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Mus der Provinziolhauptstadt.

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Bolhstrauertaq.

Die Menschen tue in der ersten 5>aHu e« IS. Iahrhurdcr'.e in Deutschland lebten ftanbvn dem heute lebenden Geschlechte an W-ltge wandt» Helt, technischer Fertigkeit und politischer Schulung nach, aber sie waren liefet veranlagte Daturen als ihre Aachlommen von heute Sie hatten sich vor allem ein mitfühlende- Herz und natürliche Emp­findungen bewahrt Aufrichtig trauerten die Ba­tet land-freunde In Preuhen in der Zeit von 1806 bi- 1813 um das Unglück ihre- Lande» 3m Jahre 1802 hatte Friedrich Schlegel angeiicht» de» Xbunc» den Der» gedichtet

.Du freundlich ernste starke Woge. Daterland am lieben Dhein, sieh, die Tränen must ich weinen veil da- alle- nun verloren."

?er Datursvrfcher Aarl von (Räumet et zahlt n feinen Leben-erinnerungen. dast er fich dre'e- 1)ort der Zulage vor 1813 ost mit ichwerem Her» ,en wiederholt habe. Dach solcher Trauei um den efen Sali de- Daterlande- >uchen wir heute L'etaebcn» Dach den Befreiimg-kriegen hat man iuch aufrichtig um die Opfer de- Kriege- ge- trauert. Dichter wie Ludwig U h l a n d . Friedrich Rudert. Anastasius »tun und 3ul>us Molen haben ergreifende Worte der Klage um die Gefallenen gefunden. Kein moderner Dich­ter hat der Loten de- Weltkriege- mit der Schlichtheit und Innigkeit gedacht, wie jene Dich­ter einer vergangenen Zeitperr^de. Da» deutsche voll stürmt setzt Io schnell durch da- Geben, dah ihm zur Trauer und zur Klage feine Zeit mehr bleibt. Darum hat der Dolk-trauertag eine gute Bedeutung Er soll unS die Gröhe der Der- lufte an Menschenleben vor die Seele stellen, die in den Jahren 1914 b S 1618 in fchwerem Sriftenz- lampfe von uns gefordert worden find. Zahlen sollen hier nicht angeführt werden Wenn wir wie in den Jahren 1870/71 auch nur 40 020 Men­schen verloren hätten, so wäre da- schon sehr beklagen-wert. Wa- ist ein Mensch? 8r ift keine bloße Dummer, keine Ziffer, fein Material, fein Stein, der aus dem Felde liegt, fein Baum, der im Walde wächst, er ift eine nach Dottes Edenbild geschaffene, lebendige Seele. Keiner hat den Wert der einzelnen Menschenfeele fo deutlich herau-gehoben wie Jesu-, Don ihm stammt da- Wort .Freuet euch aber, dast eure Damen im Himmel "geschrieben sind" und da» andere .Also auch ist e- vor eurem Dater im Himmel nicht der Wille, dast jemand von diesen Kleinen ver­loren werde". Jeder unserer Gefallenen war eine Persönlichkeit von ausgeprägter Eigenart, ein jeder hat Nutzbringende- geleistet, hat Gegen ent­faltet Der eine mühte sich in treuer Fürsorge um feine Gattin und leine Kinder, wenn er von der Arbeit nach Hause kam, so scharten sich die Kleinen jubelnd um ihn, er mußte ihnen er­zählen. sie sahen auf seinen Knien. Der andere war die Hoffnung feiner Öttern. sollte im Alter ihre Stühe, ihr Trost sein. Unter denen, die den Heldentod starben, waren solche, die den Ader pflügten, solche, die von früh bi- fpät in der Industrie tätig waren, waren hervorragende Ge­kehrte. strebsame örfinber, pflichttreue Beamte. Ohne Zweifel ist durch da- Hinscheiden derer, die in den zu furchtbaren Banden angewachsenen

Der lu st list en ocr^e chnel smd. da- deutsche Leben um ein gute» teil armer geworden

Dun kann man die Mentchen zum Trauern ebciilowrnig kommandieren, als man ihnen be­fehlen kann, bah he sich freuen, vielleicht aber wird am Doll-trauertcg mancher der sich sonst wenig G'.danken um Ik.» macht bas gewesen ist. an die wetten Lvidatenfriethöfe im Osten im Westen unb in fer Heimat benlen. wenn dos auch nur in d.r Viertel stund, geschah«, da bte Gl öden zum Gedächtnisse der Gefallenen von deu Türmen klingen Wir vollen »edvch am Doli-traueiiag um an Wort d.s Apostel» Paulus zu gebrauchen, nicht treuem wie die die keine Hvllnung haben, untere Klage leit vielmehr in die Gewinden au-» münden, bah untere Gefallenen und nicht ver­loren find. Jeder grobe Gedanle bet ihr Herz durchzogen, jede Lat der Liebe, die lie vollbracht jede ehrliche Empfindung die chr Herz bewegt jeder Baustein, den sie zum Aufbau untere* Volke- her-ugetragen haben, werden unzerstör­bar lein Dor allem 'ann da- nicht verloren neben was Uc an Selbstoerleugnung Hingabe. Ausopfcrung. Tode-vcr^chtung. religib'em (flu­ten geioefeu find Und derselbe 3efu» der der Einzellcele einen lo groben Wert zuerkanni hat. hat der Welt d,e Gewißheit gegeben, dast die Einzellecle unsterblich ist Bin Dskk, da- «eine Gefallenen vergibt, ist reif Aum Untergang denn ihm fehlen die ethischen Werte, ohne die eine Doll-genetnschaft nicht bestehen kann, ein Dvlk aber, das in Treue der Opfer gedenkt, die in harter Zeit für e- gebracht worden find, wirb fich aus der Tiefe wieder hinauf zum Lichte ringen H. D

t*ornoti}cii.

Tageskalender für Lam - tag Doll-Hochschule 8 Uhr. Cingiacl der Oberreal- fchule. Dortrag. Deutlchnationaler Handlung-» gebilfcn-Q3erbanb: 8;,t Uhr. Kaufm DereinshauS, Monat-verfammlung. Gewerllchaft-bund der Angestellten: 8 t Uhr, Stadt Weglar. Familien­feier. ©ifenbahn- 5abrbcamten»Terein. 81 ? Uhr, Stadt Wehlar Generalversanimlung Arbeit-« gemeinschaft der Militär- und De^.k.icntsvereine: 8*/t Uhr. Dcstaurant3um Auerhahn' (Gönnen- st raste I, Dortrag. Lichlfpielhau- Dah nhof straste: Zopf und Schwert" Astvria-LichtfpieleDa- Panzergewölbe".

Tage-kalender für Sonntag. Stadttheater 7 Uhr ..Einsame Menschen" (Sn^c gegen 10 Uhr) Abendfeier. 8 Uhr. Stadt­kirche. - Dolksbund Deutsche Krieg-gräberfür- forge. Ortsgruppe ©ieficn: 12' , Uhr. Deue Aula. Gedenkfeier. Culadgcmembe. 8 Uhr. Luka-- faale. Familicnabend. Schachllub Giesten: 2* , Uhr nachm.. Hotel Schuh, Dückfpiel gegen Schach- llub Bendorf. -- Gfctzener Schwimmvercin: 3 Uhr. Stäbt. Dolksbad, Gefallcnen-GedächtniS-Schwim- men Turnverein von 1846. Handball-Abt.: 3 Uhr nachm.. Waldfportplan 5yinbbal(gefeit- schastSfpiel. Lichtfpielhai!- Bahnhofstraste: .Zopf unb Schwert" Pnlast-Lichtspiele ..Die Gesunkenen' Astoria-Lichtfpiele .Das Pan­zergewölbe".

** Aus b c in StaDttbeaterburcau wird uns geschrieben Goethes Faust I, der feit einer Deihe von Jahren nicht mehr gegeben worden ist. geht am nächsten Dienstag in einer von Intendant Steingo etter aeleiteten Deu- einsttidierung in Szene. Die Handlung ist vom Spielleiter in 21 Bilder gegliedert, die Szenen-

folg«. .st derart angeotimet, dast kiue überlange Dorste img entsteht und nur eine längere und '«rei kürzere Pausen notwendig find, m denen allein der Zufchauerraum erhellt wird. Di« Dor­fteilung darf um fo grösteee- Interelle bean- foruaxa als «ich eine sehr guic Belegung er- mögiiwen liest 3n

Herr Geifers < Faust i. Herr Telekv (Die- rtihoi. Frt Heym (Gretchen> Frau Jüng­ling «Diane. Herr Bold (Wagners.

Sorteegsadend der Bolkstzoch- schule. Man schreibt un= f)eutr. Samstag, aber.bl s Uhr prichr ,m cingfaal der Oberrealfchuke Frt. Maria Lehne aus Darmstadt im Auftrag» Ns L-anbesamtä iur das Silbungsuxlrn über das Ibe na . Deue Formen der "ie elktakeif 8U< in btr (Fr- neueruncs- unb volksbilbungsarbeii ftchenben Per- for.en unb Vereinigungen, besonders Lehrer unb Zu- gendbewegte eien auf bei Abend hmgeune'en

LU Don der Landes» Univerfttät G i e st c i Der ordentliche Professor für Dolk-- wir'chaitslehre Dr Friedrich Lenz wurde vom Deutf'Hen Äulturamt in Estland ausgefor­dert Anfang April eine Deihe von Dorträgen in Dorpat und D » vai zu halten.

" M ili t ä r-G o 11 e - d i e n st in der Stadtkirchc Der morgige WilitÜ7-Gottes- dienst anlästlich des Dolk-trauertage- findet um 11 Uhr ausnahmsweise in der Stadtkirche statt.

* Warnung vor einer unlauteren Wohlfahrt-sammlung. Das städtische Wohlfahrtsamt Giestcn schreibt unb. Der Der» leger Wilhelm Schumacher in Dortmund iaht durch Dellende unter Derwendung eine- Smb- fehlung-schreiben- d - .Dundes der «Schwerkriegs­beschädigten Deutschlands" in Köln und unter dem Hinweis, dast die Erträge de- Dertrieb:- bebürfligen Kriegsopfern zugute kommen sollen. Bezieher für die von ihm verlegte Zeitschrift ..In Treue fest" w.rben. Da nach amtlicher Fest­stellung weder Sastumacher selbst, noch auch der Bund d r Schwerkriegsbeschädigten Deutschlands einc Gewähr für sachgcmäste Der Wendung der einkommenben Gelder bietet, wird vor diesem Unternehmen, do- lediglich eine verschleierte Sammlung darftellt, hiermit gewarnt.

' Der Sportplatz auf d e in Trieb zwischen der früheren Lagerstraste und der ®vün- berget Lhaussee. gegenüber dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900. wird gegenwärtig end­gültig planiert- Damit wird dem bisherigen un­fertigen Zu st and de- Platze- ein Ende bereitet, und gleichzeitig werden die Geländeverhältnisse an der Sportplatzseite an der G)rünberg<r (SbauHer ausgeglichen. 3n Derbindung mit dieser Arbeit wird Humuserde auf dem Platz aufgebracht, die in Kürze mit Gra-famen eingefät werden soll, damit sich bann eine Gra-narde bilden kann, die für den Sportbrtrieb dringend notwendig ist. Die Arbeiten werden vorau-sichtlich noch einige Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit können natürlich sportliche Deranstaltungen auf diesem Platze nicht vor sich gehen. Die Arbeiten dienen in der Hauptsache auch der Beschäftigung von erwerbslosen Mitbürgerir.

" Die Straste unterhalb de- Ku­gelberges. die zwischen der südlichen Häuser­reihe und dem Bahndamm verläuft, wird gegen­wärtig mit Kanalllation versehen, zugleich wird die Ausfüllung de- Strastendammes borge­

nommen. Die zum Auffüllen erforderlichen Grd­mengen werden durch GelLndeabtragung beim Univer'itäi-sportplatz gewonnen, dessen oberer Grundstückstell auf btde Welle gleichzeitig ge­ebnet wird. Die abgetragene Erde wird mitte# Feldbahn mit Lokomvtivbetrieb zur Strahenbau- ftclte gefchasft Eine ganze Anzahl Erwerh-lofer findet bei diesen Arbeiten Beschösiigung Sobald 'ich die ausgefüllte Erde genügend gdeht hat. foll die Straste befestigt werden 3m Laufe de- Sommer- wird hier aber schon mit Wohnungs- bauten begonnen

«Iräbereinebnungauf dem Alten Friedhof. Um den unerfreulichen Anblick der rernachläfsigten alten Grabstätten auf dem Alten Fnedhos zu beseitigen, werden gegenroärtig di« Gräber, an denen in den letzten 5obren offetv- sichtlich keinerlei Unterf>altung#arlkiren mehr ftatigcfunben haben, eingeebnet. Die auf diese Weise geschassenen Flächen werden -u Dafen- slächen hergerichtel. Unberührt von diesen Ar­beiten bleiben selbstverständlich alle die Gräber, an denen man die Spuren einer fürsorgenden Hand bemerken kann, ebenso werden dort die Grnbgedenksteine sorgsam erhalten bleiben Die Arbeit wird von Erwerbslosen auSgefährt.

" Desihwechsel. Herr Archttekt Burg. Schanzenstraste 4. verkaufte bte ihm gehörigen Grundstude Schanzenstraste 4 und 10, auf denen auch die Kallcnfchrankfabrik Krogmann sich befinbet. an den Besitzer de- Lichtspielhauses Bahnhosstraste. Herrn Henrich Die Gruiidstiide sollen bei einem Um- und Erweiterungsbau des Lichtspielbaufe- Bahnhosstraste Derwendung lin­den. foll hier ein Filmtheater geschaffen wer­den. da- den modernsten 2ln!orderungen ent­spricht und den Besuchern alle Annehmlichkeiteti eine- groststädtischen Lichtspieltheater- bietet. Die Bauleitung bei dieser Umae'taltung liegt in den Händen des Architekten Burg Herr Burg erwarb seinerseits da- Grundstück Frankfurter Strafte 143. da- Bruno Büttner gehörte, und beabsichtigt dorthin den Betrieb der Kallen- fchranllabrik Krogmann und de- Architektur­bureau- Burg -u verlegen.

** E i n großer Zug Schnee gäns« überflog gestern nachmittag gegen 6 Uhr in nörd­licher Dichtung untere Stadt. Die Bogel ver­schwanden in Dichtung Alten Duseck Der Früh­ling dürfte nun nicht mehr allzu weit sein.

(Weitere Lokafnachrichten im 2. Blatt.)

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