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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Ur. 184 Zweiter Blatt

Dienstag, 9. August (927

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Turnen, Sport und Spiel

geeignete Llebungsplähe zur Versügun

Linzelk ämpse.

end. 1. Emil Daub,

Wieseck, 1,40 Meter; 3. Gustav Pfaff, Launs-

Guyot, G e i st,

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Hopfenmüller,

Gelbert, Birken st ock.

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bach, 2llbert Schäfer, IZaunsbach und Hofmann, Heuchelheim, 1,30 Meter.

Speerwurf, Aktive. 1. Gustav ler, Gleiberg, 37,51 Meter; 2. Otto

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Vereinen ständen.

Den natürlich kämpfen, gerungen

Bachmann, Richtberg,

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Herborn, 33,70 Meter; 3. Ernst Hahn, Krof dorf, 32,86 Meter.

Stabhoch, Aktive. 1. Wilhelm Leu ther, Burkhardsfelden, 2,80 Meter; 2. Wilhelm Leitner, Grohen-Linden, 2,65 Meter.

Diskuswurf, Jugend. 1. Richard Schä fer, Gießen, 24,12 Meter; 2. Philipp Engel

Hochsprvng, 3 u g e n D. 1. Emil Gaub, Oppenrod, 1,45 Meter; 2. Audolf Ostwald,

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sich dies bei dem 1500-Me!er°Lauf für Jugend­liche. Das zahlreiche Feld zog sich durch reichlich scharfen Start sofort auseinander, nach der ersten Runde bildete sich eine Spitzengruppe von vier Mann, die bis zum Schluß zusammenblieb und besonders scharf im Endspurt lief. Ein recht gutes Rennen wurde noch bei den 200 Meter für Sportler und besonders bei den Stafetten gelaufen. Der unstreitig beste Langstreckenläufer Otto B a l s e r-Gießen, der am kommenden Sonn­tag in Hannover bei den Bundesmeisterschaften die 5000 Meter bestreitet, lief ein ganz hervor­ragendes Rennen und siegte wie er wollte. Bei seinem glänzenden Schluhlauf fand er stürmischen Beifall. Ohne Zweifel darf die veranstaltende Organisation die Durchführung und den Verlauf der Weltkämpfe als einen Gewinn buchen.

Die Feststellung der Ergebnisse zeigte folgen­des Bild:

Höhepunkt erreichte die Veranstaltu » am Rachmittag bei den Entscheidung 5 bei denen äußerst scharf um den Sic *

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den. Alle Maschinen werden selbstverständlich elektrisch betrieben; den Strom liefert ein eige­nes Elektrizitätswerk, dessen drei riesige Diesel­motoren im Keller untergebracht sind. Die mäch­tigen Schwungräder erzeugen eine Kraft von 920 PS. Auch die gesamte Beleuchtungsanlage wird von den: Elektrizitätswerk gespeist. Wenn Reparaturen des Elektrizitätswerkes notwendig werden, tritt eine große Akkumulatorenanlage in Tätigkeit, die auch den Betrieb in den Racht- stunden versieht, in denen das Kraftweick nicht arbeitet. Reben dem Elektrizitätswerk liegt das eigene Wasserwerk des Hotels, das in jeder Stunde aus drei eigenen Brunnen 75 000 Liter Wasser empvrheben, reinigen und vom Eisen be­freien kann. Ratürlich ist das Haus auch an die städtischen Wasserwerke angeschlossen, um beim Versagen des Wasserwerkes nicht in Verlegen­heit zu geraten. Für die Zentralheizung und die Warmwasseranlage müssen täglich mehrere Last­automobile Koks und Steinkohle anfahren.

Alle Drucksachen, die Speisekarten, die Blocks für das Personal und eine eigene Tageszeitung, die jeder Gast umsonst am Rachmittag auf sein Zimmer geliefert erhält, werden in der eigenen Druckerei hergestellt, in der acht Arbeiter be­schäftigt sind. Eine Schneiderwerkstatt, die mit sechs amerikanischen Bügelmaschinen ausgestattet ist, bessert die Kleider der Angestellten und der Gäste aus. Auch ein Schuster wohnt im Hause. Zum Hotel gehören ferner eine Tischlerei, eine Schlosserei, eine Tapezierecwercstatt; hairdmerk­liche Arbeiten werden von eigenen Maurern, Rohrlegern und Installateuren ausgeführt. Wäh­rend des ganzen Tages ist eine Teppichklopf­maschine in Tätigkeit; denn alle Zimmer unö alle Korridore sind mit Teppichen belegt, die bei dem großen Verkehr bald schmutzig werden. Alle Handwerker, Arbeiter. Handlanger, Kell­ner und Zimmermädchen sind fest angestellt, niemand hat Anspruch auf Trinkgeld. Auch die ehrwürdige Einrichtung des Hotelportiers mit der geöffneten Hand gehört der Vergangen­heit an. Ein Derkehrsbureau, das alle Aus­künfte erteilt, Theaterkarten besorgt und über­haupt alle Funktionen der früheren Hotelpor- tiers ausübt, besorgt die Aufträge kostenlos. Jedes Zimmermädchen besitzt ein sogenanntes Derichtbuch", das täglich dem Hauptbureau ein­gereicht werden mutz. Alle Schäden, die den Zimmermädchen in den Hotelzimmern auffallen, werden in das Berichtbuch eingetragen; da alle Arten von Handwerkern stets im Hause anwesend sind, können die notwendigen Reparaturen auch

Seipp und E l d r a ch e r) auf der Außenbahn ganz vorzüglich und gingen unter großem Beifall vor Polizei Friedberg und Polizei Darmstadt über­legen in der guten Zeit von 1:57,3 als Erster durchs Ziel. Auch die Olympische Staffel wurde eine Beute der Lahnstädter: Peters, Gelbert, Eldra- ch e r und Becker vertraten hier die Sp. Dg. 1900. Peters entschied bereits das Rennen, er holte einen beträchtlichen Vorsprung heraus, der von sei­nen Klubkameraden mühelos bis ins Ziel gehalten

wurde und bei denen die Entscheide j recht knappe Unterschiede brachte. Zunächst zeigt

hat sich in einem Streit mit einem serbischen Geg­ner dies Geständnis, das auch durch andere Per­sonen bestätigt wird, entschlüpfen lassen. Er hat zwar behauptet, die Wiener Regierung gewarnt zu haben, aber das ist, wie die Wiener Akten und die Erinnerungen der maßgebenden österreichischen Per­sönlichkeiten erweisen, eine absolute Unwahrheit.

Wenn so die serbische Regierung mitverantwort­lich ist für die Untat, die den Krieg entzündet hat, so nicht minder die Nation: ihrem Gefühl war das Attentat entsprungen und es wurde wie die früheren als Heldentat gefeiert; derPiemont", das Organ derSchwarzen Hand", erklärte den Mörder für einen Märtyrer, die anderen Zeitungen schrieben ähnlich und brachten die gröbsten Beschimpfungen gegen Oesterreich-Ungarn und den Erzherzog per­sönlich. Somit blieb für Oesterreich-Ungarn, wenn es seines Besitzes sicher sein und seine Großmacht-

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Das Riesenhotel als Mimaturstadt.

Von Heinrich G ü h r i n g.

Schon vor dem Kriege gab es in Reuhork

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wurde, Zeit 3:56,1. Auf den Plätzen endeten die Polizisten aus Darmstadt und Frankfurt.

Leichtathletische Bezirksnieifter- schaftskämpse in Wetzlar.

£. Am Sonntag veranstaltete der 3. Bezirk (9. Kreis) des Arbeiter-Turn- mti> -Sportbundes im Wetzlarer Spilburg-Stadion seine diesjährigen leichtathletischen Dezirkswettkämpse. Die Beteili­gung hieran war gut, nahmen doch über 200 Sportler und Sportlerinnen teil. Der leichte Regen am Vormittag beeinträchtigte zwar die Wettkämpfe etwas, dafür wurden die Teilnehmer am Rachmittag durch prachtvolles Wetter ent­schädigt. Ohne Zwischenfall konnte das gesamte, reichhaltige Programm durchgesührt werden, so daß bereits um 5 LIHr die Wettkämpfe beendet', waren. In allen Kampfarten zeigten die Wett kämpfe eine merkliche Formvecbesferung, die noch stärker in Erscheinung treten würde, wenn der.

man will alle Gäste zwingen, die Fahrstühle zu benutzen, die leichter zu beaufsichtigen sind. Gerade in Zeiten starken Verkehrs werden die Treppen mit eisernen Ketten abgesperrt. Ost ist es dem Gast unbequem, vor Benutzung des Fahrstuhls seinen Zimmerausweis vvrzuzeigen; ober noch unangenehmer ist die Zimmerkontrolle, die in gewissen Abständen ausgeübt wird, um festzu­stellen, ob jeder Gast auch wirllich sein eigenes Zimmer ausgesucht hat. Will jemand einen Be­kannten im Hotel besuchen, so wird er nicht nur telephonisch diesem Bekannten angemeldet, son­dern ein weiteres Telephongespräch benachrich­tigt die Kontrollstelle des entsprechenden Stock­werks, die unauffällig beobachtet, ob der Be­sucher auch das richtige Zimmer betritt.

Die Restaurations- und Barbetriebe sind natürlich jedermann, also auch einzelnen Damen, zugänglich Mißfällt der Direktion jedoch einer ihrer weiblichen Gäste, so überbringt ihr ein Page auf silbernem Tablett ganz diskret ein auf Büttenpapier gedrucktes Schreiben, das in respektvoller Weise die Aufforderung enthält, jetzt und in Zukunft die Räume des Hauses zu meiden.

Neue Altertumsfunde in Hessen.

Lieber neue Ausgrabungen in Dieburg (an der Bahnstrecke DarmstadtAschaffenburg), wo vor etwa zwei Jahren ein für die Altertums­wissenschaft bedeutsamer Mithrastempel entdeckt und ausgegraben worden war, berichtet der Denkmalpfleger Prof. Dr. Behn. Seine Mit­tellungen lassen sich dahin zusammenfassen, daß der größte Teil der römischen Stadt­mauer Dieburgs in ihrem Verlauf fest­gelegt werden konnte. Weil sie sich teilweise unter stark bebautem Gelände hinz'eht, solon.tte dies nur durch Stichproben geschehen; Mauer­reste sind nur wenige entdeckt worden, zumeist waren nur noch die Fundamentgruben feü w stellen. Die Umwandlung, die im Mitteln;.er Dieburg umgab, ist nicht über der römischen Mauer errichtet. Mit der im Herbst beginnen­den Kanalisation hofft man auf wettere Funde. 2m Garten des neuen Finanzamtes wurden , Reste eines Baues freigelegt, re wahrscheinlich zu einem Heiligtum oder zu einer Markihalle gehörten. Bei einem Reubau in der Steinstratze in Dieburg wurde ein Töpferofen aus dem Mittelalter entdeckt, der u. a. 60 unversehr e Gefäße enthielt. Für die Kenntnis der r.v'tt?!» österlichen Keramik ist dec Fund höchst bedeu­tungsvoll.

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Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.

Große Erfolge in Friedberg.

ö. Sportler wie Turner statteten am Sonntag bei dem Werbesportfest des Polizei-Spottvcrei.is Friedberg, das auf dem SportplatzBergkaserne" bei gutem Wetter und vor einer großen Zuschauer­menge vonstatten ging. Die Beteiligung war aus­gezeichnet, es starteten u. a. die Polizeisportver­eine von Darmstadt, Frankfurt, Friedberg, Butz­bach, V. f. B. und die Turngemeinde Friedberg, Turnverein 1860 Bad-Nauheim. Die Spielvereini- gung 1900 hatte bis aus wenige Ausnahmen ihre besten Leichtathleten entsandt, die trotz der scharfen Konkurrenz hervorragend abschnitten, im Gesamter­gebnis am besten von allen teilnehmenden Ver­einen. Sechs erste, zwei zweite und vier dritte Preise waren die Ausbeute des Tages. Wohl die schönsten Rennen waren die Staffeln, die von den l900ern alle gewonnen wurden.

Der 100-Meter-Lauf brachte den 1900ern einen imponierenden Erfolg, belegten sie doch die drei ersten Plätze. E l d r a ch e r gewann natürlich, wie er wollte, in der ausgezeichneten Zeit von 11, G e i st folgte in 11,6 als sicherer Zweiter, während G u y o t in 12 als Dritter einkam. Einen weiteren dritten Platz belegte G u y o t im 400-Meter-Lauf, den der glänzende Nauheimer M a y in 52,8 Sek. gewann. May gewann auch die 800-Meter, P e - t e r s 1900 wurde in 2:12,0 Zweiter, schonte sich aber hier für die Olympische Staffel. Einen schönen Sieg errang der beständige Becker 1900 im Hoch­sprung mit 1,65 Meter vor Volz, Polizei Fried­berg, der die gleiche Höhe berühte. Der Fünfkampf brachte eine große Ueberraschung. Der Frankfurter Polizist B a st, einer der bekanntesten Mehrkämp­fer der D. T., mußte sich dem 1900er Seipp beugen, der ihm in Lauf und Sprung wett überlegen war und sich mit klarem Punktvorsprung den wettvollen Ehrenpreis holte. Unerwartet kam hier Birken- stock 1900 zu einem schönen dtttten Platz. Im Kugelstoßen mußte Seipp dem wurfgewalttgen B a st den Vorttttt lassen, der 11,49 stieß. Der 1900er wurde Dritter. Die 4X100-Meter-Staffel lief mit Gelbert, Geist, Seipp und E l d r a ch e r glänzend und gewann trotz Außenbahn überlegen vor Polizei Frankfurt und Polizei Friedberg. Die schlechten Wechsel ließen eine bessere Zeit als 45,8 nicht zu, obwohl die Mannschaft bereits im Dorlauf mühelos 45,6 gelaufen war. In der 10X100-Meter° Staffel liefen und wechselten die 1900er (mit Fleck,

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Hotel mit 26 Stockwerken und 1600 Zimmern, die Unterkunft für 2500 Personen gewährten. Man zählt dort durchschnittlich 1000 Reisende täglich, die in diesem Riesenhotel abstiegen. Das gesamte 6. Stockwerk mit ungefähr 100 Gast­zimmern war für alleinreisende Damen reserviert; die alleinreisenden Herren, die als eingefleischte Junggesellen den Anblick von Frauen vermei­den wollten, hatten es sich im 22. Stock bequem gemacht. Inzwischen ist in Reuyork ein neuer Wolkenkratzer errichtet worden, dessen 32 Stock­werke 4000 Zimmer enthalten, und in dessen Speisesaal 2000 Personen Platz finden können. Derartige Ricsenhotels gibt es in Europa nicht. Doch können sich die großen Hotels des Kon­tinents ebenfalls sehen lassen. Eine dieser Riesen- larawansereien in Berlin ist mit ihren 550 Zim­mern, in denen 750 Gäste Unterkunft finden, auch ein ganz respektabler Bau; mit ihren zahl­reichen Rebenbetrieben kann man sie ohne wei­teres als eine Stadt im kleinen ansprechen. Ihre Gäste setzen sich in der Hauptsache aus Kauf­leuten und Industriellen zusammen, die sich im allgemeinen nur kurze Zeit zur Erledigung ihrer geschäftlichen Angelegenheiten in der Reichs- Hauptstadt aufhalten. In guten Jahren wird das Hotel von vielleicht 150 000 Reisenden be­sucht. für deren Bequemlichkeit ein Heer von 450 Angestellten sorgt. Rund 100 Kellner und 70 Zimmermädchen und Dienstmädchen bedienen die Gästeschar.

Die Aufnahme und die Versorgung solcher Menschenmassen ist natürlich nicht leicht. In den großen Küchenanlagen bereiten 17 Köche die Speis en zu; ein Hilfspersonal von 27 Zuträgern und Handlangern sorgt für die schnelle Abwick­lung aller kvchtechnischen Vorgänge. Eine eigene Bäckerei, in der 8 Personen beschäftigt sind, liefert zu jeder Tageszeit frische Backware. Eine große Wäscherei, die im 4. Stock untergebracht ist, enthält die modernsten Waschmaschinen. 30 Men­schen arbeiten hier Tag und Rächt; der Betrieb gleicht dem einer ganz großen Dampfwäscherei. Wenn das Hotel doll beseht ist, werden täglich 500 Bettbezüge und Kissen. 1500 große und 1200 kleine Servietten und vielleicht 500 Tischtücher ge^ waschen. Dazu kommen Handtücher, Badelaken, Küchenwäsche und die LZeibaiäfche der Reisen­

stellung behaupten wollte, gar nichts anderes übrig, als Serbien zu züchttgen und es zur Unterdrückung der großserbischen Bewegung zu zwingen. Für diese Notwendigkeit können wir heute einen gewiß unver­dächtigen Zeugen anrufen: den serbischen Gesandten in Wien. Nach Ueberreichung des österreichisck)en Ultimatums gestand er, wie wir von dem englischen Botschafter erfahren, seinem Fxeunde, dem französi­schen Botschafter, ein, die südslawischen Provinzen seien so bearbeitet worden, daß binnen drei Jahren dort ein Aufstand zu erwarten sei; Oesterreich müsse also, da es die Länder nicht loslasien könne, eine verzweifelte Anstrengung machen und versuchen, Serbien als Machtfaktor auszuschalten. Eine bessere Rechtfertigung des österreichischen Schrittes vom 23. Juli kann es nicht geben, und es ist verständlich, daß die Entente dieses Geständnis während des Krieges sorgsam geheim gehalten hat.

sofort ausgeführt werden. Don dem Llmfang dieser täglichen Arbeiten macht man sich schwer­lich eine richttge Vorstellung. Täglich brennen weit über 100 elektrische Birnen aus, und jähr­lich muh für 200 000 Mark neue Wäsche gekauft werden, um die abgenutzten Wäschestücke zu er­setzen.

Solche Riesenbetriebe können natürlich ihren Gästen besondere Bequemlichkeiten bieten. Bei 150 000 Reisenden im Jahr lohnt es sich für die Eisenbahn, ein Fahrkartenbureau im Hause zu unterhalten, das mit einem Reisebureau vereinigt ist. und in dem es alle Fahrkarten unh Fahrsck^inhefte, Platzkarten, Bettkarten zu kau­fen gibt. Auch ein Postbureau ist im Haus, das die bei ihm abgegebenen Briefe mit einem Poststempel versieht, auf dem der Rame des Hobels zu leseir ist. Ratürlich gibt es in jedem Hotelzimmer Telephon; in der Telephonzentrale sitzen 10 Damen, die 50 Fernsprechanschlüsse und eine gewalttge Zahl von Rebenstellen bedienen.

Bei schlechtem Wetter findet der Gast in der Miniaturstadt allerlei Zerstreuung. Reben einem Musiksalvn liegt ein Bibliothekszimmer, dessen Bücherei aus mehr als 5000 Bänden besteht. Will man sich seinen Geschäften widmen, so stehen in den Schreibzimmern mehrsprachige Stenoty- pisttnnen zur Verfügung, denen der Gast Briefe in deutscher, englischer, französischer, spanischer oder russischer Sprache diktieren kann. Hat er nur einen Anzug bei sich, oder ist seine gesamte Wäsche auf der Reise schmutzig geworden, so übergibt er Kleidung und Wäschestücke abends dem Zimmermädchen und erhält alles in frü­hester Morgenstunde gereinigt, gebügelt und aus­gebessert zurück.

Die Riesenhotels besitzen auch ihre eigene Polizei. Hausdetektive sorgen für die Sicherheit der Gäste und schützen das Eigentum vor Dieb­stahl. Aufsällige Gäste werden sorgfältig be­obachtet. Das Personal, das regelmäßig vielen ausgeklügelten Kontrollen unterworfen wird, neigt weit seltener zu Diebstählen als die Hotel­gäste; werdeir doch nur fünf Prozent aller Hotel­diebstähle von den Angestellten ausgeübt I Da­gegen rechnete man die zünftigen Hoteldiebe von jeher zu den Meistern der Diebeskunst; häufig stammen sie aus guten Famllien, und stets ver­stehen sie es, sich unauffällig in der besten Ge­sellschaft zu bewegen, und mit viel Geschick in vornehme Kreise einzudringen.

Eine besondere Kontrolle soll verhindern, daß sich Fremde in das Hotel einschleichen. Die Be­nutzung der Treppen ist deshalb sehr erschwert;

Oesterreichs systematisch bearbeitet werden konnte; junge Bosnier wurden von serbischen Offizieren zu Freischärlern ausgebildet, um beim Beginn des Krieges der serbischen Armee Hilfsdienste äu leisten, die Waffen entstammten dem serbischen staatlichen Arsenal. Infolgedessen, sagt der deutsche Gesandte, gingen viele Schüler und Studenten aus Bosnien unter die mazedonischen Banden, um dort ihre Schule für einen Kleinkrieg in der Heimat zu machen. Nach dem Siege üoer die Pforte (1913) wurden sie zum Teil als Beamte in niederen Stel­lungen untergebracht, andere trieben sich arbeits­scheu umher oder setzten ihr Verschwörerhandwerk auf österreichischem Boden fort. Unbedingter Gehor­sam gegen die Befehle der ßeitnng war den Mit­gliedern selbstverständlich zur Pflicht gemacht; auch Todesurteile mußten sie vollstrecken: vor Menschen­leben habe man in diesem Lande keine Achtung, sagte der englische Gesandte.

Mtt welchem Erfolg die 2lgitation in Bosnien arbeitete, bekunden die österreichischen Polizeiakten. Bei Tumulten nahm die slawische Bevölkerung stets gegen die Polizei Pattei und war bei Untersuchun­gen fast nie zur Abgabe eines Zeugnisses zu be­wegen; der Verwaltung erwuchsen dadurch die größten Schwierigkeiten, und mancher pflichttreue Beamte verzweifelte an seinem Dienst. Wiederholt wurden serbische Waffen mit Beschlag belegt; seit 1912 wußte die kaiserliche Polizei, daß die serbische Propagandaleitung in Belgrad bereits bestimmte Personen, namentlich Lehrer und Unterbeamte, be­auftragt hatte, beim Kriegsbeginn gewisse Bahnen, Tunnel und Brücken zu zerstören und Anschläge ge­gen höhere Beamte zu richten. Einmal gelang es so­gar, bei der Verhaftung eines Agitators die ge­samte hochverräterische Korrespondenz der südslawi­schen Jugendbewegung abzufassen, aber der polnische Finanzminister für Bosnien, Bilinski, gab sie wieder frei, teils, weil er die Aufregung eines großen Pro­zesses scheute, teils, weil er unter dem Einfluß des Hofrats Cerooic stand. Daß dieser Mann ein Lan­desverräter war, wurde im Jahre 1918 offenbar: unmittelbar nach der Niederlage Oesterreichs erschien er mit einem Mandat der serbischen Regierung in Serajewo, vertrieb die bisherigen Beamten und ließ die geheimen Archive nach Belgrad schaffen. Mehrere Attentate waren die Frucht der Agitation: Zerajitsch, der im Jahre 1910 einen Anschlag auf den Gouver­neur von Bosnien unternahm, und Jukttsch, der zwei Jahre später dasselbe gegen den Bonus von Kroa­tien versuchte, waren in Belgrad instruiert worden. Die Presse feierte diese Verbrechen als Heldentaten; diePolitika" z. B. brachte zum 80. Geburtstage des Kaisers Franz Josef das große Bild von Zerafitfch und schrieb dazu:Zur Feier dieses Tages zünden wir eine geweihte Kerze an seinem Grabe an."

Es ist selbstverständlich, daß die serbische Propa­ganda sich nur deshalb so verwegen gegen Oester­reich hervorwagte, weil sie Rußland hinter sich wußte.Man rechnet", schrieb der belgische Gesandte in Belgrad im Jahre 1913, auf die Unterstützung Rußlands. Es ist sicher, daß im südlichen Teile Oesterreich-Ungarns eine gewiße Agitation existiert, die durch den Einfluß der panslawischen Komitees Rußlands gewährt wird." Daß Hartwig, der russische Gesandte in Belgrad, mtt der großserbischen Bewe­gung in engster Fühlung stand, war offenes Geheim­nis; jetzt fei die Türkei erledigt, sagte er einem Di­plomaten im Jahre 1913, jetzt sei die Reihe an Oesterreich. Aber auch die Konsulate der anderen Ententestaaten in Bosnien standen der Bewegung nicht durchweg fern; das englische Generalkonsulat in Serajewo suchte nach Mitteilungen der österreichi­schen Polizei mit Hilfe derDaily Mail" ungünstihe Nachrichten über Oesterreich zu verbreiten, und nach Miß Durham find durch Vermittlung der französi­schen Konsulate die Großserben mit Geld und Waffen aus Frankreich unterstützt worden.

Wie alle Attentate gegen die österreichischen Würdenträger ist auch das gegen den Thronfolger in Belgrad von der großserbischen Propaganda­leitung vorbereitet worden, und es überrascht bei den intimen Beziehungen zwischen der Regierung und den revolutionären Vereinigungen nicht, daß sie darum gewußt, ja die Mörder gekannt hat. Nie­mand geringeres als Pasitsch, der Ministerpräsident,

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Heues zur serbisch-russischen Kriegsschuld.

Don Dr. Gustav Rolosf, o. 8. Professor der Geschichte an der Universität Gießen.

In der letzten Zeit ist das Interesse an der Ent­stehung des Weltkrieges wieder lebendiger gewor­den. Im In- und Auslande erscheinen fortgesetzt Arbeiten, die bald die ganze Frage, bald einzelne Ereignisie behandeln. Die wisienschaftliche Forschung, die kürzlich erst durch zwei Bände englischer Doku­mente neues authentisches Material für die Zeit zwischen der Ermordung des Erzherzogs Franz Fer­dinand und dem Ausbruch des Krieges erhalten hat, räumt immer mehr mit dem Versailler Dogma von der Schuld Deutschlands auf; ein erfreuliches Beispiel ist der amerikanische Forscher Barnes, der noch vor kurzem zwar die Alleinschuld Deutschlands be­stritt, aber doch Deutschland in zweiter Linie hinter Rußland und Frankreich in demselben Grade wie England für den Krieg verantwortlich machen wollte. Nach seinen neuesten Ausführungen in Berlin hat er diese Anschauung fallen lassen und Deutschland von der moralischen Verantwortung freigesprochen, England dagegen stärker be­lastet.

Diel Licht ist namentlich über den Ausgangs­punkt der Katastrophe, die Feindschaft Ser­biens gegen Oesterreich, verbreitet worden. Zeugnisse aus deutschen, österreichisch-ungarischen, serbischen und englischen Quellen, die zum guten Teil in der MonatsschriftDie Kriegsschuldfrage" gesammelt worden sind, lassen es mit Händen grei­sen, von welcher ungeheuren Gefahr Oesterreich feit einem Jahrzehnt bedroht war, als es sich 1914 ent­schloß, den friedenstörenden Nachbar unschädlich zu machen.

Seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts gab es in Serbien eine politische Strömung, die ,mroßserbische Bewegung", die die Vereinigung aller Serben zum Ziele hatte. Die Notwendigkeit zwang die Belgrader Regierung ein Menschenalter lang, diese österreich- und türkenfeindliche Richtung sich selbst zu überlassen, aber nach der Ermordung des Königs Alexander im Jahre 1903 gab sich die neue Dynastie ihr ganz und gar hin, weil die Mörder zugleich die Führer des Großferbenturns waren. Ein geheimes Regierungsprogramm von 1904 stellte Oesterreich als den Todfeind der Serben hin und forderte die Erwerbung feiner südslawischen Pro­vinzen; mit Unterstützung des Hofes und der Re­gierung wurden Vereine gegründet, die wie die Slowenfka Jug" (Slawischer Süden), diesen Ge­danken verbreiten und im österreichischen wie im türkischen Gebiet die Bevölkerung zum Aufftande vorbereiten sollten. Junge Leute aus Bosnien und der Herzegowina wurden mit Vorliebe ausgenom­men und zu Agitatoren ausgebildet. Eine englische Beobachterin, Edith Durham, erkannte schon im Jahre 1905, daß in Serbien und Montenegro, das ebenfalls von der großserbischen Bewegung ergriffen worden war, Waffen für Aufständische in Bosnien gesammelt wurden, daß man in Serbien offen den Angriffskrieg gegen die Donaumonarchie predigte, und daß in den österreichischen Ländern eine geheime Propaganda unter Umgehung der Post von Mund zu Mund getrieben wurde. Die Annexion Bosniens und der Herzegowina im Jahre 1908, die der Wie­ner Regierung die schärfere Bekämpfung dieser revolutionären Besttebungen ermöglichen sollte, führte in Serbien zu neuen Anstrengungen: die Narodna Dbbrana , ein nationalistischer Geheim­bundzur Arbeit an der Befreiung der unterjochten i Brüder" wurde gegründet, einige Jahre spater ent­stand eine noch radikalere Vereinigung, dieSchwarze * Hand", beide unter der Leitung von höheren Be­amten und Offizieren, insbesondere dem Obersten Dragutin Dimitrijewitsch, einem Mörder des Kö­nigs Alexander. Ihre politischen Bestrebungen wur­den nach dem Urteil des deutschen Gesandten unter Wohlfahrtszwecken versteckt. In Schulen, Turnver­einen und ähnlichen Jugendorganisationen hatten sie ihre Agitatoren, so daß die serbische Jugend im Königreiche und zum Teil in südslawischen Ländern

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