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vieAusgabederdrutschenMend

Sine Siede M Reichsaußeuminislers Ltresemann.

Porta bei Minden in Westfalen. 9. Ott. (WB.) Am SomrtafftormittGfl fand am et* Wilhelm-Denkmal an der Porto Westphailca ein teierfidr.r Gottesdienst und ht-ran anschlte- ßend tn Anwesen^'r tcä arteth^rer« R-rchs. Minister deS TLuSwärtiaen Dc S t re f«m ank eine äußerst eindrucksvolle Kundgebung von etwa 1500 Jugendlichen der Deutschen Dolkspartei au- allen Gauen D-utsch.crnds statt. Am Nachmittag sprach im Saale deS Kaisersaales In Porta auch Reichsmimster Dr. Steese.nann. ..

Die Fugend der Deutschen Dolkspartet. so führte er au«, muh sich zu dem Gedanken der Volksgemeinschaft bekennen, der daS Rationate al« S e l b st ve rst ä ndl t ch ke t t an, sieht und deshalb die Vertiefung dc« '^e^en> 'atze« zwischen den sich national n^menden Par­teien und anderen Anschauungen zuruaweist gegenüber dem Gedanken der Anerkennung jeder staatsbürgerlichen Arbeit, dte sich bemüht. Volk und Staat vorwärts zu bringen. Nicht in dem Gegensatz «wischen dem alten und dem neuen Deutschland, sondern tn Der Synthese «wischen beiden ltegt fcrc Vor­aussetzung für Deutschland« Dorwartskoinnten. lieber Zusammenbruch und Aachlciegs^k heben sich zwei erfreuliche Gedanken hervor, die 6 t ä r- lunfl deS AeichSgedankenS. beä ®e- streden, im Leiche auszugehen und der starke Zusammenhang der Kultur gerne: ns ch ast mit dem Auslanddeutschtum, der sich nie betonter geltend gemacht hat, als in Der Zeit nach dem unglücklichen Kriege. So tote Die Deutsche DolkSpartei sich bekennt zur Soztal- Politik und «um sozialen Schutz deS Schwächeren, so muh namentlich die Fugend sich bekennen «u dem ethischen der Gleichberechtigung tedeS Dor- wärlSstrebenden und jeden Gedanken an BtldungShochmul und Aufkom.men neuer Klassen- gegensätze bewußt zurücktoeisen. DaS ist ntcht gleichbedeutend mit Nivellierung, denn im ©inne unserer liberalen Anschauung sollen wir den Weg frei lassen zur Smporentwickluna deS ein­zelnen und zur A n e r k e n n u n g y ö h e r e r Leistungen Erfreulicherweise tritt der Ge- gensah der 5tt>nfesfionen immer mehr zurück, ge* genübet dem deutschen Gedanken. Unser 3Deal ist nicht die Erziehung nach Konfessionen, son­dern da« Miteinanderleben und da« Mitein- onderauswach^en aller deutschen Menfckteir, un­beschadet der durch Tradition und Geschichte her- beigesührten GlaubenSgcsinnung. Unsere deutsche Jugenderziehung ist nur möglich auf vaterlän­discher Grundlage, darf aber nicht ausgehen in Abtrennung gegen andere und in Chauvinismus, sondern muß cinmünden in die große Völker- cntwicklung. Wir erstreben Frieden und Verstän- blgung unter den Dölkern. verlangen aber die praktische Durchführung unserer Gleichberechtigung unter den großen Völ­kern der Gegenwart. Wir bekennen uns bewußt zur Arbeit am Staat und im Staat, unbeschadet der Verbefferuna«l>edürftigkeit seiner Einrichtungen und unbeschadet unserer Stellung zu den Symbolen der Vergangenheit, deren Auf­geben wir beklagen und deren Inehrenhalten wir unS von niemandem verbieten lassen werden. Sine an Geist und Körper gesunde Jugend, Die- über Parteigegensatze hinweg im Staate arbeitet und xur Zukunft aufblickt, w.rd durch tätige Ar­beit diese Zukunft am ehesten sichern.

Deulschnationale Regierungsbilanz.

Eine Rede des Reichtzjuslizminislerö Hcrgt

Oschatz, 9. Oft. (WV.) Aus dem deutsch- nationalen Parteitag Westsacl-senS hielt der Parteivorsihende Reichsjustizminister Hergt eine Rede, in der er. ausgehend von der Hindenburg- ieier. u. a. auSsührte:Wir stellen mit Stolz teft. daß eine einheitliche Front hin­ter Hindenburg steht. Da« ist der Sieg de< Hin>enburggedanl?nS.Hindenburg als Er­zieher!" ist die Parole deS 2. Oktober. Der Hin- denknirqgedanke ist die Synthese deS Hroer- lausenS und Zusainmenlchw.i te ts a ter und n:uer Zeit, der Gedanke sachlicher Arbeit ohne Parteidoktrin. Ser Gedanke der Einigkeit im Sinne der deutschen Ideale." Horst führte weiter auS. erfreulich fei, daß ©trete* mann sich hinter den Reichspräsidenten stellte, al« dieser mit seiner Tannenbergrede die Ki-iegs* schuldsrage ausrollte. Die Worte des Reichs- präsikenlen hätten pr-grammatischen Charakter und Bedeutung. da die ganze Regierung hinter ihnen siede. Der Redner kam dann auf die kom­menden Wahlen zu sprechen. Bei verschiedenen KvalitionSparteten sei daS Vestreben vorhanden, sich zu distanzieren, um für die Wahlen Se lö­st S n d i g k e i t zu gewinnen. Die Deutfchnatio- nate Volk-Partei werde al« Wahlparole den Htnkenbut -gedanken erwählen DaS Vestreben einzelner Partien, die Koalition zu stören, sei eine Schädigung der vaterländischen 3ntcrefiai Sollte diese« Bestreben gelingen, so müßte seine Partei allerdings jede Verantwortung ablefcnen.

Sentrnm und Reichspolitik.

Line Rede

des Sicichssmanzministers Köhler

Karlsruhe S Oft. >WTB.) 3m Rahmen her Feier de« 2 jährigen Bestehen« de- W.ndt- horst u.ideL in Karlsruhe hielt RelchSsinanz- mlnJter Dr. Köhler heute abend eine große Rcle in der er eingehend die polintchen TageL- svagen erörterte. Ör wie« daraus hin. daß auch beute und in der derzeitigen Regierung der Schutz der Republik der Grund.edanke de« . -entrum« sei Die Parteien, die in der Regie­rung zusammenarbeiteten, stünden aus dem Boden der Dersassuna von Weimar und da- sei der Boden der Deutschen Republik, ^a- ent rum würde darüber wachen, daß biete Grundlage i n keiner Weise verschoben toerbe un> würde sich gegen die BelchimtZungen

< ie. u Ulan ch S aa S o.m zu w« re w 1<n_ Die vecsassung-mLßigen Reich-farben seien

r arzrotgold und ihnen sei )ebe Achtung und i-brung zu erweisen. Die jede« Voll für seine Sarbcr. bedangen könne Zu der Frage Ein- hcir-staat oder Föderativstaat er­klär e der Minister:

Da» deutsche Tolt kenn sich den Cti^os doppelter und öreifodKr Detroallung derselben Angelegen seit nicht mehr gestatten, Die enormen Äncq»

Der serbisch-bulgarische Konflikt

Verhandlungen in Sofia. - Hoffnung auf friedliche Beilegung.

6 o f i o , 8. Oft. (WB ) Die gestrige Besprechung des Ministers des Zlusroänigcn, Äuroff. mit dem jugoslaw.'chen Gesandten Retschitsch über die neue Tätigkeit dcr mazedonischen Revolutionäre hat sich in freundschaftlichen Formen abgespielt. Retsch tich teilte dem Minister gewisse Nachrichten über die letzten Attentate mit. Er gab ihm Kenntnis von den durch die jugoslawischen Behörden zur Bekämpfung der Revolutionäre ergriffenen Maßnahmen. Weiter hin lenkte er die Aufmerlsamkeit dcr bulgarischen Regierung auf die ernsten Rückwirkungen, die die Tätigkeit der Revolutionäre aus die bul­garisch jugoslawischen Beziehungen haben könnte. In bulgarischen politischen Kreisen werden diese Um­triebe beklagt und verurteilt und die entschiedene Hoffnung genährt, daß es auch diesmal den beiden Regierungen gelingen wird, die vorübergehenden Schwierigkeiten zu überwinden. Wie man versichert, wird, soweit es von der bulgarischen Regierung ab- hängt, alles Denkbare zur Aufrechterhaltung der freundschaftlichen Beziehungen getan werden.

Die Blatter beschäftigen sich sehr eingehend mit der Lage, wie sie durch den letzten Schritt de« jugoslawischen Geschäftsträger^ bei der bul­garischen Regierung geschaffen wurde. Die Blät­ter betonen, daß für Bulgarien nicht dermin- beste Grund vorliegt, die Verantwor­tung fürdieBanden Überfälle zu über­nehmen, die sie nicht voraussehen konnte und noch weniger hätte verhindern können, da sie sich auf fremdem Territorium abspielten. Nichtdestoweniqer fasse die bulgarische Regierung, um den äußersten Beweis ihrer Loyal.tat zu geben, die Verhängung de« Belagerungs­zustandes über die Grenzbezirke D.tritsch und Küstendil in« Auge. Da jedoch nach der Ver­fassung ein solches Dekret vom König unterzeich­net werden muß. König Dori- sich aber im Aus­lande befindet, halte man es für wahrscheinlich, daß man mit dieser Maßnahme w-rten werde, bis der König zurückgekehrt und dte Kammer, die ihre Zustimmung zu dem Dekret geben muß, einberufen wird.

Wie der Vertreter dcr TH <mS Belgrader unterrichteten Kreisen erfährt, ist die AuSein- cmdersehung zwischen Durvsf und Nesi: nicht ergebnislos verlausen. Man bat vielmehr in Belgrad die Heber«cugung, daß man imstande sein werde, die Sicherheit und daS Prestige 3ugv- slawiens mit friedlichen Mitteln auf- rechtzuerhal en. Dieser Heberzeugung wird a ch in einem Leitartikel derVceme". bi: dem frühe­ren Außenminister Nintschitsch nahesteht. Aus­druck gegeben. Das Blatt schreibt, rann wisse hinlänglich, daß 3ugoflatoien stark genug fei, um dcr Hnanlastbar ei' Liner Grenz: i Achtung zu verschaffen und dabei doch den Frieden auf dem Balkan zu wahrem

Die Attentäter von Slip gestellt.

Belgrad, 9. Oft. (WB) Die drei Urheber des Attentats gegen General Kowatschcvitsch find in der vergangenen Nacht in einer Grotte des Malesch- gebirges in der Nähe dcr Straße, die von Rado- witsch nach der bulgarischen Grenze führt, durch die

Bezirksmiliz entdeckt und angegriffen worden. Rach einem Feuergefecht, das die gan^e Nacht an­bauerte, fanden die Angreifer im Innern der Grotte zwei Leichname. Der dritte Attentäter wurde gefangen genommen und nach Stip ge- bracht.

Die Haltung Italiens.

Lympathien für Bulgarien.

Mailand. 8. Oft. (XH.) 3n Ualteni'<ben offiziösen Kreisen verfolgt man mit größtem 3nt«refte die gegenwärtig zwilchen Belgrad und Sofia herrschende Spannung. Dte letzten Komi- tatfchi-Attenlale seien nicht überraschend gewe­sen. Man glaube, daß eine Befriedung LeZ Bal- -'ans solange nicht von Dauer sein werde, bis nicht die mazedonische Frage geregelt sei. Man zeige sich über die Behauptung ge lpifser Belgrader Blätter entrüstet, nach te ten bedeutende HnterftühungSgelder von dem mazedonischen Komitee aus 3 t a I i e n über­mittelt worden seien.

König B o r i« habe sich im Laufe seiner Reife durch Europa vor allem bemüht. Sym­pathien für fein Land zu gewinnen. 3n seinen offiziellen Unterredungen, unter anderem auch mit Mussolini, habe er nicht die großen finanziellen und wirtschaftlichen Schwierig­keiten verheimlicht, mit denen Bulgarien zu kämpfen habe und die die ganze Aufmerk^amleit der bulgarischen Regierung erforderten. Die si» najuteilen Probleme Bulgarien- könnten ohne HilfederGroßmächtenichtgelöst wer­den. doch habe Bulgarien bisher gezögert, in dieser Richtung Demarchen zu unterneh:: en. weil es befürchte, daß sie falsch au-gelegt werden würden.

Englands Dermittluna.

London, 9. Olt. (TH.) Der diplomatische Korrespondent desObferber ist der Anucht. daß in den Besprechungen zwilchen Chamberlain und Briand vorwiegend Balkanprobleme behandelt worden sind. Dte Ermordung des jugoslawischen General« Kovatschewitsch, die Einbrüche von Banden in jugoslawisches Gebiet, die vermutlich aus maze- doni che KomitatschiS zurückzwühren seien, und die Schließung der fuAvslawischen Grenze für bulgarische Staatsangehörige hätten in den euro­päischen Hauptstädten Hnruhe hervorgerusen. Der Einfluß der brttischen Diplomatie, werde dafür eingesetzt werden, die Gemüter zu be­ruhigen. Englischerfeits sei man der Auffassung, daß Im Augenblick eine allzu engherzige Aus­legung des Art. 11 deS Dölserbundspattes schäd­lich wäre. Es bestehe kein Grund für dir direkte Aktion Belgrads tn Sofia. Die Aufgabe Eng­lands bestehe darin, in Sofia auf e n e r g i n scheS Do rgeh en gegen die Kornitat- sch iS hinzutoirken. während gleichzeitig Belgrad von übereilten Schritten abgehal- t e n werde. Die Einberufung de« Völkerbünde« fei im Augenblick noch nicht erforderlich.

lasten liegen fo schwer auf ihm, daß jede noch irgendwie tragbare vereinsachungsmöglichkeit ergriffen werden muß. Aber die Lösung des Problem», die brennend geworden ist, in unseren lagen der allgemeinen Rot, soll und kann nicht durch Gewattmaßnahmen erfolgen.

Zu den Währung^- und wirtschaftspolitischen Fragen sagte der Minister: Hnfere Währung ist gefestigt. Der mit ihr in engster Wechsel­wirkung stehende deutsche Staatshaushalt ist in Ordnung. 3hn in Ordnung zu erhalten, und zwar nicht lediglich durch eine fiskalische Finanzpolitik, sondern durch wirtschafts­fördernde Tätigkeit läßt sich de ReichS- regierung ganz besonders angelegen sein. Der am Freitag einmütig vom Re'chs abinett. der Reichs­bahn und der Rei^sbank gefaßte Beschluß über die künf tige deutsche Anle.he- und W rtschasts- pvlitik ist ein AuSfluh dieses Bestrebens. Repa- ration-polittsch befinden wir rms noch in einer HebergangSzeit. Diese auSzunutzen und alles daS nicht nur vorbereiten, sondern auch durchzuführen, waS vor bem Eintritt in das Normaljahr erforderlich ist, daS mit dem 1. Sep­tember 1928 beginnt, ist untere Aufgabe und Pflicht. Wir haben das begonnene Werk unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage fort- zufetzen und bafür zu sorgen, daß ©teuer- traft und Steuerleistung einander ange­glichen und sparsame Sinna hm e w iri­sch a f t einer ebenso sparsamen Ausgabe- wirtschaft gegenübergestellt wird.

Vie deutsche Regierung wird jetzt alle» tun, was in ihren Kräften steht, um die Einnahmen dcr für die (Erfüllung des Dawcsplcms erforderlichen

Einkünfte ficherzuftellen.

Da« wird auch der demnächst zur Vorlage kom­mende ReichSctat für 1923 betonten. 3ch weiß mich in diesem Bestreben ein« mit den Wünschen der gesamten deutschen Wirtschaft. Die W.'lt soll in ihrem Vertrauen auf Deutschland- ge­gebene« Wort und sein« Arbeit zur Erfüllung diefes Worte« nicht enttäuscht werden Der Relchsfinan-minlster verwies dann auf dte all­gemeine Wirtschaftslage und sagte, vornehmste Aufgabe der Reichsregterung sei es. bie Vita­lität der deutschen Wirtschaft zu för­dern. sowohl durch eine entsprechende Handels- toic durch eine entsprechende Finanz- und Zoll­politik. Dr. Köhler schloß feine Rede mit einem Ausblick auf die gegenwärtige RegierungS- k o a l i t i o n und die Stellung des ZerrtrumS in derselben. Das deutsche ßentnim, sagt« er. ist gegenüber seinen KoalitionSgenvllen von recht« genau so frei und unabhängig wte tn der Vergangenheit gegenüber 'einen Koal twnSgv- nollen von ltntt. Darin l.rgt bie Ötärfe de« deutschen Zentrum« nirgend« gebunden und nir­gends sich bindend

Aus aller Welt.

Erdbeben la Wien.

SamS.ag ungefähr füni Mmulen nach 1 t9 Hhr abends r.nirde in W.en ein starker Erdstoß ver'pün. der mehrere Sekunden an* hielt. Der Stoß war von einer Hefngte l. unt es te.t Fahren ntch der Fall gewe'en ist. Im lokalen Tetephonbetrieb sind trJöc'fe 5 t 6 r u n» gen aut getreten In den Zimmern 'chwotckten

die Möbeln und Lampen und die Türen rüttel­ten. Während der ganzen Zeit war ein star­ke« unterirdische« Rollen vernehmbar. DaS Erdbeben ist daS stärkste feit Jahrzehnten auf Wiener Boden. Schon der erste Beben stoß war fo kräftig, daß die empfindlichen Seismo­graphen der Zentralanstalt sämtlich außer Tätig­keit gesetzt wurden. Die Reichweite und die Fühlbarkeit dürfte jedenfalls ziemlich groß fein. Das Erdbeben hat verhältnismäßig wenig Schaden angerichtet. Die Feuerwehr ist in sechs Fällen zu Hilfe geholt worden, in denen es sich um Schomsteiaeinstürze handelte. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine Panikstim­mung. 3n manchen Gassen eilten die Leute auf die Straße. 3n den Theatern ergriff das Publikum eine große Erregung, die im Deutschen Volkstheater zu einer Flucht des Publikums führte. Auch aus der Umgebung Wiens, tote Schwadorf und Eifenstadt, toiro gemeldet, daß dort der Erdstoß febr stark ver­spürt worden sein soll. 3n Schvadorf soll ziem­licher Schaden angerichtet toorden sein.

Feuersbrunst in einem französischen Dorfe.

Au« unbelamuer Hrsache brach in der Ge­meinde Puy-Saint-Andr6. etwa sechs Kilometer von Brian^vn entfernt, Großseuer au», durch das 60 Häuser in Asche gelegt wurden. Mehr als 60 Familien und 300 Per­sonen wurden obdachlos. Bishcr wurden zwei Tobe-opfer des Großfeuers feftgeftellt, man vermutet jedoch, daß sich die Zahl der Opfer noch erhöhen wird. Der Schaden ist bedeutend, zumal der gan^e Viehbestand vernichtet ist. Von dem Feuer biteben nur daS Bürgermeisteramt. Kirche. Schule und ein außerhalb deS Dorfe« gelegenes Haus verschont.

Deutsche Robetpeciskandidaten.

Nach einer M.ldung der ,.B. Z." au« Stock­holm werden in der schwedischen Presse als mutmaßliche Kandidaten für den Nobelpreis Thoma« Mann (für den Literaturprei«) und Theodor Waldhous (für den Physikpreis) genannt.

fiönuede in Basra.

Der Flieger «önnecke ist Freitag, 6 Uhr früh, in Bagdad gestartet und um 9 45 Uhr vormittags in Basra gelandet.

Line geheime Bombcnrorrfffatt In Reu York explodiert.

3m italienitchen Viertel von Reuyork, da« an der Westseite der mittleren Stadt gelegen ist. wurde am Samstag durch eine Erplofion c i n Hau« völlig t n Xrümmtt gelegt, fünf Personen, darunter zwei Kinder, fanbm dabei den Tod Zwött Personen konnten, teil­weise tn schwerverletztem Zustande, geborgen werten. Au« der Heftigkeit der Detonation schloß man. daß es llch um einen Dynamitan­schlag handelt, da die OtbloTton einer geheimen DestillationSanlaae. an dte man zuerst dachte, nicht die Gewalt hat. ein ganzes Haus zum Einsturz zu bringen. Die Polizei, kam tu der Annahme, daß ver'chiedene Räume de« verstör­ten H^ufe« zur Herstellung von Bom­ben benutzt wurden. Unter den Trümmern wurde eine Bombe gefunden, die genau jenen Bomben gleicht, die man im August «ur Zeit der So<co BaTuet?! Äxmbgetn:ngei in der Unter­grundbahn entdeckt hat. Auch glaubt man die reiche eines Mannes in mittleren 3ähren die

im Keller mit zerschmettertem Schädel aufge­funden wurde, als die eines Anarchisten zu erlernten. Bei ihrer Vernehmung bekundeten Hausnachbarn, zwei junge 3taliener hätten vor einem Monat ein Zimmer auf der Hinterseite des Hauses gemietet und pflegten ot mit ge­heimnisvollen Paketen zu kommen oder zu gehen. Offenbar bat einer von Snen bei illegaler Be­arbeitung von Sbrenaftofien eine Ungeschicklich­keit begangen und dadurch die verhängnisvolle Gffplr i n tx'rursacht.

Kämmen im Gcrichtrsaal verboten.

Die Sitte, daß in neuerer Zeit Damen auf der Straße ebenso tote in ö f f e ntli chen Lokalen Toilette zu machen pflegen, hat in Berlin zu einem fteinen Zusammenstoß zwi­schen dem Gerichtsvorsitzenden. AmtsgerichtSrat Dr. Wesenberg, und einer Zuhörerin geführt Die Dame hatte im ® c r i <f> t «f a a l den Hut abgenommen und begann, nachdem sie den Lip­penstift ausgiebig benutzt hatte, sich sorgfältig zu f r i f i e re n. Der Vorsitzende unterbrach sehr erregt die Verhandlung und wies die-Dame au« dem Saal mit der esrflärung. daß e« keines­wegs der Wür^c deS Gerichtes entspreche, wenn an der Stätte des Gerichte« die w:°.blichen Zu­hörer ihre Toilette machten.

3m Aller von 103 Jahren gestorben.

3n dem Mannheim benachbarten 3lbefl- beim ist ©hkrmcifter Michael Heller im Alter von fast 103 3abren gestorben. Al« junger Mann machte er den Feldzug 1848 mit. Heller war der älteste Badener Bürger.

Da» Martyrium einer 'Trau.

Furchtbare Faimllenverhäl ntff-* enthüllte eine Trierer Schwurgerichtsfitzung. in der sich ein Arbeiter aus f>em Kreise Bernkastel wegen Totschlag« seiner Frau ^u t>?vanitoorten hatte 16 3ahce waren die beiben verheiratet und 16 3abre la na brhanXli« der Unmensch feine Frau auf bestialische Weise. Nicht nur. daß er seiner Frau feinen Pfennig gab. er trieb sich fast jede Nacht im Wirtsvaus herum, und toerm er spät nach Hause kam. schlug er feine Frau und die vier Kindcr so lange, bis fte bluteten. Trotz u'.cfci Martyriu.nS war die Frau lieb und freundlich «u dem Wüterich Eines Tages, als sich der Mann einen Auslandspaß besorgt batte, und die Drohung ausstieh, er drehe vorher noch allen ten Hal« herum und v.2de die Bude in Brand, flüchtete die Frau mit ihren Kindern ins» Nachbarhaus. Da« Scheu­sal lief ihr nach und schlug sie mit einem Brecheisen zu Boden. Alsdann stach et dte Frau mit einem Taschenmesser lief in den Unterleib. Nur dem (aingrrifen der entsetzten Nachbarn gelang es. dm ttecischen Kerl von dem Töten der Kinder abzuhalten. Noch auf dem Totenbett suchte die arme Frau ihren Mann zu entschuldigen. 3n derselben Nckcht ftavb das arme Weir D.r Staatsanwalt nahm nur Totschlag an und beantragte acht 3abve Zuchthaus. Da« Gericht gingangc ichtS der furcht­baren langjährigen Qualen der armen Frau und der Kinder über den Antrag hinaus und verurteilte daS Scheusal zu zehn 3ahren Zuchthaus und dauernde.- Abe.-kennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Selbst die Verteidigung erklärte dte Tat für abscheulich und be­schränkte sich darauf, für die niedrigste Straf« zu plädieren. Der Vorsitzende hob bei der Hr- teilSverkundung hervor, daß wohl noch nie am Trierer Gericht ein berarti] grausamer Fall zur Verhandlmw gestanden hade. Dec Totschläger nahm mit lächelnder Mteme die Strafe an. Die vier Heinen Kinder schauten erleichtert auf. als e« hieß, der Vater ginge nicht mit nach Haute 3n der Waisenanstalt erwartet die Armen ein bessere« Los

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Auch heute morgen trat in Deutichiand nach vielfacher Rebelbilbung wieder Aufheiterung ein. Nachts erreichten die Temperaturen den (Bejner- punkt. Obwohl westlich von Srianb über dem Atlan­tischen Ozean ein nr e« Storungsgebiet liegt, so b ie.dk doch zunächst die Hochdruckwetterloge fort- bestehen.

Wettcroorausjage: Weitechm nacht» klar unb lenperaiurrürfgang bis zum ®e|rifrpunh; m den höheren Lagen nachts Frostgefahr, n argens stellen­weise Nebel tagsüber cj'heitemö unb ttocken. schwächere citl.che b;s füböslliche W-nde.

Wktterung»aussichten für Mittwoch Trockene« Herbstiveiter.

Lufttemperaturen am 9 Oktober mittags 13,9 Grad ffelfius, abend» 3,8 Grad delfius. am 10. Oft.: morgens 2.2 Grad ttelfius Erdtemperaturen in 10 Zentimeter liefe am 9. Oktober: abend» 10,2 Grad (Eelftu« am 10 Oktober morgens 5.9 Grad ilelfiu« Marimum- 14 Grad Eelfius, Minimum minus 0^ Grad Eetsius Sonnenscheindauer 7K ' Stunden