buntenbeit in ten Gewittern, für unser Gefühl für einander, für unsere Kameradschaft Da« ist fut Die heute Geborenen ein Dort, etn Schall. Wir wollen sie nicht schelten darum, aber was ist die In sportlichen Kämpfen bewährte ®emein- schast gegen unsere Bruderschaft, wenn totr Diele Frage steilen dürfen? Dir wollen gor keine Antworl. wir wollen nicht streiten. Dir wissen darum, und da» ist genug. . . ,
Kann man e» reiner sagen und ernfocher al» auf die Iugend deutend, Die heule schlank und rank mit Äugen vor uns steht die nicht gelegen haben, was wir gesehen baten: „Hier bie Jugend, für die sie gefallen sind. Treue um Treue." , ., , ,
O. man darf e» auch so nicht sagen, ohne daß auf ten Dorten ter Stempel des Haffe« fleckt und der Verzerrung, te« niedrigen Sinne«. Genug. .
Wir haben etwa« tote Scham 'm Herzen ge- habt. al« wir antraten zu unserem Zuge durch die Stadt Scham vor den Toten, deren wir g.'dachten, die wir ehrten. Dah wir noch leben und durch die Straßen ziehen können, wo sie nicht mehr in unseren Reihen sind Aber vor den unteren, die un« zusahen, glaubten wir doch, bestehen zu können. Denn wir haben da« unsere getan, nicht schlechter denn andere.
Nun steht das Denkmal an der Stätte unserer 3u(icnb. Don. wo wir des Abends aus der gastlichen Stadt zur Kaserne eilten, den Sabel unter dem Arm. wenn her Zapfenstreich rief, quer über den (frert. Ein Denkmal aus Stein und Erz. und sie sagen, das, es tot ist und daß das wahre Denkmal im Herzen steht. Gewiß. Aber wie viele dieser Herzen werden bald nicht mehr schlagen, und so ist es vielleicht ganz gut, daß ein äußeres Zeichen blieb. Wir Menschen wollen unsere Gefühle aus- sprechen, wir suchen Ausdruck, Svmbol. Wir wollen einen Platz haben, wo wir unsere Blumen hin- legen können, nicht nur die großen Kränze mit bunten Schleifen. An den Jahrestagen unserer gefallenen Freunde wollen wir einen Strauß hm- stellen an die Stufen in einem schlichten Glas. Und da es ja genug find und der Tage viele waren im Jahre, fo wollen wir hoffen, daß stets am toten Stein ein lebendiges Zeichen der Liebe, der Erinnerung zu sehen ist, bis der Letzte von uns hinweggegangen fein wird und der tote Stein und das lote Erz und die fremden Namen allein auf der Hinteren Wand dem müßigen Spaziergänger non neunzehnhundertfunfzig etwas erzählen werden von einem Geschlecht und einer Zeit, über die er sich vielleicht wundert. E. L.
Oberhessen.
Lfndkrei- Gießen.
'4- Lang-Göns. 6. Ott. Vach ter Mustet- satzung te« Hessischen Ministerium« des Innern tourte die allgemeine Wertzuwa chs- steuer durch den Gemeinderat genehmigt. — 2 5 Lehrer meldeten sich zur Besetzung ter hier frei gewordenen Lehrerstelle.
: Beuern, 6. Oft. Die Preise bei der diesjährigen Obstversteigerung waren im allgemeinen sehr gedrückt. Gesucht waren nur Taseläpfel. Goldrenetten. Parmänen, ‘Bamberger, Schöner von Voskoop usto.. aber auch diese Sorten hatten sehr niedrige Dreise. Bäume mit 6 bi« 8 Körten wurden mit 4 bis 5 Mk. bezahlt. WirtschaflSäpsel 2 bis 3 Mk. ter Baum. Ganz besonder- schlecht gingen die Süßäpfel. Dieser Apfel, ter in den vergangenen Jahren für die Honigbereitung sehr gesucht war. fand in diesem Jahre kaum Abnehmer: es wurden ganze Bäume voll mit 60 Pf. bi« zu 1 Mk. bezahlt. Ebenso ging es bei ten Honigbirnen, die bei sehr gutem Behang durchschnittlich mit 1 Mk. pro Baum bezahlt wurden. Die Kartoffelernte ist in vollem Gange. Die Er- tcuge find zufriedenstellend. - Gestern wurde ter Schmiedemeister Phil. Schomber II.. Veteran von 1866 und 1870 71, im 8 3. Lebensjahr zur letzten Ruhe bestattet.
: BerSrod. 6. Oft. Die diesjährige Obst Versteigerung ergab, wie fast in allen Gemeinden te« Umkreises, einen starken E i n- nahmeau«fall Der Erlös aus dem Ge- meinteobft war von jeher ein Haupteinnahmefaktor de« Gemeintehaushalts. Wurden doch in Vorkriegszeiten 1800 bi« 2200 Mk. au« unfern
unseren Tisch und begrüßte mit einem Händedruck ten Maler, dann fiel fein Blick auf mich.
.Ihr Leben«träum der Crtmerie Francois ist also wahr geworden, Maitre Roisant!" rief ich.
3d) wurde in seinem Gedächtnis lebendig. Gr ließ sich nsben uns nieder und lud uns ein Und dann braute er eine Bouillabaisse, jene Krone aller Suppen, die in Marseille erfunden war. Sein CMteau-Yquem, den er dazu gab. war prei-würdig. Da wir gegessen hatten, sah er un« mit funkelnden Augen an.
.Ich bin satt, Herr Voisantl" sagte ich.
Da lächelte er und stellte au« dem Gelb von Taubeneiern. Krebsschwänzen. Oel. Senf, öftra- gonefftfl und dem Safte von Lauch ein kleines Zwischengericht her. da« ten Magen alsbald wieder zum Verlangen brachte. Danach rollte er Filetwürselchen in Schinken, umhüllte sie mit einer Art Omeletteteig, ter mit gehacktem ®vün gewürzt war. und buk sie auf heißem, schnellstem Aeuer. Hernach mußten wir gemäß seiner Weisung die kleinen Gebäckkugeln zerreißen und durften nur ten Saft aus der größeren Hälfte der Leckerbissen herauslöffeln. Gin sehr seltsamer Geruch stieg von diesen Bissen auf, und er belehrte uns. daß die« Thymian sei. ten er mit dem Schinken vermischt hatte. Run schwelgten wir in Salaten, in Lattich, in Endivien, in fetnfteiL gelten Häupterln Sanfte Gurke mit Petersilie wurde tret unseren Augen in das leicht wein» und jitronengefäuerte Oel geschnitten. Ganz kleine, feine, kernige provenzaiische Artischoken gab es. aber auch die rote Rüte nach russischer Art in saurem Vahrn fehlte nicht, ebensowenig wie Drünspargel in einem leichten Oiercrvme. Danach erhielt ein jeder ein flcinc«, schaumige« Omelette, dem alsbald ein Frucht- salat, ter mit Maraschino betropft war. folgte. Den Beschluß machte ein veredelte« Eis nach der Art des geistreichen Grafen Pückler.
Da« wundersame Fleischgericht hatte ein Herr - licher, alter IHargaui begleitet au« dem Iahrr 1908. Beim Salat stand etn süßer Teres. und ich tetounterte ten Zusammenklang des schweren Weine« mit dem Grün. Den Beschluß machte s^ner Sett, der in unserer Iugend Mode gewesen ’JL ^kquot ®etblicgel. ter Dein ter Witwe, ten die alten Zarenrussen, jene größten Schien--
Wt bevorzugter \3:ue große
Blatte mit Käse reute Aale u ,d Gaumen ' ’ mö ■Jhuxibrile und süßem Rühmet schuf ten Al>-
zahlreichen Obstbestänten vereinnahm^ Der Died- lährige Ernteerlö« dürste etwa 800 Mk. te- tragem . ß Ott Der Eisenbahn-Bau- z u g der mehrere Monate auf hiesigem Bahnhof stattoniert war. ist vor einigen ^agen wceder abgerückt. Der Unterbau der Oberhessischen Bahn von hier fr« zur Blochstelle .Phahlgraben" ist während ter Zeit gründlich erneuert worden. Auch die Gefahrenstelle am Eisenbahndamm am Fuchsstrauch (zwischen hier und Garbenteich) ist von einem privaten Unternehmer gründlich unterbaut Worten so daß sich die Strecke von 6 er bi« zum -Phahlgraoen jetzt in tadellosem Zustand befindet. Die man hört wird ter Eisenbahn-Bauzug 'M nächsten Iahre weiter an der Erneuerung und Verbesserung ter oberhessischen Ellenbahn arbeiten.
Kreis Friedberg.
Z Bad-Vauheim. 6. Okt Seit Iahren Wird die definittvc Besetzung der frehgen »weiten Pfarrstellc erstrebt, die seit Iahr- zchnten von einem Pfarrvikar verwaltet wird. Die Stelle war zur Besetzung ausgeschneben. die Angelegenheit erfährt aber nun w.cder eine Verzögerung. An Stelle te« z w eiten P f a r - rer« zieht zunächst in ter Person des Psarr- verwalter« Gerhard Schäfer von ter Darmstädter Petrusgemeinde wieder ein Pfarrverwalter hier uv’. Pfarrverwalter zur 01 leben. seit mehrere Monaten hier tätig, kehrt wieder nach Darmstadt zurück, wo er vorher tätig war. Die in dieser Sache bereits verbreitete Meldung, wonach Pfarrverwalter Schäfer die hiesige zweite Pfarrftelle vom Landeskirchenamt übertragen worden sei. ist also unrichtig.
5 Butzbach. 6. Oft. Die Preise für Zwetschen ziehen ständig an. Wurden zu Beginn ter .Saison" nur 5 und 6 M. pro Zentner gezahlt, so legen die Händler, die hier verladen. jetzt schon 12,50 0H. und mehr an. Händler aus Hannover, wo die Obsternte in diesem Iahre nur geringe Erträge liefert, kaufen in großen Mengen aüch Aepfel und Birnen auf. Für edles Tafelobst sind die Preise auch merklich gestiegen. — Die Obsternte ist immer noch nicht beendet. In einigen Taunusorten ter Rach- barfchast finden jetzt erst die öffentlichen Versteigerungen des Gerneinteobstes statt.
Wohnbach, 6. Oft. Bei ter Versteigerung des Obstes an ter Provinzial- ftraße Wohnbach- Wölfersheim wurden geringe Preise erzielt. Da hier wie auch in den benachbarten Dörfern eine Rekvrdvbst- ern te ist. hatten sich verhältnismäßig wenige Kaufliebhaber eingefunden. Es tarnen in der Hauptsache Aepfel für den Winterbedarf zum Ausgebot, und zwar erstklassiges Tafelobst, wie Harberts Reinette, Große Kasseler Reinette. Schöner von Boskoop und Gelber Edesapfel. Da man in diesem Iahre bei ter vollen Entwicklung ter Früchte und dem dichten Behang den Ertrag eines Baumes leicht unterschätzt, stellt sich der Zentner im Durchschnitt auf 1.50 bis 3 ORf. — Die Kartoffelernte ist hier so ziemlich beendet. Der Ertrag war bei dem ausgesprochenen Kartoffelboden unserer Feldmark sehr gut. Oluf dem Bahnhof Berstadl-Wohn- bach werden fast täglich die bekannten OStetterauer Speisekartoffeln, hauptsächlich Industrie und Gelbe Riesen, verladen. Der Preis beträgt jetzt 4 ORf. für den Zentner, während zu Beginn nur 2,75 ORf. bezahlt wurden. Auch weißfleischige Sotten, Hassia. Oki ter Rhein. Böhms Heimat, werten jetzt für 3,10 Mk. verfrachtet. Die Kartoffelpreise sind in weiterem Steigen begriffen. $ Ziegenbe r g. 6. Oft. Der älteste Einwohner unserer kleinen Taunusgemeinte ist Kuno Geißel, der gestern fein 88. Lebensjahr vollendete. Der körperlich und geistig noch rüstige Greis ist»Mitkämpfer von 1870 71.
Kreis Büdingen.
, Ridda, 6. Oft. Dieser Tage wurden hier Die Aepfel von den Baumanlagen der Stadt per ft einer t. Die Versteigerung umfaßte beinahe fünfhundert Bummern, die meistens vorgezeigt wurden. Es waren zahlreiche Eteiglieb- 5aber, darunter auch einige Händler, erschienen, so daß annehmbare Preise erzielt wurden. Vorzugsweise handelte es sich um feines Tafelobst. Einige Bäume kamen auf 30 Mark. Im Durch
klang. Während Der ganzen Zeit hatten wir nur von Dem gesprochen, was das Herz Marcel Roisant« bewegte, vom Geist Der Kochkunst.
.Ich muß leider zum letzten dieses Monats schließen", sagte er. .Gin Vermögen, das ich von meinem Onkel erbte, hat es mir gestattet, diese Akademie sieben Monate aufrecht zu erhalten. Qlber. meine Herren, die Franzosen, Die genießen können, sind zu arm geworden, und die Haifische, die unter dem Volke ihre Raubzüge ausführen, wollen sich in ten großen Prunksälen zeigen Sie essen ja nicht, um. zu genießen, sondern um Kredit zu erlangen UnD die Amerikaner und Angelsachsen verstehen vom Geiste der Kochkunst nichts."
.Was werten Sie tun, Herr Roisant. wenn Ihre Olkademie ter Kochkunst aufgehört bat?“ fragte ich.
®r lächelte. .Ich habe ter Welt eine Idee gegeben, und Ideen leben ewig! Es hat mich ein Erbteil gekostet. Otter was ist Geld! Ich bin noch rüstig, ich kann noch etwas unternehmen! Ich habe Angebote von sehr großen Etablissement« in Rizza, in Trvuvllle. Mein Olame ist beute eingeschrieben in die Annalen ter franzte fischen Küche. Die IRiffion, die Gott mir auf« erlegt hat. ist erfüllt. Ich bin glücklich heute, mein Herr, sehr glücklich und für mein Lebensende ist gesorgt."
Arrhenius und Ostwald.
Der soeben verstorbene große Raturforscher Svante Arrheniu« hat seine um wägenden chemisch-phvsifalischen Forschungen in enger Gemeinschaft mit ter deutschen Wissenschaft durch- gesühtt. und besonder« war es Wiltelm Ost. wald. mit dem er in fruchtbarer Zusammenarbeit verbunden war. Ostwald hat einmal launig erzählt, wie er mit Arrheniu« bekannt wurde. .Ich werte in meinem ganzen Leben", schreibt er. .den Tag nicht vergessen, an dem ich zum ^stcn Mal den Romen ArrheniuS kennen lernte. Ich hatte damals, e« war im 3uni 18S4 an jenem einen Tage gleichzeitig ein böfe« Zahn- aeschwur, eine niedliche Tochter und eine 0lb- handlung von Svante Arrheniu« Mominen. Da« toar zu viel um auf einmal dam? fertig au teerten. Am eheften ging e« mit teci Zahnge» T$teür und euch das Töchterchen bewirkte keine tecUtfuu &L>wrtQfeu«a, da e» Mutter und
schnitt schätzte man ten Zentner auf 5 bis 6 Mk. am Baum. Für besseres Tafelobst zahlten die Käufer 8 bis 10 Mk.. für Schüttelobst 3 Mk. pro Zentner. Täglich werten am hiesigen Bahn- Hof mehrere Eifenbahnwagen voll Aepfel verladen.
* Koh den, 6. Ott. Dieser Sage wurde unsere älteste Einwohnerin. Kathattne Rubl ged Widdersheim, im Alker von 95 Iahren beerdigt. Sie war das älteste Btit- glied des Kirchspiels Ridda.
Kreis Schotten.
f Schotten. 6. Ott. Aus der jüngsten G e - meinderatssitzung: Der Mangel'an einer geeigneten Jugendherberge wurde schon feil langem sehr störend empfunden. Gerade Schotten wird stets als Ausgangspunkt für die Wanderungen nach Dem hohen Dogeisberg aufgesucht. Der Gemeinterat Hal daher in Verbindung mit dem D. H. C., Zweigver- ein Schotten, den Neubau einer schönen be- Hag lichen Jugendherberge, für etwa 20 bis 2 Betten ausreichend, befchlofsen. Der Bau wird fofort begonnen und kann schon im kommenden Winter auch von den jugendlichen Schneeschuhlaufern und Wintersportlem in Benutzung genommen werden. Die Herberge kommt in die Götten hinter dcr Schule — also in nächster Nähe der Hauptverkehrsstraße — ,zu stehen. Licht, Wasser, Kanalisation. Klosetts, find vorhanden. Im Bedarfsfall wird der frühere Singsaal der Turnhalle noch zur Unterbringung der lugendlichen Wanderer herangezogen. Der Verkehrsausschuß und der Zweigoerein Schotten haben der Stadt für Die Jugendherberge größere Beiträge zur Verfügung gestellt. — In der unteren Halle unseres schö- nes Rathauses wird nach dem Beschluß De^ Gemeinderats das Heimatmuseum eröffnet. Eine große Sammlung wertvoller Altertümer wird in dem schönen altertümlichen Raum Aufstellung finden. — Das hiesige Hochbauamt hat schöne Pläne für die Errichtung eines Gedächtnis- brunnens zu Ehren der fm Weltkrieg Gefallenen ausgearbeitet, die die allgemeine Anerkennung des Gemeinderats fanden. Als Platz ist der Raum vor dem Kreisamtsgebäude vorgesehen. Dieser wird verlieft angelegt, ein Wasser- baffin, dessen Sohle mit grünen Platten belegt wird, ist vorgesehen, in die Umrahmung des Bassins wird ein Gedenkstein mit ausfliehendem Wasser eingesetzt. Das übrig bleibende Gelände wird schön bepflanzt und eingefät. Zu gleicher Zeit sollen auch die Z u s a h r t s st r a ß e und der F u ß st e i g zum Bahnhof gerade gelegt, verbreitert und mit Klein- bzw. Mosaikpflaster versehen werden. Die vorgesehene Gefallenenehrung wird jedenfalls eine schöne Zierde und ein sinnvolles, würdiges Denk» mal der Stadt werden. — Der Gemeinderat bewilligte den Ankauf einer Motorspritze (Magirus), Preis 6000 Mk. Das Inventar der Feuerwehrgerätschaften erfähtt dadurch eine wettvolle Bereicherung. Einige Zuschüsse zu dieser Spritze, auch von Der hiesigen Freiwilligen Feuer- wehr, stehen in Aussicht. — Dem Ankauf mehrerer an Den städtischen Wald angrenzender Parzellen, die aufgeforstet werden sollen, wurde zu- gestimmt. — Drei der Stadt gehörige Häuser. Darunter auch Die frühere bekannte Sommerfrische „Posthäuschen" an Der Niddaer Straße sollen frei willig öffentlich versteigert werden, zahlbar in fünf Jahresraten. — Für private Neubauten wurden seitens Der Stadt je 1000 Mark Baukostenzuschuß bewilligt. Die Fälligkeit der Steuerziele hat der Gemeinderat, da die vorgesehene Erhebung zu dicht aufeinander folgt, ent- sprechend verlängert. — Dem Sportverein wurde für fein Derbandsspottfest ein Beitrag bewilligt. — Gegen eine weitere Deihilf Des Kreises für Die im Bereich Der Gemarkung Rain- rod vorgesehene KaDaververwertungsan- ft a 11 machte Der (BcmeinDerat feine BeDenken gel- tcnD unD behält sich feine Rechte vor.
? Schotten, 6. Okt.. Dieser Tage fanb im Rathaussaale unter Leitung Des Direktors, Bürger- meister Menget, die Diesjährige Mitgliederversammlung der hiesigen B e z i r k s s p a r k a s s e statt. Bon (eiten Der Aufsichtsbehörde nahm Geh Reg -Rat B o e rf m a n n, von feiten des Hessischen Sparkassen und Giroverbondes der Vorsitzende, Iustizrat Dr. Reh, sowie Verbandsrevisor K o chendörfer teil. Die 1926er Rechnung und Der Voranschlag für 1928 wurden unbeanstandet angenommen. Der Jahresbericht und Die Uebersicht über
Kind gut ging, unD meine Rolle als Vater erst in spateren EnttvicklungsstaDien ernsthaft zu werden brauchte. Aber Die Abhandlung machte mir Kopfschmerzen und schlaflose Stunden in ter Rächt. Was Darin stand, war so abweichend von Dem Gewöhnlichen unD Bekannten, daß ich zunächst geneigt war. das Ganze für Mnfinn zu hallen. Dann ober entdeckte ich einige Berechnungen des offenbar noch sehr jungen 'Verfassers, dessen Erstlingswerk es war. die vollkommen mit Dem übereinstimmten, das ich auf ganz anterm Wege gefunden hatte, ilnb schließlich mußte ich mich nach eingehendem Studium überzeugen, daß durch diesen jungen Mann das ganze Problem der chemischen Verwandtschaft zwischen Säuren und 'Basen, dem ich ungefähr mein ganzes Leben zu widmen gedachte und von dem ich bisher in angestrengter Arbeit erst wenige Punkte aufgetlärt hatte, in viel umfassenderer und folgen» reicherer Weise als von mir angegriffen und auch teilweise schon gelöst worden war." In den Serien ließ es Ostwald keine Ruhe: er mußte den merkwürdigen jungen Mann in Upsala, wo er al« Privatdozent wirkte, aufsuchen, und al« gegenseitiges Erkennungszeichen wurde vereinbart. daß Arrheniu« mit ter Abhandlung von Ostwald, in ter dieser eine Bestätigung der von dem Schweden gefundenen Theorie gegeben hatte, in der erhobenen Rechten den Zug erwarten sollte. Es entstand bald eine enge Freundschaft zwischen ten beiten Gelehrten, .die während einer langen Reihe von Iahren gemeinsamer Arbeit und gemeinsamen Kampfe- nur immer fester geworden ist und niemals auch nur die geringste Trübung erfahren hat." Arrheniu« kam zu Ostwald nach Riga und bann nach Leipzig, und hier konnte ter Freund die Arbeitsweise des genialen Schweden beobachten. Er gina bei seinen Untersuchungen nicht von einem Punkt zum andern, sondern faßte einen ganzen Tat fache nkomple? auf einmal ins Auge und dachte so lange an ihm herum, bi« er ,hn in Ordnung gebracht hatte. Wohl gingen unbewußte Vorbereitungen voraus, aber Die Hauptsache wurde stets in erstaunlich kurzer Zeit auSgeführt.
Der Mannequin.
Das Pvgmalionwuntet ter griechischen Sage. Die eine Den Menschenhand aus totem Stoff geformte Gestalt Leben und Atem gewinnen läßt, scheint auch iif unserer Zeit noch möglic» zu fein.
Die Geschäftslage geben ein BilD über Die günstige Weiterentwicklung Der Kaffe. Die SpargelDer haben En De 1926 etwa 600 000 Mk. betragen, sie werden im Laufe Dieses Jahres um weitere 100 000 Mk steigen, eine ansehnliche Summe für den doch verhältnismäßig wenig begüterten Bezirk, der zudem Durch Unreeller noch schwer gelitten hat. Der Reingewinn aus 1926 über 10 000 Mk. wurde der Rücklage zugelchrieben, Die Damit einen Betrag von über 40 000 Mk. erreicht. Dem geplanten Zu sammenschluß der Hessischen Girozentrale und ter Kommunalen Landesbank stimmte Die Dersamm lung zu. Bei dem anschließenden gemeinsamen Esten sprach Kreisdirektor Geh. Reg.-Rat Boeckmann begeistert aufgenommene Worte auf unseren Reichspräsidenten v. Hindenburg.
□ Laubach, 6. Ott. Außer tem vom Prinzen Reuß in voriger Woche (toie schon berichtet) beim Forsthau« RulhardShaufen im obersten Horlofftal erlegten „ungraten“ ZteöIsen d e r ist noch ein weiterer kapitaler „ungrader" Zwölfender vom GrasenBothozuSol m «• L a u b a ch. tem Dritten Sohne te« (1904 verstorbenen) Grafen Otto, zur Strecke gebracht worden. Dieses Stück Hochwild war am sogen. „Halgarten" (2 Kilometer nördlich vom Forst- hau« Ruchardshausenf „waidwund" geschossen worden, hatte sich in einer Hecke beim „Sorgenlos", unweit der Wafferguelle. vettro- chen und wurde zwei Tage nach dem Anschuß in feinem ..Wundbett" tot aufgefunden. Auf tem Walddistrikt „Sorgenlos" hatte um 1750 ter Graf Christian August (verstorben 1784) ein Jagdschloß mit Rebengebäuten errichtet, worin er öfters, besonders zur Zeit ter Hirschbrunst tagelang wohnte. Auch lag hier, an der Quelle der Welter, eine Kolonie von Köhlern, die 1704 hier aus Suhl i. Thür, angesiedelt tourten. Um 1806 ging Die Kolonie ein; Die Stätte 4rer Hütten ist heute noch deutlich erkennbar. — Die von der Provinzialverwaltung abgehaltene Ob st Versteigerung hat. toie jetzt festgestellt tourte, ein bedeutend besseres Ergebnis erzielt, als man ursprünglich annahm. Die gesamten Einnahmen für das Obst an ten Straßen der Gemarkungen von Laubach und den nächst gelegenen Orten belaufen sich auf ca. 4400 Mark. — Die Kartoffelernte ist jetzt in vollem Gange. Sie fällt besser au«, al« man zuerst annahm. In den höheren Lagen ter Feld- ?emarlung kann man sogar mit dem Ertrag voll- emrmen zufrieden fein. Die Grummeternte läßt dagegen viel zu wünschen übrig. Biel Grummet kann nur als Dünger Verwendung finden. Zum Glück war die Heuernte gut. Ein weiterer Ersatz sind die D i ck w u r z e l n. die sehr gut ausfallen.
KrciS Alsfeld.
■w Nieder-Ohmen, 6. Okt. Von schoneen Herbstwetter begünstigt, fand hier Der diesjährige Herbst markt statt. Außer dem Ferkelmartt war auch diesmal wieder ein Großvieh- und Krämermarkt damit verbunden. Der Markt war gut befahren: etwa 350 Stück Ferkel waren auf- gesahren. Die Preise waren im Gegensatz zu Den Vormarktpreisen etwas angezogen. Bezahlt wurden für 8 bi« 13 Wochen alte Ferkel durchschnittlich 18 bis 25 M. Auch Großvieh war aufgetrieben und wurde gehantelt. Es verblieb üeterftanb. In einer Anzahl Stände boten Händler ter verschiedensten Branchen ihre Ware feil. Der allgemeine Geldmangel trat habet aber stark in Erscheinung.
Starkenburg.
• Darmstadt, 6. Okt. Bor einigen Tagen sind im Schaufenster eine« Darmstädter Lederwarengeschäfte« von einem Betitelet einer Offenbacher Ledetwaren- f a b r i t Reiseartikel festgestellt Worten, die von ter Finna nicht nach Darmstadt geliefert waren. Diese Gegenstände und noch andere im Laten wurden polizeilich beschlagnahmt. Die weiteren Ermittelungen ergaben, daß sie einem stellungslosen Kaufmann abgekauft worden waren, teffen 5 r au in der Offenbacher Leder- toarenfabril als Packerin beschäftigt ist. Auch in Mainz und in Aschaffenburg wurden in gleicher Weise Lederwaren beschlagnahmt. Die gestohlenen Gegenstände hatten einen Gesamtwert von etwa 10000 Mark.
Was ursprünglich eine Gliederpuppe au« Holz war, toie sie die alten holländischen Malet und Bildhauer zu Gewandstudien gebrauchten, das ist in unfern Tagen zu einem jugendlich-anmutigen Wesen von Fleisch und Blut geworden. Mancher wird sich schon gewundert haben, daß die schön gewachsenen jungen Mädchen, die heute zu Gewandstudien, wenn auch anderer Art, verwendet werden, einen Rainen männlichen Geschlechtes haben. Das Richtige wäre aber nicht das weibliche, sondern da» sächliche Gefchlecht-wort. Denn „Mannequin" ist dasselbe wie unser plattdeutsches „Männeken". das Männchen, nur in ter altniederländischen Form mannekin. Diese Gliederpuppen sind also eine Erfindung Der alten Holländer. Wort und Sache wurden von ten Franzosen (le mannequin) und ten Engländern (mannikin) übernommen Das muß schon früh geschehen fein. Denn bereit« un 14. Iahrhuntett verschwindet im Riederländischen die alte Bet- neinerungdenDung — kin (kijn); heute heißt Da« Männchen aus niederländisch mannetje.
Die Berflcinerung«formen drücken nicht selten das äußerlich Rachahmende. Stellvertretente au«. Der Hase macht ein ..Männchen" und scheint Damit Die Gestalt eines Menschen nachzuahmen. Das Leibchen hat nur Die äußere Form De« Leide«, wie das Korsett Die eine« corps, und ter Aenne! Die eines Arme«. Ein Däumling. Faust- hna (Fausthandschuh). Füßling haben nur die äußere Gestalt dielet Glieder Auch ein Dichterling ist kein wirklicher Dichter.
Ss wird etwa 15 Iahte her sein, daß in Berlin nach tem BorbilDc von Pariser Mode- geschäften Der Kundschaft zuerst neue Moten und Stoffe am lebenden Körper vorgesührt wurden. Ein sehr kluger Gedanke! Der Barne Mannequin, ter wohl anfangs scherzweise gebraucht wurde, wat mit übernommen worden. Aber es hastet ihm noch immer Der Reb^nsinn startet Puppenhaftiakeit an. So ist es kein Wunder, daß sich die jungen Mädchen lieber Borfühtdamen nennen hören. Richt übel ist die im Bolksmunte gebräuchliche Benennung Gelbstem. Woher der seltsame Barne? Zur Unter* scheiduna ter verschiedenen Größen nähte man auf die linke Schultet Der Kleider einen farbigen Stern: die Gröhe 42 als die durchschnittliche Große pflegte man mit einem gelten Stern zu bezeichnen. So ist ..gewachsen wie ein Gelbstem" ein Ausdruck der Anerkennung schönen und regelmäßigen Wuchses geworden. O. H.


