Märtyrer der Liede.
Nomon von 2- 6d>netbt'»öörfiL
44 Foriletzung Jladjbrud ocrbotcn
,^ch suche, feil ich hier bin, noch einer Aehnlich- feit zwi'chen Ihnen und Yon« Jörg. Ich konnte bis jetzt feine finden Nun aber weife ich, dofe er fein Her; von Ihnen bat und oll bas (Brofet, Edle, bas :hn^o liebenswürdig macht "
(te kom keine antwort von Frau yllbertt.
lieber dem eee oerfchwomm bas letzte Sonne« goto. Sie ein rosafarbenes Blütenwunder hod der oantis sein schneebedecktes Youpt in den oergluten« den y^^mel. Aiockentöne schwangen sich über die Wasser, schwollen an und verklangen leise wie ein ersterbender Yauch. .
Frau yilbertt» Yönde griffen nach denen Elisa« helfe« und hielten sie fest.
„Frieren Sie, liebes Äinb?'
„Nein, nein, gewife nicht, gnädige Frau."
IroRbtrn begab sich die alte Dame in das Zimmer und hüllte Elisabeth In ein molliges Tuch. Der Balkon lag zwar windg,schützt. aber die Seeluft strich kühl um bas ganze User
„Ich möchte Sie um etwas feinen." sagte sie und nahm wieder neben der jungen Frau Plag.
,3a — alles, was Sie wünschen." kam es rasch.
„Erzählen Sie mir von Ihrem Leden." War es ein Seufzen oder ein Atemholen? „Don — von früher, gnädige Frau?" ,Io, mein Kind — von — von früher." Eine Minute tödlichen Schweigens. Die Wellen plätscherten an die niedere Steinmauer, die den Park elnfriebele. Irgendwoher kam eine Dampfer«
aiixfe. E,ne Summe, die einen Äoknamen in das Dämmer rief.
„Es — ich weife mch: — es ift so viel Trauriges in meiner Jugend." begann Eli'afeech.
..Trauriges?" wiederholte Frau Yilberu bestürzt.
.La. Later war der Freiherr von Merken aus Ludwiasial und 5<a#nba<ti vielleicht hat 3fenen bas Yons Jörg schon gesagt. Aber wir konnten den Besitz nicht halten "
„Wir." dacht« die alte Dame erschüttert. Sie will her. Vater nicht anflogen.
Und Ihre Mutter?"
Frau Yilbertt liefe Elisobechs yände los. um ihre Erregung zu verbergen. „Unb Ihre Mutter?" drängte sie
Dieder dieses schwere Atemholen von den Sippen der jungen Frau.
..Mutter — Mutter war eine schöne, edle Frau und wurde von meinem Vater vergöttert. Aber sie war nie so ganz glücklich und starb aus Sehnsucht nach meinem Bruder, ihrem Kind aus erster Ehe."
„Starb der Junge?"
Die alte Dame fpratfe es hastend mit heiserem Klang. „Starb er, Elisabeth?"
..Rein — bas nicht — Mutters Ehe wurde ge- schieden und sie mufete den Knaben dem Daker des Kindes überlassen, weil er sonst nicht in die Scheidung gewilligt hätte."
Keines der Gesichter der beiden Frauen war mehr erkenntlich Nur dir Umrisse derselben hoben sich aus dem Dunkel. „Erzählen Sie weiter, Frau Elisabeth!"
Die Worte kamen mit Mühe gesprochen.
Und Elisabeth erzählte stockend und die Tränen hinunlerwürgend. was sie vorn Vater und von yanna über ifere Mutter unb deren Seelenleib ge- hört hatte, verteidigte die Frau, die ihr das Leben
gegeben hatte, unb die an der Liebe zu dem einen ihrer Kinder unb aus Leid und Neue, bofe sie es verlosten hotte, gestorben war.
„Denken Sie nicht schiech« von meiner Mutter, sie hat so bitterschwer gebufet?"
Niemand gab ihr Antwort.
„Bitte — bitte, gnädige Frau'."
Elisabeth« Yände takteten nach denen von yil« bertts Mutter
Der Platz war ieer
„Frau yilbertt?" rief sie erschrocken.
Kein Laut kam zurück
Sie sprang auf unb lief in das Zimmer, liefe die Lampe mit zitternden Yänden aufflammen. Der Naum war fo menschenleer wie vorher der Platz an ihrer Seite.
Da« war denn das?
Dar Ifere arme Mutter so oerdammenswen. das, diese Frau ihr. der Tochter, das vernichtende Urteil nicht ins Gesicht schleudern wollte? Wufete Frau yil» feertt nicht« con der Liebe, die da schuldig werden liefe und selbst zum Opfer würbe' Dar ifer Vebrn so reich an Sonne, dafe sie fein Dersiändnis halte für andere, die im Schatten gingen9
Ich hätte meiner Mutter Leben und ihre Liebe und Schuld und Sühne nicht preisgeben sollen." klagte sie sich an. Es war verrat an der Toten. Und sie war doch ihre Mutter, und wenn sie lebte, auf den Yänden wollte sie die Aerrnfte tragen. Kein Menich durfte einen Stein auf sie werfen. Auch yil« bertts Mutter nicht.
Ihr hatte wohl das Glück an allen Tagen ihres Gebens gelacht. Unb yans Jörg — ach, yans Jörg war der Sohn dieser Mutter, welche die ifere verdammte.
j is x*o. 4 ' uMm.iiene fie »n plötzlich über» quellendem Schmerz. Er war edier als seine Mutter. Er würde nicht verdammen.
Oben aber in dem Heihrti Giebelzimmer stand Frau riitoeri: vor ber- Schreibtisch und hielt, wie am eriten Abend bei Etttodech» Ankunft, dar Bild mit dem liebreijenben Frauenarsickv in den yänden. Trane auf Trane tief daraus hernieder
..Vergib mir." bat sie immer wieder vergib mir. Das habe ich nid/ qewufet. Das habe ich nicht geahnt. Dafe du stirbst daran, das habe ich nicht gewollt."
Sie schlug beide Yände vor das Gesicht.
..Aus Liefe« hast du gefehlt." sagte sie vor sich bin. ..Aber meine Sch:id ist gröfeer als die deine. Du haft die deine mit dem Tode gesühnt, ich werd« die meine niemals mehr von meiner Seele laden können."
Weinte jemand?
Sie trat auf den Balkon Nicht« regte sich — es blieb alles still.
„Elisabeth " fuhr es ihr durch den Kopf.
Eilig hastete sie die Stufen hinab und trat in bas Zimmer.
Oie junge Frau safe pfammengefauert in einem der Stühle und sah ihr aus rotgeweinten Augen entgegen. Sie sprachen beide kein Dori. Aber yil» bertts Mutter neigte sich über den dunklen grauen» köpf und küfe:e die weife« Stirn unter dem yaar»
„Kommen Sie. Frau Elisabeth."
Schweigend stiegen sie die Treppe hinauf Di« alte Dame öffnete die Tür zum Gemach ifere« Sohne« und liefe ihren Gast eintreten.
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