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Oie heilige Einigkeit."

Aus den Memoiren poincares: Kriegserklärungen und Mobilmachung im August 1914.

Parts, 5. Rov (XU.) 3n einigen Tagen erscheint unter dem Titel .Die heilige Sinigkeit" der inerte Band der Erinnerungen Pvincar^S. der sich besonder- nrit der General- moblltsierung Im Jafcre 1914 beschäftigt. 11. a. führt hierzu PotncarS aus. es sei nicht der Fehler Frankreichs. Denn die Kriegserklä­rung Oesterretchsan Serbien die ' lawischen Völker tief erregt und Rußland zur Intervention bestimmt habe. Ss sei auch nicht der Fehler Frankreichs wenn Oesterreich, trotzdem es sein territoriales Lesinleressement erflärt habe, in der Tat die reiflich erwogene Absicht gehabt habe, 6 lüde Serbiens zwischen 'Bulgarien und Albanien aufzuteilen, und wenn Rußland als Antwort die Teilmobilifie- rung ungeordnet, und dann infolge tcl> - fd)cr Gründe und trotz der Ratschläge Vivianis die Generalmobilisierung beschlossen habe. Auch sei eS nicht die Schuld Frankreichs, wenn Oesterreich sich zuerst systematisch allen Derstän- digungsvorchlcigen entzogen, und nachdem es einen Augenblick versöhnlich geschienen habe, leine intransigente Haltung wieder angenommen habe.

Frankreich sei auch dafür nicht verintwortlich. baß Deutschland lelbft, nachdem es das Feuer mitentfacht hatte eS für einen Augenblick au er­sticken suchte, um es dann von neuem anzuschüren, um . schließlich durch zwei Kriegserklä­rungen. die es zum mindesten hätte hinaus­schieben tonnen die Katastrophe unvermeidlich zu machen. Gegenüber der deutschen These. Ruh­land habe zuer't mobilisiert, und die russische Mobilisierung habe den Krieg be­deutet. sucht Poincar>'- darzutun. daß Ruhland fast zur gleichen 3eit mit Oesterreich mobili­siert und mitfletdlt habe, daß es zu Verhand­lungen bereit sei

Unter Hinweis aut da» Wort D i c Mobi­lisierung ist der Krieg", fuhrt Poincare auS. dah unter zivilisierten Rationen diese Gleich­setzung nicht gerechtfertigt sei. Di« Mobilisierung sei ein innerer Akt und das Volk das diesen an­ordnet. habe eS in der Hand, ihm keine blutige Folge zu geben. Allein die Kriegserklä­rung schaffe den Kriegszustand. Es sei ein« zu oft vernachlässigte und dennoch wichtige Betrach­tung. dah bei einem Vergleich der Verträge deS Dreibundes und der franzöNsch-ruisilchen Al­lianz man fest stelle, dah allein die Dreibund­verträge die Verallgemeinerung deS Krieges in sich bezogen haben. Wenn Rußland und Oester- reich allein in den Konflikt eingetreten wären, wäre Frankreich nach Art. 2 und 3 der MilitLr- konvention von 1893 verpflichtet gewesen zu mo­bilisieren, aber keineswegs in den Krieg ein- jutreten.

Erst di« Intervention Deutschlands habe nach dem Dorttaut des Vertrages Frankreich verpflichtet, In den stampf einzugeifen Dagegen hab,- her Dreihundoertraa norqckhen, dah IDt uif tblllb handeln müsse, *elb,t roenn Oesterreich nur einen Konflikt mit Ruhland habe. DasZiel" der Bündnisse sei also derart gewesen, dah ein Krieg Oesterreich» mit Ruhland Frankreich nicht zum Marschieren zwang, wenn Deutschland untätig bleibt, aber dah Oesterreich das Recht hatte, die Hilfe Deutschland» zu verlangen. Der Drei­bund habe in dieser ernsten Konstellation da» e^plosiveElement enthalten.

Ter kurz« Ausschnitt auS dem neuen Memoi­renbande des französischen Ministerpräsidenten, dem um so gröhere Bedeutung zukommt. ilS Pkümarö In den 3ulilagen thä Jahres 1914 als Präsident der französischen Republik im Dieimpunkt der diplomatischen Geschehnisse stand, zeigt erneut auS welchem engen Gesichtswinkel bei aus und mit welch juristtleder Spitzfindigkeit der Advokat Poincare das Problem der Kriegs­schuld behandelt. Rein äußerliche D nge, deplo- watische Ungeschicklichkeiten der deutschen Regie­rung, begangen auS einem Gefühl des Anstands und der Rechtsliebe, nimmt er xuia Aniah. um daraus die Mleinschuld Deutschlands am Aus­bruch des Weltkriegs zu konstruieren, ohne bei dieser juristischen Wortklauberei auch nur ein Wort für die immer« Schuld derer zu finden, die in jahrelanger politischer und Militärischer Zu­sammenarbeit ldie Memoiren des britischen Feld- marschall» Wilson sind hierfür ein neues be­weiskräftiges Dokument) den Ring um Deutsch­land lch.niedeten und nur auf den ihnen gün­stigen Moment warteten, um loszulchlagen.

Rheinlandräumung und Oawesplan.

Paris. 5. 2lov. iWTB. Funkspruch) Der «bemalig« Reichskanzler Dr. Luther hatte kürzlich m Offen Ausführungen über die Erfül­lung d«S Dawesplans gemacht, die in Frankreich lebhaft« Kritik hervorgerufen halten. DaS gab Dem Reichskanzler Anlah. sich dem ..Oeuvre" gegenüber in einem Interview erneut zu der gleichen Frag« zu äußern. ..In Zranlrrich." so erklärt er nach dem Bericht deS Blattes. ..wur­den Stiimnen laut, die behaupteten, dah die Er süNung des Dawcsplanes von der Aufrecht- c r b vi 11 u n a h < r 3tf«|ttig abhänge, die feit Locarno und seit dem Eintritt Deutschland- in den Völkerbund m den Augen des deutschen Volkes nicht mehr gerechtfertigt er­scheint. ES wäre dies ein Fehler ähnlich dem der Ruhrbesetzung. die der ganzen Welt soviel Schaden gebracht hat. Die militärische Gewalt kann die SrtragSfühigkeit Deutschlands nicht steigern, eben'» kann man nicht stets auf Aus­ländsanleihen zurückgreifen, um die notwendigen Mittel zur Transferierung *kb r-ufteilen. Weit wichtiger ist vielmehr, bah Deutschland seine Absatzmärkte« im Auslande er­weitert und auf diese Wette bit notwen­digen Devisen erhält. Die Ausfuhr ist das Entscheidende. Damit sie sich entwickeln kann, must eine Vordebingung erfüllt werden, nämlich die ganze Welt must davon überzeugt sein, daß «in wirklicher Frieben zwischen Deutschland und Frankreich h.-rrtttt Rur so wird es Europa möglich fein feinen so stark ge'chmälertcn Anteil an h*r Dell! -ttchatt -u erhöhen und die Xran#1k r .rung^äbuifcit Deutschlands zu ste gern. Im B r aufe teirtr

Reife nach Südamerika sei et." so betonte Dr. Luther zum Schluffe. ..überall großem M i st t r a u e n begegnet hinsichtkch der Stabi­lität der europäischen Beziehungen, solange bit Besetzung deS Rh einlande- an bauere."

Oie Verminderung der Besahungsiruppen.

Ter Abbau noch nicht durchgesSkm.

Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers".

Berlin. 7. Roo. Der Demokrat!lche Zei- tungSdienft wußte, wie bereits gemeldet. zu be­richten. daß der rwrgefehen« Befahung-abbau vo'i.iibet sei Es hätten rund 10000 Mann das Rheingebiet verlassen. Doch wären die Aus­wirkungen des Be'ayungsabbauS zur Zeit noch nicht zu übersehen, da sich die Fami­lien der verheirateten Offiziere und Unter* ofsiziere zum Teil noch in den früheren Garnisonen befänden. Diese Meldung, die ja selbst schon dadurch chre Unsicherheit kund- aibt. indem sie hn letzten Sah die erste Be­hauptung wieder einichran.'l. entspricht in keiner Weise den Tatsachen. Die Trup­penbewegungen sind allerdings zur Zeit noch i m Dange, es läßt sich jedoch acht über­blicke,', welche Truppenteile bereits zuruckge- nommen worden find und in welcher Höhe sich die BesahungSvermÄnderungen bis jetzt be­wegen. Rach Lage der Dinge dürfte eS auch noch einige Tage bauern, bid die Rücknahme der vorgesehenen Truppenteile auch restlos durchgeführt worden ist. Wie wir erfahren, erwartet die Reichsregierung bis dahin auch eine Mitteilung der französischen zustän­digen Stellen, in der ihr die Truppen vermin de- rung im einzelnen spezifiziert werden wird. Alle weiteren Kommentare, die jetzt an diese Truppen Verminderungen vielfach geknüpft wer­

den. entbehren deshalb jeder ®runb.ag: und beruhen zum größten Teil aus bloßen Kombi­nationen

OieMenschheit.

Eine Verhaftung in Wiesbaden.

Leipzig 5. Rov (WB.» Wie bekannt, find te ober holt in der ZeitschriftD i e Mensch­heit" Artikel erschienen die den Verdacht des Landesverrat- txgründen. Gegen de für das Erscheinen der Aenkel verantwortlichen Per­sonen. Schriftsteller Mertens Pro' Foer- ft e r und Ge chäfts^übr« Rötlcher 'chwebt d s- halb seit längerer Zeit ein Strafverahren. Wäh­rend die beiden ersten fich dem Zugriff d-rr deut­schen Behörden zu entziehen wüst ken. gelang es. Röttcher m Wiesbaden zu verhaften Gr wurde telephonisch zu einer fingierten Besprechung mit einem Franzosen nach dem Bahnhos gebeten und dort von zwei Krimmalbeamten in Empsang ge­nommen. die ihn nach Berlin transportierten, wo er sich im Untersuchungsgefängnis befindet.

3m Zusammenhang mit der Verhaftung die wegen Landesverrats, begangen in einem Ar­tikel über bit Tätigkeit ber Reichswehr, erfolgt ist mag auf ein andere- Elaborat der Zeitschrift hingewiesen werden. daS di« .neueste Krise der Reparationssrag," behandelt, und da- den Geist in den schriftstellerischen Lei­stungen der Zeitschrift treffend ch-rattertticrt. SS hecht da u a.: ..Weite und mächtige Kreise, die die Regierung selber lahm zu legen wußten, hatten uns bereits in eine durchaus unanftän- bigePraxiS hineinzuleiten gewußt. deren Pa­role. wie einst vor dem Ruhrkrieg«. lautete: Hur feste drauf los. Geld a uf neh men un b Geld ausgeben, damit man bann eines Tages Tagen könne: die deutsche Wirtschaft kann leider die Ueberschüsse nicht mehr auf- bringen, d.c für bk Erfüllungspolitik fällig frnb* Diesem Spiel wird nun doch vielleicht noch Halt geboten."

Jteisprechmg im Heydebrandprozeß.

Oie Vernehmung der Sachverständigen. Heydebrand von der Anklage des Gattenmordes freigesprochen.

VreSlau, 6. Rov. (TU.) Am Samstag wurde als erster Sachverständiger Professor 5>x. Schlayer (Berlin) vernormne.i. Er ist einmal von der Verstorbenen konsultiert worden. Der Sachverständige bekundet. Frau von Heydebrand habe an schweren nervöfen Zuständen und einer schweren Geschlechtskrankheit gelitten. Professor Förster, der die Verstorbene genau untersucht hat. ist zu einem abschließenden Urteil nicht ge­kommen. Dr. mcd. Knorr erzählt von Dor- aäugen auS dem Jahve 1920. Schon damals habe sich Frau von Hey de brand, die seinerzeitige Frau von Zobelkitz, einer Salvarsanlur unter­ziehen müssen. Gr persönlich habe ihr drei der­artige 3njektionen gegeben. Die Diagnose des Sachverständigen geht dahin, daß bei Frau von Heydeb catch beginnende Paralyse aus syphilitischer Grundlage vorhanden war, deren Zustand sich im Lause der Jahve nur verschlechtert, aber nicht gebessert habe. Gerichts­medizinalrat Dr. Straßmann gab hierauf ein fehr ausführliches Gutachten ab, das in seinen Schlußfolgerungen DaHin ging, daß ein Selbstmorb lehr wohl vorliegen könne Dr. mcd. Schmidt bestätigt im weienliichen diese Angaben. Auch der Schrehsachoerständige erflärt sich mit dem Gutachten der beiden Sachver­ständigen einverstanden Der Sachvcritäichige hat genaue Untersuchungen an Ort und Stelle im Bett der Verstorbenen angestellt und ist über­zeugt. daß hier fein Mord, sondern ein typischer Fall von Selbstmord vorüegt. Gr sei erstaunt gewesen, daß trotzdem Anklage wegen Mordes erhoben wurde.

Rach einbändiger Beratung verkündete der Vorsitzende den F re i s p r uch deS Ange­klagten von Heydebrand 3n der Ur­teilsbegründung wird u.a. ausgesührt daß die Schuldfrage verneint worden lei. da die Tät­

lichen fast ausnahmslos gegen die Täterschaft des Angeklagten sprächen. Der Angeklagte hab« die Schuld stets mit Entrüstung zuruckgevieten. Der Eindruck nach der Tat, die tiefe ehrliche Erschütterung hätten gezeigt, wie nahe dem Be­schuldigten der Tod seiner Frau gegangen sei, mit der er sich eben wieder auSgesöhnt hätte. Der Vorwurf der Geldgier als. Motiv zur Tat könne als entkräftet gelten, da der An­geklagte ja noch nicht von der Existenz eine« Testaments gewußt hab« in dem er deS Pflicht­teils für verlustig erklärt wurde. Die Ehe habe als ReigungSehe ange'ehen werten können, und die Versöhnung nach der längeren Trennung sei durchaus ehrlich gemein: gewesen Das Charakterbild deS Beschuldigten lasse nicht zu. daß ihm die Tat zuzutrauen sei. Es habe nur einen Belastungszeugen gegeben, den Oberpfarrer Dr. Schäfer, ber sich als Beschützer Der Frau durch die Heirat wohl zurückgedrängt gefühlt haben mochte und von Anfang an der Gegner deS Be'chuldigten gewesen sei. D.e Darstellungen des Angeklagten über die Vorgänge seien durch die Sachverständigen unterstützt worden. Der Schußkanal und die Lage der Leiche ließen Selb st mord annehmen. Die Verstorbene fei schwer krank und schlimmen Launen unterworfen gewesen. DaS Gericht sei daher zu der Uebcr- zeugung gekommen, daß die Tote die Tat wohl in einer gewissen Verzweiflung begangen habe. - Der St i a t ß a n to a 11 hatte bereits Freispruch beantragt mit Der Bemerkung. Daß Der Schotte, DeS Verdachts von dem Angeklagten zwar nicht genommen werden könne, ein alter Grundsatz laute aber, in zweifelhaften Fällen sei immer zu­gunsten des Angeklagten zu urteilen Aus diesem Grunde könne er die Anklage nicht a u f - recht erhalten.

Die Lleberschwemmungskatasirophe in den Aeu-Englandfiaaien.

Ntuyork, 5. Roo. (TU.) Rach den inzwischen aus Reu-England eingetroffenen Nachrichten über die dortige Ueberschwcmmunqskalastrophc ist bas große Wasserreservoir in der Rahe von Montpelier vollkommen z er st ort worden. Die Umgebung ber Stabt gleicht einem Binnenmeer, das Wasser steht teilweise vier Meter hoch Auch die Umgebung des Uebkrschwem- mungsaebiets steht ganz im Zeichen der Katastrophe. UeberaU sind Leute auf hohergelegene Punkte ge­gangen, um sich vor den ousbreitenden Walür- massen rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. D e Re­gierung des Stcjtt» Vermont Hot den Kriegs­zustand erklärt. Leben-mittel und Wasser, die im lieber,djroemmungegebiet sehr knapp sind werden rationiert verteilt. In dem Notstandsgebiet liegt auch da» Geburtshaus de» Präsident. ? Eoolidge. da» auch Idjroere Wasserschaden Zeigen soll

Die Unwetterkatastrophe in Neu-En «land geht vor altem daraus zurück daß die Fluße bereite durch anhaltenden Sommerregen sehr angeschwollen waren. Dazu kam dann vorgestern ein 24ftunbiper Regen, der überall Dammbrüche «ntfteben ließ. Im Staate Vermont sind auch die Städte Burlington und Rutland vollkom­men überschwemmt In Mitteibenschast gezogen find auch ber westliche Teil von Massachusetts und drohen aus bk Staaten R « uyork und Connec­ticut überzugreisen.

In Burlington (Vermont» sind 17 Ange­stellte der staatlichen Stras.enoerwaltung in einer ! Pension in den bereinbreebenben irluten er­teil nf en. Au» der gleichen Gegend werben wei­tere acht Tobetfäüe gvm lbeL In Montpelier ist do» R.'kbau» baufällig geworden und sind nub ere Hotel» urb Geichökl Hauser eine, -stürzt. Durch den Einsturz de» J.kjWertiieme- murren dir. Men f.'vn getötet ?er Eisenlabnoeekehr forme bie tele- pdoni'chen und telegraphischen Verbindungen sind

unterbrochen. Heere»flugzeuae und Wasser- slugzeuge sind angewiclen worden, bas über- schwemmte Gebiet zu überfliegen. Rach Meldungen aus dem überschwemmten Gebiet finb Tausende obdachlos. Die Rottage wird durch da» kalte Wetter noch vergrößert Auch wird jede Hilfe- leiftung durch die Unterbrechung der Verbindungen behindert. In zahlreichen Stödten herrscht Milch- mangel. Unter den im Staate Vermont Er­trunkenen soll auch der Gouverneur Jackson sich bcsinden. Die Verluste in den lieber,djroemmung»« gebieten sind außerordentlich groß Nahezu jede -vtodi ist durch Störung von Fabriken. Geschäften und verkedrsanlagen um Hunderttaujende von Dol­lar geschädigt Die Unterbindung der elektrischen Rraftoerforgung und de» Lichts bat bie Lage der Bevölkerung noch verschlimmert. Die drei Eisen­bahnlinien von Montreal nach Boston sind unter­brochen. Der Güterverkehr mußte infolge Wegschweminung zahlreicher Brucken eingestellt werben.

Oie Hilfsaktion.

Boston. 7. Rov WTB Fu vruch Die Gesamtzahl ber Opfer bet ll«t<rtchwenm ungs- Ka tast top h« in Reu-Gng'anb belief «ich am Sonn- tag abend auf 125. jedoch im;'i angenommen wer­den. daß bie genaueren Feft'tellunaen ein« - h« rc Zahl von Todesopfern <ri«6<n. Den an- gerichteten Sachschaden ebn chätzan. ist im Augenblick vollkommen unmöglich In den von ber Utber'dnrvrnr-unfl werft betroHenon Land­strichen scheint sich bas ÄZatter lan^am verlaufen «u baS-- Beinahe 50 Städte ftnb wm Teil zerstört und es besteht bi« Gefahr bafi fi« noch für geraume 3eit von ber I^ertrrDimg mH vielen Fallen ha: bie ? walt de« Stöhn«nken Waders Löcher von 20 Fuß liefe aus-

g«wa*ch«m 3m Lauft des Sonnig- haben Hecres- Hujieuqe" ge'chwadetweife Da« gone Heber- schwernrnungsge^iet abgestreift. Rach ihr-n Me.- bu. gen zeigt es sich daß zwar die FlüIIe all- mählich in chr Bett zurüchutretrn beytnmn aber immer noch Diel« Stäbte TT Dörf« r ifoliert sind. Zwei Flugz«i.gcn m;i Typhus erum. Arzneimitteln und Hese an 'Borb ist e« gelungen, t n Montpelier zu landen

ZyNonvenvüstungen in Indien.

London. 6. Roo. (TU.) Wie au» Kalkutta berichtet wirb, bat ein Zyklon, der bie Stuft# von Madras verwüstete, in der Stadl R ei io re 300 Menschen getötet Die Kirche und da» Krankenhau» ber etabt würben zum Einsturz ge­bracht. Die Eif'enbahnqebäube stehen unter Salier. Ein Guterzug entgleiste. Der Verkehr ist voUftanbig unterbunden, so daß. zumal Rellore nabe 80Ü Mei­len von Kalkutta und 6<Mj Meilen von Bombay ent­fernt ist. bie Nachrichten über da» Ausmaß ber Katastrophe noch sehr spärlich sind

(Sturmflut über Kamtschatka.

K ownv. 6. Rovemdct -TelUnion W « aus Wladiwostok gemeldet wird ist vorgestern nicht eine neue große 6hrrmflut über Me sibirische Halbinsel Kamkchatka betetngebnxben. die außer­dem noch auf der Kommandor-Zickel großen Schaden an^erichtei hat. Gin tufflfcheS Kriegs fchlfs ist untergegangen Die halbe Besatzung ist dabei ertrunken. 14 Per­sonen wurden gerettet. Rach einer werteren Mel­dung find neun Fischerboot« mit korea­nischer Besatzung untergegangen

Um den Einheitsstaat.

Sine Rede des württembcrflischen StnntcrräfiDcntcn

Stuttgart. S. Rov (WTB.) Bei der allgemeinen Aussprache über den Haushalts­plan für 1928 erklärte Staatspräfident Dr Bazille auf die Ausführungen derOppo sitionsredner der Lücken, der liorwur. daß bie fiegeniDärtigc Regierung abg.wrrtfchaftet habe, ei in jeder Beziehung falsch Württemberg habe unstreitig di« befttn Finanzen uo.i allen dcutfd>m Ländern und auch die geringste Ar­beitslosigkeit. Der Regterung sei «s gelungen, den Ausbau ber TiorD Süd-Bahn zu sichern, zum großen Kummer i?on Bayern und Baden. Sie habe keine einteilige Wtrttcha'tspolttik gx. trieben, dem Landtage iiu4)orqfalng vor­bereitet« Gefctze vorgelegt, den Vertrag ml dem ehernaligei ).iufe i i einer b dc .

befriedigenden Weise geregelt und den Ausbau der Uniberfität bezwanen. Sie stehe in Vev- handlunaen mit der Stadt Stuttgart über «int zweckmäßige Verteilung öffentlicher Gebäude und Plätze, um bedeutende Srfparnisf« in der Verwaltung zu erzielen. Di« DenNchnft werde uvch diesem Landtage zugchen. Die R gie- nmg habe außerdem bie Realsteuern g. f tüL Ohne eine Aenderung der Arbeitsstätte, der Behörden in Stuttgart lei jede Bere nfachung der Verwaltung unmöglich

Die Demokraten hätten auf dem Hamburger Parteitag bie Zerschlagung ber Län - ber prollamiert. 3n dieser Beziehung besteh« sogar «ine Einhettsfrvnt von den Kvm unisten bis zur Deirckchcn Bvlkspartei. Durb die Sc- teitigung der Lander werde fast gar nichts gespart und an der Lage der Steuer­zahler fx> gut wie nichts geändert. Die Verschiedenheit von Rord und Süd werde da­zu führen, baß Sübbeutschlanb ganz Ins Hinter­treffen komme. DaS Wohl bes württrmdergi- schen Volles gehe über ParieibifLs'stn. Preu­ßen erhebe die höchsten Steuern l n Deutschland. Die Zusammenlegung von Würt­temberg. Baben und b«r Pfalz zu einem Can* besarbeitsbezirk würde der würtiem- bergttchen Wirtschaft 6 bis 7 Millionen Mark mehr kosten, als wenn Württe^nb. rg für s i ch allein ein Lcmbesarbei Sarnt hätte In weni­gen Wochen habe ber Reichstag das Budget um 600 Millionen erhöht, ohne nachDeckung A u fragen 3n Dietern Absolutismus des Reichstages liege Die Wurzel aller Hebel, nicht in ber Stiften,5 ber Länd.-r Am meisten fparien bie Cänber. am wenigsten bas Reich u n b die großen Städte.

Kommimalwahlen in Oldenburg.

Berlin. 7 Rov. (WTB.) 3n den meisten oldenburgischen Städten und Landgemeinden fan­den am Sonntag Kommunalwahlen statt. Di« MontagSpost- berichtet, daß sie fast überall «inen Erfolg der Linken gebracht hätten. Rach der Angabe des Blattes erhielten tn ber Stadt Oldenburg Kommunisten 2, Zentrum 1. So­zialdemokraten 10 »bisher 8). Deutsche Volks- Partel und Deut'chnationale 15 (bU^er 2C) Demo­kraten 7 <bisher 7), Völkisch« 1 und «ine Liste ..Steuerzaf>l«rtchutz' 3 Mandate Delmenhorst hatte bisher ein« Stadtrat von 18 Bürgerlichen, 12 Sozialdemokraten und 1 Kommunisten Der Stadt rat besteht tetzt aus 15 Bürgerlichen. 16 Sozialdemokraten und 1 Kommunisten. 3n Rü­st r i n g e n. der zweitgrößten oldenburgttchen Stadl, halten bi« So»iald«nio(rattn bisher 14 Mandat«. Sie haben zwei hinzugewonnen ver­sagen also jetzt über 16 Mandate von insge­samt 26.

Unruhe in Oesterreich.

Eigene Drabtmtlbung bet Gießener Anzeiger»"

Berlin. 7. Rov. Mitte bet Monat» werden Reichskanzler Dr Mars und Re>ch-außenmiriter Dr Streik mann der Wiener Regierung einen Besuch ar> men. der weniger em njlid>fei(»ah ist al» ber duebrud ber Verbundenheit Deutschlands und Oesterreichs. Einen gewissen demonstrativen Edurattrr wird man ihm srdoch nicht objptechen können, wenn man auch Huden und trüben Hup genug ist. bit Avschlußsroge nicht in einer Weise zu bebcr.beln. bie ror allem bcn Oesterreichern oußenpolinsche Unannetzmlichkeiten bereiten könnte. Das früher ober später unnul die Grenzp'ähle um gelegt werben ha ruber besteht n rgend» mehr ein - 0;!. Rur ist ber noch

nicht he rang, ruck r«ir Besuch selbst geben abrr in Oefterreid) "nerpolitildye ifrtdiemunaen vorauf, die oüe» andere denn erbaust v fnb und hrr. wenn fir sich mehren unb zu einer Verschärfung ber Gegen sähe fuhren sollten, dem Lnschiußgedanken wcn,g