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Für die Wäsche gibt es keine bessere und sparsamere Seife als

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Drucksachen al ler Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl'sche Univ.-Druckerei, R. Lange.

Sonnenscheinbauer: 61/* Stunden. Niederschläge: 0,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 16,6 Grad Celsius.

Witterungsaussichten für Sonntag: 3m all­gemeinen leine wesentliche Aenderung.

Bauer mit Wirkung vom 1. 3uli 1927 an zum vortragenden Rat im Ministerium für Ar­beit und Wirtschaft mit der Amtsbezeichnung Oberlandwirtschaftsrat". Aus dem Staats­dienst entlassen wurde der ständige Hilfsarbeiter bei dem Ministerium des Innern, Regierungsrat Dr. Karl Ahl aus Mainz, auf seinen Antrag mit Wirkung vom 8. 3uni 1927.

** Der Hessische 3agdklub gegen eine Modetorheit. Als Neuheit bringt das ModeblattDie elegante Welt" 3acken aus Reh- kihdecken, an denen noch die weißen Flecken sind, die das Rehkitz nur in den ersten Monaten seines Lebens aufweist. Rehkitze sind in allen deutschen Staaten jagdgesehlich geschützt. Woher kommen also diese Pelze? Es ist doch eine bei­spiellose Roheit, diese Tierchen einzufangen und

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

* Gießen , 6. 3uli. 3m Sommer v. 3. nahm das Kreisamt Alsfeld bei dem damaligen Ge­meinderechner von Bleidenrod eine Prüfung der Kassengeschäfte vor, wobei sich erhebliche An­stände ergaben. Der damals gehegte Verdacht wurde, bei einer weiteren Kassenrevision zur Ge­wißheit. 3n der Kasse fehlte ein ganz bedeutender Betrag, für den der Rechner keine Ausgaben­belege beibringen konnte, hinter dem Druck der Verhältnisse gestand er schließlich ein, daß er wiederholt in die Gemeindekasse gegriffen hatte, und daß er, um die begangenen Llüterschlagungen zu verdunkeln, unrichtige Einträge in das All­gemeine Tagebuch gemacht und Belege gefälscht hatte. Das ganze Geld hat er dann in sehr leicht­sinniger Weise wieder vergeudet. Nur mit Rück­sicht darauf, daß er der Gemeinde den Fehl­betrag voll erseht hat, billigte das Gericht dem Angeklagten mildernde Umstände zu und ver­urteilte ihn wegen Amtsunterschlagung zu einem 3 ahr Gefängnis. Außerdem wurde ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von fünf 3ahren aberkannt.

Berliner Börse.

Berlin, 8. 3uli. (W.T.D. Funkspruch) Bei stillstem Geschäft ist im heutigen Frühverkehr eine Tendenz noch nicht erkennbar. Kurse sind noch nicht zu hören. Von außenstehenden Kreisen sind Orders bisher kaum eingegangen Am Devisen­markt hört man Paris mit 124,01, Mailand! 83,75 bis 89, Madrid 28,51 und das Pfund mit 4.8540.

inglüd In Belgien.

tülobtil bet Ürnhvvt er* DCT® tzHlostvnsmglück, bd itet getötet wurden.

junglüd in Argentinien. Zusammenstoß zwischen einem ?uiem Sonderzug mit chuem* je sich zur Beteiligung an Jatwnalfest am 9. 3uji m terwegs befanden, 30 i und 100 verletzt worden, d auf dm Huronsee.

'.una aus Sudbury am Onw* ä« $«uer aul. «

AMerVeckeier der bei den in Frage kommenden Detail*Geschäften gut eingefiihrt ist, für sämtliche Trikotwaren gesucht.

Schriftliche Angebote unter 6423V an den Gießener Anzeiger.

-gc der großen Hihe durch Brand. Än Löschzug der t eine Stunte lang mit den

Ein Weißbinder aus der Wetterau, der einen Fahrradhandel betrieb, hatte sich die Fahrräder von einer Fabrik durch Vorspiegelung falscher Tatsachen über seine Zahlungsfähigkeit und Zah­lungswilligkeit verschafft, wodurch der liefernden Firma ein großer finanzieller Schaden entstanden! ist. Das Gericht berücksichtigte zugunsten des An­geklagten dessen Notlage und verurteilte ihn unter Zubilligung mildernder Umstände wegen Betrugs zu einer Geldstrafe von 200 Mark, di« im älneinbringlichkeitsfall mit zwei Wochen Ge­fängnis zu verbüßen sind.

Wegen tätlichen Angriffs auf einen Vorge­setzten hatte sich ein Obergrenadier, der inzwischen fristlos aus dem Heeresdienst entlassen worden! ist, zu verantworten. Der Angeklagte will damals sinnlos betrunken gewesen sein und von der gan­zen Sache nichts wissen. Diese Angaben wurden aber durch sämtliche Zeugen widerlegt. Unten Annahme eines minder schweren Falles wurde er zu acht Monat Gefängnis verurteilt.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen einen 60jährigen, bis jetzt unbestraften Mann wegen eines an einem Kinde begangenen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Die Strafe! ' lautet auf 10 Monate Gefängnis.

** Eine weitere bedeutsame Ver­minderung der Wohnungsnot wird in den nächsten Tagen hier zu verzeichnen sein. Anfang nächster Woche werden 32 Dreizimtner- Wohnungen der Baugenossenschaft 1894 (zweiter Bauabschnitt Am Kugelberg) bezogen werden. Damit steigt die Anzahl der im Besitze der Baugenossenschaft 1894 befindlichen Wohnungen, einschließlich der Altwohnungen, auf ungefähr 200. Man kann diese Baugenossenschaft nunmehr neben der Stadt Gießen als den größten Haus­besitzer unseres Gemeinwesens ansehen. Die oben­genannte Gesamtwohnungsziffer erfährt aber im Herbst d. 3s. noch eine weitere Steigerung durch die Vollendung der jetzt im Rohbau nahezu fertiggestellten Einfamilien- und Reihenhäuser! Am Kugelberg und der im Dau gut fortschrei­tenden Mietwohnungen in der Liebigstraße.

** Von der Kraftpostlinie Gießen Krofdorf. Die Verkehrsentwicklung auf dieser Postautolinie hat nach den Erfahrungen, die man im letzten Winter in reichlichem Maße gemacht hat, jetzt dazu geführt, einen neuen großen Kraftwagen zur ordnungsgemäßen Bewältigung des Verkehrs zu beschaffen. Der neue Wagen, ein großes Mer- cedes-Benz-Auto mit 39 Sitzplätzen, ist seit gestern in den Dienst der Strecke gestellt worden. Durch diesen Ausbau der Verkehrsmittel ist eine Erweite­rung der Autohalle in Krofdorf notwendig gewor­den, damit die Wagen dort in der betriebstechnisch erforderlichen Weise untergebracht werden können.

Aus der provinzialhauptstadt.

Gießen, den 8. 3uli 1927.

Schein-Philosophie.

Es hat den Anschein, als ob es mit dem Sonnenschein auch im 3uli noch recht fadenscheinig werden sollte. Da jedoch sprichwortgemah der Schein des öfteren trügt, d. h. sKinbar rst so besteht immerhin noch die Wahrscheinlichkeit, pah er kommt, der es angeblich so fein hat: der Sonnenschein. .

Gs war in den letzten Wochen wiederholt so, daß der Widerschein des Sonnenscheins aus einem aeaenüberliegenden Fenster auch in mein Zimmer hei1 Anscheinend" und so dachten mit mir wohl Hunderttausende - »wird heute gutes Wet­ter werden". Das war aber nur scheinbar. Denn 'chon in der nächsten Viertel- oder Halbenstunde raffe hie Sonne wieder ausgeschieyen. Dieses fort-

Letzte: einmal scheint sie dann wieder nicht nmt wieder" hat nachgerade den Anschein von rck: inheiligkeit zu erwecken vermocht, wenn die 5mlne tatsächlich einmal zu scheinen schien. Es

Menschen, die hieraus ein System gemacht .mben, das sich auf dem Schein des Seins aufbaut, und die auch die Sonne für ein Gestirn halten, das nur scheinbar zu scheinen scheint.

Vielleicht wäre es auch nicht ganz unwahr - scheinllch. daß am planetaren Himmel sidensche Neuorientierungen stattgefunden haben. Den Scheinwerfern der Astronomen (Fernrohre gehei­ßen) ist bis jetzt anscheinend noch keine durch­scheinende Aufklärung dieser 'zum mindesten doch ausfallenden Erscheinung gelungen, daß wir scheinbar im Sommer zu leben scheinen, während in Wirklichkeit auf dem Thermometer bisher meist nur bis 8 oder 10 Grad erschienen.

Bon den Wetterpropheten wird die Wahr­scheinlichkeit nicht bestritten, daß im 3uli auch bei uns die berühmte amerikanische Hihwelle mit denselben unliebsamen Begleiterscheinungen wie drüben in Erscheinung treten könnte, wovon man sich dann durch Augenschein zu überzeugen hätte.

Gesetzt also den Fall: der Schein trügt wirk­lich und das anscheinend Unwahrscheinliche ge­winnt zunehmende Wahrscheinlichkeit, sodaß der scheinbare 3uli in seinem werteren Verlauf mit kalendermäßig gewohnten Sonnenschein als eine tatsächliche Erscheinung fühlbar wird, so würde damit die ganze Philosophie vom Schein des Seins wie eine Spukerscheinung tn ein faden­scheiniges Nichts zerinnen.

Der neue Rektor der Landesuniverfität.

L. U. Als Rektor der Landesuniversität Zür bie Zeit vom 1. Oktober 1927 bis 30. September 1928 wurde der ordentliche Professor für Römi­sches, Bürgerliches und Zivilprozeßrecht Dr. Leo Rosenberg gewählt.

Borrtotizerr.

Tageskalender für Freitag: Deutsche Volkspartei: halb 9 Uhr, Hindenburg, Mitgliederversammlung. Palast-Lichtspiele: (S armen. Astoria-Lichtspiele:Der Einbruch im Grand-Hotel".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als erfolgreichstes Werk für Kurtheater und Sommerbühnen hat sichDer Garten Eden", Komödie in 4 Akten von Rudolf Dernauer und Rudolf Oesterreicher, er­wiesen. Die Neuheit hat gestern bei ihrer Erst­ausführung am Bad-Nauheimer Kurtheater einen durchschlagenden Erfolg erzielt, der gleichermaßen auf Rechnung der spannenden Handlung, wie der f (otten Darstellung und glücklichen Besetzung zu puchen ist. Es ist deshalb zu erwarten, daß die Aufführung in Gießen am 12. 3uli stärkeren Besuch finden wird als die letzten Vorstellungen.

Berliner Erk-3ugendchvr. Man schreibt uns: Das Konzert, welches morgen abend (Samstag) in der Neuen Aula stattfindet, dürfte vielen einen hohen Kunstgenuß bieten. Die Pressestimmen aus den Orten, in denen der Chor bisher seine Lieder vortrug, sind des Lobes voll und heben besonders das gute Stimm­material, die Sicherheit in der Hervorbringung des Tons und die Gleichmäßigkeit und Zartheit des Vortrags hervor. Es darf darum erwartet werden, daß auch das hiesige Konzert sich eines guten 'Besuches erfreut. Um Mißverständnisse zu vermeiden, sei darauf hingewiesen, daß die nicht numerierten Plätze sämtlich Sitzplätze sind. Der Empfang des Chores durch die hie­sigen Gesangvereine erfolgt am Samstagnach- imitag 2,21 Uhr am hiesigen Bahnhof. Auf dem Brandplah wird der Chor einige Lieder zu Gehör bringen. (Siehe heutige Anzeige.)

Alice- Fr auen -Verein vom Ro­ten Kreuz. Nächsten Sonntag nachmittags Fest für Kinder und Erwachsene in der Volksschule. (Siehe gestrige Anzeige)

Kaufmännischer Verein. Anläßlich des 30jährigen Bestehens findet am nächsten Sonntag das diesjährige Sommerfest in größerem Maßstäbe statt. Man beachte die gestrige Anzeige.

Wettervoraussage.

Vielfach wolkig auch aufheiternd, Tempera­turen wenig verändert und vorwiegend trocken.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 24,5 Grad Celsius, Minimum 13,8 Grad Celsius.

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Vermischtes.

10. Generalversammlung des katholischen deutschen Frauenbundes.

3n Essen tagte die 10. Generalversammlung des katholischen, deutschen Frauenbundes, die sich als Leitmotiv die Themen gesetzt hatte: Frauen­beruf und Frauenberufung. Vorträge der be­deutendsten und führenden Frauen des katholi­schen deutschen Frauenbundes, unter ihnen He­lene Weber, stellten einem großen Zuhörer­kreis, den Vertreterinnen von ganz Deutschland und einigen aus dem Ausland, die Gesamt­probleme der Frauenberufsarbeit vor Augen. Eine Abgesandte der evangelischen Frauenhilfe überbrachte die Wünsche des Gesamtverbands der evangelischen Frauenhilfe. Sie kennzeichnete die gemeinsamen Ziele beider großen Verbände. Telegramme an den Papst und den Reichs­präsidenten v. Hindenburg wurden von der Ver­sammlung abgesandt und huldvollst erwidert. So wurden bei dieser bedeutsamen Tagung die wirtschaftlichen, kulturellen, sittlichen und religiö­sen Momente des Frauenberusslebens erfaßt und in Leitsätzen und Entschließungen zum Ausdruck gebracht. Dadurch ist in hohem Maße eine Be­reicherung der Auffassung des Frauenberufes gegeben worden. _____

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Schönheide (Erzgeb.). 6424D

einer Laune der Mode zuliebe zu töten. Der Hessische 3agdklub hat deshalb an die Staats­regierung die Ditte gelangen lassen, den Handel, die Verarbeitung und das Auslegen von Pelz­werk, das aus Rehkitzdecken hergestellt ist, all­gemein zu verbieten. An die deutschen Frauen wenden sich aber alle, die noch ein Herz für die Natur und die Tierwelt haben, mit dem dringen­den Ersuchen, diese Modetorheit zurückzuweisen. 3eder vernünftig Denkende wird zugestehen, daß diese Ditte berechtigt ist. Diejenigen aber, die dem Handel Rehkitzdecken zuführen, feien hiermit nach­drücklichst gewarnt, denn das Einfangen von Rehkitzen in Wald und Feld wird als Wild­dieberei schwer bestraft und führt zu hohen Schadenersatzansprüchen.

** Die Kreisausschüsse Hessens hiel­ten im Jahre 1926 insgesamt 268 Sitzungen ab. 280 Gegenstände wurden mit mündlich kontradik­torischem Verfahren und 5693 ohne mündliches Ber­ühren erledigt. Die einzelnen Gegen­ta n d e verteilen sich wie folgt: 294 Ge- neindeverwaltungssachen, 341 Gewerbesachen, 51 Be° chwerden gegen Beschlüsse der Gemeindevertretun­gen, 578 Landarmensachen, 12 Wildschadengesetz, 417 Freiwillige Armenpflege (Ortsarme, Geistes­kranke, Blinde, Epileptische, Schwachsinnige), 70 Zwangserziehungsangelegenheiten, 119 Polizeioer­ordnungen, 148 Ortsbaupläne und Fluchtlinien­pläne, 56 Baudispensationsgesuche, 319 Ortsstatute, 2419 Kreisangelegenheiten und 1149 sonstige Ge­genstände und Kriegsangelegenheiten.

Militärkonzert. Das 3. Abonne- mentskonzert unserer Reichswehrkapelle, das gestern abend auf derLiebigshöhe' stattfand, wies wieder einen sehr guten Besuch auf, zumal das Wetter recht günstig war. 3n bekannter flotter Weise ging die AbwiÄung des gut zusarnrnen- gestellten Programms vor sich. Die trefflichen Leistungen der Kapelle lösten anhaltenden Bei­fall aus, für den sich die Musiker durch ver­schiedene Einlagen erkenntlich zeigten. Besonders beifällige Aufnahme fanden die Ouvertüre zur OperDer Kalif von Bagdad", die Fantasie aus demFreischütz", der Konzert-PolkaDiePerlen" (Trompetensolo der Herren Ho fm ann und Müller): ferner die Fantasie aus dem Ballett Puppenfee" und das 3dyllDie Mühle im Schwarzwald". Der Abend bot wieder einige Stunden angenehmer Unterhaltung und ließ aufs neue die guten Beziehungen erkennen, die zwi­schen der Bürgerschaft und unserer Reichswehr­kapelle bestehen.

Sie den tsche Kauf mannsjugend bn Hamburg. Von der Ortsgruppe Gießen des D. H. D. werden toiir um die Aufnahme folgen­der Zellen gebeten: Alle zwei 3ahre veranstaltet der Deutschnatiionale Handlungsgehilfen-Verband für die ihm angeschlossene Kaufmannsjugend eine große 3ugenbtagung. Die diesjährige Tagung der Kaufmannsjugend findet vom 9. bis 11. 3uili in Hamburg, dem Sih der Hauptverwaltung des Verbandes, statt. Rach den bisherigen An- mekdungen wird auf eine Beteiligung von 10 000 3ungfaufteuten geschlossen. Diese Tagung des Bundes der Kaufmannsjugend im D. H. V. haben zugleich eine große Bedeutung für die Berufs­bildung. Finden doch jedesmal Berufswettkämpfe statt, die nach Branchen gegliedert schriftliche Prüfungen in Kurzschrift, kaufmännischem Rech­nen, Buchführung, Handelsbriefwechsel und Auf­satz enthalten. An die schriftliche Arbeit schließt sich eine mündliche Prüfung an. Der Wettbewerb erlaubt wegen der großen Beteiligung, die aus den jugendlichen Mitgliedern des D. H. D. als einem reinen Berufsverbande zustande kommt, eine Uebersicht über den gegenwärtigen Stand der kaufmännischen Bildung überhaupt. So wer­den hier mit Rücksicht auf die vom D. H. V. er­hobene Forderung der allgemeinen Lehrlings­prüfung im Kaufmannsstand wertvolle Unter­lagen geliefert. Der geistige 3nhalt der Be­wegung kommt in Form großer Kundgebungen zum Ausdruck. Gottesdienste beider Konfes­sionen umrahmen die Tagung. Eine vaterlän- 1 difche Kundgebung stellt den Höhepunkt dar.

** M i t dem Fuhrwerk tn d i e Lahn gestürzt. Gestern nachmittag war ein Landwirt aus Heuchelheim an der Lahn gegenüber der Klär­anlage mit dem Bergen der Heuernte beschäftiat. Als er dabei sein mit zwei Kühen bespanntes Fuhrwerk wenden wollte, kam dieses der steilen Böschung zu nahe, und im Nu waren Wagen und Kühe die Böschung hinab in die Lahn gestürzt. Die Rettung der Tiere und die Bergung des Wagens gestatteten sich bei dem steilen Ufer sehr schwierig. Arbeiter der Kläranlage und in der Nachbarschift arbeitende Leute leisteten in aufopferndster Werse dabei Hilfe. Die Tiere und der Wagen konnten nur auf das jen­seitige, flachere Ufer geborgen werden, da die steile Bodenerhebung an der Absturzstelle keine andere Bergungsmüglichkeit gestattete. Obwohl die Lahn an der Unfallstelle sehr tief ist und die Tiere nur schwimmend ans andere Ufer gelangen konnten, tarnen sie glücklicherweise mit dem Schrecken davon. Teile des Wagens schwammen noch ein Stück fluß­abwärts, bis ihre Bergung möglich war.

* Personalien. Ernannt wurde der Direk­tor be£ Landwirtschaftsamtes Worms Gustav

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 6. 3uli. Der Fuhrmann F. P. hatte im April d. 3. auf eitler Baustelle sein Pferd roh mißhandelt. Er bestritt dies, wurde aber durch Zeugen überführt. Strafe: 2 0 Mark, eventuell 5 Tage Haft.

Dem Zeugen D. war von seinem Vermieter L. 3. in W. die Mietwohnung im Prozehweg ' gekündigt worden. Daraus teilte D. der Firma, in der der Angeklagte 3. 1923 und 1924 gearbeitet halte, mit, 3. habe dort Oel, Lack, Pinsel und Fensterglas entwendet und zum eigenen Hausbau verwandt. Die Hauptverhandlung ergab, daß der Angeklagte das Glas ordnungsgemäß erworben hatte. Was die übrigen Sachen betrifft, so war eine strafbare Handlung nicht nachzuweisen, eine Reihe von Zeugen sagten zu Gunsten des Ange­klagten aus. Ferner hatte D. seinerzeit der Gen­darmerie noch folgenden Vorfall angezeigt: Der Angeklagte habe ihn, den Zeugen, eines Abends auf gefordert, mit ihm Drainage-Röhren zu holen, die in einiger Entfernung vom Garten des An­geklagten im Felde gelegen hätten. Beide hätten dann je einen Sack davon geholt. Der Zeuge D. konnte nicht beeidigt werden, da er die Wahr­heit seiner Angaben angenommen der Beihilfe zum Diebstahl verdächtig erscheinen muhte. Der Angeklagte bestritt. Er war deshalb mangels Be­weises auch wegen der weiteren Aicklage frei» zusprechen. Der Zeuge D., der aus Rache die Anzeige erstattet hatte und unbeeidigt bleiben muhte, genügte nicht zur Tleberführung.

H. S. aus G. hatte im Herbst 1926 den Be­trieb einer Autolinie begonnen, ohne Konzession zu besitzen. Trotz Verbots des Kreisamts setzte er­ben Betrieb fort. Späterhin scheint der Betrieb still­schweigend geduldet worden zu sein. Dänn S. wurde niemals zwangsweise an der Fortführung des Betriebes verhindert. Immerhin hatte der An­geklagte S. sich nach dem Kraftfahrliniengesetz von 1925 strafbar gemacht. Mit Rücksicht darauf, daß ber Betrieb späterhin offensichtlich geduldet wor­ben ist unb zweifellos auch einem Bedürfnis der Bevölkerung entsprach, wurde die in einem Straf­befehl festgesetzte Strafe von 200 Mark auf 50 Mark herabgesetzt.

Der Verfassungslag in Hessen. Nach einer Verordnung ber hessischen Staatsregie­rung wirb ber diesjährige Verfassungstag '11. August) in ben hessischen Schulen unter Aussetzung des Unterrichts unb Veranstaltung einer Schulfeier in der üblichen Weise begangen. Die Staatsbeamten hsben am 11. August dienst­frei, bie Amtsräume sind geschlossen.

** Eine Sitzung der Stadtverord­neten, die letzte vor den Sommerferien des Stadtparlaments, wird am Freitag nächster Woche im Stadtverordnetensitzungssaale, Stadthaus Berg­straße, ftattfinben.

** Die Gewerbe-Ausstellung Gie- hen 192 7 vom 1. bis 19. Juni hat mit einem Barüberschuh von etwa 20 000 Mark abgeschlossen. Dieser Reinertrag, ber in die Kasse des Dvlks- Halle-Vereins floß, dürfte für diesen Verein eine willkommene Stärkung seines Zinsendienstes für ditz zum Ausbau der Volkshalle aufgenommenen Darlehen fein, ferner dürfte er wesentlich mist dazu beitragen helfen, bah womöglich noch in diesem Jahre weitere dringend notwendige Ar­beiten zum Ausbau der Halle, wie Schaffung einer Heizung, Anbau von Garderoberäumen und Herstellung eines Küchenanbaues, durchgefuhrt werben können. Wenn man sich vergegenwärtigt, bah auch der Ortsgewerbeverein, als anderer Veranstalter dieser großen Schau, auf feine Kosten gekommen ist, ferner bie Aussteller in den Aus- stellungswochen zum großen Teil einen befrie­digenden Warenumsatz erzielten unb darüber hin­aus noch zahlreiche wertvolle Beziehungen für weitere lohnende Geschäfte anbahnen- konnten, so darf man wohl sagen, bah diese Gewerbe-Aus­stellung in unserer Stadt zu einem vollen Erfolg für alle beteiligten Kreise geworden ift

Mobefjer He-taicbemgs-taiii zo Grintag hi Hessen.

Die regelmäßige Revision der verficher- ten Pferde findet zwecks Neuabschätzung wie folgt statt: 63950

Orte ber Rabenau:

Mittwoch, den 13. Juli 1927, mittags um 14 Uhr in Londorf.

Orte des Buseckertals:

Donnerstag, den 14. Juli 1927, vormit­tags um 8 Uhr, in Reiskirchen: mittags um 12 Uhr in Gießen amRheinischen Hof".

Schiffenberg und Umgegend:

Donnerstag, den 14. Juli 1927, mittags um 2 Uhr, in Garbenteich.

Die Tiere sind ausgespannt und ohne Geschirr vorzufiihrem Die nicht vorge- iührten Pferde werden auf Kosten der Be­sitzer besichtigt.

Grünberg, den 5. Juli 1927. Schäfer, Direktor.

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Zn der Kahrradzubehörbranche bestens bewanderter und bei der diesbezüglichen Kundschaft gut eingeführter Vertreter für den dortigen Bezirk von führender deut­scher Firma gesucht. Gs kommen nur Herren in Frage, welche gute Verkaufserfolge nach- zuweisen vermögen.

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