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Nr. 60 Drittes Blatt

Die Krastpostlinien der Reichspostverwaltung

Don unterrichteter Seite wird un« ge­schrieben :

ES gibt wohl kaum eine moderne Derkehrs- einrichtung. die einen so schnellen Aufschwung in den letzten Jahren genommen hat wie die von der DeichSpo st Verwaltung in großzügi­ger Weise eingesührten Krastwagenlinien. un den Hau^tzeb.cten deS Fremdenverkehrs. -. D. in Thüringen, im Harz, in Oberbayern, besteht die Einrichtung schon seit einer längeren Reihe von Jahren, allerdings hauptsächlich nur in der Hauptverkehrszeit, wahrend die meisten Linien im Winter ihren Betrieb einstellen Die Ren­tabilität dieser Linien ift durchaus gut. da sie sich zum größten Teile aus die für den Betrieb gün­stigste Jahreszeit beschränken und meist Leerläufe nicht kennen. Anders verhält es sich aber bei den Linien, die ihre Entstehung den lokalen D e r - kehrSbedürsnissen verdanken. DieS sind fast alle in He ssen errichteten Linien. Die Fi­nanzierung dieser Linien erfolgte ursprünglich in der Weise, baß die Gemeinden zu jeder Linie von vornherein einen festen, aus alle Fälle zu zahlenden Zuschuß leisten mußten, daneben aber noch eine gewisse Ausfallgarantie zu übernehmen halten. Die Postverwaltung hat dieses System seit einem Jahre verlassen und ist dazu über­gegangen, daß sie von allen beteiligten Gemein­den die volle Garantie für die Betriebsausgaben verlangt. ES ist von jeder Gemeinde für jeden gefahrenen Kilometer eine Mindesteinnahme, die im Durchschnitt 80 Rpf. beträgt, zu garantieren. Der zum Ausgleich einer etwaigen Minderein­nahme zu zahlende Zuschuß wird vierteljährlich auf Grund deS DetriebSergebnisses durch die Oberpostdirektion ermittelt und den Garantie­gemeinden unter Derteilung durch die KreiS- ämter nach der Einwohnerzahl angefordert.

Die Freude, mit der die Einrichtung der Krastpostlinien säst überall in Hessen begrüßt wurde, lvar indessen nur von kurzer Dauer. Schon nach Ablauf des ersten BelriebSjahres zeigte sich, daß fast bei allen Linien eine Ren­tabilität nicht vorhanden war und baß die beteiligten Gemeinden auf Grund ihrer Garantieverpflichtungen teiltveise recht erheb­liche Zuschüsse leisten mußten. Die Folge war. daß bereits im vergangenen Jahre eine Anzahl Krastpostlinien wieder einging, und cs ist zu erwarten, baß noch weitere Linien im Lause dieses Jahres ihrer Betrieb ein­stell en werden. Diese Entwicklung ist außer­ordentlich zu bedauern, besonders in verkehrs­armen Gegenden, wie im Dogelsberg. in dem die Derkchrsmöglichkeiten infolge der weiten Entfernungen vieler Ortschaften biS zur nächsten Bahnstation besonders ungünstig liegen. Wenn an dem DerteilungSmodus bezüglich der Ausbrin­gung der Ä oft en für den Ausfall keine Aenderung herbeigeführt wirb, so dürfte das Schicksal der meisten Postkraftwagenlinien besiegelt sein, da nach der jetzigen Berechnungsart z. B. in den Kreisen Schottern Lauterbach und Alsfeld über­haupt nur bei der Linie durch das O h m t a l von Mücke nach Ulrichstein eine Rentabilität vorhanden ist. während bei allen anderen Linien Zuschüsse von den Gemeinden notwendig werden, die zum Teil für die größeren Gemeinden recht erhebliche Summen ausmachen! so hat z. B. die Stadt Alsfeld für dreiviertel Jahve für die Reichsposten im Kreise Alsfeld an barem Zuschuß 7300 Mark leisten müssen.

Es liegt auf der Hand, daß man den Ge­meinden derartige Summen auf längere Zeit nicht zumuten kann. Demgegenüber muh darauf hingewiesen werden, daß die Förderung des Verkehrswesens im Lande zweifellos zu den kul­turellen Aufgaben des Staates gehört, und daß dieser die Pflicht hat. diese Bestrebungen fi­nanziell zu unterstützen. Man muß daher ver­langen. daß der Staat zu den Kraftpost- betrieben Zuschüsse leistet, und daß nicht hier eine von ihm zu erfüllende Aufgabe, wie es leider vielfach geschieht, auf die Gemeinden abgewälzt wird. Aber auch die Art der Ab­rechnung derReichspost bedarf einer Ab- änderung im Interesse eines gerechteren Ausgleichs Roch immer behandelt bte Reicbspost hinsichtlich der Abrechnung über das Betriebsergebnis jede einzelne Kraftpostlinie ge­trennt. Bei nicht rentierenden Kraftpostlinien zieht die Reichspostverwaltung ben Fehlbetrag von den Garantiegemeinden ein; bei gut lohnen­den Linien kommt indessen der Lieberschuß ohne jeden Abzug der Reichspost zugute. Wie bei anderen Dienstzweigen der Reichspost erscheint es auch hinsichtlich des Betriebes der Krast- postlinien nicht angemessen, derart weitgehende Sonderabrechnungen nach örtlich und zeitlich ab» , gegrenzten Leistungen vorzunehmen. Eine Der - rechnungzwischengutund m indergut lohnenden Kraftpostlinien ist vielmehr ein dringendes Gebot der ausgleichenken Ge­rechtigkeit. damit nicht Landesteile, die durch wenig entwickelte Derkehrsverbindckngen benach- teiligt find, noch eine meist sehr drückende Sonder- belastuna erfahren. Diese Forderung hat auch bereits der Hessische Dcrkehrsverband wiederholt erhoben. Ferner muß auch noch darauf hin­gewiesen werden, daß die gegenwärtige Art der Umlegung der G a r a n t i e z u s ch ü s s e auf die beteiligten Gemeinden lediglich nach der Ein­wohnerzahl kein gerechter Maßstab ist. Es soll durchaus nicht verkannt werden, daß die Städte und sonstigen Plätze, die das Ziel einer Kraft- postlinie sind, dadurch gewisse wirtschaftliche Vor­teile haben, indessen sind diese bei weitern nicht so hoch zu bewerten, wie vielfach angenommen wird, da bei dem retn lokalen Charakter der meisten Linieit die Mehrzahl der Fahrgäste doch auf die betreffende Stadl wirtschaftlich angewiesen ist und diese besuchen wurde, auch wenn keine Autolinien vorhanden wären; ganz besonders gilt dies von der Abwicklung der Geschäfte mit den Behörden an dem betreffenden Platze. Es würde zu einer Verkennung der tatsächlichen Ver­hältnisse führen, wenn man anneljmen wollte, daß die Zielstationen der Kraftwagenlinien einen ganz besonderen Vorteil von dieser Verkehrs- einrichtung haben. In Wirklichkeit sind die Kraft- wagenlinien der Reichspost wegen der 3er» kehrsbedürfnisse der ländlichen Be­völkerung geschaffen worden um dieser be­queme Verbindungen mit den wirtschaftlich für lie in Frage kommenden Plätzen zu ermöglichen Viele Orte auf dem Lande möchten heute ihre Postautos sicherlich nicht mehr missen, die ihnen

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen»

Samstag, (2. Marz (927

noch an demselben Tage bis in die entlegenen Hegenden ihre Tageszeitungen und Briefe bringen

Ganz unverständlich ift das Verhalten der Reichsbahn gegenüber den P o st k r a f t ver­te h r S l i n i e n Maßgebende Reichsbahndicnst- stellen und sonstige Eisenbahnverwaltungen be­reiten dem weiteren Ausbau eines zeit- gemäßen KrastverkehrSneheS aus rein fiskalischen Erwägungen immer wieder Schwierig­keiten. Dem neuzeitlichen Verkehrsmittel deS KraftwagenS müssen im allgemeinen Interesse weiteste Entfaltungsmöglichkeiten gewährt werden, wie sie seinerzeit auch der Eisenbahn gegenüber den damals bestehenden Personenposten zuteil geworden sind. Ein Einspruchsrecht der Eisenbahn gegenüber geplanten Verkehrsver- befferungen durch Errichtung oder Ausbau von Krastverkehrslinien ist nicht zu recht­fertigen und muh, als mit den Interessen einer gesunden Dcrkehrspolitik nicht zu verein­baren. abgelehnt werden. ES muß Aufgabe aller Derkchrsverbände und Derkehrsvereine sein, gegen die Stellungnahme der Reichsbahn energisch anzukämpfen.

Die finanziellen Schwierigkeiten, welche fast bet allen Krastwagenlinien der Postverwaltung bestehen, beruhen zum großen Teile auch aus der Tatsache, daß der von der Postverwaltung vorgeschriebene Einheitspreis von zehn Pfennig für daS Kilometer für den lokalen Verkehr zu hoch ist. eine Herab­setzung auf sechs Pfennig erscheint alS ein Gebot der Rotwendigkeit. Es würde dann mit einer wesentlichen Hebung des Verkehrs zu rech­nen fein. Vorn finanziellen Standpunkt aus dürfte ferner auch eine Rachprüfung der Frage nötig sein, mit welchem Betrage die Post- verwaltung ihr eigenes Jnteresss an der Beförderung der P o st s a ch e n durch die Kraftwagen bzw. die dadurch für sie wegsallen­den Ausgaben für anderweitige Beförderung in Ansatz bringt. Soweit bekannt, sind die hierfür in Ansatz gebrachten Beträge recht gering bemessen. Hier wäre die Möglichkeit vorhanden, eine Entlastung der Garantiegemeinden herbei­zuführen, an die aber anscheinend die Postver­waltung nicht denkt. Es ist nicht damit getan, daß man in bereitwilliger Weise Krastpostlinien errichtet, sondern die Reichspostverwal­tung muß sich auch bewußt werden, daß es zu ihren wesentlichsten Ausgaben gehört, den Ver­kehr zu fördern, und daß sie die Pflicht hat. in Erfüllung dieser Aufgabe die Krastwagenlinien auch in ausreichender Weise finanziell zu unter­stützen. Solange diese Erkenntnis nicht Platz greift und infolange auch der Staat nicht anerkennt, daß die Hebung des Verkehrswesens im Lande zu seinen kulturellen Aufgaben gehört, und daß er demgemäß zu einer finanziellen Unterstützung der nokleidenden Krastwc "dinien verpflichtet ist. wird keine Aussicht au< eine lange Lebens­dauer der meisten Kraslwog: illinien vorhanden fein. Leider ist es auch auf diesem Gebiete so wie auf vielen anderen, daß man die Lasten möglichst auf die Gemeinden abwälzt und ihnen immer neue Lasten und Ausgaben auferlegt, ohne zu fragen, wo sie die Mittel zu deren Durchführung hemehmen sollen, nachdem man sie ihrer Steuer­hoheit beraubt und zu Kostgängern des Reiches gemacht hat.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

' Klein-Linden, ll.März. Der Ge­sangverein .Harmonie" beabsichtigt, sein 40jähriges Etistungssest am 2., 3. und 4. Juli d. I. durch ein gröfiercS ßängerfeft zu begehen. Mit den Vorbereitungen hat man schon begonnen. Eine Anzahl Gesangvereine aus der näheren und weiteren Umgebung haben ihr Erscheinen bereits zugesagt, weitere Anmeldungen werden noch erwartet.

Großen-Linden. 11. März. Bei der gestrigen Rutzholz-Dersteiaerung im hiesigen Gemeindewald, zu der zahlreiche Inter­essenten erschienen waren, wurden verhäl;nismäßig hohe Preise erzielt. Es wurden folgende Durch­schnittsgebote abgegeben: Eichenstammholz 2. Kl. 60 Mk., 3. Kl. 40 bis 70 Mk, 4. Kl. 40 bis 45 Mk.. 5. Kl. 36 bis 39 Mk. pro Festmeter. Für einen Kiesernschnittstamm 1. Kl. mit 2'/?. Fstm. wurden 141 Mk. geboten. Fichtenstammholz 3. Kl. kostete 45 Mk, 4. Kl. 40 bis 42 Mk. 5a-ÄI. 35 bis 38 Mk.. 5b-Kl. 32 bis 35 Mk. je Fstm. Fichtenderbstangen 1. Kl. bis zu 3 Mk.. Derb­stangen 2. Kl. 2 bis 2,50 Mk. pro Stück. Fichten» nutzscheiter. 3 Meter lang. 60 bis 62 Mk. je 3 Rm.. Fichtennutzknüppcl 55 bis 60 Mk. je 3 Rm.. Kiefernnutzscheit 20 Mk. je Rm.. Kiefern­nutzknüppel 16 bis 18 Mk. je Rm.

O Lollar, 11. März. Der Weltkrieg hat aus unserer Gemeinde 5 8 Opfer gefordert. Davon sind 50 nachweisbar gefallen oder an den erlittenen Wunden und sonstigen Kriegsfolgen ge­storben, 8 gelten als vermißt; 7 Krieger sind auf dem heimatlichen Friedhöfe beerdigt. Bis jetzt fehlt hier aber noch ein Gefallenenehren­mal. Wohl hat unsere Gemeindeverwaltung sich vor mehreren Jahren mit der Absicht der Er­richtung eines Deickmals getragen. Ein Entwurf des Regierungsbaumeisters Schneider vom Kreisbauaml Gießen für ein Denkmal auf dem Friedhöfe lag vor. Die Ausführung hätte aber die Verlegung einer Grabstätte erfordert, worin die Angehörigen nicht einwilligten, so daß dieser Entwurf nicht verwirklicht werden konnte und damit leider auch der Gedanke der Errichtung eines Denkmales durch die Gemeinde fiel Das Verlangen der Bürgerschaft, den Gefallenen ein Gedenkzeichen zu errichten, verstummte jedoch nie. Damit endlich diese Dankespflicht den gefallenen Heldcn gegenüber erfüllt wird, hat die dies­jährige Jahreshauptversammlung des Vete­ranen- und Kriegervereins den ein­stimmigen Beschluß gefaßt, sich dieser Frage an- zunehmcn. Runmehr sind die Mitglieder des Vereins für kommenden Sonntag zu einer außer­ordentlichen Hauptversammlung mit der Tages­ordnung: »Errichtung eines Gefallenendenkmales in der Gemeinde Lollar" einberufen worden, so daß wohl zu hoffen ift, daß nun mit Unterftüt- zung der ganzen Gemeinde auch für die Gefallenen unseres Ortes in absehbarer Zeit ein Ehren» und Erinnerungsmal ersteht.

*!* Daubri ng en, ll.März. Die K a n a » lifationäarbeiten in unserem Dorfe ha­ben dank der günstigen Winterwitterung sehr gute Fortschritte gemacht. Der Grabenaushub von fast drei Meter Tiefe begegnete öfters grö­

ßeren Schwierigkeiten: mächtige Quarzitsteinblöcke, die nicht mit Menschenhänden allein weggeräumt werden konnten, mußten gesprengt werden. Bei anderen war man gezwungen, sie zu unter» wühlen, um die großen Zementrohre einbauen und legen zu tonnen. An bewnderS gefährdeten Stellen rutschten mehrercmai die Gräben zu­sammen. Diele unvorhergesehenen Hindernisse ließen anfänglich wenig Hoffnung auf eine rasche Erledigung der Arbeit auftommen Für dieses Jahr konnten nur einige Dorfstraßen die lange notwendig gewesene Entwässerung erhalten, und es sind hauptsächlich diejenigen, die unter be­sonders ungünstigem Ablauf ober- to_e unter­irdischen Wassers (Grundwaßer) zu leiden hatten. Bis auf einige Hausanschtüfse ist die Arbeit im großen und ganzen beendet. Eie ist nur von Erwerbslosen ausgeführt worden, wodurch die Gemeinde nicht unerhebliche Zuschüsse aus der produktiven Erwerbslosenf r(?

ch L i ch, 11. März. Die ehemalige Eisschrank- fabrik Reger konnte nach etnigen Jahren deS Stillstandes wieder eröffnet werden. Im Interesse der werttätigen Bevölkerung unserer Stadt wäre zu wünschen, daß die Fabrik wieder auf ihren alten Stand gebracht würde.

Birklar, 11. März. Der mit den Ziel» ftahonen Lich und Gießen seit einigen Wochen verkehrende Autobus der Firma Rinker L E o. wird viel benützt. In unserem Dorfe wird das neue Verkehrsmittel besonders freudig begrüßt, weil dadurch Birllar dem allgemeinen Qkrfcfjr angeschlossen wird. Hoffentlich bleibt die Linie auch während der warmen Jahreszeit rentabel.

Muschenh cim. 11. März. Am Mitt­wochabend hielt der hiesige Evang. Frauen­verein seinen diesjährigen Familienabend ab. Pfarrer Doering begrüßte die Versamm­lung und erstattete einen kurzen Jahresbericht, wobei er der Tätigkeit der Schwester Anna Boller in der Krankenpflege besondere Aner­kennung ausiprach. Hierauf hielt Pfarrer K n a b einen fesselnden Vortrag über das ThemaDie Frau in der Geschichte", der mit lebhaftem Bei- afll aufgenommen wurde. Gemeinschaftliche Lie­der füllten den übrigen Teil des Abends aus.

Kreis Friedberg.

* Bad-Nauheim, 11. März. Der Konsum- verein Gießen veranstaltet am kommenden Sonntag in der hiesigen Turnhalle an der Haupt­straße eine Warenausstellung der Eigenpro- dukte der Großeinkaussgesellschasl. Abends findet im großen Saale der Turnhalle ein Filmoortrag statt, bei dem die Erzeugung dieser Produkte vor- geführt werden soll

* Butzbach, 11. März. D.c von hier aus verkehrenden Au'olinien finden bei der Be­völkerung fortgesetzt regen Zuspruch. Besonders angenehm ist, daß mittels dieser Wagen gute Ausflugsgelegenheiten an Sonnta­gen in den hessischen Taunus, z. D. Ziegenberg mit seinem Schloß, geboten sind. Don diesen Mög­lichkeiten wird im Frühjahr und im Sommer zweifellos stark Gebrauch gemacht werden.

Kreis Büdingen.

ch. Leidhecken, ll.März. Bei der im hiesigen Walde abgehaltenen Holzverstei- gerung wurden folgende Preise erzielt: 2 rm Buchenscheiter 45 bis 50 Mk. 2 rm Buchenknüppel 30 bis 35 Mk.. 2 rm Eichenscheiter 24 bis 28 Mk., 1 rm Buchenreiser 4 bis 5 Mk., 1 rm Eichen- reifer 1 bis 1,50 Mk. 1 rm Eichenstöcke 4 bis 5 Mark.

Kreis Schotten.

5 Dollarts Hain, ll.März. Die Melioration der hiesigen Hutweide ist zum Abschlu hgekommen, so daß im Frühjahr mit der Anlage der Jungviehweide begonnen werden kann. Auch die Gemeinde Gedern wird auf ihrem melioriertem Gemeindegelände im kom­menden Jahr eine Jungviehweide errichten. Hof­fentlich schließen sich ihrem Dorgehen noch eine größere Zahl Gemeinden an und benützen die Vorteile, die ihnen der Staat in fo günstiger Weile bietet

Starkenburg.

' Darmstadt, 11. März. Die Stadt­verordnetenversammlung bewilligte gestern 18 000 Mark für die Erweiterung der Organisation der Wohlsahrtsplleg«. Eine längere Debatte entstand über die Frage der Wieder­einführung der Getränke st euer, die rund 25 000 Mark Einnahmen bringen soll. Der Oberbürgermeister erklärte, die Stadt könne bei ihrer finanziellen Rotlage auf die Steuer nicht verzichten. Die bürgerlichen Parteien erllärten sich dagegen; es wurde schließlich beschlossen, die Frage erst im Rechtsausschuh zu behandeln. Für die Herrichtung einer Hundertmeter- Schwimmbahn im Woog wurden 21000 Mark bewilligt. Mit knapper Mehrheit wurde ein Qlntrag der Verwaltung, 37 000 Mark für Rebenraume der geplanten großen Fest» halle zu bewilligen, abgelehnt. Die Räume sollten 67 000 Mark losten; 30 000 Mark wollten die Turner (wegen des Kreisturnfestes» bei- steuern. Die deutschnationale Etodtverordne'en- frakl'.on hat bei der Stadtverwaltung den An- Antrag gestellt, daß eine Sondcrgewerbe- steuer für Warenhäuser, Grohbafare. Ab- zahlungs-, Dersteigerungs- und Dersandgeschäste. im großen, sowie für Filialgeschäfte, deren Hauptbetrieb außerhalb Darmstadts liegt, ein­geführt wird.

WER. Offenbach. ll.März. In der ge­strigen Stadwerordnetensihung wurde vom Ma- giftrat das neue Wohnungsbaupro­gramm für 1927 eingebracht, das insgesamt den Dau von 580 neuen Wohnungen vor­sieht. für die Stadt und Sparkasse den Bettag von 5 336 000 Mark aufzubringen haben. 147 Wohnungen sollen von der Stadt. 115 von Pri- Daten und 318 von Baugenossenschaften und Ge­sellschaften errichtet werden.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

0 8us dem Kreise Wenlar, 11. Mörz. Die Erwerbslosenziffer im Bezirke deS Arbeitsnachweises Wetzlar hat im Saufe des Monats Februar keine wesentliche Der- änderung erfahren. Während zu Beginn des Monats 2045 HauptunterstützungSempfänger mit 1130 Ehefrauen und 2234 Kinbern als Zuschlags­empfängern in der Erwerbslosenfürsorge stan­den, betrug die Zahl der unterstützten Erwerbs­

losen am Ende des Monats 2074 Hauptunter­stützungsempfänger. 1138 Ehefrauen und 2274 Kinder. Die Zahlen »erteilen sich auf die Stadt Wetzlar, die Landgemetnden des .Kreises und die au dem Arbeitsnachweisbezirk gehörigen Gemein» oen des Kreises Biedenkops. wie folgt: Stadt Wetzlar 499 Hauptunterftützungsempfänger. 232 Frauen und 147 Kinder. Landgemeinden des Kreises: 1236 HaupiunterstützungSemp'änger. 7.2 Frauen und 1523 Kinder. Gemeinden des Kreise« Biedenkopf: 289 Hauptunterstützungsempsänger. 134 Frauen und 334 Kinder. Rotstandsarbettev wurden am Snde deS Mona;s 148 gegenüber 50 zu Beginn des Mona!« beschäftigt, und zwar in der Siadt Wetzlar 20. in den Landgemeinden 108 und in den Gemeinden des Kreises Bieden­kopf 20. Durch die Inangriffnahme weiterer Rot» standSarbeiten in der Stadt 'Wetzlar wird lich die Zahl der RolstandSarbeiter im Laufe des Monats wesentlich erhöhen.

O Dorlar, 11. März. Nach längeren Ver­handlungen ist nunmehr der Anschluß des Blocks Dorlar an das elektrische Orts- netz Dorlar gesichert. Die Interessenten haben einen Zuichuß von 1000 Mark und die Reichsbahn- gesellsä-asl einen solchen von 800 Mark übernommen. Den Rest von rund 500 Mark trägt die Gemeinde. Durch den Anschluß des Blocks Dorlar erfährt nicht nur die dortige Ansiedlung die Wohltat der elek­trischen Stromversorgung, sondern es wird zugleich eine bessere Beleuchtung des dortigen Eisenbahn- Übergangs erzielt, was im Berkehrsinteresie zu be­grüßen ist. Der Gemeinderat hat in seiner gestrigen Sitzuna den Jagdpachtvertrag mit den seitherigen Anpächtcrn mit sofortiger Wirkung aufgekündigt. Maßgebend dafür war der Um­stand, daß Jagderlaubnisscheine ohne Genehmigung des Verpächters ausgestellt worden sind. Die Jagd soll neu verpachtet werden

1 Großrechtendach, 11. März. Der Land- wirt Wilhelm Lang III. von hier wurde von einem Stück Di eh. das sich im Stalle los- gerissen hatte, geschlagen und so unglücklich getroffen, daß er einen Unterschenkelbruch erlitt, der seine Ueberführung in das Städtische Krankenhaus zu Wetzlar erforderlich machte

Kreis Biedenkopf.

WSR. Gladenbach, ll.März. Am 15. März wird auf der Strecke Gladenbach- Bischoffen eine Kraftpost eingerichtet. Sie berührt die Orte Gladenbach, Erdhau en, Weiden­hausen. Oberwcidbach, Riederweidbach, Bischoffen. Der Fahrpreis beträgt 10 Pfennig für eine Per- fon und ein Kilometer. Es sind täglich zwei bi« drei Fahrten in jeder Richtung vorgesehen

Dillkrcis.

bl. Dillenburg, 11. März. Die Lage des Arbeitsmarktes im ganzen Dillkreis hat sich weiter gebessert. AlS haupl sächlicher Grund der Minderung der Erwerbslosenziffern sei angeführt, daß z. Zt. und für die Folge mit größeren Rotstandsarbeiten begonnen werden wird, bei denen ein großer Teil der Ar­beitslosen beschäftigt werden kann. Zur Zeit zählt man noch etwa 900 DollerwerbSlose.

* Herborn, 11. März. Ab 15.Mai (Fahr­planwechsel) werden folgende Personenzüge auf der Strecke Riederwalgern Herborn an Sonntagen versuchsweise neu ein­gelegt: Pz. 33?4 wird bis 1. Oktober Sonntags bis Herborn durchgeführt (Herborn an 11.13 Dm ). Pz- 3375 werktags (Herborn ab 2.11 nachm.) wird auch Sonntags gefahren. Pz. 3382 wird Sonntag« von Riederwalgern bis Herborn befördert lHer­born an 8.54 nachm.). Pz. 3381 wird bis 1. Ort. auch Sonntags zwischen Herborn und Gladenbach gefahren (Herborn ab 7.44 nachm.) Diese Der- oesferung deS SonntagszugVer­kehrs auf der Strecke GladenbachHerborn wird von der Bevölkerung sicherllch aUg mein be­grüßt werden.

Kreis Marburg.

sch. Marburg, 11. März. Die Bur­schenschaft Rheinfranken will sich in der Lutherstrahe ein große« Derbindungs- b a u « erbauen. Das Wappen der Burschenschaft wird nach Modellen des westfälischen Archiletten M. Krusemark von der hiesigen Firma John Schneider in heimatlicher Töpfereitechnik auS- geführt und am hohen Giebel des Reubaae« angebracht.

Qberwesterwaldkrcts.

WSR. Marienberg. 11. März. In der benachbarten Charlottenhütte stürzte vom Hochofen plötzlich eine Füllglocke berat», wodurch dem Hüttenarbeiter Rumpf derKopf völlig zerquetscht wurde. Ec war sofort t o t. Inner­halb eines Jahres haben sich damit bereits drei tödliche Unglücksfälle auf der Hütte ereignet.

Turnen, Sport und Spiel.

Giehener Schwimmverein - Schwimmklub 1911 Wiesbaden.

21m morgigen Sonntag veranstaltet der Gie- ßener Schwimmoerein im Städtischen Dolksbcid einen Klubwettkampf, zu dem er sich, die Mannschaft des Schwimmklubs 19 11 Wiesbaden als Gegner verschrieben hat. Dem Wiesbadener Schwimmklub geht der Ruf einer gut durchgebildeten Sportmannschaft voraus, so daß

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