Einzelbild herunterladen

liche

vorsähli

lehung.

885 370

147

1249

54

8 409

Montag

1 339

405

295

20 401

702

2 005

3 446 433 209

8230

9! 2

955

415 685

Schöffengericht Wetzlar Die r iliche Schießerei in Münchholzhausen.

Der Ski-Sonderzug nach Schot­ten, der gestern vormittag 6.45 Uhr von hier verkehrte, war von etwa 120 Personen beseht. Rach den Maßstäben der Reichsbahn ist diese Inanspruchnahme eines Eonderzuges nicht aus­ausreichend. Man muh dabei aber doch wohl im Auge behalten, daß das ungünstige Wetter für

teuer."

Hessischer Sängerbund. Morgen, Dienstag, abend im Echipkapah Zusammenkunft mit dem 1. Bundesvorsitzenden. Oberregierungs­rat Dr. Siegert. (Siehe heutige Anzeige.)

risch angegebenen Zahlen folgendermaßen: Angehörige der ev. Landeskirche C!

Angehörige der ev.-luth. Freikirchen

Angehörige ev.-reform. Freikirchen

Angehörige der Brüdergemeinde (Herrn- Hüter) und ihr nahestehender Reli-

gionsgesellschaften

Mennoniten

Baptisten

Methodisten

Angehörige des Reuapoftolischen Be­kenntnisses

Adventisten

Angehörige sonst, evangelischer Reli­gionsgesellschaften

Angehörige der röm.-kath. Kirche

Angehörige der griech.-russ.-orthodoxen Kirche

Altkatholiken und verwandte Reli- gionsgesellschaften

Angehörige sonst, christlicher ReligivnS- gesellschaften

Israeliten

Angehörige anderer nichtchristl. Reli- gionsgeselltchaften

Personen die Inner christl oder israe­litischen Religionsge^el schast. aber einer Weltanschauungsgemeinschaft angehören

Personen, die keiner Religions» oder Weltanlchauungsgemeinschast ange­hören

Keine Angabe machten

Bornotizen.

Defraubant vcrhaflel DUtbe der seit fünf Iahi, spestvr im Ministerium sii er neuen Gebiete, Moii $21 als Maga;inverwa!tr atsgelder unterschlagen h: '5 Volk» sahst 4. Klasse.

Wftsjahres 1925 besaß ti

21620 Lokomotiven, S Personenwagen, 21831 fr \9 ®ütertDagen, aufjette fiten. 2ln efeftrifcten Lob ichsbahn heute 242 6tüc bevbachien, tove bixäj fr 8 ^ersvuenverlehü tzsien blasse hin « svuenwagen stattsand. M erster Klasse führen, gib« gegen 14Z im Jahre 191 et und zweiter Klasse Händen gegen 5314 im JflJ oben auch die Wagen dn!'

13 Sie Wagen, die zwem führen, erfuhren chense. um rund em Werck »n haben allem die Wage er Klasse, uniip » i flUf 28 454 im 3M 1» gen d°r W*"

em«

Schiebung M der Denuhv itt ;u ersehen, das) o« bevorzugt wurden, w ÄÄ«

tejä'

in L »n«. ä#: ^tben ZSsderL 1) die Parff°^en bt. u9t>otl S1626bb lchvn in Lk" ,on* ngen * 1n iu tsTthN Dgsportlich^ Slugtag« fgii,. .Tilgung ncn ? «ft« ertodrlunnS;,s^n «ner LNKK 1 «(ä« W trüget f.

Ä*Si

Kopien erschlogm.

ines Dauern in der M ®* « Wert Z ® Jet Jangenben riesign K dieser plötzlich abbtaj Itzahngen Sohn d»

fiel. Der Knabe tourte

veuyorker Bant.

Haftung eines Di», d zweier Angeßell. Central-Dank kam eS ar Äun aus diese Dank. Dit wurden über 1 Milliv, Deponenten ausgezahlt n erklärt, die angeblich txx> age noch nicht eine halb

fugten Waffenbesitz.

Wie noch erinnerlich sein dürfte, nahm eine Rauferei zwischen mehreren jungen Burschen in Münchholzhausen in oer Rächt des 31, Oktober einen recht blutigen Verlauf, da der Angeklagte damals zwei Schüsse aus einer Selbstladepistole auf seine Widersacher abgab und dadurch zwei jungen Leuten Schußverletzungen beibrachte, und zwar einem einen Bauchschuh und dem anderen einen Armschuh. Während der durch Bauchschuh Verletzte namens Hahn einige Tage später in der Klinik in (Stehen verstarb, kam der zweite Verletzte Hels etwas glimpflicher davon, doch dürfte auch seine Verletzung noch längere Zeit nachteilige Folgen für ihn haben.

Die Verhandlung, zu der ein großer Zeugen­apparat aufgeboten war. zog sich gestern bis in die Abendstunden hin, sie wurde heute fort­gesetzt und beendet. Es ergab sich, daß der An­geklagte und mehrere andere Burschen bis zum Eintritt der Polizeistunde in einer Wirtschaft gewesen und gezecht hatten. Sie verliehen da­nach das Lokal und zogen durch die Straße, wo es zu Auseinandersetzungen kam. An einem sogenannten Ahl (enger Zwischenraum zwilchen zwei Häusern) kam es zwischen mehreren Burschen zu Tätlichkeiten. In diesem Ahl, den der Ange­klagte dann ebenfalls betrat, fielen von letzterem aus die beiden verhängnisvollen Schüsse. Der Angeklagte will den ersten dieser Schüsse als Schreckschuh abgegeben, um die anderen einzu­schüchtern. Beim zweiten Schuh will er sich be­droht gefühlt und daher aus Rotwehr ge­schossen haben. Durch den ersten Schuh wurde der später verstorbene Hahn, durch den zweiten Hels getroffen. Das Gericht sah die Angaben des Angeklagten bezüglich des angeblichen Schreck­schusses als unwiderlegt an. zumal auch die Angaben des Angeklagten, der Verstorbene sei mit ihm befreundet gewesen, in der Beweisauf­nahme bestätigt wurden, und kam bezüglich dieses Falles zu der Auffassung, dah fahrlässige Tötung in Frage komme. Im anderen Falle, dem des zweiten Schusses, war das Gericht nicht der Ansicht, dah Rotwehr vorgelegen habe, sondern nahm hier gefährliche Körper­verletzung an da der Angeklagte unmöglich sich in einer solchen Lage befunden habe, dah er von der Schußwaffe Gebrauch machen durfte, zumal er keinerlei Verletzungen, sondern nur eine geringe Schramme an stch gehabt habe.

Das Urteil, das in später Mittaastunde verkündet wurde, lautet auf drei Monate Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung, auf ein Jahr Gefängnis wegen gefährlicher Körperverletzung und ein Monat Ge­fängnis wegen unerlaubten Waffenbesitzes, vereinigt zu einer Gesamtgefängnis strafe von einem Jahr zwei Monaten, auf die zwei Monate Untersuchungshaft angerechnet wur­den. Ferner wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt

Gerichtsfaal.

Lin Landesverratsprozeh.

WSN. Frankfurt a. M., 8. Jan. Aus L e i p- z i g wird dem Wagners Südweftdeutfchen Nach­richtendienst gemeldet: In dem Spionagepro- z e h gegen den Ratsboten Zapp aus Biebrich

Bs-"*

Eine starke Vermehrung der Arbeiten brachte der Sparkasse die Berechnung der aufzuwertenden Spareinlagen, wie die Aufwertung der Hypotheken und sonstigen Forderungen. Es wurden E n d e 1925 rund 2200 früher eingetragen gewesene Hypotheken auf einem Goldmarkwert von 4,7 Millionen Goldmark bei der Aufwer­tungsstelle angemeldet, umzurechnen waren 1925 und 1926 über 38 000 Stück alte Spareinlagenkonten zwecks Aufwertung.

Auch die Bezirkssparkasse Gießen har sich nach der kürzlich erschienenen Bekanntmachung entschlos­sen, an notleidende und über 65 Jahre alte frühere Sparer schon jetzt im Rohmen der verfüg­baren Mittel Aufwertungsbeträge alter Spareinlagen, also vor dem 1. Januar 1923, auszuzahlen.

Einstimmige Genehmigung fand ferner durch die Versammlung der vorgelegte

Voranschlag über die verwaltungstosten für 1927, der in Einnahme mit 331500 Reichsmark, in Ausgabe mit 326 000 Reichsmark, also mit einem Ue b e r s ch u h von 55Ö0 Ml. abschließt.

Die für die satzungsgemäh ausscheidenden nicht­ständigen Vorstandsmitglieder Kaufmann August Roll in Giehen und Bürgermeister Philipp Jung in Klein-Linden erforderliche Ergün- zungswahl zum D o rft a n b e der Sparkasse ergab cinftimmlge Wiederwahl der genannten eiterigen Vorstandsmitglieder. Au' ebenfalls ein- timmigen Beschluß der Versammlung wurde den eiterigen Gehilfen Heimchen, Philippi und Wolf die A n ft e 11 u n g als Beamte (Sekretäre) der Bezirkssparkasse verliehen.

Nach Erledigung der Tagesordnung sprach der Regierungsvertreter, Oberregierungsrat Dr. Heß, der Leitung, sowie den Beamten und AngefteUten der Sparkasse in anerkennenden Worten den Dank der Aufsichtsbehörde und der Versammlung für die im abgelaufenen Jahre geleistete Arbeit aus, wor­auf der Vorsitzende mit Worten des Dankes und hoffnungsvollen Ausblickes auf die stetige gesunde Weiterentwicklung der Sparkasse die Versammlung schloß.

Die Reiigionsgliederung in Hessen.

Das letzte Jahrzehnt hat nicht nur die politi­schen Verhältnisse in Hessen grundlegend umge­staltet, es hat auch tiefgreifende Aenderungen in der religiösen Struktur seiner Bevölkerung her- beigesührt. Die Entwicklung der Rcligionsgliede- rung ist, wie allgemein in Deutschland, auch in Hessen in den letzten 15 Jahren durch eine starke Zunahme der Religionslosen gekennzeichnet.

Rach den letzten statistischen Erhebungen ist die Zahl der Personen, die keiner christlichen oder israilitischenReligionsgemeinschafl angehören, von 5728 im Jahre 1910 auf 17 635 im Jahre 1925 angetoadjfcn Das bedeutet, in Prozenten aus- gebrüdt. eine Steigerung der Religionslosen von 0,5 auf 1,3 Proz. der Gesamtbevölkerung. Ent- sprechand ist ein prozentualer Rückgang der Re- ligicnsgesellschasten eingetreten. Von ihm sind in gleicher Weise Evangelische, Katholiken und Israe­liten betroffen. Die evangelische und die katho­lische Kirche haben zwar absolut zugenommen, sind aber in ihrer prozentualen Zunahme hinter dem Prozentsatz der gesamten Devölkerungszu- nahme erheblich zurückgeblieben. Der Anteil der evangelischen Kirche an der Gesamt­bevölkerung ist trotz der Steigerung ihrer An­gehörigenzahl um 37 366 von 848 004 im Jahre 1910 auf 885 370 im Jahre 1925 von 66,11 auf 65,8 Proz. gesunken, der Anteil der katho­lischen Kirche von 31 auf 30,8 Proz. bei einer Vermehrung der Angehörigenzahl um 18136 von 397 549 auf 415 685. Richt nur eine rela­tive, sondern sogar absolute Abnahme haben die Israeliten zu verzeichnen. Ihre Zahl ist von 24 063 aus 20 401 zurückgegangen, entspre­chend ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung von 1.9 auf 1,5 Proz. gefallen.

Im einzelnen gliedern sich die oben summa-

holzhausen statt.

'iche gefährliche Körperver- fahrlässige Tötung und unbe-

am Rhein und zwei Genoffen wurde heule nach mittag bas Urteil gefällt. Zapp würbe wegen oer- achten Verrats militän|d)er Geheimnisse und wegen Bestechung von Reichswehrsoldaten zu uns Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrenrechtsverlust unb bauernder Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt, Beisiegel wegen ver­suchten Verrats militärischer Geheimnisse zu neun Monaten Gefängnis unb Barth wegen derselben Straftat zu einem Jahr sieben Monaten Gefängnis. Bei bem Anaeklagten Zapp werden zehn Monate, bei Barth sieben Mo­nate ber Untersuchungshaft angerechnet. Gleichzeitig werben bie bei ben Angeklagten gefundenen Gelder in Höhe von 10 bis 150 Mark beschlagnahmt.

Eine kostspielige Autofahrt.

" Darmstadt. 8. Ian. Am 30. September 1926 hatte der Kaufmann Rudolf Ruß von GernSheim an einer Straßenkreuzung ber Saalbaustraße in Darmstadt einen Zusammen­stoß seines Autos mit einem anderen Auto verursacht, weil er jenes nicht hatte vor­fahren lassen. Zu gleicher Zeit kam noch ein Molorfahrer vorüber, der von dem zweiten Auto zur Seite geschleudert würbe. Die Insassen dieses Autos, ein Architekt-nehepaar sowie der Motorfahrer, ein Metzger und dessen

ß Wetzlar. 8. Ian. Unter großem An­drang des Publikums aus der näheren Umgebung fand gestern und heute die Verhandlung gegen den Schmied Otto Schnorr I. aus Münch- ..... ~üe Anklage lautete auf

Tageskalender für Vortrags-Vereinigung: 8 Uhr, Neue Aula, Lichtbil- bervortrag. Gießener Frauenvereine: 8 Uhr, Ein­horn, Vortrag von Frau Dr. Warlich. Gustav- Adolf - Frauenoerein Gießen: 8 Uhr, Johan- neskirche, Filmvortrag. Gießener Freiw. Feuer­wehr 8 Uhr:Kuhlen Grunb", Monatsversamm- lung. Freiw. Gailsche Feuerwehr: 8.30 Uhr, bei Sauer, Monatsversammlung. Verein Ruder­sport: 8.30 Uhr, Bootshaus, Monatsversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die Flammen lügen." Astoria-Lichtspiele:Das große Aben-

Vcglciter. ein Wirt, trugen Verletzungen davon: der Wirt ist heute noch nicht ganz wiederherge­stellt und geht noch auf Krücken. Ruh wurde, statt einer verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat, zu 300MarlGeld strafe verurteilt. Er wird außerdem noch in einem Z i v i l Pro­zeßverfahren an die Verletzten bet rächt- Entschädigungen zu zahlen haben.

*

1 jjfj B >

!>E,V * L-

U- ® | 1

>teet. ® Jffllfltf

s* sÄÄ

te(i

AU5 der Provinzialhauptftadt. l

Gießen, den 10. Januar 1927. ,

Kreisaus'chuh Gießen.

Der KreiSauSschuh des KreiseS Gießen verhandelte am Samstag in öffentlicher Sitzung über folgende Gegenständ:

Antrag des Wilhelm Becker 11. in Reis­kirchen auf Gewährung einer Entschädigung für ein gefallenes Rind. Rach dem Akteninhalt war dem Wilhelm Decker II. im Oktober 1926 ein Iungrind gefallen. Die Sektion ergab, daß bei dem Rind die Maul- und Klauenseuche schon kurze Zeit vor Verendung des Tieres bestanden haben müsse. Eine Anmeldung deS AuSbruchs der Seuche war auf der Bürgecmristerei nicht rechtzeitig erfolgt Aus diesem Grunde war Becker eine Entschädigung hierfür nicht zugestanden wor­den. Der Besitzer erklärte, daß er Erscheinungen des AuSbruchs der Maul- und Klauenseuche nicht wahrgenommen habe. Rach Ansicht des hierüber gehörten Sachverständigen habe ber Besitzer diese Erscheinungen wahrnehmen und alsbald anmelden müssen. Der KreiSauSschuh lehnte deshalb die Gewährung einer Entschädigung ab.

Antrag des Ludwig Launspach XII. zu Reiskirchen um Gewährung einer Entschädi- gung für ein gefallenes Rind. Auch dem Ludwig Launspach XII. war im Oktober v. Is- ein Jung­rind verendet. Die Sektion ergab auch hier als Ursache Maul- unb Klauenseuche. Wie im vor­hergehenden Falle, war auch hier eine rechtzeitige Anmeldung des Seuchenverdachtes unterblieben unb konnte eine Entschäbigung nicht zugestanden werden. Der Besitzer ertlärtc in ber Sitzung, dah er an dem Abend, bevor das Rind gefallen sei, wohl gemerkt habe, dah dieses nicht richtig fresse. Da in Reiskirchen der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche nicht festgestellt gewesen sei. habe er nicht annehmen können, dah solche vorliege. Rach Angabe des sachverständigen Zeu­gen war bei der Sektion am Gaumen ein erbsen­großes Geschwür sestgestellt toorb:n. ES sei mög­lich. dah der Besitzer dieses nicht gesehen habe. Die Seuche müsse nach dem Befund der Sektion drei ober vier Tage vor ber Verendung schon bestanden haben. Mit Rücksicht auf diese Fest­stellungen wurde dem Kläger eine Entschädi­gung für das Rind j u g e b i 11 i g t.

Der Rauchwarenverkauf in Setterwasserbuden.

Die Kleine Strafkammer Gießen fällte am Freitag eine Entf cheidung von Grundsätzlicher Bedeutung. Der In- aber eines Selterwasserhäuschens in Giehen war vom Einzelrichter wegen Gewerbe- vergehens bestrast worden, well er an Sonn­tagen seinen Kunden, die Wasser bei ihm tranken. Zigaretten in kleinen Men­gen verkauft hatte. Die Strafkammer hatte die­ses Urteil bestätigt. Sie war dabei der Rechtsprechung des Oberlandesgerichts gefolgt, wie sie noch in einem 1922 ergangenen Urteil enthalten war. Aus die Revision deS Angeklag­ten hob bas Oberlandesgericht bas Ur­teil auf unb entschied, feinen eigenen Rechtsstand- puntl verlassend unb ber von anderen höchsten Gerichten eingenommenen Auffassung folgend, daß der Zigarettenverkauf in Trinkhal» len dem inSchankWirtschaften gleich­st e h e, also in kleinen Mengen zum Ver­brauch an Ort und Stelle zulässig sei. Als solcher wurde anerkannt das Rauchen im Stehen an den Selterwasser buben unb in deren unmittelbarer Rähe, während des Verkehrs von Getränken oder im unmittelbaren Anschluß daran. Demgemäß wurde in der heutigen Verhandlung das erste Urteil aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen.

Bezirkssparkasse Giehen.

Unter dem Vorsitz des Direktors Z a ch e i s hielt die hiesiac Bezirkssparkasse ihre ordent- l i ch e M i t g l i e d e r o e r s a m m l u n g ab. Die Aufsichtsbehörde war durch Oberregierungsrat Dr. Heß vom Kreisamt Gießen vertreten. Anwesend waren neben dem fast vollzählig erschienenen Auf« sichtsrat und dessen Vorsitzenden, Beigeordneten Dr. Selb, 62 Vertreter der Stabt Gießen unb der Landgemeinden des Bezirkes, die letzteren waren mit 48, die Stabt Gießen mit 3 9 Stimmen ver­treten.

Nach einigen Begrüßungsworten an die er­schienenen Vertreter, gedachte der Vorsitzende, Di­rektor Zacheis, in ehrender Weise des im Sommer o. I. verstorbenen lanctzährigen Vertreters der Gemeinde Lollar, des Beigeordneten Karl G e r l a ch. An Stelle des Heimgegangenen Jat der Gemeinderat Lollar den Beigeordneten Gg. Seipp zum Vertreter bei der Sparkasse gewählt.

Der Vorsitzende erstattete sodann den Geschäftsbericht für das Jahr 1925, der ebenso wie die Rechnung für 1925 von der Ver­sammlung genehmigt wurde. Der Reingewinn des Geschäftsjahres 1925 beträgt 33 737,65 Reichs­mark. Er wurde auf Beschluß der Versammlung der Rücklage überwiesen, während der Vortrag aus 1924 mit 14 036,89 Reichsmark wiederum auf neue Rechnung vorgetragen wurde. Aus dem Geschäfts­bericht für 1925 seien folgende Angaben heroorge- hoben; Während die Spareinlagen Ende 1924 1 024 030 Reichsmark betrugen, find diese im Laufe des Jahres 1925 um 1 189 314 Reichsmark gestiegen und ergeben Ende 1925 einen Bestand von 2 213 344 Reichsmark. Bemerkenswert ist hierbei, daß die Zunahme der Sparein­lagen in den letzten Vorkriegsjahren 1912 13 ebenfalls etwa 1000 000 Mk. in einem

Jahre betragen hat. Die Hoffnungen auf bie Wie­derhebung des Sparfinns unter der Be­völkerung des Bezirkes nach brr schlimmen Kriegs- unb Inflationszeit haben sich also bei der hiesigen Sparkasse voll und ganz erfüllt. Die Zahl ber Sparbücher erfuhr eine Steigerung um 2 500 Stück: sie betrug 1924 3385 Stück, Ende 1925 5885 Stück: neu errichtet wurden im Be- richtssahre 2976 Sparkonten, aufgelöst dagegen 476. Im Kontokorrent (Giro-) Verkehr rour- den 526 Konten neu errichtet, aufgelöst wurden 85 Konten, der Bestand erfuhr eine Zunahme von 441 Stück unb beträgt Ende 1 9 2 5 1436 Kon­ten mit einem ©iroeinlagenbcftanb von 888 290,52 Reichsmark. Die Kontokorrent­debitoren betrugen 1 804 207,70 Reichsmark, die Gesamtausleihungen (einfchl. dieser Debi­toren 2 193 496 Reichsmark, die Guthaben bei Girozentralen und Banken 854 123 Reichsmark, die gesamten flüssigen (sofort greifbaren) Mittel 932000 Reichsmark ober 33 Prozent ber Gesamtverbindlich- feiten.

bie gestrige Frequenz nicht besonder- förderlich gewesen ist. jedenfalls kann von der gestrigen Benutzung noch kein Schluß auf bie Inanspruch­nahme zur Frühjahrs- und Sommerzeit gezogen werden, für die man die Einführung dieser Sonn­tags-Frühxüge erwartet.

* Personalse. Ernannt wurde ber Amts- gehilfe an der Realschule in Schotten. Jakob Scheid, zum Amtsgehilfen an bem Landgraf- Ludwigs-Gymnasium in Gießen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts ab.

Das Fest der goldenen Hochzeit können am morgigen DienStag. 11. Januar, her Rentner Johan nes Hirz und Frau Maria geb. Fischer, Seltersweg 22 wohnhaft, in voll­kommener körperlicher und geistiger Frische be­gehen. Der alte Herr steht im 80. Lebensjahre, seine Lebensgefährtin ist 72 Jahre alt.

n. E i n Achtzigjähriger. Heute kann in körperlicher und geistiger Rüstigkeit ter Rech­nungsrat i. R. Ludwig Jochim. Kaiserallee 125. seinen 80. Geburtstag seiern. Geboren am 10. Januar 1847 in Cinartshausen. Kr. Schotten, bat er lange Jahre als Vorsteher des Dermes- sungsamts in Schotten gewirkt. Don den 14 Ur- grüntern des Vogelsberger Höhenklubs, die am 22. Juni 1881 im Posthäuschen in Schotten zu­sammenkamen. den Verein tes V. H. C. zu bilden, ist Jochim noch allein am Leben. Er ist Ehren­mitglied des Klubs, nachdem er zeitlebens in Treue für seine Ziele gewirkt hat.

" Geschäftsjubiläum. Der Friseur- meister Friedrich Büttner, Landgraf-Philipp- Platz 10. kann heule auf das 25jährige Bestehen seines Geschäftes zurückblicken.

Eine Schlägerei entstand vor einigen Tagen frühmorgens zwischen einigen Leuten von hier und einem auswärtigen älteren Arbeiter, der auf dem Wege zum Bahnhof war. um in Wetzlar seine Arbeitsstelle auszusuchen. Der Ar­beiter soll angeblich von den anderen Beteiligten überfallen und mißhandelt worden sein, worauf die Täter in eine Wirtschaft entflohen seien. Dort wurden die Ramen einiger junger Leute festgestellt, indessen ist noch nicht gewiß, ob sie als Täter in Betracht kommen. Die polizelliche Untersuchung ist noch im Gange.

WSR. Internationaler Schwind­ler. In Frankfurt unb Umgebung treibt ein internationaler Schwindler bei Kunstmalern und Künstlern fein Unwesen. Er gibt sich als Vertreter der ZeitschriftDie Woche" aus und legt sich verschiedene Ramen mit Doktortiteln ufto. zu. Er überredet dann die Künstler, daß er in der Zeit­schrift über sie schreiben würde, und erbittet sich im Falle der Zusage einen entsprechnden Betrag für Anfertigung eines Klischees, der ihm meistens gezahlt wird. Cs handelt sich um denselben Schwindler, der vor kurzer Zeit Frankfurter Vühnenmitglieder auf gleiche Weise betrogen hat.

Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter S ch l a ch t v i e h m a r k t: 456 Ochsen, 63 Bullen. 685 Kühe, 376 Färsen. 375 Kälber. 306 Schafe. 5400 Schweine.

Buntes Allerlei.

Die Handsprache der Politiker.

Wenn man auch die Fähigkeit, das Wort durch die Sprache der Hände ausdrucksvoll zu ergänzen, besonders den Romanen zuschreibt, so fehlt doch natürlich auch dem germanischen Red­ner die Hilfe der Geste nicht völlig. Meister des oratorifdjen Spiels haben stets Arme und Hände zur stärkeren Pointterung ihrer Ausführungen benutzt, und besonders der Polittker kann auf dieses Hilfsmittel nicht verzichten. In anschau­licher Weise schildert R. Montague Smith in einem englischen Blatt die ..Handsprache" der fübreuten Staatsmänner und zeigt uns.^ daß auch ter häufig als steif verschriene Engländer sehr lebendig werden kann.Der Premier- mini :er Valliwin," schreibt er. «hat stets eine tijpif J ? Bewegung. Er legt den Ellbogen seines linken Arms aus das Rednerpult unb spreizt mit auLgestrecktem Vorderarm seine Finger, wie wenn er einen Ball auf ihren Spitzen balancieren wollte. Aus diese Weise wägt er Gründe und Gegengrünte ab, und diese Geste ist so recht be­zeichnend für seine Bemühungen, alles _ ins Gleichgewicht zu bringen. Sonst hat er gewöhn­lich feine Hände in seinen Rocktaschen. Lloyd George hat die ausdruckvollsten Hände im Unter- haus. Alle seine Gebärden kommen aus _ dem Handgelenk. Er breitet die Hände beschwörend aus. schlägt sich mit der geballten Faust in die Handfläche der anderen Hand oder zählt die ein­zelnen Punkte an den Fingern ab. Wenn Ram- sah MacDonald seine Daumen in seine Westen­taschen steckt, was sehr häufig geschieht, bann ist das stets ein Zeichen dafür, daß er im näch­sten Moment sie herausnehmen und die Arme pathetisch in die Höhe werfen wird. Bei Chur­chill wieder ist es das Aufheben ter beiden Dau­men, das auf einen besonders leidenschaftlichen Ausbruch seines Temperaments vorbereitet. Austen Chamberlain bat die dünnsten und Weiße­sten Hände tes Parlaments, aber er hat wenig Zeit, sich ihrer zu bedienen, wenn er spricht, denn er ist dann entweder damit beschäftigt, sich das Monokel zurechtzurücken oder seine stet- blütenweißen Manschetten herunterzuziehen. Re- ville Chamberlain verwendet die Hände mehr im alten Stil und hält mit ihnen dir Ausschläge seines Rockes, wodurch er- die Würde seines Auftretens zum Ausdruck bringt. Auch die weib­lichen Abgeordneten haben ihre bezeichnenden Handbewegungen. Lady Astor operiert gern mit einem Bleistift, mit dem sie wie ein Schullehrer nach einer nicht vorhandenen Tafel zeigt. Susan Lawrence reibt sich beständig die Knöchel der einen Hand mit der anderen und sucht damit chre Schüchternheit zu überwinden, während Ellen Willinson in der Erregung tes Sprechens nach ihrem Haarknoten faßt, der einst ihr Haupt schmückte, der aber jetzt an ihrem schicken Bubi­kopf fehlt."

Die Stadl ohne Tharleslon.

Gibt es eine Grotzstadt, in der man nicht Charleston tanzt? Jawohl, und zwar ist das Rcuyork! Das Land, das uns mit dieser zweifel­haften Neuerung des Ballsaals beschenkt hat, hat sie schon vergessen, und in den besseren Ball-Lokalen ter amerikanischen Großstädte sieht man nirgends die wunderlichen Beinverrenkun- gen, die bei uns mit so finsterem Eifer aus­geführt werden. Der Charleston ist in Reuyork nur als Solotanz zu sehen und wird von De- rufstänzem ausgesührt. oder bei Tanzwettbewer- ben glänzen einzelne Paare in ihm. Auch der Black Bottom. ter bei uns jetzt als Rebenbuhler tes Charleston auftritt, erscheint nur als Solo­tanz. In Reuyork tanzt man hauptsächlich For­trott. und zwar sind fünf unter sechs Tänzen Foxtrotts, wobei allerdings eine neue sehr schnelle und schwierige Form sich einbürgert, die den RamenCollegiate" führt. Der Walzer erscheint hin und wieder, wird aber ohne Begeisterung getanzt. Der Tango ist in den erstaunlichsten Abwandlungen beliebt und wird viel langsamer getanzt als bei uns.

Einbrecher auf Skis.

Dieschweren Jungen' von heute benutzen mit Vorliebe die neuesten Errungenschaften der Technik, aber es ist doch etwas Reues, daß sie sich auch des Schneeschuhs bei ihren Verbrechen bedienen. Dies geschah bei einem Einbruch, der in dem Landhaus eines Anwaltes zu La Bour» boule in den Bergen der Auvergne verübt wurde. In dem Haus, das unbewohnt war, wurde alles auf den Kopf gestellt, der Geldschrank und ver­schiedene andere Schränke wurden aufgebrochen. Spuren zeigten, daß die beiten Einbrecher auf Schneeschuhen rasch und geräuschlos sich der Villa genähert hatten. Einen größeren Koffer mit Wäsche hatten sie weggeworfen, weil er ihnen augenscheinlich für den Transport mit den Skiern jju schwer war. Man glaubt, daß es sich um einen jungen Mann und eine junge Frau handelt, die später in der Umgebung gesehen wurden.

Svrediftunben der Nedaktiou.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen.