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Nr. |08 Zweite; Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (hberfreffen)vienrtag, 10. Mai 1927

Das grohbritifche Baffenproblem

von Prof. Br. Bdbnnor 0111 f«.

Tw eiftgreuna des Tom» brr oon öu^n « rnions fl-^cr.mmdur. auf Me fünf «!e:L>- leidenbrn Wetrn 3upant Staber.» Frankreich Snwnct und anflkine»del ortWebmr Äitiawr tm rnrtli eurben. toftt Mr 6 o n b« rN e 11 u « B«r trii< in UWfll Jahr bnn tarau»:rci mch« nur in CMno erfrr.nrn Tw Uotong be» aroftbniNtbm ^ohmprobirm» ift mehr al» ein rtifllJdN» 8rbm*rbüdnia. Nicht torntyt ais Me Jntwüflunfl brr gesamten IBritjMihf bc.-.<: bonon ab Str drnamfl« in 6üb*ini find m btrfm<nn« nur rin Bnluna »an f eht |a.*« voefichtio Vx farbigen. M<r also Mr Sopanrr xgm Mr Gleich- ietbfflfn, h»rr Etzinrien. banbdn und oon |«me br* Msrabril mrfbrr

Bern H firtxn »reichen un arofthnufchen Arsch lind >echa Fardig», dm W> »ilüorwi dnf chrr Un» imanm sind nur 65 SRilltonrn Stifte. Br» Nnh man. haft neun Zehntel brr br®obn!cn Sri! oen Stiften bcbctrld)« eirb. und brr ertteu» grbftte Inl oon den Balm. |o »erfteM man auch Mr chttte- fMdX Bfmrgunfl und bm t t n'chen StbeHianb bf' rr Rein andere» Volk hütet (o breite Flachen den nationalen ffteflrnlföftrn bar und mirb an allen OBbrirn cltürn >a er'.Av.m'. mene an einem Bun he die berühmten ..Be neige". . tfinfiuftlpbä- rtn* und ..Äonjriltsnen* oedoren yehm lue der Summe ber Uinprborfnen.Vrotrlle ifl all« ähltch. vir Verb SUlonbon. früber in Stobra». KtK Rn» neba. im vorigen Jahre auf brr chriftiichen Äon- ierenz in ffaflbume urftenb sagte. ein allgemeiner reu||ug geworben m Bfien wie in Afrika

Hin Halde« Jahrhundert blieb die ProNamatton der Äumgtn Viktoria t on 1656 für 3nMen ohne Be­bau tung, boft nämlich bW »...t'arbe keine vedchie bme B*2nbiunti erlaube denn bit zu L'orb Sorten* Helorm<n oon lX* wurde nicht ein einziger Inder iir inMfchen Xegiet.iHfl beronflrpgm. f>eule freilich befiehl die bbllle Im Äabinclt de* vizekdnlg* aut Indern in den Provinzial vermal i^naen fogar Mr Softe »ehrzahl und ebenfo stnb die Inder auf den nch». und BcMferbunblonlermyn indifch nut Der- treten. Vie Inder wuftten fich zu helfen, indem Ne finjrtnee zunächtt gefchöfttich hefte r machten, j. B hat lay-Sahal t'otel in Bomban. da* Serk eine* rein löblichen Ronzern. Bmünde hatte Indien ebenso rate Japan auch ahne England Bahnen. Telegraphen und ^i.iflte-^ae bauen gelernt |o dmfm natürlich bk farbigen, und wa* ftdi barau* ergibt, kann nidH L'iebe fein

Auf ber anderen Seile kann eine brtttfche Regie­rung gur nicht ander* handeln, ai* sie tut. weil ihre Bürger drauften und Ihre Äronfolontrn nicht* an­dere* oer flehen und anerkennen würben, nxe da* Bet|piel Kanada* Buflrolient und Reufcdand zur Genüge zeigt Obwohl do* nördliche Huflrallen ein 'r ,piiche* Wilma hat. da* fich für die weifte Kaste m* eignet, find hoch die ^artigen oon ber (fln- Wanderung autgofchlosten morbm

Befonbere ichttmen und zugleich Inpifch ift die »altung der I ü d a | r I f a n i | <fte n Union. Vie chiourze Bevölkerung ha! da in den legten M 3)hr< i im drei »lUionen. Me «seifte um eine halbe Million lurfeno nmen. Irofi ber vielen Epidemien unter ben tfordigen vat QintDunderunflM*rrbot für die letz­teren Ui dort oder nicht Me einzige Moftnahme. ®e- anlle hanbarbetten. etwa »affertragen, gelten al* mtergeorbnet well . farbig", und bte Benutzung der Ilautlichen Verkehrtmittel. olfo auch der Eifenvahn. zeigt.keine Spur von dem Geist ber inMfchen Pro- tkimolion Blhoria». va nun heute von einem Ende der Well zum andern Jede Kleinigkeit hmuberfchalli und Me farbigen Kasten in Japan einen mächtigen Varkdmpkr haben, so ist der Schanghaier Kull mit dem afrikaniichen Saflerträger durch unsichtbare vrdhte der Sy 'ipolhie Dtrbunben. England fühlt ben Etoft zuerst und überall: die anderen Seiften lasten >hm hierin |a fo gern den Bortrilt. von brr einen farbigen Droftrnachi Japan zu jchweigen.

Civi* Kamaou* turn' bedeutete tm alten Kam nicht baefelbe ro<c in (Bngtanö deute: ^Jch bm ei» Brite " Öe gibt für den Briten aufter ber brttifchen keine national, t1rage riebt or wrang, m» tXMintn. Vies, doi.it einfadX feei»deit hat gewift au» England ha* heutige (Rroftbritonnten gemacht: oder heute? «it der Moften llcnbopm-Politik de* 16 Jahrhundert, ist ba* groftbrttifche Kastenproblrm

Teuerung und Veltwirifchafislonferenj.

vte umaMlMBde* lenberungeo brr letzten Jahr zehnte in bet Strvhjr ber Settwirttchatt treten »ur Me groftf Orften lichkeu m der Korn, der aUarrrm- N.N J<i er-ng. bei Steigerung der v'kf if in Er» lchetm.NL. Ruf ber ganzen Seit stob Me »reftb:- Mogwite Mim Teil erheblich hoher al* in der Bor» knegozeit Vie Brrtch>ebfnhe.i der Vmedohe I» ben einzelnen Staaten h:ng: DON eietertet Umfünben ab. Jen allgemeinen spteten Meobezüglsch die Süd- rjng.oerbdlmdk ber e nzelnen Ltonber und bte ba­rm« verbundene brr tKotbvorra e etne

enti<bet*rnbe Hode Aufterdem darf man narurtich

tm. Me ftch durch eine hohe ^ollichuPmauer vor den 2u*MnM|chm Jübustneerzeugnittea abichlieften nnb Me 6a»i ft unter. Me zihre t~npr 3abuftrie durch ba» Bufteribandrtwr.or.?$.<. id>uf,i

Trotz der Venchie.'f nbf n her S..»n.afte btr Säue­rung und ber ®runde ba»ur ftebt nn* scht: überall fmb Me Breite höher al* in der Borfrcig.jrtL »an Hai alte nicht mit einer mehr ober weniger begrenz ur Darüber lebender Ürtfbetnung zu tue. 'andern mit einer aUgemruien ün«Wertung br* ÖMboertr*. einem c.Uge:nevnen Büdjana bet ?lach»n»tze nach Otelb Vf dv rindert en Sohnungsoerhdltnme. Me

der WdhenmcMhikerftreAi Die Teuerung UefcM- »r« n »** eto > der VvVwgur.1 täte .*

VI« STAAT.

Me verschlebenen Berechnung»methoben ber Ändere, ber (Hroftbanbeltpmje nicht oufttr Sch! lasten In Frankreich. Belgien. Bolen. SUunönien u|»., wo noch die 3nfloucin*frifr fortbauert. Ist der relativ geringe Unterschied pepmutfr ben Bor!rirg*prei|en ben lchwankenden Bclukoeibdlmiflen zuzufprechen. In vielen andern Vänbem find die höhen Schall- oUmaucrn an ber Erhöhung der ftonbeiipreije schuld E* Ist dezeichnenb. haft |u ben teuersten Landern die graften, verhülwtvmäftig gefchtestenrn Sirtfchifttgedirte geboren, fo die Bereinigten Stoa»

umwälzende Verschiebung der dolbbeftanbc au* Europa nach Bmnifa, Me. wie fchon oben ange- deutet, die l>aupuiisach<n dieser Erscheinung |inb, lasten auch die Schluftfolgerung zu. daft Me orga- nildte Verlagerung der Kräfte innerhalb ber Sell- wirtichaft bet der gegenwärtiaen ünitDidlung keine Kuck sehr zu ben Aarkrieg*preisen und »Berhaltntsten ertaubt

Die lufammengftreten« Weltwerstchaft;konteren; muft daher diesen Pastor al* wesentliche Grundlage für ihre Beratungen ansehen.

nicht mehr zu Ityen. denn bte nationale Ernanzi- I erstaunlich fort Blaium soll ba em MO Sillionen- | Boll wie da* chinesische ymufbteiben?

Englische Berubiflungtaeftw Igründlichster tlrt wollen nicht mehr Helsen. v,e Briten seien ein Volk van Äaufleuten. hat kürzlich Ehainbertain gesagt.

. i ' :chill hat e* bei:

handel treiben wollen wir friedlich mit den E Hines en al* unseren Geschäftsfreunden: d h also sie nicht etwa bederr1d> n oder mit ihnen Ärteg fuhren Und wa* für ein Echo tönt au* der osiasiaiischen Presse zuruck?Stur al* Kaufleute kommt ihr aber mit solchen M. i.ichen wollen wir ja gar nicht» w tun haben, denn in eurer eigenen Bibel siebt, haft man

ott und > - 'n . :i L c

Keichturner sind wie flüchtig« Wolken, hat unser Konsuziu* gesagt. Wir ehren keinen, der nur Aon bei treibt weiter nicht*; im* ift ba» Leben mehr." Kan­tons Außenminister Ischen muft jeden fall» beide Seiten gut verstehen, denn in seinen Abern slieftt nicht nur dHnefifdp», sondern auch englische» BiuL

Auf dem Programm ber Bereinigten Christlichen Missionen Japan», die ihre Konferenz vom ZI. Juli bi» 3. August IW in bem schönen Kurort Kamtzawa halten werden, sieht al* dritter Punkt unter vier an­deren do* Mailenproblem Gewi ft nicht nur ba* groftbrtttsche. Aber die Sonderstellung England* in Balfcfragen gegenüber Japan. China und ben wei­ften Grohmuchten rückt seine Jnteresten auch hier in den Borde rar.-nd: E* geht für Me Briten nicht mehr um da» Geschäft allein, e» geht um Sein ober Nicht- tetn ihre» Weltreiche* und damit des allgemeinen Weltfrieden«. Der südchinestsche Anstvft bat diese firage so gründlich in» Nollen gebracht, haft fein noch so tüchtiger britischer Kaufmann sie mehr aus­halten kann

Gesundungsrevolution in Chile.

Bon unserem K. f). Berichterstatter (Nachdruck, auch mll Quellenangabe, verboten >

Santiago diEHile Ende April 1VZ7.

Bieten, recht Dielen höchst respektablen Ehren» männern samt ihren dunkeläugigen, lupieocrrouhn- len Senora» und nicht minder all ben Jovene» distinguibo» und deren, ach so verführerischen, mit be» Leben» Ernst aber ebenfaü» nur ganz entfernt vertrauten Schwestern, find die die»|ährigen langen Sommerferien. Me aewahniich oon Januar bi» März dauern, arg ueeborben worb n. Denn seltsam überruschenb« und höchst pci.ckiche Nachrichten platz- ten fett Februar in all bte monieren Vergnügungs­stätten an ctranb aber in den Bergen herein

Der bisherige Rriegominifter, Oberst Carlo* Ibanez, ber (d,on in den letzten zwei Jahren durch-

saft, hat sich durch einige wenige Erlöste zum sak- tischen Diktator der Republik Chile gemacht. Er konnte sich unbedingt auf bte Elite d * chilenischen Osfizierforp* und damit da* Heer stutzen. Auch die Flotte iDur biennal, wenigsten* Mim maftgrbenben leite, mit im Bilde Ibanez handelte tm ztu*trage und al» Exponent «ine» mol«erbenden Teile» be» Osfizierforp* unter dellen ftarC ger Kontrolle er so» Zungen auch weiter steht.

Nun wird wohrsch.inlich sofort ber Ruf: ..Aha' Nuogesprochener Militortemusf erklingen, aber trotz dufteren Hnubtin» ist gerade diese Hulfaflung durch- au» falsch Wer al» Deutscher .ch Chile kommt, wer b. onber» an bem 'JljUonalfeiertofle be» 18. September bie große Parabe im Parque Eousino

send deutschen Uiu'ormen und vor allem über Me

fueeme. MngamereMbe riatnxng be» chriemschen fw re» v-ber we bem. wa» n» M* Äiittorteeui» be- irizbnet. end »an ir gmbetnee be»

»liiiai* ist hin »anz und ger nicht» zu merken. LoM aber bat stch bwi* eine flrwf*e ,te.^ll^vstal» htißfl nämlich bte Berufung einer gi öfteren Ml de ' ch er Offizier e vor etwa einen buhen Jahrhundert und Me glänzend burchprtuhrte Orge» nlftiu; - »arbeit br» beuttchen Leneral* Köroer . .mterstützf. durch Me zahl reichen ffvamwnMeningeii <t«ient cher DtUiere zu dem Muttchen cheete im Vaute bet 3*it eine nicht nur berufiiche sondern mm-frV.ttx Elite berou»geb«bet d*e immer rxbr bte Rück ianblgkett und leiber auch »teikubr Kvr- mptton in ber stoockichen Berrajü.ina wie in bem X'jrr'rn nationalen Leben ihre» Batrdanbe» emp» <and Chile wurde beunruhigt durch den Ueferv.M» taten Umsturz mann Alettandi unb durch bte tdt! .tx Jbnf der Ssipftfnnbujfne bte zu einer schweren F nanz- und Wirstchaftokrite führte In Mrier ®e» fahr inuftte brr alte Schiendri»m auihoren. wenn ÜMte n>cktt tn dir ..ntnuedigf FtMonzkofitrolle etwa ber rionfre* lallen wollte

3u em fr solchen Gewaltkur war nur bitte in >.ch ge chiolteite an deutschen und übrigen eurvpMschen Vorbildern gefdniiu unb geistig den übrioen Vet tt- kerungekreiten .nettach ubfrtegrne OsstZterogrurpe imstande Me sich brr knmIhle eine* in te ner ersten Entwicklung tvariltenen chitemschrn Vtttel- stände» unb be* charokieroollere» Teile» ber chile­nischen Intellektuellen erfreute.

Ia*'ä<b!«b ist ba» Borgeben brr neuen Regie­rung Ibanez denn auch ohne Beispiel im Van he Nicht (tmu wegen der '.K udtbeit unb Nuckl ' *.> lollgfeit. mit der van Abend M» Horgen eine fln- ubl ber hervorragendsten politischen ükgnei vom Fi-ck weg oerbaltet. ober per Ttuft noch Batpar -ifo auf ben Dampfer gebracht und nach bem fluolanb abgeschoden wurden. Solche DOlit'schen Ä.xmpf» Methoden waren hier wie im ubntxu 5ubanwiifa S durchau» nicht neu. unb boft badet ein früherer

von den Polizisten auf den Armen tn ba» Aula und an Bord getrogen werden nuiftle Ift hoch auch nicht weiter tragisch, sondern verietht bem Manzen fogar eine humoi:lt,fche Bote BW schlimmer für Me obe­ren Schichten der chilenischen Beobllerung und ihre geheiligten Rechte und Gefühle waren unb stnb bie von bem neuen Regime ausgestellten und mit eher­ner Energie burchgeführten fflrunbld,w: Bj sollst, fo du ein öffentliche* Amt beftelbelt und dafür be­zahlt wirst auch wirklich arbeite du sollte vor altem nicht flehten!'

Unter diesem Vntlah wurde vom ersten läge bi» 6teschäft»sührung W-ntlidxr Ministerien unb brr an­deren staatlichen Behörden nachgeprüft unb raurbe Mr besonder» in ben letzten Jahren lawinenartig an- "eschwollene Beamten- unb Angestelltensthar nach ihren Lrtstimgen. vor allem aber nach der Notwen­digkeit ber einzelnen Posten streng gesteht.

Leichen Umfana Unterschleife und Durchsteche­reien auf fast allen Qtobletim ber öffentlichen Bern>3l- hing angenommen hatten, tft bem übrigen Publikum hier erst im Laufe ber amtlichen Untersuchmipen nach ber Nevohitlvn ganz klar geworben. Die erste Senfa» hon wir ber PhMrnichuft. mlt tz<-n der Trä1»b<nt ber Jnipuesto« Jnterno», ber allgemeinen ri er» oerwalt.mg. sich dem unvermeidlichen, ungeheuren öfandal entzog Die ftöfte der in diesem ffalle fest» gehellten unb ♦r<i,!.il!>iren Unier'chlagungen unb fixhifnnimm beläuft sich auf viele Millionen dürft» in !M>rklichkeit aber noch viel hoher sein.

Der zweite eklatante 3all betrifft den Direktor ber Staat»drurfetti für Wertpapiere ber gleichtoll» in strenge Haft genommen unb einer eingehenden Untersuchung unterzogen wurde, wobei sich ber Mangel Ht jeder Buchführung in seinem Beiriebe unb Merkte Unt. richlogung von ebenkiU» vielen Millionen zum Schi'brn de* Stoate* berausheUte. Im Zusammenhang hiermit iteht auch ein fingierter Maschinenkauf in U nglanb, bei bem e» sich um 15 Millionen 'i'f md Sterling handelte

Diese Hnd, iwe gesagt, nur die sensationelle epit- zensälle, die auch durch die gesellschaftliche Stellung ber Angeklagten Aussehen erregten hinter Mesen Meistetchieben steht aber eine ungezählte Neche klei­nerer Splybuden. stedt vor allem em schier uneni» lointwre* Netz von strafbaren BetbinMmgen wi» 'chen Bea tenstrllen und ber einfluftrrichen pnoa»

Die 9teinigung»arbrit brr Negierung stellt sich fo von Tag zu log al» umfangreicher unb schmiert»

Adolf Miethe f.

Bon Drofeifor Dr Paul Kirchberger

Die bereit« hitx oemclbet wurde, ist bet Prvkeslor an der milchen Hochschule ffbar- lottenburg. ^c-eimrat Zdolf Mi«the. in einem *Bediner Äranfrn^iuc im Alter von <B Jahren gestorben.

Weiteren Kreisen ist Miethe vor etwa drei Jahren durch fr ne Aufsehen erregenden Mtttei- lungen übet den dedafl des Cuetflllbcratom» bekannt geworden durch den die Umwandlung in frolb erfolgen lollte. Der immer mehr offen- kundig wer^iide TUheriotfl der angeblichen ent» dedung hat an Miethes vebeninerr genagt und mindesten« dazu beige:ragen, den rüstigen Mann not der 3* IM ff'rab sinken zu lasten Wietbe I6bst hat bi« Mdebt feine Dehauvtung der künst­lichen (kolk'hersteUung aufrechterhalten unb wei­tere Untersuchungen in Aussicht gcstel.r die de« 'stheren Beton« endgültig bringen sollte«. Aach- dem aber bet erste Fachntonn für ben Aachwei« winztoer ®clbmengcn. Profestor Haber, und 'uch da« dbung«laborat.'num d-et CiemeM Ä

Halske Aktiengesellschaft ba« jahrelang mit Aliethe zusammen gearbnte: harte, immer deut­scher von der iDolomacherri abrückten, war für eben Unbefangenen du« Urtrd gesprochen. Dor überlaute Triumph, mit dem wohl gegen Miethe« Dillen die neue .Entdeckung in der Oeflent- ichkeit begrübt worden war. mag ihm wohl tatet den Aück^ug erschwert baden Uebngen« haben bie Virvich Sachverständigen von Anfang an die größte Zurückhaltung geübt

Aber diele mißlungene Goldgewinnung war selbstverständlich nicht bie rinzige Tat Miethe« 3m (Regenteil war Mtethe tn der heutigen <kxt euner weiter gehender wistenfchafilicher Arbeits­teilung eine ungewöhnlich DieOeitige Aatur Er war Chemiker von Zach unb widmete sich namens» .ich ber Photochemie, asto ber Frage bet Ver­änderungen. bte da« Licht in chennlchen Ver­bindungen Hervorruf: Ungewöhnlich erfolgreich wann feine Forschungen zur Farbenphotoaruphie namentlich durch t:< Ein'ührung der Aechvlrot» Malte. Von ihm rührt bie beste Art der Drei- farbenpbctograpbic her. durch bie naturgetreue farbige Aufnahmen möglich gemadb: trurben. Diele Arbei:en brachten ihn einer!.- S in T- ;

binbung mit der Optik, bie ja bte notwendige Voraussetzung für alle Lichtb Ildars nahmen Ist. anderer!cit« mit der 3flroiiomie. einem bevor­zugten Anwendung «geb.e: für bie größten und feinsten optischen Separate unb insbesondre auch für wissenschaftliche 2ichtbiUtoufnahmen Es ge­langen ihm wefentlicke Derbe serungen astrono­mischer Fernrohre Sie wurden bei einer Sonnen» finsternisetpebilivn nach Aorwegen Im Sommer 1914 erprobt bie gemr.Mara von bet Technischen Hochschule Berlin unb ber optischen Deltfirma «Kverz unternommen worden war M.elhe war bie treibende Krall bleie« bann durch den Ausbruch de* Dellknege- U"lerbrochenen Unternehmen«

e zu 'Berlin war wohl die einzige Hochschule, bte eine bedeutenberc Sternwarte unterbiet Schon Miethe« V-r^a^arr TL C TV i 11. Hal chr durch bie Entdeckung des Beinen Planeten Eros Weltruf verfchafir

Dcdeutenb war auch Miethe« Au« al« wissen­schaftlicher Aebner Denn er. was häufig der Falt war. seine« tiefen und wohlklingenden Daß ~n! vernehmen ließ, hielt er alle Hörer In feinem Dann, sh« wa fein reiche« und ganz ungewödr

Dissen und Können einem großen Äret« mitzu­teilen.

Der unsterbliche bte Jahrtausende über­dauernde Auhm eines groften Entdecker«, der iftm vor drei Jahren zu winken schien. Ist Miethe vertagt geblieben Der Auhm eine« auf den ver­schiedensten Gebieten erfolgreichen, vielseitige« ^er cher« unb ber eine« hervorragend tüchtigen Mehrer« aber wird ihm über da« ®rab hinaus bleiben.

Anekdoten.

Getommelt von Hilarius I o c v s u «

Kalte r Karl V- damals eben etwas schwach auf den Süften. lehnte einst an einer Dank» und überdachte eine ihm zur Entscheidung vor- aelegtc Fruge, als er einen seiner Ho Funker lachen fah &r Kaiser, ber überhaupt bie Lacher nicht leiben konnte, fragte sehr cmftbah. .Mar> Millan, worüber lachst du?" Der Lacher ertchrak. wollte sich -ru'chulbigen unb behauptete enbl.ch Sir. er habe nicht gelacht. Darüber wurde der alter zornig und sagte .Ich habe es aber ge­

sehen. daft du gelacht hast Ich will wissen, worüber du gelacht hast Bei meiner höchsten Ungnade befehl ich dir, die Dahrhctt zu sagen." Der Hosjunker fiel nieder unb antworteteCbroft- NCTlchtis.er Kalter! Al« Ihr an der Dand Icbntrt. mich le ich über «nm Einfall lachen, der sich un­willkürlich ein stellte." .lieber welchen Einfall ?" .Daft da» Aömilche Aeich vvtt einer so schwa­che« Mauer unterstützt würde." .Aimm dich in acht" versetzte der Kalter .bah du nicht be­lehrt wirst, bah ba« Haupt herrscht und nicht bie Hüfte"

Dem Kaiser QH a r l m 111 a n I. waren von einem seiner Hvsdiener gegen MO (dulden ent­wendet morden. Er fragte diesen einige 3eil daraus wo« der wohl verdiene, der soundsoviel gestohlen hätte .ffr hat den Strang verdient." antwortete jener kurz und entschlossen. .Aicht krch! nicht doch!" sagte der Kaller .txr.r bedürfen deiner Dienste noch länger."

Könia Hei«rich IV erregte sich bei einer dem spanischen Oefanbten einst erteilten Aub-.enz ungemein und drohte In der ersten Hitze. Spanien und seine Italien.'chen Besitzungen mit seiner Armee 'n eilig zu überschwemmen, haft er In Mai­land frühstücken, in Aeapes da« Mittagessen halten wolle und. Hier fiel ihm der 'panische Eeiandte in« TDort und sagte .Steel so werden Sie gerade zur Besper-Zeit in LizUien anlommm" b: erbet auf das an den Franzosen tm Jahre 1282 verübte Massaker, bte Sizilianische Bef per genannt, ardfeiend1. Der König suhlte, was der Ertaubte lagen wollte schwieg, unb ber ratche Feldzug unterblieb

Die Königin Karoli»e von England sprach davon, beft sie ben St James-Park ver- sch!-ekien und ihn in einen schönen Barten für ben Palast dieses Aautens verwanbeln wolle. Sie fragte ben alten Dalpole. was bie« wohl koste« möchte Aur drei Krone«.- war bte Antwort

Aach der Aullührung eines Stücke« von Zacharias Derner. so erzählt Kari von Htliei aft man bei Abele Schopenhauer zu Aacht Die Frauen nahmen an einer imuctn-Rertm

Tafel Platz, bie Herren standen mit ihren Teller«

herum. Für Di>:he unb Derner waren Atoet f Stühle in der Mitte bestimmt, zwilchen >hn^ b auf dem Tische stand ein wilder Schweintzj. , von welchem die Wirtin schon des Taget er gegelten, tn ihrer Angst harte be H^^uteumrilen durch einen graften Kranz von Lot'- .

ei hellen, ivei m pe-

ahten. Kind- fiel» hm* 8»»«uc litz und

geht nichts" Unb er nahm kops einen Kranz unb <d.,® .Wanda" auf ben Kopf * iu-

Anlchnirtwunbe zu verdecken g7'u.

hob. diesen Schm. ,", ®

Stimme und rief bem, belann* ***-£?u unb tricht immer la über getr.» D-Rad

gebt nichts- Und et n^ft-r e*

Der Pascha von 3eg bVt ?1'<»«"»«- Jahre INS einen auftervrbentllchen lpe V ^^tel.,u an den spanischen Ho< Als dieser be Hof harne« ' der Königin von Stxin.vn sah. Lufterte er not»: Da« Serail be« König« ist gerade nicht bte glänzendste Sette feine* Hofe«

Festkonzert des Frankfurter Sängerbundes

Im Aahmen ber Veranstaltungen bd .Som­mer« bet Musik" veranstaltete, wie aus Frank­furt berichtet wird, ber grafte Frankfurter Sän­gerbund in ber Festhalle etr Festkonzert, da« den Auftakt gur 25-3abdeter be* Frank­furter Sängerbünde« bildete. Der autjt*c. _ r.- .< ffhormeister Prof Fritz Eambke führte mit Schwung ben Stab unb sicherte ben Werten der noch lebenden deutscher» Meister PoM Aicharb TV e H tn Erfurt. Kapellmeister Otto lounann in Mainz unb Prof. Dr. Wilhelm Kienzl m Wie« hervorragende 12- eher gäbe. DteDvllslirtter Mendelssohns. Jse«ma nns unb 011- chers riefen Helle Br. f att«tunbaefnmgen hervor. Ma» Bruch« leit frühester örit prpuÜr qe» worben es Ciorwerk .Frichiof ftterte eine glän­zende Auferstehung Prof (bombte führte b* IbOOtöbhge Sängerschar mit dem durch Me Kur- otzbeher von Bab-Aauheim und Bad Hrmbura verstärkten Frankfurter Symphonie-Orchester und unter 72 tttnrfunq bet Sovranistin Aia Ginster unb des Dariwnrsten Johanne-; Willy -u un* gewöhn.ichem Erfolg.