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pert O.-fR. 91 P.: 10. Sieg Robert Drescher Gymn. Ludwig Hardt G.-Sch., Siegfried Metz O.°R je 93 P.: 11. Sieg Walter Frihges O.-R., Willi Maliern G.°Sch. je 89 P.; 12. Sieg Fritz Htzrr O.-A., Reinholo Kaps O.-R., Otto Luh O.°A. je 88 P.: 13. Sieg WolfWng Brehm O.-R., Ludwig Herbert G.-Sch., Erich Klotz O.-R., Kurt Strack R.-G. je 86 P.: 14. Sieg Ernst Faulstich O.-R., Hans Leonhard O.-R., Walter Lich O.-R., Helmut Mootz O.-R., Hein­rich Müller R.-G., Waller Schäfer Päd., Otto Waurisch Päd., Erich Weidig O.-R. je 85 P.: 15. Sieg Ludwig Schäfer R.-G. 84 P.: 16. Sieg Ernst Eckhardt R.-G., Walter Günther O.-R., August Hahrisch Gymn., Ludwig Loh G.-Sch., Kurt Reuschling O.-R., Wilhelm Vogelhöfer O.-R. je 83 P.: 17. Sieg Ludwig Häuser O.-R., Walter Keller O.-R., Heinz Lisch R.-G., Werner Schäfer G.-Sch, Heini Schlamp P.--Sch., Lud­wig Schrader G.-Sch. je 82 P.: 18. Sieg Heinrich Eifert O.-R., Fritz Schmidt Gymn. je 81 P.: 19. Sieg Karl Seng O.-R. 80 g>.; 20. Steg Heinrich Becker O.-R., Heinrich Emmerich P.- Sch., Ernst Rohrbach P.-Sch., Walter Rosenthal O.-R. je 79 P.: 21. Sieg Karl Fölsing G.-Sch, WiTh. Lesch G.-Sch, Karl Müller O.-R., Hans Bogt R.-G. je 78 P.: 22. Sieg Otto Günther R.-G., Hans Rmlter Räd. je 77 P.: 23. Sieg Wilhelm Hanke R.-G., Fritz Oppenheimer R.-G., Heinrich Ranz P.-Sch, Robert Schlosser Päd., Richard Wagner Gymn. je 76 P.: 24. Sieg Her­mann Aitzbächer P.-Sch, Heinrich Krüger P.- Sch., Karr Rinn O.-R., Erich Tetzner O.-R Paul Wagner O.-R. je 75 P.: 25. Sieg Paul Heidlindemann O.-R., Walter Köhlinger O.-R., Karl Otter G.-Sch. je 74 P.: 26. Sieg Ernst Häuser O.-R., Ludwig Job G.-Sch, Albert Rochr G.-Sch, Erich Runzheimer O.-R., Fritz Werner O.-R. je 73 P.: 27. Sieg Heinz Becker O.-R,, Wilhelm Ludwig O.-R., Ludwig Vetter O.-R, \> 72 P.: 28. Sieg Siegfried von Büktzings- loewen Gymn, Werner Geist O.-R Erich Heid- lindeinann O.-R., Ernst Keibel P.-Sch., Richard Rolshanlen O.-R., Rudolf Wolf P.-Sch. je 71 P.: 29. Sieg Karl Marth O.-R. 70 P.: 30. Sieg Heinz Barth O.-R., Wilhelm Depp- ler O.-R., Erich Kinkel O.-R., Emil Klein P.- Sch., Köster P.-Sch, Fritz Loh G.-Sch., Otto Hrknz Sessous Gymn., Wilhelm Stahl O.-R. je 69 P.; 31. Sieg Hermann Falk P.-Sch, Eugen Magst O.-R., Wilhelm Schmelz O.-R., Karl P.-Sch. je 68 P.; 32. Sieg Helmut Brünning Gymn-, Willi Luckhardt O.-R., Hans Marqr,-rdt P.-Sch, Peter Ranft P.-Sch., Karl Heinz Sts-ch Päd. je 67 P,: 33. Sieg Wilhelm Atbach (5.-Sch., Hermann Marth O.-A., Hans Schmidt V.-R Helmut Schneider P.-Sch.

(Abkürzung: Gymn. = Gymnasimn: R.-G. Realgymimsium: O.-R. = Oberrealschule: Päd. Pädagogium: B. H.-Sch. = Vogtsche Handels­schule: P.-Sch. = Pestalozzischule: G.-Sch ----- Goetheschule.)

Oberhesten.

Land!reis Gieße«.

XlX Grünberg, 8. Sept. In der jüngsten Gemesnderalssitzung wurde folgendes be­schlossen: Die Errichtung eines Volksbades in den Kellerräumen der Oberrealschule wird als zur Feit nicht ausführbar erachtet. Die Stadt­verwaltung ist nicht imstande, die notwendigen Baukosten, die vom Hochbauamt in Giesten mit 11 500 Mk. veranschlagt sind, zu tragen. Es wurde daher gegen zwei Stimmen bei einer Stimment­haltung die Errichtung eines Volksbades abge­lehnt. Man will allerdings das Projekt nicht fallen lassen, sondern bessere -Zeiten abwarten. Die Geländekvmmission soll das Gebäude an der Dheo-Koch-Strahe und der Dismarckstraste besichtigest. Die B i s m a r ck st r a ß e soll bis aus die Hege verlängert werden. Die Gelände- kommissivn wird vom Gemeinderat ersucht. Vor­schläge über die Verwendung des notwendigen Erdaushubes zu machen. Es ist beabsichtigt, die anfallenden Erbmassen zur Trockenlegung der Hösetränke zu verwenden. Gebrüder Fatum wird in der Ba hnh of str a ste ein Bauplatz mit einer Front von 15 Metern zu- gesprochen. Der Gemeinderat verzichtet nicht auf die Errichtung einer Brandmauer. Der Bau «MWI ...TimRi n_ ji niir_______LL-ggyqgg«

Eines Ackerpferdes Glück und Ende.

Von Alfred Lohmann.

Von einemSolyman" will ich erzählen. Richt die Geschichte eines orientalischen Herr­schers, sondern nur vpm Glanz und Tod eines braven Potsdamer Schimmels, dessen Leben Mühe und Arbeit, aber auch Ruhm und Erfolg bedeutete. Auf diesem Siegeswege führte ihn kein anderer als Ernst Renz, der Klassiker der Zirkuslunst und Stammvater eines berühmten Artistengeschlechts, dessen, Kunst unsere Väter ost in Staunen und Entzücken versetzte.

Ernst Renz hacke nach einer an äusteren Cr- solgen reichen Äugend den Entschlust gesaht zu heiraten, um vor allem seinen Lieblings Wunsch, Direktor zu werden, erfüllt zu sehem Das Schick­sal spielte ihm aber denselben Streich wie seinem großen amerikanischen Kollegen Barnum: seine Ersparnisse, die er in einigen Kostümen, Reqrck- fiten und drei Pferden angelegt hatte fielen bis auf eins der Pferde einem Brande zum Opfer. Auch der Rest baren Geldes kam im Feuer um: seine Frau, das eine Pferd und etwa 200 Taler waren alles, mas ihm blieb. ..

Man nrust die unentwegte Arbeitskraft eines Ernst Renz kennen sie ist überhaupt den fahrenden Leuten oft mehr angeboren als den seßhaften - , um zu verstehen, daß ihn der Schlag zwar schmerzte, aber nicht unterkriegen konnte. Der Ehrgeiz hielt ihn aufrecht und ließ ihn alle Hindernisse überwinden. Er machte sich zumDirektor", bestand sein Zirkus auch nur aus dem geretteten Pferd dein Freunde Schu­mann, der ebenfalls ein Pferd sein eigen nannte, seiner Frau, einem alten Planwagen und einer Stallmeisterunifprm.

Aber mit zwei Pferden läßt sich kein Abend filllem Da führte ihm ein günstiges Geschick Solyman" in den Weg.

Als ein Bauer bei Pvtsdain mit feinem Schim­mel friedlich den Acker bestellte, kam Olenz vorbei, der seinen bescheidenen Marstall ergänzen wollte. Biel kosten durfte der Gaul, den er erwerben wollte, natürlich nicht, und der brave Hans, der da den Pflug zog, sah auch nicht danach aus, dH man ein Vermögen opfern muhte, um ihn zu besitzen. Er war reichlich mager und obendrein

Ä

müsse an der Straße 12 Meter Front besitzen und eine Tiefe von neun Metern aufweisen.

g. 9t übbings Raufen, 8. Sept. Heute Mor­gen würbe ber älteste Sohn bes Maurers Maus im Steinbruck) ber Firma Schneiber (Dreihausen), als er im Begriffe war, seine Arbeit aufzunehmen, von einem herab st ürzenben Stein er­schlagen. Der Bebauernswerte vollendete vor zwei Wochen sein 21. Lebensjahr. Die Kirchweih, bis lommenben Sonntag stattfinben sollte, würbe mit Rücksicht auf ben Unfall ab g e s a g t.

st- Hungen, 8.Sept. Der Zweckverband Hungen-Schotten hat in den nunmehr dreiviertel Jahren seines Bestehens gute Fortschritte gemacht. Während man bei Er­öffnung der Linie im Dezember v. I. damit rechnete, daß sie sich nicht selbst zu tragen ver­möge und die Garantiesummen der Derbandsge- meinden Hungen. Langd, Rodheim a. d. Horloff, Rabertshausen, Eichelsdorf und Schotten in An­spruch genommen werden müßten, haben bis jetzt die Einnahmen die Ausgaben nicht nur gedeckt, sondern es ist noch ein Tleberschuß verblieben. Wohl hat mit Einsetzen der besseren Witterung und dem Beginn der landwirtschaftlichen Ar­beiten der Verkehr nachgelassen, die Morgen- und Abendfahrten weisen aber nach wie vor eine verhältnismäßig gute Besetzung auf, wäh­rend die Fahrt zu den Mittagszügen weniger benutzt wird. Dieser Cinnahmeausfall wird ie- dvch durch GeseUschastsfahrten an Sonntagen vollständig ausgeglichen. Wie man hört, beabsich- ttgt der Zweckverband die Anschaffung eines weiteren kleineren Wagens, damit dem Wunsche der Bevölkerung entsprechend der Verkehr zu den Frühzügen ausgenommen werden kann. Die Verhandlungen über die vom Minister für Arbeit und Wirtschaft angeregte V e r s ch m e l z u ng der beiden Autolinien bzw. Zweckvcrbände Hungen Schott en und Ridda ällfa haben zu keinem Ergebnis geführt.

Kreis Friedberg.

2$. Dad-Rauheim, 8. Sept. Der Lie­der- und Arienabend, den Frankfurter Künstler gestern im Kleinen Hause veranstalte­ten, erfreute sich leider nicht des verdienten Be­suchs. Was geboten wurde, bewegte sich auf beachtenswerter künstlerischer Höhe. Hildegard v. Buttlar zeigte sich als hochtalentierte Sän- gerim Ihr klangvoller Alt brachte Tondichtun­gen von Schumann, Richard Strauß und Hugo Wolf wundervoll zur Geltung. Aufrichtig war der überaus starke Beifall, der der Kiinstlerin zuteil wurde. Der Baritonist Albert Rücker sang Lieder von Schubert, Richard Strauß und Verdi. Der Pianist Henn Pusch war ein treff­licher Begleiter unh zeigte in drei Solls von Liszt eine verblüffende Technik.

pb. Butzbach, 8. Sept. Auf dem heutigen Schweine markt waren rund 600 Ferkel auf­getrieben. Die Preise bewegten sich wie folgt: Bis 6 Wochen 12 bis 15 Mark, von 6 bis 8 Wochen 15 bis 25 Mk., von 8 bis 12 Wochen 25 bis 35 Mk. Der Handel war ziemlich lebhaft. Gleichzeitig war zum erstenmal mit dem Schweinemarkt ein Rind- v i e h m a r k t verbunden, zu dem 6 Rinder, 7 Kühe und 4 Färsen aufgetrieben waren. Der Handel war gering.

Kreis Büdingen.

Ridda, 8. Sept. Die hiesige Bahn­hofswirtschaft, die ab 1. Oktober d. I. neu zu verpachten war, wurde von der Reichs­bahn dem seitherigen Oberkellner des Bahnhofs­restaurants in Debra, QL Holste, übertragen. Der Pachtpreis beträgt 2780 Mk. jährlich. Be­kanntlich waren 34 Bewerber vorhanden, deren Pachtangebot sich zwischen 700 und 6000 Mk. bewegte.

Ridda, 8. Sept. Sehr niedrig waren die Gebote bei der Versteigerung des städtischen Frühobstes, Dirnen und Aepsel. Für einen Baum mit gutem Behang wurde durchschnitt­lich etwas mehr als 1 Mark geboten. Der hiesige Turnverein hat nun die Mitbe­nutzung seiner neuen Turnhalle für sämt­liche hiesigen Schulen beim Turnunterricht mit der Stadtverwaltung vertraglich geregelt und beschlossen, zur Verwaltung des geräumigen An­wesens einen besonderen Bereinsdiener anzu­stellen, der in der Turnhalle wohnen soll. Ohne erhebliche Kosten kann in der Hall« eine Diener­

schlecht gepflegt. Mochte es nun sein, daß der Schimmel ganz besonders seine Ohren spitzte oder baß selbst sein gebückter Gang dem Kenner Renz Besonderes verriet, der junge Direktor erkannte, daß irgend etwas an dem Gaul war, das der Dauer nicht ausgewertet hatte. Und so ging der brave Hans um den lächerlichen Preis von 70 Talern in den Besitz von Ernst Renz über. Obwohl Hans schon sieben Jahve alt war, wurde er doch noch eimnal umgetauft:Solyman" sollte in Zukunft sein Künstlername fein.

DerZirkus Renz" konnte noch nicht eröffnet werden, weil man zunächst selbst acht Wochen lang darben muhte, um Solyman aufzupäppeln. Diese acht Wochen wirkten Wunder: aus dem Acker­pferd wurde beinahe ein Vollblutaraber. Der mißachtete Gaul wurde zum königlichen Hengst, nachdem die Rippen in Fleisch gebettet waren. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend wurde dressiert: Solyman erkannte, daß nur fleißige Arbeit zum Ziel führt. In kurzer Zeit kannte er alle Gangarten, wußte zu springen und zu apportieren und wurde der Star des neu zu gründenden älnternehmens.

Leicht war freilich der Anfang nicht, Die erste Vorstellung brachte nur einen ganzen Taler und zwanzig Silbergroschen einl Aber schon die zweite hatte einen kleinen Erfolg. Renz und Schumamt glänzten: abwechselnd war jeder Stall­meister oder Reiter. Und Solyman! Der wackere, stolz gewordene Solyman zeigte hohe Schule, apportterte, sprang imb erwies sich als Zug­nummer ersten Ranges.

Von diesen Tagen an begann der Ruhm des Unternehmens: aus der kleinen Arena entwickelte sich ein bescheidener Wanderzirkus, der von Jahr zu Jahr an Umfang und Geltung zunahm, bis endlich der Rame Renz als einer der größten Sterne am Zirkushimmel Prangte. Mancher Künst­ler, manches Pferd hat den energischen Direktor durch lange Jahre seines arbeitsreichen Lebens begleitet. Doch Solvman, der treue Schimmel, stellte feine Kunst bis zum Tode in den Dienst dessen, der ihn vom holprigen Ackerboden in den geharkten Sand der Manege holte. Aller Besucher Augen hefteten sich aus das herrliche Pferd, wenn es sich stolz und elegant in der Arena zeigte, ein Dressurpferh. wie es selten ein Zirkus aufzuweifen hatte. Die rassigeren und edleren Tiere, die nach >uind nach im Marstakl Renz auftauo ten und weit mehr gekostet hatten als der brav? Hans, tourben von ihm mit seiner

Wohnung eingebaut werden. Die erforderlichen Arbeiten werden schon in Kürze vergeben.

* Echzell, 8. Sept. Für den hiesigen Bezirk des Kreises Büdingen wurde an Stelle des nach Daubringen versetzten Lehrers H e n - fei in Bisses Lehrer Hildebrandt in Get­tenau als Mitglied des Krejsschulamts Bühingen gewählt. Oberbergrat Dr. Schottler aus Darmstadt wird am 20. und 21. d. Mts. mit den Lehrern des Kreises Büdingen gea lo­gische Exkursionen im Kreise unternehmen. Am ersten Tage ist Ober-Widdersheim, am zwei­ten Tage Stockheim Ausgangsprinkt. In Orten­berg soll abends ein Vortrag des Gelehrten, der ein vorzüglicher Kenner des Vogelsbergs ist, das wissenschaftliche Unternehmen beschließen, wovon sich die Lehrerschaft nicht nur großen Gewinn für den Beruf, sondern auch für die Anlegung der vom Landesamt für Bildungswesen vor- geschriebenen Heimalbücher für jede einzelne Ge­meinde verspricht.

A Echzell, 8. Sept. Dem Landwirt Hermann R e u h, hier, scheute beim Grummetwenbep eines seiner Pferde. Er fiel vom Wender herunter unb kam unter ben Rechen zu liegen. Die großen Zinken verletzten ihn erheblich.

. Ortenberg, 8. Sept. Bei den Ka- nalisativnsarbeiten am hiesigen Markt­platz ereignete sich ein älnfal l, Beim Herunter- lassen bzw. Einpassen der mehrere Zentner schwe­ren Rohre gab plötzlich der zur Befestigung des Flaschenzuges errichtete Holzbock nach. F l a - scheuzug und Dalken stürzten ab und trafen den im Graben befindlichen Maurer G. Will aus Schwickartshausen an Kopf und Hals so schwer, daß er sofort auf Anordnung des Arztes mit Kraftwagen in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. (Wie wir auf Anfrage in der Chirurgischen Klinik hören, be­findet sich der Wann heute auf dem Wege der Besserung. D. Red.) Da der Autoverkehr immer mehr zunimmt und viele Wagen auswäp- tiger Fahrer eine allzu große Geschwindigkeit entwickeln, hat der Gemeinderat als Höchstge­schwindigkeit innerhalb der Gemar­kungsgrenze 15 Kilometer festgesetzt. Entsprechende Schilder gelangen am Ein- und Ausgang der Stadt, sowie an einigen besonders gefährdeten Straßenkreuzungen innerhalb dersel­ben zur Aufstellung.

rl. Stockheim, 8, Sept. Dr. P a p p e r t vom Berufsamt Frankfurt a. M. hielt gestern seinen dritten Dorlcag vor den Lehrern des Kreises. Anknüpfend an seine beiden ersten Vorträge über die systematische Beobachtung der Schüler sprach er jetzt über das ThemaSchule und Berufsberatung", Wohl liegt das Ziel der Volksschule auf dem Gebiete der Er­ziehung imb allgemeinen Bildung. Zur Aus­wärtsentwicklung unseres Volkes ist es aber jetzt mehr als je notwendig, daß die vorhandenen Kräfte am besten Platze wirken. Dazu muß die Volksschule nach Vermögen mithelsen. Sie kann aus 8jähriger Beobachtung des Kindes ein Per­sönlichleitsbild von ihm geben: das Beruf samt, das nicht vom Kinde, sondern von den Berufen herkommt, braucht dieses Persönlichkeitsbild bei seiner Berufseignungsprüfung. Die Lehrer, in deren Hand der ganze Rachwuchs aller Berufe ist, brauchen eine allgemeine Kenntnis des Be­rufslebens unserer Zeit. Die Berufseignungs­prüfungen der Unternehmer entziehen durch ihre spezielle Fragestellung manche Kräfte ihrer op­timalen Entfaltung, während die Wohlfahrts­ämter die jungen Leute nicht für einen bestimm- ten Beruf aussuchen, sondern die Berufe, für die vorhandenen Leute. Rachdem der Redner noch von der so notwendigen Rationalisierung der Arbeit, sowie über das in Vorbereitung besind- liche Berufsausbildungsgesetz gesprochen hatte, wies er zum Schluß auf das große volkser- zieherische Ziel der ganzen Sache hin: Vergeisti- gimg und Vermenschlichung durch vernunftge­mäße Arbeit.

Kreis Schotten.

=.= Gedern, 8. Sept. Das 50jährige Jubiläumsschießen des Schützenver­eins Gedern, das am Sonntag zum Abschluß kam, nachdem schon an den beiden vorhergegan­genen Sonntagen mit dem Preisschießen begon­nen worden war, kann als recht gelungen be­zeichnet werden. Ein Hauptverdienst gebührt dem

sauberen Arbeit vollkommen in dien Schatten gestellt.

Den Gipfel von Solymans Ruhm bildeten die glanzvollen Pantomimen des Zirkus Renz, in denen er die vierbeinigen Hauptrollen über­nahm: er glänzte als feuriger Ungar inMa- zeppa", dem großen ungarischen Reiterstück, spielte den arabischen Vollblüter inDer Araber und sein treues Roß" und erzielte ungeheuren Bei­fall imEngländer in der Manege". Der Ruhm Solymans war mit dem seines Meisters un­trennbar verbunden.

Im Laufe der vierundzwanzig Jahre, die das Pferd seinem Lehrer treu diente, wurden nun doch die Beine etwas steifer und wie das so auch im menschlichen Leben geht mit den Titelrollen war das so eine Sache. Gewiß, feine alten Glanzrollen inMäzeppa" und imAra­ber" ließ er sich nicht sogleich nehmen. Aber schließlich ginge doch nicht mehr recht. Das Pu­blikum mochte Wohl auch nicht mehr so ganz mit ihm zufrieden feig. Sein Meister mußte ihm also das wohlverdiente Gnadenbrot geben. Aber der Schüler war wie sein Lehrer: gar nichts zu tun, das ging nicht an. So trat er zwar die Sokorollen an jüngere Konkurrenten ab, lief aber unter den vielen anderen Pferden eifrig als Statistenführer mit. In der abschließenden Großen Vorige" bildete der alte Solyman das letzte Pferd noch^ als er schon einunddreißig Jahre zählte. Trotz seines Alters war er noch zuver­lässiger als andere, denn dieses lcchte Pferd muhte ja die ganze Reihe, über die hinweq- gesprungen wurde, zufammendrängen und durfte nicht welchen, damit alle stillstanden.

Eines Abends war's, fo in den siebziger Jahren, bei einer glanzvollen, stark besuchten Vorstellung, als sämtliche Pferde zurGroßen Voltige" hcremgelasfen'wurden. Als letztes Pferd, wie Abend für Abend, der alte, brave, aus­gediente Solyman! Und da sollte sich sein Ge­schick erfüllen: An der Manegentür stolperte das treue Pferd, stürzte und blieb liegen. Es hatte das Genick gebrochen. (8ine plötzliche Stille herrschte im Raum sekundenlang stutzten alle Pferde und hörten auf zu laufen. Und zur Ma­nege herein stürzte Meister Ernst Renz, warf sich über den taten Liebling und weinte und schluchzte vor taufend Augen,

Aus dem Fell des braven Tieres^ ließ sich Renz eine Decke machen, die lange Jahre vor seinem Bett lag.

Schühenverein Ortenberg, der sich stark beteiligte und auch bei der Preisverteilung gute Ergebnisse zu verzeichnen hatte. Außerdem be­teiligten sich am Kleinkaliberschießen die Klein­kaliberschützenvereine Gedern, Vol­kart s h a i n und Wenings. Bei der Ab­schlußfeier ernannte Schützenmeister Reinhard Diehl im Ramen des Vereins die Herren Post­meister Mehring und Philipp Reichert II aus Anlaß ihrer mehr als ZOjähiigen Zugehörig­keit zu Ehrenmitgliedern. 3m Anschluß hieran hielt Hofprediger Widmann einen Vor­trag über das 50jährige Bestehen des Vereins, der einen interessanten Rückblick auf die Vereins­geschichte gab.

X!X Groß-Eichen, 8. Sept. Ganz plötzlich ftu r b hier unter schweren Krämpfen das sechs­jährige Töchterchen des Molkers ber Mol­kereiVogelsberg". Wie angegeben wirb, soll bas Kind nach b e m Genuß von Obst gestorhen sein. Vermutlich hat es Wasser darauf getrunken ober meltauiges Obst genossen. Einige ©hinten noch dem Obstgenuß war es tot.

Kreis Aisselo.

-er. Homberg a. d. Ohm, 8. Sept. Der Aus­trieb zum gestrigen Sch Weinemarkt betrug 347 Stück Ferkel. Für 6 bis 8 Wochen alte Tiere wurden pro Kopf 13 bös 18 Mk., hingegen für 8 bis 12 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mk. pro Stück bezahlt. Am Anfang des Marktes war das Geschäft schleppend, es herrschte nur geringe Kauflust. Doch gegen ben Schluß hin war der Handel lebhaft: dennoch verblieb etwa« Ueber- stand. Dem Stand der landwirtschaftlichen Ar­beiten entsprechend war der Marktbesuch ein guter. Nächsten Sonntag veranstaltet dje hie­sige S ch ü tz e n g i l ö e, ein Kleinkaliber-Schützen- vevetn. auf seinem eigenen Schießstande ein Preisschiehen. Den Schützen winken wert­volle Preise.

Z D a n n e n r o b, 8. Sept. Bei bem günstigen Erntewetter ber porigen und dieser Woche find die Erntearbeiten gut fortgeschritten. Gerste, Weizen und etwa die Hälfte des Hafers konnten nach Hause gebracht werden. Die Grummet­ernte ist in vollem Gange und ergibt einen reich­lichen unb guten Ertrag. Der Ertrag bes Ge- treibes ist gut, boch ist durch Auswachsen bei Roggen, Gerste und eines Teiles Weizen großer Schaden entstanden.

Kreis Lauterbach.

WSN. Lauterbach, 8.Sept. Uebcr dem be- nadjborten Bermutshain entlud sich gestern nachmittag ein schweres Gewitter. Dabei würbe eine ßanbiüirtsfrau, bie gerade aus bem Felde beschäftigt war unb Rübenblätter pflücken wollte, vorn Blitz getroffen unb sofort getötet. Ihre Angehörigen fanden sie später tot neben bem beladenen Schubkarren liegen.

Rundfunk-Programm

deS Frankfurter SenderA.

(Aus ber.Radio-Umschau*^

Samstag, 10. September.

15,30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Hausorchesters: Operettenmusik. 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde (für di? reifere Jugend). 18,15 bis 18,45: Der Briefkasten. 18,45 bis 19,10:Kuriositäten aus Zeitungen", Vortrag von Dr. Doris Dauber. 19,15 bis 19,45: Funkhochschule (Abteilung Phi­losophie):Bertrand Rüssel und die englische Philosophie der Gegenwart l", Vortrag von Privatdozent Dr. F. Heinemann. 19,45 bis 20,15; Stunde des Frankfurter Bundes firr Volksbil­dung:Das Blumenkleid ber scheidenden Rqtur", Vortrag von Palmengartendirektor O. Kraus. 20,15: Bunter Abend. Anschließend bis 0,30: TanKprvgramm.

Kirchliche Nachrichten.

3fr. Religitznsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süda'nlage). Samstag, den 10. Sept. 1927. Vorabend 6.30, morgens 8.30, abds. 7 p. 7.40.

Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft, Sabbatfeier, den 10. Septbr. 1927. Freitag abd. 6,25, Samstag norm. 8.00, nachm. 4.30, Sabbatapsgang 7.40. Wochengottesdienst: morg. 6.15, abds. 6.00.

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Ein Museum

als Schreckenskammer.

London, die Stadt der meisten Museen, die so merkwürdige Sammlungen in ihren Mauern birgt, hat auch eine einzigartige Sammlung in dem Historischen Medizinifchen Musyum in Wignore- Street aufzuweifen. Diese überaus reichhaltige (Sammlung, die erst vor kurzem der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde, ist aus einer Anzahl von Stiftungen hervorgegangen. In dem an Sammlern so reichen England haben Aerzte und Apotheker wertvolle Kollektionen zujammengebracht, die sich auf die Geschichte der Heilkunde in allen Ländern und zu allen Zeiten bezogen und hier vereinigt wurden. Gelehrte finden hier geradezu eine unerschöpfliche Quelle für Studien aller Art, aber auch der Laie kommt auf feine Rechnung, denn einzelne Teile pes Museums pnd wahreSchreckens- kammern." Nirgends sind so reiche Zeugnisse der primitiven Medizin als in der Abteilung, die ethno­graphische Gegenstände enthält- Da sieht man Dutzende von Schädeln afrikanischer Wilder, die von denKopfjägern" mit tiefen Einschnitten ver­sehen und mit Meißeln merkwürdigtätowiert" sind. Da gibt es grausig geschmückte Schädel der Maoris mit zusqmmengenähten Augenlidern, um Zauberei abzuwenden. Die Maoris bewahrten nqmlich früher die Schädel ihrer Verwandten und Freunde mit denen der erlegten Feinde auf. indem fic sie in Rauch dörrten. Die Augen der Freunde blieben offen, aber die der Feinde wurden forgfäU tig zufammengenaht. damit nichtder Höfe Blick" der Toten fchaden könne. An zahlreichen Modellen gerben die Verunstaltungen vorgefüßrt die primi­tive Völker sich beibringen, um die Götter zu ver- föhnen. Kleine elfenbeinerne Modelle des menfch- ttchen Körpers, die mit großer Kunst geschnitzt sind, stellen anatomische Vorbilder dar, an denen im 16. Jahrhundert die Studenten unterrichtet wurden. Sehr groß ist die Sammlung dec Amulette, die gegen Krankheiten verwendet wurden. In einer Ecke sindet man Reliquien von Heiligen, die von Heinrich II. und Richard I. aus Frankreich gebracht wurden und eine große Heilkraft ausüben sollten. In einer anderen Ecke sindet sich eine vollständige Hütte eines Kopfjägers von Reu-Guinea. Das Museum besitzt die reichhaltigste Sammlung von Mikroskopen und Brillen. Zangen, wie sie von römischen Zahnärzten des ersten christlichen Jahr­hunderts benutzt wurden, liegen neben den glän­zenden Instrumenten der modernen Zahnärzte. B.