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2m nächsten Rachmittag bin ich wieder brausten. Dienen summen um bi« Weibenbüsche am Dach und allerlei schwirrende«. surrende«, silberflügelige« Doll blitzt zwischen den sammel- grauen Kästchen. Plötzlich -eiert die Schwarzdrossel gellend tm Schlehenbusch, denn der 6 t-erber kommt rasend schnell um die Baumkronen gerufrcrt. Schade, daß der Räuber -u weit für den Hagel ist?

5urch gemischten Bestand schreite ich Kie­lern und Rotbuchen. Matt rote und grünfilberne Stämme wechseln, darunter fahle« Aallaub und helle Sonnenreslerc. Keinen Vogelsang höre ich. hier im hohen Holz.

3uf der Holzbrücke, dre über den Abflug de« Srlentciches führt, bleibe ich stehen. An dem verträumten Weiher bin ich immer Jjeim, uru> heule macht er mir eine besondere Freude, da er in seinem klaren, dunklen Wasser. daS rm- ergründlich ries scheint, wenn man hineinsieht, den Hellen Abendhimmel spiegelt und da« Pur- purgvld. das eben hinter den rvtschrmmeonden Srlenbüschen verglüht.

vom Felde beim, eine Häsin hoppelt faul nach den Schlehenbüschen hinüber. Waldmäuse rascheln, irgendwo läuten Glocken, dann wird e« immer stiller. _ r,

Blast taucht der Mond aus einer Wolle. Jetzt müssen sie aber doch kommen! Auch der Langhaarrüde äugt aufmerksam in die Runde. Don Zeit zu Zell sieht er schief zu mir auf Langweilig, heute abend, will er sagen und möchte wissen, ob ich seine Ansicht teile.

Gerade will ich mir die Pfeise anbrennen, da saust ein schwarzer Schalten stumm an mir vorüber, aber am Flug und an dem langen Stecher sehe ich dast sie e« ist. Domms! Domm«' 3m Bogen sucht sie zu entkommen, und der rechend schnelle Flug zeiat mir an. hast dre Schrote taub hinter ihr her psiffen. Aergerlich schiebe ich neue Patronen in die Läufe. Derächtlich sieht mich der Langhaar an.

Tunfl er wird«, kürzer wird die Schneise link«, undeutlicher vcrschmcl-en die dunklen Kro­nen de« Stangenholzes sich nut dem Abend- bimmeL Drüben, hinter der Grenze, kracht ein Schuh durch die Stille.

Moark. Moark eben noch sehe ich ein sckMrnrze« Ding, aber ehe ich anbacke, verschrnllzt c« m:t dem dunklen Buschwerk. Doch eine Weile trartc ich. dann hänge ich die Flinte um die Schulter und geh« quer durch da« düstere Stan­genholz nach der grvsten Schneise hinüber.

An der Schneisenkreuzung zwischen Hege und Stangenholz ntfjme ich meinen Stand. Da« Rot- tob Leben singt leine Silberweile, und mit ihm konzertieren Fink und Mönch, Meise. Ammer und Pieper, und drüben vom Ficht enllnpfel flötet die Amsel ein weiche« Abendlied. Waldmäuse hasten und rascheln in Gras und Fallaub. Kra­niche ziehen mit rauhen Rufen über den Forst, von fernher klingt Gesang und Glockenläuten.

Rach und nach aber wird e« still. Schon zeigt sich der weihe Mond. Hu - huhuhuhuuuu der Waldkauz re viert mit hohlem Ruf. Sie mühten schon da sein! Ein Stern blitzt auf. drüben über dem hohen Holz Wiwi. Wi! Wo denn? Ah fromm«! vorbei, alle Wetter!

Lauter heult der Kauz. Durch die düsteren Kronen de« S langenortS blickt der Mond und grinst in hämischer Schadenfreude. Lach du nur! denke ich Da kommt etwa« auf mich zu, längs chnäbelig und murkend fromm«! - fromm«' Polternd schlägt die Schnepfe durch die starren Reste zu Boden. .Such' verlorn, mein Hund. Such verlorn. Sv ist'« recht. Such' verlorn." Da bringt er sie schon. .Siehst du, mein lieber Mond"' Der grinst still vergnügt vor sich hm. Aber die Schwarzdrossel ist noch einmal wach geworden und erhebt ein gellende« Warnung«- gezeter. Aengstlich tickt da« Rotkehlchen.

Moark. Moark, zwei Schatten folgen sich vor den Dirken, aber ehe ich da« Gewehr beben kann, sind sie verschwunden. Auch bei meinem Iagdnachbar knallt e«. Bei mir aber will sich kein Lanaschnabel mehr sehen lassen, unb an bet mondbeschienenen Hege hin, au« der die allen Sichenüberhäller Ichw-arz unb starr in den Him­mel ragen, gehe ich der Strahe zu.

Ich hab dich lieb".

Palast-Lichtspiele Siehe».

Der Berfasser. Karl Otto Krause, nennt das Ganze ..ein DollStzück mit Gelang in fünf Akten": nach Oper und Operette lucht man nun also auch diele einfache und heitere Gat­tung des Sprechtheater« auf den F.lm zu über­tragen und bezeichnet die so entstehende und. wie un« scheint, wenig aussichtsreiche Kreuzung en« Filmvorgang und Gelang«rollen al« Film- Singspiel. ,

3n unferm Fall kann man sich, soweit da« Teztbuch in Frage kommt, sehr kurz fallen: die Handlung eine Musikanten- unb £hebe«- gelch.chte ist ein sentimentaler unb nicht einmal geschickt ausgemachter Schmarren, in den glück-

r. 83 Zweiter Blatt

klon sollte die«mal den Erfolg ver-

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£ blitzende«, zartflügelige« Fliegenvoll tanzt Mclnd in her Sonne über dem von Schnee

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r<cn So war, nach englischen Berechnungen. » Vdfache de« an der Somme verwendeten Tta- dcl« uufgeboten. um die deutschen Gräben, lißterien, Ortschafteti und Reserven zu zer- ilrtgen. Zahllose Sllegergef4)tDaber lenkten au» klaren Luft da« Feuer der "Zlrllllerie.

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Oinischen Forsythie

Der Wald, an dessen Rand die Haselsträucher et je gelbe Troddel chen schwenken, empfängt mich it: vielstimmigem Konzert. Mit dem weichen, j..süchtigen Flöten der Drossel mischt lich da« 4-iliche Gekllngel der Meisen, de« Buchfink« Wetternder. herrischer Schlag, da- Locken der -imcm. da« Schnarren fre» ZaunköniaB und .k»keblchen« seine« Silberglöckchenläuten. Motten

Regen niedergedrückten, zerknickten, schmutzig- £kn Gras unb Farn am Hang.

An der grohen Dlöhe im Buchenstangenort liülc ich meinen Stand unter einer ein!amen Hm Kastanie, die schon kecke, gelbgrüne Blatt- itzen trägt, unb lausche, was mir die Vogel- jrmen au» dem FrühlingSwald erzählen. Da« fh Gras auf der Dlöhe schimmert noch eine Selc im schrägen Licht der sinkenden Sonne, fett wird sein Glanz matter, und langsam fe summt ringsum das Jauchzen unb Piepsen, Srtlern unb Pfeifen. Krächzend streichen Krähen

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Am Ostersonntag 1917 erreichte der Feuer- seinen Höhepunkt Aber unter der Srde. I Köhlen und Kellern, hielten sich in verbissener 5ir deutsche Kämpfer, und am Rande der Feuer- Lin standen die Reserven sprungbereit Der urmontag. der 9. April, war ein schwerer Tag. lllI dem Morgengrauen brachen nach letzter et ijerung de« Feuer« Altengländer. Schotten, t-jfrier und Australier zum Sturme vor. Da« 'le:ler war umgeschlagen. 6türm peitschte den hjt'4>en Kämpfern Schneegestöber in« Geficht. lie c# nicht ander» zu erwarten war bei diesem hfroanh der Feind brach in den ersten Graben.

km er kein Leben mehr fand, ein, er kam mehreren Stellen bi« in den zweiten und fetten Graben, von dort rollte er die Nachbarn k|. Mm andern Teilen in den Rüden. Sr drang k| größerer Breite bi« in die Artilleriestellung f i vor. 200 Geschütze gingen verloren. Ganze ( !-*cr waren umzingelt, aber die Besatzung b|>fte sich verzweifelt. Wütende Kämpfe Mann ))c,t Mann entspannen sich um Monchy. um Ijcui unb Gavrelle. Feindliche Tank« rollten k| freu Straften in da« Hintergelände unb feucr- n mit Kanonen und Maschinengewehren von .frört« in die sich haltenden Rester Da« [lifibl. von allen Seiten gefaxt zu sein, will rt-t sein!

Aber dann kam doch Rettung, dte englische 'ifinleric versagte völlig I Sowie sie au« dem hrertd) ihrer Artillerieunlerstützung heraus war. Ire fie tm offenen Felde stand, war sie nicht im- Kirbe, den Kampf fortzusetzen. Wie führerlos n. -len einzelne Trupp« umher oder blieben I Mn. ohne durch die Bresche, die geschlafen war. I.rhzustohen Die Deutschen legten sich tm offe-

die Ofterichlacht bei Arras.

Don Major 0. D. Unger.

| Ist sie wirklich zehn Jahre her. die Zeit, da 6: tief in Frankreich standen, al» ein Glied der ^"enstarrenden Mauer, die im groben Bogen Kr Mittelmaß e umspannte? Und Da mal» gerade t kr Stelle, die den wütenden Angriffen der UMfchen Armeen ausgesetzt war!

I Wofür kämpften wir? Fühlten wir e» nicht »tze ober weniger start, gerate wir Zungen i|i wir für unser gesamtdeutsche« Doik auf Le­it und Tod zu kämpfen hatten? Alle deuttchen M i nmc standen ringsum unter den Waffen al» E He dieser Mauer, um deutsches Land deutsch , . . um die Grundlagen für einen freien

n Hbeutschen Staat zu erst reit en, der Raum ge- l a bot für uns und unsere Derbündeten!

[ Hier rangen Sachsen unb Thüringer. Preu- 11 Bayern und Württemberger an entlcheifren- I Stelle, die Kunde von ihrem Schicksal hallte E g«um wieder, an ihren Taten nahmen teil E von dem gewaltigen Kreise umschlungenen MLer: Stadt und Land bebte in der Erwartung tf r den Ausgang dieser Kämpfe, von denen da» fe-dfal aller abhing

Durch die Zurücknahme de» vorspringenden Eichen Bogens m dte Siegfriedstellung war Mäandern und Franzosen bie Möglichkeit gc- Ewmcn, die ungünstig liegenden Gräben mit fruer zuzudecken unb zu durchbrechen, infolge- |.rm verlegten die Engländer ihre grobe Früh- | iwoffen'iix an die Stelle, an der beiderseits Er Scarpe der .Siegsrted" in die alten Linien Sunünbete. Sie gedachten, die alten Stellungen Et allen Mitteln der Materialschlacht einzu- itzen unb bann ben .Siegfried" von Rorden s aufzurotten. Sie wählten wiederum da» alte wahren, da« schon so oft zufammengebrochxm :ru hinter der Feuerwalze sollten Infanterie ik» Kavallerie folgen: sie würden nur noch da« !h achtseld aufzuräumen haben. Sine ungeheure aerung der Mater,aImaNei'. an Geschützen

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Die Erste.

Don A. Hesse. Darmstadt

.Frühling wird«! Frschling wird«!" froh- die Kohlmetse im Dorgarten, wo such der !fT>elbaft mit hellroten, langröhrigen. starkduf- iT^Xrn Blüten schmückt, wo die Rieswurz ihre pr^en. grünen Blüten reckt, und blaue ßcber- llrnchen blühen. Aber die cmftcn. hohen Rüstem teinen wohl, die Kohlmeise freue sich zu früh, hri bedächtig wiegen sie ihre kahlen Häupter Sri leisen Wind

Wtrlltch. bie alten Bäume behalten recht !5M> mehrmals hüllt der Schnee den frühen .Rienschmuck ein. und der Winter fchemt mit i gebrochener Kraft zurückzukehven. 2v>er als Februar gebt, ist leine $errfd>afl ju Snde. | In Hellen, warmen Strahlen der Märzlonne Im er nicht stand halten, unb grollend kehrt f nach Ribelheiin zurück in ben Palast ber "eren Gisriesen.

Roch eine Woche must ich warten, bi» die ' i.'.ckdschnepfe stretcht, bann ziehe ich an einem Tenen Märztag hinaus auf die QHurte.

Die roten Ziegeldächer ber schmucken Bitten i-irmem in ber Sonne, in allen Gärten pfe's^n .ff Stare, flöten bie Amseln, prangen die D«te i seibenen Blütenslor üppiger weiher. gelber -B violetter Krokusse und bescheidener Schnee- ^kchen. Der Kornelkirschstrauch blüht, unb da d) dort leuchten die schwefelgelben Blüten der

Siehener Anzeiger sGeneral-Anzeiger für Obertzesfen)

nen Gelände fest unb ie länger der Feind nut neuen Angriffen wartete, um so mehr festigten sie chre neuen Stellungen Deutsche Kampfflieger besonders die rotbemalton Flugzeuge des Oe- schwader» Richthosen unb dte Artillerie halsen ber Onlanterie sehr kräftig bei ber Verstärkung des Wider stände«

Wohl setzte ber Feind in ben nächsten Wochen noch au neuen Stöhen an, in«besonder, warm ber 23. und 2S April, sowie der 3. Mai Groh- tampstagc Um einzelne Ortschaften wurde beiderseits erbittert gekämpft, mancher Ort wech­selte immer wieder den Besitzer. Aber wesent­liche Srfolge vermochte ber Sngländer nicht mehr zu erringen, die grobe Offensive war nach ge­ringem Dcländegewinn völlig Ausammengebrochen.

Roch weniger erreichten bie über eine Woche später an ber Aisne und in der Champagne an- grcifenden Franzosen. Die Krise der Schlacht von Arras war schon vorüber, unb bie deutsche Heeresleitung konnte die frort gemach:en Sr- sahrungen bereits verwenden Der FrühjahrS- anfturm der Entente war wieder einmal erfolg­reich abgcwehrt. 3m französischen Heere brachen schwere Meutereien au«. (Das neue Erinnerung«, men Lhurchitt« bringt Darüber Heue«.) Die Stimmung in England und Frankreich war völlig niefrergef&agen. Die deutsche Front hielt fest! Dte Entente aber überwand diese ihre schwerste Krise, wie auch die hochinteressanten Erinnerungen Churchills nachweisen: He fable mit eiserner Ener­gie alle politischen Kräfte zusammen. Dem waren die Mittelmächte trotz aller Siege an ber Front auf die Dauer nicht gewachsen

Dämmernde Einsicht?

(Don unserem Pariser W. S.-Berichterstatter.) Paris, April 1927.

Die .A c t i o n 5 r a n <; a i f e. bekannt durch ihrse Hetzpolitik gegen Deutschland, veröffentlicht heute au» der Feder ihre» Austenpolitiker«, unter ber Ucberidjrift: .Sine neue, deutsche Offensive", einen Artikel, der in gewisser Beziehung- be- merkenswert ist.

3n ber bekannten, englischen Zeitschrift ,0b- server" hatte ber Chefredakteur Garvin die Aufmerkfamkeit der öffentlichen Meinung auf die letzten Reichstag«Debatten gelenkt. .Der Reichswehnninister Dr Gehler Drohe," fo schreibt Garvin. .mit neuen, Deutschen Rüstungen, salls die Entwaffnung der anderen Staaten sich nicht sehr schnell vollziehe Der 2lbg. Dr. Dessauer vom Zentrum habe eine Revision be« Dawes- Dertrages verlangt und sei dabei von allen Par­teien unterstützt worden. Die deutsche Presse fei der Auffassung, dah eine neue Offensive gegen den Herfailler Dertrag begonnen habe. Wir haben den Friedensvertrag von Anfang an be­kämpft. aber die Frage ber Gleichheit und Eini­gung der europäischen Staaten fei nicht eine Frage des abftrahen Rechte«, sondern der prak­tischen Methode. (Damit gesteht indirekt der englische Politiker ein. dast die These von dem Wtlsonschen .Rech1«frieden' nicht mehr aufrecht erhalten werden Fann.) Wir hoffen, dast die ge- mäfjigtc Rick^una in Deutschland den Sieg davvn- tcägt, denn ein, tm Geiste der deutschen Rationa­listen geführter .Feldzug" würde nichts andere« bedeuten als Rückschritt ober gar Zerstörung."

Diese Betrachtungen, so meint .Action Frmt- ^aife. seien bezeichneird. Aus ihnen ginge nicht nur eine Enttäuschung, sondern auch die älcber- zcugung hervor, dast die Politik der .Derstän- frigung und Annäherung" aus einem Grund- irr tum beruhe. Wenn der deutsche Rationalis­mus mir die Revision De« Versailler Vertrages fordere, so stände man keiner sehr groben Gefahr gegenüber. Der Einfluh des freu:schen Rationalls- mu» wäre dann nicht höher zu bewerten al« der fre« französischen Chauvinismus vor dem Welt­kriege Aber da« .deutsche Problem" habe doch eine tiefere Seite.

Obgleich Frankreich durch Den Frankfurter Frieden des Jahres 1871 Gebiet verloren habe, kI Ynr>rh?n h.ih? man

In Frankreich niemals da« Gefühl gehabt zu .ersticken". Tie Frieden«bebingungen feien da« mr.nl ber Berfasser mit dem Ausdruck .er­sticken". -- doch derart getreten, dast die E,i- stenzmögltchkeit des franzöfifchen Bottos mema.« bedroht war. Die Hauptfrage be« .freuttchen Problems", so fährt ber Berialler fort, fei folgende Man müfle fich llar darüber sein ob der Berfailler Vertrag nicht die Lebens- mögltchkeit des deuttchen Boltos überhaupt ver­nichtet habe, so baf; Deutschland jetzt .er- sticke". Wenn man desem Problem auf den Grund geben wolle, so muffe man sich ferner die Frage ooriegen. ob nicht schon 1914 die llcberrr'.krung Deutschland« verbunden mit einer ungünstigen geographischen und wirtfchatt- lichen Lage, eine der Ursache" t** Änca»au«- bruche« gewesen ist Der deutsche Rationalismus, so schUestt der Berfatter. ist an f,ch betrachtet, ungefährlich Er ist nicht« weiter al« die schärfste 2hi«brud«form für ben groben Lebens- unb Tätigkeii-drang. der im deutschm Volke nun ein­mal verbunden ist, unb. Der plötzlich einmal zum Ausbruch kommen kann.

Wir haben die Ausführungen des franzö­sischen Ehauviniftenblattes ausführlich wieder- gegeben. weil sic in der Tat ben Beginn bäm- member Einsicht bedeuten. Der schärfste Geg­ner Deutschland« kann sich ber Erkenntnis nicht mehr verschieben, dast lediglich mit .Schimpf- kannonaben". Besetzung deuttchen Gebietes. Mili­tärvorlagen ufw. das Problem des Dersaitter Dertrage« nicht zu lösen ist. Wenn ber Der- sasser des Artikel« ber .Action Zran^aisc" auch weit davon entfernt ist, aus seinen vernünftigen Ausführungen bie Schubfolgerungen zu z ehen, so kann man immerhin Die Tatsache, dast fr lese« chauvinistische Blatt sich überhaupt auf ben Ver­such einlästt. die Frage be» deutschen Wieder­aufbaues einer ernsteren Prüfung zu unterziehen, als Erfolg verbuchen. Dab man in Deutsch- lanfr Die politischen unb wirtschaftlichen Be­stimmungen be« Versailler Vertrages für un­tragbar erachtet, barüber finb sich alle Par­teien einig. 3n Frankreich bedeutet jedoch das Vertreten einer Revisionsmöglichkeit de» Versailler Vertrages, namentlich in einem aus­gesprochen chauvinistischen Blatte, ein abso­lutes R ov u m.

Oberhessen.

Landkreis Gießen

)( G roben-Linden. 7. April Gestern wurden hier zwei Morgen Acker- und Wies e n« gclänfrc, zur Konkursmasse 21 m en b gehörig, durch das Amtsgericht (Sieben zwangsweise ver­steigert. Durchschnittlich wurde pro Q u D r at­me t c r eine Mark geboten

CD Watzenborn-Steinberg, 7. April. Eine wohlgelungene Schulentlasfungs« feier sand dieser Tage in Gegenwart des Schul­vorstandes. des Geincinderates und einiger Hundert Freunde der Schule hier im Saale der Wirtschaft Zur Ludwigshöhe" statt. Lehrer M a r ft c 11 e r wies in einer Ansprache auf die Bedeutung und den Zweck der Veranstaltung hin. Die Aufführung dreier Thcalerstuckchen, Gcdichtoortrage, Chorgesänge und mustkalische 2>arbictungen füllten den weiteren Ver­laus des Abends in bester Weise au». Am folgenden Tage fand in Gegenwart ber Eltern der Konfirman­den und der Schulvorstandsmitglieber die eigentliche Schulentlassung statt, bei der an Hand einer Prü­fung die neuzeitliche Unterrichtsweise des Arbeits­unterrichtes gezeigt wurde.

-- Alten-Dufeck, 7. 2lpril. Der Frauen- Misfionsverein beschlost am Dienstagabend feine diesjährige winterlich« Tätigkeit. Rach einer Ansprache des Dorsitzenfren. Pfarrer Hart­mann, wurden von jungen Mädchen einige sinn­reiche Theaterstücke zur Aufführung gebracht. Hieran schloh sich eine Verlosung der von ben Mitgliedern gestifteten Preife, worunter beson­ders ein von Pfarrer Hartmann selbst aus- geführtes Gemäu>e ,Alt-Heidelberg" ungeteilte ** * Rach einigen Stunden

Sreitag. 8. April 1927

gnnütl.chen Beisammensein« bc Kasi« unb Kuchen trennten fich bie Teilnehmer bi bet Hottnung im kommenden lifnuerhalbiahr ihre feger.srciche Tättgkeit mit frischen Kräsien auf- nehmen zu können. Unter starker Beteiligung wurde heute der älteste 3i nwohner unterer Gemeinde, der »»jährige Karl Biesen roth. zur lehten Ruhe gebracht Der Heimge­gangene war Teilnehmer des Feldzuge« 187C 71 und gehörte dem hiesigen Knegerverrin |elt detten Bestehen an. der feinem treuen Mitglied auch au' feinem letzten Gange unb am Grabe bie militärischen Ehren erwies Trotz feine« hohen Alter« krmntc der Verstorbene bi« in bie letzten 3abrc hinein sich einer auffallenden Rüstigkeil erfreuen

z K ö d g e n . .. April. 3n dem Bafaltste > n- b r u d) zwischen Nodgen und Grosten-Buseck herrscht eben regere Tätigkeit Eme Slopsmaschme nut einem Zylmdersteb orrarbeitet den Vasall zu Sand. Splitt und Stratzenschottcr

i Treis a. d. Lda 7. Lpnl Zu dem Venchl über den cunfr einer angeblichen Jlinbti- ieiche auf dem hiesigen Friedhof ist heute mitzu- teilen, dast nicht em ctelett. sondern start in Ver­wesung begriffene Fleischteile in Papiee gewickelt, gefunden wurden. Pie Untersuchung derselben durch da» Kreisgesundheitsamt hat ergeben, dast es sich nicht um menschliche, sondern um tierische Leichenreste bandelt. Die Frage ist nun. wie diese in das betreffende Grab gelangt sind. Es wird angenommen, dast sie ein Tier, etwa ein Hund, dort verscharrt hat

t Grünberg. 7 April. Schon seil langet Zeit besteht hier Der Wunsch. Da« Waller bet Hösetränke abzul aff en und ben Platz entweder als Baugelände zu verwerten, ober ihn mit einer rtnetischen Anlage zu versehen Ss find auch schon Entwürfe bzw. Pläne für bie Bebauung dieses Gelände« aus­gearbeitet worben Aber immer wieder wurde die Beseitigung ber Hösetränke bi» nach bet Fertigstellung des neuen Hochbehälter« ver­schoben. weil man befürchtete, bei Au»bruch eines Feuers ohne ben Wallervorrat des Hochbehälter« nicht auskommen zu können. Rachdem nunmehr der neue Hochbehälter in Betrieb gesetzt worden ist und damit jene Bedenken gegenftandvlos ge­worden sind, wäre es an der Zeit nun auch den unhaltbaren Zustand an berHbfe- t ränle au beseitigen, da die jetzigen Der- hältnille keinerlei Ruhen bedeuten und auch zur Verschönerung der Stadt nicht im geringsten bei fragen.

ttrci» Hricdbcrg

Friedberg. 7. 2lpril. Der Jahresbericht der Schillcrschule. der hiesigen Höheren Mädchenschule, gibt ein anschauliches Bild von dem umfangreichen Arbeitsfeld ber Anstalt, die aus Lyzeum. Frauenfchule unb 5 r 6 b e l» linbcrgartcn besteht. Lyzeum und Frauen­schule waren im verflossenen Schuljahr von 364 Schülerinnen lLyzeum 268. Frauetttchule 96) be­lacht Auo .Friedberg selbst stammten 183 Schü­lerinnen. Den mit frer Schule verbundenen Frö- belkindergarten besuchten 82 Kinder auS Stieb» berg im Aller von drei bi» sech» Zähren. Zur Entlassung kamen au« bem Lyzeum mit Ober­sekundareise 30. au« frer Frauenfchule ebenfalls 30 Schülerinnen.

WSN. Bad-Nauheim, 7. Aprtt. Finanz- Minister Henrich ist heute vormittag zu einem mehrwöchigen Kuraufenthalt in Bad- Nauheim cinfletroffen.

pb. Butzbach, 7. AprU. Aus Veranlassung des Alice-Frauenoerein» und des Vereins vom Noten Kreuz fand im überfüllten Kursaal besHessischen Hofes" die Vorführung des Films statt, ber den ,Lebenslauf der Schwestern vom Noten Kreuz" barfteUt Nach einleitenden Worten des Medizinalrats Dr. Vogt sowie des oanitäterato Dr.Vhnacker zeigte der Film den Werdegana einer Noten-Kreuz-Schwester vom Tage ihres Eintritts bis zur Austerdienstttellung infolge Krankheit»- ober In- oaliditätsfalles. Die Dielfeitigkeit des Berufes wird hier zum erstenmal der grasten Maste vor '1

fr-r Linie von .,2(11- Heidelberg": unter den Hauptdarft<llr-rn fällt da« liebenswürdige Talent der Grete Rein- w a l d angenehm auf; au her dem wären Kaiser- Titz unb Eberhard Leithoff zu nennen.

Erfreuliche Leistungen boten die um Die Wiedergabe der aus llastischer und vollstüm- licher Wufik zufammengeftellten btgleilenben Ge­sangspartien bemühten Solisten Frl. Daria L o e r ch (Sopran) unb Konzertfänger Hermann Brinkmann (Icnor); beide verfügen über frisches, gutgebildetes 61 immenmaterial und ver­standen es. sich ihren stummen Vorsängern im F.lm und den wechselnden Ausdrucksforderunaen des Vrlk-stückes geschickt anzupassen. Am Kla­vier wirkte Kapellmeister Han« W iss en b ach.

Wesentlicher als da» hier gezeigte Stück, Da« ein Spielfilm ist. schlecht und recht wie hundert andere, war bie Veranstaltung al« Wiederaufnahme eine« schon früher mehrfach gemachten Versuche«, au« ber Bereinigung ober dem ÄuStaufch von Film unb Sprechtpeater, bzw. Opcrnbuhne eine neue künstlerttche Form von eigener Geltung und eigenen Gesetzen zu schassen. Wir Unb. wie schon eingangs an- gebcutet wurde der Ansicht, bah Derartige Ver­suche wenig glücklich unb erfolgversprechend sind, vielmehr nur einen unfruchtbaren Kre slaus bar» stellen und die Gesetze, die Den gekennzeichneten theatralischen Ausdrucksformen gegeben sind, ver­kennen und vermischen 2« gehörte von Ansang an zum Wesen fre« Film«, dast er stumm war: musikalische Begleitung war von jeher unb ist auch heute noch erwünscht: ber .sprechende" ober .singende Film Dagegen zerlegt die mensch­lichen Funktionen in Drama, Oper unb Operette in künstliche unb unkünstlerische Telläuherungen. bie notdürftig Er.eber in E nflang gebracht wer- fren müllen Unb Da ber Austausch von Mitteln frer Sprcchbühne ober Opernbühne einerseits unb freS Film« anbereriett« beschränkt ist unb stet« auch 'auf gewille zeitliche und räumliche Zusatz­möglichkeiten, beschränkt bleiben wird, so scheint es una beim gegenwärtigen Stand der Dinge nützlicher und nötiger zu sein, die Grenzen zu wahren und innerhalb dieser natürlich gezogenen Grenzen getrennt weiterzuarbeiten. Gerade der künstlerische Film hat auf feinem eigensten Felde noch genug Aufgaben und Probleme (z. D. di« Eiitbeziehuna der natürlichen Farbe) vor sich, deren Äearoeituitg dankbarer Ist. al« Derartige zweifelhafte Bert ruhe, bie feinem Wesen wider- sprechen unb seine, durch gewille Gesetzmähtg- keiten bedingte Eigenart auflösen. -X-.