Aus der Provinzialhauptstadt
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Kurhaus Bad-Nauheim
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Abends ab Sl/2 Uhr:
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Samstag, den 10. September 1027
im groben Bühnensaal
Von den Männern bewundert
wird daS schöne, schimmernde und seidig weiche Haar einer Arnu, dal sie es roicberüolt mir Lovarensalz gewaschen Ret langem Haar löse man 10 Gramm Lavarensalz in 250 Gramm Wasser auf, wäDrend inan bet Kur^haarschnitt, also Bnbikovs oder Herrenschnitt, das Streu-Lavaren nehmen kann, das nur 00 Pfennig kostet, aber für mindestens Aebn bequeme Waschungen ausreicht. Solche Waschungen mit Lavarensalz vflegen, reinigen und erhalten das Haar.
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uchung wurden Hauses Frie- eine Dohnmg n versteckt 6 i e eile der Er- die Leiche ter n. Dafür, daß Ährt HÄ haben bringen lasten, lonbeü oder ob chten Eingriffs wofür gewisse OtouHmn er* noch nicht er* rg find MMi. wtrn ausgesetzt
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war im Altertum eine außerordentlich ge# fürchtete Aufgabe. Vor den Toren des alten Theben lag das feltfame *ZDefen, halb Mcnfch, halb TierM und wehe dem Vorüberkommen den, der nicht-'
unübertroffen iß'/’ und daß hier beße Qualität mit niedrigstem freife verbunden ijt.—
Berliner Börse.
Berlin, 9. Sept. (WTB.-Funkspruch.) 3nr heutigen Vormittagsverkehr macht sich wieder eine freundlichere Stimmung bemerkbar. Der 25-Millionen-Dollar-Kredit der Deutschen Bank für die mittlere Industrie löst allgemein starke Befriedigung aus. Das Geschäft ist noch nicht sehr groß. Die Kurse werden etwas höher als gestern genannt. Farben 281, AEG 174,5, Siemens 275,5, Rheinstahl 810. Am Devisenmarkt kommt London—Paris auf 124,00, Kabel 4,8622, Mailand 89,45 und Madrid auf 28,83.
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airt mit feinem östlich ging der ater. Der Land. ' einen Strudel gen. Beide er«
letzt ou8 dem Schaufenster herausgeholt werden. Er wurde in das französische Mitttäclazarett eingeliefert, wo er nachmittags verstarb.
Lpd. Mainz, 8. Sept. (£11.) Sn der letzten Rächt st a r b e n infolge Genusses giftiger Pilze die 42 Jahre alte Arbeiterin Helene Ohler und ihr Bräutigam, der 54 Jahre alte Maler Adam Stadtmüller, die, wie wir bereits meldeten, im Städtischen Krankenhaus hatten eingeliefert werden müssen. Die Ohler hinterläßt zwei unmündige Kinder. Bedenklich ist auch der Zustand der 18jährigen Lilli Müller und ihres Bräutigams, des 20jährigeN Dachdechers Josef Posselmann, die ebenfalls von den Pilzen gegessen hatten.
ibe getötet ensabrik ist ein n geborsten. Ein es Fobrikgebän- je Das andere i den Kopf und zweiter Arbeiter
ftande war, ihr Raffel zu tdfen l <£r wurde-P ren und Verfehlungen. Als aber dem. Oedtpus Ifang des Ratfels gelungen war, furzte fich die Sphinx* vom Reifen ins Meer. *& gab auch einmal ein Sphinx- Raffet, das dem Raucher-'* vorgelegt wurde: Welches iß die beße, preist werteße 'Zigarette ? Aber der Raucher weiß jetzt Icingß7 daß an Milde, Aroma und £)ekomm„ lichkeit die berühmte Adarke
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Grenze ^Behörden ' Falles, die 'chwierig ge.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
O Dornholzhausen. 8. Sept. 3n der Zusammenlegungssache der h efigen Gemeinde hat nunmehr das Kulturamt in Wetzlar den Ausrinandersetzungsplan festgelegt und seine Ausführung nach Maßgabe der Ausführungsbestimmungen angeordnet. Die Ausführungsbestimmungen sind bei den Gemeind evorstehem in Dornholzhausen, Hochelheim und Riederkleen sowie bei den gemeinschaftlichen Bevollmächtigten zu Dornholzhausen zur Einsicht der Beteiligten ausgelegt. Tragfähige, nicht mehr verpflanzbar« Obstbäume dürfen nur mit Zustimmung der Plan- empfänger, in deren neue Pläne sie fallen, entfernt werden: Zuwiderhandlungen werden be- straft. Als spätesten Zeitpunkt der Besitznahme der Abfindungen hat das Kulturamt für die mit Wintergetreide bestellten Grundstücke den 6. September und für die mit Sommerfrucht bestellten den 15. September festgesetzt.
Dillkreis.
bl. Herborn, 8. Sept. Von einer Schiff», schaukel getroffen wurde hier ein kleines Mädcl>en. Das Kind erlitt derart schwere Kopfverletzungen, daß es in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M., 8. Sept. Zur Zeit herrscht in der Frankfurter Gemarkung eine außerordentlich starke Raupenplag, wie sie seit vielen Zähren nicht mehr zu verzeichnen war. Besonders großer Schaden wurde auf den Feldern im nördlichen Teile der Stadt verursacht. An der Homburger Landstraße und an der Straße nach Vilbel sieht man ganze Kohlfelder, die völlig zerfressen sind. Auch in Oberrad ist die Plage sehr stark. Vielerorts sieht man Gemüsegärtner und Siedler, die das Ungeziefer von den noch gesunden Pflanzen ablesen und verbrennen.
Kreis Hcrsfeld.
WSN. H e r s s c l d , 8. Sept. Kreisärztlich festgestellt wurden in verschiedenen Orten des Kreises insgesamt 16 Fälle von spinaler Kinderlähmung, davon zwei tödliche, fünf Fälle von Ruhr (ein tödlicher) und ein Fall von Schlaf- g r i p p e. Die Kinderlähmung verlief meist ziemlich mild. Zur Verhütung der Weiteroerbreitung der Seuche sind die Schulen In Friedewald und Wip- pershain geschlossen worden, ebenso die Wirtshäuser in Lautenhausen, Wippershain und eins in Friedewald. In vielen Orten des Kreises und der an- grenzenden Gebiete find außerdem Scharlach und Masern festgestellt worden.
Starkenburg.
WSR. E b e r st a d t, 8. Sept. Zn der gestrigen Gemeinderatssihung stand als einziger Punkt die Stellungnahme zur Wahl eines B e - rufsbürgermeisters auf der Tagesordnung. Bei der Wahlhandlung wurden 21 Stimmen abgegeben, davon 9 weiße, die übrigen Stimmen verteilten sich auf 6 Kandidaten. Darauf stellte die sozialdemokratische Fraktion den Antrag, den Bürgermeister Ritzel von Michelstadt zu befragen, ob er bereit sei, den Dürger- meisterposten anzunehmen. Der Antrag wurde mit 12 gegen 9 Stimmen angeirommen.
* Darmstadt, 8. Sept. In- W a l d - E r l e n- b a ch (Kreis Heppenheim) wurde bei einer Schlägerei der Steinhauer Georg Bi erröder aus Wald-Erlenbach getötet. Die näheren Umstände des Vorfalles sind noch nicht festgestellt.
WSR. Langen, 8. Sept. Zm Verlaufe einer Streitigkeit in der Familie Darenz wollte die Mutter des Mannes schlichtend eingreifen. Als sie die Treppe hinaufstieg, um mäßigend auf ihren Sohn einzuwirken, stürzte dessen Frau die Treppe hinunter und riß ihre Schwiegermutter mit hinab. Die alte Frau stürzte rücklings auf das Steinpflaster und erlitt einen so schweren Schädelbruch, daß sie auf der Stelle tot war. Der Sohn, der als Urheber des Vorfalls gilt, wurde in Haft genommen.
Rheinhessen.
WSR. Mainz, 8. Sept. Als gestern mittag ein französischer Soldat die Ludwig- straße hinabradelte, glitt unterwegs infolge der Rässe das Fahrrad aus und stieß mit grvster Wucht gegen den Randstein des Bürgersteigs. Der Soldat wurde dadurch in großein Bogen heruntergeschleudert und stieß mit dem Kopfe direkt in das Schaufenster eines Schuhgeschäfts. Die Scheibe ging in Trümmer und der Soldat mutzte blutüberströmt und schwerver-
— Die Freiwillige Sanitätsko- lonne vom Roten Krauz kann im nächsten Zahre auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblcken. Aus diesem Anlaß wird für Ende August oder Anfang September eine besondere, grötzere Veranstaltung vorgesehen. Gleichzeittg damit findet der 10. hessische Sanitätskolonnentag vom Roten Kreuz hier statt.
** Fe st genommen wurde hier der Kaufmann Rich. Sinn aus Gablenz, der schon längere Zeit wegen Unterschlagung zum Nachteil einer Darmstädter Firma gesucht wurde. Ferner wurde ein Zwangszögling, der in der Erziehungsanstalt in Sinsheim (Baden) entwichen war und in Karlsruhe ein Fahrrad entwendet hatte, hier verhaftet.
” Personalien. Ernannt wurde der Kanzleigehilfe bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Wilhelm Habermehl, mit Wirkung vom 1 .August 1927 an, zum Kanzlisten. — Zn den Ruhestand verseht wurde der Strafanstaltsobec» Wachtmeister bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Zakob Weil auf Rachsuchen, mit Wirkung vom 1. Dezember 1927.
** A u f dem Wege der Besserung. Die am Mittwochvormittag zwischen Leihgestern und Gießen verunglückten Motorradfahrer, Händler Karl Häuser aus Steinberg und Landwirt Heinrich Gilbert aus Watzenborn, befinden sich, wie wir auf Anfrage in der Klinik hören, auf dem Wege der Besserung.
' Eine Rosenaus st ellung in Bad R a u h e i m findet morgen, Samstag, von 10 bis 7 Uhr im großen Bühnensaal des Kurhauses statt. Da nach dem herrlichen Sommerwetter der letzten Wochen die Rosenfelder noch einmal in voller Blüte stehen, deren Flor den des Sommers an Schönheit übertrifft, kann man von der Veranstaltung der bekannten Rosenfirma Gebr. Schultheis in Steinfurth einen besonderen Genuß erwarten. Eine Gewähr für den Umfang und das Gelingen der Ausstellung dürfte auch in der Mitwirkung der Bade- und Kurverwaltung zu erblicken sein. Bei dem großen Andrang, der für den späteren Rachmittag zu erwarten ist, dürfte sich für Rosenliebhaber der Besuch in den frühen Tagesstunden besonders empfehlen. Räheres ist aus dem heuttgen Anzeigenteil zu ersehen.
WSR. Reue Marken der Angestelltenversicherung. Am 1. Oktober werden die bisherigen Beitragsmarken der Angestelltenversicherung aus dem Verkehr gezogen und durch neue, technisch verbesserte Marken ersetzt. Für die Zeit nach dem 1. Oktober dürfen nur die neuen Marken verwendet werden.
Drucksachen alterAtt
lie vrühl'sche Universitäts-Druckerei, R. Lange, Gießen. Schulstr. 7.
Dornottzen.
— Tageskalender für Freitag. Palast-Lichtspiele: „Der Roman eines armen Artisten". — Astoria-Lichtfpiele: „Der Schrecken von Texas".
— Deutschnationaler Handlungs- gehilfen-Verband. Die Ortsgruppe Gießen eröffnet ihre Wintervortraasfolge morgen mit einem Vortrag „Die Herrschaft der Fünfhundert" mit Lichtbildern, nach dem gleichnamigen Buche des Reichstagsabgeordneten W. Lambach- Berlin. Der Vortragsabend soll, wie man uns schreibt, nicht der Kritik dienen, er soll lediglich die Wirklichkeit zeigen, wie sie ist. Der Vortrag handelt in Wort und Bild von der Arbeit der 493 bis 500 Abgeordneten, die bei der letzten Wahl in den Deutschen Reichstag gewählt sind. Man beachte die heuttge Anzeige.
— Der Mandolinen- und Gitarrenverein „Reapvlita" beginnt am 19. d. M. einen neuen Kursus für Anfänger und Fortgeschrittene. Es ist hier Gelegenheit geboten, sich in Mandoline und Gitarre weiter auszubilden und das Zusammenspiel zu pflegen. Der Besuch des Kursus ist zu empfehlen. (Siehe heutige Anzeige.)
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7. Ser
** Noch ein vielbegehrter Posten. Für die kürzlich zur Besetzung ausgeschriebene neugeschaffene Stelle eines Stadtbaurates für die Hochbauabteilung unseres Stadtbauamts haben sich 53 Bewerber gemeldet. Die Angebote werden gegenwärtig von den zuständigen städtischen Stellen geprüft.
** Der Neubau des Direktorwohnhauses des städt. Elektrizitätswerkes ist vor einigen Tagen begonnen worden. Die Erd- und Maurerarbeiten werden von der hiesigen Firma H. W. Rinn cmsgeführt. Der Rohbau soll noch in diesem Herbst fertiggestellt werden.
•• Die Durchführung der Arbeitslosenversicherung. Das Hessische Gesamtministerium hat eine Verordnung zur Ausführung des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 16. Zuli 1927 erlassen: Hiernach ist oberste Landesbehörde im Sinne des Gesetzes der Minister für Arbeit und Wirtschaft. Dieser hat in einer Verordnung bestimmt: Zm Sinne des Gesetzes ist Gemeinde jede Stadtgemeinde von über 20 000 Einwohnern, Gemeindeverband jeder Kreis, Vorstand der Gemeinde der Oberbürgermeister, Vorstand desGe- meindeverbaTrdes der Kreisdirektor, Gemeindeaufsichtsbehörde das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Handel und Gewerbe.
** Die Höchstbezugsdauer in der Er» werbslofenfürsorge. Angesichts der günsti- gen Entwicklung des Arbeitsmarktes hat der Reichs- arbeitsminister die allgemeine Höchstbezugsdauer in der Erwerbslosenfürsorge mit Wirkung vom 12. September ab grundsätzlich wieder auf das regelmäßige Maß von 26 Wochen festgesetzt. Bis zu 39 Wochen darf die Unterstützung nur noch folgenden Berufen gewährt werden: Gärtnerei, Metallverarbeitung und Industrie der Maschinen, Lederindusttie, Holz- und Schnitzstoffgewerbe, Bekleidungsgewerbe, Angestellte. Die Befugnis der örtlichen Stellen, zur Vermeidung unbilliger Härten die UnterstützunHs- dauer im Einzelfall bis zu 13 Wochen zu verlängern, bleibt unberührt.
" Kammergerichts-Llrteil über die Drötchenabgabe vor 7 Uhr morgens. Aus Köln wird vom WSR.-Dienst berichtet: Ein hiesiger Bäckermeister erhielt einen Strafbefehl, weil er vor 7 Uhr morgens frische Brötchen an seine Kunden, bevor sie zur Arbeit gingen, geliefert hatte. Gegen den Strafbefehl erhob der Bäckermeister Einspruch und erzielte in erster und zwetter Znstanz einen Freispruch. Runmehr legte die Oberstaatsanwaltschaft Berufung ein; das Oberlandesgericht Köln erklärte sich jedoch für unzuständig, so daß fich nun das Kammergericht in Berlin mit der Angelegenheit zu befassen hatte. Dieses verwarf nach mehrstündiger Verhandlung die Revision des Oberstaatsanwalts, wodurch das freisprechende Urteil jetzt endgültig Rechtskraft erlangt hat. Für das Bäckergewerbe dürfte diese Ents^eidung von weittragender Bedeutung sein.
** D i e diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe in Gießen, über deren sportliches Ergebnis wir an anderer Stelle der heuttgen Ausgabe berichten, finden heute vormittag mit einer Feier der Schuten ihren Llbschluh. Die an den Wettlämpfen beteiligten Kinder nehmen an dieser Feier teil, während die übrigen Kinder zum Teil einen Schulspaziergang unternehmen. Heber die Schlußfeier werden wir noch berichten.
G i e b e n, den 9. September 1927.
W'r* und die Schnaken.
(Ein leider nur allzu wahres Begebnis.)
Kürzlich erwache ich morgens mit Schnakenstichen übersät. Als mich meine Frau ansieht, lacht sie laut: „Olein, Peter, wie du ausfiehst, dein linkes Auge ist ja fast zugeschwollen und die sieben weißen Znseln auf deiner rechten, roten Wange — hahahaha!!" Zch lache nicht mit, sondern zerschlage heftig eine n-ederträch- tige Schnake, die gerade im Begriff stand, mir das Blut aus der Hand zu saugen. Drei Tage lang laufe ich mit meinen geschwollenen Auge in der Weltgeschichte herum, und ich lasse, ohne mit der Wimver zu zucken — kein Wunder, bei der Lil. sch Wellung! — die Anspielungen der Kollegen auf meine schlagfertige Frau über mich ergehen.
Richt lange danach weckt mich eines Rachts meine Frau aus dem ersten Schlummer: „Peter, Peter, eben hat mich eine Schnake gestochen!" — „Schlag' sie tot!" murmelte ich und drehe mich av dir andere Seite. „Peter, sieh doch um Himmels willen einmal nach, meine Lippe schwillt mit rasender Geschwindigkeit an!" Zetzt werde ich wach, schalte das Ach. an und staune: Meine Frau sieht schon vollkommen entstellt aus und schaut mich hilflos an. Zch hole ihr Zucker herbei, das heuer vielfach empfohlene Linderungsmittel, die Lippe schwillt weiter, w.r machen Umschläge mit Franzbranntwein — die Lippe sieht aus, als habe man einen Finger hineingeschoben. Zch stehe rat- und machtlos, da stürzen meiner Frau die Tränen aus den Augen: „Es geht zu Ende," bringt sie mit zitternden Lippen endlich mühsam hervor, „die Schnake, die mich stach, kam vorher mit einer Leiche in Berührung, dadurch war der Stich giftig, und nun bin ich rettungslos verloren!" Zch versuche umsonst, ihr diesen Gedanken auszureden. „Das ist meine Strafe, weil ich kürzlich über dich lachte, als du so zerstochen warst," schluchzt sie, jetzt infolge der Todesangst am ganzen Körper bebend. „Zch hole ärztliche Hilfe", sage ich entschlossen und gehe zum Fernsprecher, nachts um die vierund- zwanzigste Stunde. Die Auskunft war einigermaßen beruhigend, aber — sofort Eisumschläge! Za, wenn man das so hätte! Zch ziehe mich eiligst an, laufe um 1/tl Uhr eine gute Weile vergeblich herum und bringe eine halbe Stunde später das hciß, nein, das eisig ersehnte gefrorene Wasser zu der inzwischen bis zur Unkenntlichkeit entstellten Gattin heim. Das Eis brachte das Anschwellen erst zum Stillstand, dann zum Rück- gang, und nach drei Tagen ist meiner Frau nichts mehr von der Geschwulst uni> noch weniger von der aus gestanden en Todesangst anzusehen.
Vorgestern nacht fand der dritte große Schnakenc^igrifs auf uns statt. Zmmer, wenn wir unmittelbar vor dem Einschlafen toaren, ertönte ein ganz feines, singendes Sssssss und lieh uns wieder hellwach werden und in die Höhe fahren. Rach dreistündigem, zum Teil erfolgreichem, ins- gefamt aber aussichtslosem Kampf war meine Frau erschöpft imb griff zu einem letzten Mittel: Sie stopfte sich die Ohren voll Watte, band sich einige große Tücher derart um den Kopf, daß nur die Rasenlöcher freiblieben, und deckte sich bis zum Halse zu. Zch kämpfte weiter. Zetzt saß eine Schnake auf der ©teile der Kolter, unter der sich die Schulter meiner Frau befand. WaS tun? Zch trage ihr den Fall vor. „Schlag zu!" drang es. wenn auch schwer verständlich, unter den Tüchern hervor. Gleich darauf kennzeichnet ein roter Fleck die Mordstelle. Bald danach sitzt eine Schnake auf dem Tuch über der Olafe. „Zch schlage jetzt vorsichtig auf deine Olafe“, mit diesen Wor'en kündigte ich meinen weiteren Fcldzugsplcm an. Wieder ein roter Fleck auf dem Tuch, und unter dem Tuch kommt's jetzt auch rot hervor: Der Schlag war doch nicht leicht genug gewesen und hat ein Rasen bluten zur Folge. Zwar ging auch diese Rächt herum, aber wir erhoben uns am Morgen vollkommen zerschlagen an alten Gliedern. Zudem waren wir mit solchem Grauen vor kommenden ähnlichen Rächten erfüllt, daß wir so lange grübelten, bis wir einen rettenden Gedanken hatten. Diesen haben wir umgehend in die Tat um- gesetzt: Um vttrundzwanzig Uhr krochen wir unter einem riesenhaften, ganz fein- löcherigen Reh hindurch in unsere Betten und haben die vergangene Rächt zmn erstenmal seit vielen Wochen ohne Störung durch Schnaken
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ROSENTAG von 10 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends Rosea-SoE.dsrsd'teii der altbekannten Rosenfinna
GEBR. SCHULTHEIS, STEINFURTH
bei Bad-Nauheim, gegründet 1368
sä?, wurden bet- ©fein- unö Fluren n gab. Dos r Hauser ein. WHtfoerf luassrn los, FriÄivä zerrütt unb so.
ROSEN-FEST
Das Publikum wühlt die Rosen • Königin von Bad-Nanhelm für 1927
Einholen u. Krönung der gewählten Rosen Königin
ROSENBALLETT
Eiairit! zir Bosenschan von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 2 Uhr frei. Ab 2 Uhr wird von iNicht- inhabern von Kur- und Dauerkarten für das Terrassenkonzert des Kurorchesters einschließlich Rosenschau der übliche Eintritt von 50Pf. erhöbe..
Eintritt znm Besamest ab 8'/, Uhr abends 2 Mk., für Besitzer von Kur- und Dauerkarten 150 Mk„ Tischbestellungen an den Kurhaus-Restaurai eur Telephon 2081 erbeten 81(54D
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