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Donnerstag, 8. Dezember 192Z

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Nr. 287 Zweites Blatt

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tauft2Ibcr wenige Minuten später bllnyÜ schon wieder nach dem ötmer, weder Der»

Der republikanische Senator Bom» bat Im amerikanischen Kongreh verlangt, daß eil parlamentarischer Hnictf^nge- iuSschuß gut Oluf bedang einer ungeheuren Bestechungsange e.e hett cingeetzt werden toll. Höchste Persönlichkeiten werden der Korruption beschuldigt

Da« ist .raff? .«taff lagt man in -Amerika, wenn -Beamte B est e ch u ngsge l - ler entgegen nehmen und al# «egen- jethung dem Be rechenden gesetzwidrige Ist ortet le zuwenden wenn städtische ober ge­

fügte, weil geschwungene -Bogen, bet Bord und Süd. deutsche und lateinische Landschast ver­bindet ... schicksalhaftes Sinnbild für die Ge­stalten des Buches und für die schöpferischen Kräfte dessen, der es geschrieben haty

schwindet ein Fisch nach dem anderen und am Ende zeigt Goliath gar die Biegsamkeit feinet Körpers indem er den Kops rückwärts reckt und getoi Herma (ten von hinten her den letzten der Fische verschlingt. Diese Fütterung wiederhvll «ich alle zwei Stunden. Etwa 4,5 Zentner ist Ne durchschnittliche Tagesration

Ganz in der Stille find noch zwei See-Gl e- fanten aus dem Wasser gekrochen. Ein dunkles Weibchen und ein 3üngLng, beide .auf drei Meter lang. Auch sie bekommen ihre Fische. Der Däner jagt die Lobben ins Wasser zurück, wo fich Goliath alsbald zu einem Berdauunas-

e Anna such! erinnen zrflllaWati' aus WW st- Of&Jlil

Lach einer Weile richtet der Soe-Glesant jäh den Oberkörper aus, er hat einen dimer klap­pern hören und rutscht mit spukhafter Schnel- ligfvit weiter seinen Wvg. Schon kommt auch der Wärter hinter den Fellen hervor, mit einer grohen Ladung Fische Ein groteskes Schauspiel beginnt Der Lee-Elefant knickt seinen Leib in der Mitte rechtwinkellg hoch, so bati die pralle

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zusetzen, hat aber und als Zeichen dessen muh man die letzten Meldungen aus 3ndien neh­men, cs nicht zuwege bringen können, bah ble fundamentalen Gegensätze zwischen den Forderungen der nationalen Inder und den Er­fordernissen deS britischen Imperiums ausge­glichen wurden.

Angesichts dieser gründ leg enden Tatsache er­scheint es in Europa getotft erstaunlich. dah der englische Schritt Aur Beseitigung de» be­stehenden unbeliebten Systems in Indien von den indischen Rationalisten so überaus feind­selig begrübt worden ift. Hätte man nicht er­warten sollen, dah die Inder das Fallen jeder Fessel begrüßten? Durfte man nicht hoffen, dah die schlimmen Erfahrungen der letzten acht Jahre den Indern vor Augen geführt hätten, dah übertriebener Radikalismus das schlechteste Mittel ift. um die Engländer von der Rotwendig­keit der Selbstverwaltung Indiens zu über­zeugen?

Versucht man jedoch, hinter die Kulissen zu sehen bann muh man allerdings die gestellte Frage verneinen: denn wenn eines flar ist, so ist es das: England hat auch heute noch nicht die Absicht. Indien irgendwelche Frei­heiten $u gewähren, die den Beginn einer wirklichen indischen Selbstverwaltung, ge-

vorhinein beschränken ober feftlegen würde: bars man doch annchmen. dah alle die ehrenwerten Herren, die in der Verfassungskoenmission sitzen, obgleich sie keine Praris In Indien haben (man bat imt gröhter Sorgfalt folche Leute ausgesucht, die sich bisher als intelligente Kenner der Parla- mentsma'chtne bewährt haben, aber in ihrem

Verloren

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laIXe stecken wenn Stadtverordnete ober Bür- germeiHer Gesellschaften, deren Aktionäre sie find, mit wertvollen Privilegien ausftatten. wenn Po- tzze beamie von t<n Be itz rn ton Spielh Um und st reudenhä usern und noch schlimmeren Gementen «inen regelmähiaen Tribut erheben, der sie in sicht wenigen Fällen in den Stand setzt, sich schon nach einiaen Jahren in den Ruhestand zu- rückzuzlehen Ke nere As Ären dieser Art und Hnsicher Adatten werden tn Arnenka kaum noch beachtet: aber selbst geg«n schlimmere Auswüchse ler Korruption ist die fef enlliche Meinung brü­ten schon abgestumpft Ja. man kann behaupten »ab ble Korruption In Amerika sicherlich nicht solch Hefigen Umfang angenommen hätte, sich te dreist, beinahe nffentlid). betätigen würde. Wen» Ihr nicht durch ble Gleichgültigkeit er Bevölkerung immer wieder Vorschub Seiftet würde Der Lärm, den die Presse ge- entlich bet ganz ungeheuerlichen Korrupilons- ären schlägt, bars darüber nicht täuschen.

Für den weitaus gröhten Teil der amerilani- Iben Presse ist ein derartiger Skandal lediglich eine willkommene ..copy1'. auf deutfch: eine Ur- torift. allo Senfationsstosf für ..grobe Aus- machung Das Publikum liest die Berichte eifrig, iflftmiert aufgebracht über die Spitzbuben, rührt aber keine Hand, um auch nur eine bet Mannigfachen Quellen der Korruption zu ver- Hopsen. UJffln man im Auslände in langen Zwischenräumen lieft, in Amerika sei eine Rc- sormbewegung im Gange, so liest man schon »ach kurzen Zwischenräumen, dah diese Bewe­gung mangel» Beteiligung an Entkräftung da- hingesiecht sei.

Bor einigen Tagen ist aus Amerika gemeldet worden, der sogenannte .Petroleumskan- |a V von 1824 werde demnächst in verschärfter Jenfationellerer Form wieder auHeben: biefesmal oll festgestellt werden, dah Harbin g 1920 »icht als republikanischer Präsidentschafts-Kan­didat aufgestellt worden wäre (allo auch nicht Präsident hätte werden können), wenn nicht un­saubere Hände ihm die Mittet beschafft hätten, die führenden Persönlichkeiten der republikani­schen Partei sowie eine genügende Anzahl von Delegaten des Parteikonvents von 192 zu feinen Gunsten zu beeinflußen. DieserWahlfonds" rührte, wie jetzt bewiesen werden soll, von jenen Petrolcum-Grohlpekukanten her Sinclair x.nb Dohenv denen später der Minister des Innern Albert B Fall heimlich, gegen das Gesetz und gegen die Interessen bet nationalen Verteidigung, wichtige Petroleum-Terrain» im Westen der Vereinigten Staaten zur eigenen Ausbeutung überlassen hat. Als Gegenleistung für ihre Beiträge zum Wabllonds erwarteten rämlich dle'e Braven, dah die Regierung Har- ki'igs ihre Petroleumgeschäsie begünstigen werde, und diese Erwartung ist eben in Form bet erwähnten Pachiveiträge in Erfüllung ge­gangen Die Minister Fall (dem die Annahme doher Bestechungsgelder nachgewiesen wurde). Denbv iMarinc, und Daugherty (Justiz) wurden zum Rücktritt veranlaßt aber auch auf den Hamen des gut veranlagten, aber allzu nach­giebigen Hardmg hat sich ein Schatten gesenkt.

Dah es sich, wie in der erwähnten Mel­dung zu lesen ist. um neue, gröhtes Aussehen erregenbe Enthüllungen handeln werbe, die diese Petroleum-As re ..zum gröhten Korrupt ions-

4.T."MN an oi J. Diuüirj lolBirtt 1. >'

Sin Goliath der Antarktis.

Von Paul E i p p e r.

Er ist ein Goliath, und er heiht auch so. «ine besondere Expedition brachte ihn vorn südlichen Polarmeer nach Hamburg, und in Earl Ha gen- becks Stellinger Tierpark ist nun. in Europa bislang unbekannt, ein ausgewachsener See- Elefant zu sehen.

Der erfte Eindruck überwälttzl

Man kommt vom Rordlandpanorarna h.r Das weite Wasserbecken de» SüdpolpanoramaS brei­tet sich vor uns aus. Eia paar Möwen stehen am Strand. Dominikaner-.nnen mit grauen Flügel- beden, und ein schwarzer Kormoran Der Was­serspiegel ift tot

Da wächst mitten im Teich ein Fabelwesen auf. Ein Kop' wird sichtbar, grob, unwirklich, sarm­los: zwei dünne Schlitze weiten sich zu krater­förmigen Rüstern: Augen, schwarz und tief- glänzend, blicken den forthüpfenden Möwen nach und mit knarrendem Gebrüll richtet der See- Elefant feinen Körper auf.

Man denkt an ein vorsintslutl ches Her und stellt mit gelindem Grauen feft. dah seine Augen­sterne nicht wie beim Menschen vom Weih de» Augapfels umgrenzt find, sondern in einer roten Flüssigkeit zu schw armen scheinen

Wohl 1,5 Meter ragt der Leib des Tieres aus dem Dafscr. Man ift verblüfft von dieser Gröhe, aber das Staunen beginnt erst, wenn der See-Elefant ans Ufer schwimmt, die Brust auf den Stein'trond legt und sich mJ den Boe» dersiolsen auf» Trockene hinausichiebt. Dazu läht et Kopf und Brust nach vorn fallen und hinter ihm, weit noch im Waller, schnellt wie ein beriet Fächer irgend etwas schaumpeitschend empor. Das kaum glaubhaft erscheint, ist rtchttg. es war das Ende des Robbenleibes und weiter geht das wiegende Auf und Ab: immer mehr Körper, immer gröhere Massen wuchten den Ab­hang hinauf. Ein riesenhafter kbrngiCber Kolohl

Mit einem le sen Erschopfunzs^röhnen schwingt «ich das Ungetüm gänzlich auf» Trockene und bleibt atemholend dort liegen. Seine Länge be­trägt fünf Meter.

(Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!/ London. Ende Rovember 1927.

Rach langem Zögern hat sich die englische Regierung nunmehr entschlossen, die Berfas- sungsrcform für Indien bereits jetzt in Angziss zu nehmen. Die unter Vorsitz von Mr Simon eingesetzte Untersuchungslommission begibt sich in Kürze nach Indien, um an Ort und Stelle durch eine eingehen e Untersuchung feft* zustcllen. welches die geeignetste Verfassung für Indien ist. oder was für andere praktische Vor­schläge zur Verwirklichung der indischen Selbst­verwaltung ergriffen werden sollen. Dieser Schritt der englischen Regierung hat jedoch in Indien allgemeine Empörung hervorgerufen und selbst die indischen Gemähigten und Liberalen haben auf Grund der Einsetzung dieser Äommil- sion den Engländern erneut Fehde angesagt. Die Blätter sind voller Rachrichten, in denen die An­kündigung eines groben Boykotts gegen die englische Verwaltung in Indien angesagt wird, und wenn nicht alles trügt, so ist für da» nächste Jahr erneut mit gröberen politischen Kämpfen in Indien zu rechnen. Die sanfte, aber doch feste Hand Lord Irvings, des in­dischen Vi.zekönig». hat es fomit wohl vermocht, die unter dem gegebenen Verwaltungssystem be- stchenden Reibungen auf ein Mindestmaß herab-

perialiften immer noch zu graft Immerhin ist nicht zu leugnen, daß die Aufgabe der Bet* faffungskonmnssion von ungeheurer Verantwor­tung ift: denn, ob England dies zuaeben will oder nicht die Lösung, die diese Kommission vorschlägt, wird zugleich eine Antwort aus die Frage sein, ob England es verstehen wird, eine neue und reibungslosere Verfassung für Indien zu finden, als dies bisher der Fall war. und damit Indien zu halten, ober vor dieser Aufgabe zu versagen und Damit Indien und das englische Reich verloren gehen zu lassen.

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asst 26

Tloraeu ftrtltie 9. Tttcmbtr iwt<

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.Kleinen aber beginnen eie Liebesfpiri. Sie umkreisen sich, tauchen, werfen sch auf den Rücken, gurgeln und flohen die Köpfe keu­chendem Gebrüll senkrecht in die Luft. E.nmal kommen fit dem Goliath zu nahe. Da rauscht das 'Waller und spritzt hoch auf. Mächtige Flosst« Peitschen die Oberfläche, und mit wütenden Uv- lauten flöht der alte Bulle eine Wassersorrtäne steil nach oben. Das junge ML-rochen flieht; die dunkelbraune Schöne aber lagst sich am die Sette ihres Gebieters... .

Stand» 1 in der Geschichte der Bernrngten Staa­ten" gestalten werde ist der stärkste Beleg für die Gle chgütttgseit und Vergeblichkeit der ameri- kan'.fchen Bevölkerung angd cht» schlimmster Ent­hüllungen. Denn da» wa» jetzt auf Betreiben eines republilan.Icher Senator» durch nne neue Untersuchung fest gestellt werden soll, ist im we­sentlichen schon vor drei Iahreu be­kannt geworden. . Schon" mau mühte eigentlich lagenerst" Denn es sind erst drei Jahre her. dah die Einzelheiten des Petroleum- skandal» wachen- und monatelang die Seiten der Fettungen füllten, in beiden Häusern des Kon­gresses leike.ischaftlich erörtert wurde, die beiden groben politischen Parteien in sieberhalter Tätig­keit erhielt: die demokratische Oppositionspartei gebaute, aus den Enthüllungen eine starke Waffe gegen die herrschende und republikanische Partei zu schmieden, und die Republikaner hatten alle Hände voll zu tun. um die wuchtigen Angriffe der Demokraten abzuwehren. Drei Jahre? Ha­ben doch noch tm nämlichen Jahr 1924 die schwer belasteten Republikaner durch die Erwählung Loolidges mit einer Rekord-Mehrheit einen glänzenden 'Wahlsieg errungen! In einigen Mo­naten war die grobe Aufregung über die Pe­troleum-Korruption verflogen!

Es ist in Amerika immer so gewesen.

Es hat schon einmal, im Sommer 1912. einen großen Petro.eumskanda! gegeben. Damals hat die S.andard Oil Go. zwei BunbcAlenatoren bestochen, um durch deren Hilfe einer der Ge­sellschaft günstige ®c »igejung d-rchzusiren. Trotz des gewaltigen Lärms. den die Hearst-Blätter schlugen, trotz faksimilierter Brie e und . Unter­suchungen" war die As äre bald vergessen.

In die Präsidentschaft de» gutmütigen, ehr­lichen Taft fielen noch zwei andere grobe Skan­dale die3nbiancrlan d"-As äre und die Sache mit den »Alaska-Kohlen Beide sind zu verwickelt, um hier mit der erforderlichen Ausführlichkeit geschillert zu werden 3n beide waren hohe Regierungsbeamte verwickelt: in die Schiebung mit Indianer-Ländereien der Vize- prä ident der Be.e.nlg:en Staaten. 6 her man, in die Schiebung mit den reichen Kohlenfeldern Alaskas der 3rmenminvier Richard Ballin­ger Auch EHarle» B Taft, der Bruder des Präsidenten, wurde in den Alaska-Handel Hin­ri ngezoaen Die Bk len der Aufregung über dle'e Skandale rasten e.ne Bkilc. dann plätscher­ten sie immer ruhiger, bis die 'Wasser wieder spiegelglatt waren.

wsidphantasti'chen Plastik erstarrt. Die aufge­richtete Hälfte wuchtet 25 BHer In die Höhe und überragt den dicht davorsiehenden Wärter um mehrere Kopflänaen.

Von oben her blinzelt bet Ko loh gutmütig xu dem DcL'chlein herunter, bann hebt er die Rüstern gegen den Himmel und reiht den Rachen laut gähnend aus. Rosarot leuchtet die gewaltige Höhle: der BSärter greift in se.nen Gtmer. hebt einen schweren Sch.llfisch am Schwänze hoch der Elefant schluckt kaum, wie von seiber rutscht die Babrung hinunter Acht, neun, zehn solcher Fische, dann läht Goliath die ausgerichtete Köv- v..r^I'ie plumpsend zu Boden glriten und ver-

,^ros Anadyomenos.

(rin neuro Vuch von ftlbcrt H. tausch

BkftUe man dieses letzte Buch') des Dichters Ulbert H. Rausch als einen Roown bezeichnen unb bewerten - wofür es Ieiner äuftcren Form ach allenfalls gelten könnte. so würde man tbm kaum Genüge tun, wollte man versuchen, ven Inhalt in Ilm rill en weberzug-chen. von den hanbelnben Personen zu sprechen, fo würbe das Wesenlliche dieses Werk-s kaum getroffen fein. Schon mit der Zeichnung .Personen für so menschlich verfeinerte und vertiefte Sriengestal- ten, wie sie In dem Buche umgehen, würde, wie uns schetnt. am Eiaenlllchen, am Sinn des Ganzen ovrbeigesprochen. Ebenso auch mit dem Beiwort .handelnd : das rein Aktive. Bewegende, für die Form des Roman» motorisch Aus'chlaggebende .st ganz unbetont in der Erzählung, und auher- dem. viel mehr, als diese Menschen .handeln . von sich aus willensmästig etwa» geschehen tollen - viel mehr bleiben sie untätig, v.el mehr .ge- «chicht es ihnen" in einem S.nne von an!Her Schicklaisnoiwendigkeit, tote er uns ^Kul-9®t schon lange verloren gegangen ober unbetoufu geworden ift Geist der Antike: das ist viril richt das Dori, mit dem man bte Haltung des Buches am ehesten kennzeichnen könnte, das trotz Ieiner duftet lieben Unbeuxgibeit und seinem ruhigen vornehmen, abgedärten Sprachstil ein fast hef­tiges. ein aus Leidenschaft und llcberjeu^ung geschriebenes Buch ist: ein in künstlerischen epr- men geprägtes Bekenntnis von persönllchster Eigenart, welches s ort setzt, vollendet und ab- ichlieht. was in früheren Werken Rauschs into­niert und. wie der Dichter cs selber ausspricht. nun nicht mehr berührt werden wird und ge­faltet zu werden braucht, well das Entscheidende bis zur Restlosigkeit erschöpfend formuliert wor­den ist. Das Entscheidende ist aber vielleicht auf jeden Lrier wird gerade dieses Buch anders wirken, und man kann sich denken, dah jeder den bestimme!iben Rachhall des hier Gestalteten .verschieden kennzeichnen wird. dah jenes Grundproblem, das sich unserer Gegenwart aus den engsten und urivrünglichsten Beziehungen

Albert H. Rausch: Eros Anadvo- meaos. 131 Seiten 8". Deutsche Verlags-Anstatt. Stuttgart. Berlin und Leipzig, 1927. In Seinen 8 Mark. 609

zwischen Menschen aufzudrängen schien, dah die in aller Oeffentlichkeit als .fejurile Frage vcr- handelte Angelegenheit breitester Massen weder rin öffentliches noch ein kollektives Interelle zu beanspruchen habe, dah es überhaupt weder .Problem", noch .Frage" oberKonflikt" sei, sondern die allerpersönlichst au behandelnde Pri- vatsache. die überhaupt gedacht werben kann. Gleichwohl geht es in Metern Buche Rauschs nicht, zum mindesten nicht tn erster Lin«, um Dinge, die mit dem Begriff des Seru.llen er­saht ober acbeckt werden könnten, sondern um bte antikisch-mythische Seelenbeherrschung durch bte Gottheit Eros, unter deren Führung sich die völlig unsinnltch zu verstehenden Beziehungen. Bindungen und Lösungen zwischen zwei ober mehreren Menschen aus unbegnll.-nen, nicht er­klär sichen. nur fühlbaren Rotwendigkriten voll­ziehen. ^ufammensassend kennzeichnen wir bte inneren Akzente desEros Anadyomenos wohl am entschiedensten, indem wir auf des Dichter» eigene Böorte (tn einem Brief an den Rczen- fernen) Aurüdgretfen. Dtes Buch mit dem grie­chischen Barnen gibt .die schicksalhafteste, undeut­barste Berketiung und Gesetzmästigkeit mensch­liche Gefcheherts. weiche denkbar ift: also durch­aus Symbol". es ist ferner .bte Gestaltung der Srd-Krasi welche . . unterer engsten, helli- schen Erde entströmt", und endlich, .es zerstört die Genial norm der heutigen Gesellschaft, in­dem es Serualttät als e t h i s ch e Bonn absichnt und ledtgsich die gr innungsmäh ge Qualität als Richte fetzt" Dem Autor selbst Dürfte diese letzte Forrnusierung. die den .Eros" sinnvoll in den Kreis seines Schallens ringllederi und die Innen- linie einer Entwicklung fvriführend abschsieht, für die Bewertung des Buches enllchc-dend fein. Für den rein ästhetisch eingestellten Leier gehen die tieferen und unmittelbareren Eindrücke we­niger von der .Theie und von jenen Teilen des Werkes aus. Ne als Bekenntnis aufgllaht wer­den sollen und müssen als von der auher- ordentlich biszipltn-erien Formgebung, in die das Ganze sich llerdet, von der ft raff en und strengen Prosa, von der Prägnartz und Klarheit in Wort und Satz kur; «sagt: vom Stil. Unß noch etwas anderes muy genannt werben, bas man ganz ursprünglich empfindet ober nachrastet, ohne den Zwang zu gedanklichen Entschridurrgen ober anschauungsmäHiger Auseiminbericn^ng mit dem, tpae hier verhandell und gestalte: wurde: das ist der zwar unsichtbare, aber von innen her ge*

Tamenanv Hall, die Organilattoe der Reuyorker Demokraten, ist tert ihrem Bestehen em sich stetig erneuernder Urquell bet Korruption, die nicht nur bte ganze Stadt durchdringt sondern ihren Ernsiuh tm ganzen Staat Aeupork fubUx:r macht E'.n drinokrattfcher Wahls.eg bi der Stadt unb un Staat Reuyork ist nur mit Hllfe Tam- many möglich unb eher solche Cxg stärkt wie­derum öle Blacht bte'er Orgamfation. Solange sie an der Macht tst und das war bisher mit seltenen 21uer.j&m<immer der Fall, besitzt sie, buch ober intnteh. alle Aemter, vom Ober­bürgermeister Beuvorks und dem Gouverneur des Staates herunter bis zu den städtischen Schuhputzern i n) den Bei enachesrauen tm Kapi­tol der Staatsl auptstadt Achany. be ernennt ihre Leute, soweit bte Aemter durch Ernennung besetzt werden, und .macht die Dahlen, wenn ba» Ge­setz bte Bes tzang durch Wahlen vvrschretbt. Dah dabei nicht bte Brauchbaren und Ehrlichen, son­dern lediglich die »Hesier, die .Trabanten" be­rücksichtigt werden bedarf keiner Erwähnung. Die Korruption un.er dem Tammanv-Re^in-.e geht so weit, dah sogar verbrecherische Elemente, ja ganze .gang»*' (Rotten) aus bet _lln erwelt begünstigt werben, sosern sie der Organifat on bei Dahlen oder sonstwie D enfte leisten.

Eine besonder» üble unb besonders stark verbreite e Abart der amerikanischen Korruption ift. wie bekannt, bie Bestechung von Döb­lern und die Betrü e.eien während des Wahl­aktes Bri der Präsidentenwahl 1888. au» der Benjamin Harrison siegreich hervorging, wurde nachgewie'en, dah über 2 Millionen Dollar für Bestechungszwecke aus'c- geben worden waren: ble nicht nachgewiefenen Summen dürften die'en Betrag erheblich übet- schrit en haben S» sind Berfuche gemacht wor­den, bie Höhe der .Kampagnefonds durch Ge­setze auf befcheikener Höhe zu hatten, kein Politi­ker. kein Kandidat kümmert fich darum: die vor- gefchriebenen Auswe.fe werden ..gefifft" man betrete es ihm! Keine Hand rührt sich, auher wenn es ein Politiker einmal gar zu bunt treibt, io dah ein politisier Deiner die Möglich­keit hat, ihn zu denunzieren. Diese 3nblffernu der groben Masse hat es u. a ermöglicht, dah die letzten Jahre der Präsidentschaft General Grant« ein einziger grober Korruptionsskandal waren, dah ganze Stadt Verwaltungen, so San Francisco 1906. ein groher Korruvtion-pfuh! waren, und dah von den Zuständen in Ehicago ein Schriftsteller kürzlichagen konn c ..Mit ihnen verglichen, ift Tammany ein Kindergarten.''

Leben noch nie in Indien gewesen sind!) 'ich dessen genau bewuht sind. Was alles Indiev für England imb für das grobe britische Impe­rium ist.

Unb obgleich bie Opposition lArbeiter* parieiler unb Liberale) in der Kommission ebenso vertreten ist. wie bie Regierung, kann am Er­gebnis der Untersuchung nicht geztoeifelt werden. Die Probleme Indiens sind eben nicht so einfach zu lösen, tote man das uriprüngsich int Jahre 1918/19, al» man noch »trunken vor De>- mokratie war", annahm. Denn wenn es irgendwo auf der Wett « prion unmöglich sein sollte, die Demokratie zu verwirklichen, so ift das zwang» ihrer Jahrtausende allen Geschichte und Tradition tn Indien der Fall. Die grobe Scheide der Religionen, ble Stufenleiter bet Kasten, die Mannigfaltigkeit tuUureller Entwick­lung die zwischen dem Stadium des Kanni­balen uiid dem in Orford erzogenen Unbergra- duatc liegt, weift Indien alles auf, was man sich überhaupt vorstellen kann. Wie foll es ba möglich fein, mit einer Verfassung au arbeiten, tnv von der präsumpttven Gleichheit der Ernzelpersönlichkeit ausgehts Bei allem "Willen zur Detnokratie. der zweifellos nirgends fo aus­gesprochen ift wie In England, ist nicht daran xu Aiixntcln. dah selbst die demvkrattschsten Eng­länder tn Indien sie nicht anzuwenden wünschen, da sie dazu zu viel Elnl:cht briitzcn. Die Alter­native, i'or die England in Indien gestellt ist, kann somit heute noch nicht dahin gedeutet wer-

England und Indien

Bon unserem k-Berichterftatter.

'chwrige beim den Begum wirischer persischer bedeuten wurden. England hat gar kein

Interollc daran. Ind^n zu betreten oder Ber- waltu: Tih'rmen zu 'cha'ien. ble einer w ri- :chen e. .: ft Verwaltung giechkommerL Dazu wis­sen die Engländer zu genau, dah der iwi'chen Orient und Olubenf. von denen bereits der Haibinder Rudparo Kiplitzgagtt. dah sie niemals zusammenkommen könnten, iu ar oft .ft um durch irgendein künstliches Ver­waltung»- oder VersaisunEsstzstem überbrückt zn werden.

Deshalb muh daraus htngewiesen werden, dah der Sinn der von den Engländern für das Jahr 1929 zugcsagtrn Veriasiungsreiorm in einer ganz anderen Richtung liegt. Richt um ernt rrundsätzsiche Umgestaltung des bestehenden Sy- ems. nicht um eine Befreiung der Inder auf den Fcsieln de» englischen Imperiasisinus. nicht um eine grvhzüaige staatsmännische Tat handett es sch. fonbern eine nüchterne, von prak- trichen Bedürfnissen ausgehende Anpassung des 1919 gegebenen Verfassung »werke» an ble praktischen Bedürfnisse des vielgestal­tigen Ricsenreiches Indien Ist das Ziel. For­mal geht das aus dem Aufnag. den bte Ver- sassungskonmii'fion erftilten hat. zwar nicht ber» vor. 5m Gegenteil, d»e Bestimmungen lassen der Komn'/sion tede Zre.hen. Sie kann vorschlagen, was sic für richtig hält und kann teste Unter­suchung vornehmen, die sie für zweckmähig MIL Aber c» würde ja auch englischer Staatskunft nicht entsprechen, wenn man eine praktische Aus-