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Calles erließ eint Erklärung, in der er den Ka­tholiken bi< Verantwortung für die Erhebungen aufbürbel. Die für den Aufstand verantwortlichen Priester würden energisch b e st r a s t werden, yn- folge der Propaganda der Priester sollen Aufstände in sechs verschiedenen Staaten ausgebrochen sein, bei denen 24 Soldaten der Bundestruppen und 75 katholische Aufständische den Tod gefunden haben. Nach Depeschen aus Guadalajara wurden bei der Eroberung dreier Städte im Staate Ialisco durch dis Bundestruppen 26 Aufständische getötet. Der Unterstaatssekretär im Kriegsministerium erklärte heute, die revolutionären Erhebungen feien vereinzelt und ohne Zusammenhang, auch die Tatsache, daß eine kleine Anzahl von Leuten Eisenbaynbrücken und Gleise in verschiedenen Tei­len Mexikos ttrstörten, fei kein Zeichen für eine ernst« militärische Lage.

I Institut wurde von allen Ausfchußmitalledem, mit Ausnahme der Antragsteller, abelehnt. Es wurden hierauf folgende Entschließungen mit großer Mehrheit gefäht.

1. Der Ausschuß erklärt sich damit einverstan­den, daß die Vorbereitungen für die Fort­führung des Betriebs im Spieljahre 1927 28, soweit sie unbedingt notwendig sind, bereits heute getroffen werden.

2. Die Ausgaben für das künstlerische Personal müssen um 50 000 M ark herabge­setzt werden.

3. lieber den Voranschlag im übrigen behält sich der Finanzausschuß seine Entscheidung vollständig vor.

4. Voraussetzung dafür ist die Erhöhung des Anteils der Stadt Darmstadt am Fehlbetrag von 40 auf 45 Prozent.

Amerikanische Truppen- konzentralionen.

Reuhork, 12. Ian. (Sil.) Laut Erklärung des Kriegsdepartemsnts sind 15 ODO Mann, be­sonders Kavallerie und Infanterie, an der mexikanischen Grenze zusammenge- zoaen worden. Außerdem sind Sond.rofsiziere nach den Staaten Arizona und Texas entsandt worden. Beide Maßnahmen hängen jedoch nach der Erklärung des Kricgsdepactnne.rts nicht mit der mexikanischen Kriegsgefahr zu a.nmen. Admi­ral Latimer hat neue Verstärkungen, besonders an kleineren Schiffen, angcfordert, da er ilnruhen an der Ostlüste Aicaraguas erwartet.

England und Kanton.

Eine Darstellung des kantonesischen -tußenministerS. London, 12. Ian. (WTB.) Der kantone­sische Minister des Aeuhern hat an dieDaily Maik" ein Telegramm gerichtet, in dem es heißt, die nationalistische Regierung habe die Pflicht, Leben und Eigentum aller Ausländer in den unter ihrer Kontrolle stehenden Gebieten zu schützen. Sie wird etwa trotzdem vorgekommcne Verluste ersetzen. Aber auch auf den britischen Staatsmännern lostet eine Verantwortlichkeit. Mir müssen die n a t i o n a l t st i s ch e Kon­trolle über das Konze ssionsgebi et als das Ergebnis einer Reche von Umständen be­trachten. die andernfalls dazu geführt hatten, taß bewaffnetebritische Streitkräfte noch immer Chinesen niedergeschos- s e n hätten und daß infolgedessen ein General- st r e i f ausgebrochen wäre, der das öffentliche Leben gelähmt und zur Zerstörung des Eigen­tums in der Konzession geführt hätte. Im tie­feren Sinne kann also daS Ergebnis als ein durch objektive Kräfte bewirkter Vor­gang angesehen werden, die in größeren Dingen unabhängig von dem Mollen und der Absicht der Menschen wirksam sind. In diesem Sinne be­trachtet, wird das Geschehene zum Wirklichkeits­sinne, auf dessen Grundlage der britische Cha­rakter beginnen kann, zwischen England, dessen Lebensblut fein Außenhandel ist, und dem natio­nalistischen China, dessen Bereich den Staats­angehörigen von Mächten offen steht, die auf- hören, China a l s eine halbe Kolonie zu betrachten, ein neues Gebäude rein wirtschaftlicher Beziehungen, statt po- lilisch-wirt'chastlicher Beziehungen aufzubauen. Die britischen Kaufleute werden gewarnt, da ihre Weigerung, den Handel wieder aufzunehmen, möglicherweise den Engländern in Hankau dauernd wirtschaftliche Schäden verursachen werde. Die Engländer haben sich ganz unnötigerweise in dem Gebäude der Asiatischen Petroleumgesell- fchast to i e i n einet Festung eingeschlos- f e n, wo sie teilweise auf dem bloßen Fuß­boden schlafen, obwohl warme Betten auf sie toarten.

InTschangscha ist der G e n e r a l ft r e i k ausgebrochen. Außerdem ist der Boykott ver­hängt worden. Die Frauen und Kinder der bri­tischen Slaatsangehörigen wurden auf das Ka­nonenbootWovdcock" gebracht. Aus Tschung- king wird gemeldet, daß die Missionare aus dem Innern des Landes sich in die Stadt geflüchtet haben und daß die Frauen und Kinder s rtgebracht wurden. Gegenwärtig scheint i n H a n k a u A u h e zu herrschen, da keine Rach- richt über eine Aendetung der Lage nach London gelangt ist.

Die deutschen Minderheiten in Oberschalen.

Kattowitz, 12. Jan. (WTB.) Der Direktor der Minderheitensektion beim Völkerbund, Sir Eric C o l b a n , empfing beute Vertreter der deutschen Minderheit in Polnisch-Oberschlesien. Der Geschäfts- fiihrer des Deutschen Dolksbundes, Sejmabgeorbne- ter U l i tz, schilderte die Entwicklung der deutschen Minderheit in Ostoberschlesien, und betonte die Loyalität der polnischen Staatsbürger deutsckx-r Zunge gegenüber dem polnischen Staat. Direktor Eolban bekundete für die Ausführungen lebhaftes Interesse und zeigte sich mit den oberschlesisä)en Verhältnissen durchaus vertraut.

Aus dem Finanzausschuh des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 12. Jan. Der Finanzausschuß des Landtags beriet gestern über den Abbau von Amtsgerichten auf Grund eines vom Landtag angenommenen Antrages des Abgeord­neten Schreiber (Sem.), wonach sechs Amts- gerichte aufzuheben sind. Die Regierung hat be­reits Vorarbeiten unternommen, um die kleineren Amtsgerichte abzubauen. Der Ausschuß beschloß jedoch, die Regierung zu ersuchen, die Vorarbei- rc/ d « Ü c 11 e n, bis zu einem endgültigen Beschluß des Plenums. Eine Regierungs­vorlage mit folgendem Wortlaut wurde ein­stimmig geb.lligt:Sic Regierung wird ermäch­tigt bei den Vorbereitungen für die Förde­rung. r>er ReubautätiQtelt (Wohnungs­bau) in 1927 davon auszugehen, daß die in Kap. 10 Trt. 1 des StaatsvoranschlagS für 1927 vorstehenden Wittel auch zur Verzinsung und TUgung von An leiben verwendet werden können, die für diesen Zweck aufgenommen wer­ben" (Sine Eingabe des Bürgermeisters der Stadt Rauheim auf Beteiligung ber Stadt Rauheim an der Kurtaxe wurde zurückgcstellt. Gegen Schluß der Sitzung wurde die Theaterdebatte, die in der vergange­nen Woche begonnen hatte, zu Ende geführt. Gin Antrag der Abgeordneten des Landbundes auf Aushebung des LandcstheaterS als stac.tlicbes

Der Stahlhelm-Redakteur Heinz erneut verhaftet.

Berlin. 13. Jan. (Wolff-Fun'spruch.) Der frühere verantwortliche Schriftleiter der Bundes- zeitschrist desStahlhelm", Heinz, der im August v. I. wegen Verdachtes der Mord­anstiftung bei einem Femeanschlag der Organi­sationConsul" verhaftet worden war (es han­delt sich dabei um den in Dad-Rauheim vor einigen Jahren vorgelommenen Fall Wag­ner, D. Red), dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, ist auf Veranlassung der Gießener Staatsanwaltschaft am Freitag in Magde­burg in dieser Sache erneut verhaftet und der Staatsanwaltschaft in Gießen zugeführt worden.

Die Regierungsbildung in Sachsen.

Dresden, 12. Ian. (Sil.) Wie aus deutsch- nationalen Kreisen mitgeteilt wird, sind der d e u t sch na t io n a l en L a nd t a g s s r a k- tion in Sachsen gestern zwischen der ersten und der zwei e > Abst.mmung ü.ec bi: Mii.ister- präfidentenwahl von den Regierungsparteien nichtige Zugeständnisse ge.nacht worden. Di.' Regiecu..gsparteien haben sich zum Rück­tritt des neuen Kabinetts am 1. 6. ds. I. ver- pfiich.et, wenn bis dahin nicht ein Deutsch- nationaler in das Kabinett a u f ge­nommen u. orden ist. Außerdem haben sie ver­sprochen, innerhalb eines halben Jahres die Zah' der Ministersihe auf fünf herabzusehen.

Kleine politische Nachrichten.

Dlältermeldungcn wollen teiffen, daß der Abg. Ruß (Z.) Rach folger des hessischen Gesandten von Biegeleben in Berlin wird Sein Stellvertreter soll aus den Reihen der Sozialdemokraten genommen werden.

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Der Chef der Heeresleitung, Ge-e.al Heye, hat in einem Erlaß gegen die vorschrifts­widrige Behandlung von Unterge­benen darauf hingewiesen, daß er Vorgesetzte, die die Ehre der Untergebenen in irgendeiner Weise verletzten, nicht im Heere dulden werde und sich in jedem Fall Vorbehalte, zu prüfen, inwieweit übergeordnete Vorgesetzte der ihnen obliegenden Aufsichtspflicht ent­sprochen haben.

Der deutsche KreuzerEmden" ist als erstes deutsches Kriegsschiff nach dem Kriege in Kap­stadt vor Anker gegangen. Die von derEm­den" abgegebenen Salutschüsse wurden von einem englischen Schiffe erwidert.

Das belgische Königspaar ist von der Riviera kommend in Paris eingetroffen. Der König wird wahrscheinlich Donnerstag, die Königin Ende der Woche nach.Brüssel zurück- kehren.

Arrs aller Welt.

Ein staatlicher Ehrensold für alternde Künstler.

Um bildende Künstle r. Dichter und Musiker von allgemein anerkannter Bedeu­tung, die sich bei vorgerücktem Lebensalter in schwieriger wirtschaftlicher Lage befinden, vor äußerster Rot zu schützen und ihnen damit ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung des Staates zu geben, hat bet preußische Kultus­minister Dr. Becker mit Unterstützung der Finanzverwaltuna denstaatlichen Ehrenso'd" ge­schaffen. Der Ehrensold wird zunächst jährlich 2000 Mark für die Person betragen und auf Grund von Vorschlägen der Preußischen Akademie der Künste yom Kultusminister an eine be­schränkte Anzahl hervorragender Künstler, Dich­ter und Musiker verliehen werden.

Fremdenverkehr am Mittelrheln.

WSR. Koblenz, 12. Jan. Gin Ueberblid über die Entwicklung des Fremdenverkehrs in den beiden letzten Jahren ergibt, daß im Jahre 1925, dem Jahr der Iahrtausendfeier, ein besonders starker Zustrom nach Koblenz zu verzeichnen war. Im Monat Mai stieg der Zustrom um 4000 gegenüber dem Vormonat. Er steigerte sich im Monat Juni um weitere 6000 und erreichte im August gelegentlich des Weinbaukongresses die Höchstziffer von 27 000. Im Jahre 1925 erreichte der Fremdenverkehr eine Zahl von rund 105 000, im Jahre 1926 rund 99 700. Der Erfolg im Jahre 1926 wurde durch die Görresfeier erreicht. Für das Jahr 1927 steht die Einweihung des Görresdenkmals, die AusstellungDer Rhein" und die Wiedereröffnung des Weindorfes bevor, wodurch ebenfalls wieder ein erheblicher Zu­strom von Fremden erwartet wird.

Rauschglftschieber entlarvt.

Der Berliner Kriminalpo.izei ist es gelungen, die größte internationale Schieber-Gesellschaft, die den verbotenen Handel mit Rauschgiften sorgfältig organisiert hatte, unschädlich zu machen. Zwei russische Kaufleute wurden als Häupter der Bande ermittelt, die einen lebhaften Geldverkehr mit dem Auslands unterhielten. Die Rauschgifte kamen in den Freihafen von Kopen­hagen. wo der Prokurist einer angesehenen Speditionsfirma die falsch deklarierten Sendungen in einem Haufe im Freiyafengebiet aufnahm. Die Kriminalpolizei in Berlin verhaftete die beidcn Kaufleute und ihre zahlreichen Helfer. Bei einem wurden 13 Kilogramm Heroin und 4 Pfund Rohoprum gefunden. Rach anfänglichem Leugnen legten beide ein Geständnis ab.

Wie über die Enthüllungen der großen Aauschgiftfchiebungen weiter bekannt wird, be­zogen die bereits verhafteten beiden rufsifchen

Kaufleute die Gifte von einem hiesigen russi­schen Arzt, der in Berlin namentlich als Ex­porteur für Kokain und andere Rauschgifte auf­trat. Dieser besorgte sich ordnungsmäßig Aus­fuhrgenehmigungen. auf die Kokain in Kisten von 50 bis 60 Kilogramm u. a. zur Ausfuhr nach Rumänien geliefert wurde. Mit Hilfe seiner russischen Expedientin, einer hiesigen großen Spe­ditionsfirma wurden die von der Zollbehörde bereits kontrollierten Kisten ohne Verletzung der Zollsiegel geöffnet, das Kokain herausgenommen und durch Magnesit von gleichem Gewicht ersetzt. So wurden die Kisten nach Rumänien gesandt, ohne daß eine Be­schwerde wegen de- gefälschten Inhalts einlief. Im Großhandel wurden die Gifte teil- u m de­klariert oder mit chemischen Reagenzien so bearbeitet, daß sie nicht wieder zu erkennen waren. Sie gingen dann als schwarzer Lack oder Rasierkreme in die Welt. In China und Japan verdienten die Händler am Kilo Kokain 1600 bis 2000 Mark. Die Grohorgani- fallen bestand mindestens drei Jahre. Die in Berlin Verhafteten wurden alle dem Unter- suchungsrichter vorgeführt. Zu ihnen gehört noch ein Chemiker, der früher Prokurist einer phar­mazeutischen Fabrik war. Kurz vor ihrer Ver- hastung hatten die beiden hiesigen Haupthändler noch aus Amerika einen Auftrag auf Lieferung von 120 Kilo Kokain erhalten.

(Eine seltsame Dachpromenade.

In R e u ft a o t a. H. erregte ein Ausländer auf dem Dache eines Hotels großes Aussehen, indem er dort, nur mit Hemd, Hose und Strümpfen be£IeiM, herumlief und einen Lackstiefel polierte. Der anscheinend Geistes­kranke konnte nur unter großen Vorsichtsmaß­nahmen von dec herbeigerufenen deutschen und französischen Polizei geoorgen werden. Er er­klärte bei feiner Vernehmung, daß er zur linken Hand der Sohn des belgischen Königs und Her­zog einer belgischen Provinz fei. Als Ursache seiner Dachpromenade gab er an, daß er vorher 7 Gramm Kokain zu sich genommen habe. Im Fremdenbuch hatte sich der Fremdling als fran­zösischer Offizier und Geheimagent eingetragen. Papiere wurden bei ihm nicht vorgefunden. Der Fremdling wurde zur Beobachtung snnes Geistes­zustandes ins Krawenhaus gebracht.

Unter dem Verdacht des Gatten- und Kindermordes.

Die Staatsanwaltschaft Recklinghausen hat das Wiederaufnahmeverfahren gegen den Bergmann Broda, der feit zwei Jahren unter dem dringenden Verdacht steht, feine Frau und feine vier Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren, gewaltsam beseitigt zu haben, angeordnet. Gegen Broda, der hartnäckig leugnet und der sich wegen dieses Falles ein Jahr in Untersuchungshaft befand, aber nach den gesetzlichen Bestimmungen auf freien Fuß gesetzt werden muhte, da die Staats­anwaltschaft nicht Über genügende Anhaltspunkte verfügte, um ein Verfahren wegen Mordes gegen ihn einzuleiten, haben sich nunmehr die Ver- dachtsgründe derartig verdichtet, daß der Staats­anwalt ein Wiederaufnahmeverfahren eingeleitet hat. Wie eS heißt, soll Broda seine Familie ermordet und die Leichen In den feil Jahren brennenden Kohlenhalden der Zeche Graf Blumenthal ver'charrt haben.

Schwerer Unglücksfall In einem Hochofenbetrieb.

Auf einem Hochofenbetriebe in Velsen (Hol­land) ereignete sich heute mittag ein folgen­schwerer llnglückssall. Vier deutsche Ar­beiter hatten sich an eine undichte Gasleitung begeben, wo sie infolge von Gasvergiftung ohn­mächtig zusammenbrachen. Es gelang, aLe vier Verunglückten wieder inS Leben zu rufen, zwei starben jedoch noch Im Laufe des RachmittagS.

Großes Schadenfeuer.

Auf dem Rittergute Lichtenfeld (Mecklen- burg-Strelitz) brannte nachts das große Vieh- haus völlig nieder, wobei über 100 Kühe, sämtliche Schweine und das Jungvieh sowie 2000 Zentner Getreide dem Feuer znm Opfer fielen.

Großencr.

WSR. Auf dem Gute deö Freiherrn von Berlepsch in Mollenfelde bei Kassel brach ein gewaltiges Großfeuer aus. Das ganze Gut brannte bis auf das Wohnhaus und einige Stallgebäude völlig nieder. Während das Groß­vieh im letzten Augenblick noch gerettet werden konnte, fielen den Flammen etwa 50 junge Schafe zum Opfer; außerdem verbrannten zahlreiches Federvieh, Maschinen, Geräte und getoalt ge Crntevorräte. Die Löscharbeiten wurden durch Wassermangel sehr erschwert.

Sechs Opfer eines Hausbrandes.

In Birmingham brach in einem Privat- Haufe ein Großfeuer aus, dem sechs Menschenleben zum Opfer fielen.

Schweres Dauunglück in Hammelsburg.

Auf der Baustelle der Deutsch-rumänischen Petroleumsgesellschast in Derlln-Rummelsburg verunglückten am Mittwochnachmittag zwei Personen tödlich und ein Feuerwehrmann lebensgefährlich.

Eine Ueberrafchung.

In South Amboy im Staate Neu-Persey sanden zwei Schlosser in einem alten verrosteten Geld- schrank, den sie für zwei Dollar gekauft hatten, nach dem Oesfnen 75 000 Dollar.

Ausdehnung der Grippe in Madrid.

Fast ein Drittel der Bevölkerung Madrids ist bisher an Grippe erkrankt. Die Krankheit nimmt in der Mehrzahl der Fälle einen gün­stigen Verlauf. Eie hat auch auf den Zoologi­schen Garten übergegriffen, wo das Rilpferd be- sOrders schwer von ihr befallen worden ist.

Schwere Grippeepidemie In Japan.

Associated Preß meldet aus Tokio: In den letz­ten 10 Tagen sind in Tokio 690 Personen, mei­stens Kinder, an der Grippe g e st o r b e n.

Der Tabakoerbcauch in Deutschland.

Im Jahre 1913 betrug der Verbrauch an Zigaretten 12,4 Milliarden Stück, im Jahre 1920 war er auf rund 20 Milliarden Stück ge­stiegen. Seitdem hat sich der Tabakverbrauch und vor allem der Verbrauch an Zigaretten stän­dig gesteigert. So wurden im Jahre 1925 29,8 Milliarden Stück (1924 25,8 Milliarden Stück) geraucht. Der Verbrauch an Zigaretten hat sich demnach feit dem letzten Jahre &r Vorkriegszeit weit mehr als verdoppelt. DerVerbrauch an Zigarren betrug 5,6 Milliarden Stück (1924 5,4 Millionen Stücks. Richt ganz fo stark sieht die Entwicklung des Tabakverbrauchs aus. wenn man die Zahlen der in R oh t a b a k aus den Kopf der Bevölkerung entfallenen Menge untereinander vergleicht. Im Jahre 1913 kamen auf den Kopf der Bevölkerung 1,54 Kilo, im Jahre 1924 1.73 Kilo.

Aus der provlnzialhaupistadt.

Gießen, den 13. Januar 1927.

Das Schaufenster.

Es ist die große, oft geniale Vermittlerin zwifchen Käufer und Ware. Mit feinem Riveau steigen und fallen unsere Bedürfnisse, Wünsche und unsere Ausgaben. Es beherrscht den Cha­rakter der Derkehrsstraßen und ist die letzte Station In dem vielgestaltigen Produktionspro­zeß unseres modernen Lebens, bie letzte Station vor dem Sprung der Waren zu dem Ort ihrer Bestimmung.

Eine raffinierte Psychologin ifr eS. Es schmeichelt dem künstlerischen und farbenfrohe Auge durch feinste Ruanzlcrung im Arrangement der Farben, es kitzelt den Gaumen deS Fein­schmeckers durch die erlesensten kulinarischen Mög­lichkeiten! es kultiviert die Rotweuüjgleiten des Eitlen durch gewaltige Dimensionen feingefchlif- fener Spiegelscheiben, es realisiert die kühnsten Träume des Gecken in puncto Eleganz der Gar­derobe und zeigt dem Gelehrten und Forscher geradedaS" Buch, welches zu feinem Thema unentbehrlich ist. Es rüst oft durch reiche Illu­minierung von der anderen Straßenseite her­über und buhlt nicht vergebens um Sym­pathie. Es breitet im Glanze deS Lichts Reichtum, Luxus. Perlen, Gold und Silber auS und läßt Armut vergessen oder um fo tiefer empfinden: es stachelt längst verdrängte Wünsche auf und läßt den sachlichsten Menschen zum Kinde werden durch einen Taumel von Wünschen und Wollen.

Es regt das Lebensgefühl und die Wunsch­kraft an, ist in feinen Wirkungen durchaus positiv und lebensbejahend und daher ein überaus wert­voller, unentbehrlicher Machtfaktor im modernen Wirtschaftsleben. E. Sch.

Der (Siebener Flughafen in seiner künftigen Gestalt

ist gegenwärtig auf zwei Skizzen zu sehen, die in dem Schaufenster des Hutgeschäftes Schu­ch a r d t am Eeltersweg ausgestellt sind. DaS neue Gebäude, mit dessen Errichtung demnächst begonnen werden soll, wird unserem Flughafen zur Derfchönerung gereichen, den Flugreisenden und den erholungsfuchenden Bürgern auS der Stadt einen angenehmen Aufenthalt bieten und der Flughasenverwaltung die dringend erfor­derlichen Geschäftsräume zur Verfügung stellen. Zugleich mit dem Bau des Hauses soll bekannt­lich auch der Flugplatz eine technische Verbes­serung durch die Anlage einer Rollbahn erfahren, auf der in Zukunft die Flugzeuge bis vor das Empfangsgebäude rollen, so daß die Reisenden trockenen Fußes aus den Flugzeugen zum Ge­bäude kommen können. Die gesamte Anlage ist vom Gießener Dtadtvauamt in vortrefflicher Weise projektiert worden.

Die erhöhte Bedeutung unseres Flughafens wird mit Beginn der neuen Flug­saison auch in einem erheblich oerbefj er­teil Flugplan zum Ausdruck kommen. Bekannt- lich wird der Flughafen Gießen ab 1. April in den großen internationalen Flugdienst dergestalt einge­schaltet, daß auf der Slr.cke FrankfurtGießen KasselHannover sämtliche planmäßigen Flugzeuge hier Landungen vorzunehinen haben, durch die der Lustreiseverkehr von Gießen nach allen Gegenden des Reiches und de» Auslandes ermöglicht wird. In einer Sitzung der regionalen Luftverkehrsgesellschaften ist der Deutschen Luft­hansa folgender vorläufiger Flugplan für diese Strecke vorgeschlagen worden: Frankfurt a. M. ab 1 Uhr mittags, Gießen an 1.30 Uhr, ab 1.45 Uhr, Kassel an 2.35 Uhr, ab 2.50 Uhr, Hannover aji 3.50 Uhr. In Hannover kann man zu den Flügen nach Berlin, Hamburg oder Bremen umftei­gen. Nach dem Flugplan ist die Möglichkeit gcaeben, nachmittags 1.45 Uhr in Gießen a b 3 u f l i e gen und um 6.15 Uhr nachmittags bereits in Berlin, oder 5.25 Uhr in Hamburg, oder 4.50 Uhr in Bremen anzukommen. Auch für die Rückftugansprüche von Berlin, Hamburg oder Bremen nach Gießen sind außerordentlich kurze Reisestunden erforderlich. Wer in Berlin 9.30 Uhr vormittags abfliegt, landet bereits um 2.05 Uhr nachmittags auf dem hiesigen Flugplatz. In Ham­burg startet man um 10.20 Uhr vormittags, in Bremen um 10.30 Uhr uni) trifft ebenfalls um 2.05 Uhr nachmittags hier ein. Diese ungeheure Schnelligkeit des Flugreiseverkehrs zwischen Gießen und der Reichshauptstadt, sowie den bedeutenden Handelsplätzen an der Nordseeküste ist namentlich für die Geschäftswelt von großer Bedeutung und sollte ihr nahelegen, von diesen Möglichkeiten weitgehenden Gebrauch zu machen.

Dom Post- und Telegraphen* verkehr in Hessen.

Rach Mitteilungen der Oberpostdirek- tion Darmstadt sind Im Postverkehr Hessens während deS Jahres 1925 5 236 003 Pakete ein- gegangen und 4 725 LOO ausgegeb n toorben; die entsprechenden Ziffern für 1924 lauten 4 625 000 und 4 217 000. Wertbriefe waren 1925 rund 63020 (93 000) eingegangen und 58 030 (82 002) aufge­geben worden. Bareinzahlungen durch Post- anweifungen und Zahlkarten waren für 2336.J0944 (231 114 400) Mark erfolgt und Auszahlungen für 164 970 393 (125 600 103) Mark. Die in Klam­mern beigefügten Zahlen find die des Vorjahres (1924). Telegramme find 634 000 (619 030) ein» gegangen und 549 000 (554 020) aufgegeb n wor­den. Gs bestanden 27 794 (24 666) Haupt-Fern- fprechanschlüfse und 15 752 (12 613) Reben- anfchlüsfe.

Rach dem Starck) vom 31. Dezember 1924 bzw. 1925 belief sich die Zahl der Postanstalten über­haupt auf 899 bzw. 893, und zwar Postämter 1. Klasse 12-12, 2. Kl. 18-18, 3 Kl. 89-68. Postzweiganstalten 1112, Postagenturen 216 223, Postagenturen mit einfachem Betrieb 2623 und Posthil sstellen 52?522. Die Zahl der Post- haltercien betrug 109, der amtlichen Verkaufs­stellen für Postwertzeichen 701701, der Post­brieskasten 28752907.

Die Zahl der Tcl.-graphmanstalten betrug im Jahre 1924 933 und 1925 960; davon hatten un­unterbrochen Dienst 1313 (hierunter verlänger­ten Tagesdienst bis Mitternacht 1), vollen Tages­dienst 23 bis 25. beschränkten Tagesdienst 905 922. Unter den 933 bzw. 930 Anstalten befanden sich 522533 H.l s'iel.en un) 4152 gemeindliche öffentliche Sprechftell n. In 133 Orten bestanden , Or-sfernsprechnetzc. Die Zahl der Radio-Teil­nehmer betrug nach dem otanb vom Avril 1924 ' (Zeit der Entwicklung) 322, Dezember 1924 7559 und Dezember 1925 9036.

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