschen, bie in unterirdischen Wohnungen lebten, sagt Chanu bcrlin.ES gibt keine anderen ileberrefte von Wohnungen: ihre Höhlen zählen in die Hunderte, unb ich glaube, baß es keine Talajots noch RauS noch TaulaS gibt, die nicht von ihnen umgeben sinb.

wo Elefanten chloroformiert werden.

Das Krantenhau.'., das dein Londoner Zoo angcglicbert ist, bient nicht nur als Heilstätte für bie vielen 3nlassen des Zoo, sondern ihm ist auch eine pathologische Abteilung angegliebert. in dem die Todesurtache aller gestorbenen Tiere genau festgestellt wird. Eine große Anzahl von erfahrenen Spezialisten arbeitet hier mit allen Methoden der modernen Medizin. 3n dem Kran kenhaus gibt es sogar eine Sonderabteilung für tuberkulös Affen, bie wahrscheinlich von Be­suchern angesteckt würben: sie werben von einem Wärter betreut, ber früher in einer Lungenheil­anstalt angestellt war. Die Zahnklinik hat merk- würbige Ausgaben zu erfüllen, so z. D. eine Operation bei einem toilbcn Eber, ber erst mit List unb Tücke in einen keilförmigen Kasten ge- brängt wird, worauf ber Zahnarzt bie mächtigen Hauer beS hilflosen Tieres mit Riesenzangen be­arbeiten kann. Viel Mühe macht es, die Häute ber Schlangen von Abszessen zu befreien; es ist aber sogar geglückt, eine Riesenschlange in eine solche Stellung zu bringen, baß sie bei der Ope­ration stiUhalten mußte. Ünalückssälle sind ver­hältnismäßig selten, aber gelegentlich müssen ge­brochene Gliedmaßen in GipS gelegt werden, unb bisweilen verwunden sich Tiere gegenseitig im Kamps. Das kommt am häufigsten bei ben Affen vor; bie wirklich gefährlichen Tiere sinb im Verkehr miteinanber sehr frieblich, und es war eine ganz große Ausnahme, als vor sieben Jahren ein junger Löwe eine alte Tigerin unab­sichtlich tötete. Die Betäubung ber Tiere spielt natürlich eine große Rolle, unb sogar Elefanten werden hier chloroformiert. Cs gibt dazu brei verschicbene Großen luftbichter Kästen, in die bie Rüsselträger gebracht werden. Während ber Arzt Chloroformdampf in das 3nnere pumvt, kann er zugleich das gefangene Tier durch ein Fenster beobachten unb fcftftellen, wenn es betäubt ist. Arzneien werben in die Lieblingsspeise des Pa­tienten gemischt. Das Rhinozeros z. B. frißt am liebsten Orangen, unb wenn es eine kleine Auf­frischung erhalten soll, so wird */t Gramm Strychnin mit einer Spritze ge'chickt ir das 3r.nere ber Frucht gebracht, bie der Dickhäuter erhält. Das ist zwar das 120sache der Höchstdosis für einen Menschen, aber daS Rhinozeros wiegt ja auch zwei Tonnen.

Der Schlager der Theatersaison in Moskau.

Der Schlager der Moskauer Theatersaison ist ein von Stanislawski im Moskauer Künstler­theater inszeniertes Drama unter bem TitelDie Familie Turbin, bas täglich ausverkauste Häuser macht. Das interessante dabei ist, baß dieses Stück von Rechts wegen von ber Sowsetzenfur verboten werben müßte, ba es ausgesprochen konterrevolutionär ist. Der Helb, ein ehemals zaristischer Offizier, kämpft gegen die Bolsche­wisten unb ist trotzdem durchaus sympathisch, als ehrlicher Mann unb großer Qdealist geschildert. Die Erlaubnis, bad Sckick aufzuführen. lärm man bah er als ein Symptom einer gewissen geistigen Befreiung in dem von ber kommu­nistischen Diktatur streng überwachten Rußland ansehen.

Der vertauschte ^Bräutigam.

Der Eskimo-Misstonar Dr. W. T. Grenfell. ben man ben .ungekrönten König von Labrador genannt hat, erzählt in seinen Erinnerungen von einer Trauung, zu der er nach einer 3nsel be­rufen wurde. Der Bräutigam war ber Häuptling, unb es stellte sich heraus, daß er die Schwester seiner toten Frau heiraten wollte. Da eine solche Ehe bamalfl verboten war, so weigerte sich Gren- fell, bie Trauung zu vollziehen. Der Häuptling aber ließ sich dadurch nicht aus ber Fassung bringen. .Das macht nichts," sagte er, .einer von ben anderen wird sie nehmen, indem er aus bie versammelte Hochzeitsgesellschaft hinwics. Er wählte selbst einen anderen Bräutigam, das Paar wurde getraut und was bie Hauptsache war bie Hochzeit konnte mit allen Freuden begangen werden.