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m. 35 Zweites Blatt Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

Das Den fchtum in)u oslawien.

Don Dr. Friedrich König.

2m 2Hcix:ag, 14. Februar, wird auf Deranlaffung deS Vereins für daS Deu.fchtum im Ausland Dr. Graßl, einer der hervorragendsten Führer deS Deu schturnS in 3uflo- slawien, in Gießen sprechen. ÄlS Einführung in die Probleme, die Dr. ®raijl behandeln wird und die jeden sich seines DeuischtumS De- wußten angehen, wird uni folgen­der Aufsatz zur Verfügung gestellt.

Zwischen Donau und Adria wohnt daS s ü d- slawische VolkSlum, auS dessen Mitte sich die Hand erhob, die den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand im Sommer 1914 tötete und so den letzten Anlaß zum Welt­krieg gab. ES war die großferbische Idee, die den verhängnisvollen Schuß auSlöste.

ViS inS 19. Jahrhundert hinein hatten Teile der Sübllatoen unter türkischer, bis inS 20. andere unter habsburgischer Herrschaft gcftan« den. Zuerst gelang eS den Serben und M o n - tenea^inern. sich staatlich auf eigene Füße zu stellen! mit Rußlands Hi.'se drängten sie dar­über hinaus nach der Vereinigung aller Süd­slawen im grohserbischen Staate. Ihre Wünsche aber waren unvereinbar mit den Lebensinte».'- essen deS östrrreichtsch-ungarischen GrvhstaatS. Sine Lösung allerdings hätte es gegeben, bei der die Donaumonarchie hätte bestehen bleiben können: die Ausnahme bcä gesamten Südslawen- tumS In die Monarchie der Habsburger: daS dualistische Gebilde Oesterreich-Ungarn wäre zu einem triaststischen. Oefterreich-Ungarn-Südslawien geworden. Dahin drängten die Pläne Franz Ferdinands. DaS aber hatte b*n inneren Umbau der Donaumonarchie, hätte insbesondere die Zu- rückdrüngung deS Einflusses der Madjaren zur Voraussetzung gehabt. Durch den Zusammen­prall der grohserbischen Pläne Delgrads mit der großhabsburgischen Ideenwelt Franz Ferdinands ist der Weltkrieg auSgelöst worden.

Gr hat mit dem Siege Belgrads gc- enbeL Serben, Kroaten, Slowenen sind nunmehr im S. H. S. Staat vereinigt. Annähernd 12 Mil­lionen Einwohner sind von ihm umschlossen. Serben, Kroaten und Slowenen machen etwa 80 Prozent der Bevölkerung aus: 20 Prozent etwa sind Angehörige völkischer Minderheiten: Deutsche, Madjaren, Albanesen, mazedonische Bulgaren. Türken. Walachen, Italiener. Die Zahl der Derr schen beträgt etwa 600 000.

Die südslawischen Deutschen sind weit über- Land verstreut: 3 Gruppen lassen sich scheiden: eine auf ehemals österreichischem, eine auf altungarischem Boden und eine in Bosnien. Die österreichifchc Gruppe umfaßt das Gebiet der Untersteiermark, und Teile Süd - k ü r n t e n S. sowie die Sprachinseln SlovcmienS. von denen die G o t t s ch c e die größte ist; die ungarische Gruppe besteht aus dem Gebiet der Donauschwaben: der Bal sch ka. dem serbischen Teil deS B a na t S und dem südlichen Teil der Baranya, außerdem auS Ortschaften im früheren Kroatien unb Slawonien. Die bosnische Gruppe ist die kleinste: sie ist erst nach der Be­setzung deS Landes durch Oesterreich-Ungarn, nach 1873 also, entstanden. Batschla, Banat unb Baranya lind von den Serben zur .Vojvo­dina" zusammengesaßt worden. Hier mögen an die 400000 Deutsche wohnen. Südlich davon, zwischen Donau und Save, im slawonischen S y r m i e n , beträgt die Zahl der Deutschen etwa 130 000. Gering ist die Zahl der Deutschen im eigentlichen Kroatien. In Slowenien, der Südscetermark also und der Kram wurden vor 1914 rund 110 000 Deutsche gezählt, die Jugo­slawen geben nunmehr nur noch rund 40 000 an. Die Zahl der Deutschen in Bosnien be­trägt 16000 Seelen.

Wie sind die Deutschen in diese Gebiete gekommen?

Zu scheiden ist die m i 11 c Ia 11e rl i che Ko­lonisation von der neuzeitlichen. Das slowe­nische Deutschtum geht auf dir erstere zurück: was weiter östlich sah, an der unteren Donau und in den Städten deS Dallans, ist den Türken­stürmen erlegen: Slowenien aber blieb vor der 11 eher Hutung durch die Türken infolge der Ge­genwehr der Habsburger beoahrt: sein Deutsch­tum blieb erhalten. Am dichtesten sitzen die Deutschen in den S.ädtcn Marburg, Eilli, Det- lau. Rann, Windisch-Gräh, Windisch- Feistritz u. a. m.; als Dauern in der Gottschee und im Abstaler Decken südlich von Radkrosburg. Hier­her stammt der groydeutsche Dichter Anasta-

Vortragsabend Margarete von Bendemann.

Im Botanischen Hörsaal las gestern abend die Dichterin Margarete von Dendemann auS eigenen Werken. Die Vortragende steht künstlerisch dem Kreise um Stefan George nahe, wie benn ihr Schaffen, insbesondere ihre Lyrik sehr ausgesprochen dre ganz besonderen Merkmale dieses Kreises aufwcist: die Gedichte, in denen sich übrigens das Profil der Margarete von Dendemann am schärfsten auSprägt, erweisen sich ebensosehr alS eine ausgesprochene, religiös be­tonte Frauenlyrik, wie von einem strengen, auf Aundheit und Geschlossenheit bedachten Form- Willen gestaltet. Die oben ungebeugten Bezie­hungen waren am klarsten aus einer Gruppe von frühen Gedichten zu empfinden: in den ersten Versen schienen gewisse strophische Formen AilleS nachzuklingen: in andern fühlte man sich eher an DauthendLy und an die Lasker-Schüler erinnert Es ist natürlich immer eine nützliche Sache, referierend über gesprochene Lyrik sich so zu äußern, daß Fernerstehende einen ungefähren Eindruck von Wert und Wesen dieser Gebilde er- ballcn. SS ist an sich schon schwierig, gleich nach dem einmaligen Höven seine Eindrücke einiger­maßen greifbar, verständlich und charakterisierend in Worte zu fassen. Deshalb ist es kaum möglich, mehr als Andeutungen oder Analogien zu geben; zumal wenn es sich, wie hier, um ebenso gedank­lich befrachtete, wre gefühlsbetonte Dichtungen handelt, die teilweise unserem Empfinden nach gerade ihres Gehaltes wegen durch den Vortrag verlieren. Sehr schone. Hin- aenbe, farbige Verse enthielten aud) die zu­letzt gelegnen lyrischen Stücke »Der Tob", »Seele" und »Lied von Tod und Erlösung", wo ekstatische und visionäre Bilder in einer for­mal sehr ftroff und bewußt gebundenen Sprache

siuS Grün (Gras Anton Auersperg), stammt der Tondichter Hugo Wolf, stammt ter Admiral Tegethosf, der Sieger über die Italiener in der Seeschlacht von Lissa.

DaS Deutschtum der Vojvodina und Syr- mienS aber ist neuzeitlichen Ursprungs. SS war Prinz Eugen, der zu Anfang des 18. Jahrhunderts diese Gebiete den Türken ent­riß und für ihre Reubesiebelung Sorge trug. Ein Strom deutscher Menschen ergoß sich so daS 18. Jahrhundert hindurch in diese Lande und gestalte.e sie zu ertragreichem deutschem Kul­turboden. 3m 19. Jahrhundert drohten diese Deutschen der Mabjarisierung zu unter­liegen, mit dem WeltlriegSende sind sie an Rumänien und Serbien gekommen. Der ilebet- gang an die neuen Staaten hat das über­raschende Ergebnis gehabt, daß sie sich aus ihr deutsches Volkstum besannen. Man fühlt sich nunmehr als deutsch es Doll, hat such un­ter der Führung entschlossener Männer wirt­schaftliche Organisationen auf genosfenfcha'tlicher Grundlage, hat sich eine eigene Presse, eine eigene Partei geschaffen.

In Bosnien gründeten schon 1869 rheinische Trappistenmanche un Tale der Urbas eine klöster­liche Riederlassung deutschen Charakters. auS der daS bedeutende Kloster Mariastern hervsrgegan- gen ist. Don 1879 an folgten deutsche Familien auS der Gegend von Elfen und Köln, südunga­rische Schwaden schlossen sich an; 1891 begann die staatliche Kolonisation einzusetzen, von 54 staat­lichen Kolonien, die im Zeitraum von 1891 bis 1905 angelegt wurden, sind 12 deutsche Sied­lungen. Dr. HanS Maier, der den bosnischen Deutschen eine Schrist gewidmet hat (Heft 13 der Schriften des deutschen Auslanbinstituts Stutt­gart) zählt diese bosnischen Deutschen zu den an Tüchtigkeit, Lebenswillen und sittlichen Eigen­schaften besten Teilen" des deutschen Volkes.

In den Jahren seit dem Weltkriegsende haben die Deutschen Jugoslawiens Furchtbares erleben müssen. Die Jugoslawen versuchten, mit allen Mitteln des Terrorismus die Fiktion des jugo­slawischen Rationalstaates ausrechtzucrhaltcn, so daß die Minderheiten, die deutsche insbesondere, zunächst rechtlos waren: der deutsche Einschlag in

Jugoslawien sollte verschwinden, die Deutschen sollten vor allem vom Par.amenl in Belgrad auS- gelchlosscn bleiben. DaS aber entfesselte die Kräfte deS deutschen Volkes in Jugoslawien. Eie be­gründeten im Jahre 1923 die Par.ei der Deut­schen im Königreich der Serben. Kroaten und Slowenen und schufen sich im ..Hatzfelder Pro­gramm" die Grundlage zu selbstbewußter volls- politischer Tätigkeit im neuen Staate. Sie stellen sich in diesem Programm auf den Boden des iugo- llawischen Staates, fordern aber dafür die Aner­kennung cl3 vcltliche Minderheit. Dicht a'.S Kul- turdünAer für die fremde Volkheit, alsbewußte Angehörige vielmehr der großen bntt'chen Sprach- und Kulturgemeinschasi" glauben fic de i gemein­samen Staate dienen zu können. Durch die Wah- len des Jahres 1925 erhielten sie 5 Abgeord­nete trotz deS ungeheuersten Drucks von selten der jugollawischen Verwaltung. Diese 5 Abge­ordneten haben sich 1925 mit den 4 Aögeordne en der sogenanntenLandwirtepartei" zumAb- georbnctcnblock drS Bauernbundes" znsemmen- geschlossen. Führer der den: schen Abgeordneten ist Dr. Stefan Kraft, der mit Dr. Georg Graßl zusammen im Januar 1925 in Siwatz in der Batschka von jugoslawischen Sturmtrupplern über­fallen und schwer verwundet wurde. 2hm zur Seite steht der verdienstvolle letzte Leiter deS österreichischen Schulwe'ens in Bosnien und der Herzegowina, Dr. Graßl, der im 3uni 1920 den Schwäbisch-beut'chen Kulturbund" begründet hat und dessen Dundcssekretär ist.

Unter der Führung dieser Männer und ihrer Gefährten ist das Deut'ck tum Jugoslawiens daran, sich sein Minderheitenrecht zu erkämpfen. Es ent­wickelt fich fo zu einem wertvollen Außenposten deutschen Lebens, der vielleicht einmal dazu be­rufen ist, die Brücke vom deutschen Gesamtvolk zum jugoslawischen Volke schlagen zu helfen, das nunmehr unser wichtiger südöstlicher Nachbar ge­worden ist und gleich uns an der Entspannung der nationalistischen Gegensätze in Mitteleuropa interessiert sein müß'e. Herrn Dr. Graßl am kommenden Montag überJugoslawien und sein Deutschtum" sprechen zu hören, sollte kein volks­politisch interessierter Deutscher unterlassen.

Die französisch-englischeHauptprobe" im Bai MH.

Don Professor Ferdinand Dreher, Friedberg L H.

Die umfangreichen bolschewistischen Deröf- sentlichuNgen aus den Geheimarchiven zu Peters­burg genügen an und für sich schon vollauf, um Deutschlands Ehrlosmachung und Todes­urteil in Versailles außer Kraft äu fetzen und unser bis auf daS Hemd au-geplünderte Volk von den endlosen, alljährlich in die Milliarden steigenden Strafzablungen und Erniedrigungen jeder Art zu erlösen. Heute steht unumstößlich fest, daß Deutschland als einzige Großmacht bis zum letzten Augenblick alles daransetzte, um den Weltkrieg abzuwenben. während Rußland und Frankreich vorsätzlich die Brandfackel in das europäische Pulverfaß schleuderten. Die Be­hauptung der Feinbstaaten, sie seien völlig un­vorbereitet vom Kriege überrascht worden, ent­puppt sich als niederträchtige Lüge. Vielmehr WKrbe schon 1913 darüber verhandelt, wie man bas kostbare Fell des erlegten deutschen Bären an die deS Sieges getniffen Ententemächte auf- teilen wollte, und Frankreich, sowie das ihm fett 1906 verschriebene England hatten gerade 1914 bas Höchstmaß an Wehrhaftigkeit erreicht. Die neuesten Forschungsergebnisse tocr'en auch auf das britische Auswärtige Amt bedenkliche Schatten, im Gegensatz zu Deutschland, beffen stete Friedenspolltik durch die sich häufenden Selbstzeugnisse aus dem Enientelager glänzend bestätigt wird. So räumen die anfangs Dezem­ber 1926 erschienenen amtlichen Londoner Doku­mente über den Kriegsausbruch endgültig mit den perfiden Fälschungen im englischenBlau­buch" von 1914 auf. Jetzt, wo der verhaßte deutsche Konkurrent auf dem Weltmarkt als armer Krüppel niedergeboxt am Boden liegt, kann ..der olle ehrliche 3ohn Dull" es sich un­bedenklich leisten, der Wahrheit den Weg frei- zugebem

Wie eng übrigens die militärische Zusam­menarbeit Englands und Frankreichs vor dem Kriege war (190614), wissen wir längst aus den franko-rusfischen Grneralftabsprotokollen vom 31. August 1911, wo festgestellt ist,

.daß das französische Heer ebenso rasch wie das deutsche toiuentriert wird, und daß es vom 12. Tage an in der Lage ist, gegen Deutschland

mit Hilfe der englischen Armee auf dem linken Flügel die Offen'ive zu ergreifen.

Das englische Expeditionskorps sollte durch Belgien in das rheinische Industrieaebiet Vor­stößen. um die deutsche Rüstungsindustrie tote ein Blitz aus heiterem Himmel lahmzulegen. Man begnügte sich jedoch nicht mit theoretischen Er­örterungen. sondern die Verfechter der sogenann­tenBelgischen Reulralitär' machten im Mai 1914 die Hauptprobe auf das Exempel.

3m Heft Ar. 4 vom Jahr 1926 deS zur Fortbildung der Referveofflziere dienendenBul­letin du 20. Corps dArmec, herausgegeben von Berger»Levrault (Ranch, Paris und Straßburg) findet sich Seite 306 der Vortrag eineS Oberst­leutnants Karcher über das Eifenbahntransport- toesens 1914 bis 1918, der fich u. a. mit dem Aufmarsch deS britischen Expeditionskorps nach dem linken Flügel der fünf französischen Armeen befaßt. Es heißt da:

Die Hebung im Mai 1914, die ich eben er­wähnte. vollzog sich in Gegenwart und unter Mitwirkung von drei englischen aus London ge­kommenen Offizieren des britischen Kriegsmini­steriums."*)

Der britische Generalstab hatte für den Hand­streich auf das Rheinische Industrieg biet ins­geheim eine Geländebeschreibung des Königreichs Belgien ausgearbeitet, die reise Frucht jahre­langer umfallendster Spionage. Die einzelnen Bände trugen folgenden gedruckten Vermerk:

Vertraulich! Dieses Buch ist (Eigentum der britischen Regierung und dient der per­sönlichen 3nformation von R. R., der für die sichere Aufbewahrung des Buches verantwortlich

) Zitat auS der prächtigen Halbmonatsschrift Der Weg zur Freiheit", f^erauSgegeben vom Arbeitsausschuß Deutscher Verbände, Ber­lin NW 7, Schadowstraße 2. (Preis monatlich 1 Reichsmark.)

Gleichzeitig fei verwiesen auf die große führende MonatsschriftDie Kriegsschuldfrage", herausgegeben von der Zentralsten' für Erfor­schung der Kriegsursachen, Berlin NW 6, Luisen» straße 31a. (Einze Iheft 1 Reichsmart.)

totebergegeben werden. Die gleiche gesammelte Formkunst hat die beidenmystischen Träume" DaS Richts" undDas Angesicht" gebildet. Mit allegorischen F.guren spieltan der Pforte des Jenseits" das dramatische GedichtDer Sie­ger". in gedankenreichen und fließenden Versen. In ähnlicher, rhythmisch-dialogischer Form sucht dasLied der Flamme" daS Motiv menschlicher Läuterung zu fpmbolifieren. DaS einzige Prosa­stück des Abends, an den Anfang gestellt, war ein Fragment aus einem AussatzWas kann uns die Bibel heute noch bedeuten?" -y-

Urauffüf-,rung in Darmstadt.

Am Hellischen Landeslheater erlebte das LustspielDie Geschichten der Königin von Ravarra" von S c r i b e und Legouvä in der Bearbeitung von Otto Stockhausen seine Uraufführung in Gegenwart eines zahl­reichen Publikums, unter dem fich auch viele aus­wärtige Kritiker befanden. Hvfrat Stockhausen tn Darmstadt hatte vor einigen 3ahren begonnen, bic französischen Gcslllschaftsbramen aus ber Zeit ber Mitte bes vergangenen 3ahrhunderts durch Bearbeitung wieder für den Theaterspielplan SU gewinnen, denn sie waren zu ihrer Zett sehr beliebt beim Publikum und erfolgreiche Kassen­stücke. Da gerade in der Oegentoatt ein spürbarer Mangel an guter Unterhal.'ungsdramatik besteht, fo ist die Aussicht für solche Reubelebung älterer Dramen nicht ungünstig. Stockhausen hatte mit der Bearbeitung von Scribes LustspielEin Glas Waller" einen entschiedenen Erfolg, denn es ist von zahlreichen Bühnen in bet neuen Form auf- gcführt worden. Weniger glückte eine Reubrle» uung des Mokier eschen Lusrip.elsDer Herr von Pourcaugnac"; indessen fanden jetztDie ©e- schichten ber Königin von Ravarra" bei ber Ur­aufführung eine freundliche Aufnahme. Stock-

Hausen, ber vor wenigen Monaten gestorben ist, hat insbesonbere ben Dialog bearbeitet, indem er mit glücklicher Hand die für unser Empfinden allzu lang ausgesponnenen Gespräche kürzte. Die ersten beiden Auszüge des Lustspiels waren den- noch etwas breit in der Schilderung der histori­schen llmtoelt, fo bah man sich ntcht recht für bie Schicksale bet handelnden Personen erwärmen konnte: dagegen trat in den beiden letzten Aus­zügen das Lustspielmäßige stärker hervor und gewann damit der Ausführung die Gunst des Publikums. Der leichtflüssige Dialog des In­trigenstückes stellte die Schauspieler vor eine ihnen ungewohnte Aufgabe, die sie aber im allgemeinen vortrefflich lösten, namentlich Maria Fein als Margarete, Schwester Franz 1., Königs von Frankreich, und Robert K l u p p als Kaiser Karl V. Ganz besonders wurden Inszenierung und Bühnenbild dem Charakter der Ausführung gerecht. E. B.

80 Kilometer in der Stunde auf Motor-chlittschuhen.

Eine eigenartige Verbindung von Schlittschuh, Ski und Motorrad ist von einem Schwerer Tho­mas Avoskan er.unden worden, der seit einer langen Reihe von Jahren in Amerika lebt. W.e er auf den Geda.len des Motorschlitlschuhs kam, ber mit einer Grichw.ndigkeit von 80 Ki­lometern in ber Etunbe über das Eis oahin- gleitet, erzählt Edwin Ketschum in ..ReclamS Universum".Ich fing mit nichts toe^er an alS mit einer Idee", sagte Avoskan. ..3d) be­obachte e e.ne la ge Rsiye von Schlitric>uhläu- sern, diePeit.chenkna. e.t" spielten, und plötz­lich kam mir der ©eoan.e, was ,ür ein Ver­gnügen es für eine solche Reihe sein müßte, von einem Motor gezogen zu werden. Hier war etwas, was den Menschen noch fehlte.

Srdfag, U. Scbruar 1921

ist. Sein Inhalt darf nur autorisierten Per­sonen miigeteUt werden.*

Der blutige Tanz konnte endlich beginnen

..Rußland ist bereit, und Frankreich muß eS auch sein." Mll bielet Fanfare gab ber rus­sische KriegSrninister Suchomllnow am 13.3uni 1914 in der Petersburger ..Börfenzeitung" zu verstehen, was die Uhr geschlagen halte. Genau 15 Tage vor dem Mord von Serajewo.

In Versailles aber behaupteten die 2t ..Sie- fer"-S:aaten mit frommem Qhigenttuffdblaa, fic eien von dem deutfchen Verbrecher n eidjlinge Überfällen worden, und erpreßten von dem be­trogenen, wehrlosen deutschen Volk bie Unter­schrift unter einenVertrag", wie ihn nieder­trächtiger kein Menfchenhirn auSzubenken ver­möchte.

Halb mitleidig, halb verächtlich fieht bie Menschheit auf ben blutleeren deutschen Michel herab, der sich widerspruchslos abplagi. um seinen Peinigern Tag für Tag vier Millionen Strastribut zu zahlen und sich den verbeulten Kops zermartert, um den bis an bie Zähn» bewaffneten Franzosen immer neueSicherhei­ten" zu bieten.

Wie lange bat deutsch' Volk sich In der arm Sünder-Rolle gefällt, weiß der Himmel.

Die Sklavenketten fallen erst in dem Augen­blick. wo Allbeutfchland wie ein Mann hinter feine Regierung tritt und von dem Döckerbund die Revision deS Jehlspruches von Versailles erzwingt.

Unter der Glut unserer Gegenbetoeife wird der Heiligenschein derhohen alliierten und assoziierten Mächte" wie ein Fetzen Pavicr auf­flammen, in die Hexenküche von Derfailles leuch­ten und die dunklen Machenschaften von Poin- car6, ISwolfki, Grey und der amerikanischen Hochfinanz sMorgan-Trust!) aufdecken.

Oberbeffen.

Landkreis Gictzen

X Klein-Linden, 10. Iebr. Die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Abfatzgenossenschaft hielt dieser Tage Ihre Hauptversammlung ab. AuS der Bilanz und dem Jahresbericht war eine erfreuliche Geschästsent- wicklung im abgelaufenen Jahre ersichtlich. Da­durch war es mögllch, die eingezahlten Gef6)ästs- anteile mit 10 Prvz. zu verzinsen. Die Höchst­grenze für Kredite wurde auf 200 Mk. festgesetzt. Die Einrichtung von Kontobüchern für jede« Mit­glied wurde als vorteilhaft erkannt und durch­geführt. Am Samstagabend veranstaltete ber Kriegerverein eine Familienfeier, beren Ertrag zur Sortierung ber Errichtung eine# Gefallenen-Denkmals bestimmt war. Im Mittelpunkt bes AbendS stand ein Lichtbilder­vortrag übet die Abwehrschlacht am Rorotsch- fee, daneben wurden noch einige gesellige Dar­bietungen trefflich herausgebracht. Die Veran­staltung, die von hier und aus ber Rachbar­schaft sehr gut besucht war, befriedigte in allen Teilen außerordentlich, wofür der starke Beifall treffend Zeugnis ablegte.

6 Lang-GönS, 10. Febe. Bei ber gestern Im hiesigen Gemeindewald stattgehabten Bau- und Ruhholzversteigerun'', zu ber zahlreiche hiesige und auswärtige 3..:cr- essenten erschienen waren, wurden folgende Durch­schnittspreise erzielt : Eichenstämme Kl. 3 45 Mk., Kl. 4 30 Mk. Kl. 5 25 Mk, Kl. 6 20 Mk: Ktesern- ftämme Kl. 2 30 Mk, Kk 3 23 Mk, Kl. 4 23 Mk. Kl. 5 20 Mk.: Fichtenstämme Kl 2 23 Mk. Kl. 3 26 Mk. Kl. 4 25 Mk, Kl 5a 22 Mk. Kl. 5b 19 Mk. pro Festmeter. Fichten-Derbstangen wurden in Klasse 1 mit 15 Mk, in Klasse 2 mit 9 Mk. pro Festmeter bezahlt.

t Stangenrod, 10. Febr. Die nunmehr beendete Feldbereinigung in unfercr Ge­markung findet bei den Ctnwoynern allgemeinen Anllang. Das neue Wegesystem ist praktisch ange­legt, die Lieberfahrten sind vorteilhaft gestallet und auch Im allgemeinen ist in der Fllir eine bemerkenswerte Besserling zu verzeichnen. Zu be­dauern ist nur die völlige Ausrottung der Hecken und Sträucher, sowie der Verlust einer großen Anzahl Obftbäume. Hierdurch ist nicht allein eine Einbuße an der Obsternte zu gewärtigen, sondern auch die Riststätten für die Singvögel find nun­mehr leider recht spärlich geworden.

be. RüddingShausen, 10. Febr. Dieser Tage wurde der Schulvcittoalter Müller, ber etwa zwei Jahre in unserer Gemeinde amt erte, zum Lehrer an ber Volksschule zu Rein - harbshain ernannt. Schüler und Erwachsene sehen ihn ungern scheiden. Währenb seines W.r-

Aber 12 lange Jahre hinburch nahm bie Er- finbung meine Zeit tn Anspruch. Ganz all­mählich hat sich mein jetziges Rad entwickelt. Zu­nächst dachte ich daran, die Räber mit- gebt zu versehen, tue sich in das Eis eingraben sollten. Dann schaffte ich einen Sitz für ben Fahrer. Hierauf kamen zunächst die schll'.tschuh- artigen Kufen, bie bas Hinterrad ersetzen soll­ten. Meir.e erste Maschine war nicht ertolgreich: ebenso toenig die zweite und dritte. 2lber td) war davon überzeugt, daß meine Idee gut sei. unb ich beschäftigte mich fortbauemb bamit. Ich belam einen Posten a S Rachtwäch:er unb konnte so meine Tage freihalten für nuir.e Arbeit in ber kleinen Ecke, bie ich in einem Maschinen- geschält gemietet hatte."Avoskan leg e um den Gurnrnirei en eines MotorrabcS einen Leber­treibriemen, der mit Etahlnägeln von etwa za:ei Zentimeter Länge besch'agen war. Hin en be­festigte er ein paar Schüttenkufen fo, daß sie durch die ßenfftange dirigiert werden konnten. Die Kufen, die sich in entgegengesetzter R chtung bet Lenkstange drehen, sind stt^hnrich gebaut, nach unten spitz zulausend. Diese Form gilt für den Schnee. Für daS Eis ist ein schmaler Schlittschuh unter ben Schneeku en angebracht, ber schnell an- unb ab gemacht werden kann. AvoSlans Maschine hat in ben Vereinigten Staa­ten großes Aussehen erregt, und schon viele beschäftigen sich mit diesem merkwürdigm Sport. Außerdem hat er auch ein lenkbares Rad mit einem Motorrad verbunden, um das er glcich- 'all$ einen unbeschlagenen Treibriemen gelegt bat Anstatt auf der Maschine zu sitzen, steht ber Fahrer auf dem Eis. unb trägt an ben Füßen kurze S.is. Die Ma chi7.e hat e ne 5 ub;:e* lung wie ein Automobil, so baß das Rad slisi- stehen kann, während der Motor läuft, sie kann 28 Schlittschuhläufer mit Windese le her 'i ) herziehen