Kameraden.
Ko man von Feiir MoeIchl« n.
Copyright by Carl Dunrfrr, Berlin V 62.
29 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Leih (Botl, Darum sie e» sich in den Hopf gesetzt hatte, diesen (Beorfl Lutz zu sulhcm, von hem sie ulk die Jahre hindurch nicht» pebort hatte, bi» iie bi# i< rurtfl geb'inet hatte und auf den Nomen geflohen ioar und auf dem Meere mar ein schnxirzes Segel- schiff oorbeigesahren. Sie erinnert# sich an drei#; Schiff. Hihi miteinander mar oerrücki Und in }nxi Tagen begonnen die Proben. Man hatte Gescheuere» zu tun. al» einer Erinnerung nachzusagen. Und bann diese unverschämten zlnlroorten de» ,ungen Arzte« War e» denn so seltsam, dah man sich noch einem Manne erkundigte, der von den Toten auferstan- den mar?
Und dieser seltsame Mensch heute 'Nachmittag. Dieser fürchterliche Mensch, ergänzte sie sofort. Marianne hotte sie fleroamt Sie mar daraus oorbrreitet gewesen, einen unsympathischen Menschen zu treffen. Iber da» mar noch schlimmer qrmeien, al» alle?, roa» man sich denken konnte. Sie war wahrhaftig schon mit Mannern zusammengekommen, Me man am liebsten nicht flrieten hätte Sie kannte einen Agenten in Berlin, widerlich wie ein oftaoenbänb (er. Aber dieser Mann mit der schwarzen Brille war noch schrecklicher. Sicherlich war die Sprache unter Kollegen nicht zimperlich, es gab Scherze, die eine dicke Haut verlangten. Aber man horte cs nicht mehr, man ging irgendwie durch diese Scherze hindurch E» traf nicht tief, e» war keine Bosheit, keine Bösartigkeit. Das aber war Bösartigkeit ge roden, heute 'Nachmittag, diese Art jedes Wort noch einmal zu drehen und in einem gemeinen Lichte erscheinen zu lassen. Anspielungen zu wagen, einen iwckt hinzustellen. ohne dah man sich wehren konnie, weil man gegen diesen Ion nicht aufkam Sie war kein unschuldiges Mädchen mehr, nein, wahrhaftig nW, man hotte etliches erlebt. Man war vielleicht nicht immer schon und groh gewesen, aber man muhte mit einer gewissen tröstlichen Sicherheit, dah man doch immer noch der Mensch war, der etwas Gröhe» und schönes wollte, jenes Mädchen, das
Gretchen cdpieft hotte mit -ichkzekn 3-*rer und da» hin 3*el nt< au» dem Auge lieh. Man hatte ein Nechk al» Menfch behandelt zu werden, mcht dloh ah Ware, die durch MmnerhSrrde geht, bis dir Männerhard, ihrer überdrüssig werden. 0 nein' Sie warf Den Äop» zurück.
Und was rwrte das beöeu.et. diele Heine, runde, schwarze Kaps ei. die er Hjr unter die Augen gehal'en hatte? Dieie Äapiel, die ausfah. rote irgend ein Behälter für ein TintemlSfchchen für Arznei, für Pap- füm? Und Meie unheimlich pe'lüftenen Befllntmort# dazu, dah man erschauerte^ Mit einer solchen Äapiel könne man ein# 5tobt still machen wenn man wolle. 3n einer solchen Äapiel sei Macht über Leden und Tod. ob fi# nicht Luft habe, diese Macht mit ihm zu teilen' (Er verlange feine Liede, er halte <» mit jenem Mann, jenem Theoterkrittker. der pe- schrieben habe, ein Seeräuber kümmere sich auch mcht um die Gefühle einer (Beraubten. Was hatte er für einen Iheaterkritiker gemeint? Und die Kapsel? Äonnte man in einer Äapfd bat Schicksal einer -Habt ei nsch< ietzen? Sie erinnerte sich unbestimmt an grelle Zukunfiskriegsromane, ja. es muhte wohl irgend Io etwas möglich jein, Vielleicht war e» auch nur eine Drohung gewesen? Jedenfalls hatte iie auf geatmet, als sie au» dem Hause gewesen war.
Da sah man nun und rollte dachin, man sauste dahin, es war mcht» gegen die Schnelligkeit einpi« wenden. Wer wirklich in Homburg zu hin hatte, muhte sich freuen darüber. Wer aber immer deutlicher spürte, dah er nicht auf dem rechten Wege war. konnte sich der über diese ganz ungewünschte, unbarmherzige Schnelligkeit freuen?
Sie stand auf. als ob das Irgendwie hatte helfen können. Es half natürlich nichts. Sie setzte sich wie der. Sie hatte e» nun einmal so gewollt. Vielleicht warHamburg dach das Rechte. Man formte ihm auf der Strohe begegnen. Er muhte den Leuten auffallen. Er trug ja einen Bart, rote Marianne gesagt hatte. Man muhte die Gepäckträger am Bahnhof fragen, ob sie einen Mann mit einem Bart gesehen hatten. Man muhte in den Hotels nachforschen. Vielleicht muhten die Schutzleute Bescheid. Eine Stobt ist groh. eine Stadt ist klein. Er ging sicherlich früher ober später durch den Botanischen Garten. Man brauchte sich dort nur auf eine Bank zu fetzen und zu warten. Ja. auf die Steinbanf, gleich oenn (Eingänge, dort muhte er unbedingt oorbetfommen. ober er fpa-
’ ert» über Mr Lamd-arbsdrücke um über Me Hl her oinwrg zu leben, ober er schritt am Haien entlang, um Me Schi ie anzuftaunen. Me hundert Schrfie. und um Me Meerluft jiu atmen und diese» Serau- 'chenbe der bewegten Boe*. der lärmenden Ära tu. dieie» unermüdlichen gejchöfrigen Ledens und Treiben». Ober iie traf chn abend» auf der Neeperdah.a. Man kennt a die Männer. Die Bee perdu hn ist mcht ingenehm für eine örau o^nr Bcakitung. Man mufr." sich mit eener pemi’Vn Unempfindlichkeit wappnen, nun gut. wenn jie ihn dafür nur trar
Der ,fug fuhr langsamer Das fft Celle." <ogu eine tfrau. Hilde schaute auf. Celle. Ueiyn. Lüneburg. e» ging nach eine Weile bi» nach Hamburg Mechanisch spielte sie mit den Singern, auf e.nmol spürte sie, dah ihr etwa» fehlie. Sie betrachtete chre Hand Sein Ning iehitei Sie hatte ihn in Breun 'chweig liegen lassen. Widerstrebend f>attr sie ihn diesem Mann mit der chwarien BnUe gezeigt al« Beweis, dah sie ein gewisse» Bedx hotte nach Georg All fragen. Er hotte ihn umständlich, em wenig verächtlich. ein wenig neidisch m feinen mageren JVtn« gern hin und her gebrefr.
Sie muhte zurück.
Der 3ug Melt. Sie iprang auf und flieg au». Sie fragte einen Schaffner. J3n einer Halden Stunde.' sagte er. Sie wartete. E» dünkte jie eine Ewigkeit.
28.
Goldmann sah in fernem öunmer tm Hotel Monopol und ichrieb E« klopfte. Die Türe öffnete sich. Hermann Wehn trat ein. Er schüttelte sich, dah die 'Wassertropfen umherspntzten. ..Dieser Negen!" Er zog bte Windjacke aus. .^offemlich ist da» Wetter morgen besser Was machen die Gcjchaite? Es ist uns Gelegenheit geboten, beim inntbehfdjen Miut- ichi'k mitzumachen. E» hängt natürlich alles davon ob. ob der Gummi feinen Weltmarktpreis halten kann. Vorläufig tft wohl nicht daran zu zweifeln. Nun aber paffen Sie out. Goldmann. Wir haben kein Interesse am synthetischen Gummi an und für sich.'
--Wem eine BerjetbflänMgung Dcutzchtand» und eine Hebung unserer Industrie vorschwebt .. .*
„Jtun ja. Sie wissen, wie ich das meine. *Äa türtid) bin ich für eine Verselbständigung Deutsch, lanb». Man muh dem Zuge der Zeit 'olgen. ich bin ganz Ihrer Ansicht, doch immer nur soweit, n* c»
ie<chäftkch Wnmb tft. Wir bürten nicht wew» machen, ax.» -ich nicht lohnt. Wenn Me Geschäft», leute etwa, verdienen. >o oerMent auch Deuijchiuich^ bas !*"t vielleicht ein «nrnnpicii aber r» ift em« Wahrheit, die mmer wieder beton, »erber. mnh. Allo Wir haben an und *ür sich (ein Interesse daran den Gummi seiber her K«tdkn Dee Haupt, fache ift. patriotisch »eiprochen ... e» hnben üb* gen» heute abend wahrend de» Feste» y»n Ämre- renzen statt tn dieser Anaelegenheii. ich werde mir ein paar Summern de» Froaramm» -chenkeir -nüj.
en. Sie Ansprachen ober Mr Damennr-ar de» Mä>. nerturnverein» am Schwebebaum Ddroohi man '.ch do» vielleicht nichr schenken atzte. ich iehe Da. men aern ... allo, wo bin ich fittfwi geblieben?'
. sie sprachen vorn Gummi urb *ogwr. Ne 'tauptioche fei. patriotisch »e'prochen
3ünx>N. Ued eigen weit e» nur gerade faUl ... Ich glaube heute nachmittag den Okarf1 Lutz geifhen zu haben, rm Soldaten rock, mit einem Bart Vieler Bart Hot mich verwirrt Ais ich mich- umkehrte, war der Monn nicht mehr' .infruftnN.i. Aber ich möchte darauf schworen
..Sewih. Herr Direktor, doch möchten o« nicht y.etft da, Tbe.mu de» Gummi» zu Ende 'uhren?'
Wehn nickte und entwickeite unoriäbr »otoen>» Die Hauptsache sei schliesztich mcht. hoh nun Öb.immt berfteile. !on.vm dah der Gummi billiget werde Dann sei ihnen geholfen. Der ®imwni ober, der na nirtiche Gummi werbe in dem Augenblicke billiger, wo er die erfolgreiche Ronhnrea» de» synthettschen «ummi zu fürchten habe. E» lasse sich atfo denken. — unb vielleicht werde schon heute abend eine »olche entsprechende Aktien^,Nichait gegründet. - dah man sich auf die Herstellung de, syntheiiichen Äiut- 'huks werfe, die Äoften seien gering, da, Nitiko mcht groh. Sobald man dann ein brauchbare» voll- rorrtige» Produkt in den /)änden habe. - ind btefe Möglichkeit sei neuesten Jmormoiionen zufolge «ehr groh. — so lasse man diese Erfindung propu^'w- distisch tüchtig au»wirken. Da, werde sich natürlich auf dem Gummimarkte geltend machen, die Gummi- poPiere würden von einem Tage zum anderen 'alten. zum Leidwesen der Leute in Singapore aber das könne ihnen ja gleichgültig sein, man kaufe die billigen Aktien, einen schönen neu kn .mb km*, was meinen Sie. Goidmann?'
(Fortsetzung folgt.)
Ortssatzung
über die Erhebung einer Jlllalffeuer In der Stadt Giehen
Aus Grund de, Artikels 23 des Gesetze», die tikmcinbeumlagen bete., in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. August 1620 s'Neg. BI. 6. 245) und de» Artikels 15 der Stadteordnung wird auf Beschluß der Stadtoerordnetcnoersammlung u 14. Juli 1027, 12. August 1927 und 30. September 1927 nach gutachtlicher Aeuherung de» Oberbürgermeister» unb de» Kretsausschus- |e» und mit Genehmigung der Minister de» Innern und der Finanzen vom 29. November 1927 zu Nr M. d. I. 43 83h für die Stadt Giehen folgende» bestimmt
8 1
Gewerbetreibende, die tm Gemeindebe- »irf — ohne in ihm ihren Wohnsitz ober Hauptbetrieb »sitz zu haben — Verkaufsstellen ober Lager unterhalten, von benen au» Waren zum Verkauf abgegeben werden, sind zur Zahlung einer besonderen Ge- werbesteuer Filialsteuer — verpflichtet.
8 2
Die Filialsteuer wird in der Form eines Xuschlag» zur gemeindlichen Gewerbe steuer, und zwar in einer Höhe von 200 o.l). der letzteren erhoben
8 3
Gegen die Berunlagung sind die gegen die Fuziehuna zu den Gemeindeumlagen beftehenben Nechtsmitlel zulässig, soweit sie sich nicht gegen die der Filialsteuer zu gründe liegende allgemeine Gewerbesteuer richten
d 4
Die Betriebsinhaber sind verpfiichtet, auf die an sie ergehende Aufforderung brr zuständigen Steuerbehörde innerhalb einer von dieser vorzubeslimmenben Frist Mit- lellungen über alle für bie Steuerveran lagung erheblichen Tatsachen einzureichen Nach fruchtlosem Ablauf ber für bie Ein reichung der verlangten Angaben gestellten Frist erfolgen die erforderlichen Fiftstellun gen ohne weitere Mitwirkung des Betei Hglen von Amt» wegen, ohne dah ihm — abgesehen von ber verwirkten Strafe — für ba» betr. Steuersahr ein Anspruch do gegen zusteht
8 5.
3m übrigen gelten für diese Ortssatzung bie Vorschriften be» (Bemelnbeumlagen- «esetze» in ber Fassung bei I-NINI inachung vom 7. August 1920 unb ber Ab anberung»ge,ege 11096B
8 6
Diese Ortsfatzung tritt mit dem Tage Ihrer Vervssentlichung Im Arnt»verkünbi gung,blatt in Kraft
Mit dem gleichen Tage wirb die Ort» fatzung. betr die Erhebung einer Filial steuer in Giehen vorn 13. Februar 1913 aufgehoben.
Giehen. beit « Dezember 192«
Der Oberbürgermeister Dr Keller.___________
Defniiiitnindjiniß,
?ie Auszahlung der ersten Nate ber Wiiilerbelhllfr ber Stabt Giehen für r»27'28 erfolgt in ber Stadtkaste Giehen. (»»-.rirnltrofh- 2. Zimmer Nr 4
a» für ttopltalrenlner am Mittwoch, dem 7. Dezember 1927. Buchstaben A bi» R von 9 bi» 12 Uhr Buchstaben S bl» / von l'> bi» lh Uhr. 11102C
1» für Sozialrentner am Freitag, dem 1 Dezember 1927. Buchstaben X bi» S von 9 bi» 12 Uhr Buchstaben O
i» / von 13 bi» 17 Uhr »sien den fi. Dezember 1927. ■
Dr Fre p, Bürgermeister
'cfniiiitnindiiing.
> unter Handelsregister Abteilung B u d.- am 28. November l927 bei der
9f»<oe. Aktiengesellschaft in Sie B ’< fragen Die (urma ist erloschen tz-n. d, n 28. November 1927.
Helsiiche» Amtsgericht 1101WC
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(Erprobte qufe Ouafifdten?
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