Einzelbild herunterladen

Ur. (C9 Drittes Statt

(Siebener Anzeiger tSenerat-Anzeiger für (Dberbeffen)

Mittwoch, ||. Mai 1927

Jugend und Hochschule.

Deutsche Studenten in Amerika.

Bo« Tr. öiegfrieb Schars«.

3r arM mr unt vom Krieg* entfernet um Io gröber tstrb b<e brr teutfiben ©im» btetm. bU I6r e w Xr> aon ©emetirra M luflanb< h um Dort if)tr tn SVut'djicn! . begoimmm 6tuM»n lorrzuf' :>en unb cu»}u bauer. Es hat das von ie5*r ku brn 4>3tal:ertft Igelte rite brui'dyr ©tu-sden grbbtl. llch hit brn Ipdtrvrn Beruf au! dnn möglich* breiten XninMi je »or^u-*1*1X1- ©u gingen in bte ©4e>rM ober nach Irankvrich, 71 ach 0 -.gt'inb und .Italien. Iriblt bann ioenn Me 3w brr un Xur.arb oerdracher ©emetter für beb Weit ©fernen nur tedtorfte trsi bm zuständizc PrÜ- fwqjibebbrber aiwrtannf trurfw C e taten redjt heran H t6 wichig«. ben Blick zu weiten für MatMllotule S-ifle« unb Zusammen banne. aU Itch ein beftlxnmtrs i>wam«.#»tf1en in möglichst ta|

Xrurr? -g< wirb es nun gtrab zu üblich, nach iwiirtfü *u geben. Auch hnb es allerbinge an Zahl nicht i irle. ble ble Beile über b.n Oy en benahlm unb btr ' er en a nerikanischee Ledens»

kosten Mttcttcn lot.nen. Immer hin Hab bereits bemerleneu^rt AnfänI? gemacht worben ©o gibt es tn Aeuyotk schon feit einigen 3emef!?m eine ansehnliche beul'che etuNnL-mqrubpe 3ire Hit» glleber wohnen mrift In bem por wenigen Jahren goutenI ntenutionil Houve". eine -i ar oh en m tur 6t üben len. die Dort aus allen -teilen

Mell Aulommmfomtren um an den ver­schiedenen Univ«' täten unb H chfchutei Aeuyorts g Ihibkrm unb «ich Kfle-iktttg kein-.enzalernen. Unb in ©btfago bahnt Hch grtxibe jetzt eine ähn- ttche dnttDidluni an. 31 hat Nch Dort ebenfalls rin 3ulammen'd lüft aller auslänbllchen 6tüben» len gebildet ber Ichlx'tlich Darauf abzlelt. ein Jntcn it. - >#l Hou r" ,,i bauen. 5hder mehrere Hundert Mitglieder umüf'enben Beveiniauni g- bürt als eine brr M rillen unb eifrigsten Truppen tüte beul'dje Znulluni mir einigen 20 Studenten an, »äfircnb Dem gegenüber g. B ©nglanb unb Frunkr, 1) erheblich schwäch« vertreten |tnb.

TBte sind bfde deutschen Studenten nach Xmerif i grimmen? ©m gewißer PwHemtsah ift bvtth'n gridürft roorbtn Pie 7( orfef e((er Foundation unb ber American German Student Exchange lenden sedes Jahr eine Anzahl deutscher Jungakademiker in ble Ber­einigten 3tajtni. B ele von ihnen haben bdtmberc ^terlchung sauft täge Der American German Student Exchange ift bcflrtbt. möglichst viele ©ludcn'cn an dem Austausch mit A nrrito teil» nehmen y» lallen. « ist da bei natürlich an die zur 'Perfugung stehenden Mittel gebunben.

Belxn dieser non ft 'n her Sette finanzierten Studcn.en stellen ab« nicht wenige andere, die auf eifirnc Faust nach Amerika aef.ihren find: Lechvi'a».- Hochfchüler unb Sozialarbetterinnen. Xolionalbfonomcn unb öoxlologen. Die niet ft en non ihnen verdienen sich ihren 9ebcn<un t erb all selbst, w.e bi* ja in Amenst» Ichon immer in ptd gröh«em Untange üblich gewefen ist als in Deutschland TLrüriiqj bauert dos Studium unter dielen XlmfiÄnbcn länget b« Xrfü- ob« Serfts» stunbenardef s ag. tflfu kein wirklich intensives Studium mehr zu.

Als ein, bnlte Truppe find die logenamUtn 3mtrtfau>erfOubenlen zu nennen, wie sie von der Dirtf chatt sh .l c b« D.uEchea Studenienschast In tue Bereinigten Staat- .< g. cfeicfi werden Es han- DeU sich hl« um Diplomingenieure unb »lanb» Wirte die aus zwei Jahre in amerikanischen Betrieben arbeiten unb nach Ablauf dieser Zeit nach Deutschland aurüdleljn-n Durch 8«Hand­lungen tntt amenlamfdxn Eimoandtrungs- unb Artzett»h< Hörden ift «reicht worden, dun biete TDerftubcntcn «öenlo übrigens wie alle an­deren 6t üben len. die zmu des Studiums nach Amerika kommen nicht in die deutfch? EttUvor rungsguolc eingerechnet werden, sondern als .Besuch« gelten. Pie UMftuben'en find im «her Linie in a: iinkanischen 3hbuftr e- wntr.-n an*utr,1'cn Detroit. Fyikago. Pitts­burgh. dtnrinnati ufw

Schlich!.ch könnte man in die'em 3ufamn-.cn» bange noch auf deutfchamerlkanifche Studenten binttK. cn Das ist freilich nut mit verschiedenen Einschränkungen möglich Die Mehr»

Schulfeste.

Bo« Stubtenbirektorin Dr. S. Engelmann.

Dir entnehmen Mtic anregende Dar» lellung bem in 1 Auflage erschtencixa Deik .Methodik des dcutsche« M n t e r r i d> l r Getzeftct 4 Mark. 3n ßdnenbanb 6 Mark Berlag von Quelle ft Mev« In Leipzig

Das Veranstalten von Schutt eiten ist eins d« cndylgfien unb wirksamsten TIutd d« Bolls- «ziekung unb ber Kunsterziehung Per Bolls- «niegung. weil wir von der Schule aus babri nmhelien können die lttzönen aUen Zefidräuche. Bvlksronze unb Volkslieder Springen über de« beennenben Hvlzstoh. gemeinsame Stiele tci Serien. Xr>gfiCt4cgcn. Tettlaulen. Xaspcrlclhea- ter. neu zu beleben, und OUem unb .Rmbetn zu eigen, tote schöne Wirkungen mit den ein­fachsten Mitteln, Irldstgcklcbtrn Papierla­ternen. mit bunten, 'elb^genuhien sittlichen aus billigstem Stofs, mit frilocn Blumaikränzen unb aus Leinentüchern und farbigen Deeken gelt edlen ©etodnbem fast ohne CMbcuAgabe zu erzielen find' jedes 3m:cif & bw grohstLdtilchen Lau­benkolonien zeigt m,t lein« traurigen Verschwen­dung hählicher Parierfübnchen. Papiermützen und Ordens lleme. mit ü'rammophcngevlärr und Lchiebetänaen. wie weit wir vom schonen Zcste- feiern entfernt find, unb wie lehr hier dne 3nicbung not lut Als Mittll d« Kunst- eriuehung aber. d. h. d« Erziehung zum v«» stegenben Denirhcn von Kunstwerken, ist dem 2krcnhaltcn von Sehen für Kind« und 3ugenb- liche nichts cn die Seite zu fetzen, was fo ihrem Del en entspräche und fle dem Kunstwerk fo nahe brächte wie Da# unbefangene Darste'.Ien d«s künstlerischen Srlebniffes in finft» und ju- gendgemäh« Form

Da« b<Deutet, dah das Schulfest als Mittel Der Kunsterziehung nur Mert bat unter zwei Bedingungen, erstens Darf die Äraft Leit und Mühe der Schüler und Oe6rvr nur wertvollen

zahl und man kann wohl faaen die überwiegende ' Mehrzahl b« deut'chamerikansfchen Studenten I fühlt sich als A.menkan« was fie ja auch ihr« Aationafitüi nach find. Sie fühlen fich nur Irl'r.i zur deutschen Bolls- unb Äulturgemrin chast au- t)c!'r-c wie man das etwa bet au.-l nb.-chen Studrnren in Survpa feststellen Unit Sir find In Arnenka geberen unb sprechen last ohnr Aus­nahme das dnafifdbt als ihre Muttersprache. neben dem bc3 Deut'che bestenfalls eine Zr mb- sprache ist. die man tn der Schust- lernt, wenn mcht das Sk-erndaus dafür gesorgt hat. bist schon vor 3mtr;tt in bte Schule bcut<<6 gelernt wurde

Amerikas leiten, ganz abge'.txn davon, dah es eben keine deutschen Bvi.'s chulcn In Amerika gibt wie bas in ausländischen Siedlungs­gebieten ir. Cutopa Nrr Fall ist Immerhin gibt es trotz dies« natüf iche.. Schwierigkeiten auch in Amerika eine Anzahl deutscher ©:udenten. In denen em deu''ches Bewusttlein lebendig ift Sie schämen sich ihr« deutschen Abstammung unb Herkunft nicht, fle sind vielmehr stolz auf ihre brutschen -kamen unb wollen r nur als Ameri­kaner. 'andern als Deut'rf>am«ikaner angrlprvchen werden Ich habe ben Äindrurf. bah die Johl Mr'« dewuht beutschamerikanifchen Studenten im Dachsen begriffen ist Dährenb unter dem Sin- bnirf und ll.nflust ant DeuH^xT Briefs rvra7,anda ble Bedeutung der deutschen Sprache in den Dereiniglen Staaten zurückgegangm ist. scheint »rtzt eine neue Vorwärtsbewegung einzuletzen Das 3nt«cbe für das Lernen b« deutschen Sprache in Hi/hrchool und College nimmt zu. ilebnall bilden sich Wied« Siudentengruppen. ble ble Pflege bor bcut'rfx n Sprach? als ihre Ausgabe betrachten unb ehr häu'lg von Ab­kommen beut'eher Amerikaner gel -itet tonbnt In Südamerika, wo die Vethältnts-e allerdings erheblich günstig« tu liegen scheinen, gibt ce sogar deutsche S'.ucentenaerbinbunaen. Paul Äohrbach erzählt in seinem Buch Amerika und wir' von ber deutschen Burschenfchats .Arau- cania", die an b« chilenischen Unit>«tität San­tiago esst stiert. Darum solide e wa« Aehnliches nicht auch in den Bereinigten Staa en möqlicb Irin? 3m Augenblick scheint b« Zeitpunkt aller­dings noch nicht gekommen zu Irin. Dah er einmal kommt, ist zumindest eine Möglichkeit unb eine -osfnung Da« B«stSnbnis sür deutsche Äulhir- w«te ist in Amerika im Dachsen begriffen.

*1« find in jedem Falle, um noch einmal zufammenzufass« crirrul che Anfänge zu t*r- zeichnen Reichsbeuifche Studenten haben Die Wichtigkeit eines oorub«gebenden Studiums in Am«ika «fanni und deutschamerikanische Stu­denten ennn«n sich wied« in gröberem Umfange. alS das tn ben letzten Jahren dar Fill war. an die Patfadx bah sie mit t*r groben deutschen Boll«- unb Äulturgemrinfrftafl v«b tnden sind. Dirie beiden Pingt hnb für Deutschland ab« auch für Amer-ka selbst von gröstt« vofttiv« Bedeutung Die beiden Länd« brauchen sich gegenseitig

Jugend und Heimat.

Don Dill 6 ch« l l e r.

©ett Kriegsende bat llch daS deutsche Doll daran gewöhnt, feine Iukunst im trüben Sp egel national« Verarmung zu erblicken. Aber das ist irrender Schein, täuschend« Xrug der S.nne Denn v-as immer dem deutschen Dolle genommen ward, seit es. von innerem Itmripalr betroffen, sich weiteren Diderstandes gegen übermächtige Feinde begab, feit all feine Habe dem Zugriff vachfüchtiger Nachbarn, die iv.rfü gesiegt barten, offen lag - zwei tiefe, lebendige Werte zur.nndrit sind chm geblieben, zwei Lebensinäch e. stark genug, eine grobe Hoffnung fest unb unerichü t«- lich ins Licht ber Zukunft zu halten. Diese beiden Kräfte, die b<m deutschen Volke noch ir.netoofricn. diese briben Werte, d.7 es noch besitzt unb die. wenn es nicht selb« will, kein Frind ihm Dauben farm, sie Heiden dewsche Äugend unb deutsche ©e.nvu.

Oetoifi: manche Dcb.ete b« bcutlwcn Heimat sind von b« Soldateska des kriegerischen .Frie­dens" besetzt unb geknechtet. Aber gerade Darum pulst in ihnen unb in den bedrohten Bachbar- gebieten die Heimat liebe stärk« als anberSwo

Kunstwerken gelten, richt aufgeputzten Aiedllch- feiten. zweuenS rrufj die Form der Darstc.lung wie die Dahl des Aunstweri» ben findilchen unb jugendlichen AusdrucksmHglichke:ten ent prechen. nicht eine bilctfanff che Bachahmung von Phea- ter. Oper. Aomco ober Dortragsfunst sein.

SS wäre Heuchelei, wenn man *agen wollte, bad die heutigen Schulfeste im ganxen schon dielen An!erberur-ge.-i entsprächent 2k<6 gibt es allzu viele .bunte Abende mit gedanfenlvS unb geschmacklos zusammen gestellt« Borira^sfolge. noch meect itar rft genug tn ©chiriertänzcn. Bei­gen mit Sridenpav ergiriande-! unb bem Bor- irag rinstudiert« Arien unb sogar Souvlets hall»- wüa-'ige Sitelkrit bri 8Uerna5nxben in unteren Schulen breit, lind die Segnerichas'. eine« Teils un'ercr Lehrer und Lehrerinnen gegen alle Schul­aus führungen erklärt >lch wohl aus dem Dor- fottmen srllh« UntgL-i'ungen unb o«gistt. dah bc6 Kind un*' der ;ugcnMirf>e Men'ch Mim blöken ar chaue den Seniehen des Schönen, d. h. allo zum ^-. etlichen 6rlebnUl tn ber Form des reinen Betrachtens meist gar nicht sähtg ist, und dast es neben der erklärenden Hille des Zehrers des Erlebnisses der Darstelluna. iin d« Form des Bühnen'piels. des kunstvollen Einzel- unb Ehor rrechens. deS Sriangs/ bedarf, um zum Senust unb B«ständnis zu gelancen.

Die ab« soll das Jugend«xrel. das ©rftuIkfL oom Lehrer vorbereitet werden, um pädagogisch gew&fertigt unb wirk!am zu lein?

5d> setze hl« von mu'ikal.'chen Aufführungen und Ium- und Sportfesten ab. unb beschränke mich auf bicieniacn Feste die bi enger Bezie­hung Mim beutÄer kln'erncht stehen.

Dir bdttrn nr.t d« UII unlerer Lu*oau- schule deut'che Ober'chule- .Hanneles 5)immel- sahN" tn der Klaife gelegen und besprochen. $ie SrfJülerinnen traten *e ergriffen wie noch von feiner dramatischen Dichtung jed« £'cb- rtr des Deut'chen kann daS bri diesem Stück «leben, wenn er es dem Alter zwilchen 14 unb 16 Jahren nahe betagt; am Le'enacheninag beim Selen mit verteilten Bollen sprang plbtz-

jenes Bewußtsein oder auch unbeSxuflK Sefühl I des menschlichen Bundes mit b« Hmmat«d«. der die Bora uirictzuna und Kraftquelle deutsch« Ar: unb Sitte, ble 3uu.-l all« echten Dauer- | landslletze unb wahr« Dolksfreiheit ist. Mboen te s'ch anstellen ble Feinde wie sie wollen das bi d' 5Vtmat n-. r: den Ä«n des nationalen Lelinsiefühls. können fie nicht zerstören wenn ihn c-as deutsche Boll Nicht '.-Iber prrisgtbi Seine Festigung ist darum ein unen'bebrttcheS Mittel zur imuren Erhöhung des deutschen Bvlls- letzens. Psl-ge des ^e-.ma'gefübl» unb bei Ari- mailchutzes ist bas wichtigste -»rilminri $ur Ge­sundung des deutschen Bolles.

Die die Heimat die Grundlage bei Staates ist. so ist das HeimatgefüM die Grundlage des Staatsbewufitsrins. d.-s'en Ausb''.bung unter den gegenwärtigen B«tz2ltntfsen ja betonde« Hemm- nille eniacgenfteben. Erstarkt ab« die Aeimat.

lernt b« Deutsche, dem es bish« tno mannig­faltiger Beziehung gefiel, da» Fremde zu suchen und zu preisen, die tiefen Derre der Heimat wied« schätzen, wozu er ja auch durch viele äußere Umstände genötigt wird, so wird in ihm auch rin neues Staatsbewuhtlein erwachsen, das nur ku sehr notwendig ist. um aus dem Diesstand des politischen Lebens in Deutschland heraus- zufommen

Um dahin zu gelangen, ist aber eins vor allem nLrig. ben Mveilen lebendigen Dert. ber dem deutschen Dolle in sein« ömlcbrigung ge­blieben ift. mit dem «ften innig zu verbinden die Jugend in d« Heimat zu verwurzeln. Die deutsche dufunft. um ber«millen eine vertiefte Pflege des Hrima'gefühls zu fordern ist, ruht doch auf d« deutschen Jugend. Um Ihretwillen, um den herantoachsenden Generationen ein beste- res. schön«es Dasein zu ermöglichen, als den zur Zeit mafigebenden ®cn«ationen beschieden ist. ar­beiten diese ja Recht eigentlich an alicdem. v^as mit bem Begriff .Wiederaufbau umschrieben ist. Deshalb genügt es nicht, dast die Erwachsenen sich zur Heimatllebe erturf>ttgen. Es ist vor allem nötig, diese seelische Schwingung auch in der Jugend hervorzurufen unb dauerhaft zu gestal­ten. Die Schönheiten heimatllch« Landschaft und heimatlirftzr stulturschöpsungen müssen b« Ju­gend al» ein LebenSwert ersten Ranges einge­prägt w«den, zugleich mit dem Pflichtgefühl, diesen Lel>enswert gegen materialistische 3er- setzung au schützen.

AuNerdem ist es erforderlich, die Einführung in die Deltgesttzichte auf dem Deg üb« die Hei­matgeschichte vor,zunehmen. 3n dies« Beziehung r.egl noch viel im argen. Hinsichtlich der Dert- Innung Heimat.icher Landscka tsfchönbeit ge­schieht schon viel tüchtige Arbeit durch Die zahl- reichen Danderix-reinigungen. die ja mehr ob« weniger genötigt sind, ihre Unternehmungen auf das Gebiet der Heimat zu beschränken^ das hat sein Gutes, denn auf diese Art lernen die jungen Wander« auch zahlreiche schöne Einzelheiten kennen, die ihnen sonst vielleicht entgehen würben. 3n die Schönheiten d« heimatlirf>en Kultur ein­zuführen, wird haupttächiich Ausgabe d« Lehr­anstalten bleiben, die freilich einen viel härteren Akzent daraus legen mühten, als es bisher übllch war. In D«binbung mit dem Gcschichtsunt«- richt mühten d« deutsche Unterricht und der Uni «richt in den Künsten die heimatlichen Er- lchrinungssormen d« Dichtkunst d« Malerei. Plastik. Architektur und Musik in auogebehntem Maste berücksichtigen. Denn für alle Epochen der kulturellen Entwicklung finden llch in der Heimat Beispiele genug, um ben Lernenden Die erforder­lichen Grundvorstellungen brizubringen. Und es ift sicher dast fle rasch« unb herzhaft« begreifen werden, wenn sie an Hanb konkre'« Srfchrinun» f,en d« näheren und nächsten Umwelt, als wenn ie vermittelst abstrakt« Begriffe unb undeutlich« Eindrücke nach Abbildungen aus fremden ®e» genben in dirien Ping* unierrichtel werden.

Hier ist ein Gebiet, wohin die Macht des .^cinbrt mchi reicht' hi« ist d« archimedische Punk', auf dem Deutschland stehen unb von dem aus es sich erheben kann zu der Dröste. ble ihm rach der Serie unb bem Körper des deutschen Bolkes gebührt. Durch Jugend und Heimat zum reuen Arich - so lautet bte Parole derer, die praktisch am Wiederaufbau Deutschlands mit»

wirken wollen T.-nn das ist d« Deg. auf dem »uerst neue geistige Bindungen und eine Hebung b« sittllche« Kräfte errmchi uwrben können, rin to'.cher Borgang ab« beruhigt die iiaatiichen Er­schütterungen unb mast sich ht einer neuen Blüte des gri amten Lebens bemeribar machen Dill Deu fch.and gefunden und stark, jo stärk« w«- den als zuvor, so must es a.."geben von dem für da» deu fche Boll von jeher so l'edeutunasvollen Hrima'gefühl und must es in der Jagend za rin« Flamme erw cken. die Helles Licht in die scheinbar fo dunkle dufjnlt trägt

Moderner Sechichtrtliiterrichl.

Bon Direktvc Dr. D. Dilmar. Berlin

L c enswürdige E t m. die sich mit un» Leh­rern über d e Schule In der Gegenwart und Bergangenheti unterhalten, pfle .en. nicht nur au» Höflichkeit oder gar In anderer Absicht, sondern au» vo lem Herzen zu logen Ach, was haben e» untere Kinder gut' Dao die alles '.emenl Am liebsten möchte Ich mich noch einmal mit auf die Schulbank letzen" Weh­mütig !a. clnb anttooriet der erfahrene Lehrer ®rflbtce Frau Joie unfern Borsängern wird es auch uns herein 1T gehrn Wllsenlchast unb Lehr- me hc-de macken unausgeletzi 'Gott lei Danklj Fo.tck ritte, und nann uner«- ©(feuer und 64 ü- icrümen dereinst ihre Söhne und Töchter in den Vemjabren mitctlebenb iegl'1 en. werden 11c g'etd fall» erstaunt fein übet bas Aeue. da» ge­boten. über ble verf l: erte Lehrkunlt die an­gewendet wird " ©olanae unsere Kultur noch tn gesunder Weiterentwicklung ist das möge Jahrhunderte dauern I wird das fo bleiben, unb wir Lehrer ber gcgenir-ärHcen Generation wiegen uns, wenn wir solche Erkenntnis unb Smste lung haben, web« in bem Glauben, dast wir es viel weiter gebracht hätten ais de welche vor uns waren, noch verich.testen wir un# den Fort chrittea, die -Lglich von r-achwach c ben jun­gen Lehreriieschlechtern schon jetzt ü.er uns hin­aus gemaä t werben. Tur wer bereu ist. täglich leibst zu lernen, nur wellen Ohr noch scharf genug »st, ben Schritt ber Zukunft au hören kann bemaort bleiben von ber inneren Erstarrung, die auch seinem älntetricht bas Dichtiosi« nimmt: jenes täglich frische Erleben von Lettrilofs. das et wohl öfter behandelte, aber immer neu um» schafft

Wehe bem, der die Hohenstange'. b'.e Be- frelung#!:lege ober Bismarck.i örila'l« noch fo behände t. wie et sie vor 15 bis 20 Iahten vot- trug' Dicht nur, weil es wissenschaftlich unmög­lich ist, denn was bat dies« Ieiiraum an neuem Stoss an ungeahnten Erkenntnissen gebracht. Te-.n, viel wichtiger erlch« int die persönliche in­nere Umstellung, die das OrgebnU der gtösteren C<tenAtcife und der gemalKgen Erschütterung durch die to< tgef<Md)tlldrn B tgänge ist Dicht nur wir Lehrer sind andere acworden sslt den Iahten etwa zwischen 1910 unb 1915. wie lig ist auch die Geistesari bet Schüler, bet Klassen von ben Damaligen verschieden. Ich m eine das nicht etwa im beton beten Maste nach Der politischen ©eite, obwohl auch hl« inter­essante Beodachiu: gen zu machen sind

Mancket ^c'ch chlsleheet, in der Groststabt be'onders !>at Bolkttche unb Zionisten Äonlet» vaiive und Kommunisten zu seinen Füsten sitzen, alle warten mit ©pannung da.aus, wie b eftr otec er.er ihr« Glau «issätze im Unierrirpt bet)an» >e i wird Gewist erwachsen daraus mand>crlel Schwierigkeiten, aber wenn der Lehr« frines Stosses Herr ist, wenn er das Hel he Bemühen erkennen läht, trotz eigen« test er Einstellung, gerecht und unparteiisch zu 'ein. lotoe t dos e n Menlch vermag, dann ist eine derartige Zu- ammenefjunQ eher rir.e De richerung unb 36r- rerung u S eine Gefahr für Den Un erricht Tue ems, meine ich, muh er Imm« toiet« verkünden: Ihr fallt nicht meine Anficht unbesehen ü «- nehmen, fallt nicht auf bte Worte bes Lehrers schwöre,:, fonbern an meiner M inung eine eigene, eure rgene, b h. die. welche euch vorbe^immt Ift durch eure Wesensart euch bilden Alle von ur» anfe^orbien Den formen sind Arbe ts- methvden, die mit bet Zeit durch andere eriret werben, teriuöbt es zunächst einmal mit der. bte .ch euch riete, ist sie euch nichtfongeitol. so er­

lich ber Wunsch in ihnen auf: .Ach. wenn wir das bod> ausfühten könnten. Als ich sagte, sie 'ollten es nur veriuchen. es würde fchvn gehen, wat des IubelS kein Ende. Gleich wurden die Dollen vettcUt wir hatten ein paar bau».- lange Mädel in der Klasse. DU sich in Gestell ur.t Stimme ganz gut für die IHännerrollen '(fetdien die Trcbcrf::ungcn begannen, unb in vi« Wochen .stand das ©(T. wenn ich mich dU'es Bühnenausdrucks beMenen bart

Was aber McU vi« Wochen an Arbeit unb Freude, an turmhohen Schwierigkeiten und dem möchte ich d er hin berich.en. weil es gleichsam rin Musterbeispiel ist dafür, was uns«e ©Pälrr auch un:« den ungünstigsten Lästeren Umständen zu leisten vermögen.

?unLchst hatten wir keine Bühne, nur etn offene# Podium in dem nicht mehr als ItzOPILre sofenden ©aal unseres alten SchultzaufrS Dir magren allo H'.ntngtund und Seiten wände ber Büäne bauen, und bas gelang mit Hilfe von straf! zwi'ch« SprtngstLndern aus der Zum- balle gespannten arauen Decken «aus brr Jugend­herberge' dank 5« ZürfHigftit unseres Schul- waris vorirriMch Pe elehrifche Bühnende!ruch- rung legt« und zimmer?« bte MLdch« Uibfi nr? 'reundlich« Hilfe des Physik'.rhr«#. die 'chönster. Geistererichettuingen beachxn wir bei verdunkelt« Bühne mit elektrischen Taschenlam­pen hervor Für den Bor hang waren vc n rinn 9br.netn der Schelle orientalische Decken ent­liehen. mit 3efringring«i und Zugfcherüren ver­setzen und über Sfenstabe aus der Turnhalle ge­zogen worden 'n dah die gritfcloffem^-ne rincn ganz präckeigen Anblick bot unb Dagegen die Armenhaus stutze die bte Bühne barste Ute wenn d« Borhang Mirückgezogen war. um fo krattet trirfle <Die Bühne leibst war mit T.fch unb Schemeln mit r.nem Tubebett aus bem Kranken- »irTTm« d« Schelle unb ein« Bank ohne Lehne leicht auszustatten.'

Dann Hanen wir kein Geld, wollten tret- mehr vorn Ertrag d« bretmaP gen Aufführung

ben Kindern ihre erste gröhere 6<tulreHe «- möglich«- So muhten denn fr« Änftüme nicht etwa au» einer 5"S'.-:«garberobe entllstzrn. son­dern aus eigenen Kräst.-n unb art! Hilft ber Sanbcrbrlö» und ZricheTrtehreria enrtperten unb rger.dyet narben 3rb. erfreulich war bie . uhr.akrit unb Flndigkri: bn ML'^». Me au» müi:«.ichem unb arohmü!tetk'.chc-m Ikflb Um- fchiagküch« Herckelkörve und alte Böcke unb Kleid« herbe schalsten, so bah jed« nattirollstl'ch gestimmt« Spieler sich an brr Ech hrit des Büh­nend.Ides bflne freuen ßrmei , ganz bri or.Der6 banferJto«! war auch die Hills » rr ch?'i bes Lehrerkvlle2iu.-nS ba# k«n Kindern bei :e 'chwir­rigen Be^cha"^ .g ber TRckn" - rllrid« half <fo» gar einen staNl chcm Pelz für ben Arzt bekamen urr geketzen 2lls fchi,k.ich noch die Fnfeur» innuria für Ucberial ung von rin!.?en yr-ifarten uns Bürte und 'Perücken zu ganz ungrivöynlich Ä Prellen tteö. hatten wir für Kostüme.

leinnLfang. elcktrllchr Bekeuchkurg ins- gesamt noch nich- ganz 5D Mk. »«ausgabt unb trotz n.edwast« Stntrtkrsprei'e (1 Mk. unk OchO Mark) bei brttmalic« 3ufüynrng fast 250 Mk. Arin^ew-nn. so dotz wir ble Klatts zu Pfingsten ins Airiengebirge (öer^arl Haupt­manns Hemat) sonbem Lall er formen.

Bor allem cber gab bie Lelltung ber Schü­lerinnen, Me llch ccorenb d« Proben imm« tief« tn doS hin?ingelebi unb hinein- geliebt hattenem tm all« Chtefürtl unb aller» tbeat« Zeugnis von e rem starken künstl«sfchrtr Erlebnis Als am Schiulle ber «ft?n Auffüh­rung 'ich an ,3uf6aue«cun feine Hand zum Beifall rührte, weil alles noch im Banne ber Pachtung stand, gfng ich hin:« Me Bühne, well ich ben K indern das Fehlen des Beifalls «- klären und ihnen für ihre wohlariungene Oriftung borken wellte, d« mein« Freude haft« V* volles D«stLnbnis. einige sagten gan> rahig: .wir wollen keinen Beifall, es ist viel schön« fo". und -e-gten auch mit Die*« Dorten, bah Me Darstellung ihnen zu einem ttrien Ergebe, unb Derstetzen deS Kunstwerks geholfen hatte.