hereorragrnD btmdbrt bei:
Sicht,
Orippe,
Nheuma, Nerven- und Ischias, Nopffchmerzev, krkältungsk ankheiten.
Toqalstilltdi Schmerzen u.scheide» bie^nrnffiurt eue. Äcint fAäb» IlchcnÄeoenw'rKungen.IraoenS eIhrenA zi!In allenA> o:henen.
vorgesehenen Quoten für Deutschland und Irland besonders ungünstig sind. In Detroit nahm eine von deutschen, irischen und skandinavischen Vereinigungen veranstaltete Versammlung eine Entschließung an, die gegen di« beabsichtigte Eiuwanderungsquote protestiert.
Amerikas
4 Interventkonspolitik.
Scharfe Angriffe gegen Coolidge und Kellog.
Deuhork. 7. 3an. (TTl.) P räsident Coolidge empfing heute den Senator Borah zu einer Besprechung über die Lage in Mittel- amerika, wobei Coolidge versuchte, Borah auf seine Seite zu ziehen. Borah erklärte jedoch nach der Konferenz, daß er nach wie vor von der völligen Unrechtmäßigkeit des Vorgehens der Washingtoner Regierung gegenüber Zentralamerika überzeugt sei. Die Opposition gegen die Regierungspolitit nimmt ständig zu. Staatssekretär Kellog ist der schärfsten Kritik ausgesetzt, zumal er sein Erscheinen vor dem Auswärtigen Senatsausfchuß hinauszuzögern scheint. Die Opposition erklärt, daß Kellog offenbar den Kongreß vor vollendete Tatsachen stellen wolle. Schon die nächsten Tage könnten die Lage derartig verschärfen, daß ein Zurück nicht mehr möglich wäre.
Rachrichten aus Washington besagen, daß die Lage zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten niemals gespannter gewesen sei. Seit der Expedition Pershings habe Amerika niemals so starke Flottenstreitkräfte in den karibischen Gewässern zusammengezogen. Weit weniger Schiffe hätten ausgereicht, wenn es sich allein um Ricaragua gehandelt hätte. Ganz offenbar sei es aber, daß die entsandten 15 Kriegs* schiffe einen starken Druck auf Mexiko ausüben sollen. Admiral Latimer habe Blankovollmacht auch bezüglich des Vorgehens gegen Mexiko erhalten. Sin offener Zusammen st oh zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten sei daher durchaus möglich.
Die südamerikanische Kritik an dem Vorgehen der Washingtoner Regierung wird ebenfalls immer schärfer. Man betont, Mexiko habe das Recht auf seiner Seite. Es könne als unabhängiger Staat Waffen liefern, an wen es wolle. Das gleiche täte ja auch Amerika. In Washingtoner amtlichen Kreisen ist man dagegen der Ansicht, daß die Interessen Amerikas wichtiger seien, als technische Fragen des internationalen Rechtes. Angesichts der mitielamerikani- schen Lage ist es immerhin beachtenswert, daß die leichten Kreuzer der amerikanischen Atlantischen Flotte auch nach der Guantanamo-Bay (Ostküste Kubas) zu den angekündigten Winter- manövern abfahren.
Frankreich und das Elsaß
Berufnngöverhandlung im Prozeß Baron Zorn von Bulach.
Paris, 7. 3an. (WTB.) Dor dem De- nifungsgericht in Kalmar ist heute über die Berufung des Barons Klaus Zorn v. Bulach verhandelt worden, der wegen seiner Verurteilung zu drei Monaten Gefängnis mit Strafaufschub Einspruch erhoben hatte Diese Verurteilung war ' von» Strafgericht in Straßburg erfolgt, weil der Baron im Verlaufe einer Gerichtsverhandlung erklärt hatte, er erkenne ein französisches ®e- r richt im Elsaß ebensowenig an wie z. 8. ein chinesisches. Wie der „Temps" aus Kolmar meldet, hat Baron Zorn o. Bulach dieser Tage ein Manifest verbreiten lassen, in dem er seine Mitbürger aufruft, diesem Prozeß internationaler Politik bei- zuwohnen. In dem Manifest weist er darauf hin, daß seine Familie seit Jahrhunderten im Elsaß ansässig sei und sährt bann wie folgt fort: Ich bin bereit für das Elsaß zu sterben. Es gibt nur zwei Lösungen, entweder Frankreich verleugnet feine Unterschrift unter dem Versailler Vertrag, indem es den Völkern das Selbstbestimmungs- recht zuerkennt und in diesem Falle werde ich freigesprochen werden ober Macht geht vor N e cht und bann möge man mich wie einen Verräter verurteilen und erschießen lassen, denn solange eine Volksabstimmung im Elsaß nicht statt- gefunben hat, hat ein französisches Gericht im Elsaß ebensowenig etwas zu tun wie ein chinesisches oder japanisches.* Außerdem fordert Baron Zorn o. Bulach zum St euer streik auf mit den Worten: „Die französischen Steuerzettel gehen uns ebensowenig etwas an, wie die französischen Truppen im Elsaß. In dem Manifest kündigt Baron Zorn v. Bulach auch ein« neue Halbmonatsschrift „Die Wahrheit^ an. Wie der „Temps" mitteilt, ist die Verhandlung geschlossen worden. Bis jetzt hat der Gerichtshof aber noch nicht das Urteil 8 e fä 11L
Frankreich und der Pakt von Tirana.
Italien verbittet sich eine französische Einmischung an der Adria.
Nom, 7. Jan. (WB.) Die Nachricht französischer Blätter, wonach Frankreich evtl, den Vermittler spielen könnte zwischen Italien und Iugo - s l a w i e n hinsichtlich des albanischen Paktes, er» regle in der italienischen Press« Mißstimmung. Di« „Tribuna" schreibt: Es bedarf keinerlei Vermittlung zwischen Rom und Belgrad. Paris sollte sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern und sollte sich nicht in der Adria, wo Frankreich keinerlei Jnteresien habe, betätigen. Die französischen Zeitungen sollten weniger über den JSaft von Tirana schreiben, bann wäre die Angelegenheit bald erledigt. Auch die „Lavoro d'Jtalia" wendet sich dagegen, daß ein nicht berufener Dritter uA in oie albanische Angelegenheit mischen wolle. , bge Iugoilawivn bic Konvention von Nottuno (mit Italien) in der Skuptschina ratifizieren, dann werde die alte Freundschaft und die Zusam- menarbert z>,ischen Italien und Jugoslamien bald wieder hergestellt.
Die wirlscho.Michen Aufgaben in Süfct rol.
. Aom, 8. Can. (Sil.) Ser ..Messagero" be- Kya, ijt kv) ci..gc.>enb mit den wirtschaftlichen uuö inora i.chen Fragen, d e in der neugegrün- cetcn Provinz Bozen zu lösen seien.' De Bevöl eru g müs e sich überzeugen, daß die tr.a» schastlrt;en und industriellen Probleme nur ;:n gegenseitigen Vertrauen und Zusam.nenarbe tcn zwischen Lee Vevö kerung und Der Beamt?i schäft zu Icsen seien und so die Provinz in den Genuß der Früchte d e3 besonde.c.i Woi ollen* ker Regierung komme. D.c Person des neuen Prä
fekten Ricci bürge für die Durchführung einer solchen Politik. 3n zweisprachigen Gemeinden sei es, um von vornherein Unzuträglichkeiten zu vermeiden, unerläßlich, daß die Gemeindesekretäre auch die deutsche Sprach« beherrschten. Der eingeborene Klerus müsse den neuen Verhältnissen mehr Verständnis entgegenbringen, die Regierung dagegen müsse die wirtschaftliche Lage des Klerus berücksichtigen, denn ein Gehalt von 2400 Lire in Süditalien genüge nicht für eine würdige Le- bnrsführung der Geistlichen in Dozen.
Pilsudski zieht sich zurück?
Warschau, 7. Jan. ($11.) Ueberraschen- derweise. wird heute von maßgebender Seite versichert, daß Marschall Pilsudski beschlossen hat, sich „endgültig und vollkommen" zurückzuziehen. Pilsusski ist der Ansicht, daß er das Seine getan habe. Er habe die politischen Leidenschaften im Lande besänftigt, die Gegensätze ausgeglichen, das Budget durchgesührt. die militärischen Ausgaben gekürzt, das Verhältnis zwischen Regierung und Sejm geregelt und nun könne er gehen. Die Ministerpräfidentschast wolle er einem seiner nächsten Mitarbeiter übergeben, es fragt sich, ob dies Bartels sein werde, da dessen Kandidatur auf den Widerstand der Sozialisten stoße. Das Kriegsministerium wolle er unter allen Umständen dem General E o s n k o w s k i anvertrauen. Für sich werde er eventuell nur das Generalinspektorat der Armee behalten. Er wolle jedoch seinen Rückzug unabhängig vom Sejm vollziehen und infolgedessen sei die Verwirklichung dieses Planes noch vor dem 2 0. 3a- nnuar, dem Eröffnungstage des Sejm, zu erwarten.
Verhaftung eines deutschen Pastors in Litauen.
Memel, 7. Jan. (WTB.) Der Pastor der deutschen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Krvttingen in Litauen, Weihrauch, der Anfang Dezember zum Pastor der Gemeinde gewählt worden war, dem aber seither bei der Ausübung seines Amtes große Hindernisse bereitet wurden, ist, wie zuverlässig verlautet, heute in der Rähe von Polangen bei der Wahrnehmung eines Begräbnisses von der Polizei fest genommen und in einem Auto fortgeführt worden. — Zu der Verhaftung meldet die „Deutsche Tageszeitung" aus Memel: Diese Maßnahme wirkt um so befremdender, als Ministerpräsident Wolde- maras vor einigen Tagen dem deutschen Scjm- abgeordneten Kinder gegenüber erklärt hat, daß Pastor Weihrauch in Grottingen imPa storat wohnen dürfe und die Schwierig'.iten, die ihm bei der Ausübung seines Amtes von der Polizei bereitet wurden, auf hören würden. Es verlautet weiter, daß Pastor Weihrauch in einigen Tagen nach dem für die Kommunisten eingerichteten Konzentrationslager in Worny gebracht werden soll.
DieArbeitslosenverficherung
Der Gesetzentwurf
des RrichsarbeilSministerS.
Berlin, 7.3an. (Wolff.) Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr dem Reichstag den umfangreichen Entwurf eines Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung zugehen lassen. Das Gesetz bezweckt die Ablösung der bisherigen Erwerbslosen Unterstützung durch eine Versicherung. Dersicherungs- träger werden LandeSarbeitslvsenkas- s e n werden, die sich in der Hauptsache mit den Bezirken der Landesämter für Arbeitsvermittelung decken werden. Eine Reichsausgleichs- lasse für das Reichsgebiet ist als Zentralinstanz gedacht. Die Auf.icht über die Arbeitslosenkassen wird bad Reichsamt für Ar- beitSver Mittelung im Einvernehmen mit der Obersten Landesbehörde führen. Versichert wird durch das neue Gesetz fein wer auf Grund der Reichsversicherungsordnung oder deS Reichsknappschaftsgesetzes für den Fall der Krankheit resp. auf Grund des Angestelltenversicherungs- aesehes pflichtversichert ist. Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung hat, wer arbeitsfähig und arbeitswillig aber unfreiwillig arbeitslos ist, die Anwartschaft erfüllt und den Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung noch nicht erschöpft hat. Ausnahmen treten in der Land- und Forstwirtschaft, zum Teil auch in der ‘Binnen- und Küstenfischerei, ein.
Für die Bemessung der Arbeitslosen-Unter- stühung werden durch das Gesetz sieben Klassen eingerichtet, und zwar die Lohnklasse l bei einem wöchentlichen Arbeitsentgelt bis zu 12 Mk., 2 von 12 bis 18 Mk., 3 von 18 b'.S 24 Mk., 4 von 24 bis 30 Mk., 5 von 30 bis 36 Mk., 6 von 36 bis 42 Mk., und 7 von mehr als 42 Mk. wöchentlichem Arbeitsentgelt. Die gewahrte Hauptunterstützung beträgt:
In den Klassen 1 und 2 45 Prozent des für diese Klassen angenommenen Einheitslohnes 12 und 15 Mk.
2n den Klassen 3, 4 und 5 40 Prozent des angenommenen Einheitslohnrs 21, 27 und 33 Mk.
In den Klassen 6 um) 7 35 Prozent des Einheitslohnes 39 und 42 Mk.
2llS Farnilienzuschlag werden für jeden zu- schlagsberechtigten Angehörigen bis zu gewissen Grenzen 5 Prozent deS Einheitslohnes gewährt. Die M i 11 e l für die Versicherung werden durch die Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte aufgebracht. Ferner ist im Gesetz die Einrichtung einer Krisenunter st ühung für Zeiten andauernd besonders ungünstiger Arbeitsmarktlage vorgesehen. Rach der Vorlage der Reichsregierung sollte für den Aufwand an Krisenunterstützung das Reich drei Viertel übernehmen, während die Errichtungsgemeinden der öffentlichen Arbeitsnachweise den Rest zu übernehmen hätten. Der Reichsrat schlug hiervon abweichend vor. daß das Reich acht Reuntel des Aufwandes für die Krisenunterstützung übernehmen möge. Ferner sieht der Entwurf vor. daß Reich- unb Länderdarlehen für die Förderung solcher Maßnahmen erhalten, die geeignet sind, die Arbeitslosigkeit zu verringern. Der Entwurf ist bekanntlich bereits im Rovember vom Reichsrat verabschiedet worden und gehört mit zu den wichtigsten sozialpolitischen Gesehen der kommenden ReichtagSsession.
Kleine politische Nachrichten.
Wie verlautet, wird die angekündigte Verordnung über die Zeitfreiwilligen frage in der nächsten Zeit als eine Verordnung des ■^rtWä'ibentcn erlassen werden. Damit sind die Behandlungen über die Zeitfreiwilligenfrage, die
zwischen der deutschen Regierung und der Interalliierten Mllitärkontrollkommission gepflogen werden, auch formell zum Abschluß gebracht.
Der Reichspräsident hat nach einer Mitteilung des Beauftragten für Gnadensachen beim Landgericht I Berlin an die Deutsche Liya für Men- schenrechte auf bas Gnadengesuch der Liga für Max Hölz entschieden, bah er sich nicht bewogen fühle, einen Gnabenerweis für ben Verurteilten zu bewilligen.
Der Schulkreuzer „Emde n* ist am 6. Januar von St. Helena nach K a p ft a b t in See gegangen, wo er am 12. Januar erwartet wird.
Der schweizerische Bundespräsibent Motta ist an Grippe erkrankt. Ebenfalls erkrankt ist auch ber Vorsteher des Departements ber Finanzen. Bun- besrat M u s y.
Angesichts ber wachsenden Tendenzen zur Schuhpolitik in allen Staaten werden die italienischen Zölle eine neuerliche Erhöhung erfahren u. a. werden im September die verfügten Erhöhungen auf Pferde, Kolonial- unb Me- talltparen, Textilwaren unb Erzeugnisse ber chemischen Inbustrie erneut erhöht werben.
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Das amerikanische Repräsentenhaus hat bie Abänderungsanträge zur Marinevorlage, in denen der Bau dreier neuer Kreuzer gefordert wurde, abgelehnt.
Aus aller Welt.
Telephondienst London—Neuhork.
Alle Blätter bringen ausführliche Berichte über die heutige Eröffnung des drahtlosen Tele- Phondienstes London—Reuyork. Die ErösfnungS- zeremonie bestand darin, daß um 1.45 Uhr ein besonderes, im Eüdturrn derKathedralevon St. Paul angebrachtes Telephon mit dem Reu- Yorker Telephvnamt verbunden wurde, so daß dort die Glockenfchläge, die das dritte Viertel der Stunde bezeichneten, gehört wurden. Das war das Zeichen zum Beginn des Dienstes. 3n_ ben ersten 75 Minuten wurden zehn Gespräche geführt. Die Redaktion des „Evening Standard" berichtet, daß bei einem Achtminuten- Gespräch zwischen ihr und der Redaktion der „Reuyork World" die Verständigung so gut war, daß nicht eine einzige Rückfrage notwendig wurde. 11. a. wurde am Rachmittag ein Inserat einer hiesigen Tabakfabrik zur Veröffentlichung in der „Reuyork Times" telephoniert. Zwischen den Banken wurden Wechselgeschäfte vollzogen.
Gefängnis für politische Ehrabschneider.
Der aus der deutschen sozialen Bewegung ausgeschiebene frühere Stadtverorbnete Fritz Bonk in Dresden äußerte sich vor Fraktionskollegen dahin, daß sich ber frühere Bürgermeister von Dresden und jetzige Reichsinnenminister Külz bei ber Beschaffung der Aus- lanbsanleihe für bie Stabt Dresden der P r o - visionSjägerei schuldig gemacht habe. Bonk wurde deshalb vom Schöffengericht Dresden unter Versagung mildernder Umstände zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.
Hans Pfitzner Mitglied des Maximilian-Ordens.
Das Kapi.el des Bayerischen Maximilian- Ordens für Wissenschaft und Kunst hat den Komponisten Dr. HanS Pfitzner zum Mitglied des Ordens in ber Abteilung für Kunst ernannt. Zugleich hat bas Ordenskapttel Dr. Pfitzner sowie baS ordentliche Mitglied Universitätspro- fessor Geheimrat Dr. Wilhelm Wien in München (Rachsolger Rönt^enS auf dem Lehrstuhl der Physik, früher in Würzburg unb Gießen, Träger des Robelpreises) zu ordentlichen Mitgliedern bes Ordenskapilels gewählt. Das Gesamtministerium hat bie betreffenden Beschlüsse des Ordenskapi e's bertät g‘.
Grippe-Epidemie in der Schweiz.
Bern, 8. Ian. (WTB- ö"u- i.paio).) Wegen deS wei e en Ums chgr i en5 der Grippe-Epidemie hat bie Berner Regierung bie Schulferien verlängert und bie Schließung sämtlicher öffentlicher Lokale um 11 Uhr abenbs angeorbnet.
Folgen eines Wasserrohrbruchs.
Im Schüsse bes Herzogs v. Arenberg in Rorbkirchen, das teilweise als Erholungsheim für Postbeamte verwendet wird, wurde ein Teil ber von ber Herzog!. Familie bewohnten Räume burch einen Waiserrohrbruch arg verwüstet. Durch die Wassermassen wurden einige Zimmerdecken herabgerissen und wertvolles Mobiliar unb Kunstgegenstände im Werte von mehreren hunderttausend Mark vernichtet.
Ein Säugling lebendig verbrannt.
In Kassel verließ eine Frau aus d.r Morn- bachstraße ihre Wohnung. Ihr zwei Monate alles Mädchen legte sie vorher in einen Wasch- korb In ber Rähe bes brennenden Ofens. AbendS nahmen Hausbewohner einen starken Brandgeruch wahr und öffneten gewaltsam bie Tür. Bei ihrem Eintreten schlug ihnen bichter Qualm entgegen. Der Waschkorb war in Brand geraten. Man riß sofort daS Kind auS dem Korbe. Trotzdem dieses sofort dem Kranken» yause zugeführt wurde, erlag es seinen schweren Verbrennungswunden.
Schweres Grubenunglück in Sibirien.
In Rowosibirsr ist cue iSoy.engrube eingestürzt. 22 Bergarbeiter fanden den Tod. Das Unglück ist aus Ve.nach'ässigung der technischen Einrichtungen zurückzu'ühren.
Explosionsunglück in einem Tunnel.
Während Art eiter auf dem Sol in Dept - f o r b (England) in einem Tunnel für elektrische Kabel arbeiteten, ereignete sich eine Explosion, durch die vier Arbeiter schwer verletzt wurden. Vier weitere Arbeiter wurden in den Tunnel eingeschlos'en; es besteht wenig Hoffnung, sie noch lebend zu bergen.
Wettervoraussage.
Bei westlichen Winden wolkig, noch keine wesentl'che Aend.rung der Temperaturen, vereinzelt leichte Riederschläge.
Eestr g; X.-ge£t?mp r-Liren: Maximum 5,6, Min.mum 1,6 Grad Celsius. Riederschläge: 5,8 Millimeter. Heutige Morg ntemperatur 1,1 Grad CelsiuS.
Hoherodskopf, 8 Januar, vorm. 8 Uhr:
Windrichllmg: Rord: Windstärke: schwach: Temperatur: minus 2 Grad CrlsiuS: Gelamt- schneehöhe: 50 bis 60 Zentimeter: Beschasfen- hei^ der Sch.'eedeck:: Et.oas verckoeht. im ganzen gleichmäßig: Sporlmögllchkeit für Ski: Gut bis sehr gut; für Rodrln: keine Das Ski- rennen findet statt.
Aus der Provinzialhauptstatzt.
Di eß en, den 8. Januar 1927.
Der Blick der Andacht.
Von Reinhold Braun.
Ich fordere vorn wahren Menschen das Talent, sich in jedem Bach, an der kleinsten Quelle wie am gestirnten Himmel unterhalten zu können, nicht um des Baches, der Quelle und des Himmels, sondern um des Gefühls der Unendlichkeit und Größe willen, die sich daran knüpft. Gottfried Keller.
Mit Weib und Kindern schritt ich durch den winterlichen Wald. Da tarnen wir zu einer Waldarbeiterhütte. Eine ganz gewöhnliche 5)ütle mar’3. Ich blieb davor stehen und unterhielt mich mit meinen Lieben darüber, wie schön es wäre, hier be= Abends aus dem Ganzen ein lebendtye»4iLeihnachts- bild zu gestalten: Bewegtes Licht in der Hütte, hinter dem Fenster Maria mit dem Kinde und Joseph dazu. Vor der Hütte zwischen den schneegehüllten Tannen standen Hirten; dazu Spiel von Lauten und Geigen, süß verhalten! Und roeiier auf dem Wege Scharen von andächtigen Menschen. Wir lebten mit einem Male gang in dem Bilde, und die bretteme Bude war uns mit ihrem Drum und Dran zu einem holden Etwas voll unerschöpflichen Zaubers! — Wie viele Menschen waren schon an dem Tage an der Hütte vorübergefchrittcn! Ob wohl einem von ihnen auch solch ein Bild gekommen war?
Wieviel schöner wurde uns nun der weitere Gang durch den Wald! Wie spielte die Phantasie der Kinder! Wie waren sie und wir voll immer neuen Stauenens und rechten Herzenssreucns! Unser Inneres füllt« sich mit Licht und Still« und einem tiefen, großen Dankgefühl! Und wie war der übrige Tag daheim, voll leisen, feinen Glanzes! Es war wie ein Gefana um uns und in uns! Die Ursache aber war jene schlichte Hütte im Walde acwesen, die seitdem bei uns das „Weihnachtshütfl” heißt!
Der Blick der Andacht hatte uns aefegnet! Ja, wie tief vermag er zu segnen! Unsere Zeit leidet an dem Nur-Technikerblick, dem Nur-Kaufmannsblick. Notwendig sind unbedingt beide, für den Fortschritt einzelner Völker und der Menschheit. Aber diese Art zu blicken und das Leben anzuschauen darf nicht immer und in jedem Falle die maßgebende und ausschließliche lein. Sie muß ein Gegengewicht in dem Blicke finden, der aus der Seele kommt und ihre Erhebung zum Ziel hat. Wer den Blickpunkt des Nur-Technischen und Nur-Kanfmännischen hat, blickt sich nach und nach in die eigene Einseitigkeit, scheint am Kerne des Lebens und damit am Glucke vorbei. Der Blick der reinen Zweckmäßigkeit führt in die eigene Kälte, in die Leere und si^ießlich in die innere Unlebendigkeit. Es gibt Menschen, die äußerlich sehr aeschästig find, die mit einem Blicke jede Lage in ihrem Berufe erfassen! Und dennoch muß man sie zu denen rechnen, die n i ch t s s e h e n!
Es gibt auch den Blick des Nur-Parteiischen. Dieser stellt wohl die gefährliche Art dar, oerrjäng« nisvoll für das eigene Leben und das des Ganzen!
O, daß wir doch wieder den Blick aus unserer deutschen Seele gewönnen! Er vereinigt die rechte Schau in die Wirklichkeit, in des Daseins ödeste Gegebenheiten mit der Schau in das Höhere, in den Sinn ber Welt! Dies« Art, das Leben zu erschauen, weiß dem Blick der Andacht die ihm gebührende Stelle einzuräumen, er hat die (Ertenntnis geroonw», daß ohne diesen Blick das Leben kein Leben, sondern ein Trott, ein ewiges Klettern um Nichtigkeiten ist, daß dem Leben die wahre Freude, die Innigkeit, Höhe und Weite fehlen, vor allem aber das alles beglückende Element der Liebe!
Der Blick des „reinen Menschen" tut uns not! Es ist der rechte Blick ins Leben; er hat die Gesamt« schau und blickt sich empor ins Ewige! Uebung des Blickes tut uns not, und vor allem des der Andacht! Welch ein Segen käme in jedes Leben durch ihn. Wie blickte man sich reich, tief, echt, gesund, stark! Man blickte sich Meisterschaft in die Seele und das Lächeln des stillen Siegers!
Vom Arbei.smarklim nördlichen Oberhessen.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Bereiche des Arbeitsamtes für das nördliche Dberbeffen (Stadt und Kreis Gießen, sowie die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten) hat sich im Lause des Monats Dezember noch verschlechtert. Veranlaßt durch die ungünstigen Witterungs- Verhältnisse wurden weitere Bauarbeiten eingestellt, außerdem kam eine Anzahl Zeitarbeiter der Reichs- babn wegen Mangels an Beschäftigung zur Entlassung. Im allgemeinen ist zu sagen, daß in diesem Rückgang der Arbeitsgelegenheiten die üblichen Er. scheinungen des Winters ihren gewohnten Ausdruck finden. Sobald die Witterungsverhältnifse sich wieder günstiger gestalten, dürfte mit der Wiederauf, nahm« mancher Arbeiten zu rechnen sein.
Notstandsarbeiten find im ganzen Bereiche des Arbeitsamtes im Gange. Besonders in der Stadt Gießen sind vor kurzem neue Not- standsarbeiien geschassen worden, weitere werden in der nächsten Zeit folgen. Die etwas günstigere Gestaltung der Arbeitsmarktlage in ben Kreisen Lauterbach und Schotten ist auf die Holz, ha verarbeiten zurückzufübren, bei denen in diesen Kreisen eine Anzahl Leute Beschäftigung finden. Im einzelnen ist ziffernmäßig zu berichten:
Gießen-Stadt: 1. Januar: 683 Hauptunterstützungsempfänger, 1051 Zuschlagsempfänger (1. Dezember: 581 bzw. 862).
Kreis Gießen: 1. Januar: 1113 Hauptunter- ftützungsempfänger, 1043 Zufchlagsempfänger (1. Dezember: 995 bzw. 1102).
Kreis Alsfeld: 1. Januar: 406 Hauptunte» statzungsempfänger, 644 Zufchlagsempfänger (L Dezember: 391 bzw. 691).
Kreis Lauterbach: 1. Januar: 94 Haupt- Unterstützungsempfänger, 141 Zufchlagsempfänger) (1. Dezember: 142 bzw. 241).
Kreis Schotten: 1. Januar: 227 Haupt- Unterstützungsempfänger, 424 Zufchlagsempfänger (1. Dezember: 244 bzw. 467).
Insgesamt: 1. Januar: 2523 Hauptunter- stützunasempfänger, 3303 Zufchlagsempfänger (1. Dezemver: 2353 bzw. 3362).
C-iejpner L'ocheumarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen WochenrnarA das Pfund: Butter 120 big 153 Pfennig, Matte
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biS Brink M ' btt K bis 30. iSm >• *' l „ Tagest«!
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