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Nr. 261 Zweiter Statt

Siebener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für GberlMn)

Montag, 7. iioveinder |92Z

MeinrEhina.

Dem Pn* Tr 3b a l b e -n a r O e ft t f e.

An bte 4xnr,i'4>e Prvoi » f «n deren M'Nelpunk (Vrf I in* ft fi j-' IVrffbr** brüht Tn:r.. f -H: igelet IX 2Jci k rörb ich übet Äalgtr-, ftinauf. nach Urga fuhrt, gren*l nM> auf brr Horo'dW be* Hrongh.' d* VrotniM Schonfi beim (bouEemevr Den in brr lebten »um angriff gram XlttNngt'otin, bcn rngnbEchurifchen ©fltftfjerndbrr rging und bann i-r.trr ttvftlüt) auf brr erberen, f Üblichen ötromVtif btt tßcMMiu Schensi rtm brr man nach Urga fomr-c: kann, ohne jSffing tu be- rühre 5Vc- rror-t im öcflrmbrr amertumif<be 'Brri<txcriuittfT eine ®rut>»< wn 22 durchreisen» ben Äuflet torer. 'Kxbrjlltnbftt unb laute Bcrzankrhc l ihnen au,fiel. Da* nxir £>err Vo­rnhin mit leine*, ti*<-n»Men. au<* Äanto i periag«, unteriPcgj tw N n cuift iuffcnfrrunNi<t*m Mar­schau <Svng ausarchalrm unb beinahe »um Schlufe nrxb r.ngrfprrr, Sehr tK-rftänbfitib allo die et mtmmg. i»ar sich obenein bk Hei kreise brr Düste Gobi!

The chro' macht batten Itc ben Itbtnden vr. rgeto.eq-dt tmh bo* bollchewistitche Del «reich über e.n klein getretene* 4;-in.i hinweg erfheb: Der Sche.n tt>ar gut itoet mtlyntioüe Völker - tonterrn»Hi über toll unb 3ftnritortalität. tnarrn oon *ito 1925 bi* Witt 1926 trirflüb guftanhe gefontmc". unb bte Delciertensesiel Unb von btrfrm Licht* wch hm'.c übrig beugen hstorsicher Sitzungen um dn ü>roft-*bina. ba* e* nirgmb* ga - ®;c her u'i'ch? ^bel anbte Äarafdan un: .r unfern d» : n 5tu>mlrr wirtschaftete, erlebte ich ,a 1924 noch «clbft dl* Tnjcnt in Peking S-hl-w bell#* Kopfe. Dei- sington Äoo unb 6. T Dang, gestützt aus ben chinesischen aber ruNllch inspirierten Stubenten- bunb (®fttnefe Ration il Student* .^eberaiton unb Mt rubelgc speiste Äuomimitang. malten b*r staunenben Hübenh>eit e.n Grvfe-Echinu an die Danb. ba* nur «n ihren Äöp*en rorbanton war. unb im Auslande herfünbeteii b;c Partei-Agen­ten mäbvend Tschiangkaitschct»' Jla^h-®Tt»ebiii»n bunt» Bullet.n* un* Propagrnbalchr ll tcn. .Ehina ist chrvftmacht geworben.

Ta aber sachm Mr Chinesen. tt»a* bic Aussen eiaenikich wollte i. unb enth.'ien bk üblen Bcr- führcr. unb ba ft: ft 3a|>an iin Horben nor. unb nun brach tulm i in. was man mit Ire., er Tatkraft unb d ' - al* >3rob-&bina künstlich sichtbar. Ehina* cinwlne. natürliche unb feb oerschiebene teile. In bereu meHcr BegrcTuung für absehbare .Je.i bic chincsi'che «traft fiegi 7hm schlage i sich nieder bie militärischen Fuh.. ber StUe biesesntoi uir Abwechslung im Torben, mitelnanber herum. 'Sher was bat ba* mit China al* Staat unb Volk zu tun? Die must man nach wie oor im kleinen suchen.

Am 9 September buben sich im ©üben brr Dtihan- unb ber'Jlanf.ngflügel ber Äuommgtanq- Partei aus ein gmcinlamc* Programm nnt t>:i Tlusschlufe ber Äomntumftcn unb mit bet tünlhgcn ^jubiftab: Aankrng geeinigt. Da* ist schon fast zu tocit gegriffen Hur 'üblich be* Hiingdc ift vorläusig ein leiblich konzentrierte* Öl:.na möglich toei: ein Lhina Im Kenten. Dar­über frn<ni*geber'. beiht jabreebntdangcr Bür- grrfr.eg. Tlcmhng ist schon äufieifter chnenzpunkt.

Und im Horben7 Man liest non Tfchangtfo- fln* ifrrfolgen Alfr c* ist Chinesen nicht ganz brt*ubringcn. bafe im oben 3apnn steht unb stehen Mr.ben wirb, bah alfo euch bte <Jk- schütz' oon Schamfi au* ben wirklichen Heinb ga- nicht treffen können Der ba* nicht so genau Ni ist. ir e Engländer unb Japaner unb mit n icoicicn Japanern habe ich herüber zangio* ge! pochen I her lieft an bem wirklichen Inhalt t'nrbei unb nimmt nur Buchstaben jur geneigten Äcimtni*

Gew ist Meibt Xftbangtfolln Thinde. Die aiui- sopanifche Veir^gung ineinen brei Norl>pi0i>.n- ,en ist nklReicht rum Teil fein Derk, benn bic ilrt>el*r mürben ja sonst ben Kops wagen. Dann rrmnrt her broteftiermbc Jahaner. 9>cv< Ioshi- jatoa. ober ein anderer unb bann wirb oder»-

tali'ch gehanbelt. .Macht Äon^ef tonen V. in ber Kmi'ulargerich^barkeit uni« geb'. Che:#'. <agt brr eine; .bewillige Me<c neue VahnltnieT ber <mbere Dann fünfen fit Dee. unb M< brr. Pvcwin.^.'n werfen nuchc mehr mil Steinen ixtz taparn'chen ÄauHeutm, benn am Onbc hebt auch jtber WankIchure letnm Kops betn .* «chr lo mie stet» fett'# unb Dfchang* Arm ist :aia INcfe Wirkung ist für bte nächste Verhandlung not- wenMg Da* ist Älein-^bma.

Wenn man auch bie Mandschure: so ne.inen t?Ul, benn Mandschuren ftnb ja nicht eirnna! rich­tige Chinesen, wenigsten* warm sje e* mdxt oi* sie 16M Pekin; überrmnien unb d S NH Mr Wanhschu-Dynaftm errichteten, bte sorglich eile Cb.ne'en bi* 1ÄM von ihrem ©tammianbe semhielt. ©ntben freilich fann man bte 26 MU- tinten ber Prcwtnz. bic hoppelt Io jroh ist wie ba* europäische iDrohbritannum, nicht mehr ?er Helfe unb Sprache nach au*e.nan?erhalten Vie- fei japanische 3nkrffcngebtct scheibet jebcnfall* für ein Droh-China einstweilen au*, e* b^iM ein Äleui-dMnd al* gebetnu-r Beftanbtcil ein?* Erol -3apane bi* bte Sefchichtc einmal ba* lehtc Dort sprich; wie. weist vorher feiner '.'c Sub-Manblchuret. wo bie Japaner mit 250 000 Kopien Ichon ein Vi- el her Bdamt- beobtterunfl erreicht haben, bai eine Hilcnl>rhn. an beret Ergebnissen Lichangtsolin klüglich be­teiligt lein lofl 3 *. ber tapani'ch-Tn Pr " Ide ich letzt Hinweise, wie Horgfona 'ich infolgr be* englischen Vergehen* erhol« habe, wie Kanton unr Hanfau hnanjifll gesunken feien, toa* al* Verspiel für -apanilch-. Vorgehen in ber Man- bscheirei sowie in bcn angr?n»,<-nbcn Kirin unb Heilungkiang bienen fönnen Tret. man nicht lest auf. lo werbe Auhlanb c* tun unb b ? bet Den juientgenannten Provinzen gar zum Al" fall von Xlangifolm verführen

Dik hem auch k. 3apan. Ongfanb unb 2iut-.anb wollen n.chi e.n (?ro<^<lMna. und au* eigener Kral« können hse einzeinen .<Vkin-iSbma noch ferne Arvhm.ch: werben, weil ein paar Kleinigkeiten bajiu lehkn. neuzeitlich grohe <$bl- nekn grobe, b. h 'olche. ba* jemy über

ba* fiiylnc. ba* Vaterlanb über bte Person #eilcn. 6:c wachtei Ichm heran, gvr aber U>re Zah re ch« auch *ur e. r.cinwr* ^hena »och nicht recht au*.

Se:! bem 3abve 1921 a^f a* tai'er.ichc Aust- lanb sich mit 3apan ..her Die n.anbfchurilchen OntcrefkTdpbärer. verstänb'.gte ha« her chine­sische Qlorbcn aulgehör«, icü eine* chrost-üibina zu sein. Deitkrteg unb Revolution Haven Daran nicht* geändert, wie die weiteren ruififch-jepa- nifch-chinefiichen Admachllngen über bte Oftbcfri au* bcn wahren 1916 1921 unb IW ze'.grai Amerifa ha« nicht* dagegen kSrft kürzlich ia* ich in her 21.mvor!-Time*, fast bie 2ltanb'chui.i unter japan.'cher Irührung i n übrigen (*bina vorbildlich vorunschrnitcn werbe. Otn Klerndkbina in (*r: -Jooan'

Dil! Thina ha* später einmal verhindern, so muh c* fv anfangst, wie ba* klein? Japan auf flr.nem Kaum mit großer ge<a:nmeher Kraft, in begrenztem Körpc. mil unbegrenzter Seele, ler ötrh sprengt bann bte Zorn, ton *elb#. Die Ausdehnung muh Dirkung. nicht ttrsach? sein. 7Hc:ne dttndikixn 5rcunh? sollten ruhig ihre Dkmerale europäische Kugeln t*erbal!tni unb chrc Propaganbamacher schreien lal*en. auch jrau Dr Sun xu .hrem neuen Shesiühllng mit Herrn «Tugen Tschn. in Moskau beglückwünschen, in­zwischen aber ein neue* Klein-lhina erbauen. lu* neuen Menschen unb alten Odafmipgar. 3efe* Samenkorn .-weist auch in Lhma, wie grofj ein Äl.inc* werkvn kann, ixvrtn fein natür­liche* Dach*tum nicht künstlich gefälscht wirb.

Abg. Korell fordert baldige Schaffung des EinheLLsstaaies.

Hessen soll anfangen duech seine Beeschmel;ung mit preuhen.

In einer öffentlichen W-ahttroersammlung. die von der Deutschen Demo krotischen Har. t e i am camei igabenb im Saale bce Las* Leib abgehalten wurde unb bie einen sehr guten Besuch autzuweisei, hatte, gab der ^pii,cnkandidat der Demofratischen Partei für die l.'andtagswahl

^eichstagsabg Pforrtr ttorell bie demokratische Wahlparole sür den Landtag r wahltamps au.-. Sie helfet: fr ü r den deutschen Einheitsstaat! De: lsted- ner sagte u. a

Der Wahlkaurps ift bieher erfreulich fachlich, aber auch flau gewesen. Diese Flauheit ift hauptsäch­lich auf bie Wahlmiidtgkeit des hessischen Volkes infolge des volksentfcheio» Dr. Leuchtgens und des Abg. Dingelden zun'ickzuführen. In diesem Zuiani- menhange jei herauf hingewiesen, dafe der Keichs- fparfommiflar anerkannt hat. dafe die hessische Der- roaltung sparsam imb oorbilblidi geführt ist. Auch ber Re,ä>okanzler Marx, der Ches ber jekigen Reichsregierung. hat feftgeftellt. bas; ber hessische Flnanzminister Henrich seinem Vanbe geradezu vorbildliche Dienste geleistet hat. Angesicht» dieser Tatsache oerfteht man e», wenn die Opposition in diesem Wahlkampfe aicherordentlich vorsichtig auf- tritt. Die ülcthtf'parlelcn haben jetzt keine Parole mehr, weil bic Aerren ber Deutschen Volkspartei bie Parole ber Demokraten, den Ein- h e i t » ft a a t. nicht aufnehmen wollen. Wir wollen bic Hoffnungen früherer Dynastien mit dem Ein- heftsftaat grünblid) ein,argen. Der erfte prak tische Schritt zum Einheitsstaat Ift der. bafe ben 8enbf*bureaufratien Feuer unter ben Schwan; gemach« wird damit sie erkennen, man barf an dieser trage nicht herumbottern. sondern man must praktische Arbeit leisten. Denn wir bcn Einheitrstaa« klar unb eindeutig als das Problem ber Landtagswahl unb be» nächsten Landtage» her- -T.ivqcfteUt haben, io kennen wir ;war bir V<dcn

ken. die dagegen sprechen, wir kennen auch die Empsinblichkeiten in dieser Sache. Ein Protest der Darmstädter Hausbesitzer, bafe bei ber Verwirk lichung de» Einheitsstaates bik Häuserpreise in Darmstabt sinken würben, ober ein Protest ber Mi- niftenalbcainten zur Wahrung ihrer Pechtc wird mich nicht iiberraschen. Ein Sinken der Darinftädter aber auch unbedingt darauf bringen, dafe wähle, roorbene Beointenrechte unb Rechte unserer l*an- be»haup:ftabt bei der Schaffung des Einheitsstaates gewahr« werben. 3m übrigen dürfen Gonbcrinte; eilen ben Marsch be» Einhkitsgebankens nicht auf. halten ober vernichten. Hierbei handel« e» sich um das Intevesfe de» ganzen Lanbes unb be» ganzen Volkes. Wir Politiker muffen uns daran gewöhnen, nich wieder konstruktiv zu arbeiten, wa wir seit Bismarck verlern« haben. Uns ift als grösste Auf­gabe gestellt, in ber nächsten Zukunft bas zu voll- enben. was unsere Däter erfehnt unb erträumt haben, was aber zu verwirklichen lelber auch bie Revolution von 1918 versäumt hat. W i r wollen uns als Dolksgemelnfchaft sammeln um die Aufgabe be» (Einheit# ft aate». Der Schöpfer de» Einheitsstaates ist schon geboren, unb wenn das Volk dafür reif ist, bann steht er schon an ber entscheidenden Stelle.

Vach einem kurzen; Rückblick auf die Detchrchte

aue Die Schöpfung ViSrnarck* hol den Ärie.i und feine Solgm überstanden und hat gezeigt, dal' auch die nicht holIfomr.Kne Horm be* Ein­heit* willenS D.utlchland* Lebenskraft genug batte, um die furchtbaren Stürme zu überdauern Dab die Toltebeaulhragtai von 1918 d:e Jbec de* E nhettsstaates der rsrdienstvoile erste Aeichsprülidont Ebert war vollkommen für diee 3dec nicht durchsetzen konnten, war zurüe^uführen auf d-7 republikanischen Aachs olger süddeutscher Partikula-

r « # e n. D? m mir een deullchen 8intKi!*liaai gelitten datwrn. wird auch tür den trod<ti>nell- ücn fraise'-.ichm Pvlitik'er jede He^fnung au' "ne x^er pi tttrrung chmtichionb* ge'^K-nrndm lesn. SKi* erfk was ich au» Onmd meiner Re chei. g*er1apeun<Mn :n be,'l*4«n Landtag machen werbe, ist da# ich Ichartrn SHderfprudi. auch gt*<tKilt*t'r,nung*<n n.g. erheben nxrdr. Denn im Landtag iragex der Reichspotttik er­örtert werden foiicn So lange tt»*..- noctj Landes- Parlamente biben. sollen b.de «tch ftreng auf -bve Lanbesangelegende.ten M4K4nden und bte Ac.ch*tragen dem Reichstage ..beria'len Pie wirtschaftlichen n n b finanziellen fragen drängen mit aller KraItzunr ® i n b e 11 # a a l ENe >sabl der Di im ft er und der Abgeordnetzer in Deutlck»anb :'t ine! zu grrl. Jin S.rche «sftaat wirb auch der Tlbgcoob- netc eine viel gröbere Bedeutung buben a.* heute, er wrrd knn nicht mehr einer oc-n beit all »uni den leti Jtne pviitllchc Seidbercmtguna mub rrrgeuoinmen werden Dir wüsten tn dreiei .Srage ux-iter kommen Ö* must bald einmal e.n praktischer Schritt getan werden F e Par^ < muff lauten

TT'-ibll einrn neuen Canbtag. bet der letzte hes fische Canbtag sein soll: Canblan bilde eine neue Regierung, die die letzte hessische Regle­rn ng fein soll'

Jetzt soll ernst gemacht werben Ich mertw mit meiner Fraktion Vorschlägen, das, unmittelbar nach dem 3ummmenlntt de* Landtage, eine Sa Auer sttindigenkonnnifston zu bilden ift, bie in kurzer Inst.

wie dessen dm Emheit»lMa! ^e>inkni dienen fann. Langer als em dar btt Arbeit dieser SachverständiHenkomn'ssion nicht dauern, sonst wird sie ein 9egrabnt«inftitut erster Klasie Wenn die stommission zu einem Ergebnis gekommen ist, so mufe der Landtag einen Volksentscheid ver­unstalten. Die irrag. mufe bann lauten Will ba» hessische Volk feine Eigenstaatlichkeit erhalten oder ist es bereit, zugunsten de» Einheit»staale» auf seine ikzpenstoatiichkeit zu verzichten-' fWemi ein Ja für den Einheitsstaat erfolgt, so wäre bannt die Xfegth- iNation für die hessische IHegierung und ben Land­tag gegeben. gese|i,>eberische Schritte einzuleiten.

Der Rsdner erörterte hieraus die Möglichkeiten denen er im Augenblick vier siecht. Er sagte: Die Bildung einer sogen. Wirtschastsprooinz mit Frankfurt al» Aauptftabi lehne . ch o b. da zu befürchten ist. 6aft dabei Fmnkliirt die 'Rojinen au» dem i>östlichen Kuchen hevi.ispickt. und die Krumen un» überlafei. Ich befürchte, bafe .bn der Dogeisberg, -X-r Odenwald und 'Rhein- len zu kurz kommen. Eine andere Lösung, nämlich

i Lande immer mehr Kompetenzen ad- ne.imtn unb sie auf da» Reich übertragen, iehne i ch auch ab. weil but nicht ber Wurde de» Einheitsstaates tmb ber ksiefchichte entspräche Für mich kommen gegenwärtig nur zwei Dorschläge zur Prüfung tn Betracht: Einmal ber (Betonte, dafe »essen unmittelbar Beich » ianb wird Liessen würde tonn seine Verwaltung auf tot Beich iibCTtr.igen, lo bah alle hessischen Beamten Beich->- beamte würden. Reichsgesetze zu machen wären unb tos hessische Mmisteriimi wegfällt. Seidstverfländ­lich mun tonn ein au» liessen gewählter Präsident al» au »führ ende6 Organ der 9teid)»reg<erung an der Spitze der Berroafhrng stehen. Dieser Weg wäre ober schwierig unb umständlich, weil bie lUeiibsoer- fafjung wohl Länder kennt, -iber kein Beich» - land. Es mühte bann erst eine neue Verfassung»- deftinnmg geschaffen weihen. Mein Flek Ift aber ein anderep

Wir hätten mit J)teuften zu verhandeln mit brm ,^iele einer Verschmelzung heften» mit Prruftm, doch nur unter der Bedingung, tofe am gleichen läge, wo heften sich mit JJrruften verschmilzt. Preuften sich zu einem Reichsland erklärt, benn bann könnte hier bei uns eine Neugliederung der wlrtschailllchen Grenzen er­folgen, die wirtschaftlich tragbar sind.

Pieften würde dabei auch gewinnen. Mainz könnte sich bann auch erst entfalten. So würde neue wirtschaftliche Kraft herein strömen und bie frü­heren hessischen Steuerzahler würben eine Ent­lastung erfahren durch bie wirtschaftliche Kraft

Häuser der Jugend.

Von Anton Schnack.

' Haus der ®eburt

9* stund In dem kleinen Orte R eneck an der Sinn, bie wild unb fcktziumenb. mit gelben Huf- lattichrändem im .xrübltng. au* den Dald- bcroeii der "Rhön in den fanften Main fich er- gietzt.

3cb tveisi nicht Diel von diesem Hause, bas ich als kleine* unb ewig träumende* Ätnb ver­liefe um es nicht wiederzufehen. Hatte e* ein 5or1' Dar da# jor grün? Ich kann m ch nur x s<*r vielen

Bäume, bic dahinter in einem ®arten standen, der sich einen Hügelhang hinaufw

]Retn Taufpate h eft Johann Anton Prciien- dörler. er war ein dochgewachsener unb frommer Bauer und zugleichMrgermcifter von neun­hundert TRrtilchen. ®r hörte feit der Schlacht bei Sedan, btr er im Ke ege von 1870 al* Artillerist ber Bavem mitmachte, nicht mehr gut Deswegen bi fit er innnr r wenn er nnt jemandem sprach die Hand an da* Ohr. um mit dieser g^rölbtcn Mulchel deffer zu hören

Gegenüber dem H^iufe. ba* eine lange Fenfterreihe hatte und mir der Breitfeite auf die Strafte nach Cdcuu.nbcn lag. wohnte der Schuster Krutsch ber beim Befohlen der erdigen Bauemfchude wie ein Singvogel pfiff unb tril­lerte. ®r war ba» übcrirbiOftc unb herrliche Defen meiner Äindcrträumc

Manchmal möchte ich ba* Rimmer fehen, wo ich 5um erstenmal bcn Strahl be* Lichte* be­griff. Scharlach unb Malern quälten meinen roten KiniVrlörper in die'em Zim ner Die Gott­vater trat der nach Arzneien duftende alte unb bärtige Doktor Mangeisdorf an mein Kinder­bett unb steckte einen löffel tn meiner, fiebern­den Mund, um meine Zunge zu betrachten E.n- sagte er. 3cnt ist e* aus mit ihm. aber ich neigte mich nicht dem Tobe. Ach. bamal* wäre > in den Tod wie in e.n«n Traum gefallen, und fein Geheimnis wäre mir nie betouht gc&or?en.

. Derfchollenc* gutes Hau*. Raum, der für nuch ber Begriff von Delt war. SeburtSstätte des erste.-. Dörtes, da* au* meiner Seele auf- als der Schur eng rl gerade durch da* Zenster dem Klang des Abendläuten* an mein Kinderbett für die Aach: trat!

O. wie leicht fliegen Erinnerungen vorüber meine Mutter, die jetzt grau ist. war damals jung unb schwarz, viele <^ewttter zogen in jenem Tale herauf, Blitze waren immer m Fensterglas, unb die Hageikömer klapperten ge­spenstisch unb böse au* da* Dach Aber c* hielt fest weil, wie es mir schien mein Vater bei uns war

Haus ber Oroftmutter.

So war bas Haus der ®roftmuitcr: klein unb wie von Märchen spuk unb 3auberei versengt. Der grofi war unb sich nicht beim Eingang beugte, ft test f ich ben Kopf an einen allen Eichenbalken. Manchmal durfte ich in ben Jenen, stolz auf mein biftchen Latem unb bie bunte Schülermütze, zu ihr auf ein paar Dochen kom­men. Da tagte sie .Gelobt fei Jesus Ehristus". fchlug ein S. aus. lieft es auf dem Herde brotzeln, streute Salz unb feingehackten Schnitt­lauch hinein unb schnitt von ihrem Brotlaib ein Stück ab. Dann ging sie auf ihre Back^oiele unb mähte für bie Ziege Dras. Mich aber über­fiel ein brennende* Heimweh.

3m Haufe war eine hölzerne Stiege, aus ber immer Holzmehl in gelben Häufchen fieL Unter ber Stiege war bet Deine Vvrratsraum für bie von ben Hühnern gelegten S.er. für bie Töpfe, tn denen bic Suppe unb bas Demüfe blieb, die vom Mittagessen übrig warm. Gläfer voll Honig und roa Apfelgeioe standen auf einem schmalen Brett A.chi nur ich tauchte gerne bie Singer heimlich in bie ©läfer. immer war auch eine Kolonne von Qlmeien auf bem Marfche nach bcn lüften Säften.

3m Dach war eine Luke, die unmittelbar in ben Himmel ging. Don hier aus fah ich alle*. Vögel. 'Dolkenballen. Sternschnuppen. «Dewitter- blitze. Aauchfahnen. Mondfche.n unb bcn blauen Abgrund des ommerftimmd*. An der Danb hing e.n Bild vom Kaller Aapo eon mit ge­kreuzten Armen, fein groftc* Auge Ichiute finster und brütend auf ettiM* Unsichtbare» unb wie eine gekrümmte Schlange hing r.nc 'chwarze Haarlocke in die Aeiswanb feiner Stirne. 3hm und dem heiligen Korian. bellen Zu ft fohlen auf zwe-. geweihten Palmzweigen ruhteri, ge­hörte meine Bewunderung.

Heben tcr Kammer war me.n Schlasrarun, in dein cm hohes gewölbtes Bett stand, unb das nach allen Früchten roch, bic bet Sommer unb bet Herbst reifen Heften. Hier versanken meine

glänzenden Knaben träume wie in ein Meer, wenn e* Vacht wurde. Die Mau* wisperte im Erbfensack, das Dehr raufchte herüber bic Strafte kam ein Mann herunter unb blies die Mundharmonika mit einem Ton. der vor Trauer fo schien es mir überquvll. aus bem Garten hörte ich ben Bach von Stein zu Stein fallen, auf bem meine Auftfchalenfchillc am Mor­gen getrieben unb versunken waren

6 sinhart flirrte der Hief en riegel an der Tür. bie alte Frau hörte ich unten übet 0<n Stein- bclag schlürfen. Das Kainmerfenster schloft sich unb aus bem wilden unb verzerrten .yrauen» munde meiner Vrotzmutter brodelt ein Gebe« zu mir herauf, das D cbc. Feuer- unb Dassers- no: befchwor. Aber bie Maus, bie unheimlich im Vrbsenfack wisperte unb pfiff, nahm feine Rücksicht darauf

Haus der Abenteuer

3n ihm waren bie Derfteckwinkei, der wilde Mostbunst im Herbst, der Heugeruch im Sommer, der Stavenkasicn voll Vogel dreck, die Leiter tn den Boden, angefüll: mit felisamen Ablage­rungen unb Dingen, alten Zylindern, Kästen voll Farvftisten. Bände nut verstaubten T aperen- mustern. Siebe mit Löchern. Aeiterptstolen voll Dri^n pan unb dunklen Flecken. Angclstecken. die n^ch .F-.fchen rochen, Hol*klappem für d;e Rcr- zcit. ausgestvpfte Vögel, in denen die Dürmcr t -.uhr-.. Gläser, bie ein Urahne aus Böhmen brachte, der an Tholera starb, Ballfächer, auf denen sich ein# llebesergiuhtc Männer Hände mil Didmungen unb Hamen e.ngctragcn hatten Lack unb Leder, alte Blumengerüche unb ber scharfe Dcfchmack von Mvttenkugeln vcrbichtelen sich zu einer aufregenden Dolle von-nmerang und Dunkelhci:. aus ber jeden Augenblick bas grau­same unb vvgelarttge Defiche c'ncr Karl-Vlay- fdcftalt treten tonnte.

Tvaumhaus. wo mich am Abend im Dinier- sturm die grfbc Petroleum lampe belch.en, bte auf r.nem grünen, von Mellern vemtzten Holz- ttfch stanb. ;n bem mr.ne Drtesinark en lamm lung lag. bie ebzehn Turn ur.b Tar s unb etnunb- zwan^ig Guatemala als bewundertstc Sehens« toürbigfeit be'aft

Qualhaus, in bem es hieh. teuflische Stun­den über bem Lehrbuch ber Mathematik zu ver­bringen unb sich ;n ba* kalte L:s ber lateinischen Grammatik einzubvhren; Qual^au* auch, in ba* Montag* und Donnerstage der Mufckprofesfor

Cteuermaim eintrat, um mich mit einer unbe­greiflichen Leidenschaft für bie Etüden von Ezemh zu interessieren!

Heben bem Hause war bas Haus eine* Bäckers, aus bem c* an ben Vachm'liagcn nach süften Kuchen unb frischem Brot appetitlich roch. Scheuem, Dinkel. Dächer von Ställen, kleine ©arten mit Hafenställen und ©ctftblatilauben drängten sich auf ber anderen Sette herzu, brach­ten Aauch aus ben Küchen nahe, ba* Brüllen ber Kühe, bas Klappern von Töpfen, bas Schnarchen von Sdjlaimben. ba* (bezänk von Stauen unb das Ab-ibgebet von Kindern. Aber gegenüber wohnten bie Den barmen, putzten ihre Dewehre unb ihre Bajonette am offenen Senfter unb zwinkerten ben Mädchen zu. bie aus ber Maiandacht vorüber kamen

3n bie Dichfcnster des hohen Hause* strichen bie Ta übens chwärme ein. die Hügel mit Dein- gärten unb Dälbern aus Kiefern und Dacholber- vüsch i zogen ihre Limen hindurch, unb immer war ein Stück be* Flusses md blauem, silbernem Dlanz hinein verwebt. An feinem Derbenufer hatte ich einmal ba* an drei Schilfrohrschäfte geheftete Best eine* Deibcnrohrfänglr* mit gil­benden Jungen gefunden. Und um ihretwillen verachtete ich eine Zeitlang bie braune unb nach Fenchettee r echende Sommerung ber Boden­kammern, die (draufamfett ber riesigen Kreuz­spinne. bie ihre Betze vor die t/fenen Laken hängte, bas Drehen ber Häcks^maschinci. woran ich bem Knechte untere* Hausherrn half, ich verachtete ihretwegen bas Versteck spiel in ben Stroh- unb Heukammern der Schwer, das Süttern ber Kaninchen, ba» Marmel'piel auf ber Treppe unb ba* Stehlen von Dörrpflaumen.

Alt war schon das Haus, h^ch unb breit- gtebdig. und es mögen viele Bauern. Hand­werker unb Beamtengesch'echt r darin gewohnt habei Manchmal in Lüchten, deren Dunkelheit : ch: zu burchdr.ngen war unb vom Scheine einer Kerze nicht he n.ichcr wurde, seufzte das Haus in allen Balken unb in allen Sparren, auf ben Treppen war cs lo. als liefen viele Füfte darüber, flinke unb öedächtige, raübe unb wilde, ermattete unb fröhliche: die Böden knarrten, als wälze sich ein »entnerfchwerer Leib darauf, aus ben Dänd^- schien ein Seufzen zu komme- unb aus ben 51en ein fragende* Kicheri-

O Haus ba fühlte ich, baß tn dir viel ge­litten wurde!