Nr. 289 Drittes Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Samstag, IO. Dezember 192?
Oie Landwirtschaft an der Landesuniversität.
Zur Einweihungsseier der neuen landwirtschaftlichen Institutsräume. — Ein Runöqang durch die Institute und Gutsbetriebe.
Obergefchotz M ganzer.
ein
eonbel'Uniötrlilfli •leben tue feier- ItchE 8 t n w f i b u n g bet neu elngeiid)- leien 3n(Mlui»eäutn<. ®u|<c tag ist ein tx^cuifamer Ularfftein nicht nur In ber Geschichte bet landwiNlchalillchen Jnflltutc unb bet ilnioet- ftlAl. lonbetn auch tn ber Geschichte unterer Stobt unb bei ganzen He'lcnla,des. 3ui btckm Anloft edXeint ei uns angebracht, bie Aus- merffomieti ter Oll emltchkeit fllrkr al« sonst auf bte Ink ture zu lenken. Don bieten LiäNen wis'ei.fchaf.lichen Wtt.'ens unb praUifcher Bri- IpteltPirif '.aft gebt all Lhrvch e n drei er Seg n8« hrom aui aut bte LanOwirtschah unterer engc.n Heimat ur.b wel Darüber hinouA. fo bay e* gtbübtenb tft. bet bietem aretgnii einmal RUI au flehen io Dem Haften bei 2tiUag< unb tu’er Teftudjertn unt jbrter.n t<l heimlichen Dohr- ftanbrt bie schuldige »brerbietung zu enve-.fen.
geridrct ein prahifanlcn-Oabonilprium, in Dem bei He;ne ftindwirtlchaf»Zche Praltihim abgehal- ten Lird. nämlich Same un erfuchunz, ®:aeim er- suchungen unb Pllanzenktarckheiis-Llnrer'uchun- geil, bie um'angrc che Diblioltel mit anfchliehcn- Fern Lesezimmer z rei Hörsäle. em Sammlung«- limmer mit Präparaten für P'lanzenbau unb Pflanzenzüchtung, sowie *ür Walch..-c kun.e ein Zimmer für mehren Dozenten bei 3uderrübcn- unb Äartoffc>2dboraiorium mit zum Teil neuen Maschinen. durch Deren Einführung erst bk
xm heuiigen 10. Dezember begehen bk | OrunMage zu mobemen 3u4nrüben-linier - * —1 •* - i Institute bet <u4)ungr; geschaffen öurbe. bte Samenprü>
lungssteile t-er Lknbtrtrti<ixihifammer Wies- ba*'<n mit neuzeitlichen Apparaten zur Samen- ton: rolle bae grvfte Gaberarort um für ganztägige Arbeiten für Doktoranden unb gröhere Sture. bie Wetterstation. bas 'JDiegrjimmct für chemische UMgungen; bei chtmilche Laboratorium. bei Zimmer bei ersten Aftistenien Dr. Appel, ter ali Spezialarbeil den Pflanzenbau unb bie Pflanzenzucht ang betreib! unb ein pslanzenpathologilches Laboratorium mit Sammlungen.
3m zweit en Obergeschoh hat bai Tierzuchtinftitut feine Rüme. Zunächst ist hier bai 'reunbliche Arbeilizimmec bei Direktors Prof Dr Straemer mit baror- lugenbem Gelchäfts zimmer ferner ftnbet man )ü-r ein grobes Arbeitszimmer für Doktoranden, bai Wolrerei-Labvraiorium in bem Wilchunler- fuchungen unb alle einschlägigen Arbeiten vorge- rwmmcn werben, ein Äftlstenl mzimmer. endlich eine Dunkelkammer zur Entwicklung von Photographien (blefer Ttaum steht auch bem Institut von Pr:f. Dr Oeffoui mit zur Be.fügung). Da bai Schwergewicht bei Tierzuchtinftituts auf bem Oberen Hardthof liegt, konnte ei bet ben vorgenannten Al um en in ber Senckenbergstrahe vorerst lein Dewenben haben.
Sa- 3nflihit für tlaritultordiemie in ber Braugalse ist in Räumen untergebracht, bie fast sämtlich neugebaut würben. Dem Direktor Prof. Dr. Stiebe rjjer steht ein hübsches Arbeüszimmer jur Beifügung, an bai auf ber einen Seite ein Affistentenzimmer unb ein 2r- betüraum bei Direktors für tterphyslo logische Arbeiten, auf ber anbeten Seite bat Delchäili- unb Wartezimmer lich anschlieften. Weiter findet man hier, einen Torbereitungi.aum für Dor- lei ungen. einen lehr schönen neuen Höri aal. bellen hellbraun la alerte Tische unb Stühle aui deutschem Kiefernholz einen freundlichen Oin- bruck machen, während die Firma Leih in Wetzlar einen neuen proj k i noapparat gestiftet hat. Im Kelleraeschoft lind ein Raum für Protein- unb Stiasroflbestimmung mit neuzeitlichen Apparaten^ ein Fet tesstraktionsvaum. ein bat- teriolvgilch-biologücher Arbeiti.aum: im Urb- gefchoft bei Anbaues lind eingerichtet! ein Zimmer für Analysen nach Teubauer; ein Dorrais- ratsraum für ftbcmifalien; ein chemilchis Laboratorium. ein vpezialraum für bodenkunbliche unb pflanzenphyllologifche Arbeiten; ein Spe- jialtoicgeximmer mit feinsten Waagen ein mikroskopifch-botanischer Ärbeitsraum. ein botanischer Arbeitsraum mit Warmhaus, im Keller- Sschob bei Anbaues Reparaturwerkstatt unb ufentbaltiraum für die Arbeiter: ein Darren- Raum. Auf dem Hofe ist eine Scheuer jur Watcrialausbewahrung unb jur Futteiftapefung für die in einem angrenzenden Stalle xmter- jubrlngvnbcn Tiere (meist Lämmer) für Sütte- rungiverluche errichtet worden.
Der Obere Hardthof
M — um ben am stärksten spezialisierten Teil des gesamten Gutsbeiricbes vorweg zu nehmen — der Gegenstand unserer ersten Aufmerksamkeit. Hier sehen wir bai Tier-uchtInstitut untergebracht Die Leitung hat Professor Dr. Äraemer. bem tic Assistenten Dr. Lang und Dr. Wetzel zur Seite stehen. Ackerbau sucht man dort oben vergebend Der Betrieb ist einzig unb allein auf Tierzucht unb Weidewirt'chast eingestellt. Die bewirtschaftete Fläche um a&t rund 43 morgen. Schon vor ben Toren der Ginfahrt jum Hofe bemerkt ber Be'ucher an ber neuzeitlichen Herrichtung ber Weideflächen, bah hier bie modernste Dirtschafti'vrm Trumpf ist. Und beim Betreten des Hosei verstärkt sich der »mbrud einer Wusterwinfchaft ersten Ranges.
Wir treten alsbald den Rundgang an. von unserem iachverftändizen Führer auf alle Fragen (unb es waren deren recht viele) bereitwilligst Auskunft erhaltend, darüber hinaus auf alle bemerkenswerten Dinge unb Einrichtungen auf- merPam gemacht. Die Wasserversorgung des Dutshviei. die früher in einem alten, unzureichenden Äoblenraumc untergebracht war. hat eine grundlegende Umgestaltung erfahren. Jetzt Ist unterhalb des Wäldchens Im Lahntale, am Fuhe bei zur Hardthöhe ansteigenden Geländes. eine elek.rilch betriebene Pumpstation eingerichtet. die das Wasser in den Hochbehälter in dem Turme des Hardthofes drückt, von wo aus die Versorgung sämtlicher Betriebsabteilungen erfolgt. Die Kanalisation des Ho'es hat gleichzeitig eine Reugestaltung nach modernen Ge'ichtspunkten erfahren. Rach einem kurzen Blick in die blitzblanke Wilchkammer mit ihren blinkenden Geräten führt uni bet Weg durch den modernen Schweinestall mit neu»c.t- lichem Bodenbelag. Selbsttränke.orr.chtung Kipp- trügen unb ganz auf mobermc 3xpedbcä«inblimg der Ti re e nger chtete Buchten. 3n diesem Stalle rinb die Schweine untergebracht, mit denen Füt- trrungsver uche angestellt werben, ebenso die Kreuzungen zwischen einem Wild sch wein-Gber <ben wir in einem anderen Stalle in feiner imponierenden Gräfte beschauen konnten) unb dem veredelten Lanbschwein. Don hier wenden wir uni dem Zuchtgeflügelstall zu. in dem .kühner der verschiedensten Ra'ien unter gebracht 'inb. 3n jeder Abteilung dieses Stalles ist den Hühnern ein Sommerschlafraum unb ein Winter- 'chlafraum eingerichtet letzterer mit doppelten AoLi.ödnben unb Torfmull als 3folatüm jur Wärrnchalkung vergehen Die Hühner, wie überhaupt das grämte Geflügel, haben einen trefflich hergestellten Scharraum mit auwmatischer T rochen füll.mngsanlage. automan che tränl- apparate unb für jede Ralle getrennt einen Auslauf Besonders interessant ist. bah die Rücken nur feiten durch Brutgefchäft der Hennen 6er- vvrgebracht werden. Rahe u aus'chliehlich werden 'ämiliche Brute.cr in Brutapparaten unter- gebrach: unb in bie en ausgebrütet. D e jungen Äüden kommen dann in ein sog Kückenheim. das im alten Sewächöhaus eingerichtet ist. hierauf in »og. Äolonie-S tallungen unb von da erst zu ben anderen Tieren ihrer Ralle. Sämtliche Hühner werden durch Fallennester einer fvmoäh-
Die Untversiiüi G ehen Ist eine ber ältesten pflea'rat e > lei Lan^wirlscha is-W I en chaft an beutfJcn Hochschu.en unb besonders an deutschen Umoeis :Ü en H.er schuf Liebig fein grundlegendes Werk über bie Ehemie In ihrer Anwendung aus die Agrikultur und Physiologie 3m 3atzre 1872 wurde Albrecht Xbaer bet 3üngere ali proselfor für Landwirtschaft nach Gieften berufen, wo er bis zum 3ahre lst32 feine erlolgreid e Lehrtütigleit aui bleiern Gebleie aus- üble Den von Thaer eingelellelen weiteren Ausbau des kleinen landwirtla,as>l>chen . ber Lande.-'Unive fitül Gicsten zu einem gröberen Lehrilislitul konnte erst sein Rachfolger. Ge- heimrai pros Dr G'fevius. erreichen, bet sich um bie Entwicklung bei lanbwtNfchaftlichen 3nstitu!s in hoher Weile verdient gemacht Hai Der Fortlchiltl der Landwlrllchalls-Wif'enfchall machte die immer toeuete Austeilung der Lehr- dlsziplin notwendig, und so sehen wir nun heule drei 3nstitule der Landwinschafts-Wisfenschas» an unserer Unlverlilät. bai 3nstltut für Pflanzenbau unb PUanzenzüchtung unter der Leitung von Prof Dr. Sessous. das Tierzuchtinstltul unter der Leitung von prof Dr Äraemer unb das 3nfiitut für Agrikulturchemie unter bet Leitung von Prof Dr Ä l e b e r g e r.
Tüll lebhaftem Bedauern muhte man in ben letzten Jahren immer w eder fefllteJen. dah die räumliche Unterbringung ber 3nst>tule viel zu eng. ja ganz unzu.ünglich war. Die allgemeine Rotlage nach dem ungluckllchen Ärlegtauigang nahm dem Staate bie RIbglichkelt. ber Raumnot der 3nhuuie fchon früher ju steuern Srst als der Reubau des Phylio.ogischen 3n(tifuti beendet wat unb fast zur gleichen Zeit bas vom Staate aus dem Besitz der Stadt Gieften erworbene f,tohe Gebäude des früheren Garnisonlazaretts n der 'Braugal e jur Verfügung ber Regierung stand, da war hie Gcleg.nhe.t gegeben, auch den landwlrtlchalilichen 3nstt:u:en aus der Gebäudenot zu he.sen Runmehr ist das staatliche Haus- gruiidstück in der Cendenbergftrabe bat bis vor Furjer ^ei, t<i phvsiologllche änst tut unb In einem wesentlich kleineren Gebäude die land- wirtlchalilichen 3mii:ute eng zusammengedräng« be. eilergt -, voll ä idig für die Landwirtschasls- ID.I f. sa uft em^eiÄumt worde.1. während In dem durch A ibautr.i noch erweist.en Gebäude in der Brau, a fe neben ein.gcn andr en älniversilLls- mituu.cn auch das 3nili:ut für Agtckulturchemie eine be scre Heimstatt als bisher gesunde.i hat. Die Rauaiverlä-tnilse t-er landwirtschaftlichen Institute sind durch die e Regelung letzt einigermaßen den Grsorbernillen unb ber Bedeutung die er D fscn'chast en.fprechcnd besser geworden, aber der Taten letzte kann unb bars auch diese Raumerweiterung le'b-t in den deu.fchen Rot- jähren nicht le.iL 3e3och fei mit Qlnerlernung festgeltellt. das, die R.gierung und bet Landtag auch mit dieser Teillösung immerhin einen wesentlichen Schritt vorwärts zur weiteren aedechllchen dntmlde.una unleier landw rtlchastlichen Institute ge an haben Die landwinschastlichen 3nsti- tute unserer Landes-älnli^e.s.iä: beglückwünschen wir zu de.n .etzi(.e i Fortschritt tn ber räumlichen und telni 4>en Aus e'taltung. G.eichzettig fei aber auch de n D insche und der Hof nung Ausdruck gegeben, dah der Staat baldmöglichst bas Werk vollende von dem heute nur eine baulich« Stappe abschlieht.
Unteren Rlitbüraern In Stabt und Land geben wir nachstehend auf Grund unserer eingehenden Besichtigungen einen Ue bet bild über bie ledigen Helme der Institute und über die zu e örigen Betriebe aus ben beide n HardthöIen. bie bott — nachdem die Stad: G eften die Hardiholgrundstückc ün Jahre 1924 von bem früte en Besitzer BichIer käuflich erworben und sie bann auf 18 Jahre zur Bewirtschaftung an bte landwirtschaftlichen Institute der UniDerfuä; verpachtet hatte — unter Aufwendung erheb.ich«r Wittel eingerichtet wurden.
SW Sedäode in ber Lenckenberastraße enthält im Grdge'choh im Rahmen des Instituts für Pflanzenbau unb Pflan- »enzüchtung ein würdig hergerichtetes Arbeitszimmer für ben geschäf.sführenden Direktor des ianbwlrt'chaftlichen Instituts Profeflor Dr. SefIous. baneben befindet lich bas Arbelts- xinrmrr "be* Derireters des Faches bet Betriebslehre. Dr. Pfaff, ber zugleich auch ben Guts- bet rieb auf bem Unteren Hardthof leitet, an- schlieft end ist bas Geschäftszimmer des land- wirtfchaftl chen Gesamtinstit' ts. sodann das Sc- kreta riatezimmer mit ber Te ephonzentrale. Weiter sind ün Grbges choft unb im ersten
renben Leistungskontrolle unrorjogen. Groh- . aellugtl. wir Gän'e unb pulen, wirb von Bruthennen aiUgebrü:el, erhält bann ebenfalls kur- I zen Auf enthalt un Ävlon.estoll unb kommt her- I auf ju seinesgleichen An bet rückwärtigen Front des Gutshoies in bet Richtung nach bem Wind- Hof zu sind groftc Ausläu c für sämtliche Ge- flügelarien ge'cha'en. baba ist jedoch Bor sorge getrof en. haft keine Gattung ber anderen ir.6 Gehege kommt Selbst verstand! ich ist auch für Schutzmöglichkeiien für bie T ere bei schlechtem Wetter alles getan Im Taubenschlag fandet man zahlreiche Ristzellen. PaarungZläs.ge und Vitzkäften. ferner wirb hier eine strenge Scheidung der Geschlechter burchgeführt. fowut nicht etwa die PaarunaSzeit eine andere Regelung erforderlich macht. In bem grasten Schweinezuchlstalt sehcn wir . rächt.ge S»cmplare ber vcr'ch.rdensten Schweineras^en. bie haupt'ächlich an bie Lautw rSchaft xur Förderung der Zucht abgegeben werben Auch hier wirb burch 5ii:terung4- unb Züchtungsvet'uche tic höchstmöglichste Srmi.telung des Rutzw.rres ber Tiere für bie Landwirtscha t erstrebt. Da st die Fütterung unb Pfleae bie’er Tiere unter Zuhilfenahme ber neuzeitlichen Srrungenscha ten von Willenschaft unb Techn k er olgt. braucht man bei einem solchen Wusterbe trieb wohl nicht noch besonders hervarzuheden. in bie'et Abte.» lung sehen wir auch den prächtigen Wildschwein» Ober, dellen Bekanmlchafl in ber freien Wild- bahn ju machen unS nicht gerade enipfehlenswcrt dünkt Einen erfreulichen Anblick b ctci auch der K u h st a l l. in dem zwar nicht allzuvieie Tiere (weil es sich ja nur um Züchtungen von Rassen, nicht aber um Gcbrauchsw rt'chaft handelt) zu sehen srnd. dafür aber auSerlelene atemplare ber verfchirdcnsten Rallen sich präsentieren. H.er sehen wir das Höhenvieh .Fleckvieh und einfarbige deutsche Landrasfen). originale Schweizer. Li nmenthclcr unb Freiburger Kühe. Allgäuer Braunvieh. mitteldeutsches Rot ich (herunter Bogelsberger Rasse), ixrbe'krte Land'chl^ ge (Westerwäller. Lahn'chläge . ? i: rungsvieh u w. aulgeftdH. während ein kap.taler Bulro in einem Stalle nebenan sein älntcrlommen Hal. Don be» sonderem Interesse tst hier auch die Stalle.nrich- tung. die auf der einen Seite die sog. Holländer-Ausstellung (Äurjftanb). auf ber anderen Leite den Langstand der Tiere zeigt. w.chrend durch eine Pattnt-Iaucherinne die von den Tieren ausgeschiedene Flüssigkeit stets abläuf:. fo dah die Stände nicht nur trocken sind, fonb m auch die Luft bemerkenswert rein ist. was lür bie Gesundheit der Tiere unb für die Sauberkeit der Wllchgewinnung be'onbere Bedeutung bat Auch hier sehen wir die Selbsttränkevortichtung der Tiere, auherdem ver'chliehbare Frehgittct. die nach beendeter Fütterung zugernacht werden unb jedes Tier vom Trogt abkxrren fo dah ea gt^h te Ruhe hat und iniolgcdeslcn besser gedeiht. Die Tiere geniesten inbimbutllt Fütterung, bte der MUchleistung btt Tiere angepaftt wird.
Rach dem Rundgang durch die HosaebLude wenden wir uns ber Umgebung des Hofes zu 3m Garten, ber ebenfalls als Muster- unb L'cf)rfrcrrlfb bearbeitet wird, finden wir ein hollän.i ches Lomarenhaus. ferner ein Raichaus und ein WarrnhauS für die p lanzenzucht. Die um den Gutshof herum angelegten Weiden für alle dort gezüchteten Bier-üftler find In gleichmahige Roppein eingeteilt, die rechnen ab- getoäbet werden unb untereinander durch Draht- maschengi ter geschieden sind. Don besonderem 3n:<resse ist hier eine Beregnungsanlage, die in den heiften und trockenen Wochen des verflossenen Sommers sich als außerordentlich -weck- mätig erwiesen hat. Diele Beregnungsanlage gestaltet, in 1 Winute 1 Millimeter R-gtn zu spenden: jeder Weideschlag w.rd etwa 23 Minuten lang beregnet, so dah also 23 Millimeter Walser auf die Weide kommen. w:S gle.ch- beheutend ist mit einem ergiebigen Landregen. Mit Hilfe dieser Ginrlchtun^ konnten die Weiden auf bem an und für sich trockenen Unter- gründ im letzten Sommer ständig in höchster Leistungsfähigkeit gehalten werden. Allerdings ist es erforderlich, dah in Derbindung mit der Beregnung «Ine ausgiebige Düngung mit künstlichem Dünger erfolgt. Jede dieser Weidekop- rdn wurde Im letzten Sommer 4—5 mal gehängt und beregnet, die T ete hatten dann aus- gietnge ®rünfütttnrig. ferner konnte noch Io viel Futter gcwcnncn w.rden. dah tine Rücklage für bte Winterszeit möglich war. ^ähe und L-chwei:.e bleiben den ganzen Sommer über auf der Weide und gedeihen dort, wie die Ersahrunoen zeigen, ganz vorzüglich' her Grnähtu gs?ustand der Teere ist stets aicherordeotlich gut.
In ter Dr'amrh.it betrachtet muh man lagen, dah hie'er Tic r uchtb«trieb lcL4t vor dem strengsten fachmüni.i chv-n Urteil m.t der Rote „lehr gw" wird be.chen können. Gr ist ein Mustervetrieb ersten Ranges, der nicht nur durch die Qualität feiner Tcre, lonbrni auch durch die An fern es Betriebes ooröckdlich für un'ere Land- winichaft Inn »oll und tft. Wan kann den prak- tiichen Landwirten nur dringend empfehlen. ein: Gelegenheit zur Berichtigung d.eles Beirwhes richt ju versäumen unb aus dem Geschauten unb Gehörten für den eigenen Betritt Rutzanwcn- lungen ju zichen. Wer von den Landwirten Io iaabed. wird unstreitig starken Rutzen für fein Fort ko nun cn haben und damit tn feinem Ärei'e uab auch zum Woh^e her deutschen Landwirtschaft autbauenb wirken. Das ju erreichen ist eines der Hauvlzieie mit. dse der Leiter des Tierzuchein^ikuts. pöfefferr Dr. Äraemer.unb ferne Mitarbe.tr r erü täten.
Der Untere Hardthof mit dem eigentlichen Gursdetneb und 5*3 Morgen Gelände wurde den drei anderen landwirt- Ichafllichen Hauptdifziplinen. dem pilanjenbau ur.b der pf.anzenzüch-.ung. der Agritulturchemie und der Betriebslehre dienstbar gemacht. Im laufenden Jahre ums ah l das Dersuchsfeld des Instituts für Pflanzenbau unb P'IanzeT'z^.chtung 62 Morgen, dasjenige des agnkulturchemifchen Instituts 7 Morgen. Ter Restbetrieb, der in- zwilchen durch Zupachtung von weiterem Gelände auf 530 Morgen vergrößert wurde, wird noch rein privalwirtfchaftlich<.n Desichtspunlten be
wirtschaftet. er soll auch in der Hand des Betriebsleiters an der Löiuna betriebe wirtschaft- fchailslehre des Vanbbaue* deau.tragt ist. »hm stehl in der Guisdewtrtscha:ung Twerinspektoe Wendt zur Seite
Bei einem Rundgang durch den Gutshol leben wir em erfreuliches Bild modernster landwirt- räumliche Gru p e ung der Wlrtfchaflsge- bäube viel,och noch an den vor uigen Brauereibetrieb. — Gebäude find tn grober Za dl vorhanden. aber in ihrem jetzigen Zustande lür landwirtschaftliche Zwecke noch nicht voll verwendbar . aber man sieht auch, dah bie Guts- sicher Probleme mitwirken Leiter des Unteren Harbtho es ist Dr Pf ass. der gleichzeitig mit der Abhaltung von Bvrlefungen über Wirt- len ung bas Bestreben hat. die destinöglichlie Nutzbarmachung der Bauten für ben landwirt- fcha! tiichen Betrieb zu erzielen Qmen prächtigen Anblick bietet der Dl e h b e st a n b Die Schweinehaltung wird in Form der kombinierten Zucht- und Rlaftwirlfchait betrieben In den Schu^eine- buchten iehcn wir Mastfchweine. deren schöne Form, örbhe unb Gewicht imponierenb wirken. Zur Zeit sind in diesen Etallungen runb 50 Mastschweine unieraebracht deren Berkaus nach Abschluh der Mast in der Hauptsache nach
. i er olgt In den Äubliallcn bie mit all.-n modernen Einrichtungen versehen sind, sehen wir etwa 63 Milchkühe unb einen Zuchtbullen. Die 22i:ld)ti'trlfd)alt wirb in Form einer itJJ verkausswirtichalt mit beschränkter Auizucht betrieben. b. b bte Stäbe werden zugelassen, bie 51 alber aber nicht au!gezogen. D»e Stube gehören der schwarzbunten Rlederungsrasle an. 3m Sommer werden die Tiere ausschlieft.ich aus ber Weide, im Winter im Stall ernährt Für den Weidegang dieser Stäbe sind im Bereiche des Unteren Harblhoses eigene Weiden vorhanden. Die Ctalliütterung wird nach ber Milchleistung bemessen, die Fütterung Ist individuell. 3n b*n Stallungen sieht man d i e Stäbe die Dorzugs- miich hc.crn «das sind Stäbe, die aus Grund des Tuberkulln-3mpsverfabrens von bem ständig kontrollierenden Kreisllerarzt als tuberfu'ofelitl desunden wurden) abgetrennt von ben übrigen Stuben stehen Daraus dar! aber nicht geschlossen werben, dah die anderen Stühe krank seien, diese sind vielmehr ebenfalls durchaus gefund. nur ist bei tbnen die Luberkulin-Imvlung nicht f o eindeutig negativ ausgefallen, daft sie als Dor- zugskühe gellen könnten Die von den beiden Gruppen der Stühe gewonnene Milch wird in strenger Weife gefonbert für fich verweilet Die getarnte tägliche Milchproduktion beträgt zur Ze,t rund 650 Liter, im Sommer durchfchnitliich 760 Liter Seit 1. Avril d 3 wird bte von ben Dorzugskühen erzeugte Dollmilch in Flafchen burch bie bekannten Milchwagen de« Gute« in der Stadt abgesetzt. Diese Milch <• b. h sie wirb nach bem Welken nach Paffieren eines Wattelilters sofort auf 4 Grab herunier- gekühlt. Hierzu wirb eine moderne automatisch« iieffüblanlage ber Firma Linde verwandt Durch diese Behanokung wird erreicht, dah die W.ich ihre ursprüngliche Beschassenheii und ihren taM- losen Geschmack beide hält unb insolgcbellen. ba sie on tuberkulosefreien Kühen stammt, ohne jcde^ Bedenken in rohem Zustande genosfcn werden kann. Bekanntlich schmeckt ja die Milch in rohem Zustande besser als in gekochtem, woraus hd) d>c Dorliebe vieler Stonlumcnlen lur rohe Milch erHärt Aus dieser Milch wird auch der schmackhafte und nährreich« Bogyurt bereitet. Die allgemein günstige diätetische Wirkung des Doghurts unb seine Bebeutung zur Bekämpfung der Darmfüulnis sind wohl so allgemein bekannt. dah man hierauf nicht noch näher hin- zuweifen braucht. Starkes 3ntcref1e gebührt auch her neuzeitlichen mafchinellen 0 r i 4 I u n g des Gutsbetriebe« Hier möchten wir vor allem den Druschbetrieb mH seinen 7lcben- anlagen hervorheben. 3n einem grohen Schuppen hat der Dreschfay feinen Standort Beim Drefchen wird an der Kömer-Aussallstcsle der Dielch- malchine, die 38 Zentner Stundenleistung Hai. eine automatische Waage angebracht, über die das Getreide pallicrt. wobei es automati'd) gewogen unb registriert, bann in ein Äömergcbfäfe weiierlüuft und von diesem durch Rohrleitungen, die über alle Speicher transportabel sind, direkt zu den Speicherräumen geblasen wird. Der be- fchwerltche. zeitraubende und betriebsverteuernd wirkende Transport durch Gespanne und zahlreiche Arheitskrä'te wird durch diese LufibZörde- rur.g vermieden, ein Mann zum Derlei len des Getreides aus die Speicherflächen genügt bei tiefer rationellen Delriebs weise. ®ine ander«
-it Rohren von gröberer lichter Weite scha-it das beim Drusch anlallenbe Stroh durch Luftdruck nach den verfchiedenen Lagerorten, nachdem es durch denselben Apparat auf eine Länge von etwa 23 Zentimeter geschnitten wurde, diese Einrichtung wird auch zur Beförderung des Heues von den Erntewagen zum Speicher benutzt, und auch hier ist tn beiden ö illen nut eine Arbeitskraft zum Derteilen deS Strohes bjw. Heues auf dem Lager erforderlich. T-er 32atch'.nenpark des Gutes umfaßt weiter ciren 22-l'^ -Grohouttdogg. eine Sitohprellc. eine Saalgutreinigungsanlage. Getreidebinder und -ableger, sowie das andere übliche lanbwirtlchaft- liche Matchinengerät in guter Qualität Em Blick in die Kellerräume je gt auch deren beft- möglichste Ausnützung Auf der einen Seite des Ho les befindet sich in einem Lagerkeller der früheren Brauerei das Futterrübenlager, das unmittelbar neben den Rindviehställen ist. der Transport der Räben zur Futterbereitungsftell« erfolgt mittels Feldbahnwagen auf ®[elfen. 3n den Kellern auf der anderen Hoff eit« <t* handelt sich um die von der Brauerei seinerzeit in das hügelige Gelände hineingebauten Stellet) find die Lagerräume für Kartoffeln und Dintergemüse in vorbildlicher Ausgestaltung. Hier sind auch in zahlreichen Stiften, streng nach Sorten geschieden. die von dem P'lanzenzucht de trieb unter Leitung von Prof. Dr. Sessous aus seinem Dersuchsield erzielten Anbauerzeugnisle in Kartoffeln ausgestapelt, die im nächsten Jahre al» Saatgut jur Weiterführung von Versuchen Der- toenbung finden werde». Besonder» Räumlich-


