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mehr erhebt, auch Deutschland befindet sich in I derselben Lag«. Man hat es in Versailles für nötig gehalten, Deutschland seine Privilegien in China, tote auch anderswo, tu nehmen. Man hat Deutsche land dadurch in Wirklichkeit «inen Dienst ge­lt i st« t. Unter diesem Regime des Freihandels a e- deiht der deutsche handel jeden lag mehr. Aber das ist eine ander« Frage. Was Rußland anbetrifft, so zieht es ungeheuren Rußen aus seiner asiatischen Politik. Dies seien nur die ersten unbe­streitbaren Tatsachen, die dem Berichterstatter nach seinen ersten Besprechungen mit den bei der oo« wjetregiorung beglaubigten Diplomaten offenbar wurden.

Die gestrige Ratssitzung.

Dens. 8. März. (dBoIff.) Die Dienstagvor- mittagssthung des Völkerbundsrates begann gegeil 10'/, Uhr und schloß wenige Minuten nach 11 Uhr. wobei sieben Punkte erledigt wurden. Einiges Interesse bot dabei die Frage des Presse- KomiieeS des Völkerbundes. Entsprechend dem Antrag Vanderveldes wurde beschlossen, am 24. August d. I. eine Konferenz von etwa vierzig Pressesachverständigen nach Gens einzuberusen. 3n der Frage der ostoberschlestschen Schu- l e n wurde ohne Diskussion die Bildung eines Unter-Komitees von drei Aatsmitgliedern, be­stehend aus U r r u t r i a - Columbien. van T r ö st e w i j l - Holland und Scialoja Ita­lien beschlossen, das noch im Verlaufe dieser Tagung über die Beschwerde des Deutschen Dolks- bundes und die Petitionen von 7041 polnisch sprechenden Oberschlesiern, deren Kindern der Be­such deutscher Schulen versagt wird, berichtet werden soll. Die Schulfrage dürfte in einer der nächsten Sitzungen den Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen bilden.

Das Saarproblem.

BorZreitag keine Entscheidung zu erwarten.

Genf, 8. März. (TU.) Wie der Vertreter der hinten von maßgebender belgischer Seite erfährt, lehnt es die französische Regierung grund- jätzlich ab. einer Zurückziehung deS belgischen Mitgliedes.der Saarregierung. Lambert, zu­zustimmen. Die französische Regierung ist der Auffassung, daß die deutsche Regierung diesen Wunsch bereits auf der Dezembertagung des Vdlkcrbundsrates hätte äußern sollen. Eine Zu­rückziehung im gegenwärtigen Moment, 14 Tage vor dem Ablauf der Mandate der Saarregierung, würde als Ausdruck eines Mißtrauens ge­genüber dem belgischen Mitglied der Saar­regierung aufgefoßi werden können. Infolge der Haltung der französischen Regierung habe die belgische Regierung ihre ursprüngliche Einwilli­gung zur Zurückziehung Lamberts zurückgezogen und sich dem französischen Stand­punkt a n g e s ch l o s s e n. In französischen Kreisen sei man indessen gegenwärtig geneigt, einer gewissen Herabsetzung der ursprünglich vor­gesehenen Zahl von 800 Mann für das inter­nationale Dahnschuhkorps zuzustimmen.

In den Kreisen der deutschen Delegation wird mitgeteilt, daß die deutsche Delegation ihren Standpunkt in einem Memorandum präzisiert habe, das den Mitgliedern des DvlkerbundS- rates zur Kenntnis gebracht worden sei. Man erwartet, daß der Völkerbundsrat sich nicht vor Freitag abschließend mit der Saarfrage befassen wirb. Der ursprüngliche Der! der Saarregie» rung, der die ©dxiffung ei internationalen Dabnschutzkorps von 800 QKomi vorsieht, wird nach wie vor als unanehmbar abge - lehnt. Man neigt der Ansicht zu, daß ein gewisses Kompromiß Zustandekommen wirb, das eine erhebliche Herabsetzung der vor­geschlagenen Zifser für daS BahnschutzkorpS ent­halten dürfte.

Die Werbungen für die Fremdenlegion.

Weißenburg, 9. März. (TU,) Die Wer­bungen für die französische Fremdenlegion im be­setzten Gebiet dauern trotz aller deutschen Pro­teste an. Fast täglich Passieren deutsche Le­gionsanwärter den Bahnhof Landau, um sich nach Weißenburg zu begeben. Gestern vormittag wurden wieder fünf Deutsche, die über Saar­brücken in das Sammellager Metz fahren wollten, auf dem Landauer Bahnhof von der deutschen Gendarmerie zwecks Feststellung ihrer Personalien festgenommen, aber dann wieder auf freien 5up gesetzt.

Deutschlands Reparationszahlungen.

Berlin, 8. März. (WTB.) Rach dem Be­richt des Generalagenten für die Reparations­zahlungen beläuft sich die Höhe der von Deutsch­land auf Reparationstonlo geleisteten Zahlungen im Februar 1927 aus 94 909 578 Gm. und im dritten Annuitätsjahro bis zum 28. Februar 1927 auf 558 989 219 Gm. Davon entfallen auf Frankreich 40640 497 (232 503034), auf England 20 162 784 (110 155666). auf Italien 4 401 261 (33 197 760), auf Belgien 4 404492 (25666854) und auf die Vereinigten Staaten 5996280 (40 474 720) Gm.

Die innere Lage Italiens.

Rom. 8. März. (Stefani.) Im Ministerrat führte Ministerpräsident Mussolini aus. Die Lage im Innern ift vom Standpunkt der Ord­nung. Disziplin und Arbeit der Bevölkerung in jeder Hinsicht zufriedenstellend. Richt der gc- rinaste politische Zwischenfall hat die ruhige Ent­wicklung und Tätigkeit des italienischen Volkes und sein Leben gestört. Die saszistische Partei hat unter der festen Führung Turatis eine st r a f f e innere Organisation erhalten. Während die Partei sich immer mehr von ihrer hohen Verantwortung und Aufgabe Rechenschaft ablegt und zu einem immer bewußteren Werkzeug des Regimes wird, geht die Eingliederung aller Kräfte der Ration in den Rahmen des Regimes mit dem gleichen Aufschwung weiter. Den katholischen Arbeitern ist es jetzt ermöglicht, in die faszistischen Gewerkschaften cin- xutreten. Alle Sportverbände diese zäh­len etwa 100 000 junge Sportausübende haben sich dem faszistischen Banner angefchlossen. Man rechnet damit, daß nicht weniger als 60 000 junge Leute anläßlich des achten Jahrestages der Gründung des Fascio am 27. März in die Partei und gleichzeitig in die Miliz ein­treten werden, wo sie das Gewehr erhalten werden Die allgemeine Wirtschaftslage

ist dadurch gekennzeichnet, daß die Preise im Einzelhandel leicht gefallen sind und die 2 r - beitslosigkeil infolge der Aufnahme der Frühjahrsarbeiten in der Landwirtschaft zurück­gegangen ist.

Der Kampf um das Arbeitszeitnotgesetz.

Scharfe Kritik an dem RegierungHcntwurf.

Berlin, 8. Mürz. (Priv.-Tel.) In den heu­tigen Morgenblättern finden sich mehrere kritische Stellen zu dem Entwurf des Arbeitszeitnotgesetzes, der dem Reichsrat vorliegt. In einer Mitteilung des Reichs Verbandes des deutschen Handwerks wird von einet zuweitgehenden Einengung gesprochen, die der Entwurf der Wirtschaft durch die Bindung der Arbeitszeit- bestimmungen an den Tarifvertrag drei Monate nach seiner Kündigung auferlegt. A b g e l e h n t wird grundsätzlich vom Handwerk eine gesetz­liche Festlegung des Lohnzuschlags für Mehrarbeit. Richt tragbar sei ferner die gänzliche Streichung deS § 11. Abi. 3. über die freiwillige Mehrarbeit.

Auch von Arbeitnehmerseite liegen weitere Kritisierungen des Entwurfs vor. So erklärte in einer Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Dr. Stegerwald. das) dem Deutschen Gewerkschaftsbund das Arbeits- zeitnotgeseh nicht weit genug gehe. Die nein Reichstag angehörenden Mitglieder des Deutschen DcwerkschostöbundeS würden dem Ge­setz in der gegenwärtigen Fassung nicht zu­stimmen. Kem verantwortungsbewußter Führer im Deutschen Gewerlscha'tsbund, so sagte Steger­wald nach einem Bcrtcht der ..Germania", ver­langt schematisch den Achtstundentag. Was aber erreicht werden muh. ist. daß jetzt, wo 2 Mil­lionen Arbeitslose auf der Straße stehen, im Arbeitszcitnotgeseh. also im älebergangSaeseh. der ..freiwilligen Mehrarbeit" und der willkür­lichen Lleberstundenwtrtschast wirksam begegnet werden muß.

Der G c w er t s cha f t s b u n d der An­gestellten erklärt gleichfalls in einer am Montag gefaßten Entschließung, daß die vorge­schlagene Aenderung der Arbeitszeitverordnung l icht ausreiche, um das Mißverhältnis zwischen äleberstundenwirtschaft und riesenhafter Erwerbs­losigkeit zu beseitigen. Es sei ein Tlnrecht den An­gestellten gegenüber, wenn den Arbeitern eine besondere Vergütung für die über eine Arbeit-- öauer von 48 Stunden wöchentlich geleisteten älcberstunden zugebilligt, den Angestellten aber vorenthalten werde. Auch bei den Ange­stellten bereite die Berechnung der besonderen Vergütung feine Schwierigkeiten. Fast alle für Angestellte bestehenden Tarifverträge enthielten Regelungen für die Bezahlung von Uebecstunüen- arbeik und lieferten damit den praktischen Be­weis. daß Hindernisse in dieser Hinsicht nicht vorhanden feien. Wenn die besondere Be­zahlung aller Mehrarbeit ein Lleberhandnehmen der lleberstundenwirtschaft hindern solle, dann sei der Schutz für die Angestellten genau so not­wendig. tote für die Arbeiter. Die Ilnterbinbung der sogenannten freiwilligen Mehrarbeit könne nur Zustimmung finden. Für viele Miß­stände ist die Ursache in der angeblich freir willigen Mehrarbeit zu suchen. Drohende Er­werbslosigkeit und Wirtschaftsnot fei für die Angestellten eine viel zu starke Hemmung der Gntschließungsfreiheit, als daß von einer tatsäch­lichen Freiheit gesprochen werden könnt«.

Unter allem Vorbehalt sei noch Rotiz ge­geben von einer Meldung deSB. T.", wonach von der Reichsregierung wegen des Wider­standes der Arbeitervertreter in der Zentrums­fraktion gegen den Gesetzentwurf bereits erwogen werde, den Entwurf zurückzuziehen.

Kein Regierungswechsel in Mecklenburg.

Schwerin, 8. März. (Wolfs.) 3m mecklen­burgischen Landtag wurde bei der Wahl deS M i n i st e r p r ä si deuten der bisherige Mi­nisterpräsident Schröder (Soz.) mit 25 Stim­men wiedergewählt gegen 24 Stimmen, die auf den früheren Ministerpräsidenten von Brandenstein entfielen. Für die Wahl Schröders stimmten die Sozialdemokraten, De­mokraten und Kommunisten, für die Wahl Bran­densteins die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei, Deutschvölkische und die Wirtschafts- Partei. Zum Finanzminister wurde in der Stichwahl der bisherige Finanzminister A s ch mit 25 Stimmen gegen 24 Stimmen wiederge­wählt, die auf Schade (Völkisch) entfielen. Bei der Wahl des zweiten Etaatsministers warAleich- falls Stichwahl notwendig. Diese ergab für die Kandidaten Stummer kBolkspartei) und Möl­ler (Demokrat) die gleiche Stimmenzahl, so daß geschästsordnunasmäßig das Los entscheiden mußte. Das Los entfiel auf den bisherigen Staatsminister Dr. Möller. Somit ist die alte sozialistisch-demokratische Linksregierung in Mecklenburg wiedergewählt. Heber den kommu­nistischen Antrag auf Auslösung des Landtages dürfte sich das Haus in der nächsten am 22. März stattsurdenden Vollsitzung schlüssig werden.

Aus dem Finanzausschutz des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 8. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags fetzte heute die Be­ratungen des Staatsvoranschlags bei Ka­pitel 3 (Äameralgüter unter BauVer­waltung) fort. Die Abgeordneten Dr. Leucht- gens und Glaser haben eine Anfrage an die Re­gierung gerichtet, wie hoch der Qhuagetoert sämt­licher staatlicher Mietwohnungen ist. wie hoch die Mieterträge sind und ob eine Mieterhöhung Dorgenommcn wird, wenn allgemein die Mieten gesteigert werden. Die Regierung hat darauf geanttoortei, daß die Werte sich nur schätzungs­weise angeben lassen: der Anlagewert betrage 25 Millionen, der Bruttomietwert 1 Million und der Bruttoertrag 4 Prozent. Selbstverständlich würden, wenn dies erforderlich sei. die Mieten der Bcamlenwohnungen erhöht werden. Zu Ka­pitel 3. 7d (Verwaltung des ehemaligen Rest» denzschloffes) wurde ein Antrag Stork und Genossen angenommen mit 7 gegen 3 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen, wonach der Posten des Verwalters auf den Inhaber gesetzt wird. Das Kapitel 3 wurde dann einstimmig angenommen Zu Kapitel 4 (W eing üte r) liegt ein Antrag Dingeldey vor. der eine detaillierte Angabe über die durch den Erwerb deS Finkschen Weingutes in Rierstein entstandenen Kosten für Herrich­tungen und Instandsetzungen verlangt. Die Re-

gterung gab dazu eine Erklärung, die dem Aus­schuß auch noch schriftlich vorgelegt wird. Weiter liegt ein Antrag Angermeier vor, die sachlichen Ausgaben dieses Kapitels, die mit 195 000 Ml. in den Voranschlag eingestellt sind, um 50 Pro-, herabzusehen. Auch liegt ein Antrag Dr. Leucht- aenS- Glaser zu Titel 7, Ziffer 4 vor, 50 000 Mark in Ausgabe zu stellen und diese durch Streichung bei Titel 1 bis 6 herauszuholen. Ein Antrag Blank zu der Bemerkung in Titel 1 wünscht den ersten Absatz dieser Bemerkung zu streichen. Der Regierung ist hiernach die Er­mächtigung erteilt, die Ergebnisse einet guten und eines schlechten Jahres durch Ansamm­lung eines Fonds auszugleichen, lieber dieses Kapitel wurde noch nicht abgestimmt.

Kunst und Wissenschaft.

Tic Leitung des Hessischen Landcsthcatcrs.

Zum Intendanten des hessischen Lanbeslheaterv in Darmstadt wird, wie aus zuverlässiger Quelle be­richtet wird, in den nächsten Tagen der bekannte Berliner Schauspieler Kart (Ebert, früher in Frankfurt, ernannt werden. Zum Generalmusikdirek­tor in Darmstadt ist, wie von der Verwaltung be- stakigt wird, der erste Kapellmeister an der Münche­ner Staatsoper, Dr. Böhm, berufen worden Dr. Böhm ist 1884 in Graz geboren, studierte in Wien an der Musikakademie, war bann als zweiter und erster Kapellmeister in Graz tätig und wirkt seil 1921 an der Münchener Staatsoper.

hochfchuttagung in Weimar.

Eine össentl che Tagung deutscher Hochschul­lehrer soll am 25. und 26. April d. I. in Weimar stattfinden und Grundfragen des öffentlichen Le­bens und der Stellung der Hochschulkreise in ihm behandeln. Bereits am 23. und 24. April 1926 hat. angeregt durch Berliner Professoren, in Weimar eine improvisierte Zusammenkunft statt­gefunden. bei der über das Verhältnis der Uni­versitäten und Hochschulen zum heutigen Staate gesprochen wurde.

Der neue Rektor der Straßburger Vniversikäl.

Im Ministerrat wurde dec Dekan der Fa­kultät für Literaturwissenschaften an der Uni­versität Straßburg, P f i st e r, als Rachfolger des zum Rektor an der Pariser Universität ernann­ten Charläty zum Rektor der Universität Straßburg ernannt

Professor Daniel Berthelot f.

Am Dienstag ist der Professor der Medizi­nischen Fakultät der Universität Paris, Daniel Berthelot, gestorben. Er war der Bruder des Generalsekretärs am Quai d'Orsay Philipp Ber­thelot und der älteste Sohn des berühmten Chemikers Marcel Berthelot.

Aus aller Welt.

Das Erdbeben in Japan.

Tokio, 8. März. (WTB.) Amtlich wird be- tanntgegeben, daß in Kyoto 2000 Personen bei dem Erdbeben umgekommen sind. Der Polizeipräsident von Kyoto meldet 1000 Opfer des Erdbebens in Mineyama und 4000 in den zerstörten Rachbardör- fem. Die Flieger, die in die vom Erdbeben betrof­fenen Gegenden entsandt wurden, sahen überall Schwärme von Flüchtlingen längst der Lisenbahn- gleise. Die Hälfte der 5000 Bewohner von MI - neyama ist entweder getötet ober verletzt worden. Die Stadt ist durch Feuer so gut wie zerstört. Hunderte vbn Einwohnern von Mijazu suchten sich in Booten aufs Meer zu retten; andere flüchteten aufs offene Land. 3n der heimgefuchten Provinz Tango haben Frauen und Kinder beson­ders schwer gelitten, obgleich Truppen, po lizei und Iugendvereinigungen hervorragendes lei­steten. um ihre Leiben zu lindern. Die Bemühungen, Vorräte herbeizufchafsen, werden durch die Unlet- brechung des Eisenbahnverkehrs verhindert. Auch sind nur einige Automobile und Wagen und ein paar Flugzeuge für das hilfswerk verfügbar. Jour­nalisten haben vom Flugzeug aus eine ganze Gruppe rauchender Ruinen erblickt, die früher Dör­fer waren. Sie haben eine große Anzahl Leichen erblickt, denen Priester die letzte weihe gaben. 3ti Kobe und Ofafa wurden Verluste an Menschen­leben und Verletzungen dadurch verursacht, daß die Menschen von einer Panik ergriffen aus ' benjjenffern sprangen. 3n hakav brach eine Spinnerei zusammen und begrub eine große Anzahl von jungen Mädchen unter ihren Trüm­mern. Neun von ihnen wurden getötet, 25 verwun­det. Auch die berühmte Amarubes-Elfenbahnüber- sührung Ist eingestürzt. 3n Zentraljapan wurden un- zählige Häuser und Brucken beschädigt

Schones Beispiel konfessioneller Eintracht.

In Ober-Hilbersheim hat ein protestantischer Bürger der protestantischen und der katholischen Kirche ein hochherziges Angebot gemacht. Er erklärt sich bereit, beiden Kirchen, denen heute noch ihr im Kriege geopfertes Geläut nicht ersetzt ist, neue Glocken zu stiften. An die Stiftung knüpft er die Ditte, baß vor hohen Feiertagen die Glocken beider Kirchen gemein- s a m läuten, damit sie zur Einigkeit mah­nen. Der Stifter hat seine Söhne durch den Krieg und durch Krankheit verloren und setzt ihnen auf diese Weise eiyi ehrendes und wirkungsvolles Denkmal.

Der Erfinder dec Okarina tödlich verunglückt.

In B i c e n z a stürzte der 87jährige Luigi S i l» vestri, der Erfinder der Okarina, aus dem Fen­ster seines Hauses und verstarb. Silvestri hatte einem Flaschenzug zugesehen und dabei das Gleich­gewicht verloren.

Schweres Eisenbahnunglück in Rumänien.

Ein von Duzeu kommender Zug stieß auf dem Dahnhos von Crivina mit einem Güterzug zu­sammen. Mehrere Wagen wurden zertrümmert. Fünf Personen wurden getötet und zahl­reiche verletzt. Außerdem ist ein bedeutender Sach­schaden zu verzeichnen. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß infolge dichten Rebels die Signale nicht zu erkennen waren.

Beim Kaninchengraben verschüttet.

Bei Lüben in Schlesien verfuchte ein junger Mann in einer Sandgrube ein wildes Ä a n i n d) e n aus seinem Bau auszugraben. Er wurde dabei von nachstürzenden Sandmassen o e r s ch ü t i e t und ist erstickt

B?ettervoraussagc.

Wolkig mit zeitweisem Aufklaren, kühl und vor- wiegend trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maxi­mum: 10,0 Grad Celsius. Minimum: 4,3 Grad Cel­sius. Niederschläge. 4,2 Millimeter, heutige TOorgen- temperatur: 3,2 Grad Celsius.

Aus -er Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 9. Marz 1927.

Löst Fahrkarten im voraus!

RDD An Tagen starken Berkehrs läßt fick immer aufs neue die Beobachtung machen, day die Reifenden in fieberhafter Ungeduld vor den Fahrkartenschaltern sich drängen, um nur ja nicht den Zug zu versäumen. Diese Reisenden ronnten in Ruhe ihre Fahrt beginnen, wenn sie die Mög­lichkeit wahrnehmen würden, bereits einige Tage vor der Abfahrt Fahrkarten zu lösen. Schon drei Tage vor dem Reisetage werden Fahr- und Platz­karten abgegeben; Bettkarten sind in Verbindung mit Fahrkarten bereits 14 Tage vorher im Reise- bureau erhältlich. Die Fahrscheinhefte des Mittel­europäischen Reisebureaus haben togar 60 Tage Gültigkeit.

Es liegt im Interesse nicht nur der Eisen­bahn, sondern auch des Reisenden selbst, möglichst rechtzeitig Fahrtausweise unter Beachtung ihrer Geltungsdauer sich zu beschaffen. Dadurch wird am besten das unliebsame Anstehen am Schalter und der starke Andrang kurz vor Mgang der Züge vermieden. Bei dieser Gelegenheit sei noch darauf hingewiesen, daß man auch tz.o nn t ags- cückfahrkarten schon am Tage^toor den Sonn- und Festtagen kaufen kann. Vielfach be­stehen über die Sormtagsrückfahrkarlen gewisse Zweifel. Es gibt nicht, wie verschiedentlich an­genommen wird, SonnlaaSkarten auch für ein­fache Fahrten, sondern lediglich für Hin- und Rückfahrt, mit deren Verkauf sich im Gegen- 'atz zu gewöhnlichen Fahrkarten die Reisebureau- nicht besassen, sondern nur die Schalter auf den Bahnhöfen. Die Abfahrt kann auf Sonntagsrück­fahrkarten bereits am Samstag mittag, 12 Uhr, angetreten werden, während bte Rückfahrt spä- teftend bis Montag, bzw. bis zu dem auf beit Festtag folgenden Werktag, vonnittagS 9 Uhr, begonnen werden muß.

Auszüge aus Kirchenbüchern.

Wie dem Verordnungsblatt für die Evangelische Landeskirche zu entnehmen ist, hat bas Land«»- kirchenamt über Auszüge aus Kirchen« büchern die nachstehenden Anordnungen ge> troffen:

1. Auszüge und Auskünfte aus Kirchenbüchern, welche begehrt werden für kirchliche Zwecke, Im all­gemeinen Staatsintereff«, für Unterstützungszweck«, wozu auch Rentenfälle gehören, sind unentgeltlich zu erteilen.

2. Zur Erteilung von Auszügen für zwar pri­vate, aber rechtliche Zwecke (bürgerliche Eheschlie­ßung, Erbschaftsangelegenheiten u. dgl.) find die Pfarrämter von Starkenburg und Oberhessen al» Inhaber der früheren, ben Charakter ber Stanbe»- amtsregifter tragenben Kirchenbücher ebenfalls ver* pflichtet. Dasselbe gilt für bie Pfarrämter in Rhein­hessen, soweit sie sich im Besitz solcher Kirchenbücher befinden. Für Die Auszüge ist von den Pfarrämtern eine Gebühr von je 0,50 Reichsmark zu erheben. Ihre Vereinnahmung hat zugunsten de» örtlichen Ergänzungsfonds zu erfolgen. Hiermit erledigen sich alle bisherigen, auf örtliche Herkommen oder beson­deren Vereinbarungen beruhenden Gebührenansätze und «oerwertungen.

Zu Auskünften ober zur Ausstellung npn Aus­zügen für rein private Zwecke (Stammbäume, fa­miliengeschichtliche Forschungen usw.) finb bie Pfarr­ämter nicht verpflichtet. Doch erscheint es richtig, ber- artige Gesuche entgegenkommend zu ertebigen. Als Gebühr für einen vollständigen Auszug au» ben mit Registern versehenen Kirchenbüchern (in ber Regel von 1808 an) empfiehlt sich ein Ansatz von 0,50 Reichsmark. Für Auszüge unb Auskünfte aus ben alten, registerlosen unb oft schwer lesbaren Kirchen büchern kann ein allgemein gültig er Gebühren« nsatz nicht bezeichnet werben. Es ist vielmehr bie für bas Aufsuchen. Entziffern unb Abschreiben ausgewcnbete Zeit in Ansatz zu bringen unb zweckmäßigerweise Wt Beseitigung späterer Meinungsverschiedenheiten dem Antragsteller vor Erledigung seines Gesuches von der Höhe des beabsichtigten Gebührenansatzes Mitteilung zu machen. Die Vereinnahmung erfolgt zugunsten des betreffenden Geistlichen. Will ober kann ber Geistliche biefe Arbeit nicht selbst leisten, jo soll er doch dem Gesuchsteller oder einem oer- trauenswürdigen Beauftragten desselben die Einsicht in bie Kirchenbücher auf seinem Amtszimmer ae- > statten.

Landesverband

Hessischer Geflügelzüchter.

Der Verbandstag hessischer Geslü« gelzüchter vereinigte am Sonntag in unserer Prooinzialhauptstabt zahlreiche (Beflüge^üdjter au» ben brei hessischen Provinzen. Unter ben Ehren, gäften befanben sich Prooinzialbirektor Graes, Oekonomierat Dr. Wagner, al» Vertreter ber Hessischen Lanbwirtschaftskammer, Gewerbelehrer B r o h m - Darmftabt, als Vertreter bes Ausschusses für Starkenburg, unb Dr. Lang, als Vertreter bes Tierzuchtinstitutes ber Lanbesuniversität.

Lanbesoorsitzenber Beith- Reichelsheim be­grüßte die Gäste und dankte besonders der Land- mirtschaftskammer für die Unterstützung der hessi­schen Geflügelzucht. Dr. Wagner stellte auch für die Zukunft seitens ber Lanbwirtschaftskammer bi« Förberung ber Geflügelzucht in Aussicht. Zugleich wies er auf bie HesfischeLanbwirtschaft» A u s st e l l u n g in Darmstabt hin, auf ber auch eine Abteilung für Geflügel eingerichtet wirb.

Aus bem Jahresbericht bes Dorsitzenben war zu entnehmen: Mit bem 1. Januar 1927 ift Hessen Mit- plieb ber Arbeitsgemeinschaft Sübbeutscher Geflügel- Züchter geworben. Die Aufhebung ber laubenfperre wirb angestrebt.

Die Rechnungsablage erstattete Lerbanbsrechncr Lehr-Mainz, Die Iahreseinnahtne betrug 1159 Mark, bie Ausgabe 1025 Mk., so baß sich ein Ueber- schuß von 134 Mk. ergab.

Eine längere Aussprache erfolgte über bie Veranstaltungen im Jahre 1927. Die Landes- Ausstellung des Verbandes findet am 27. und 28. Rovember in der Dolkshalle zu Gießen statt. Die ProvinzialauSsteUung in Starkenburg muß entsprechend vertagt werden. Der Landesvorfitzende Deith empfahl den hessi­schen Züchtern die Beschickung der Landwirtfchaft- lichen Landes-Ausstellung im September in Darm­stadt. Der Bertreter von Offenbach teilte mit. daß der Offenbacher Berein am 13. bis 15. Ja­nuar 1928 fein 40iährigeg Bestehen durch eine Jubiläums-Ausstellung feiert. Der diesjährige Züchtertag findet in der zwecken Hälfte des Juli in Worms statt, damck ist eine Rheinsahrt und eine Besichtigung von Oppenheim und Mainz beabsichtigt Der Züchtertag für Süddeutschland ift für 15. und 16. Mai in Karlsruhe geplant

Vei Punkt Anträge und Wünsche ent­wickelte sich eine lebhafte Aussprache. Schnei-